{"id":2393,"date":"2020-08-18T13:13:25","date_gmt":"2020-08-18T13:13:25","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/malaria\/"},"modified":"2023-02-27T13:15:31","modified_gmt":"2023-02-27T12:15:31","slug":"malaria","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/malaria\/","title":{"rendered":"Malaria &#8211; Ansteckungswege, Symptome, Behandlung"},"content":{"rendered":"<h2>Was ist Malaria?<\/h2>\n<p>Malaria (Wechselfieber, Sumpffieber) ist eine Tropenkrankheit\/Infektionskrankheit. Sie wird durch einzellige Parasiten, sogenannte Plasmodien, hervorgerufen, welche zumeist \u00fcber einen Stich der Anopheles-M\u00fccke auf den Menschen \u00fcbertragen werden. Es existieren verschiedene Arten von Plasmodien, je nach genauem Erregertyp k\u00f6nnen sich verschiedene Malariaformen entwickeln. Typisch f\u00fcr die Erkrankung sind Fiebersch\u00fcbe, daneben treten je nach Malariaform noch verschiedene andere Symptome auf. Nicht selten f\u00fchrt die Erkrankung auch zu schweren Komplikationen. Rechtzeitig und richtig behandelt ist Malaria heilbar, unbehandelt kann sie t\u00f6dlich verlaufen.<\/p>\n<p>Malaria ist weltweit eine der bedeutendsten Infektionskrankheiten. Sie kommt in tropischen und subtropischen Regionen aller Kontinente, mit Ausnahme von Australien, in etwa 100 L\u00e4ndern vor, \u00fcberwiegend wird die Erkrankung in L\u00e4ndern Afrikas, Asiens und S\u00fcdamerikas erworben.<br \/>\nEin erh\u00f6htes Ansteckungsrisiko besteht u. a. in Nigeria, in der Demokratischen Republik Kongo, in Mosambik, Uganda, Kenia, Madagaskar, Ghana, in Teilen Tansanias und Namibias und in anderen tropisch-subtropischen Regionen Afrikas s\u00fcdlich der Sahara, im Osten und Nordosten Indiens und im Bereich des Amazonasbeckens in Brasilien, Bolivien, Ecuador, Kolumbien, Venezuela und anderen L\u00e4ndern, die Anteil an dieser Region haben. Die Ansteckungsgefahr in einem Land kann von Region zu Region variieren und h\u00e4ngt u. a. von der H\u00f6henlage (Meeresh\u00f6he), Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab.<\/p>\n<p>Sch\u00e4tzungen zufolge leben etwa 40 Prozent* der Weltbev\u00f6lkerung in Malaria-Epidemiegebieten. Etwa 200 Millionen Menschen* erkranken dort j\u00e4hrlich an Malaria, etwa 600.000 Menschen* sterben j\u00e4hrlich an der Erkrankung, ein gro\u00dfer Teil davon sind Kinder unter f\u00fcnf Jahren.<\/p>\n<h2>Ursachen (Ansteckungswege)<\/h2>\n<p>Ursache f\u00fcr Malaria sind einzellige Parasiten, die Plasmodien. Die \u00dcbertragung der Erreger erfolgt durch den Stich einer blutsaugenden weiblichen Stechm\u00fccke der Gattung Anopheles (Anopheles-M\u00fccke, auch Malaria-M\u00fccke genannt), die mit Plasmodien infiziert ist.<\/p>\n<p>Die Anopheles-M\u00fccke ist d\u00e4mmerungs- und nachtaktiv, man wird also zumeist in den Abend- und Nachtstunden gestochen. Wird ein nicht behandelter Betroffener von einer nicht infizierten M\u00fccke gestochen, kann die M\u00fccke die Erreger aufnehmen und diese beim Stechen der n\u00e4chsten Person auf diese \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Was passiert nach dem Stich einer mit Plasmodien infizierten Anopheles-M\u00fccke?<br \/>\nBei einem Stich gelangen mit dem Speichel der M\u00fccke Sporozoiten (Entwicklungsstadium, infekti\u00f6ses Stadium von Plasmodien) in die Blutbahn des Gestochenen. \u00dcber die Blutbahn gelangen die Erreger rasch in die Leber. Sie dringen in die Leberparenchymzellen ein, wo sie sich teilen und sich in das n\u00e4chste Entwicklungsstadium (Gewebeschizonten) umwandeln; diese Gewebeschizonten f\u00fcllen fast die ganze Leberzelle aus. Je nach Plasmodienart dauert dieser Zyklus zwischen etwa f\u00fcnf und sieben und sechs und 18 Tagen.<br \/>\nIm Inneren des Schizonten entstehen reife Merozoiten (weitere Generation im Entwicklungszyklus), die, nach dem der Schizont geplatzt ist, ins Blut gelangen und dort die Erythrozyten (rote Blutk\u00f6rperchen) befallen. Die Zahl der Merozoiten h\u00e4ngt von der Erregerart ab; bei Plasmodium falciparum, dem Erreger der Malaria tropica, ist die Zahl am h\u00f6chsten. Die Merozoiten heften sich an die roten Blutk\u00f6rperchen und entwickeln sich zum reifen erythrozyt\u00e4ren Schizonten. Diese Phase wird als erythrozyt\u00e4re Phase bezeichnet. In diesem Schizonten entwickeln sich nun wiederum viele neue Merozoiten. Beim Zerfall des roten Blutk\u00f6rperchens werden sie freigesetzt und k\u00f6nnen weitere rote Blutk\u00f6rperchen befallen.<\/p>\n<h3>Weitere \u00dcbertragungswege<\/h3>\n<p>Weitere m\u00f6gliche \u00dcbertragungswege der Erreger sind Bluttransfusionen, die gemeinsame Verwendung von nicht oder nicht ausreichend sterilisierten Kan\u00fclen und Spritzen beim Drogenkonsum, infizierte Injektions- und Infusionsnadeln und die \u00dcbertragung \u00fcber die Plazenta von der Mutter auf das ungeborene Kind. Aufgrund strenger Sicherheits- und Hygienevorschriften sind solche \u00dcbertragungswege in \u00d6sterreich jedoch praktisch nicht gegeben. Eine direkte \u00dcbertragung von Mensch zu Mensch (z. B. Tr\u00f6pfcheninfektion\/\u00dcbertragung beim Husten und Niesen) ist nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<h2>Formen<\/h2>\n<p>Es gibt nicht nur eine Plasmodienart, sondern verschiedene Plasmodienarten, die beim Menschen verschiedene Malariaformen verursachen k\u00f6nnen. Zu diesen z\u00e4hlen u. a.:<\/p>\n<ul>\n<li>Plasmodium falciparum, Erreger der Malaria tropica (kommt in einem gro\u00dfen Teil aller Malariagebiete vor)<\/li>\n<li>Plasmodium ovale und Plasmodium vivax, Erreger der Malaria tertiana (Plasmodium ovale kommt haupts\u00e4chlich in Westafrika vor, Plasmodium vivax haupts\u00e4chlich in S\u00fcdamerika)<\/li>\n<li>Plasmodium malariae, Erreger der Malaria quartana (findet sich in tropischen Regionen weltweit)<\/li>\n<li>Plasmodium knowlesi, Erreger der Plasmodium knowlesi-Malaria (kommt nur in S\u00fcdostasien vor)<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Flughafen- und Baggage-Malaria<\/h3>\n<p>Besondere, jedoch seltene Formen der Malaria sind die Flughafen-Malaria und die Baggage-Malaria. Hierbei erfolgt die Infektion durch importierte infizierte M\u00fccken auf einem Flughafen au\u00dferhalb des jeweiligen Malariagebietes oder in dessen unmittelbarer Umgebung oder im Flugzeug bzw. durch infizierte M\u00fccken, die sich im Gep\u00e4ck von Flugreisenden befinden und so importiert werden.<\/p>\n<h2>Symptome und m\u00f6gliche Komplikationen<\/h2>\n<p>Das genaue Beschwerdebild und die Inkubationszeit, also der Zeitraum zwischen dem Eindringen des Erregers in den K\u00f6rper und dem Auftreten der ersten Symptome\/dem Ausbruch der Krankheit, h\u00e4ngen von der Plasmodienart ab.<\/p>\n<p>Bei Infektionen durch Plasmodium falciparum betr\u00e4gt die Inkubationszeit etwa sieben bis 15 Tage, bei Plasmodium vivax und Plasmodium ovale 12 bis 18 Tage und bei Plasmodium malariae 18 bis 40 Tage. Bei allen Formen sind prinzipiell auch l\u00e4ngere Inkubationszeiten m\u00f6glich, beispielsweise im Fall von nicht effektiven Vorbeugema\u00dfnahmen (Prophylaxe).<\/p>\n<p>Allgemeine Malariasymptome sind allgemeines Krankheitsgef\u00fchl, Kopf- und Gliederschmerzen und Fieber, nicht selten kommt es auch zu \u00dcbelkeit, Durchfall, Erbrechen und Schwindel. Die genaue Art der Symptome und deren Schwere sind von Malariaform zu Malariaform verschieden.<\/p>\n<h3>Malaria tropica<\/h3>\n<p>Am schwersten sind die Symptome bei Malaria tropica, da die Erreger hier junge und \u00e4ltere rote Blutk\u00f6rperchen befallen und im Verlauf eine besonders gro\u00dfe Zahl an roten Blutk\u00f6rperchen zerst\u00f6ren. Die Malaria tropica gilt als die gef\u00e4hrlichste Malariaform. Neben Symptomen wie Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, unregelm\u00e4\u00dfigen Fiebersch\u00fcben oder kontinuierlichem Fieber, Erbrechen und Durchf\u00e4llen mit Fieber kann es bei dieser Form auch zu Atembeschwerden, trockenem Husten und An\u00e4mie (Blutarmut in Folge der Zerst\u00f6rung von roten Blutk\u00f6rperchen) kommen. Bei einem gro\u00dfen Teil der Patienten besteht eine Thrombopenie (verminderte Anzahl von Blutpl\u00e4ttchen im Blut), au\u00dferdem kann es zu einer Milzvergr\u00f6\u00dferung und Lebervergr\u00f6\u00dferung kommen. M\u00f6gliche Komplikationen sind u. a. zerebrale Malaria mit Krampfanf\u00e4llen und Bewusstseinstr\u00fcbungen bis hin zu Koma, Beeintr\u00e4chtigungen der Nierenfunktion und akutes Nierenversagen, Befall der Lunge (pulmonale Malaria) mit Lungen\u00f6demen, Kreislaufkollaps, h\u00e4molytische An\u00e4mie und disseminierte intravasale Koagulopathien (DIC, gest\u00f6rter Ablauf der Blutgerinnung). Unbehandelt kann Malaria tropica t\u00f6dlich verlaufen.<\/p>\n<h3>Malaria tertiana<\/h3>\n<p>Bei einer Malaria tertiana sind die Symptome meistens deutlich schw\u00e4cher als bei Malaria tropica. Die Malaria tertiana beginnt zumeist pl\u00f6tzlich mit Fieber und wenig charakteristischen Beschwerden wie Kopfschmerzen. Nach einigen Tagen beginnen die Fieberanf\u00e4lle rhythmisch aufzutreten (etwa alle 48 Stunden). H\u00e4ufig kommt es auch zu Sch\u00fcttelfrost, in dessen Verlauf das Fieber schnell auf Werte um 40\u00b0C ansteigen kann. Nach einer Fieberdauer von etwa drei bis vier Stunden und unter starken Schwei\u00dfausbr\u00fcchen f\u00e4llt die Temperatur dann abrupt auf Normalwerte ab. Komplikationen und ein t\u00f6dlicher Verlauf sind bei Malaria tertiana selten, es kann jedoch nach Jahren zu einem R\u00fcckfall kommen.<\/p>\n<h3>Malaria quartana<\/h3>\n<p>Die Malaria quartana ist seltener als andere Malariaarten. Typisch sind Fiebersch\u00fcbe jeden dritten Tag, wobei die Temperatur auf bis zu 40\u00b0C ansteigen kann. Begleitend kann es zu Sch\u00fcttelfrost kommen. \u00c4hnlich wie bei Malaria tertiana klingt das Fieber nach ein paar Stunden unter starken Schwei\u00dfausbr\u00fcchen ab. Zu den m\u00f6glichen Komplikationen z\u00e4hlen u. a. Nieren- und Milzsch\u00e4den. Bis zu 40 Jahre nach der Erstinfektion (Ansteckung) kann es zu R\u00fcckf\u00e4llen kommen.<\/p>\n<h3>Plasmodium knowlesi-Malaria<\/h3>\n<p>Die Plasmodium knowlesi-Malaria kommt nur in S\u00fcdostasien vor, wo der Erreger ein Reservoir (\u00f6kologische Nische, wo sich Erreger sammeln und vermehren k\u00f6nnen und von welcher eine Infektion ausgehen kann) in bestimmten Affen (Makaken) hat. In seltenen F\u00e4llen werden die Erreger von Anopheles-M\u00fccken auf den Menschen \u00fcbertragen. Charakteristisch sind t\u00e4gliche Fiebersch\u00fcbe, au\u00dferdem kann es zu Kopf- und Gliederschmerzen und Sch\u00fcttelfrost kommen.<\/p>\n<p>Die Auflistung der hier angef\u00fchrten Symptome dient dem \u00dcberblick und kann unvollst\u00e4ndig sein, zudem kann ein Symptom Anzeichen f\u00fcr eine andere Erkrankung sein. Auch muss nicht jedes hier angef\u00fchrte Symptom bei Malaria auftreten. Im Zweifelsfall oder bei Verdacht auf eine Erkrankung sollte stets das \u00e4rztliche Gespr\u00e4ch gesucht werden.<\/p>\n<h2>Diagnose<\/h2>\n<p>Wenn es w\u00e4hrend eines Aufenthalts in einem Malaria-Risikogebiet oder in den Wochen nach einem Aufenthalt in einem Malaria-Risikogebiet zu Fieber und\/oder anderen m\u00f6glichen Malaria-Anzeichen kommt, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Da die Erkrankung manchmal auch erst sehr verz\u00f6gert auftreten kann, sollte auch Monate nach einer Reise in ein Malaria-Risikogebiet im Fall einer fieberhaften Erkrankung ein Arzt aufgesucht werden. Erste Ansprechpartner sind der <a href=\"\/suche\/praktischer-arzt\">Allgemeinarzt (Hausarzt)<\/a>, welcher bei Bedarf an einen erfahrenen Facharzt zuweist, und der <a href=\"\/suche\/tropenmediziner\">Facharzt f\u00fcr Tropenmedizin<\/a>.<br \/>\nZu Beginn der Abkl\u00e4rung steht die ausf\u00fchrliche Anamnese, im Rahmen welcher sich der Arzt u. a. nach den genauen Beschwerden, dem Zeitpunkt des Auftretens der Symptome, Auslandsreisen (bereiste Gebiete, Reisedauer etc.) und anderen Punkten erkundigt, die f\u00fcr die Diagnose wichtig sind. Bei Verdacht auf Malaria werden im Anschluss Blutuntersuchungen durchgef\u00fchrt, um den Erreger nachzuweisen und den Schweregrad der Erkrankung einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. Neben Blutuntersuchungen und der allgemeinen k\u00f6rperlichen Untersuchung k\u00f6nnen noch weitere Untersuchungen erforderlich sein (zus\u00e4tzliche Blutuntersuchungen, R\u00f6ntgenuntersuchung des Brustkorbs u. a.). Der genaue Ablauf der Abkl\u00e4rung richtet sich nach der Situation des Patienten.<\/p>\n<h2>Behandlung<\/h2>\n<p>Die Behandlung von Malaria h\u00e4ngt von verschiedenen Faktoren ab, darunter: Art des Erregers und Form der Malaria, Schweregrad der Erkrankung, m\u00f6gliche Einnahme von Medikamenten zur Prophylaxe im Vorfeld, m\u00f6gliche Begleiterkrankungen und Einnahme von anderen Medikamenten, m\u00f6gliches Vorliegen einer Schwangerschaft, m\u00f6gliche Unvertr\u00e4glichkeiten und Kontraindikationen (Gegenanzeigen) gegen Malaria-Medikamente u. a.<\/p>\n<p>Die Behandlung von Malaria erfolgt mit Medikamenten. Es stehen verschiedene Malariamittel zur Verf\u00fcgung, je nach Erreger k\u00f6nnen verschiedene Wirkstoffe zum Einsatz kommen.<\/p>\n<p>Zur Therapie einer unkomplizierten Malaria tropica erhalten Patienten meistens ein Kombinationspr\u00e4parat (in Tablettenform) aus Atovaquon\/Proguanil, Artemether\/Lumefantrin oder Dihydroartemisinin\/Piperaquin. Patienten mit einer Malaria tropica werden station\u00e4r im Krankenhaus behandelt, im Fall eines komplizierten Verlaufs (z. B. bei Beteiligung des zentralen Nervensystems, Nierenschw\u00e4che und anderen Organkomplikationen) ist eine Behandlung auf der Intensivstation notwendig. Patienten erhalten dann zumeist eine Therapie mit Artesunat, welche als Injektion verabreicht wird, danach erfolgt eine orale Therapie (Behandlung mit Tabletten) mit Atovaquon\/Proguanil. Die Kombination aus Artemether\/Lumefantrin oder Atovaquon\/Proguanil kann auch bei einer Malaria tertiana zum Einsatz kommen, danach sollten \u00fcber mehrere Tage noch andere Tabletten eingenommen werden, um sp\u00e4tere R\u00fcckf\u00e4lle der Infektion zu verhindern. Bei Malaria quartana wird wiederum ein anderer antiparasit\u00e4rer Wirkstoff eingesetzt. Malaria tertiana und quartana k\u00f6nnen in der Regel ambulant behandelt werden. Die Behandlung bei einer Plasmodium knowlesi-Malaria entspricht jener der Malaria tropica.<\/p>\n<p>Neben den Medikamenten zur Ursachenbek\u00e4mpfung kommen je nach Bedarf noch weitere Behandlungsma\u00dfnahmen zum Einsatz, darunter z. B. fiebersenkende Mittel, Bluttransfusionen bei kompliziertem Verlauf und starker Blutarmut, bestimmte Medikamente gegen Krampfanf\u00e4lle u. a. Dar\u00fcber hinaus sind k\u00f6rperliche Schonung und ausreichend Erholung sehr wichtig.<\/p>\n<h3>Prophylaxe (Vorbeugende Ma\u00dfnahmen)<\/h3>\n<p>Unter dem Begriff \u201cProphylaxe\u201c werden prinzipiell alle Ma\u00dfnahmen zusammengefasst, die dazu dienen, eine Beeintr\u00e4chtigung der Gesundheit durch Risikofaktoren, Krankheiten und Unf\u00e4lle zu verhindern. Prinzipiell gibt es zwei M\u00f6glichkeiten, um Malaria vorzubeugen, wenn man sich in einem Malaria-Risikogebiet aufh\u00e4lt, darunter die sogenannte Expositionsprophylaxe (Vermeidung von Insektenstichen) und die Chemoprophylaxe (medikament\u00f6se Vorbeugung\/Malariaprophylaxe). Eine Schutzimpfung gegen Malaria steht derzeit nicht zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<h3>Expositionsprophylaxe<\/h3>\n<p>Unter \u201cExpositionsprophylaxe\u201c fallen alle Ma\u00dfnahmen, die helfen M\u00fcckenstiche zu vermeiden. Hierzu z\u00e4hlen:<\/p>\n<ul>\n<li>Mit Einbruch der D\u00e4mmerung, abends und nachts: Aufenthalt in R\u00e4umen, die vor M\u00fccken gesichert sind (R\u00e4ume mit Klimaanlagen und M\u00fcckengittern vor den Fenstern und T\u00fcren).<\/li>\n<li>Das Schlafen unter Moskitonetzen bietet zus\u00e4tzlichen Schutz in der Nacht. Die Netze sollten zuvor mit insektenabt\u00f6tenden Substanzen impr\u00e4gniert werden, es stehen auch vorimpr\u00e4gnierte Netze zum Kauf zur Verf\u00fcgung.<\/li>\n<li>M\u00f6glichst helle und hautbedeckende Bekleidung (lange Hosen, Socken, lang\u00e4rmelige Blusen und Hemden) tragen, die zuvor optimalerweise mit entsprechenden Mitteln impr\u00e4gniert wurden (zunehmend mehr Hersteller bieten auch vorimpr\u00e4gnierte Kleidungsst\u00fccke an).<\/li>\n<li>Auf unbedeckter Haut (z. B. Hals, H\u00e4nde) sollten M\u00fcckenschutzmittel (Repellents) angewendet werden. Es stehen verschiedene Repellentien zur Verf\u00fcgung, wobei es wichtig ist, sich beim Kauf zu vergewissern, dass das jeweilige Mittel zum Schutz vor Anophelesm\u00fccken geeignet ist. Die Sprays, Salben und Cremes bieten auf jenen Hautstellen, die direkt mit dem Mittel behandelt werden Schutz vor den Stichen der M\u00fccken. Vor Antritt der Reise ist es wichtig, sich mit den Mitteln genau vertraut zu machen (Anwendungsart, Schutzdauer etc.).<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Chemoprophylaxe<\/h3>\n<p>Richtig und konsequent angewendet bietet die Kombination aus impr\u00e4gnierter Kleidung, Repellentien und anderen Ma\u00dfnahmen einen guten Schutz vor M\u00fcckenstichen. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen verschiedene Medikamente (Chemoprophylaxe) das Risiko an Malaria zu erkranken reduzieren. Es stehen verschiedene Pr\u00e4parate zur Verf\u00fcgung, die auch zur Behandlung der Erkrankung eingesetzt werden. Werden sie vorbeugend im Rahmen der Chemoprophylaxe eingesetzt, verhindern sie nicht den M\u00fcckenstich oder die Infektion an sich, sondern den Ausbruch der Erkrankung.<\/p>\n<p>Welches Medikament zur medikament\u00f6sen Prophylaxe am besten geeignet ist h\u00e4ngt von verschiedenen Faktoren ab (genaues Reiseziel, Reisezeit, Reisedauer, m\u00f6gliche Grunderkrankungen und eingenommene Medikamente, m\u00f6gliche Unvertr\u00e4glichkeiten, m\u00f6gliche Schwangerschaft u. a.) und muss mit dem Arzt im Rahmen einer Reiseberatung besprochen und individuell entschieden werden. Reisende sollten daran denken die Malariaprophylaxe fr\u00fchzeitig mit ihrem Arzt zu besprechen. Eine Chemoprophylaxe bietet keinen absoluten Schutz vor Malaria, erh\u00f6ht diesen jedoch ma\u00dfgeblich und ist bei Reisen in Gebiete mit hohem Malariarisiko grunds\u00e4tzlich empfehlenswert.<\/p>\n<h3>Standby-Therapie<\/h3>\n<p>Erfolgt bei Reisen in Gebiete mit geringem oder mittlerem Risiko keine regul\u00e4re Chemoprophylaxe, k\u00f6nnen Reisende ein Reservemedikament mitf\u00fchren. Dieses kann eingenommen werden, wenn malariaverd\u00e4chtige Symptome auftreten und keine \u00e4rztliche Hilfe verf\u00fcgbar ist (z. B. bei Reisen in weiter abgelegene Regionen, die 48 Stunden vom n\u00e4chsten Arzt entfernt sind). Diese sogenannte Standby-Therapie (notfallm\u00e4\u00dfige Selbstbehandlung (NSB)) erm\u00f6glicht es, im Notfall selbst mit einer Behandlung beginnen zu k\u00f6nnen, so wie es der Arzt vor Antritt der Reise empfohlen hat.<br \/>\nDie Dosierung der Medikamente h\u00e4ngt vom Alter, von der Gr\u00f6\u00dfe, vom Gewicht, von der Gef\u00e4hrdung und anderen Faktoren ab; das individuelle Einnahmeschema sollte im Vorfeld mit dem Arzt besprochen werden. Wichtig zu beachten ist, dass das mitgef\u00fchrte Reservemedikament eine Ma\u00dfnahme ist, die ausschlie\u00dflich f\u00fcr den Notfall und bis zum Erreichen von \u00e4rztlicher Hilfe gedacht ist und die keinen Arztbesuch ersetzt.<\/p>\n<p>Kein Medikament ersetzt die Expositionsprophylaxe (Ma\u00dfnahmen zur Vermeidung von M\u00fcckenstichen). Auch wenn eine Chemoprophylaxe durchgef\u00fchrt oder ein Reservemedikament mitgef\u00fchrt wird, sollten alle Ma\u00dfnahmen zur Vermeidung von M\u00fcckenstichen konsequent beherzigt werden. Bei geplanten Reisen in Gebiete mit Malariarisiko ist es wichtig, sich vor Reiseantritt \u00e4rztlich beraten zu lassen und sich im Vorfeld \u00fcber die Erkrankung, erforderliche Verhaltensweisen und prophylaktische Ma\u00dfnahmen zu informieren.<\/p>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,66,2448,2457],"tags":[108,545,176,2549,292,1303,2548,821],"class_list":["post-2393","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-gesundheitsnews","category-innere-medizin","category-krankheit","tag-allgemeinmedizin","tag-infektiologie","tag-infektion","tag-insekten","tag-interne-medizin","tag-malaria","tag-sumpffieber","tag-tropen"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2393","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2393\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9829,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2393\/revisions\/9829"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2394"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2393"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2393"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2393"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}