{"id":2389,"date":"2024-07-19T15:08:34","date_gmt":"2024-07-19T13:08:34","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/reizdarm-ursache-symptome-behandlung-und-ernaehrung\/"},"modified":"2024-08-29T11:48:49","modified_gmt":"2024-08-29T09:48:49","slug":"reizdarmsyndrom","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/reizdarmsyndrom\/","title":{"rendered":"Reizdarmsyndrom &#8211; Ursache, Symptome, Behandlung"},"content":{"rendered":"<h2>Was ist das Reizdarmsyndrom?<\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Beim Reizdarmsyndrom (auch bekannt unter den folgenden Namen: RDS, Reizdarm, Colon irritabile, Irritable bowel syndrome IBS) handelt es sich um ein komplexes Krankheitsbild, bei dem unter anderem Ver\u00e4nderungen in Zentral- und Darmnervensystem eine Rolle spielen. Charakteristisch sind immer wieder auftretende krampfartige Bauchschmerzen, Bl\u00e4hungen, Durchfall oder Verstopfung. Der Reizdarm z\u00e4hlt zu den h\u00e4ufigsten \u201efunktionellen Erkrankungen\u201c des Verdauungstrakts, die gemeinsam haben, dass in den herk\u00f6mmlichen Untersuchungen keine organischen Gr\u00fcnde f\u00fcr die Beschwerden (wie Tumore oder Entz\u00fcndungen) gefunden werden. Man geht davon aus, dass etwa 40% der Bev\u00f6lkerung unter funktionellen Verdauungsbeschwerden leiden.\u00a0 Die genauen Entstehungsmechanismen sind bisher nicht gekl\u00e4rt, aber Expert:innen nehmen unter anderem an, dass vorangegangene <\/span><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/magen-darm-grippe\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Magen-Darm-Infektionen<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">\u00a0oder Antibiotikatherapien ein Ausl\u00f6ser sein k\u00f6nnten. Au\u00dferdem gibt es deutliche Zusammenh\u00e4nge mit psychischen Faktoren wie dem individuellen Umgang mit <\/span><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/stress-definition-ursache-stressbewaltigung\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Stress<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">. Das Reizdarmsyndrom kann geh\u00e4uft im Kombination mit <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Angsterkrankungen, <\/span><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/depression-symptome-ursachen-selbsthilfe\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Depressionen<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> oder Essst\u00f6rungen, aber auch anderen funktionellen Erkrankungen wie Reizmagen, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/fibromyalgie\/\">Fibromyalgie<\/a> oder Schwindelsymptomatik auftreten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Obwohl das RDS keine gef\u00e4hrliche Erkrankung ist, sind die Betroffenen aufgrund der Heftigkeit der Symptome oft stark in ihrer Lebensqualita\u0308t eingeschr\u00e4nkt. Frauen sind h\u00e4ufiger betroffen als M\u00e4nner.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das Reizdarmsyndrom tritt famili\u00e4r geh\u00e4uft auf. Dies ist einerseits auf eine gewisse genetische Veranlagung, aber auch auf Effekte durch soziales Lernen zur\u00fcckzuf\u00fchren.\u00a0<\/span><\/p>\n<h2>Was sind die Ursachen des Reizdarmsyndroms?<\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die genauen Ursachen des Reizdarmsyndroms sind bis heute nicht g\u00e4nzlich gekl\u00e4rt. Es wird davon ausgegangen, dass ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren dem Reizdarmsyndrom zugrunde liegt. Beispiele daf\u00fcr sind:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><b>Gest\u00f6rte Darmbeweglichkeit:<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">\u00a0 Es kann hier zu Ver\u00e4nderungen der Transitzeit im Dickdarm kommen, diese beispielsweise verk\u00fcrzt und dadurch Durchfall bedingt sein. Auch Darmgase werden oft erschwert durch den Darm bewegt. Weiters reagiert die Darmmuskulatur bei Betroffenen durch Reflexe oft anders auf Dehnungsreize der Darmwand als bei Gesunden.<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><b>\u00dcberempfindlichkeit der Nerven, im Nervensystem des Darms, aber auch im zentralen Nervensystem:<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">\u00a0Das kann dazu f\u00fchren, dass normale Reize wie eine Darmdehnung als Schmerzen wahrgenommen werden sodass es beispielsweise nach dem Essen zu Symptomen kommt.<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><b>Immunaktivierung<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">: In der Darmschleimhaut k\u00f6nnen oft mehr Immunzellen nachgewiesen werden; auch Botenstoffe, die das Immunsystem aktivieren werden vermehrt ausgesch\u00fcttet.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li aria-level=\"1\"><b>Ver\u00e4nderungen im Gallens\u00e4urestoffwechsel: <\/b><span style=\"font-weight: 400;\">Werden im D\u00fcnndarm weniger Gallens\u00e4uren aufgenommen und gelangen daher in den Dickdarm, so kann dies eine abf\u00fchrende Wirkung haben<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li aria-level=\"1\"><b>Erh\u00f6hte Durchl\u00e4ssigkeit der Darmschleimhaut:<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> dies geht oft einher mit einer Aktivierung des Immunsystems im Darm und einer \u00dcberempfindlichkeit<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In manchen F\u00e4llen k\u00f6nnen Ausl\u00f6ser eines Reizdarms vorangegangene antibiotische Therapien oder bakterielle Darminfekte sein. Die Rolle der Psyche ist unter anderem daran erkennbar, dass die Wahrscheinlichkeit eines Reizdarmsyndroms im Anschluss an einen Infekt erh\u00f6ht ist, wenn Betroffene bereits zuvor an einer Depression oder einer Angstst\u00f6rung gelitten haben.<\/span><\/p>\n<h2>An welchen Symptomen erkennt man das Reizdarmsyndrom?<\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Grunds\u00e4tzlich kann sich ein Reizdarm durch verschiedene Symptome bemerkbar machen. Kennzeichnend sind unter anderem:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">meist krampfartige Bauchschmerzen<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/hilfe-bei-durchfall\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Durchfall<\/span><\/a><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/verstopfung-ursachen-erkennen-und-loswerden\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Verstopfung<\/span><\/a><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/was-tun-bei-blaehungen\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Bl\u00e4hungen<\/span><\/a><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Bl\u00e4hbauch<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Beschwerden teils einhergehend mit dem Gef\u00fchl, dass sich der Darm beim Stuhlgang nicht vollst\u00e4ndig entleert<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Stuhlunregelm\u00e4\u00dfigkeiten\/\u00c4nderungen der Stuhlfrequenz<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Typisch ist zudem, dass sich die Bauchschmerzen in der Regel nach dem Stuhlgang bessern.<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Achtung: Nicht alle Beschwerden kommen bei allen Betroffenen vor. Deshalb wird auch \u2013 abh\u00e4ngig davon, welche Beschwerden im Vordergrund stehen \u2013 u.a. zwischen dem Reizdarmsyndrom vom Verstopfungstyp und dem Reizdarmsyndrom vom Durchfalltyp unterschieden. Weiters k\u00f6nnen auch Mischformen auftreten, und ein Krankheitstyp kann in einen anderen \u00fcbergehen. Die Symptome k\u00f6nnen auch verschwinden beziehungsweise in den Hintergrund treten und nach einiger Zeit wiederkehren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das genaue Beschwerdebild und der Verlauf k\u00f6nnen individuell sehr verschieden sein, und die Bauchschmerzen k\u00f6nnen an verschiedenen Stellen auftreten und unterschiedlichen Charakters sein (z.B. krampfartige, brennende, stechende oder dumpfe Schmerzen).\u00a0Wichtig zu wissen ist auch, dass viele der genannten Symptome auch Anzeichen f\u00fcr eine andere Erkrankung sein k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<h2>Wie wird das Reizdarmsyndrom diagnostiziert?<\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Um andere Erkrankungen auszuschlie\u00dfen, m\u00fcssen nach einer ausf\u00fchrlichen Anamnese und einer k\u00f6rperlichen Untersuchung je nach vorherrschenden Beschwerden gewisse Untersuchungen durchgef\u00fchrt werden. Derzeit gibt es noch keinen spezifischen Test, mit dem sich ein Reizdarm nachweisen l\u00e4sst.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Nach den sogenannten\u00a0<\/span><b>Rom-IV-Kriterien<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">\u00a0f\u00fcr funktionelle gastrointestinale St\u00f6rungen liegt aber ein RDS vor, wenn:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">die Symptome mindestens sechs Monate vor Diagnosestellung bestanden haben<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">die Beschwerden an mindestens einem Tag pro Woche in den letzten drei Monaten aufgetreten sind<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">wenn die wiederkehrenden Bauchschmerzen mit mindestens zwei der folgenden Kriterien vergesellschaftet sind:<\/span>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"2\"><span style=\"font-weight: 400;\">Zusammenhang mit der Stuhlentleerung<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"2\"><span style=\"font-weight: 400;\">\u00c4nderung der Stuhlfrequenz<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"2\"><span style=\"font-weight: 400;\">\u00c4nderung der Stuhlkonsistenz<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Voraussetzung f\u00fcr die Diagnose ist , dass keine fu\u0308r andere Krankheitsbilder charakteristischen Vera\u0308nderungen vorliegen, die wahrscheinlich fu\u0308r diese Symptome verantwortlich sind.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Um die Diagnose \u201cReizdarmsyndrom\u201c stellen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen daher zun\u00e4chst andere Erkrankungen bzw. andere m\u00f6gliche Ursachen, die f\u00fcr die jeweiligen Beschwerden verantwortlich sein k\u00f6nnen (z. B. chronisch entz\u00fcndliche Darmerkrankungen wie<\/span><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/colitis-ulcerosa\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">\u00a0Colitis ulcerosa<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">\u00a0und\u00a0<\/span><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/morbus-crohn\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Morbus Crohn<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">,\u00a0<\/span><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/magen-darm-grippe\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Magen-Darm-Infektionen<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">\u00a0oder Nahrungsmittelunvertr\u00e4glichkeiten, aber auch\u00a0<\/span><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/darmkrebs-symptome-verlauf-und-behandlung\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Darm<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">\u2013 und Magenkrebs sowie Lebererkrankungen) ausgeschlossen werden. Die Expert:innen sprechen daher in diesem Zusammenhang von einer Ausschlussdiagnose.<\/span><\/p>\n<h3><b>\u00a0M\u00f6gliche sinnvolle Untersuchungen sind:<\/b><\/h3>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Blutuntersuchung<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Stuhluntersuchung (z. B. auf nicht sichtbares Blut im Stuhl, bakterielle und parasit\u00e4re Erreger bei Durchfall, Calprotectin, Elastase)<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Ultraschalluntersuchungen<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Magen- und Darmspiegelung (Gastroskopie, Koloskopie)<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">H2 Atemtest (Laktose, Fruktose,&#8230;)<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen noch weitere Untersuchungen erforderlich sein. Wie sich die Abkl\u00e4rung genau gestaltet h\u00e4ngt ganz von der individuellen Situation ab. H\u00e4ufig werden auch im Internet Untersuchungen angeboten, wie zum Beispiel eine Mikrobiomdiagnostik. Die Aussagekraft vieler dieser Tests ist sehr umstritten \u2013 im Zweifel sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder Ihrer \u00c4rztin dar\u00fcber.<\/span><\/p>\n<h2><span style=\"color: revert; font-size: revert; font-weight: revert;\">Wie erfolgt die Behandlung des Reizdarms?<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Eines vorweg: Die eine Behandlungsstrategie, die bei allen Betroffenen gleicherma\u00dfen gut wirksam ist, gibt es nicht \u2013 die Therapie muss individuell erstellt und dabei an die f\u00fchrenden Krankheitssymptome (Durchfall, Verstopfung), andere Beschwerden, die Intensit\u00e4t und Ausl\u00f6ser der Symptome und andere Faktoren angepasst werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Behandlung bei Reizdarm setzt sich daher aus mehreren Bausteinen zusammen.\u00a0<\/span><b>Dazu z\u00e4hlen u. a. ern\u00e4hrungsspezifische, medikament\u00f6se und\u00a0 \u201epsychologische\u201c Ma\u00dfnahmen.<\/b><\/p>\n<h3><b>Ern\u00e4hrungsspezifische Ma\u00dfnahmen:<\/b><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Auch hier gilt: eine f\u00fcr alle Betroffenen wirksame Ern\u00e4hrungsempfehlung gibt es nicht. Im Bedarfsfall ist eine Di\u00e4tberatung sinnvoll. Viele Menschen mit Reizdarmbeschwerden profitieren aber von diesen Tipps:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Ausgewogen essen<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Eher mehrere, kleinere Mahlzeiten als wenige, gro\u00dfe Portionen<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Zeit nehmen f\u00fcrs Essen, gut kauen<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Fertigprodukte und k\u00fcnstliche S\u00fc\u00dfstoffe meiden<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">1,5 bis 2 Liter trinken, vorrangig Wasser und unges\u00fc\u00dften Tee<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Beim Zubereiten besser kochen, d\u00fcnsten oder garen als braten, frittieren oder panieren<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Stark bl\u00e4hende Nahrungsmittel wie Zwiebel, Knoblauch, Bohnen, Linsen, Kohl, aber auch stark gew\u00fcrzte Speisen meiden<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Einige Betroffene profitieren auch von der sogenannten FODMAP-Di\u00e4t. <\/span><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/ernaehrung-bei-reizdarm-die-low-fodmap-diaet\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">FODMAP<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">s <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">sind\u00a0 fermentierbare (F) Oligosaccharide (O), Disaccharide (D), Monosaccharide (M) und (A) Polyole (P). Das sind bestimmte Zuckerarten wie etwa Milchzucker (Laktose), Fruchtzucker (Fruktose), Fruktane,\u00a0 oder Sorbit, die typische Reizdarm-Symptome ausl\u00f6sen k\u00f6nnen. Bei einer FODMAP-Di\u00e4t geht es\u00a0 darum, diese Lebensmittel zun\u00e4chst ganz wegzulassen und bei tats\u00e4chlicher Besserung der Beschwerden die einzelnen Nahrungsmittel nach und nach auszutesten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Achtung: Eine solche Di\u00e4t kann auch ung\u00fcnstige Effekte haben und man sollte sie nie in Eigenregie, sondern immer in Kooperation mit einem Arzt\/einer \u00c4rztin\u00a0 beziehungsweise eine:r Di\u00e4tolog:in machen. Mehr zur FODMAP-Di\u00e4t lesen Sie <\/span><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/ernaehrung-bei-reizdarm-die-low-fodmap-diaet\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">hier<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">.<\/span><\/p>\n<h3><b>Medikament\u00f6se Ma\u00dfnahmen:<\/b><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Auch hier gilt: Das Wundermittel gegen Reizdarmbeschwerden gibt es nicht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Es stehen jedoch eine Reihe unterschiedlicher medikament\u00f6ser M\u00f6glichkeiten zur Verf\u00fcgung. Je nach vorherrschendem Beschwerdebild wird Ihr Arzt oder Ihre \u00c4rztin verschiedene Pr\u00e4parate mit Ihnen besprechen. In manchen F\u00e4llen\u00a0 k\u00f6nnen\u00a0 auch bestimmte Antidepressiva als \u201eSchmerzmodulatoren\u201c gegen die Symptome eingesetzt werden.\u00a0<\/span><\/p>\n<h3><b>\u201ePsychologische\u201c Ma\u00dfnahmen:<\/b><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Reizdarmbeschwerden\u00a0 liegen oft Ver\u00e4nderungen in der Darm-Hirn-Achse zugrunde, also auch dem Nervensystem beziehungsweise der Art, wie wir auf bestimmte Reize (wie zum Beispiel Dehnung der Darmwand, aber auch \u201eStress\u201c im Beruf) reagieren.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Daher k\u00f6nnen\u00a0 Ma\u00dfnahmen wie etwa autogenes Training, progressive Muskelrelaxation nach Jacobsonoder MBSR\u00a0 unterst\u00fctzend wirksam sein.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Gut untersuchte Psychotherapieformen bei Reizdarmbeschwerden sind die kognitive Verhaltenstherapie sowie psychodynamische Therapie.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die bauchgerichtete Hypnose ist eine niederschwellige Therapiem\u00f6glichkeit, deren Wirksamkeit beim Reizdarmsyndrom gut belegt ist.\u00a0<\/span><\/p>\n<h2>Leben mit Reizdarm<\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Wichtig ist, dass Betroffene lernen, mit der Erkrankung umzugehen, die Signale des K\u00f6rpers wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Patient:innen mit Reizdarmsyndrom m\u00fcssen beobachten, wann\/in welchen Situationen ihr K\u00f6rper wie auf welche Faktoren (z. B. bestimmte Nahrungsmittel, Stress, \u00c4ngste und andere psychische Belastungen) reagiert, was Symptome verst\u00e4rkt und mit welchen Ma\u00dfnahmen es gelingt, die Beschwerden zu mildern.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Langfristig gelingt es vielen dadurch, einen selbstwirksameren und gelasseneren Umgang mit den Beschwerden zu erreichen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Weiters wird empfohlen, einen gesunden Lebensstil zu pflegen \u2013 etwa mit regelm\u00e4\u00dfiger k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4t, ausreichend Schlaf, Yoga oder Meditation.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Hilfreich kann gerade bei RDS auch der Austausch in einer Selbsthilfegruppe sein. (<\/span><a href=\"https:\/\/www.reizdarm-community.at\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">https:\/\/www.reizdarm-community.at\/<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/reizdarmselbsthilfe.org\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">https:\/\/reizdarmselbsthilfe.org<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Gerade, wenn die Beschwerden l\u00e4nger bestehen und die Lebensqualit\u00e4t stark eingeschr\u00e4nkt ist, kommt einer vertrauensvollen Beziehung zu Ihrem Arzt\/\u00c4rztin eine besondere Bedeutung zu.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>Wie k\u00f6nnten Sie sich auf das Gespr\u00e4ch mit Ihrem Arzt\/Ihre \u00c4rztin vorbereiten?<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Machen Sie sich beispielsweise \u00fcber diese Punkte Gedanken:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Wie\/wann haben die Beschwerden begonnen?<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Was macht die Beschwerden besser\/schlechter (Ern\u00e4hrung, \u201eStress\u201c, Bewegung, Medikamente, Verhalten,\u2026)?<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Was ist \u00fcberhaupt Ziel der \u00e4rztlichen Konsultation (Diagnosefindung, Aufkl\u00e4rung, Beruhigung, medikament\u00f6se Therapie, andere Therapie,\u2026.)?<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Was sind Ihre Therapieziele (\u201enie mehr Bauchbeschwerden\u201c, entspannterer Umgang, mehr Einfluss auf Darmt\u00e4tigkeit,\u2026)?<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Was ist Ihre Theorie, warum Sie Beschwerden haben?<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Au\u00dferdem ist es sinnvoll, eine Liste mit aktuellen Medikamenten sowie alle relevanten, bereits erhobene Befunde mitzubringen!<\/span><\/p>\n","protected":false},"author":17,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,78,2457,2413,3115],"tags":[2202,1050,373,2571,2741,3083,2572,3074,222],"class_list":["post-2389","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-gastroenterologie","category-krankheit","category-psychologie","category-reizdarmsyndrom","tag-blahungen","tag-darm","tag-durchfall","tag-gastroenteroogie","tag-magen","tag-rds","tag-reizdarm","tag-reizdarmsyndrom","tag-verstopfung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2389","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"version-history":[{"count":48,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2389\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15546,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2389\/revisions\/15546"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8542"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2389"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2389"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2389"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}