{"id":2383,"date":"2020-08-07T13:37:12","date_gmt":"2020-08-07T13:37:12","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/kreuzbandriss\/"},"modified":"2026-02-09T13:25:14","modified_gmt":"2026-02-09T12:25:14","slug":"kreuzbandriss","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/kreuzbandriss\/","title":{"rendered":"Kreuzbandriss &#8211; Ursache, Symptome, Behandlung, Vorbeugung"},"content":{"rendered":"<h2>Kreuzbandriss<\/h2>\n<p>Bei einem Kreuzbandriss handelt es sich um einen partiellen oder vollst\u00e4ndigen Riss des vorderen oder hinteren Kreuzbandes. Die Verletzung wirkt sich sehr auf die Stabilit\u00e4t des Kniegelenks aus und erh\u00f6ht, wenn sie unzureichend behandelt wird, das Risiko f\u00fcr weitere Verletzungen und Gelenkverschlei\u00df. Die Behandlung kann konservativ und operativ erfolgen, in jedem Fall wichtig ist eine konsequente professionelle krankengymnastische Behandlung. Lesen Sie hier, wie sich ein Kreuzbandriss bemerkbar macht, bei welchen Sportarten das Risiko f\u00fcr die Verletzung erh\u00f6ht ist, wie ein Kreuzbandriss diagnostiziert und behandelt wird und was Betroffene selbst tun k\u00f6nnen, um m\u00f6glichst schnell wieder auf den Beinen zu sein.<\/p>\n<h2>Was ist ein Kreuzbandriss?<\/h2>\n<p>Die Kreuzb\u00e4nder sind Teile des Bandapparates des Kniegelenks. Es handelt sich um wichtige Stabilisatoren, die das Gelenk bei Beuge- und Streckbewegungen f\u00fchren, seine Streckung begrenzen und f\u00fcr Stabilit\u00e4t sorgen. Bei einem Kreuzbandriss (Kreuzbandruptur) handelt es sich um einen teilweisen oder kompletten Riss des vorderen oder hinteren Kreuzbandes, durch welchen das Knie an Stabilit\u00e4t einb\u00fc\u00dft. Verletzungen des vorderen Kreuzbandes sind wesentlich h\u00e4ufiger als Verletzungen des hinteren Kreuzbandes. Bleibt der Kreuzbandriss unbehandelt bzw. wird die Verletzung unzureichend behandelt, kann es zu weiteren Sch\u00e4den im Bereich vom Knie kommen, weiters steigt das Risiko f\u00fcr fr\u00fchzeitigen Gelenkverschlei\u00df (Arthrose). Der Kreuzbandriss entsteht zumeist im Rahmen einer Sportverletzung bzw. eines Unfalls.<\/p>\n<h2>Die Kreuzb\u00e4nder<\/h2>\n<p>In jedem Knie gibt es zwei Kreuzb\u00e4nder, das vordere Kreuzband und das hintere Kreuzband. Gemeinsam mit dem restlichen Bandapparat stabilisieren die beiden Kreuzb\u00e4nder das Kniegelenk beim allt\u00e4glichen Gehen und Laufen und beim Sport, ferner begrenzen sie Bewegungen des Knies und sch\u00fctzen vor Verrenkungen. Ob Joggen, Springen, Tanzen, Drehungen oder pl\u00f6tzliche Tempowechsel \u2013 als zentrale Stabilisatoren des Kniegelenks sind die beiden Kreuzb\u00e4nder f\u00fcr allt\u00e4gliche und sportliche T\u00e4tigkeiten essentiell.<\/p>\n<p>Es handelt sich um etwa acht bis zehn Millimeter dicke Gewebestr\u00e4nge, die sich mittig am Kniegelenk befinden und den Oberschenkel- und den Schienbeinknochen verbinden. Das vordere Kreuzband verl\u00e4uft von hinten, oben und au\u00dfen nach vorne, unten und innen, und damit gegensinnig zum hinteren Kreuzband \u2013 dieses verl\u00e4uft von vorne, oben und innen nach hinten, unten und au\u00dfen. Von vorne betrachtet scheinen sich die beiden Kreuzb\u00e4nder in ihrem Verlauf zu \u00fcberkreuzen, was ihren Namen erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Das vordere Kreuzband stabilisiert das Kniegelenk u. a. bei strecknaher Stellung und verhindert, dass der Unterschenkel gegen\u00fcber dem Oberschenkel nach vorne gleiten kann. Das hintere Kreuzband ist u. a. bei gebeugter Gelenkstellung ein wichtiger Stabilisator und verhindert, dass der Unterschenkel gegen\u00fcber dem Oberschenkel nach hinten gleiten kann. Zusammengefasst erf\u00fcllen die Kreuzb\u00e4nder folgende Funktionen: Stabilisation des Kniegelenks (bei Vor- und R\u00fcckw\u00e4rtsbewegungen, Abbrems- und Beschleunigungsaktionen, Drehbewegungen), Einschr\u00e4nkung der Rotation, Streckbegrenzung des Unterschenkels gegen\u00fcber dem Oberschenkel, \u201cUnterst\u00fctzung\u201c der Seitenb\u00e4nder.<\/p>\n<p>Das hintere Kreuzband ist das kr\u00e4ftigste Band des Kniegelenks. Als solches bleibt es bei vielen Verletzungen im Bereich vom Kniegelenk intakt, w\u00e4hrend das vordere Kreuzband wesentlich h\u00e4ufiger in Mitleidenschaft gezogen wird.<\/p>\n<h2>Ursachen<\/h2>\n<p>In den meisten F\u00e4llen ist das vordere Kreuzband von einer Ruptur betroffen, seltener das hintere Kreuzband. Verletzungen des vorderen Kreuzbandes sind sehr h\u00e4ufig; in vielen F\u00e4llen handelt es sich um eine Sportverletzung, die z. B. bei einer pl\u00f6tzlichen Drehung des Beins, bei einem pl\u00f6tzlichen Richtungswechsel, bei \u00dcberstreckungen oder bei St\u00fcrzen auf das Knie verursacht wird. Aktivit\u00e4ten, bei welchen es zu einem vorderen Kreuzbandriss kommen kann sind z. B. Fu\u00dfball, Basketball, Handball, Volleyball, Tennis, Squash, Football, bestimmte Kampfsportarten und andere Kontaktsportarten und \u201cStop and go\u201c-Sportarten\/Sportarten, bei welchen es h\u00e4ufig zu schnellen und pl\u00f6tzlichen Beinrotationen und Richtungswechseln kommt, und Skifahren. Zu Verletzungen des hinteren Kreuzbandes kommt es zumeist im Rahmen einer gro\u00dfen Gewalteinwirkung auf das Knie, also in Situationen, in welchen eine gro\u00dfe Kraft auf das Knie einwirkt. M\u00f6gliche Ereignisse und Situationen sind z. B. Auto- und Motorradunf\u00e4lle und schwere Fahrradunf\u00e4lle. Aber auch beim Nachgehen bestimmter Sportarten ist das Risiko f\u00fcr einen hinteren Kreuzbandriss erh\u00f6ht. Hierzu z\u00e4hlen z. B. Fu\u00dfball und Kampfsport und damit Sportarten, bei welchen es leichter zu einem ungl\u00fccklichen Sturz auf das gebeugte Knie oder zu einem direkten Anpralltrauma durch Gegenspieler kommen kann.<\/p>\n<h2>Symptome und Folgen<\/h2>\n<p>Ein Kreuzbandriss geht h\u00e4ufig mit einem h\u00f6rbaren \u201cKnacken\u201c bzw. mit einem \u201cKnall\u201c einher (\u201cZerrei\u00dfungsger\u00e4usch\u201c). Der Riss kann von stechenden Knieschmerzen begleitet sein. Die Schmerzen k\u00f6nnen auch schnell wieder abklingen und bei erneuter Belastung des Knies wieder auftreten. H\u00e4ufig bildet sich nach dem Ereignis innerhalb von kurzer Zeit eine deutliche Schwellung im Bereich vom Knie, die zu Bewegungseinschr\u00e4nkungen f\u00fchren kann. Auch Bluterg\u00fcsse k\u00f6nnen auftreten. Insgesamt ist das Knie nach einer Kreuzbandverletzung im Alltag und beim Sport weniger belastbar.<\/p>\n<p>Zusammengefasst k\u00f6nnen folgende Symptome auf einen Kreuzbandriss hindeuten:<\/p>\n<ul>\n<li>H\u00f6rbares \u201cKnallen\u201c durch das rei\u00dfende Kreuzband<\/li>\n<li>Schmerzen (vor\u00fcbergehend, wiederkehrend unter Belastung)<\/li>\n<li>Schwellung<\/li>\n<li>Bluterguss<\/li>\n<li>Bewegungseinschr\u00e4nkung (Streck- und Beugehemmung des Kniegelenks)<\/li>\n<li>Instabilit\u00e4t vom Kniegelenk<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das genaue Beschwerdebild h\u00e4ngt u. a. vom betroffenen Kreuzband und dem Ausma\u00df der Verletzung (Teilruptur, kompletter Riss) ab sowie davon, ob und welche Begleitverletzungen (z. B. Knochen-Knorpelsch\u00e4den, Meniskusschaden) vorliegen. In manchen F\u00e4llen geht der Kreuzbandriss mit einer Verletzung des Innenmeniskus und\/oder des Innenbandes einher. Sind alle drei Strukturen verletzt, ist von einer \u201cunhappy triad\u201c (\u201cungl\u00fccklicher Dreier\u201c) die Rede.<\/p>\n<p>Die Auflistung der hier angef\u00fchrten Symptome dient dem \u00dcberblick und kann unvollst\u00e4ndig sein, zudem kann ein Symptom Anzeichen f\u00fcr eine andere Verletzung\/Erkrankung sein. Auch muss nicht jedes hier angef\u00fchrte Symptom bei einem Kreuzbandriss auftreten. Im Zweifelsfall oder bei Verdacht auf eine Erkrankung sollte stets das \u00e4rztliche Gespr\u00e4ch gesucht werden.<\/p>\n<p>Das Hauptproblem bei einem Kreuzbandriss besteht in der Instabilit\u00e4t vom Kniegelenk. Die Kreuzb\u00e4nder sind wichtige Stabilisatoren vom Kniegelenk; ist ein Kreuzband (an)gerissen und damit in seiner Funktion beeintr\u00e4chtigt, wird das Knie instabil, was sich in verschiedenen Situationen bemerkbar machen kann. Patienten haben h\u00e4ufig das Gef\u00fchl, dass das Knie \u201cwegrutscht\u201c. Im Fall eines vorderen Kreuzbandrisses kann sich dies z. B. beim Hinabgehen einer Treppe bemerkbar machen \u2013 der Oberschenkel verschiebt sich gegen\u00fcber dem Unterschenkel nach hinten, Schmerzen k\u00f6nnen auftreten und es entsteht das Gef\u00fchl, dass das Knie wackelt (\u201cWackelknie\u201c).<\/p>\n<p>Die fehlende Stabilit\u00e4t wird h\u00e4ufig kompensiert. Dies kann mit der Zeit zu weiteren Knieproblemen f\u00fchren. Durch die Instabilit\u00e4t in Folge des Kreuzbandrisses werden andere Strukturen des Kniegelenks st\u00e4rker belastet\/\u00fcberlastet. Diese Strukturen sind f\u00fcr dauerhafte zus\u00e4tzliche Belastungen jedoch nicht ausgelegt, sodass es zu weiteren Verletzungen und Knorpelsch\u00e4den kommen kann \u2013 so kann ein gesch\u00e4digtes Kreuzband z. B. das Risiko f\u00fcr einen Meniskusriss erh\u00f6hen, ferner steigt in Folge der Verletzung das Risiko f\u00fcr fr\u00fchzeitige Arthrose (Kniegelenkverschlei\u00df, Kniearthrose). In manchen F\u00e4llen geht ein Kreuzbandriss auch nur mit geringen Symptomen einher und wird vom Betroffenen nicht sofort bemerkt. Instabilit\u00e4ts- und Unsicherheitsgef\u00fchle bei allt\u00e4glichen und\/oder sportlichen Aktivit\u00e4ten oder in Situationen, in welchen das Knie bei (geringeren) Belastungen wegknickt k\u00f6nnen dann mit der Zeit darauf aufmerksam machen, dass \u201cmit dem Knie etwas nicht stimmt\u201c.<\/p>\n<h2>Diagnose<\/h2>\n<p>Ansprechpartner bei Schmerzen und anderen Beschwerden im Bereich vom Knie und dem Verdacht auf einen Kreuzbandriss sind der <a href=\"\/suche\/orthopaede\">Facharzt f\u00fcr Orthop\u00e4die und Orthop\u00e4dische Chirurgie<\/a>, der <a href=\"\/suche\/unfallchirurg\">Facharzt f\u00fcr Unfallchirurgie<\/a> und <a href=\"\/suche\/sportarzt\">Sportmediziner<\/a>.<\/p>\n<p>Zu Beginn steht die Anamnese, im Rahmen welcher sich der Arzt verschiedene Informationen einholt. Durch Fragen zum Unfallzeitpunkt und Unfallhergang (z. B. \u201eWobei und wie ist der Unfall passiert?\u201c, \u201eWar w\u00e4hrend dem Unfall ein Ger\u00e4usch h\u00f6rbar?\u201c, \u201eWar es m\u00f6glich, nach dem Unfallereignis zu gehen?\u201d), zu den Beschwerden (z. B. \u201eWo im Knie macht sich der Schmerz bemerkbar?\u201d, \u201eIn welchen Situationen\/Bei welchen Bewegungen treten Schmerzen auf?\u201c, \u201eF\u00fchlt sich das Knie instabil an?\u201d), zu m\u00f6glichen vorangegangenen Verletzungen im Bereich vom Knie und anderen Punkten verschafft sich der Arzt noch vor der k\u00f6rperlichen Untersuchung ein erstes Bild \u00fcber die Art und das m\u00f6gliche Ausma\u00df der Knieverletzung.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Knie-Spezialisten ergibt sich in der Regel bereits durch die Schilderung des Verletzungsvorgangs und der Beschwerden durch den Patienten sowie durch die typischen Symptome (Schwellung, Instabilit\u00e4t, eingeschr\u00e4nkte Beweglichkeit) der Verdacht auf einen Kreuzbandriss. Im Anschluss erfolgt die k\u00f6rperliche Untersuchung, im Rahmen welcher das Knie genau untersucht wird, au\u00dferdem werden verschiedene Tests (Stabilit\u00e4tstests, Balance\u00fcberpr\u00fcfung u. a.) durchgef\u00fchrt. Zu den Tests, die im Rahmen der Abkl\u00e4rung\/bei Verdacht auf einen Kreuzbandriss durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen z\u00e4hlen u. a. der Schubladentest, der Lachmanntest und der Pivot-Shift-Test.<\/p>\n<p>Der Schubladentest ist ein Funktionstest zur Beurteilung der Kreuzb\u00e4nder im Kniegelenk. W\u00e4hrend dem Test liegt der Patient auf dem R\u00fccken, das verletzte Bein wird in einem bestimmten Winkel gebeugt. Ist es dem Arzt nun m\u00f6glich, den Unterschenkel im Kniegelenk wie eine Schublade gegen\u00fcber dem Oberschenkel nach vorne zu schieben (vorderer Schubladentest), deutet dies auf eine Verletzung des vorderen Kreuzbandes, umgekehrt spricht eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Verschiebbarkeit vom Unterschenkel gegen\u00fcber dem Oberschenkel nach hinten (hinterer Schubladentest) f\u00fcr eine Verletzung des hinteren Kreuzbandes.<\/p>\n<p>Beim Lachmanntest befindet sich das zu untersuchende Knie in etwa 30 Grad Beugung, die Ferse hat dabei Kontakt zur Liege. Der Untersuchende umfasst den Unterschenkel des Patienten und zieht diesen nach vorne. Die Verschiebbarkeit des Unterschenkels gegen\u00fcber dem Oberschenkel zeigt an, ob eine Kreuzbandverletzung vorliegt, bei einer Verletzung des vorderen Kreuzbandes kann der Unterschenkel weiter als die unverletzte Gegenseite geschoben werden. Der Pivot-Shift-Test wird ebenfalls in R\u00fcckenlage durchgef\u00fchrt. Im Rahmen des Tests werden Dreh-, Schiebe- und Beugebewegungen durchgef\u00fchrt, um Aufschluss \u00fcber einen m\u00f6glichen vorderen Kreuzbandriss zu erhalten.<\/p>\n<p>Die Untersuchungen werden durch bildgebende Verfahren erg\u00e4nzt (R\u00f6ntgen, Magnetresonanztomographie (MRT)), um das Ausma\u00df der Kreuzbandverletzung genau beurteilen zu k\u00f6nnen, m\u00f6gliche Begleitverletzungen zu erkennen\/auszuschlie\u00dfen und die Diagnose abzusichern. Welche Tests und Untersuchungen im Einzelfall durchgef\u00fchrt werden und wie sich die Abkl\u00e4rung im Detail gestaltet richtet sich nach der individuellen Situation.<\/p>\n<h2>Behandlung<\/h2>\n<p>Erste Hilfema\u00dfnahmen im Fall einer schweren Knieverletzung bzw. bei Verdacht auf einen Kreuzbandriss lassen sich unter \u201cPECH\u201c zusammenfassen; das P steht f\u00fcr Pause (Unterbrechen der jeweiligen Aktivit\u00e4t), das E f\u00fcr Eis (K\u00fchlung), das C f\u00fcr Compression (Anlegen eines Druckverbands) und das H f\u00fcr Hochlagerung. Steht nach der Abkl\u00e4rung die Diagnose Kreuzbandriss fest, stellt sich die Frage nach der optimalen Behandlung. Diese kann konservativ oder operativ erfolgen. Die Wahl der Behandlung h\u00e4ngt von verschiedenen Faktoren ab (betroffenes Kreuzband, Ausma\u00df der Verletzung, ob und welche Begleitverletzungen vorliegen, Ausma\u00df der Instabilit\u00e4t, Alter, Aktivit\u00e4tslevel und Sportambitionen des Patienten, Ausma\u00df kniebelastender T\u00e4tigkeiten im Beruf und Alltag etc.).<\/p>\n<h3>Konservative Behandlung<\/h3>\n<p>Zu den konservativen Behandlungsma\u00dfnahmen z\u00e4hlen u. a. Ruhigstellung, Stabilisierung mittels Schiene und intensive Physiotherapie (u. a. Kraft-, Koordinations- und Belastungstraining). F\u00fcr den Behandlungserfolg (Verbesserung der Stabilit\u00e4t und Funktion vom Gelenk) ist es besonders wichtig, dass die Physiotherapie konsequent und gewissenhaft durchgef\u00fchrt wird. Eine konservative Therapie kommt beispielsweise bei \u00e4lteren Patienten mit niedrigem k\u00f6rperlichem Anspruchsniveau in Frage. Bei j\u00fcngeren Patienten und k\u00f6rperlich\/sportlich aktiven Patienten wird in der Regel die Operation empfohlen, um die Stabilit\u00e4t und Belastbarkeit vom Kniegelenk wiederherzustellen, Folgesch\u00e4den zu vermeiden und das Risiko f\u00fcr fr\u00fchzeitige Arthrose zu minimieren.<\/p>\n<h3>Operation<\/h3>\n<p>F\u00fcr den Eingriff stehen verschiedene Operationsmethoden zur Verf\u00fcgung, darunter der Ersatz durch k\u00f6rpereigene Sehnen (Kreuzband-Ersatz-Operation, Kreuzbandplastik) und die Versorgung durch spezielle Nahttechniken (Kreuzbandnaht\/Refixation; in speziellen F\u00e4llen). In manchen F\u00e4llen kommt auch ein Kunststoffband zum Einsatz.<\/p>\n<p>Bei einer Kreuzband-Ersatz-Operation mit k\u00f6rpereigenen Sehnen zur Behandlung eines vorderen Kreuzbandrisses werden entweder die Kniebeugersehnen (Semitendinosussehne, Gracilissehne) oder ein Teil der Kniescheibensehne (Patellasehne) als Ersatzsehne verwendet. In manchen F\u00e4llen wird auch auf andere Sehnen zur\u00fcckgegriffen. Zusammengefasst wird das Sehnentransplantat \u00fcber einen kleinen Hautschnitt entnommen und nach entsprechender Pr\u00e4paration durch zuvor gebohrte feine Kan\u00e4le im Unter- und Oberschenkelknochen in das Gelenk eingezogen und in seiner Lage mittels spezieller Schrauben oder kleiner Pl\u00e4ttchen (\u201cEndobuttons\u201c) fixiert. Daneben gibt es noch andere Techniken um die Ersatzsehne einzubringen. Im Verlauf des Heilungsprozesses w\u00e4chst das Transplantat ein und bietet f\u00fcr gew\u00f6hnlich einen guten Ersatz f\u00fcr das besch\u00e4digte Band.<\/p>\n<p>Die Kreuzbandrekonstruktion mit k\u00f6rpereigenen Sehnen (z. B. Semitendinosussehne, Gracilissehne) stellt auch beim hinteren Kreuzbandriss eine Behandlungsoption dar. Bei einem vorderen Kreuzbadriss ist es in manchen F\u00e4llen, etwa bei sehr knochennahen Ausrissen, m\u00f6glich, das Kreuzband zu erhalten, indem dieses gen\u00e4ht, stabilisiert und an korrekter Stelle fixiert wird.<\/p>\n<p>Jede Operationsmethode hat ihre Vor- und Nachteile. Wie sich der Eingriff gestaltet h\u00e4ngt von der genauen Lokalisation und dem Ausma\u00df der Verletzung, von m\u00f6glichen Begleitverletzungen, vom Zustand der anderen Strukturen im Knie, vom Alter der Verletzung, vom Alter und Aktivit\u00e4tsniveau des Patienten und von anderen Faktoren ab.<\/p>\n<p>Die Operation wird in der Regel arthroskopisch (Kniearthroskopie, minimal-invasiver Eingriff) durchgef\u00fchrt. Anstatt eines gro\u00dfen Schnitts sind hierbei nur wenige kleine Schnitte erforderlich, \u00fcber welche eine kleine Kamera und Instrumente f\u00fcr die Behandlung eingebracht werden. Im Vergleich zu einer gr\u00f6\u00dferen offenen Operation bietet die Arthroskopie verschiedene Vorteile. Sie geht zumeist mit weniger Schmerzen einher, die Wunden und Narben sind kleiner und der Heilungsprozess verl\u00e4uft in der Regel schneller, wodurch das Gelenk schneller wieder belastbar ist.<\/p>\n<h3>Nachbehandlung<\/h3>\n<p>Eine entsprechende postoperative Therapie (Nachbehandlung nach der Operation) ist besonders wichtig, um die Beweglichkeit, Muskelkraft, Belastbarkeit, Stabilit\u00e4t und Koordination gezielt zu f\u00f6rdern. Grundlegende S\u00e4ulen eines optimalen Heilungsprozesses sind die aktive Mitarbeit des Patienten und eine professionell begleitete Physiotherapie.<\/p>\n<p>Eine spezielle Schiene (Orthese) sch\u00fctzt das Gelenk in der Zeit nach der Operation. Sie stabilisiert, verbessert das Koordinationsverm\u00f6gen und sch\u00fctzt damit vor Verletzungen. Das Verwenden von Gehst\u00f6cken hilft das operierte Bein zu entlasten. Um Muskelabbau zu verhindern und das Zusammenspiel von Muskeln, Sehnen, B\u00e4ndern und anderen Strukturen m\u00f6glichst rasch zu normalisieren, beginnt die Rehabilitation in der Regel m\u00f6glichst fr\u00fch nach der Operation.<\/p>\n<p>Die Physiotherapie startet sanft, h\u00e4ufig wird das Knie zun\u00e4chst haupts\u00e4chlich durch den Therapeuten und damit passiv bewegt, sp\u00e4ter stehen Kraft- und Koordinations\u00fcbungen auf dem Programm. Mit den Wochen wird das Knie im Rahmen gezielter physiotherapeutischer Ma\u00dfnahmen immer weiter gebeugt, um die m\u00f6glichst volle Beweglichkeit und Flexibilit\u00e4t zu erreichen; wichtig ist, dass Patienten die \u00dcbungen wie mit dem Arzt und Therapeuten besprochen auch zu Hause konsequent durchf\u00fchren. Wie sich die Nachbehandlung genau gestaltet richtet sich nach dem Ausma\u00df der Verletzung, der Operationsmethode und dem Ansprechen auf die Rehabilitation.<\/p>\n<p>Einige Wochen nach der Operation kann mit gelenkschonenden Sportarten und leichtem Training begonnen werden. Auf belastende Sportarten wie Fu\u00dfball, Basketball oder Tennis sowie auf Sportarten mit h\u00f6herem Verletzungsrisiko (z. B. Skifahren) sollte f\u00fcr einige Monate verzichtet werden, da das Transplantat bzw. das fixierte Kreuzband Zeit ben\u00f6tigt um vollst\u00e4ndig einzuheilen. \u00dcberm\u00e4\u00dfiger bzw. \u201cfalscher\u201c Ehrgeiz kann eine erneute Verletzung beg\u00fcnstigen. Wenn der Patient sein Knie \u00fcberbelastet oder zu fr\u00fch in sein gewohntes Training einsteigt, k\u00f6nnen die behandelten und noch nicht vollst\u00e4ndig verheilten Strukturen erneut Schaden nehmen.<\/p>\n<p>H\u00e4ufig ist in Hinblick auf den Beginn mit gewohnten Sportarten von etwa sechs bis acht Monaten* die Rede. Prinzipiell gibt es diesbez\u00fcglich jedoch keine klaren Empfehlungen, Patienten sollten den sportlichen Wiedereinstieg genau mit dem Arzt und Therapeuten besprechen. Auch die Dauer der Krankschreibung nach der Operation ist individuell verschieden, u. a. h\u00e4ngt sie von der Art der beruflichen T\u00e4tigkeit ab. Bis der Heilungsprozess abgeschlossen ist, kann es etwa ein Jahr* dauern.<\/p>\n<h2>Einem Kreuzbandriss vorbeugen<\/h2>\n<p>Um einem Kreuzbandriss und anderen Verletzungen vorzubeugen, ist es wichtig, sich vor jeder sportlichen Bet\u00e4tigung ausreichend aufzuw\u00e4rmen. Zudem kann das Verletzungsrisiko durch eine Verbesserung der Koordinationsf\u00e4higkeit gesenkt werden \u2013 regelm\u00e4\u00dfige \u00dcbungen zur F\u00f6rderung der neuromuskul\u00e4ren Koordination, Lauftraining und Sprung\u00fcbungen um kniesch\u00fctzende Bewegungsabl\u00e4ufe aufzubauen und zu festigen k\u00f6nnen helfen einem Kreuzbandriss vorzubeugen. Nach einem Kreuzbandriss und Abschluss der Rehabilitation ist das Knie empfindlicher f\u00fcr Verletzungen. Sportler sollten also unn\u00f6tige Risiken meiden, um sich am behandelten Knie nicht noch einmal zu verletzen.<\/p>\n<p>*Angaben k\u00f6nnen in der Literatur variieren.<\/p>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,25,2457,2498],"tags":[147,2564,2565,2566,121,3232,102,418],"class_list":["post-2383","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-chirurgie","category-krankheit","category-physikalische-medizin","tag-knie","tag-kreuzband","tag-kreuzbandriss","tag-kreuzbandruptur","tag-orthopadie","tag-physikalische-medizin-u-allgemeine-rehabilitation","tag-sport","tag-unfall"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2383","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2383\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9906,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2383\/revisions\/9906"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2384"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2383"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2383"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2383"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}