{"id":2363,"date":"2021-03-08T08:00:38","date_gmt":"2021-03-08T08:00:38","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/asthma\/"},"modified":"2026-02-10T10:13:30","modified_gmt":"2026-02-10T09:13:30","slug":"asthma","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/asthma\/","title":{"rendered":"Asthma"},"content":{"rendered":"<h2>Was ist Asthma?<\/h2>\n<p>Bei Asthma bronchiale handelt es sich um eine chronisch entz\u00fcndliche Erkrankung der Atemwege, die durch bronchiale Hyperreaktivit\u00e4t (erh\u00f6hte Empfindlichkeit der Bronchien gegen\u00fcber verschiedenen Reizen) und eine variable Atemwegsobstruktion (Verengung der Atemwege) gekennzeichnet ist. Symptome sind u. a. Husten, Kurzatmigkeit, erschwertes Ausatmen, Atemnot und Engegef\u00fchl in der Brust. Asthma verl\u00e4uft in Sch\u00fcben; die Beschwerden k\u00f6nnen von selbst oder nach der Einnahme bestimmter Medikamente zumindest teilweise wieder zur\u00fcckgehen, nach einem beschwerdefreien Zeitraum kann es dann wieder zu vor\u00fcbergehenden Perioden mit Beschwerden und pl\u00f6tzlichen Asthmaanf\u00e4llen kommen.<\/p>\n<h3>Was sind Bronchien?<\/h3>\n<p>Bei Asthma kommt es zu Verengungen der Bronchien. Die Bronchien sind ein Teil der Atemwege. Sie gehen von der Luftr\u00f6hre aus und transportieren die Luft in die Alveolen (Lungenbl\u00e4schen), wo der Gasaustausch erfolgt. Entsprechend dem rechten und linken Lungenfl\u00fcgel teilt sich die Luftr\u00f6hre in einen linken und einen rechten Hauptbronchus. Die beiden Hauptbronchen teilen sich weiter in die Lappenbronchien auf, vom rechten Hauptbronchus gehen drei Lappenbronchen ab (entsprechend der rechten Lunge, welche aus drei Lappen besteht), vom linken Hauptbronchus zwei Lappenbronchen (entsprechend der linken Lunge, welche aus zwei Lappen besteht). Die Lappenbronchien teilen sich weiter in die Segmentbronchien, welche entsprechend dem Aufbau der Lunge den Lungensegmenten entsprechen. Die Segmentbronchien verzweigen sich weiter in immer kleinere Bronchien und Bronchiolen, ehe schlie\u00dflich die kleinsten Aufzweigungen der Bronchien in den Alveolen enden.<\/p>\n<h2>Was passiert bei Asthma in den Bronchien\/der Lunge?<\/h2>\n<p>Bei Menschen mit Asthma reagieren die Bronchien in Folge einer chronischen Entz\u00fcndung \u00fcberempfindlich auf eigentlich harmlose Reize; sie verengen sich, die Schleimh\u00e4ute in den Bronchialw\u00e4nden schwellen an und bilden oft viel z\u00e4hen Schleim, was zu den verschiedenen f\u00fcr Asthma typischen Symptomen, darunter pfeifende und brummende Atemger\u00e4usche (Giemen), Husten und Engegef\u00fchl in der Brust, f\u00fchrt. Der Durchmesser der Bronchien ist enger, in weiterer Folge kann die Atemluft nicht mehr ungehindert ein- und wieder ausstr\u00f6men. Besonders das Ausatmen ist erschwert. In schweren F\u00e4llen verbleibt nach jedem Atemzug etwas mehr Luft in der Lunge. Dadurch sind das weitere Einatmen und der Sauerstoffaustausch erschwert, denn je schlechter bzw. weniger die eigentlich auszuatmende Luft wieder herausstr\u00f6men kann, desto weniger Platz bleibt zum Einatmen von frischer Luft, was die Atemnot verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Der Krankheitsverlauf kann von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein. Patienten mit leichtem und gut behandeltem Asthma bronchiale sind in ihrer Lebensf\u00fchrung h\u00e4ufig so gut wie gar nicht einschr\u00e4nkt, bei Patienten mit schwerem Asthma kann die Lebensqualit\u00e4t hingegen sehr beeintr\u00e4chtigt sein.<\/p>\n<p>Asthma bronchiale ist eine h\u00e4ufige Erkrankung, die Kinder und Erwachsene betrifft. Laut Sch\u00e4tzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit weit mehr als 300 Millionen Menschen* unter Asthma. In \u00d6sterreich sind knapp sechs Prozent der Bev\u00f6lkerung betroffen, rund zehn Prozent der Kinder und f\u00fcnf Prozent der Erwachsenen*. Im Kindesalter ist Asthma bronchiale die h\u00e4ufigste chronische Erkrankung.<\/p>\n<h2>Ursachen und Formen<\/h2>\n<p>Bei der Entstehung von Asthma bronchiale spielen genetische Faktoren und bestimmte Umwelteinfl\u00fcsse eine Rolle. Bei Vorliegen einer allergischen Erkrankung (z. B. <a href=\"\/ratgeber\/pollenallergie-symptome-erkennen-und-beschwerden-vorbeugen-1817\">Pollenallergie<\/a>, <a href=\"\/ratgeber\/neurodermitis-3721\">Neurodermitis<\/a>) ist das Risiko an Asthma zu erkranken erh\u00f6ht, ebenso wenn Familienangeh\u00f6rige unter eine Allergie oder Asthma leiden. Weitere Risikofaktoren f\u00fcr Asthma sind u. a. rauchende Eltern und Passivrauch (bei Kindern von rauchenden Eltern kommt es h\u00e4ufiger zu Asthma als bei Kindern von Nichtrauchern), diverse virale Infekte und Mangel an bakteriellen Kontakten und \u00fcbertriebene <a href=\"\/ratgeber\/hygiene-im-alltag-1963\">Hygiene <\/a>(kann das Auftreten von Allergien f\u00f6rdern).<\/p>\n<p>Je nach Ausl\u00f6ser wird zwischen verschiedenen Formen von Asthma unterschieden, darunter:<\/p>\n<ul>\n<li>Allergisches Asthma (extrinsisches Asthma)<\/li>\n<li>Nicht-allergisches Asthma (intrinsisches Asthma)<\/li>\n<li>Gemischtf\u00f6rmiges Asthma (Mischformen)<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Allergisches Asthma<\/h3>\n<p>Allergisches Asthma ist die h\u00e4ufigste Form von Asthma. Allergisches Asthma ist durch eine Allergie bedingt, die Beschwerden treten vor allem dann auf, wenn Betroffene bestimmten Allergenen (z. B. Pollen, Staub, Tierhaare) ausgesetzt waren. Allergisches Asthma beginnt meistens bereits im Kindesalter.<\/p>\n<p>Bei einer Allergie handelt es sich um eine \u00dcberempfindlichkeit gegen bestimmte Stoffe (Allergene). Allergene sind eigentlich harmlose Stoffe, im Fall einer Allergie werden sie beim Kontakt mit dem Organismus vom Immunsystem jedoch als fremd erkannt und das Immunsystem bildet Antik\u00f6rper gegen den jeweiligen Stoff (Sensibilisierung). Nach wiederholtem Kontakt mit dem Allergen kommt es zu einer \u00fcberschie\u00dfenden Reaktion des Immunsystems. Der Zusammenhang zwischen Allergien und Asthma ist mittlerweile eindeutig belegt. Bei allergischem Asthma kommt es \u00fcber eine allergische Fr\u00fchreaktion mit einer vermehrten Bildung von Immunglobulin E (IgE, Unterklasse von Antik\u00f6rpern, die f\u00fcr die allergische Reaktion von besonderer Bedeutung sind) zu einer allergischen Sp\u00e4treaktion und den asthmatypischen Beschwerden. Zum allergischen Asthma z\u00e4hlt auch das saisonale Asthma, welches auf Grund einer Allergie gegen bestimmte Pollen auftritt und entsprechend von der jeweiligen Pollensituation abh\u00e4ngt. <a href=\"\/ratgeber\/pollenallergie-symptome-erkennen-und-beschwerden-vorbeugen-1817\">Mehr zum Thema Pollenallergie lesen Sie hier.<\/a><\/p>\n<p>Laut Angaben der WHO entwickeln etwa 40 Prozent der Patienten mit allergischem Schnupfen Asthma, rund 70 Prozent der Asthmakranken leider auch an einer Allergie*. Sind beide Elternteile Allergiker, weisen Kinder ein deutlich erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Allergien auf. Bei Kleinkindern, die eine Sensibilisierung aufweisen oder bereits an einer Allergie leiden ist die Wahrscheinlichkeit an Asthma zu erkranken erh\u00f6ht. Ausl\u00f6ser von allergischem Asthma sind u. a.:<\/p>\n<ul>\n<li>Pollen<\/li>\n<li>Staub (Hausstaubmilben) und andere h\u00e4usliche Allergene<\/li>\n<li>Tierhaare<\/li>\n<li>Bestimmte Nahrungsmittel<\/li>\n<li>Bestimmte Medikamente<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Nicht-allergisches Asthma<\/h3>\n<p>Die nicht-allergische Form der Atemwegserkrankung entwickelt sich meistens erst im Laufe des Lebens, h\u00e4ufig nach einer Virusinfektion der Atemwege. Reize, die einen Asthmaschub ausl\u00f6sen k\u00f6nnen sind u. a.:<\/p>\n<ul>\n<li>Atemwegsinfektionen<\/li>\n<li>K\u00f6rperliche Anstrengung (Anstrengungsasthma)<\/li>\n<li>K\u00e4lte (Kaltluft)<\/li>\n<li>Luftschadstoffe (z. B. Abgase, Staub, Ozon)<\/li>\n<li>Tabakrauch (aktives und passives Rauchen)<\/li>\n<li><a href=\"\/ratgeber\/stress-3346\">Stress <\/a>(infolge der dadurch ausgel\u00f6sten vermehrten Atmung\/Hyperventilation)<\/li>\n<li>Bestimmte Medikamente (z. B. Acetylsalicyls\u00e4ure)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Abh\u00e4ngig von der Art, H\u00e4ufigkeit und Intensit\u00e4t der Beschwerden wird zwischen f\u00fcnf Schweregraden\/Krankheitsstufen unterschieden. Je nach therapeutischer Kontrolle des Asthma bronchiale erfolgt eine Einteilung in kontrolliertes Asthma, partiell (teilweise) kontrolliertes Asthma und unkontrolliertes Asthma. Anhand einer eosinophilen Atemwegsentz\u00fcndung wird ferner zwischen eosinophilem Asthma und nicht-eosinophilem Asthma unterschieden. Eosinophiles Asthma ist eine Asthmaform mit schwerem Verlauf. Sie ist durch eine besonders gro\u00dfe Zahl an eosinophilen Granulozyten (z\u00e4hlen zu den wei\u00dfen Blutk\u00f6rperchen) gekennzeichnet, welche eine wichtige Rolle bei der Krankheitsentstehung spielen. Bei Patienten mit eosinophilem Asthma kommt es oftmals trotz umfangreicher Therapie zu h\u00e4ufig auftretenden Symptomen und einer Verschlechterung des Zustands, eine passende Behandlung ist sehr wichtig. Daneben gibt es noch weitere Einteilungen und Formen.<\/p>\n<h2>Symptome<\/h2>\n<p>Asthma ist nicht gleich Asthma. W\u00e4hrend manche Asthmatiker nur unter leichten Beschwerden leiden, kommt es bei anderen h\u00e4ufiger zu starker Atemnot und anderen Symptomen. Meistens zeigt sich ein Wechsel von weitgehend beschwerdefreien Phasen und solchen, in welchen es zu Krankheitsanzeichen bzw. sich wiederholenden Asthmaanf\u00e4llen kommt. In fortgeschrittenen Stadien k\u00f6nnen sich Symptome wie Husten und Atemnot allerdings auch vermehrt zwischen Anf\u00e4llen zeigen. Bei Dauerasthma leiden Betroffene unter chronischen Beschwerden wechselnder Auspr\u00e4gung und Schwere. Die Symptome k\u00f6nnen durch bestimmte Ausl\u00f6ser hervorgerufen und verst\u00e4rkt werden. Typische Symptome von Asthma sind Atemnot, Husten, erschwerte Ausatmung, Kurzatmigkeit, Engegef\u00fchl in der Brust und pfeifende oder brummende Atemger\u00e4usche (Giemen).<\/p>\n<h3>Asthmaanfall<\/h3>\n<p>Bei einem Asthmaanfall kommt es zu einer akuten Verschlimmerung der Symptome. Die Beschwerden und deren Intensit\u00e4t nehmen innerhalb kurzer Zeit zu, das genaue Beschwerdebild h\u00e4ngt von der Schwere des Asthmaanfalls ab.<\/p>\n<p>Typisch sind zunehmende Atemnot (auch ohne k\u00f6rperliche Belastung), Engegef\u00fchl in der Brust und starker Husten. Das Ausatmen ist erschwert und Betroffene haben das Gef\u00fchl, dass sie nicht genug Platz zum Einatmen haben. Viele Betroffene versp\u00fcren Angst und sind aufgeregt, es kommt zu einer schnellen, aber oberfl\u00e4chlichen Atmung (steigende Zahl der Atemz\u00fcge pro Minute) und einem Einsatz der Atemhilfsmuskulatur (Gruppe von Muskeln des Oberk\u00f6rpers, die wegen der vermehrten Atemanstrengung zus\u00e4tzlich einbezogen werden), welcher beispielsweise durch das Abst\u00fctzen der Arme erreicht wird. Weitere m\u00f6gliche Symptome w\u00e4hrend einem Asthmaanfall sind u. a. beschleunigter Herzschlag, Einziehungen im Bereich des Bauchraums, zwischen den Rippen und im Bereich der Drosselgrube, Unf\u00e4higkeit l\u00e4ngere S\u00e4tze zu sprechen, bl\u00e4uliche Verf\u00e4rbung der Lippen und Fingern\u00e4gel in Folge des Sauerstoffmangels, Ersch\u00f6pfung, Unruhe und Angstzust\u00e4nde. Nach dieser Phase der intensiven Beschwerden klingt der Asthmaanfall ab und Patienten beginnen Schleim abzuhusten. Die Dauer eines Asthmaanfalls variiert von einigen Minuten bis hin zu vielen Stunden. Unbehandelt kann ein schwerer Asthmaanfall zu einer schweren Beeintr\u00e4chtigung f\u00fchren, unter Umst\u00e4nden auch zum Tod.<\/p>\n<p>Die Auflistung der hier angef\u00fchrten Symptome dient dem \u00dcberblick und kann unvollst\u00e4ndig sein, zudem kann ein Symptom Anzeichen f\u00fcr eine andere Erkrankung sein. Auch muss nicht jedes hier angef\u00fchrte Symptom bei Asthma auftreten. Im Zweifelsfall oder bei Verdacht auf eine Erkrankung sollte stets das \u00e4rztliche Gespr\u00e4ch gesucht werden.<\/p>\n<h2>Erste Hilfe bei einem Asthmaanfall<\/h2>\n<p>Im Rahmen von Schulungen und Gespr\u00e4chen mit ihrem Arzt erfahren Asthmatiker zumeist, wie sie bei einem Asthmaanfall reagieren sollten und was im Notfall zu tun ist. Als nebenstehende Person kann man Folgendes tun, um zu helfen:<\/p>\n<ul>\n<li>Den Betroffenen bei Gegebenheit aus einer Gefahrenzone (z. B. Menschenansammlung) bringen.<\/li>\n<li>Dem Betroffenen helfen eine komfortable und das Atmen erleichternde Position einzunehmen (z. B. Kutschersitz \u2013 Sitzposition, bei welcher der Oberk\u00f6rper leicht vorw\u00e4rts geneigt ist und H\u00e4nde und Unterarme auf den Knien abgest\u00fctzt werden; Reitsitz \u2013 rittlinks sitzen und Arme auf der Lehne ablegen; Torwarthaltung \u2013 breitbeinige Stehposition mit leicht gebeugten Knien, bei welcher der Oberk\u00f6rper nach vorne gebeugt ist und die H\u00e4nde auf den Knien abgest\u00fctzt werden).<\/li>\n<li>Dem Betroffenen bei Bedarf beim Auffinden und der Anwendung seines Inhalationssprays\/seiner Notfallmedikation helfen.<\/li>\n<li>Den Betroffenen beruhigen, da Angst, Stress und Hektik die Atemnot verst\u00e4rken k\u00f6nnen und ihn dabei unterst\u00fctzen, langsamer und l\u00e4nger auszuatmen (z. B. durch Erinnern an Atemtechniken oder Vormachen)<\/li>\n<li>Bei Anzeichen f\u00fcr einen schweren Asthmaanfall (flache Atmung, anhaltende zunehmende Atemnot, bl\u00e4uliche Verf\u00e4rbung der Lippen und Fingern\u00e4gel, Unf\u00e4higkeit normal zu sprechen etc.) bzw. Unsicherheit in Hinblick auf die Situation umgehend den Notarzt rufen.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Diagnose<\/h2>\n<p>Ansprechpartner bei Atemnot, Kurzatmigkeit und anderen Atemproblemen und bei Verdacht auf Asthma bronchiale sind der Arzt f\u00fcr Allgemeinmedizin (Hausarzt), welcher bei Notwendigkeit an einen Facharzt verweist, und der Lungenfacharzt. Zu Beginn des Abkl\u00e4rungsprozesses steht die ausf\u00fchrliche Erfassung der Krankengeschichte (Anamnese), im Rahmen welcher sich der Arzt u. a. Informationen zu den Beschwerden (Art der Beschwerden, seit wann und in welchen Situationen Beschwerden auftreten, unter welchen Umst\u00e4nden sich die Beschwerden m\u00f6glicherweise verschlimmern etc.), zu m\u00f6glichen Erkrankungen und Allergien, zu Erkrankungen in der Familie, zur beruflichen T\u00e4tigkeit und zu lebensstilgebundenen Aspekten (z. B. Rauchen) einholt. Bei der anschlie\u00dfenden k\u00f6rperlichen Untersuchung achtet der Arzt u. a. auf die Atemfrequenz und m\u00f6gliche Probleme beim Ein- und Ausatmen, au\u00dferdem wird er die Lunge genau abh\u00f6ren und den Brustkorb abklopfen.<\/p>\n<p>Im Rahmen der weiterf\u00fchrenden Abkl\u00e4rung werden eine Lungenfunktionsdiagnostik und, zum Ausschluss anderer Erkrankungen, eine R\u00f6ntgenuntersuchung des Brustkorbs durchgef\u00fchrt. Bei der Lungenfunktionspr\u00fcfung werden u. a. verschiedene Atemvolumina und die Atemdynamik erfasst. Eine Untersuchung zu diesem Zweck ist die Spirometrie, bei welcher der Patient unter Anleitung vom Arzt durch den Mund in das Mundst\u00fcck eines Spirometers (Messger\u00e4t) atmet. Weitere Untersuchungen sind u. a. die Blutuntersuchung und, bei Verdacht auf allergisches Asthma, Allergie-Tests (z. B. Prick-Test). Welche Untersuchungen durchgef\u00fchrt werden und wie sich die Abkl\u00e4rung genau gestaltet richtet sich nach der individuellen Situation.<\/p>\n<h2>Behandlung<\/h2>\n<p>In vielen F\u00e4llen l\u00e4sst sich Asthma gut behandeln und kontrollieren. Die Behandlung zielt darauf ab, dass Patienten weitestgehend beschwerdefrei und k\u00f6rperlich leistungsf\u00e4hig sind und so normal wie m\u00f6glich ihren Alltag leben k\u00f6nnen. Die Behandlung von Asthma fu\u00dft auf mehreren S\u00e4ulen und unterteilt sich in vorbeugende Ma\u00dfnahmen, basistherapeutische Ma\u00dfnahmen und Anfallstherapie. Wie sich die Therapie im Einzelfall gestaltet h\u00e4ngt von der Form und vom Schweregrad des Asthmas, vom Alter des Patienten und von anderen Faktoren ab. Besonders wichtig sind eine umfassende \u00e4rztliche Beratung und die aktive Mitarbeit des Patienten.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Basistherapie stehen verschiedene Medikamente (Glukokortikoide (Cortison), Beta-2-Sympathomimetika) zur Verf\u00fcgung, die je nach Schwere zur Anwendung kommen. Zumeist werden die Medikamente \u00fcber einen Inhalator eingeatmet, einige stehen auch in Tablettenform zur Verf\u00fcgung. Cortisonsprays (Dauermedikation, \u201cController\u201c) k\u00f6nnen helfen die st\u00e4ndige Entz\u00fcndungsbereitschaft in den Atemwegen abzuschw\u00e4chen und Asthmaanf\u00e4llen vorzubeugen. Beta-2-Sympathomimetika (Bedarfsmedikation, \u201cReliever\u201c) sind bronchienerweiterende Substanzen; diese auch als Bronchiodilatatoren bezeichneten Mittel entspannen die Bronchialmuskulatur, helfen so die Atemwege zu weiten und Asthmabeschwerden zu mildern bzw. zu beseitigen. Sie haben jedoch keinen Einfluss auf die dem Asthma zugrundeliegende Entz\u00fcndung. Bei beiden Gruppen stehen verschiedene Wirkstoffe zur Verf\u00fcgung. Die medikament\u00f6se Therapie (Wahl der Medikamente, Dosis etc.) wird auf die individuellen Bed\u00fcrfnisse abgestimmt und bei Bedarf entsprechend angepasst. Bei allergischem Asthma kann unter Umst\u00e4nden eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<h3>Asthmaschulung<\/h3>\n<p>Im Rahmen einer speziellen Asthmaschulung lernen Patienten alles Wichtige \u00fcber die Erkrankung (Ursachen, Ausl\u00f6ser, Behandlungsm\u00f6glichkeiten, vorbeugende Ma\u00dfnahmen, Selbsthilfema\u00dfnahmen etc.) und erhalten Tipps, die im Umgang mit dieser helfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Asthmaanfall<\/h3>\n<p>Die basistherapeutischen Medikamente k\u00f6nnen auch bei einem Asthmaanfall eingesetzt werden. Bei schweren Asthmaanf\u00e4llen k\u00f6nnen die Medikamente auch intraven\u00f6s verabreicht werden, daneben k\u00f6nnen noch andere Medikamente zum Einsatz kommen. Falls n\u00f6tig wird Patienten auch Sauerstoff \u00fcber eine Maske oder Nasensonde zugef\u00fchrt. Bei einem schweren Asthmaanfall sollten Patienten rasch ins Krankenhaus gebracht werden.<\/p>\n<p>Um zu wissen was bei einem Anfall zu tun ist, sollten Patienten mit ihrem Arzt einen Notfallplan erstellen. Wichtige Ma\u00dfnahmen zur Selbsthilfe sind u. a. das Erkennen und richtige Einsch\u00e4tzen der Beschwerden, das Kennen von Atemtechniken (z. B. Lippenbremse) und das korrekte Einatmen von Medikamenten (Beherrschen von Inhalationstechniken und der Inhalationsger\u00e4te). Ferner sollten Patienten einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen, ob es notwendig ist, einen Arzt zu rufen.<\/p>\n<h2>Vorbeugende Ma\u00dfnahmen<\/h2>\n<p>Eine wichtige Voraussetzung um die Erkrankung in den Griff zu bekommen ist, dass sich Betroffene aktiv an ihrer Therapie beteiligen und aktiv etwas f\u00fcr sich tun. Patienten sollten Experten f\u00fcr ihre Krankheit werden. Wichtig f\u00fcr einen g\u00fcnstigen Erkrankungsverlauf ist u. a.:<\/p>\n<ul>\n<li>Medikamente wie mit dem Arzt besprochen einnehmen, Probleme und Fragen (z. B. hinsichtlich Medikation, m\u00f6glicher Trigger, geeigneter Sportarten) mit dem Arzt besprechen.<\/li>\n<li>Sich \u00fcber Ursachen, Ausl\u00f6ser und Behandlungsm\u00f6glichkeiten ausreichend gut informieren und Sicherheit im Umgang mit der Erkrankung erlernen; Patientenschulungen besuchen.<\/li>\n<li>Zur Kontrolle des Erkrankungsverlaufs und bei Problemen Atemfunktion mit dem Peak-Flow-Meter zu Hause messen und Protokoll dar\u00fcber f\u00fchren.<\/li>\n<li>Inhalationstechniken und Handhabung von Inhalationsger\u00e4ten beherrschen.<\/li>\n<li>Mit dem Arzt erstellten Notfallplan kennen und Notfallmedikation stets mitf\u00fchren.<\/li>\n<li>Asthma-Ausl\u00f6ser so gut wie m\u00f6glich meiden (z. B. Hausstaub, Pollen, Tierhaare, kalte oder trockene Luft).<\/li>\n<li><a href=\"\/ratgeber\/rauchstopp-3474\">Nicht rauchen<\/a> und Passivrauch meiden<\/li>\n<li>Erlernen von Atemtechniken (z. B. Lippenbremse) und Entspannungstechniken<\/li>\n<li>Regelm\u00e4\u00dfige k\u00f6rperliche Bewegung\/Sport treiben (regelm\u00e4\u00dfiges sportliches Training in angepasster Intensit\u00e4t)<\/li>\n<\/ul>\n<p>*Angaben variieren in der Literatur<\/p>\n<h2><\/h2>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,66,2405,2422,2448,23,2457],"tags":[107,108,101,316,318,319,320,321,3238,322,323,98,324],"class_list":["post-2363","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-gesundheitsnews","category-haut-und-geschlechtskrankheiten","category-immunologie","category-innere-medizin","category-kinder-und-jugendheilkunde","category-krankheit","tag-allergie","tag-allgemeinmedizin","tag-asthma","tag-asthma-bronchiale","tag-atemnot","tag-atemwege","tag-beta-2-sympathomimetika","tag-bronchien","tag-innere-medizin-u-pneumologie","tag-kortison","tag-kurzatmigkeit","tag-lungenfunktion","tag-lungenheilkunde"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2363","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2363\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5069,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2363\/revisions\/5069"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2364"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2363"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2363"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2363"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}