{"id":2361,"date":"2020-08-18T07:43:53","date_gmt":"2020-08-18T07:43:53","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/dengue-fieber\/"},"modified":"2023-02-16T21:56:50","modified_gmt":"2023-02-16T20:56:50","slug":"dengue-fieber","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/dengue-fieber\/","title":{"rendered":"Dengue Fieber &#8211; Ansteckung, Verlauf, Behandlung"},"content":{"rendered":"<h2>Was ist Dengue Fieber?<\/h2>\n<p>Das Dengue Fieber ist eine von Stechm\u00fccken \u00fcbertragene Virusinfektion, die durch bestimmte Stechm\u00fccken der Gattung Aedes (Asiatische Tigerm\u00fccke und Gelbfieberm\u00fccke) \u00fcbertragen wird. Die Infektion verursacht Fieber, Ausschlag sowie Kopf-, Muskel-, Glieder-, Knochen- und Gelenkschmerzen.<\/p>\n<p>Oft \u00e4u\u00dfert sich Dengue Fieber nur mit leichten Krankheitszeichen, vergleichbar mit denen eines grippalen Infekts. Ebenso kann eine Infektion auch ohne jegliche Krankheitszeichen verlaufen.<\/p>\n<p>In seltenen F\u00e4llen kommt es aber zu einer sehr schweren Verlaufsform des Dengue Fiebers. Man spricht dann vom Dengue-H\u00e4morrhagischen-Fieber (DHF). Dabei verschlechtert sich der Gesundheitszustand des Betroffenen oft innerhalb von sechs Tagen dramatisch. Aufgrund einer erh\u00f6hten Durchl\u00e4ssigkeit der Blutgef\u00e4\u00dfe kommt es zu leichten Blutungen, aber auch zu unkontrollierten, schweren Blutungen (innere Blutungen, Bluterbrechen) und in weitere Folge zu einer schweren Beeintr\u00e4chtigung der Organe und des gesamten Kreislaufs. Das h\u00e4morrhagische Dengue-Fieber ist typisch f\u00fcr eine Zweitinfektion mit einem anderen Denguevirus-Typ. Personen, die eine Dengue-Infektion durchgemacht haben, sind daher nicht immun, sondern dem hohen Risiko eines sehr schweren Krankheitsverlaufes ausgesetzt.<\/p>\n<h2>Welche Ursache f\u00fcr Dengue Fieber?<\/h2>\n<p>Der Verursacher des Denguefiebers ist ein Virus, das mit dem Erreger unserer Zeckenmeningitis verwandt ist. Anders als das FSME Virus werden die Denguefieberviren aber nicht durch Zecken, sondern durch Moskitos der Gattung Aedes \u00fcbertragen. Diese Stechm\u00fccken gibt es sowohl in st\u00e4dtischen wie auch l\u00e4ndlichen Bereichen. Sie sind vor allem tags\u00fcber und in der D\u00e4mmerung aktiv. Selbst kleinste Wasseransammlungen reichen ihnen als Brutplatz aus. Schon kleine Pf\u00fctzen und wassergef\u00fcllte Beh\u00e4lter wie etwa Dosen gen\u00fcgen, um den Larven die notwendige Entwicklungsumgebung zu bieten. Hohe Temperaturen f\u00fchren zu einer starken und schnellen Vermehrung.<\/p>\n<h2>Welche Ansteckungswege gibt es und wo kommt die Krankheit vor?<\/h2>\n<p>Die \u00dcbertragung erfolgt nicht direkt von Mensch zu Mensch, sondern nur \u00fcber infizierte Stechm\u00fcckenweibchen. Wird der Mensch durch einen solchen M\u00fcckenstich infiziert, so zirkuliert das dabei \u00fcbertragene Virus im menschlichen K\u00f6rper. In dieser Zeit k\u00f6nnen sich weitere Stechm\u00fccken durch eine Blutmahlzeit mit dem Virus anstecken und die Erkrankung auf diese Weise rasch verbreiten. Hohe Ansteckungsgefahr besteht w\u00e4hrend oder kurz nach einer Regenperiode, da die Stechm\u00fccken zur Fortpflanzung Wasseransammlungen brauchen.<\/p>\n<p>Dengue Fieber ist vor allem in S\u00fcdostasien, Teilen von Asien wie Pakistan, Afghanistan und Indien, S\u00fcd- und Mittelamerika, Teilen des Pazifiks wie Neukaledonien und Hawaii, Afrika und Australien weit verbreitet. Aufgrund der Klima-Erw\u00e4rmung wird aber auch in bisher nicht betroffenen Gebieten mit einem vermehrten Auftreten von Dengue Fieber gerechnet. Die Asiatische Tigerm\u00fccke ist mittlerweile auch in S\u00fcdeuropa stark verbreitet und dehnt ihr Siedlungsgebiet weiter aus. In den letzten Jahren kam es auch in Europa vereinzelt zu lokalen Dengue-Infektionen \u2013 etwa in Madeira, Kroatien, Frankreich oder Spanien. Zudem bef\u00fcrchten Experten, dass sich die M\u00fccke auch vermehrt auf Kontinentaleuropa ausbreiten wird.<\/p>\n<h2>Wie verl\u00e4uft Dengue Fieber?<\/h2>\n<p>Dengue Fieber kann in zwei Verlaufsformen auftreten, wobei die \u201eklassische\u201c Infektion meist symptomlos und mild verl\u00e4uft. Das ist in rund 70 Prozent der Infektionen der Fall. Eine Infektion mit schwerem Verlauf tritt meist erst auf, wenn man sich zuvor bereits einmal infiziert, die Erkrankung \u00fcberstanden hat und sich danach neuerlich mit einem anderen Virentyp ansteckt.<\/p>\n<h3>Milder \u201eklassischer\u201c Verlauf<\/h3>\n<p>Die ersten Symptome treten etwa zwei bis zehn Tage nach der Infektion auf. Betroffene leiden unter Kopfschmerzen, Fieber, Knochen- und Gliederschmerzen sowie Abgeschlagenheit. Nach etwa f\u00fcnf bis sieben Tagen klingen die Symptome ab, und nach weiteren zwei Tagen entsteht bei 50 Prozent der Infizierten ein r\u00f6tlicher Hautausschlag, der nach zirka einer Woche wieder abklingt. Tatsache ist auch, dass eine vollst\u00e4ndige Heilung langwierig ist. Die Betroffenen f\u00fchlen sich \u00fcber Wochen nach der Infektion m\u00fcde, kraftlos und abgeschlagen.<\/p>\n<h3>Infektion mit schwerem Verlauf<\/h3>\n<p>Schwere Verlaufsformen sind eher selten, aber sie k\u00f6nnen auch t\u00f6dlich sein. Denn im Zuge der Viruserkrankung produziert der K\u00f6rper weniger Blutzellen und Blutbl\u00e4ttchen, und es kommt zu Schleimhautblutungen &#8211; vor allem, wenn der oder die Infizierte bereits unter Vorerkrankungen wie etwa einem Magengeschw\u00fcr leidet.<br \/>\nDie Krankheit beginnt mit einem \u201eklassischen\u201c Verlauf, sp\u00e4ter kommt es zum sogenannten h\u00e4morrhagischen Fieber. Dieses bricht etwa f\u00fcnf Tage nach Krankheitsbeginn aus. Betroffene leiden unter Herzrasen, Schwei\u00df, Angstzust\u00e4nden und nerv\u00f6ser Unruhe. Die Ursache liegt in einer Fehlsteuerung der K\u00f6rperabwehr. Die Antik\u00f6rper, die sich nach \u00fcberstandener Erstinfektion gebildet haben, zerst\u00f6ren Blutzellen, -gef\u00e4\u00dfe und -plasma. In der Folge werden innere Organe, wie Nieren, Leber und Lunge schlecht durchblutet, und der Blutdruck ist extrem niedrig.<br \/>\nWenn die Erkrankung auch Herz und Gehirn angreift, kommt es im Extremfall zu einem Dengue Schock Syndrom. Dabei kann der Blutdruck entgleisen. In der Folge kann das Herz nicht mehr genug Blut durch den K\u00f6rper pumpen. Die Herzfrequenz steigt stark an, aber lebenswichtige Organe wie Gehirn und Nieren werden nicht mehr ausreichend versorgt.<\/p>\n<h2>Wer ist am meisten gef\u00e4hrdet?<\/h2>\n<p>Insgesamt kommt das Dengue-Fieber in mehr als 100 tropischen und subtropischen L\u00e4ndern vor. Dengue Fieber wird in vielen tropischen und subtropischen Teilen der Welt zu einem wachsenden Problem mit stark steigenden Fallzahlen. Dadurch gibt es auch ein steigendes Risiko f\u00fcr Reisende. Besonders gef\u00e4hrdet, unter der schweren Verlaufsform zu erkranken, sind Kinder und Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Herzerkrankungen und Asthma.<\/p>\n<h2>Ist Dengue Fieber meldepflichtig?<\/h2>\n<p>Die Erkrankung z\u00e4hlt in \u00d6sterreich zu den meldepflichtigen Krankheiten. Der behandelnde Arzt ist bei Infektionsverdacht, bei Vorliegen der Erkrankung oder im Todesfall des Patienten zur amtlichen Meldung verpflichtet.<\/p>\n<h2>Wie wird Dengue Fieber diagnostiziert?<\/h2>\n<p>Die klinische Diagnose der Erkrankung ist wegen der unspezifischen Anfangssymptome nicht leicht. \u00c4rzte vermuten Dengue Fieber, wenn spezifische Symptome bei Menschen auftreten, die in Gebieten leben oder reisen, wo die Infektion h\u00e4ufig ist. Der gesicherte Nachweis erfolgt gew\u00f6hnlich durch Bluttests mit Antik\u00f6rpern zum Virus bestimmt.<\/p>\n<p>Wenn bei hohem Fieber (40\u00b0C) zwei der folgenden Symptome auftreten, kann es sich um Dengue Fieber handeln:<\/p>\n<ul>\n<li>starke Kopfschmerzen<\/li>\n<li>Augenschmerzen<\/li>\n<li>Muskel- und Gelenkschmerzen<\/li>\n<li>\u00dcbelkeit<\/li>\n<li>Erbrechen<\/li>\n<li>geschwollene Dr\u00fcsen<\/li>\n<li>Hautausschlag<\/li>\n<\/ul>\n<p>Warnzeichen f\u00fcr einen kritischen Dengue-Verlauf sind mit einem Temperaturabfall unter 38\u00b0C verbunden und umfassen:<\/p>\n<ul>\n<li>starke Bauchschmerzen<\/li>\n<li>anhaltendes Erbrechen<\/li>\n<li>schnelles Atmen<\/li>\n<li>Zahnfleischbluten<\/li>\n<li>M\u00fcdigkeit<\/li>\n<li>Erbrechen von Blut<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Wie wird Dengue Fieber behandelt?<\/h2>\n<p>F\u00fcr Dengue Fieber ist keine urs\u00e4chliche Therapie bekannt. Das bedeutet, dass der Arzt nur die Beschwerden lindern kann. Die Behandlung des Dengue Fiebers, das ohne Komplikationen einhergeht, ist \u00e4hnlich der Behandlung einer Grippe. Wichtig ist eine ausreichende Fl\u00fcssigkeitszufuhr. Gegen das Fieber und die Schmerzen k\u00f6nnen fiebersenkende und schmerzlindernde Medikamente eingenommen werden (zum Beispiel Paracetamol). Nicht zum Einsatz kommen d\u00fcrfen Schmerz- und Fiebermittel, die die Blutgerinnung beeintr\u00e4chtigen und so die Blutungsneigung erh\u00f6hen. Das hei\u00dft, dass vor allem keine Acetylsalicyls\u00e4ure (Aspirin) oder Ibuprofen eingenommen werden d\u00fcrfen.<br \/>\nWenn es zu keinen Komplikationen kommt, ist eine solche Behandlung ausreichend. Sobald sich aber Blutungsanzeichen oder ein Schock abzeichnen, muss der oder die Betroffene ins Krankenhaus. Bei einer station\u00e4ren Behandlung k\u00f6nnen wichtige Parameter wie Herz- und Atemfrequenz oder Blutdruck<br \/>\nexakt \u00fcberwacht werden. Bei Bedarf erhalten die Patienten auch Infusionen oder Blutkonserven.<\/p>\n<h2>Welche Folgen kann Dengue Fieber haben?<\/h2>\n<p>Die Sterblichkeitsrate liegt beim Dengue Fieber unter ein Prozent, kann aber beim Dengue H\u00e4morrhagischen Fieber\/Dengue Schock Syndrom \u2013 etwa wenn es keinen Zugang zu fortgeschrittener medizinischer Hilfe gibt &#8211; auf bis zu 40 Prozent ansteigen. Kinder und Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Herzerkrankungen und Asthma haben ein erh\u00f6htes Risiko. Die schwerste Phase der Erkrankung dauert in der Regel nur wenige Tage. \u00dcberlebende haben meist nicht unter bleibenden Folgesch\u00e4den zu leiden.<\/p>\n<h2>Wie kann man Dengue Fieber vorbeugen?<\/h2>\n<p>Derzeit gibt es keine Impfm\u00f6glichkeit gegen Dengue Fieber. Man sollte daher Vorsichtsma\u00dfnahmen treffen, um in gef\u00e4hrdeten Regionen sowohl tags\u00fcber als auch nachts Moskitostiche zu vermeiden. Die Experten empfehlen auf unbedeckten Hautstellen hochwirksame Repellents (das sind Wirkstoffe, die Parasiten wie beispielsweise Stechm\u00fccken und Zecken sowie andere stechende Insekten vom K\u00f6rper fernhalten und Stiche und Bisse verhindern) zu verwenden und m\u00f6glichst stichfeste oder impr\u00e4gnierte Kleidung zu tragen. Au\u00dferdem sollte man in den gef\u00e4hrdeten L\u00e4ndern nachts ein impr\u00e4gniertes Moskitonetz verwenden.<\/p>\n<h2>Welcher Arzt behandelt Dengue Fieber?<\/h2>\n<p>Ansprechpartner bei der Erkrankung ist der <a href=\"\/suche\/praktischer-arzt\">Hausarzt <\/a>oder der <a href=\"\/suche\/tropenmediziner\">Tropenarzt<\/a>. Er oder sie sollte auch genauestens \u00fcber die Reiseroute informiert werden.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2430,2457,2481],"tags":[108,2557,545,2558,821,170],"class_list":["post-2361","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-infektiologie","category-krankheit","category-virologie","tag-allgemeinmedizin","tag-dengue-fieber","tag-infektiologie","tag-stechmucke","tag-tropen","tag-viren"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2361","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2361\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5282,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2361\/revisions\/5282"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2362"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2361"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2361"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2361"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}