{"id":2349,"date":"2020-07-27T07:05:27","date_gmt":"2020-07-27T07:05:27","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/alzheimer\/"},"modified":"2023-02-27T13:07:28","modified_gmt":"2023-02-27T12:07:28","slug":"alzheimer","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/alzheimer\/","title":{"rendered":"Alzheimer: Was ist das? Wodurch wird es beg\u00fcnstigt?"},"content":{"rendered":"<h2>Was ist Alzheimer?<\/h2>\n<p>Die Alzheimer-Krankheit (Morbus Alzheimer), h\u00e4ufig kurz einfach als Alzheimer bezeichnet, ist eine neurodegenerative Erkrankung. Nicht selten werden die Begriffe Alzheimer und Demenz synonym verwendet. Alzheimer und Demenz sind jedoch nicht dasselbe, weswegen es wichtig ist, die Begriffe klar voneinander abzugrenzen. Demenz ist ein Oberbegriff f\u00fcr verschiedene Erkrankungen des Gehirns, die durch den zunehmenden Verlust von kognitiven, emotionalen und sozialen F\u00e4higkeiten gekennzeichnet sind. Unterschieden werden prim\u00e4re Demenzen wie z. B. die Alzheimer-Krankheit, bei welchen die Demenz eine eigenst\u00e4ndige Erkrankung ist, und sekund\u00e4re Demenzen, bei welchen die Demenz infolge einer anderen Erkrankung (z. B. Parkinson) auftritt. Alzheimer ist also eine Form der Demenz, nach derzeitigem Wissensstand die h\u00e4ufigste.<\/p>\n<p>Das Risiko an Demenz zu erkranken nimmt mit dem Alter zu. Da die Lebenserwartung steigt, steigt auch die Zahl an Menschen, die von dementiellen Erkrankungen betroffen sind. Demenz vom Alzheimertyp ist dabei die h\u00e4ufigste. Weltweit sind \u00fcber 35 Millionen Menschen von Alzheimer-Demenz betroffen, Frauen h\u00e4ufiger als M\u00e4nner.<\/p>\n<p>Alzheimer ist eine folgenschwere Erkrankung. Im Verlauf der Alzheimer-Krankheit kommt es bei Betroffenen zu einem Abbau des Ged\u00e4chtnisses und von kognitiven (das Denken betreffend), emotionalen und sozialen F\u00e4higkeiten. Der geistige Abbau wird durch krankhafte Ver\u00e4nderungen im Gehirn verursacht. Zu Beginn zeigen sich h\u00e4ufig Verwirrung und eine zunehmende St\u00f6rung der Merkf\u00e4higkeit und Orientierung, im weiteren Verlauf kommt es zum Verlust von praktischen F\u00e4higkeiten, Sprachst\u00f6rungen, zunehmenden Verhaltensauff\u00e4lligkeiten und anderen Beschwerden und St\u00f6rungen. Benannt ist die Erkrankung nach dem deutschen Neurologen Alois Alzheimer, der sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts erstmals beschrieben hat.<\/p>\n<h2>Ursachen und Risikofaktoren<\/h2>\n<p>Bei Alzheimer kommt es zu krankhaften Ver\u00e4nderungen im Gehirn. Es handelt sich um eine Krankheit mit einer diffusen Atrophie (Gewebsschwund) der Hirnrinde und anderer Strukturen, betroffen sind u. a. der Temporal- und Parietallappen (Teile des Gro\u00dfhirns) und der Hippocampus, eine Struktur, die an der Ged\u00e4chtnisbildung beteiligt ist. Im Gehirn sterben Nervenzellen und deren Verbindungen untereinander ab; angenommen wird u. a., dass krankhafte Eiwei\u00dfablagerungen, darunter sogenannte senile Plaques (Beta-Amyloid-Plaques) und Tau-Fibrillen (Neurofibrillen, Tangles), Nervenzellen und die Nervenleitungen zwischen den Gehirnzellen zerst\u00f6ren und chemische Prozesse f\u00fcr die \u00dcbertragung von Informationen im Gehirn beeintr\u00e4chtigen. Durch die Ver\u00e4nderungen und Abbauvorg\u00e4nge bildet sich das Hirngewebe zur\u00fcck. Die Hirnschrumpfung kann bis zu 20 Prozent betragen. Das Absterben von Nervenzellen beginnt in einer bestimmten Hirnregion und breitet sich nach und nach auf andere Gehirnregionen aus. Jene Regionen, die f\u00fcr das Ged\u00e4chtnis, die Denkf\u00e4higkeit, die r\u00e4umliche Orientierung, die Planung von komplexen Handlungen und die Sprache verantwortlich sind, sind von den St\u00f6rungen h\u00e4ufig als erstes betroffen. Die genauen Ursachen der Krankheit sind bislang nicht vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Wichtigster Risikofaktor f\u00fcr Alzheimer-Demenz ist das Alter. Alzheimer-Demenz vor dem 65. Lebensjahr ist sehr selten, die H\u00e4ufigkeit der Erkrankung steigt mit dem Alter. Eine vor dem 65. Lebensjahr beginnende Alzheimer-Demenz wird als Fr\u00fchform der Alzheimer-Demenz\/EOAD (\u201dearly-onset Alzheimer disease\u201d) bezeichnet. Solche Fr\u00fchformen sind h\u00e4ufig famili\u00e4r bedingt. Eine Alzheimer-Demenz, die sich nach dem 65. Lebensjahr manifestiert wird als Sp\u00e4tform\/LOAD (\u201dlate-onset Alzheimer disease\u201d) bezeichnet und macht den gr\u00f6\u00dften Anteil aller F\u00e4lle von Alzheimer-Demenz aus.<\/p>\n<p>Das Alter alleine verursacht jedoch kein Alzheimer. Es wird davon ausgegangen, dass noch weitere Risikofaktoren vorliegen, welche die Entwicklung der Krankheit f\u00f6rdern. M\u00f6gliche weitere Risikofaktoren sind weibliches Geschlecht, Bluthochdruck, Insulinresistenz\/schlecht eingestellter Blutzucker bei Diabetes mellitus, hohe Cholesterinwerte im mittleren Alter, Kopfverletzungen, niedriges allgemeines Bildungsniveau, geringe k\u00f6rperliche und geistige Aktivit\u00e4t. Genetische Komponenten spielen eine eher untergeordnete Rolle. Nur ein sehr geringer prozentueller Anteil aller Patienten mit Alzheimer weist eine famili\u00e4r bedingte Form der Erkrankung auf. In so einem Fall wird die Krankheit durch verschiedene Gendefekte ausgel\u00f6st und Betroffene erkranken in der Regel vor dem 65. Lebensjahr. In den meisten F\u00e4llen handelt es sich um eine sporadische Form der Erkrankung, die nach dem 65. Lebensjahr ausbricht. Je \u00e4lter ein Mensch zum Zeitpunkt des Krankheitsausbruches ist, desto geringer ist in der Regel die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um eine famili\u00e4r bedingte Form von Alzheimer handelt.<\/p>\n<h2>Symptome und Verlauf<\/h2>\n<p>Menschen mit Alzheimer leiden an langsam fortschreitenden Ged\u00e4chtnis- und Denkst\u00f6rgen, in deren Folge es zu verschiedenen Beeintr\u00e4chtigungen kommt. Im Verlauf der Krankheit verst\u00e4rken sich Symptome und es treten neue Beschwerden auf. Prinzipiell wird der Krankheitsverlauf in Fr\u00fchstadium, mittleres Stadium und Sp\u00e4tstadium unterteilt. Die Dauer der Phasen, die Symptome und der allgemeine Krankheitsverlauf k\u00f6nnen individuell verschieden sein.<\/p>\n<p>Allgemeine Anzeichen von Alzheimer sind u. a. ein chronisch fortscheitender Verlauf, Amnesie\/zunehmende Ged\u00e4chtnisschw\u00e4che und Vergesslichkeit, Aphasie (Sprachbeeintr\u00e4chtigung), Apraxie (St\u00f6rung der zielgerichteten bzw. zweckm\u00e4\u00dfigen Handlungsf\u00e4higkeit, ohne, dass elementare motorische oder sensorische Defizite erkennbar sind; Verlust von praktischen F\u00e4higkeiten) und\/oder Agnosie (\u201cErkenntnisschw\u00e4che der Sinne\u201c, Verlust der Interpretationsf\u00e4higkeit von wahrgenommenen Informationen von verschiedenen Sinnesmodalit\u00e4ten; mangelnde Interpretationsf\u00e4higkeit von wahrgenommenen Informationen und \u00dcberforderung beim Treffen von Entscheidungen) und Einbu\u00dfen von Kompetenzen und Funktionen in famili\u00e4ren, beruflichen, sozialen und anderen Bereichen im Vergleich zu fr\u00fcher.<\/p>\n<h3>Fr\u00fchstadium<\/h3>\n<p>Es gibt verschiedene Warnzeichen, die auf eine m\u00f6glicherweise beginnende Alzheimer-Krankheit deuten k\u00f6nnen. Dazu z\u00e4hlen z. B., dass Betroffene die gleiche Frage oder Geschichte wiederholen, nicht mehr genau wissen, wie bestimmte allt\u00e4gliche bzw. f\u00fcr sie einst normale Verrichtungen funktionieren (z. B. Handhabung der Fernbedienung oder eines K\u00fcchenger\u00e4ts), bestimmte Gegenst\u00e4nde nicht mehr finden oder diese an ungew\u00f6hnlichen Pl\u00e4tzen ablegen oder allm\u00e4hlich den sicheren Umgang mit Geld und Rechnungen verlieren.<\/p>\n<p>Vor allem St\u00f6rungen der Merkf\u00e4higkeit und des Ged\u00e4chtnisses und Orientierungsst\u00f6rungen k\u00f6nnen erste Alzheimer-Symptome sein. Betroffene haben das Kurzzeitged\u00e4chtnis betreffende Ged\u00e4chtnisl\u00fccken, vergessen Namen, bestimmte Ereignisse oder Termine, verlieren mitten im Gespr\u00e4ch \u201cden Faden\u201c und verirren sich in eigentlich vertrauter Umgebung. Die F\u00e4higkeit sich an weiter entfernt zur\u00fcckliegende Ereignisse zu erinnern ist anfangs oft unbeeintr\u00e4chtigt. Weitere m\u00f6gliche fr\u00fche Anzeichen k\u00f6nnen z. B. Wortfindungsst\u00f6rungen, verlangsamtes Denken und Sprechen und Antriebsschw\u00e4che sein. Der Sprachinhalt verarmt h\u00e4ufig schon im Fr\u00fchstadium, die S\u00e4tze werden k\u00fcrzer, die Grammatik wird fehlerhaft und es zeigen sich St\u00f6rungen des Sprachsinnverst\u00e4dnisses und der Wortwahl. In Folge der zunehmenden Vergesslichkeit und Zerstreutheit, welche von Betroffenen h\u00e4ufig als be\u00e4ngstigend empfunden werden, kann es zu Abwehr, R\u00fcckzug, Wut und anderen Reaktionen kommen.<\/p>\n<h3>Mittleres und sp\u00e4tes Stadium<\/h3>\n<p>Im mittleren Krankheitsstadium verst\u00e4rken sich die Ged\u00e4chtnisst\u00f6rungen, sodass z. B. vertraute Namen und Gesichter immer schlechter erkannt werden. Au\u00dferdem kommt es zu zunehmend mehr Schwierigkeiten bei der Kommunikation mit anderen Menschen. Betroffene k\u00f6nnen sich zeitlich und r\u00e4umlich weniger gut orientieren und ben\u00f6tigen zunehmend mehr Hilfe bei allt\u00e4glichen T\u00e4tigkeiten (z. B. Kochen, K\u00f6rperpflege), wodurch ein selbstst\u00e4ndiges Leben kaum noch m\u00f6glich ist. Weitere m\u00f6gliche Symptome sind u. a. innere Unruhe und wahnhafte Bef\u00fcrchtungen.<\/p>\n<p>Alzheimer-Patienten im Sp\u00e4tstadium k\u00f6nnen nicht mehr eigenst\u00e4ndig leben und sind pflegebed\u00fcrftig. Familienangeh\u00f6rige und enge Freunde und Alltagsgegenst\u00e4nde werden nicht mehr erkannt und das Sprachverm\u00f6gen ist deutlich herabgesetzt. Es kann u. a. zu Harninkontinenz, Stuhlinkontinenz, zunehmenden Problemen beim Kauen, Schlucken und Atmen, Appetitverlust und Apathie (Teilnahmslosigkeit) kommen. Viele Patienten sind bettl\u00e4gerig oder ben\u00f6tigen einen Rollstuhl. Da das Immunsystem geschw\u00e4cht ist, kann es vermehrt zu Infektionen (z. B. Lungenentz\u00fcndung) kommen. Im Durchschnitt leben Betroffene ab Diagnosestellung sieben bis acht Jahre*, einige Patienten leben allerdings auch deutlich l\u00e4nger. Obwohl Betroffene unter einer zunehmenden Ged\u00e4chtnisschw\u00e4che leiden, k\u00f6nnen bestimmte Zug\u00e4nge zu im Laufe des Lebens erworbenen F\u00e4higkeiten und Erfahrungen erhalten bleiben, ebenso wie die F\u00e4higkeit die Au\u00dfenwelt wahrzunehmen und positive und negative Gef\u00fchle zu empfinden.<\/p>\n<p>Die Auflistung der hier angef\u00fchrten Symptome und Folgeerkrankungen dient dem \u00dcberblick und kann unvollst\u00e4ndig sein, auch m\u00fcssen nicht alle hier angef\u00fchrten Symptome und Folgeerkrankungen im Einzelfall auftreten. Im Zweifelsfall oder bei Verdacht auf eine Erkrankung sollte stets das \u00e4rztliche Gespr\u00e4ch gesucht werden.<\/p>\n<h2>Diagnose<\/h2>\n<p>Stellt man bei sich selbst oder einem Angeh\u00f6rigen eine zunehmende Vergesslichkeit bzw. Verwirrtheit fest, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Eine m\u00f6glichst fr\u00fche diagnostische Abkl\u00e4rung ist wichtig, da ein fr\u00fchzeitiger Therapiebeginn die Prognose Betroffener verbessern kann. Ein erster Ansprechpartner kann der<a href=\"\/suche\/praktischer-arzt\"> Arzt f\u00fcr Allgemeinmedizin (Hausarzt)<\/a> sein, welcher gegebenenfalls\/bei Verdacht auf eine dementielle Erkrankung an einen <a href=\"\/suche\/neurologe\">Facharzt f\u00fcr Neurologie,<\/a> <a href=\"\/suche\/psychiater\">Facharzt f\u00fcr Psychiatrie<\/a> oder an eine Spezialambulanz verweist.<\/p>\n<p>Die Diagnose von Alzheimer-Demenz basiert auf klinischen Befunden und dem Ergebnis von Zusatzuntersuchungen. Zu Beginn des Abkl\u00e4rungsprozesses steht die Erhebung der Krankengeschichte (Eigenanamnese, Fremd-\/Au\u00dfenanamnese). Der Arzt erkundigt sich u. a nach m\u00f6glichen Vor- und Grunderkrankungen, Erkrankungen in der Familie, aktuellen Beschwerden und eingenommenen Medikamenten und holt sich weitere Informationen ein, die f\u00fcr die Diagnosestellung wichtig sein k\u00f6nnen. Au\u00dferdem wird auf die Allgemeinverfassung geachtet, darauf, wie gut sich der Patient konzentrieren kann, auf m\u00f6gliche Sprachbeeintr\u00e4chtigungen und andere Aspekte. Bei Verdacht auf eine dementielle Erkrankung wie Alzheimer w\u00e4re es wichtig, dass eine nahestehende Person dem Arztgespr\u00e4ch beiwohnt, um eine Fremdanamnese durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Hierbei handelt es sich um eine Form der Anamnese, bei welcher nicht der Patient selbst, sondern Angeh\u00f6rige oder sonstige Dritte Angaben zur Krankengeschichte machen. Dies kann dem Arzt helfen die Situation des Patienten besser einzusch\u00e4tzen. Besonders bei der Abkl\u00e4rung der Alzheimer-Demenz kann die Befragung einer nahestehenden Person sehr hilfreich sein, da Betroffenen selbst bestimmte Ver\u00e4nderungen wom\u00f6glich nicht auffallen bzw. diese bestimmte Ver\u00e4nderungen verharmlosen oder Schwierigkeiten bestehen diese einzugestehen und beim Arzt dar\u00fcber zu sprechen.<\/p>\n<p>Im Anschluss erfolgen die k\u00f6rperliche Untersuchung und das Erheben des internistischen, neurologischen und psychiatrischen Status, Laboruntersuchungen (Blutbild, Blutzucker, Vitamin B12\/Fols\u00e4ure, Elektrolyte, Nieren-, Leber- Schilddr\u00fcsenfunktions- und andere Parameter) und bildgebende Untersuchungen (Magnetresonanztomographie (MRT), Computertomographie (CT)), mittels welcher es m\u00f6glich ist, m\u00f6gliche andere Erkrankungen, die f\u00fcr die Symptome verantwortlich sein k\u00f6nnen festzustellen\/auszuschlie\u00dfen und festzustellen, ob die Hirnsubstanz abgenommen hat. Au\u00dferdem werden spezielle Tests\/\u00dcbungen (Mini Mental Status Test (MMST) \u2013 Test\/Fragebogen, um Ged\u00e4chtnisleistung, Orientierung und andere kognitive F\u00e4higkeiten einzusch\u00e4tzen, Uhrentest u. a.) und neuropsychologische Untersuchungen durchgef\u00fchrt. Wie sich die Abkl\u00e4rung genau gestaltet richtet sich nach der individuellen Situation des Patienten.<\/p>\n<h2>Behandlung<\/h2>\n<p>Alzheimer ist bislang nicht heilbar. Mit Hilfe einer individuell abgestimmten Therapie ist es jedoch m\u00f6glich, bestimmte Beschwerden zu mildern, den Verlust geistiger F\u00e4higkeiten hinauszuz\u00f6gern, dazu beizutragen, dass Patienten ihren Alltag m\u00f6glichst lange selbstst\u00e4ndig bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen und die Lebensqualit\u00e4t zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Im Rahmen der medikament\u00f6sen Therapie k\u00f6nnen verschiedene Wirkstoffgruppen und Medikamente zum Einsatz kommen. Hierzu z\u00e4hlen u. a. sogenannte Cholinesterasehemmer, welche als Mittel der ersten Wahl bei leichter und mittelschwerer Alzheimer-Demenz gelten, Memantin (bei mittelschwerer Alzheimer-Demenz), Extrakte aus Gingobl\u00e4ttern (bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz) und Medikamente zur Behandlung von psychischen Beschwerden (z. B. Antidepressiva).<\/p>\n<p>Nicht-medikament\u00f6se Therapiema\u00dfnahmen sind kognitives Training, um das Denkverm\u00f6gen und die Lernf\u00e4higkeit zu trainieren, Ma\u00dfnahmen, um die zeitliche und r\u00e4umliche Orientierung zu f\u00f6rdern, verhaltenstherapeutische Ma\u00dfnahmen, welche u. a. dabei helfen k\u00f6nnen mit der Krankheit und m\u00f6glichen psychischen Beschwerden (z. B. \u00c4ngste, Aggression, Depression) umzugehen, autobiographische Arbeit, Ergotherapie, Physiotherapie, Kunst- und Musiktherapie u. a. Ferner ist ein gesunder Lebensstil besonders wichtig. Dies beinhaltet u. a. gesunde n\u00e4hrstoffreiche Ern\u00e4hrung, Bewegung, das Pflegen sozialer Kontakte und das Meiden von Risikofaktoren (z. B. Rauchen).<\/p>\n<p>Alzheimer ist eine Erkrankung, welche zumeist auch Angeh\u00f6rige stark belastet, nicht zuletzt, da es f\u00fcr Betroffene im Krankheitsverlauf zunehmend schwieriger wird, normale und allt\u00e4gliche Aktivit\u00e4ten auszuf\u00fchren und ein selbstst\u00e4ndiges Leben zu f\u00fchren. Betroffene sind zunehmend auf Hilfe angewiesen, wobei die Bew\u00e4ltigung der Situation f\u00fcr alle Beteiligten eine gro\u00dfe Herausforderung darstellen kann. Wichtig sind eine verst\u00e4ndnisvolle Herangehensweise und die notwendige Unterst\u00fctzung, jedoch ohne eine noch vorhandene Selbstst\u00e4ndigkeit und das Selbstwertgef\u00fchl Betroffener zu schw\u00e4chen. Die Selbstst\u00e4ndigkeit und vorhandene F\u00e4higkeiten sollten gef\u00f6rdert und bewusst genutzt werden, um das Selbstwertgef\u00fchl Betroffener zu st\u00e4rken und die Lebensqualit\u00e4t zu verbessern.<\/p>\n<h2>Alzheimer vorbeugen<\/h2>\n<p>Es gibt keine alzheimerpr\u00e4ventiven Medikamente noch eine konkrete Ma\u00dfnahme, die hilft Alzheimer-Demenz vorzubeugen. Allgemein wichtig ist ein gesunder Lebensstil, mittels welchem die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr das Auftreten von Alzheimer und anderen Krankheiten verringert werden kann. Hierzu z\u00e4hlen u. a. das Meiden\/Behandeln von gesundheitlichen Risikofaktoren (erh\u00f6hte Cholesterinwerte, \u00dcbergewicht, Bluthochdruck, Rauchen u. a.) und eine gesunde ausgewogene Kost; angenommen wird u. a., dass mediterrane Ern\u00e4hrung mit viel Konsum von u. a. Gem\u00fcse, Obst, Vollkorngetreide, Fisch und Oliven\u00f6l das Risiko f\u00fcr Demenzerkrankungen reduzieren kann. Zudem wirken sich regelm\u00e4\u00dfige k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t bis ins hohe Alter, regelm\u00e4\u00dfige geistige Herausforderungen (kulturelle Aktivit\u00e4ten, kreative Hobbies, R\u00e4tsel, Weiterbildungen, Musizieren, Lesen und andere Aktivit\u00e4ten, die das Gehirn stimulieren) und ein reges Sozialleben positiv auf die kognitive und geistige Fitness aus.<\/p>\n<p>*Angaben k\u00f6nnen in der Literatur variieren.<\/p>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2448,2457],"tags":[1002,1289,1110,292,188],"class_list":["post-2349","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-innere-medizin","category-krankheit","tag-alzheimer","tag-demenz","tag-gehirn","tag-interne-medizin","tag-neurologie"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2349","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2349\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9821,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2349\/revisions\/9821"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2350"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2349"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2349"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2349"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}