{"id":2347,"date":"2020-07-28T06:08:31","date_gmt":"2020-07-28T06:08:31","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/schlafstoerungen\/"},"modified":"2023-02-28T08:55:47","modified_gmt":"2023-02-28T07:55:47","slug":"schlafstoerungen","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/schlafstoerungen\/","title":{"rendered":"Schlafst\u00f6rungen"},"content":{"rendered":"<h2>Was sind Schlafst\u00f6rungen?<\/h2>\n<p>Schlafst\u00f6rungen sind subjektiv empfundene oder objektiv beobachtete Abweichungen von der normalen Qualit\u00e4t, Dauer und\/oder Rhythmik des Schlafprozesses. Es werden viele verschiedene Formen von Schlafst\u00f6rungen unterschieden. So unterschiedlich diese teils auch sind, ihnen gemein ist, dass sie das Risiko f\u00fcr verschiedene Erkrankungen erh\u00f6hen und sich in vielerlei Hinsicht negativ auf die Gesundheit auswirken k\u00f6nnen. Sch\u00e4tzungen zu Folge sind zwischen 20 und 50 Prozent* der Bev\u00f6lkerung schlafgest\u00f6rt.<\/p>\n<h2>Einteilung, Formen und Ursachen<\/h2>\n<p>Es gibt verschiedene Klassifikationssysteme zur Einteilung und schematischen Abbildung von Schlafst\u00f6rungen, darunter u. a. das ICSD (International Classification of Sleep Disorders), ein Klassifikationssystem f\u00fcr Schlafst\u00f6rungen, welches von der US-amerikanischen medizinischen Fachgesellschaft f\u00fcr Schlafmedizin (American Academy of Sleep Medicine (AASM)) herausgegeben wird und weltweit als Standard f\u00fcr die Diagnostik von Schlafst\u00f6rungen in Schlaflaboren und schlafmedizinischen Abteilungen gilt.<\/p>\n<p>Es werden \u00fcber 100 verschiedene Arten von Schlafst\u00f6rungen unterschieden, die gem\u00e4\u00df des ICSD-2 (2. Auflage, erschienen 2005) in folgende acht Hauptkategorien unterteilt werden: Insomnien, schlafbezogene Atmungsst\u00f6rungen, Hypersomnien, zirkadiane Rhythmusst\u00f6rungen, Parasomnien, schlafbezogene Bewegungsst\u00f6rungen, isolierte Symptome, augenscheinlich normale Varianten und ungekl\u00e4rte Probleme (schlafbezogene Symptome, die zwischen normal und krankhaft stehen\/sich nicht eindeutig als normal oder krankhaft einstufen lassen) und andere Schlafst\u00f6rungen (Schlafst\u00f6rungen, die sich keiner anderen Kategorie zuordnen lassen). Die im Jahr 2014 erschienene dritte Auflage des ICSD (ICSD-3) unterscheidet zwischen sechs Hauptkategorien, ohne der letzten beiden.<\/p>\n<h3>Insomnien<\/h3>\n<p>Insomnie ist der medizinische Fachbegriff f\u00fcr Schlaflosigkeit. Zu den Insomnien z\u00e4hlen St\u00f6rungen beim Einschlafen, St\u00f6rungen beim Durchschlafen (vermehrtes Aufwachen, l\u00e4ngeres Wachliegen), vorzeitiges Erwachen und chronisch unerholsamer Schlaf. Insomnien sind ein h\u00e4ufiges Gesundheitsproblem, Frauen sind h\u00e4ufiger betroffen als M\u00e4nner.<\/p>\n<p>In Hinblick auf den Verlauf werden akute, subakute und chronische Insomnien unterschieden: Die St\u00f6rungen k\u00f6nnen kurzfristig auftreten, l\u00e4nger bestehen oder chronisch werden. Die m\u00f6glichen Ursachen und Faktoren, welche die Schlafst\u00f6rung f\u00f6rdern sind vielf\u00e4ltig. So stehen Insomnien und eine insgesamt schlechte Schlafqualit\u00e4t bei Erwachsenen u. a. in Zusammenhang mit:<\/p>\n<ul>\n<li>Stress (privat, beruflich), Sorgen, ver\u00e4nderte Lebensbedingungen, einschneidende Erlebnisse und andere Belastungssituationen (z. B. Verlust der Arbeit, finanzielle Probleme oder Pr\u00fcfungen, die betroffenen Menschen so gro\u00dfe Sorgen bereiten, dass sie nicht mehr gut schlafen k\u00f6nnen)<\/li>\n<li>Schlaf-Wach-Rhythmus-St\u00f6rungen, Schichtarbeit, Jet-Lag<\/li>\n<li>Schlafunf\u00f6rderliche Umgebung (z. B. Temperatur, Lichtverh\u00e4ltnisse, Ger\u00e4uschkulisse) mangelhafte Schlafhygiene (Verhaltensweisen, die einen erholsamen Schlaf f\u00f6rdern)<\/li>\n<li>Bestimmte Substanzen, die das Schlafen ung\u00fcnstig beeinflussen und Konsumgewohnheiten (z. B. Koffein, Alkohol, Substanzmissbrauch, langfristig eingenommene Schlafmedikamente)<\/li>\n<li>Verschiedene k\u00f6rperliche und psychische Erkrankungen und St\u00f6rungen (z. B. Depression, Angstst\u00f6rungen, Lungenerkrankungen), Schmerzen, hormonelle Ver\u00e4nderungen\/St\u00f6rungen (z. B. Wechseljahre, Schilddr\u00fcsenerkrankungen), andere Schlafst\u00f6rungen (z. B. Restless-Legs-Syndrom)<\/li>\n<li>U. v. m.<\/li>\n<\/ul>\n<p>H\u00e4ufig wirken verschiedene Faktoren zusammen, teils lassen sich die Ursachen auch nicht ermitteln.<\/p>\n<h3>Schlafbezogene Atmungsst\u00f6rungen<\/h3>\n<p>Schlafbezogene Atmungsst\u00f6rungen gehen mit Atempausen oder einer relevanten Verschlechterung der Atmung w\u00e4hrend dem Schlaf einher. Unterschieden werden schlafbezogene Atmungsst\u00f6rungen ohne und mit Obstruktion (Einengung) der oberen Atemwege. Das h\u00e4ufigste Krankheitsbild ist das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom. Hierbei kommt es wiederholt zur Obstruktion in den oberen Luftwegen, was zu einem Sauerstoffabfall f\u00fchrt. Die n\u00e4chtlichen Atemaussetzer erfolgen vom Betroffenen zumeist unbemerkt. H\u00e4ufig besteht auch intensives Schnarchen, wobei Schnarchen an sich nicht mit einer Schlafapnoe gleichzusetzen ist\/einhergehen muss. M\u00f6gliche Ursachen eines obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms und Faktoren, welche dieses beg\u00fcnstigen sind u. a.:<\/p>\n<ul>\n<li>Konstitutionelle (anlagebedingte) Erschlaffung der Rachenmuskulatur<\/li>\n<li>Behinderungen der Nasenatmung (z. B. Nasenscheidewandverkr\u00fcmmung, Polypen)<\/li>\n<li>Besonderheiten im Mund- und Rachenraum (z. B. vergr\u00f6\u00dferte Mandeln und Zunge, vergr\u00f6\u00dfertes Gaumenz\u00e4pfchen, zu kleiner Unterkiefer)<\/li>\n<li>\u00dcbergewicht, Adipositas<\/li>\n<li>Bestimmte Substanzen, die zur Erschlaffung der Rachenmuskulatur f\u00fchren (z. B. Alkohol, Schlafmittel)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Hypersomnien zentralen Ursprungs, die nicht durch zirkadiane Rhythmusst\u00f6rungen, schlafbezogene Atmungsst\u00f6rungen oder andere Ursachen eines gest\u00f6rten Schlafs bedingt sind<br \/>\nHypersomnien sind Schlafst\u00f6rungen, die u. a. durch ein exzessives Tagesschlafbed\u00fcrfnis\/eine extreme Tagesschl\u00e4frigkeit gekennzeichnet sind. Betroffene Menschen haben also ein gro\u00dfes Schlafbed\u00fcrfnis am Tag. Zu diesen Schlafst\u00f6rungen z\u00e4hlt z. B. die Narkolepsie (Schlafkrankheit).<\/p>\n<h3>Zirkadiane Rhythmusst\u00f6rungen<\/h3>\n<p>Zirkadiane Schlaf-Wach-Rhythmusst\u00f6rungen treten auf, wenn der innere Schlaf-Wach-Rhythmus nicht an den Hell-Dunkel-Kreislauf angepasst ist. Die innere Uhr ger\u00e4t sozusagen durcheinander und betroffene Menschen k\u00f6nnen nicht einschlafen oder aufwachen, wenn sie dies ben\u00f6tigen w\u00fcrden oder m\u00f6chten. Zirkadiane Rhythmusst\u00f6rungen k\u00f6nnen zu Insomnie und massiver Tagesschl\u00e4frigkeit f\u00fchren. M\u00f6gliche Ursachen sind z. B. Jet-Lag, Schichtarbeit, bestimmte organische Erkrankungen, die Einnahme bestimmter Medikamente und Substanzmittelmissbrauch.<\/p>\n<h3>Parasomnien<\/h3>\n<p>Bei Parasomnien handelt es sich um abnorme schlafgebundene Bewegungen oder Verhaltensweisen w\u00e4hrend dem Schlaf oder w\u00e4hrend des Schlaf-Wach-\u00dcbergangs. Es kann z. B. zu verwirrtem Erwachen, Schlafwandeln, Pavor nocturnus (\u201cNachtangst\u201c, \u201cNachtschreck\u201c), schlafbezogenen Essst\u00f6rungen (Essen im Schlaf) und Albraum-St\u00f6rungen kommen.<\/p>\n<h3>Schlafbezogene Bewegungsst\u00f6rungen<\/h3>\n<p>Bei Menschen mit schlafbezogenen Bewegungsst\u00f6rungen f\u00fchren bestimmte Bewegungen zu Schlafst\u00f6rungen. Hierzu z\u00e4hlen z. B.: Restless-Legs-Syndrom (RLS), eine Schlafst\u00f6rung, bei welcher es am Abend bzw. in der Ruhephase vor dem Einschlafen zu unangenehmen Sensationen (z. B. Unruhegef\u00fchl, eine Art Kribbeln) in den Beinen kommt, periodische Beinbewegungen im Schlaf (PLMS), bei welchen es beim oder nach dem Einschlafen zu einem unwillk\u00fcrlichem Zucken der Beine kommt, welches zumeist nicht wahrgenommen wird, den Schlaf jedoch st\u00f6ren und zu Tagesm\u00fcdigkeit f\u00fchren kann, und schlafbezogener Bruxismus (n\u00e4chtliches Z\u00e4hneknirschen).<\/p>\n<p>Nach ICD (International Classification of Disorders)-10 werden zwei gro\u00dfe Gruppen von Schlafst\u00f6rungen unterschieden, die nichtorganischen und die organischen Schlafst\u00f6rungen.<\/p>\n<h3>Nichtorganische Schlafst\u00f6rungen<\/h3>\n<p>Nichtorganische Schlafst\u00f6rungen (z. B. nichtorganische Insomnie, nichtorganische St\u00f6rungen des Schlaf-Wach-Rhythmus, nichtorganische Parasomnien) sind Schlafst\u00f6rungen, die in Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen oder als Folge von Belastungen und psychischen Faktoren gesehen werden bzw. Schlafst\u00f6rungen, welchen prim\u00e4r eine \u201cemotionale\u201c Ursache zugrunde liegt. M\u00f6gliche Ursachen sind z. B. Angstst\u00f6rungen, Belastungsst\u00f6rungen, affektive St\u00f6rungen (St\u00f6rungen, bei welchen es \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum zu Abweichungen der Stimmung und des Antriebs kommt; z. B. <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/depression-symptome-ursachen-selbsthilfe\/\">Depressionen<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/bipolare-stoerung\/\">bipolare St\u00f6rungen<\/a>) und St\u00f6rungen durch Alkohol und psychotrope (die Psyche ver\u00e4ndernde) Substanzen.<\/p>\n<p>Vor allem bei Patienten mit Depressionen sind Schlafst\u00f6rungen ein gro\u00dfes Problem. Die \u00fcberwiegende Mehrheit aller Betroffenen leidet an Schlafst\u00f6rungen, umgekehrt ist das Depressionsrisiko bei schlafgest\u00f6rten Menschen drei Mal h\u00f6her als bei Menschen ohne Schlafst\u00f6rungen. Dies zeigt auch, dass manche \u201cFaktoren\u201c sowohl (Mit-)Ursache als auch Folge einer Schlafst\u00f6rung sein k\u00f6nnen. So auch z. B. Alkohol \u2013 Alkoholkonsum kann zu Schlafst\u00f6rungen f\u00fchren, andererseits wird Alkohol von manchen Betroffenen f\u00e4lschlicherweise zur Selbstbehandlung von Schlafst\u00f6rungen eingesetzt, was wiederum neue Probleme, u. a. in Bezug aufs Schlafen, nach sich ziehen kann.<\/p>\n<h3>Organische Schlafst\u00f6rungen<\/h3>\n<p>Eine Vielzahl an k\u00f6rperlichen Erkrankungen kann Schlafst\u00f6rungen zur Folge haben. Zwei gro\u00dfe Gruppen von organischen Schlafst\u00f6rungen sind schlafbezogene Atmungsst\u00f6rungen und n\u00e4chtliche Bewegungsst\u00f6rungen. Organische Schlafst\u00f6rungen k\u00f6nnen psychische und physische Folgeerkrankungen nach sich ziehen.<\/p>\n<h2>Folgen von Schlafmangel und Schlafst\u00f6rungen<\/h2>\n<p>W\u00e4hrend dem Schlaf erholen sich K\u00f6rper und Psyche. Ausreichend erholsamer Schlaf ist eine wichtige Grundlage f\u00fcr k\u00f6rperliches und psychisches Wohlbefinden, f\u00fcr eine optimale Konzentrations- und Leistungsf\u00e4higkeit untertags und eine insgesamt gute Lebensqualit\u00e4t. Schlafst\u00f6rungen k\u00f6nnen auf Dauer krank machen und verschiedene Probleme und schwerwiegende Folgen nach sich ziehen, darunter: Schl\u00e4frigkeit untertags, Beeintr\u00e4chtigungen des Ged\u00e4chtnisses\/kognitiver (das Denken betreffender) Funktionen, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwierigkeiten, herabgesetzte Lernf\u00e4higkeit, emotionale Unausgeglichenheit, Stimmungsschwankungen, Angst, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/depression-symptome-ursachen-selbsthilfe\/\">Depression<\/a>, Impulsivit\u00e4t, Beeintr\u00e4chtigung sozialer Beziehungen, Schw\u00e4chung des Immunsystems, erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr \u00dcbergewicht und Fettleibigkeit,<a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/diabetes-mellitus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Diabetes mellitus<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/bluthochdruck\/\">Bluthochdruck<\/a>, Herzkreislauf-Erkrankungen, Herzkrankheiten, Magen-Darm-Erkrankungen und andere Erkrankungen, erh\u00f6hte Unfallgefahr u. v. m.<\/p>\n<h2>Diagnose<\/h2>\n<p>Gelegentliche Probleme beim Ein- und Durchschlafen und andere Probleme in Bezug aufs Schlafen sind normal; fast jeder Mensch leidet gelegentlich unter Schlafst\u00f6rungen, die nach einiger Zeit wieder verschwinden \u2013 von alleine oder indem Betroffene etwas hinsichtlich ihres Schlafverhaltens und ihrer Schlafhygiene \u00e4ndern. Wer jedoch \u00fcber l\u00e4ngere Zeit beim Versuch einzuschlafen lange wach liegt, immer wieder aufwacht und\/oder andere Schlafst\u00f6rungen aufweist, sich durch die gest\u00f6rte Nachtruhe belastet f\u00fchlt und\/oder tags\u00fcber oft m\u00fcde und unkonzentriert ist, sollte einen Arzt aufsuchen und das Problem abkl\u00e4ren lassen.<\/p>\n<p>Erster Ansprechpartner ist der Arzt f\u00fcr Allgemeinmedizin (Hausarzt), welcher bei Bedarf an andere Fach\u00e4rzte verweist (z. B. HNO-Arzt, Facharzt f\u00fcr Neurologie, Facharzt f\u00fcr Innere Medizin, Schlafmediziner etc.). Die Ursachen einer Schlafst\u00f6rung k\u00f6nnen rasch eruiert sein, ebenso kann die Abkl\u00e4rung ein l\u00e4ngerer Prozess sein, welcher den Einbezug von verschiedenen Spezialisten erfordert. Grundlegend wichtig f\u00fcr die Abkl\u00e4rung und Behandlung von Schlafst\u00f6rungen ist die Anamnese, im Rahmen welcher Informationen erhoben werden zu: Vorerkrankungen, eingenommenen Medikamenten, lebensstilassoziierten Aspekten, der Art, der Dauer, dem Rhythmus und dem allgemeinen Verlauf der Schlafst\u00f6rung, dem Schlafverhalten, schlafbeeinflussenden Lebensumst\u00e4nden, Umgebungseinfl\u00fcssen, m\u00f6glichen Vorbehandlungsma\u00dfnahmen (z. B. Schlafmittel), dem Befinden untertags (z. B. m\u00f6gliche Konzentrationsst\u00f6rungen, Leistungsabfall etc.) und anderen Punkten.<\/p>\n<p>Eine k\u00f6rperliche Untersuchung, Laboruntersuchungen und weitere Untersuchungen (z. B. Elektroenzephalographie (EEG)) k\u00f6nnen im Anschluss helfen, die m\u00f6glichen Ursachen des Problems herauszufinden bzw. einzugrenzen. Unter Umst\u00e4nden k\u00f6nnen auch das Erheben eines internistischen, neurologischen und\/oder psychiatrischen Status und bestimmte bildgebende Verfahren veranlasst werden. Ferner kann eine Messung des Schlafprozesses im Schlaflabor aufschlussreich sein. Hierbei wird der Schlaf \u00fcberwacht und es wird eine sogenannte Polysomnographie durchgef\u00fchrt, bei welcher mithilfe von Elektroden und Sensoren verschiedene physiologische Funktionen (Hirnstr\u00f6me, Augenbewegungen, Muskelaktivit\u00e4t, Herzaktivit\u00e4t, Atemfluss, Sauerstoffs\u00e4ttigung u. a.) w\u00e4hrend dem Schlaf aufgezeichnet werden. Welche Untersuchungen durchgef\u00fchrt werden, ob ein Besuch im Schlaflabor erforderlich ist und wie sich die Abkl\u00e4rung genau gestaltet richtet sich ganz nach der individuellen Situation.<\/p>\n<h2>Behandlung &amp; Tipps f\u00fcr einen guten Schlaf<\/h2>\n<p>Die Behandlung h\u00e4ngt von der Art und den Ursachen der Schlafst\u00f6rung und anderen Faktoren ab. Ist eine organische oder psychiatrische Erkrankung die Ursache der Schlafst\u00f6rung, steht die Behandlung\/Behandlungsanpassung dieser im Vordergrund. Allgemeine Ma\u00dfnahmen sind Schlafberatung, Entspannungsmethoden, Methoden zur Strukturierung des Schlaf-Wach-Rhythmus und psychotherapeutische Ma\u00dfnahmen, welche die Schlafqualit\u00e4t positiv beeinflussen k\u00f6nnen sowie medikament\u00f6se Therapien.<\/p>\n<h3>Schlafmittel<\/h3>\n<p>Schlafmittel (Hypnotika) k\u00f6nnen bei Ein- und Durchschlafst\u00f6rungen zum Einsatz kommen, sind h\u00e4ufig jedoch nicht erforderlich. Unterst\u00fctzende pharmakologische Therapien erfolgen zumeist erst dann, wenn nicht-medikament\u00f6se Ma\u00dfnahmen zu keinen Verbesserungen gef\u00fchrt haben. Voraussetzung f\u00fcr eine medikament\u00f6se Therapie ist eine genaue Abkl\u00e4rung der Schlafst\u00f6rung. Zum Einsatz kommen u. a. Benzodiazepine, bestimmte Antidepressiva und pflanzliche Pr\u00e4parate (Phytopharmaka).<\/p>\n<p>Schlafmittel k\u00f6nnen mit einer Reihe von Nebenwirkungen einhergehen, darunter z. B. M\u00fcdigkeit, Schl\u00e4frigkeit und Konzentrationsprobleme am n\u00e4chsten Tag, Kopfschmerzen, Schwindel und Beeintr\u00e4chtigung der Reaktionsf\u00e4higkeit. Pflanzliche Mittel k\u00f6nnen unter Umst\u00e4nden besser vertr\u00e4glich sein. In Bezug auf die Einnahme von Schlafmitteln ist es zudem wichtig zu bedenken, dass die Medikamente mit der Zeit ihre Wirksamkeit verlieren k\u00f6nnen. Bei nicht ordnungsgem\u00e4\u00dfer Anwendung k\u00f6nnen sie zu Gew\u00f6hnungseffekten und Abh\u00e4ngigkeit f\u00fchren, durch das Absetzen kann es auch zu einer vor\u00fcbergehenden Verst\u00e4rkung der Schlafst\u00f6rung kommen. Ferner beeinflussen einige Schlafmittel die Muskelspannung und -kontrolle, was das Risiko f\u00fcr n\u00e4chtliche St\u00fcrze erh\u00f6ht. Aus diesen und anderen Gr\u00fcnden sollten Schlafmittel nur nach Absprache mit einem Arzt, wie besprochen dosiert und nach genauem Lesen des Beipackzettels eingenommen werden.<\/p>\n<h3>Allgemeine schlafverbessernde Ma\u00dfnahmen<\/h3>\n<p>Betroffene einer Schlafst\u00f6rung k\u00f6nnen selbst einiges zu einem erholsameren Schlaf beitragen. Folgende Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnen helfen den Schlaf zu verbessern:<\/p>\n<ul>\n<li>Auf regelm\u00e4\u00dfige Einschlaf- und Weckzeiten achten und individuell erforderliche Schlafmenge (trotz Stress) einhalten.<\/li>\n<li>Auf Schl\u00e4fchen tags\u00fcber verzichten.<\/li>\n<li>Auf frische Luft und ein gutes Raumklima achten.<\/li>\n<li>Matratze, Kopfkissen und Decke sorgsam ausw\u00e4hlen und sich diesbez\u00fcglich bei Bedarf beraten lassen.<\/li>\n<li>Schlafzimmer und Bett sind zum Schlafen da, nicht zum Fernsehen oder Arbeiten. Auf diese Weise assoziiert der K\u00f6rper das Zubettgehen auch als Schlafenszeit.<\/li>\n<li>Aufregungen wie z. B. Diskussionen, Streitereien oder Horrorfilme vor dem Schlafengehen bewusst vermeiden.<\/li>\n<li>Beim Zubettgehen aktiv auf angenehme Gedanken und Bilder fokussieren und Gr\u00fcbeln, Gedankenkreisen und das Nachdenken \u00fcber Probleme bewusst unterbrechen. In diesem Zusammenhang kann es sinnvoll sein, abends kurz Tagebuch zu f\u00fchren und wiederkehrende Gedanken, Probleme und andere Dinge, die den Kopf besch\u00e4ftigen aufzuschreiben.<\/li>\n<li>Besch\u00e4ftigungen am Bildschirm (Handy, Tablet, PC) vor dem Zubettgehen vermeiden.<\/li>\n<li>Ab dem sp\u00e4ten Nachmittag auf koffeinhaltige Getr\u00e4nke (Kaffee, schwarzer und gr\u00fcner Tee, bestimmte Limonaden) verzichten.<\/li>\n<li>Abends auf \u00fcppige Mahlzeiten, fettreiches Essen, scharf gew\u00fcrzte Speisen, bestimmte Obstsorten und zuckerhaltige Lebensmittel verzichten.<\/li>\n<li>Alkoholkonsum reduzieren<\/li>\n<li>Keine intensiven k\u00f6rperlichen Aktivit\u00e4ten vor dem Schlafengehen aus\u00fcben.<\/li>\n<li>Guter Schlaf beginnt tags\u00fcber: Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ern\u00e4hrung, ausreichend Bewegung und m\u00f6glichst wenig Stress wirkt sich positiv auf das Schlafen aus.<\/li>\n<li>Progressive Muskelentspannung, autogenes Training, Meditation und Yoga k\u00f6nnen helfen Stress abzubauen und sich allgemein besser zu entspannen und so zur Linderung von Schlafst\u00f6rungen beitragen.<\/li>\n<li>Tee aus Baldrianwurzel, Hopfen in Teeform, Melissenbl\u00e4ttertee und Lavendelbl\u00fctentee sowie beruhigende B\u00e4der (z. B. aus der Apotheke) k\u00f6nnen bei Schlafst\u00f6rungen wirksam sein.<\/li>\n<li>Abendroutine etablieren: Bewusst f\u00fcr eine sch\u00f6ne Abendgestaltung und einen entspannten Tagesausklang sorgen, durch welchen sich K\u00f6rper und Geist allm\u00e4hlich auf das Schlafengehen einstellen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>*Angaben k\u00f6nnen in der Literatur variieren.<\/p>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2457,7,2408,2444,2413],"tags":[108,2590,188,2588,415,2589],"class_list":["post-2347","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-krankheit","category-leben","category-neurologie","category-psychiatrie","category-psychologie","tag-allgemeinmedizin","tag-insomnie","tag-neurologie","tag-psyhologie","tag-schlaf","tag-schlafstorungen"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2347","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2347\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9956,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2347\/revisions\/9956"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2348"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2347"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2347"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2347"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}