{"id":2345,"date":"2020-07-28T12:36:59","date_gmt":"2020-07-28T12:36:59","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/lungenkrebs-stadien-symptome-diagnose-behandlung\/"},"modified":"2026-02-10T10:15:00","modified_gmt":"2026-02-10T09:15:00","slug":"lungenkrebs-stadien-symptome-diagnose-behandlung","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/lungenkrebs-stadien-symptome-diagnose-behandlung\/","title":{"rendered":"Lungenkrebs &#8211; Stadien, Symptome, Diagnose, Behandlung"},"content":{"rendered":"<h2>Was ist Lungenkrebs?<\/h2>\n<p>Bei Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) handelt es sich um einen b\u00f6sartigen Tumor, der im Lungengewebe entsteht. Lungenkrebs ist eine sehr h\u00e4ufige Art von Krebs und eine, die h\u00e4ufig t\u00f6dlich verl\u00e4uft. Laut Angaben der Statistik Austria war Lungenkrebs 2016 die zweith\u00e4ufigste Krebserkrankung bei M\u00e4nnern und Frauen \u2013 4.877 Patienten wurden in diesem Jahr mit Lungenkrebs diagnostiziert (2.868 M\u00e4nner, 2.009 Frauen), 2017 waren es 4.716 und insgesamt sind in diesem Jahr 3.908 Patienten an Lungenkrebs verstorben.<\/p>\n<p>Bronchialkarzinom ist nicht gleich Bronchialkarzinom \u2013 Lungenkrebs wird grob in zwei Gruppen mit unterschiedlichen Eigenschaften eingeteilt, die Einstufung h\u00e4ngt u. a. mit der Gr\u00f6\u00dfe der Krebszellen zusammen. Unterschieden werden:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom (non small cell lung cancer, NSCLC)<\/strong>: Das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom macht mit etwa 85 Prozent den gr\u00f6\u00dften Teil aller Krebserkrankungen der Lunge aus. Untergruppen sind u. a. Plattenepithelkarzinom, Adenokarzinom und gro\u00dfzelliges Karzinom.<\/li>\n<li><strong>Das kleinzellige Bronchialkarzinom (small cell lung cancer, SCLC)<\/strong>: Das kleinzellige Bronchialkarzinom ist seltener, jedoch aggressiver; es metastasiert (streut) rascher und geht zumeist mit einer schlechteren Prognose einher.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Welchen Tumor ein Betroffener hat wird w\u00e4hrend der Abkl\u00e4rung genau ermittelt. Dies hat einen entscheidenden Einfluss auf die Therapie.<\/p>\n<h2>Ursachen<\/h2>\n<p>Wichtigster Risikofaktor f\u00fcr Lungenkrebs ist aktives und passives Rauchen. Dass Rauchen krebserregend ist, ist vermutlich den meisten Menschen bekannt. Durch Rauchen gelangt eine Vielzahl an krebserregenden Stoffen in die Lunge. Es erh\u00f6ht das Risiko f\u00fcr Lungenkrebs, Blasenkrebs und andere Arten von Krebs; ein gro\u00dfer Teil aller Patienten mit Lungenkrebs bekommt die Krankheit vermutlich durch das Rauchen.<br \/>\nUnd auch f\u00fcr Nichtraucher kann Rauchen ein wichtiger Risikofaktor sein. Auch wenn man selbst nicht an der Zigarette zieht, jedoch mit einem Raucher, der zu Hause oder im Auto raucht zusammen ist oder sich h\u00e4ufig in verrauchter Umgebung aufh\u00e4lt, erh\u00f6ht sich das eigene Risiko an Lungenkrebs zu erkranken. Prinzipiell gilt: Je fr\u00fcher mit dem Rauchen angefangen wird, je mehr Zigaretten geraucht werden und je l\u00e4nger insgesamt geraucht wird, desto h\u00f6her ist das Lungenkrebsrisiko. Eine vorbeugende Ma\u00dfnahme gegen Lungenkrebs mit Soforteffekt ist das Aufh\u00f6ren. Ein Rauchstopp bewirkt, dass keine weiteren gesundheitssch\u00e4digenden Stoffe, die in jeder Zigarette enthalten sind in die Lunge gelangen; und je l\u00e4nger nicht mehr geraucht wird, desto weiter sinkt das Risiko f\u00fcr Lungenkrebs und andere rauchassoziierte Erkrankungen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, vom \u201cmit dem Rauchen aufh\u00f6ren\u201c und nicht vom \u201cdas Rauchen aufgeben\u201c zu sprechen. Denn Raucher, die mit dem Rauchen aufh\u00f6ren geben nichts auf, ganz im Gegenteil. Wie es gelingen kann, mit dem Rauchen aufzuh\u00f6ren, lesen Sie hier.<\/p>\n<p>Weitere Faktoren, die das Risiko f\u00fcr Lungenkrebs erh\u00f6hen k\u00f6nnen sind u. a. Luftverschmutzung (Feinstaub, Verbrennungsprozesse im Stra\u00dfenverkehr und in der Industrie u. a.), das Einatmen von krebserregenden Schadstoffen (z. B. Asbest, Arsen, Cadmium, Chromate, Nickel, Siliziumdioxid, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) und der Kontakt mit ionisierender Strahlung. Obwohl die Arbeitsschutzvorschriften in \u00d6sterreich und anderen L\u00e4ndern streng sind und das Einhalten von Grenzwerten und anderen Schutzma\u00dfnahmen seitens des Arbeitsgebers sichergestellt sein m\u00fcssen, ist es theoretisch m\u00f6glich, in bestimmten Arbeitsumfeldern mit diesen und anderen Schadstoffen\/Quellen in Kontakt zu kommen (z. B. mit Chromaten beim Verchromen oder im Bereich der Chrom-Nickel-Stahl-Produktion, mit ionisierender Strahlung im Bereich des Bergbaus) bzw. vor Jahrzehnten, als Vorschriften diesbez\u00fcglich anders waren, in Ber\u00fchrung gekommen zu sein. So kann Lungenkrebs beispielsweise bei Menschen auftreten, die vor Jahrzehnten mit Asbest in Kontakt gekommen sind. Genetische Faktoren\/Vererbung scheinen bei Lungenkrebs eine eher untergeordnete Rolle zu spielen.<\/p>\n<h2>Stadien<\/h2>\n<p>Beim nicht-kleinzelligen Lungenkrebs wird grob zwischen vier Stadien (I, II, III, IV) unterschieden. Je h\u00f6her das Stadium, desto fortgeschrittener die Erkrankung. Allerdings ist die Stadieneinteilung eigentlich wesentlich komplexer \u2013 die Orientierung erfolgt anhand der sogenannten TNM-Klassifikation: Das \u201cT\u201c steht f\u00fcr Tumor und beschreibt wie gro\u00df dieser ist und wie weit er sich ausgebreitet hat. Das \u201cN\u201c steht f\u00fcr Knoten (lat. nodus) und das \u201cM\u201c f\u00fcr Metastase. F\u00fcr jede Kategorie werden bestimmte Zahlenwerte und Buchstaben vergeben, die Auskunft \u00fcber die Gr\u00f6\u00dfe und Ausdehnung (Tis, T1a-4) des Prim\u00e4rtumors in der Lunge, die Ausdehnung des Lymphknotenbefalls (N0-3) und das Fehlen\/Vorhandensein von Metastasen (M0, M1a-M1c) geben.<\/p>\n<p>Metastasen sind Absiedelungen\/Tochtergeschw\u00fclste vom urspr\u00fcnglichen Tumor. Unterschieden werden lokale, region\u00e4re und Fernmetasen. Lokale Metastasen bilden sich nahe am Tumor, region\u00e4re Metastasen in den Lymphknoten (N) und Fernmetastasen sind Absiedelungen in anderen Organen oder in den Knochen (M). Prinzipiell k\u00f6nnen Tumoren in ganz unterschiedliche Gewebe streuen. Das Bronchialkarzinom metastasiert h\u00e4ufig in die Leber, ins Gehirn, in die Nebennieren und in das Skelettsystem. Die TNM-Klassifikation gibt also zusammengefasst Auskunft \u00fcber die Ausdehnung und das Verhalten des Ursprungtumors, das Fehlen bzw. das Vorhandensein von Lymphknotenmetastasen und das Fehlen bzw. Auftreten von Fernmetastasen. Eine \u201c1\u201c neben einem \u201cN\u201c gibt beispielsweise an, dass mindestens ein Lymphknoten befallen ist, eine \u201c0\u201c neben einem \u201cM\u201c bedeutet wiederum, dass es keinen Hinweis auf Fernmetastasen gibt. Die Klassifikation hilft das Vorgehen bei der Therapie und Nachsorge zu planen und den weiteren Verlauf der Erkrankung und die Heilungschancen besser einzusch\u00e4tzen.<\/p>\n<h3>Fr\u00fchstadien<\/h3>\n<p>Die Stadien I und II gelten allgemein als Fr\u00fchstadien. Sie unterteilen sich in IA und IB (der Tumor ist auf einen Lungenfl\u00fcgel begrenzt) und IIA und IIB (der Tumor ist noch klein, hat aber zus\u00e4tzlich mindestens einen Lymphknoten (N1) an der Wurzel des gleichen Lungenfl\u00fcgels befallen, es gibt jedoch keinen Hinweis auf Fernmetastasen (M0) in anderen Organen; oder der Tumor ist etwas gr\u00f6\u00dfer, es sind aber noch keine Lymphknotenmetastasen vorhanden).<br \/>\nStadium IA entspricht einer Klassifikation von T1 N0 M0, was bedeutet, dass der Tumor kleiner als drei Zentimeter ist, der Hauptbronchus nicht befallen ist und es keine befallenen Lymphknoten und keine Fernmetastasen gibt. Stadium IB entspricht einer Klassifikation von T2 N0 M0. Unterschied zu IA ist, dass der Tumor gr\u00f6\u00dfer ist. Im ersten Stadium hat Lungenkrebs die beste Prognose und kann oftmals noch geheilt werden.<br \/>\nStadium IIA entspricht einer Klassifikation von T1 N1 M0. Stadium IIB entspricht einer Klassifikation von T2 N1 M0\/T3 N0 M0. Im zweiten Stadium kann Lungenkrebs noch heilbar sein.<\/p>\n<h3>Fortgeschrittene Stadien<\/h3>\n<p>Die Stadien III und IV gelten als fortgeschrittene Stadien. Stadium III wird unterteilt in IIIA und IIIB \u2013 die Ausdehnung des Tumors in einem Lungenfl\u00fcgel ist bereits sehr gro\u00df und der Krebs hat den zweiten Lungenfl\u00fcgel oder dessen Lymphknoten befallen.<br \/>\nStadium IIIA entspricht einer Klassifikation von T1 oder T2 N2 M0\/T3 N1, N2 M0. Stadium IIIB entspricht einer Klassifikation von T4, jedes N M0\/jedes T N3 M0. Der Tumor ist weit fortgeschritten, Heilung ist seltener m\u00f6glich.<br \/>\nStadium IV entspricht einer Klassifikation von jedem T, jedem N und M1 \u2013 der Lungenkrebs hat Fernmetastasen gebildet (z. B. in der Leber, im Gehirn, in den Knochen), die Heilungschancen sind allgemein sehr gering.<\/p>\n<p>Bei dieser Darstellung handelt es sich um einen groben \u00dcberblick \u00fcber die TNM-Klassifikation. Bei Unklarheiten und Fragen in Hinblick auf eine Diagnose sollte stets das \u00e4rztliche Gespr\u00e4ch gesucht werden.<\/p>\n<p>Die TNM-Klassifikation kommt mit einigen Unterschieden auch beim kleinzelligen Lungenkrebs zum Einsatz, alternativ wird bei diesem auch grob zwischen begrenztem Stadium (limited disease) und fortgeschrittenem Stadium (extensive disease) unterschieden. Im begrenzten Stadium befindet sich der Tumor in einem Lungenfl\u00fcgel. Im fortgeschrittenen Stadium hat der Tumor die Grenze eines Lungenfl\u00fcgels \u00fcberschritten und ist in benachbarte Gewebe eingewachsen oder hat Absiedelungen in anderen Organen gebildet.<\/p>\n<h2>Symptome<\/h2>\n<p>In fr\u00fchen Stadien verursachen Lungenkarzinome zumeist keine oder nur unspezifische Beschwerden. Kleine Tumoren werden h\u00e4ufig zuf\u00e4llig entdeckt, etwa im Rahmen einer R\u00f6ntgenuntersuchung aus anderem Anlass. Viele Betroffene befinden sich bei der Erstdiagnose bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass vor allem Raucher auch unspezifische Beschwerden\/m\u00f6gliche Symptome ernst nehmen und mit dem Arzt besprechen. Zu diesen z\u00e4hlen u. a.: Neu einsetzender und \u00fcber Wochen anhaltender Husten, Verschlimmerung eines chronischen Hustens, Heiserkeit, Kurzatmigkeit, Schluckbeschwerden, Abgeschlagenheit und M\u00fcdigkeit.<\/p>\n<p>Diese Symptome k\u00f6nnen verschiedene Ursachen haben, darunter schwerwiegende Lungenprobleme wie auch harmlosere Erkrankungen. Bei Rauchern sind es jedoch Warnsignale, die abgekl\u00e4rt werden sollten. Raucher sollten Husten, Brustschmerzen, Atemnot und andere Krankheitszeichen also nicht einfach auf das Rauchen schieben, sondern diese ernst nehmen und nicht zu lange mit dem Arztbesuch warten. Ist Lungenkrebs weiter fortgeschritten, k\u00f6nnen ausgepr\u00e4gtere Symptome wie blutiger Auswurf, Atemnot, Schmerzen und schneller Gewichtsverlust hinzukommen. Haben sich bereits Metastasen in anderen K\u00f6rperregionen gebildet, kommen meist weitere Symptome hinzu. Bei Befall der Leber kann es zu Gewichtsverlust, Schw\u00e4che und M\u00fcdigkeit kommen. Sind die Knochen betroffen, kommt es oft zu Schmerzen, die zun\u00e4chst als Arthrose gedeutet werden k\u00f6nnen und Metastasen im Gehirn k\u00f6nnen verschiedene neurologische Symptome verursachen.<\/p>\n<p>Die Auflistung der hier angef\u00fchrten Symptome dient dem \u00dcberblick und kann unvollst\u00e4ndig sein, auch m\u00fcssen nicht alle hier angef\u00fchrten Symptome im Einzelfall auftreten. Die Krankheitszeichen sind bei Lungenkrebs oft sehr vieldeutig. Im Zweifelsfall oder bei Verdacht auf eine Erkrankung sollte stets das \u00e4rztliche Gespr\u00e4ch gesucht werden.<\/p>\n<h2>Diagnose<\/h2>\n<p>Erster Ansprechpartner ist der Arzt f\u00fcr Allgemeinmedizin (Hausarzt), der den Patienten bei Bedarf an entsprechende Fach\u00e4rzte (z. B. Lungenfacharzt) zuweist. Besteht der Verdacht auf Lungenkrebs, erfolgt zun\u00e4chst eine Basisdiagnostik, um festzustellen, ob es sich tats\u00e4chlich um Lungenkrebs handelt oder nicht. Best\u00e4tigt sich der Verdacht, folgen weitere Untersuchungen, um die genaue Tumorart, den Schweregrad der Erkrankung und andere Faktoren genau abzukl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Zu Beginn steht die Anamnese. Erfragt werden die Krankengeschichte, Erkrankungen in der Familie, das genaue Beschwerdebild, die Rauchgewohnheiten, weitere m\u00f6gliche Risikofaktoren f\u00fcr Lungenkrebs und andere Punkte. Im Anschluss erfolgt die allgemeine k\u00f6rperliche Untersuchung (Abh\u00f6ren der Lunge, Blutdruckmessung etc.), die hilft den allgemeinen Gesundheitszustand zu erfassen. Eine R\u00f6ntgenuntersuchung des Brustkorbs erm\u00f6glicht es, bestimmte Ver\u00e4nderungen im Bereich der Lunge zu erkennen. Tumoren im Lungenrandbereich sind im R\u00f6ntgenbild ab einer Gr\u00f6\u00dfe von mehreren Millimetern sichtbar, solche im zentraleren Bereich der Lunge k\u00f6nnen jedoch schlecht erkennbar sein; um verd\u00e4chtige Ver\u00e4nderungen und das m\u00f6gliche Vorhandensein eines Tumors in der Lunge besser beurteilen zu k\u00f6nnen, kann eine Computertomographie (CT) durchgef\u00fchrt werden, welche detaillierte Bilder der Lunge in hoher Aufl\u00f6sung liefert.<\/p>\n<p>Um Lungenkrebs sicher festzustellen oder auszuschlie\u00dfen muss verd\u00e4chtiges Gewebe untersucht werden. Zu diesem Zweck wird eine Gewebeprobe entnommen und mikroskopisch untersucht. Hierf\u00fcr k\u00f6nnen verschiedene Methoden zum Einsatz kommen, darunter u. a. die Bronchoskopie (Lungenspiegelung) und die Feinnadelaspiration unter Ultraschall- oder CT-Kontrolle. Bei einer Bronchoskopie wird ein spezielles Endoskop \u00fcber Mund oder Nase in die Luftr\u00f6hre und weiter bis in die Bronchien eingef\u00fchrt. Dies erm\u00f6glicht einen direkten Blick ins Innere, au\u00dferdem k\u00f6nnen w\u00e4hrend der Untersuchung mit speziellen Instrumenten Gewebeproben aus der Lunge entnommen werden. Wenn sich anders keine Gewebeprobe entnehmen l\u00e4sst bzw. wenn es mittels Bronchoskopie nicht m\u00f6glich ist, verd\u00e4chtiges Gewebe zu erreichen, wird eine Nadelaspiration durchgef\u00fchrt, f\u00fcr welche eine sehr feine Nadel von au\u00dfen in die Lunge gef\u00fchrt wird. Um die ben\u00f6tigte Probe tats\u00e4chlich aus dem verd\u00e4chtigen Lungenareal zu gewinnen, wird die Punktion unter Ultraschall- oder CT-Kontrolle durchgef\u00fchrt. Die entnommenen Proben werden in einem spezialisierten Labor aufgearbeitet und untersucht, bestimmt wird u. a., ob es sich um einen b\u00f6sartigen Tumor handelt und, falls dies der Fall ist, welche Tumorart vorliegt.<\/p>\n<p>Ist die Diagnose \u201cLungenkrebs\u201c gesichert, gilt es u. a. festzustellen, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist (Stadienbestimmung, \u201cStaging\u201c). Hierf\u00fcr stehen verschiedene Untersuchungen zur Verf\u00fcgung, darunter CT mit Kontrastmittel, Magnetresonanztomographie (MRT), Ultraschalluntersuchung, Thorakoskopie, Mediastinoskopie, Positronenemissionstomographie (PET) und PET\/CT, Knochenszintigraphie in Kombination mit CT oder Ultraschall u. a. Nicht alle Untersuchungen werden bei jedem Patienten durchgef\u00fchrt. Je nach Situation sind manche erforderlich und andere nicht, um die Therapie zu planen. Manche Untersuchungen k\u00f6nnen bei manchen Patienten aufgrund bestimmter Vorerkrankungen nicht m\u00f6glich sein. Welche Untersuchungen durchgef\u00fchrt werden und wie sich die Abkl\u00e4rung und Stadienbestimmung genau gestalten richtet sich ganz nach der individuellen Situation des Patienten.<\/p>\n<h2>Behandlung<\/h2>\n<p>Steht die Diagnose fest, wird nach der bestm\u00f6glichen Therapie gesucht. Die Behandlung richtet sich nach dem Tumor-Typ, danach wie fortgeschritten die Erkrankung ist, nach dem Gesundheitszustand des Patienten und anderen Faktoren. Die Therapie wird f\u00fcr jeden Patienten individuell angepasst und im Rahmen eines Tumorboards diskutiert. Bei einem Tumorboard sind \u00c4rzte unterschiedlicher Fachrichtungen (z. B. Onkologen, Radiologen, Internisten, Chirurgen, Strahlenmediziner, Pathologen) anwesend, um die Situation und Behandlungsm\u00f6glichkeiten eines Patienten zu pr\u00fcfen und zu diskutieren und die im Einzelfall beste Therapie zu finden. Je nach Situation kommen f\u00fcr Patienten mit einem Bronchialkarzinom verschiedene Behandlungen in Frage, darunter Operation, Chemotherapie, Bestrahlung, zielgerichtete und immuntherapeutische Behandlungen. Ist eine Behandlung auf Heilung ausgerichtet, ist von einer kurativen Therapie die Rede, ist Heilung nicht mehr m\u00f6glich, spricht man von einer palliativen Therapie. Sie ist zusammengefasst darauf ausgerichtet Beschwerden zu mildern und die Lebenszeit zu verl\u00e4ngern.<\/p>\n<p>Bei Lungenkrebs im Fr\u00fchstadium, welcher operiert werden kann bestehen h\u00e4ufig Heilungschancen. Im Rahmen der Operation wird versucht das befallene Lungengewebe inklusive Randsaum aus gesundem Gewebe (um m\u00f6glichst sicherzustellen, dass keine Krebszellen zur\u00fcckbleiben) zu entfernen. Der Umfang der Operation h\u00e4ngt u. a. von der Gr\u00f6\u00dfe und vom Sitz des Tumors ab. In fr\u00fchen Erkrankungsstadien kann es ausreichend sein, den befallenen Lungenlappen und die damit verbundenen Lymphknoten zu entfernen (Lobektomie). W\u00e4chst der Krebs in zwei Lungenlappen, werden beide entfernt (Bilobektomie). Im Fall von gro\u00dfen Tumoren kann es erforderlich sein, mehr zu entnehmen, beispielsweise einen gesamten Lungenfl\u00fcgel (Pneumonektomie). Ob eine Operation eine Behandlungsoption darstellt und sinnvoll ist, wird im Vorfeld genau \u00fcberpr\u00fcft.<\/p>\n<p>Bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs in fr\u00fchem Stadium kann eine Operation ausreichend sein, h\u00e4ufig erfolgt danach jedoch eine erg\u00e4nzende Chemotherapie, um zu verhindern, dass Tumorzellen Metastasen in anderen Organen bilden. Auch zum Einsatz kommen kann eine Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie, bei fortgeschrittenem Lungenkrebs kann eine Chemotherapie auch vor einer Operation erfolgen, um den Tumor zu verkleinern und bessere Voraussetzungen f\u00fcr die Operation zu schaffen. Bei kleinzelligem Lungenkrebs ist Chemotherapie die wichtigste Behandlungsmethode. Wird sie mit Bestrahlung kombiniert, ist von Radiochemotherapie die Rede. Bei bestimmten Formen des Lungenkarzinoms kann unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Immuntherapie zum Einsatz kommen. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen Beschwerden (z. B. Schmerzen, Husten, Atemnot), m\u00f6gliche Komplikationen und Nebenwirkungen von Therapien (z. B. Nebenwirkungen einer Chemotherapie) entsprechend behandelt werden, au\u00dferdem ist es wichtig, dass Patienten psychisch versorgt und bei der Krankheitsbew\u00e4ltigung unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[2457,2411,2463],"tags":[3238,292,216,482,324,75,688],"class_list":["post-2345","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-krankheit","category-onkologie","category-pneumologie","tag-innere-medizin-u-pneumologie","tag-interne-medizin","tag-krebs","tag-lunge","tag-lungenheilkunde","tag-onkologie","tag-tumor"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2345","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2345\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9841,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2345\/revisions\/9841"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2346"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2345"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2345"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2345"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}