{"id":2335,"date":"2020-08-04T13:36:15","date_gmt":"2020-08-04T13:36:15","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/mumps\/"},"modified":"2024-04-02T09:43:12","modified_gmt":"2024-04-02T07:43:12","slug":"mumps","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/mumps\/","title":{"rendered":"Mumps &#8211; Ursache, Symptome, Behandlung"},"content":{"rendered":"<h2>Was ist Mumps?<\/h2>\n<p>Mumps ist eine hoch ansteckende, durch Viren verursachte Infektionserkrankung. Sie gilt als &#8216;Kinder-Krankheit&#8217;, kann aber in jedem Lebensalter auftreten. Der Erreger wird \u00fcber Tr\u00f6pfchen beim Sprechen, Niesen oder Husten \u00fcbertragen. Die \u00dcbertragung kann auch durch direkten Kontakt mit Speichel zum Beispiel beim K\u00fcssen erfolgen. Seltener ist eine indirekte \u00dcbertragung durch gemeinsames Benutzen von Besteck, Gl\u00e4sern etc.. Eine Ansteckung mit Mumps ist ganzj\u00e4hrig m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Zwei Tage vor bis vier Tage nach Beginn der Erkrankung sind Patienten am ansteckendsten. Insgesamt k\u00f6nnen Infizierte sieben Tage vor und bis zu neun Tage nach dem typischen Anschwellen der Ohrspeicheldr\u00fcsen das Mumps-Virus an andere Menschen weitergeben. Um andere vor einer Ansteckung zu sch\u00fctzen, sollten Erkrankte den Kontakt zu Mitmenschen nach M\u00f6glichkeit einschr\u00e4nken. Mumps-Patienten sollten auch erst nach Abklingen der Symptome wieder Gemeinschaftseinrichtungen wie Schule, Kindergarten, Universit\u00e4t etc. besuchen, fr\u00fchestens aber f\u00fcnf Tage nach Krankheitsausbruch.<\/p>\n<p>Typische Krankheitssymptome von Mumps sind Schwellungen im Bereich der Ohren, M\u00fcdigkeit und Fieber. Im ersten Krankheitsstadium kommt es meist zu einseitigen Schmerzen zun\u00e4chst im Bereich einer Ohrspeicheldr\u00fcse. Oft erstrecken sich die Beschwerden nach einigen Tagen auch auf das zweite Ohr. Die Speicheldr\u00fcsen schwellen an, der Mumps-Erkrankte ist schl\u00e4frig und abgeschlagen. Manchmal k\u00f6nnen auch \u00dcbelkeit und Fieber auftreten. Beim Kauen treten meist heftige Schmerzen auf.<br \/>\nDie Schwellungen der Ohrspeicheldr\u00fcsen klingen nach drei bis acht Tagen wieder ab. Nach etwa 14 Tagen ist die Mumps-Infektion normalerweise v\u00f6llig ausgeheilt. Eine einmal \u00fcberstandene Krankheit sch\u00fctzt lebenslang vor einer Neuinfektion.<\/p>\n<p>Die Krankheit ist wegen ihrer m\u00f6glichen Sp\u00e4tfolgen gef\u00fcrchtet: Vor allem bei M\u00e4nnern kann die Infektion zu einer Entz\u00fcndung der Hoden und im schlimmsten Fall zu Unfruchtbarkeit f\u00fchren. Auch Gehirn- oder Gehirnhautentz\u00fcndung sind m\u00f6gliche Folgen der Virusinfektion.<br \/>\nDie Zeit von Ansteckung bis Ausbruch von Mumps (Inkubationszeit) betr\u00e4gt 16 bis 18 Tage. Eine vorbeugende Schutzimpfung (MMR-Impfung) sch\u00fctzt vor der Erkrankung. Sie wird in \u00d6sterreich Babys im Zuge des Mutter-Kind-Passes verabreicht. Auch Erwachsene k\u00f6nnen die Impfung in jedem Lebensalter nachholen.<\/p>\n<h2>Ursache<\/h2>\n<p>Mumps ist ein Infektionskrankheit, die vom Mumpsvirus verursacht wird. Das Mumpsvirus geh\u00f6rt der Familie der Paramyxoviren an (Auch Masern- und Parainfluenzaviren geh\u00f6ren dieser Gruppe an). Es ist fadenf\u00f6rmig aufgebaut und von einer H\u00fclle umgeben. Das Virus ist hoch ansteckend und wird \u00fcber Tr\u00f6pfcheninfektion verbreitet. Es gelangt \u00fcber den Nasenrachenraum in den K\u00f6rper und vermehrt sich in den Speicheldr\u00fcsen und im Atmungstrakt.<\/p>\n<h2>Symptome<\/h2>\n<p>Charakteristisch bei Mumps ist die entz\u00fcndliche schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldr\u00fcsen. Nach ein bis zwei Tagen mit untypischen Beschwerden, manchmal auch ohne Vorboten, schwillt zun\u00e4chst die Ohrspeicheldr\u00fcse einer Seite an. Meist entsteht die Schwellung ein bis zwei Tage sp\u00e4ter auch auf der anderen Seite. Betroffene Kinder klagen oft \u00fcber Schmerzen beim Kauen, in den Ohren oder beim Bewegen des Kopfes. Typisch ist auch das Erscheinungsbild des Gesichts: Die Ohrl\u00e4ppchen stehen ab, und \u00fcber der teigigen Schwellung der Dr\u00fcsen ist die Haut geschwollen und gespannt. Andere Speicheldr\u00fcsen k\u00f6nnen mit betroffen oder auch isoliert befallen sein. Die Schwellungen gehen nach einigen Tagen zur\u00fcck. Die Erkrankung kann mit Fieber um 38 Grad Celsius, aber auch ohne Fieber verlaufen.<br \/>\nManchmal treten im Verlauf einer Mumpserkrankung gef\u00e4hrliche Komplikationen auf. Dazu z\u00e4hlen:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Gehirnentz\u00fcndung (Enzephalitis)<\/strong>: Bei bis zu zehn Prozent der Betroffenen kann das Virus auch das Zentralnervensystem befallen. Die Folge ist eine Mumps-Enzephalitis, eine durch das Mumps-Virus hervorgerufene Gehirnentz\u00fcndung.<\/li>\n<li><strong>Hodenentz\u00fcndung und Eierstockentz\u00fcndung<\/strong>: Etwa 15 bis 30 Prozent der an Mumps erkrankten M\u00e4nner entwickeln eine Hodenentz\u00fcndung, ein Prozent der Frauen eine Eierstockentz\u00fcndung. Diese Entz\u00fcndungen treten vier bis acht Tage nach den ersten Krankheitssymptomen, n\u00e4mlich der Ohrspeicheldr\u00fcsenentz\u00fcndung, auf und klingen nach einer Woche wieder ab. Vor allem die Hodenentz\u00fcndung kann gef\u00e4hrliche Sp\u00e4tfolgen haben, denn wenn beide Hoden entz\u00fcndet sind, so ist Impotenz eine m\u00f6gliche Folge.<\/li>\n<li><strong>Bauchspeicheldr\u00fcsenentz\u00fcndung<\/strong>: Davon sind etwa vier Prozent der Erkrankten betroffen.<\/li>\n<li><strong>Taubheit<\/strong>: Bei etwa vier Prozent der Infizierten ist Taubheit eine Sp\u00e4tfolge.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Weitere Komplikationen betreffen Schilddr\u00fcsenentz\u00fcndungen und An\u00e4mien sowie vor allem bei Kindern zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr die Gehirnhautentz\u00fcndung (Meningitis).<\/p>\n<h2>Diagnose<\/h2>\n<p>Meist stellt der Arzt anhand des typischen Erscheinungsbildes fest, ob ein Kind tats\u00e4chlich Mumps hat. Ein charakteristisches Anzeichen einer Mumpserkrankung ist die deutliche Schwellung der Ohrspeicheldr\u00fcsen. Achtung: Manche anderen Erkrankungen wie eitrige Entz\u00fcndungen der Ohrspeicheldr\u00fcsen, Lymphknotenentz\u00fcndungen oder Sekretstauungen durch Speichelsteine verlaufen mit \u00e4hnlichen Beschwerden. Wichtig f\u00fcr den Arzt ist es daher, zu wissen, ob der Erkrankte zuvor Kontakt mit anderen Mumps-Betroffenen hatte und\/oder geimpft ist.<\/p>\n<p>Um die Diagnose abzusichern, steht eine Laboruntersuchung zur Verf\u00fcgung. Bei diesem IgM-Antik\u00f6rpertest erfolgt der Nachweis spezifischer Antik\u00f6rper im Rahmen einer Blutuntersuchung. Dabei wird das Blutserum mit Mumps-Viren angereichert. Liegt ein Virus vor, bilden sich IgM-Antik\u00f6rper, die bereits am ersten Krankheitstag auftreten und somit eine Infektion best\u00e4tigen. Meist ist es aber nicht notwendig, diese Laboruntersuchung durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<h2>Behandlung<\/h2>\n<p>Eine Therapie gegen Mumps gibt es nicht. Die einzige M\u00f6glichkeit, um sich zu sch\u00fctzen, ist eine vorbeugende Impfung. Daher kommen zur Behandlung nur beschwerdelindernde Ma\u00dfnahmen wie milde lokale W\u00e4rme und Schmerzmittel in Frage. Wichtig sind auch Bettruhe und ausreichende Fl\u00fcssigkeitszufuhr (Tee und Wasser). Wegen der Beschwerden beim Kauen sollte auf weiche Speisen geachtet werden. S\u00e4urehaltige Speisen und Getr\u00e4nke f\u00f6rdern den Speichelfluss und verst\u00e4rken die Schmerzen. Daher ist zu raten, beispielsweise Fruchts\u00e4fte zu meiden. Eventuell k\u00f6nnen leichte Schmerzmittel gegeben werden. Bei Komplikationen wie einer ausgepr\u00e4gter Gehirn- oder Hodenentz\u00fcndung ist eine Behandlung mit Kortikosteroiden angezeigt.<\/p>\n<h2>Welcher Arzt behandelt Mumps?<\/h2>\n<p>Mumps wird bei Kindern von <a href=\"\/suche\/kinderarzt\">Fach\u00e4rzten f\u00fcr Kinder- und Jugendheilkunde<\/a>, bei Erwachsenen meist von <a href=\"\/suche\/praktischer-arzt\">Allgemeinmedizinern <\/a>behandelt.<\/p>\n<h2>Welche Folgen kann Mumps haben?<\/h2>\n<p>Im Allgemeinen verl\u00e4uft Mumps im Kindesalter recht harmlos. Allerdings sind Komplikationen bekannt, die mit zunehmendem Alter der Patienten h\u00e4ufiger vorkommen. Manche davon k\u00f6nnen gravierende Sp\u00e4tfolgen nach sich ziehen. Dazu z\u00e4hlen vor allem:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>die Hodenentz\u00fcndung und die Eierstockentz\u00fcndung<\/strong>: Sie f\u00fchren bei 13 Prozent der Betroffenen zu einer eingeschr\u00e4nkten Fruchtbarkeit, in seltenen F\u00e4llen zum vollst\u00e4ndigen Verlust der Fruchtbarkeit.<\/li>\n<li><strong>die Innenohrentz\u00fcndung oder eine Entz\u00fcndung des Geh\u00f6rnervs<\/strong>: Sie f\u00fchrt in sehr seltenen F\u00e4llen zu einer bleibenden Innenohrschwerh\u00f6rigkeit.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Wie kann man Mumps vorbeugen?<\/h2>\n<p>Die vorbeugende Schutzimpfung besteht aus zwei Teilimpfungen. Im Rahmen des Mutter-Kind-Passes wird diese als Masern-Mumps-R\u00f6teln-Kombinationsimpfung (MMR-Impfung) durchgef\u00fchrt. Die erste Teilimpfung erfolgt im Alter zwischen 14 und 24 Monaten, die zweite Dosis wird zwischen 15 und 23 Monaten verabreicht.<br \/>\nErwachsene, die nie oder nur einmalig geimpft wurden, k\u00f6nnen den Impfschutz in jedem Lebensalter nachholen.<br \/>\nDie Schutzrate betr\u00e4gt 95 Prozent.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2448,23,2457],"tags":[108,2657,177,2584],"class_list":["post-2335","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-innere-medizin","category-kinder-und-jugendheilkunde","category-krankheit","tag-allgemeinmedizin","tag-gehirnhautentzundung","tag-kinderheilkunde","tag-mumps"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2335","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2335\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10011,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2335\/revisions\/10011"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2336"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2335"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2335"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2335"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}