{"id":2316,"date":"2024-07-18T16:21:01","date_gmt":"2024-07-18T14:21:01","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/herzrhythmusstoerungen-formen-ursache-symptome-behandlung\/"},"modified":"2024-08-21T10:18:19","modified_gmt":"2024-08-21T08:18:19","slug":"herzrhythmusstoerungen-formen-ursache-symptome-behandlung","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/herzrhythmusstoerungen-formen-ursache-symptome-behandlung\/","title":{"rendered":"Herzrhythmusst\u00f6rungen &#8211; Formen, Ursache, Symptome, Behandlung"},"content":{"rendered":"<h2>Was ist eine Herzrhythmusst\u00f6rung?<\/h2>\n<p>Normalerweise schl\u00e4gt das menschliche Herz unter Ruhebedingungen im Wachzustand regelm\u00e4\u00dfig mit einer Frequenz von etwa 60 bis 100 Schl\u00e4gen pro Minute. Abweichungen vom normalen Takt werden als Herzrhythmusst\u00f6rungen bezeichnet. Das Herz schl\u00e4gt dann zu langsam, zu schnell und\/oder unregelm\u00e4\u00dfig.<\/p>\n<p>Diese sogenannten Arrhythmien treten sowohl bei Herzkranken als auch bei Herzgesunden auf, k\u00f6nnen mit oder ohne Beschwerden verlaufen und sind entweder harmlos oder Zeichen einer anderen Erkrankung. Beschwerden durch Herzrhythmusst\u00f6rungen k\u00f6nnen sich auf verschiedene Arten pr\u00e4sentieren. Manche Patienten sind unter den Arrhythmien komplett beschwerdefrei. Daneben k\u00f6nnen sich Herzrhythmusst\u00f6rungen aber mit Beschwerden wie \u201eAussetzern\u201c oder Herzklopfen bis zu Kurzatmigkeit, Schw\u00e4cheanf\u00e4llen oder Bewusstlosigkeit manifestieren. Im schlimmsten Fall k\u00f6nnen bestimmte Herzrhythmusst\u00f6rungen, zumeist aus der Herzkammer, ein lebensbedrohliches Krankheitsbild darstellen.<\/p>\n<p>Was bestimmte Formen von Herzrhythmusst\u00f6rungen wie das Vorhofflimmern betrifft, so k\u00f6nnen sie unbehandelt langfristig zur Entstehung oder Verschlimmerung einer Herzschw\u00e4che f\u00fchren oder das Risiko f\u00fcr Schlaganfall erh\u00f6hen. Daher ist eine genaue Identifizierung und Therapie der zugrundeliegenden Herzrhythmusst\u00f6rung wichtig.<\/p>\n<p>Es gibt verschiedene Arten von Herzrhythmusst\u00f6rungen und zahlreiche M\u00f6glichkeiten der Einteilung. F\u00fcr das Verst\u00e4ndnis von Herzrhythmusst\u00f6rungen ist zun\u00e4chst eine kurze Erkl\u00e4rung des Reizleitungssystems des menschlichen Herzens notwendig.<\/p>\n<h3><b>Wie sieht das Erregungsleitungssystem des menschlichen Herzens aus?<\/b><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das nat\u00fcrliche Erregungsleitungssystem des Herzens stellt sicher, dass der elektrische Strom im Herzen geordnet entsteht und weitergeleitet wird \u2013 und damit zur geordneten Kontraktion (Zusammenziehen) des Herzmuskels beitr\u00e4gt. Dieses System der Weiterleitung des elektrischen Stromes besteht aus mehreren Komponenten.<\/span><\/p>\n<h4><b style=\"color: revert; font-size: revert;\">Sinusknoten (SA-Knoten)\u00a0<\/b><\/h4>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Der Sinusknoten, auch als nat\u00fcrlicher Schrittmacher des Herzens bekannt, befindet sich im rechten Vorhof (Vorkammer) nahe der Einm\u00fcndung der oberen Hohlvene. Er erzeugt spontan elektrische Impulse, die die Herzfrequenz bestimmen und sich \u00fcber die Vorh\u00f6fe ausbreiten.<\/span><\/p>\n<h4><b> Atrioventrikularknoten (AV-Knoten)<\/b><\/h4>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Der AV-Knoten liegt an der Grenze zwischen Vorh\u00f6fen und Ventrikeln. Er empf\u00e4ngt die Impulse vom Sinusknoten und verz\u00f6gert sie leicht, um sicherzustellen, dass die Vorh\u00f6fe vollst\u00e4ndig entleert werden, bevor die Hauptkammern kontrahieren.\u00a0<\/span><\/p>\n<h4><b>His-B\u00fcndel\u00a0\u00a0<\/b><\/h4>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Vom AV-Knoten ausgehend, leitet das His-B\u00fcndel die elektrischen Impulse weiter. Es verl\u00e4uft entlang der Herzscheidewand und teilt sich in zwei Kammerschenkel.<\/span><\/p>\n<h4><b style=\"color: initial;\">Kammerschenkel (Tawara-Schenkel)<\/b><\/h4>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Diese Schenkel, die in die rechte und linke Hauptkammer f\u00fchren, verteilen die elektrischen Impulse weiter in die Ventrikelmuskulatur. Von diesen Kammerschenkeln wird der Strom \u00fcber ein System von feinen Fasern, den sogenannten Purkinje-Fasern, im gesamten Herzen verteilt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Der Ablauf beginnt mit der Erzeugung eines elektrischen Impulses im Sinusknoten, der sich \u00fcber die Vorh\u00f6fe ausbreitet und deren Kontraktion ausl\u00f6st. Nach einer kurzen Verz\u00f6gerung im AV-Knoten wird der Impuls \u00fcber das His-B\u00fcndel und die Kammerschenkel in die Purkinje-Fasern geleitet, wodurch die Ventrikel kontrahieren und Blut in die Lungenarterie und die K\u00f6rperschlagader pumpen.<\/span><\/p>\n<h2>Was ist die Ursache einer Herzrhythmusst\u00f6rung?<\/h2>\n<p>Die h\u00e4ufigste Ursache f\u00fcr Herzrhythmusst\u00f6rungen sind Erkrankungen des Herzens wie etwa eine Einengung der Herzkranzgef\u00e4\u00dfe oder Herzschw\u00e4che. Arrythmien k\u00f6nnen aber auch ein Begleitsymptom von Stoffwechselerkrankungen wie z.B. Schilddr\u00fcsenfunktionsst\u00f6rungen sein.<\/p>\n<p>Herzrhythmusst\u00f6rungen k\u00f6nnen, m\u00fcssen aber nicht zwingend krankhafte Ursachen haben. Sie k\u00f6nnen auch bei gesunden Menschen vorkommen.<\/p>\n<p>\u00c4u\u00dfere Ursachen f\u00fcr Arrhythmien sind:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Psychische Erregungszust\u00e4nde<\/strong>: Nervosit\u00e4t, Aufregung und Angst k\u00f6nnen den Herzrhythmus durcheinander bringen.<\/li>\n<li><strong>Nebenwirkungen von Medikamenten<\/strong>: Manche Medikamente zur Behandlung von Depressionen sowie bestimmte Betablocker k\u00f6nnen zu Herzrhythmusst\u00f6rungen f\u00fchren.<\/li>\n<li><strong>Mangelzust\u00e4nde<\/strong>: Herzrhythmusst\u00f6rungen treten oft in Folge eines unausgewogenen Mineralstoffhaushalts auf. Besonders empfindlich reagiert das Herz auf einen Mangel an Kalzium, Phosphor, Kalium und Magnesium.<\/li>\n<li><strong>\u00dcberm\u00e4\u00dfiger Koffeinkonsum<\/strong> (Kaffee, Cola, Energy-Drinks) Alkohol- und Drogenmissbrauch<\/li>\n<\/ul>\n<p>Organische Ursachen f\u00fcr Arrhythmien sind:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Herzerkrankungen<\/strong>: Koronare Herzerkrankung, Herzschw\u00e4che (Herzinsuffizienz), Herzmuskelentz\u00fcndung, Herzklappenfehler und Bluthochdruck: Durch die verminderte Sauerstoffversorgung oder eine direkte Sch\u00e4digung, kann das Herz nicht mehr richtig arbeiten.<\/li>\n<li><strong>Begleitsymptom bei Stoffwechselst\u00f6rungen<\/strong>: Herzrhythmusst\u00f6rungen treten manchmal in Zusammenhang mit einer Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion (Hyperthyreose) oder einer Schilddr\u00fcsenunterfunktion (Hypothyreose) oder im Zuge hormoneller (endokriner) Erkrankungen auf.<\/li>\n<li>Angeborene Anomalien des Herzens<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Welche Symptome gibt es bei einer Herzrhythmusst\u00f6rung?<\/h2>\n<p>Je nach Form treten bei Herzrhythmusst\u00f6rungen unterschiedliche Symptome auf. Extrasystolen vermitteln dem Betreffenden h\u00e4ufig ein Gef\u00fchl von Herzstolpern oder Aussetzern der Herzaktivit\u00e4t. Starke Ver\u00e4nderungen der Herzfrequenz f\u00fchren zu einem Abfall des vom Herzen transportierten Blutvolumens. Als Folge kommt es zu einer Mangeldurchblutung, die mit Schwindel und Ohnmacht einhergeht.<\/p>\n<p>Allgemeine Symptome sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Herzstolpern<\/li>\n<li>Herzrasen und Herzklopfen<\/li>\n<li>Benommenheit und Schwindel<\/li>\n<li>reduzierte Belastbarkeit<\/li>\n<li>kurzzeitige Bewusstseinsverluste (Ohnmachtsanf\u00e4lle)<\/li>\n<li>Schmerzen in der Herzgegend<\/li>\n<li>vor\u00fcbergehende Seh- und Sprachst\u00f6rungen<\/li>\n<\/ul>\n<h2><b>Formen von Herzrhythmusst\u00f6rungen<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">St\u00f6rungen in diesem System in Form einer St\u00f6rung der Erregungsbildung bzw. Erregungsweiterleitung k\u00f6nnen zu Herzrhythmusst\u00f6rungen f\u00fchren. Dabei werden bradykarde (langsame) Herzrhythmusst\u00f6rungen (Herzfrequenz &lt;60\/min) von tachykarden Herzrhythmusst\u00f6rungen (Herzfrequenz &gt;100\/min) unterschieden. Eine weitere Unterscheidung wird anhand des Ursprungs der Arrhythmie vorgenommen (supraventrikul\u00e4r: Entstehung im oberen Teil des Herzens, \u00fcber dem AV-Knoten; ventrikul\u00e4r: Entstehung im unteren Teil des Herzens, in den Herzkammern). Als Faustregel gilt, dass supraventrikul\u00e4re Herzrhythmusst\u00f6rungen tendenziell ungef\u00e4hrlich und ventrikul\u00e4re Herzrhythmusst\u00f6rungen eher gef\u00e4hrliche Arrhythmien darstellen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Langsame (bradykarde) Herzrhythmusst\u00f6rungen werden in aller Regel mit sogenannten Herzschrittmachersystemen behandelt. Im Folgenden wird die Einteilung, Diagnostik und Therapie von tachykarden (schnellen) Herzrhythmusst\u00f6rungen behandelt.<\/span><\/p>\n<h3><strong style=\"color: revert; font-size: revert;\">Supraventrikul\u00e4re Herzrhythmusst\u00f6rungen<\/strong><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Supraventrikul\u00e4re Herzrhythmusst\u00f6rungen (SVT) sind Herzrhythmusst\u00f6rungen, die ihren Ursprung oberhalb der Ventrikel, also im Bereich der Vorh\u00f6fe, des AV-Knotens oder des His-B\u00fcndels haben. Sie k\u00f6nnen weiter in verschiedene Typen unterteilt werden:<\/span><\/p>\n<h4><strong>Sinustachykardie<\/strong><\/h4>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Hierbei handelt es sich um eine zumeist komplett harmlose erh\u00f6hte Herzfrequenz (&gt;100 Schl\u00e4ge pro Minute), die vom Sinusknoten ausgeht. Ursachen k\u00f6nnen k\u00f6rperliche Anstrengung, Stress, Fieber oder eine \u00dcberfunktion der Schilddr\u00fcse sein.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-weight: 400;\"><strong>Vorhofflimmern<\/strong>\u00a0<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Dies ist die h\u00e4ufigste Herzrhythmusst\u00f6rung des Menschen. Es handelt sich um eine unregelm\u00e4\u00dfige und oft schnelle Herzfrequenz, bei der die Vorh\u00f6fe unkoordiniert elektrisch erregt werden. Vorhofflimmern erh\u00f6ht das Risiko f\u00fcr Schlaganf\u00e4lle und Herzschw\u00e4che. Zudem ist Vorhofflimmern sehr oft mit anderen Erkrankungen, wie Bluthochdruck, \u00dcbergewicht oder einer koronaren Herzerkrankung assoziiert.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-weight: 400;\"><strong>Vorhofflattern<\/strong>\u00a0<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Diese Rhythmusst\u00f6rung ist durch regelm\u00e4\u00dfige, aber schnelle Kontraktionen der Vorh\u00f6fe gekennzeichnet. Es entsteht eine kreisende Erregung in den Vorh\u00f6fen, meist mit einer Frequenz von etwa 250 bis 350 Schl\u00e4gen pro Minute. Auch hier besteht in vielen F\u00e4llen ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr einen Schlaganfall durch verschleppte Blutgerinnsel aus dem Herzen.<\/span><\/p>\n<h4><strong>AV-Knoten-Reentry-Tachykardie (AVNRT)<\/strong><\/h4>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Dies ist eine der h\u00e4ufigsten pl\u00f6tzlich auftretenden supraventrikul\u00e4ren Tachykardien. Sie entsteht durch eine kreisende Erregung im oder nahe dem AV-Knoten. Diese Herzrhythmusst\u00f6rung tritt sehr oft im j\u00fcngeren Erwachsenenalter auf und stellt eine komplett ungef\u00e4hrliche Arrhythmie dar.<\/span><\/p>\n<h3><strong style=\"color: revert; font-size: revert;\">Ventrikul\u00e4re Herzrhythmusst\u00f6rungen<\/strong><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ventrikul\u00e4re Herzrhythmusst\u00f6rungen (VT) haben ihren Ursprung in den Ventrikeln. Sie sind zumeist gef\u00e4hrlicher als supraventrikul\u00e4re Arrhythmien.<\/span><\/p>\n<h4><strong>Ventrikul\u00e4re Extrasystolen (VES)<\/strong><\/h4>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Dies sind zus\u00e4tzliche Schl\u00e4ge, die von den Ventrikeln ausgehen. Einzelne VES sind oft harmlos, k\u00f6nnen aber bei geh\u00e4uftem Auftreten Symptome bis zur Entstehung einer Herzschw\u00e4che beg\u00fcnstigen.<\/span><\/p>\n<h4><strong>Ventrikul\u00e4re Tachykardie (VT)<\/strong><\/h4>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Hierbei handelt es sich um eine schnelle Herzfrequenz, die in den Ventrikeln entsteht. Sie kann lebensbedrohlich sein und geht h\u00e4ufig mit strukturellen Herzerkrankungen wie einer koronaren Herzerkrankung oder genetisch bedingten Herzerkrankungen einher.<\/span><\/p>\n<h4><strong>Kammerflimmern<\/strong><\/h4>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Dies ist eine lebensbedrohliche Arrhythmie, bei der die Ventrikel unkontrolliert und unkoordiniert schlagen, was zu einem sofortigen Kreislaufstillstand f\u00fchrt.<\/span><\/p>\n<h2><span style=\"color: revert; font-size: revert; font-weight: revert;\">Wie kann man eine Herzrhythmusst\u00f6rung diagnostizieren?<\/span><\/h2>\n<h3><strong>Anamnese und k\u00f6rperliche Untersuchung<\/strong><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ein ausf\u00fchrliches Anamnese-Gespr\u00e4ch ist der erste Schritt in der Diagnose von Herzrhythmusst\u00f6rungen. Dabei werden die Beschwerden, das allgemeine Befinden, Vorerkrankungen und die Familienanamnese detailliert besprochen. Eine gr\u00fcndliche Anamnese kann Hinweise auf die Ursache der Arrhythmie geben. Die k\u00f6rperliche Untersuchung kann Anzeichen f\u00fcr strukturelle Herzerkrankungen oder andere Ursachen (wie Schilddr\u00fcsenerkrankungen) liefern.<\/span><\/p>\n<h3><strong>Elektrokardiogramm (EKG)<\/strong><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das EKG ist die Basisuntersuchung bei Herzrhythmusst\u00f6rungen. Durch das EKG kann bereits zumeist der Ursprung und Mechanismus der Herzrhythmusst\u00f6rung identifiziert werden.\u00a0<\/span><\/p>\n<h3><strong>Langzeit-EKG \u00fcber 24 Stunden<\/strong><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Dies wird vor allem dann angewandt, wenn die Rhythmusst\u00f6rung im Zuge einer kurzen Untersuchung nicht ausreichend erfasst werden kann. Zumeist wird ein Zeitraum von 24-72 Stunden aufgezeichnet.<\/span><\/p>\n<h3><strong>Belastungs-EKG<\/strong><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Dieses Verfahren wird zur Erkennung von belastungsinduzierten Arrhythmien eingesetzt.<\/span><\/p>\n<h3><strong>Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie)<\/strong><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Der Ultraschall erm\u00f6glicht die Beurteilung von Struktur und Funktion des Herzens und stellt eine der Basisuntersuchungen in der Diagnostik von Herzrhythmusst\u00f6rungen dar.<\/span><\/p>\n<h3><strong>Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiographie)<\/strong><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Falls eine koronare Herzerkrankung (KHK) als Ursache f\u00fcr die Herzrhythmusst\u00f6rung vermutet wird, wird eine Koronarangiographie durchgef\u00fchrt. Hier werden die Herzkranzgef\u00e4\u00dfe unter R\u00f6ntgenkontrolle mit Kontrastmittel dargestellt.\u00a0<\/span><\/p>\n<h3><strong>Elektrophysiologische Untersuchung (EPU)<\/strong><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u00dcber mehrere Elektrodenkatheter werden die elektrischen Signale an verschiedenen Stellen des Herzens registriert und damit der Mechanismus von Herzrhythmusst\u00f6rungen identifiziert.<\/span><\/p>\n<h2>Behandlung: Welche Therapieformen gibt es bei einer Herzrythmusst\u00f6rung?<\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Therapie von Herzrhythmusst\u00f6rungen h\u00e4ngt von der Art der Arrhythmie, den Symptomen und der zugrundeliegenden Ursache ab. Sie kann konservativ (medikament\u00f6s) oder interventionell (chirurgisch) erfolgen.<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Lebensstil\u00e4nderungen<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Bei einigen Patienten k\u00f6nnen \u00c4nderungen im Lebensstil, wie Gewichtsreduktion, Vermeidung von Alkohol und Koffein sowie Stressmanagement die H\u00e4ufigkeit und das Auftreten von Herzrhythmusst\u00f6rungen reduzieren. Dies konnte beispielsweise f\u00fcr das Vorhofflimmern gezeigt werden.<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Medikament\u00f6se Behandlung<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die medikament\u00f6se Behandlung von Herzrhythmusst\u00f6rungen zielt auf verschiedene Ziele ab:<\/span><\/p>\n<ol>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"><strong> Antikoagulanzien<\/strong>: Bei einigen Herzrhythmusst\u00f6rungen, wie dem Vorhofflimmern, besteht ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Blutgerinnsel, die einen Schlaganfall verursachen k\u00f6nnen. Hier verd\u00fcnnen Medikamente (sogenannte Antikoagulanzien) das Blut, damit es nicht zu diesen Gerinnseln kommt. Beispiele sind das \u201ealte\u201c Medikament Marcumar, Heparin oder neuartige Blutverd\u00fcnner wie Rivaroxaban, Dabigatran, Edoxaban oder Apixaban.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"><strong> Antiarrhythmika<\/strong>: Diese Medikamente zielen darauf ab, den richtigen Herzrhythmus wiederherzustellen oder zumindest die Herzfrequenz auf eine normale Frequenz (60-100\/min) einzustellen. Beispiele sind:<\/span>\n<ol>\n<li>Betablocker (z.B. Metoprolol, Bisoprolol): Sie reduzieren die Herzfrequenz und senken generell das Risiko f\u00fcr Herzrhythmusst\u00f6rungen, wie z.B. das Vorhofflimmern.<\/li>\n<li>Kalziumkanalblocker (z.B. Verapamil, Diltiazem): Sie k\u00f6nnen ebenfalls die Herzfrequenz senken und werden oft bei supraventrikul\u00e4ren Arrhythmien eingesetzt.<\/li>\n<li>Antiarrhythmika der Klasse I und III (z.B. Flecainid, Amiodaron): Diese Medikamente greifen spezifisch an verschiedenen Ionenkan\u00e4len im Herzen an und sind dadurch in der Lage, Herzrhythmusst\u00f6rungen wie das Vorhofflimmern oder ventrikul\u00e4re Arrhythmien zu reduzieren.<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<ul>\n<li><strong>Kardioversion<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Dies ist eine elektrische oder medikament\u00f6se Methode, um den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen. Die elektrische Kardioversion wird h\u00e4ufig bei Vorhofflimmern eingesetzt, wenn durch Medikamente der \u201enormale\u201c Sinusrhythmus nicht wiederhergestellt werden kann.<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><strong>Katheterablation<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Bei dieser Methode werden die Bereiche des Herzens, die die Arrhythmie verursachen, durch gezielte Ver\u00f6dung (meist mittels Hochfrequenzstrom oder K\u00e4lte) behandelt. Sie ist besonders bei supraventrikul\u00e4ren Tachykardien wie der AVNRT und einigen Formen von ventrikul\u00e4ren Tachykardien wirksam. Die Ver\u00f6dung von Vorhofflimmern ist die mittlerweile am h\u00e4ufigsten durchgef\u00fchrte Ablation. Dabei werden Isolationslinien an den Lungenvenen durchgef\u00fchrt, wodurch eine Narbe entsteht. Diese Narbe kann keinen elektrischen Strom mehr leiten. Die kleinen Punktionen in der Leiste in der k\u00f6rpereigenen Vene werden nach dem Eingriff in aller Regel zugen\u00e4ht, und nach wenigen Stunden k\u00f6nnen die Patienten wieder aufstehen.<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><strong>Chirurgische Ablation<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Bei ausgew\u00e4hlten Patienten mit schwer behandelbarem Vorhofflimmern kann eine chirurgische Ablation (z.B. Maze-Operation) eine m\u00f6gliche Therapieoption darstellen.\u00a0<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><strong>Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD)<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Insbesondere bei ventrikul\u00e4ren, lebensbedrohlichen Herzrhythmusst\u00f6rungen kommt der sogenannte ICD zum Einsatz. Diese Ger\u00e4te werden bei Patienten mit hohem Risiko f\u00fcr ventrikul\u00e4re Tachykardien oder Kammerflimmern implantiert. Sie \u00fcberwachen den Herzrhythmus und geben bei Bedarf einen elektrischen Schock ab, um lebensbedrohliche Arrhythmien zu beenden.<\/span><\/p>\n<h2>Welche Folgen kann eine Herzrhythmusst\u00f6rung haben?<\/h2>\n<p>Manche Arythmien verursachen kaum bis gar keine Beschwerden. Herzrhythmusst\u00f6rungen k\u00f6nnen aber auch mit Schwindel, Unwohlsein, Schw\u00e4cheanf\u00e4llen, kurzer Bewusstlosigkeit, Angstgef\u00fchlen, Schwei\u00dfausbr\u00fcchen oder Atemnot verbunden sein. Manche Patienten versp\u00fcren dabei ein Herzrasen oder Herzstolpern. Wenn die St\u00f6rung l\u00e4nger besteht, kann sie das Herz schw\u00e4chen. Au\u00dferdem steigt das Risiko f\u00fcr einen Schlaganfall oder einen pl\u00f6tzlichen Herztod.<\/p>\n<h2>Welcher Arzt behandelt eine Herzrhythmusst\u00f6rung?<\/h2>\n<p>Symptome einer Herzrhythmusst\u00f6rung m\u00fcssen umgehend \u00e4rztlich abgekl\u00e4rt werden &#8211; etwa durch die den Hausarzt, den Internisten oder in einer kardiologischen Spezialambulanz.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,66,2448,2409,2457],"tags":[2592,776,2604,2605,292,268],"class_list":["post-2316","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-gesundheitsnews","category-innere-medizin","category-kardiologie","category-krankheit","tag-arrhythmie","tag-herz","tag-herzrhytmusstorung","tag-herzstolpern","tag-interne-medizin","tag-kardiologie"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2316","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2316\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15320,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2316\/revisions\/15320"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2317"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2316"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2316"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2316"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}