{"id":2312,"date":"2020-07-20T08:23:22","date_gmt":"2020-07-20T08:23:22","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/polypen\/"},"modified":"2023-02-16T21:35:22","modified_gmt":"2023-02-16T20:35:22","slug":"polypen","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/polypen\/","title":{"rendered":"Polypen &#8211; Formen, Diagnose, Therapie"},"content":{"rendered":"<h2>Was sind Polypen?<\/h2>\n<p>Polypen sind \u201cAufwerfungen\u201c im Bereich der Schleimhaut (Schleimhautwucherungen, Schleimhautvorw\u00f6lbungen), die sich in das Innere eines Hohlorgans vorw\u00f6lben und unterschiedlich ausgepr\u00e4gt sein k\u00f6nnen. Polypen k\u00f6nnen breitbasig oder gestielt (\u00fcber eine Art Stiel mit der Schleimhaut verbunden), wenige Millimeter gro\u00df und nicht weiter st\u00f6rend sein oder zu gr\u00f6\u00dferen Gebilden heranwachsen und Beschwerden verursachen. Sie k\u00f6nnen gutartig sein oder sich b\u00f6sartig ver\u00e4ndern.<\/p>\n<h2>Formen<\/h2>\n<p>Polypen werden nach verschiedenen Aspekten unterteilt. Je nach histologischer Beschaffenheit werden u. a. Granulationspolypen (Polypen mit k\u00f6rnchenartigen Strukturen), hyperplastische (\u201c\u00fcberm\u00e4\u00dfig gewachsen\u201c, \u201cgewuchert\u201c) Polypen und neoplastische (\u201cneu gebildet\u201c) Polypen unterschieden, in Hinblick auf Form und Gestalt werden sie u. a. in tubul\u00e4re Polypen (schlauchf\u00f6rmige Wucherungen), vill\u00f6se Polypen (breitfl\u00e4chigere, feinzottige Oberfl\u00e4che) und tubulovill\u00f6se Polypen (Mischform) eingeteilt. Dar\u00fcber hinaus werden je nach Lokalisation verschiedene Polypenarten unterschieden. Polypen k\u00f6nnen sich an verschiedenen Stellen des K\u00f6rpers bilden und u. a. im Magen, im Darm, in der Geb\u00e4rmutter und in der Nase vorkommen. Die Symptome, m\u00f6gliche Risiken, die von den Polypen ausgehen und die Therapie unterscheiden sich je nach Polypenart.<\/p>\n<p>Die folgende Auflistung der Symptome dient dem \u00dcberblick und kann unvollst\u00e4ndig sein, zudem kann ein Symptom bei Auftreten harmlos oder Anzeichen f\u00fcr eine andere Erkrankung sein. Auch muss nicht jedes hier angef\u00fchrte Symptom bei den hier beschriebenen Polypen vorliegen. Im Zweifelsfall oder bei Verdacht auf eine Erkrankung sollte stets das \u00e4rztliche Gespr\u00e4ch gesucht werden.<\/p>\n<h3>Darmpolypen<\/h3>\n<p>Bei Darmpolypen (Kolonpolypen) handelt es sich um Vorw\u00f6lbungen der Darmschleimhaut (Schleimhautvorw\u00f6lbungen, die aus der Darmschleimhaut in das Darminnere ragen). Die Polypen sind h\u00e4ufig im Dick- und Enddarm zu finden und bilden sich u. a. aus Dr\u00fcsengewebe der Darmschleimhaut. Darmpolypen kommen h\u00e4ufig vor, bei einem gro\u00dfen Teil aller \u00fcber 60-J\u00e4hrigen finden sich Schleimhautvorw\u00f6lbungen im Bereich des Darms.<\/p>\n<p>Es werden verschiedene Arten von Darmpolypen unterschieden, darunter u. a. hyperplastische und entz\u00fcndliche Polypen und Adenome (adenomat\u00f6se Polypen). Hyperplastische und entz\u00fcndliche Polypen sind fast immer gutartige Ver\u00e4nderungen der Schleimhaut, entz\u00fcndliche Polypen treten bei chronisch-entz\u00fcndlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Chron auf. Adenome sind an sich gutartige Strukturen, die jedoch das Potenzial haben zu entarten und in b\u00f6sartiges Krebsgewebe (Kolorektalkarzinom, Darmkrebs) \u00fcberzugehen.<\/p>\n<p>Darmpolypen sind nicht mit Darmkrebs gleichzusetzen. In einem gro\u00dfen Teil aller F\u00e4lle sind Polypen im Darm gutartig, aus ihnen entwickelt sich also kein Darmkrebs. Aus manchen kann sich allerdings im Verlauf von Jahren Darmkrebs entwickeln. In den meisten F\u00e4llen entwickelt sich Darmkrebs aus adenomat\u00f6sen Polypen. Je gr\u00f6\u00dfer das Vorkommen und je gr\u00f6\u00dfer die Adenome, desto h\u00f6her ist das Darmkrebsrisiko. Da Adenome langsam wachsen, k\u00f6nnen die Krebsvorstufen im Rahmen regelm\u00e4\u00dfiger Koloskopien (Darmspiegelung) fr\u00fchzeitig erkannt und entfernt werden.<\/p>\n<p><strong>Symptome<\/strong>: Darmpolypen verursachen zumeist keine Beschwerden. Unter Umst\u00e4nden (z. B. wenn die Polypen bluten oder wachsen) kann es zu schleimigen oder blutigen St\u00fchlen, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen und anderen Symptomen kommen. Faktoren, welche die Entwicklung von Darmpolypen f\u00f6rdern sind u. a. das Alter, erbliche Veranlagung, unausgewogene Ern\u00e4hrung, Alkohol, Rauchen und wenig Bewegung.<\/p>\n<p><strong>Therapie<\/strong>: Wenn Darmpolypen \u00fcber einen langen Zeitraum bestehen, kann sich aus ihnen Darmkrebs entwickeln, weswegen sie vorbeugend entfernt werden sollten. Die Polypen k\u00f6nnen im Rahmen einer Koloskopie (Darmspiegelung) entfernt werden.<br \/>\nBei einer Koloskopie wird das Innere des Darms betrachtet und untersucht. Hierf\u00fcr wird ein Koloskop vorsichtig in den Darm eingef\u00fchrt und vorgeschoben. Das schlauchf\u00f6rmige flexible Instrument verf\u00fcgt \u00fcber eine Lichtquelle und eine Kamera, welche die Bilder w\u00e4hrend der Untersuchung auf einen Monitor \u00fcbertr\u00e4gt. \u00dcber Arbeitskan\u00e4le ist es zudem m\u00f6glich, spezielle Instrumente einzuf\u00fchren um kleinere Eingriffe (z. B. Entfernung von Polypen) durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Darmkrebsvorsorge<\/strong>: Ein wesentlicher Unterschied zwischen Dickdarmkrebs und anderen Krebserkrankungen besteht darin, dass in einem Gro\u00dfteil aller F\u00e4lle vor der Entstehung des Karzinoms \u00fcber Jahre hindurch Vorstufen in Form von zun\u00e4chst gutartigen Darmpolypen vorhanden sind. Polypen verursachen h\u00e4ufig keine Symptome, bei Darmkrebs zeigen sich erst sp\u00e4t typische Beschwerden. Durchschnittlich vergehen etwa zehn Jahre vom Auftreten der ersten Polypen bis zu einer m\u00f6glichen b\u00f6sartigen Entartung. Die Entfernung von Polypen im Rahmen der Darmspiegelung\/Vorsorgeuntersuchung kann verhindern, dass Darmkrebs \u00fcberhaupt erst entsteht. Die Darmspiegelung zur Vorsorge wird Frauen und M\u00e4nnern ab 50 empfohlen und sollte, sofern keine famili\u00e4re Vorbelastung und auff\u00e4llige Befunde vorhanden sind, alle sieben bis zehn Jahre durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Ansprechpartner bei Beschwerden im Magen-Darm-Trakt und hinsichtlich der Vorsorgeuntersuchung sind der <a href=\"\/suche\/praktischer-arzt\">Arzt f\u00fcr Allgemeinmedizin (Hausarzt)<\/a>, <a href=\"\/suche\/gastroenterologe-hepatologe\">Fach\u00e4rzte f\u00fcr Innere Medizin (Gastroenterologie und Hepatologie)<\/a> und <a href=\"\/suche\/allgemeinchirurg\">Fach\u00e4rzte f\u00fcr Allgemein- und Viszeralchirurgie<\/a>.<\/p>\n<h3>Nasenpolypen<\/h3>\n<p>Nasenpolypen sind Wucherungen im Bereich der Nasenschleimhaut. Sie sind gutartig und st\u00f6ren h\u00e4ufig nicht. Wachsen sie jedoch zu gr\u00f6\u00dferen Strukturen heran, k\u00f6nnen sie die Nasenr\u00e4ume einengen und die Nasenatmung beeintr\u00e4chtigen. Nasenpolypen sind weit verbreitet, die genauen Ursachen sind nicht g\u00e4nzlich gekl\u00e4rt. Oft treten sie famili\u00e4r geh\u00e4uft und gemeinsam mit anderen Erkrankungen wie z. B. Allergien und Asthma bronchiale auf, dar\u00fcber hinaus haben viele Menschen mit Nasenpolypen eine Unvertr\u00e4glichkeit gegen Acetylsalicyls\u00e4ure.<\/p>\n<p><strong>Symptome<\/strong>: Ob und in welchem Ausma\u00df Symptome auftreten, h\u00e4ngt davon ab wie weit die Nase\/Nasennebenh\u00f6hlen durch die Polypen eingeengt sind. M\u00f6gliche Beschwerden bei Nasenpolypen sind verst\u00e4rkte Nasensekretion, Behinderung der Nasenatmung, Ver\u00e4nderungen der Stimme (nasale Stimme), Druck im Nasennebenh\u00f6hlenbereich, verminderter Geruchssinn, verminderter Geschmackssinn, Mundgeruch, Schnarchen und in weiterer Folge Schlafst\u00f6rungen, wiederkehrende Entz\u00fcndungen der Nasennebenh\u00f6hlen, Kopfschmerzen u. a.<\/p>\n<p><strong>Diagnose<\/strong>: Erster Ansprechpartner bei mit Nasenpolypen in Zusammenhang stehenden Beschwerden ist zumeist der Arzt f\u00fcr Allgemeinmedizin, die genaue Abkl\u00e4rung und Diagnosestellung erfolgt beim Facharzt f\u00fcr Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde (HNO-Arzt). Nach einer genauen Anamnese und Erfragung der Beschwerden wird eine Rhinoskopie durchgef\u00fchrt (Untersuchung des Naseninneren bzw. des vorderen und hinteren Nasenabschnitts, Beurteilung der Nasenschleimhaut), mit Hilfe einer Endoskopie, welche dem Arzt eine genauere Beurteilung der Nasenhaupth\u00f6hle erm\u00f6glicht, lassen sich m\u00f6gliche Nasenpolypen, darunter auch kleinere und tiefer im Naseninneren liegende Polypen, und andere Ver\u00e4nderungen gut erkennen. Eine weitere Untersuchung ist die Computertomographie (CT), mittels welcher das Ausma\u00df der Polypen bestimmt werden kann.<\/p>\n<p><strong>Therapie<\/strong>: Die Behandlung richtet sich u. a. nach der Gr\u00f6\u00dfe der Polypen und dem Ausma\u00df der Beschwerden und kann medikament\u00f6s erfolgen oder im Rahmen einer Operation, bei welcher die Engstellen erweitert und die Polypen abgetragen werden. Nach dem Eingriff kommt es zumeist zu einer deutlichen Verbesserung der Nasenatmung. Eine Operation kommt beispielsweise bei sehr gro\u00dfen Polypen in Frage oder bei Patienten, bei welchen mittels medikament\u00f6ser Therapie keine ausreichende Linderung der Beschwerden erreicht werden kann.<\/p>\n<h3>Geb\u00e4rmutterpolypen<\/h3>\n<p>Geb\u00e4rmutterpolypen sind normalerweise gutartige Wucherungen, die sich durch Ver\u00e4nderungen der Geb\u00e4rmutterschleimhaut bilden. Sie k\u00f6nnen in der Geb\u00e4rmutterh\u00f6hle lokalisiert sein (Corpuspolypen) oder im Bereich vom Geb\u00e4rmutterhals (Zervixpolypen). Sie k\u00f6nnen fest im Bereich der Geb\u00e4rmutterwand sitzen oder mit einem Stiel in das Innere der Geb\u00e4rmutter oder aus dem Muttermund ragen. H\u00e4ufig liegt nur ein einzelner Polyp vor, in anderen F\u00e4llen sind es mehrere Polypen. Geb\u00e4rmutterpolypen finden sich verst\u00e4rkt bei Frauen in den Wechseljahren.<\/p>\n<p><strong>Symptome und Behandlung<\/strong>: Geb\u00e4rmutterpolypen bereiten h\u00e4ufig keine Probleme und werden zuf\u00e4llig im Rahmen einer Routineuntersuchung (gyn\u00e4kologische Untersuchung, Ultraschalluntersuchung) entdeckt. In manchen F\u00e4llen k\u00f6nnen sie zu Beschwerden wie z. B. irregul\u00e4ren Blutungen und Ausfluss f\u00fchren. Des Weiteren k\u00f6nnen Polypen das Risiko f\u00fcr Fr\u00fch- und Fehlgeburten erh\u00f6hen und manchmal auch mitverantwortlich f\u00fcr das Ausbleiben einer Schwangerschaft sein. In seltenen F\u00e4llen entwickelt sich aus den Polypen ein b\u00f6sartiger Tumor. Durch die Untersuchung einer Gewebeprobe kann festgestellt werden, ob b\u00f6sartige Ver\u00e4nderungen vorliegen. Die Behandlung besteht in der Entfernung der Polypen, wie sich der Eingriff genau gestaltet (Entfernung unter \u00f6rtlicher Bet\u00e4ubung, K\u00fcrettage, Hysteroskopie) h\u00e4ngt u. a. davon ab, wo genau die Ver\u00e4nderungen lokalisiert sind.<\/p>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2459,78,66,2416,2457],"tags":[108,129,71,161,216,2609,2610,2611],"class_list":["post-2312","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-frauenheilkunde","category-gastroenterologie","category-gesundheitsnews","category-hals-nasen-ohrenheilkunde","category-krankheit","tag-allgemeinmedizin","tag-frauenheilkunde","tag-gastroenterologie","tag-hno","tag-krebs","tag-polypen","tag-schleimhaut","tag-unfruchtbarkeit"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2312","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2312\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9584,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2312\/revisions\/9584"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2313"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2312"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2312"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2312"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}