{"id":2260,"date":"2019-08-26T14:09:04","date_gmt":"2019-08-26T14:09:04","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/mittelohrentzuendung\/"},"modified":"2026-02-09T14:16:03","modified_gmt":"2026-02-09T13:16:03","slug":"mittelohrentzuendung","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/mittelohrentzuendung\/","title":{"rendered":"Mittelohrentz\u00fcndung &#8211; Definition, Behandlung, Hausmittel"},"content":{"rendered":"<p>Bei der akuten Mittelohrentz\u00fcndung handelt es sich um eine der h\u00e4ufigsten Erkrankungen bei S\u00e4uglingen und Kleinkindern. Das liegt daran, dass ihre Ohrtrompete noch k\u00fcrzer und weiter als beim Erwachsenen und somit anf\u00e4lliger f\u00fcr Entz\u00fcndungen ist. Bis zum siebenten Lebensjahr hat jedes Kind mindestens eine Episode der Erkrankung durchgemacht. Die akute Mittelohrentz\u00fcndung ist zwar mit teilweise heftigem Schmerz verbunden, heilt aber bei richtiger Behandlung und Beobachtung meist schnell und komplikationslos ab.<\/p>\n<p>Von einer chronischen Mittelohrentz\u00fcndung spricht man, wenn das Mittelohr immer wieder unter Entz\u00fcndungen leidet und wenn es st\u00e4ndig oder h\u00e4ufig zu Absonderungen aus dem Ohr kommt. Meist besteht bei dieser Art der Otitis media ein Loch im Trommelfell. Man unterscheidet zwei Formen:<\/p>\n<ul>\n<li>die chronische Schleimhauteiterung und<\/li>\n<li>die chronische Knocheneiterung des Mittelohrs (auch Cholesteatom genannt)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Beide Formen gehen mit Trommelfelldefekten und H\u00f6rverlusten einher und erfordern h\u00e4ufig eine Operation. Ernstzunehmende Komplikationen sind Schwindel, St\u00f6rungen des Gleichgewichts, voranschreitende Schwerh\u00f6rigkeit, Ohrger\u00e4usche (Tinnitus) und L\u00e4hmungen des Gesichtsnervs. Im schlimmsten Fall tritt eine Meningitis (Hirnhautentz\u00fcndung) oder ein Hirnabszess auf.<\/p>\n<h2>Ursache<\/h2>\n<p>Meist folgt die akute Mittelohrentz\u00fcndung auf eine Erk\u00e4ltungserkrankung des Nasenrachenraums. Die Krankheitserreger steigen durch den Verbindungsgang zwischen Ohr und Rachen, die Tube, auch Ohrtrompete oder Eustachische R\u00f6hre genannt, in die H\u00f6hle des Mittelohrs auf. Die Tuben sind mit feinen H\u00e4rchen ausgekleidet, die verhindern, dass Krankheitskeime vom Rachen aufw\u00e4rts wandern. Kommt es aber zu einem Infekt der oberen Atemwege, wird die Funktion der H\u00e4rchen beeintr\u00e4chtigt. Die Erreger k\u00f6nnen nicht mehr aus der R\u00f6hre hinausbef\u00f6rdert werden und gelangen in das normalerweise keimfreie Mittelohr. Dort rufen sie eine Entz\u00fcndung hervor: Die Schleimhaut schwillt an und sondert Sekret ab, das wegen der gest\u00f6rten Tubenfunktion nun nicht mehr abtransportiert werden kann. Die eitrige Fl\u00fcssigkeit staut sich im Ohr und verursacht das charakteristische Druck- und Schmerzgef\u00fchl. Die akute Mittelohrentz\u00fcndung wird auch durch vergr\u00f6\u00dferte Rachenmandeln oder einen Trommelfelldefekt beg\u00fcnstigt.<\/p>\n<p>Die Ursachen der chronischen Mittelohrentz\u00fcndung h\u00e4ngen von der jeweiligen Form der Erkrankung ab. Liegt eine chronische Schleimhauteiterung vor, so liegt die Ursache meist in einer gest\u00f6rten Tubenfunktion oder dem wiederholten Eintreten von N\u00e4sse in die Paukenh\u00f6hle des Ohrs (zum Beispiel bei Schwimmern). Zur chronischen Knocheneiterung, dem Cholesteatom, kommt es meist durch eine langanhaltende Tubenfunktionsst\u00f6rung.<\/p>\n<h2>Symptome<\/h2>\n<p>Ein typisches Symptom der akuten Mittelohrentz\u00fcndung sind rasch einsetzende Ohrenschmerzen. Nachlassendes H\u00f6rverm\u00f6gen und ein allgemeines Krankheitsgef\u00fchl, das manchmal mit Fieber, Schwindel und Ohrger\u00e4uschen einhergeht, k\u00f6nnen hinzukommen. Auch \u00dcbelkeit, Erbrechen und Durchfall k\u00f6nnen auftreten.<\/p>\n<p>Anders liegt der Fall bei der chronischen Mittelohrentz\u00fcndung. Viele Betroffene bemerken zun\u00e4chst gar nichts von der Erkrankung, die im Anfangsstadium nicht immer Schmerzen bereitet und in der Regel einen schleichenden Verlauf nimmt. Als typische Anzeichen gelten Ohrensausen, eine Verminderung der H\u00f6rf\u00e4higkeit, das anhaltende Ausscheiden von Fl\u00fcssigkeit aus dem Geh\u00f6rgang und das Wuchern von entz\u00fcndetem Gewebe. Manchmal sind auch bei einer chronischen Mittelohrentz\u00fcndung ausgepr\u00e4gte Schmerzen m\u00f6glich.<\/p>\n<h2>Diagnose<\/h2>\n<p>Zur Diagnose der Mittelohrentz\u00fcndung verwendet der Arzt ein Otoskop (Ohrenspiegel) oder ein Ohrmikroskop. Damit kann er erkennen, ob das Trommelfell im Fall der akuten Mittelohrentz\u00fcndung ger\u00f6tet oder vorgew\u00f6lbt ist.<\/p>\n<p>Bei der chronischen Form werden eventuelle Vor- oder Begleiterkrankungen erhoben, und das Trommelfell wird mit dem Ohrmikroskop genau untersucht. In den meisten F\u00e4llen findet sich im Zentrum des Trommelfells ein Loch von unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfe. Als Hinweis auf ein Cholesteatom gilt hingegen eine Retraktionstasche (Einziehung des Trommelfells) oder eine zwiebelartige Perlgeschwulst am hinteren oberen Trommelfellrand.<br \/>\nAls weitere Diagnosem\u00f6glichkeiten kommen ein H\u00f6rtest, Laboruntersuchungen, R\u00f6ntgenaufnahmen oder eine Computertomographie in Frage.<\/p>\n<h2>Behandlung<\/h2>\n<p>Die akute Mittelohrentz\u00fcndung erfordert in der akuten Phase zun\u00e4chst nur Bettruhe und Schmerzlinderung. Zum Einsatz kommen schmerzlindernde und entz\u00fcndungshemmende Medikamente in Form von Tabletten, S\u00e4ften oder Z\u00e4pfchen. Schmerzstillende Ohrentropfen haben keinen gesicherten Wirkeffekt.<\/p>\n<p>Eine sofortige Therapie mit einem Antibiotikum ist in den meisten F\u00e4llen nicht notwendig. In der Regel l\u00e4sst der Schmerz innerhalb einiger Stunden von selbst nach. Das schlie\u00dft aber das Bestehen einer Mittelohrentz\u00fcndung nicht aus. Deshalb sollte am folgenden Tag jedenfalls eine \u00e4rztliche Untersuchung der Ohren erfolgen. Bei vielen Kindern heilt eine Otitis media binnen weniger Wochen ohne Behandlung aus. Nur bei st\u00e4rkeren Allgemeinbeschwerden und diagnostizierter eitriger Mittelohrentz\u00fcndung muss eine Antibiotika-Therapie durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Kinder, die unter Schnupfen leiden, k\u00f6nnen einige Tage lang mit abschwellenden Nasentropfen behandelt werden. Dies erleichtert die Nasenatmung und verbessert die Schlafqualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Die chronische Mittelohrentz\u00fcndung kann ohne medizinische Behandlung der ausl\u00f6senden Ursachen nicht abheilen. Gegen das Absondern von Eiter helfen in der Regel spezielle Ohrentropfen. Im Fall von Komplikationen werden Antibiotika eingesetzt. Manchmal ist aber auch eine Operation erforderlich, zum Beispiel, wenn \u00fcbergro\u00dfe Polypen Ursache f\u00fcr die chronische Mittelohrentz\u00fcndung sind. Das ist bei Kindern h\u00e4ufig der Fall.<\/p>\n<h2>Welcher Arzt behandelt Mittelohrentz\u00fcndung?<\/h2>\n<p>Normalerweise kann ein <a href=\"\/suche\/praktischer-arzt\">Allgemeinmediziner<\/a> oder ein <a href=\"\/suche\/kinderarzt\">Kinderarzt<\/a> mithilfe einer Ohrspiegelung das Trommelfell untersuchen und die Diagnose stellen. In komplizierteren oder unklaren F\u00e4llen sowie bei der chronischen Mittelohrentz\u00fcndung sollte man einen Facharzt f\u00fcr Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde aufsuchen.<\/p>\n<h2>Hausmittel<\/h2>\n<p>Das Auflegen von so genannten Zwiebel-S\u00e4ckchen gilt als beliebtes Hausmittel bei Ohrenschmerzen. Daf\u00fcr werden geschnittene, erw\u00e4rmte und ausgedr\u00fcckte Zwiebeln in ein Stofftuch gewickelt und auf das betroffene Ohr gelegt. Kinder empfinden das mitunter als wohltuend, doch es gibt keine wissenschaftlichen Untersuchungen, die belegen, dass Zwiebel-S\u00e4ckchen diesbez\u00fcglich Nutzen haben.<br \/>\nGleiches gilt f\u00fcr Hausmittel auf der Basis von Kamille.<\/p>\n","protected":false},"author":45,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2416,2430,23,2457],"tags":[108,3234,177,236,3235],"class_list":["post-2260","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-hals-nasen-ohrenheilkunde","category-infektiologie","category-kinder-und-jugendheilkunde","category-krankheit","tag-allgemeinmedizin","tag-hals-2","tag-kinderheilkunde","tag-mittelohrentzundung","tag-nasen-u-ohrenkrankheiten"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2260","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/45"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2260\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9964,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/2260\/revisions\/9964"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2261"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2260"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2260"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2260"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}