{"id":19224,"date":"2026-07-23T11:35:15","date_gmt":"2026-07-23T09:35:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/?post_type=article&#038;p=19224"},"modified":"2026-07-23T11:35:20","modified_gmt":"2026-07-23T09:35:20","slug":"thrombozytose-ursachen-symptome-und-behandlung","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/thrombozytose-ursachen-symptome-und-behandlung\/","title":{"rendered":"Thrombozytose: Ursachen, Symptome und Behandlung"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was ist eine Thrombozytose?<\/h2>\n\n\n\n<p>Eine <strong>Thrombozytose<\/strong> bedeutet, dass zu <strong>viele <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/thrombozyten-funktion-normalwerte-und-was-abweichungen-bedeuten\/\">Thrombozyten<\/a><\/strong> im <strong>Blut<\/strong> <strong>vorhanden sind<\/strong>. Thrombozyten sind Blutpl\u00e4ttchen. Sie helfen dem K\u00f6rper, Blutungen zu stoppen, und sind Teil der Blutstillung und Blutgerinnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein <strong>erh\u00f6hter Thrombozytenwert<\/strong> sagt zun\u00e4chst nur, dass mehr Blutpl\u00e4ttchen gemessen wurden als im Referenzbereich vorgesehen. Warum das so ist, l\u00e4sst sich aus der Zahl allein nicht sicher erkennen. H\u00e4ufig reagiert der K\u00f6rper auf eine andere Belastung, etwa einen Infekt, eine Entz\u00fcndung, Blutverlust, eine Operation oder Eisenmangel.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Seltener<\/strong> liegt die <strong>Ursache im Knochenmark <\/strong>selbst. Dann bildet der K\u00f6rper dauerhaft zu <strong>viele Thrombozyten<\/strong>.\u00a0Man unterscheidet au\u00dferdem zwischen einer prim\u00e4ren (essentiellen) und einer sekund\u00e4ren (reaktiven) Thrombozytose.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-ab-wann-spricht-man-von-einer-thrombozytose\">Ab wann spricht man von einer Thrombozytose?<\/h2>\n\n\n\n<p>Von einer <strong>Thrombozytose<\/strong> spricht man, wenn die Zahl der Thrombozyten \u00fcber dem Referenzbereich liegt. H\u00e4ufig wird ein Wert von mehr <strong>als 450.000 Thrombozyten<\/strong> pro <strong>Mikroliter<\/strong> Blut als Grenzwert verwendet. Je nach Labor kann der angegebene Normalbereich aber etwas abweichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein <strong>leicht erh\u00f6hter Wert<\/strong> ist<strong> nicht automatisch gef\u00e4hrlich<\/strong>. Wichtig ist, ob der Wert nur vor\u00fcbergehend erh\u00f6ht ist, zum Beispiel nach einem Infekt oder einer Operation, oder ob er bei Kontrollen bestehen bleibt. Auch die H\u00f6he des Werts, andere Blutwerte und m\u00f6gliche Beschwerden spielen eine Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klinisch relevant<\/strong> sind meist <strong>Thrombozytenzahlen \u00fcber 600.000 pro Mikroliter<\/strong> Blut. Deutlich erh\u00f6hte oder dauerhaft erh\u00f6hte Thrombozytenwerte sollten \u00e4rztlich eingeordnet werden. Dann wird gepr\u00fcft, ob eine reaktive Ursache vorliegt, etwa Entz\u00fcndung, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/eisenmangel\/\">Eisenmangel<\/a> oder Blutverlust, oder ob seltener eine Erkrankung des Knochenmarks dahintersteckt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Welche Symptome k\u00f6nnen bei erh\u00f6hten Thrombozytenwerten auftreten?<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Erh\u00f6hte Thrombozytenwerte<\/strong> verursachen h\u00e4ufig <strong>keine direkten Beschwerden<\/strong>, sondern fallen erst beim Erstellen eines Blutbilds auf. Wenn Symptome auftreten, h\u00e4ngen sie oft eher mit der Ursache zusammen, zum Beispiel mit einem Infekt, einer Entz\u00fcndung, Eisenmangel oder einer anderen Grunderkrankung.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei <strong>stark oder dauerhaft erh\u00f6hten Thrombozytenwerten<\/strong> k\u00f6nnen in manchen F\u00e4llen <strong>Beschwerden<\/strong> auftreten, die mit <strong>Durchblutungsst\u00f6rungen<\/strong> oder einer <strong>ver\u00e4nderten Blutgerinnung<\/strong> zusammenh\u00e4ngen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dazu z\u00e4hlen zum Beispiel:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/kopfschmerzen\/\">Kopfschmerzen<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/schwindel-vertigo\/\">Schwindel<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Sehst\u00f6rungen<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/tinnitus\/\">Tinnitus<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Wadenkr\u00e4mpfe<\/li>\n\n\n\n<li>Nachtschwei\u00df<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Wichtig ist:<\/strong> <strong>Solche Beschwerden<\/strong> haben <strong>viele m\u00f6gliche Ursachen<\/strong>. Sie bedeuten nicht automatisch, dass eine Thrombozytose vorliegt. \u00c4rztlich eingeordnet werden sollten sie aber, wenn der <strong>Thrombozytenwert deutlich erh\u00f6ht ist<\/strong>, die Beschwerden neu auftreten oder weitere Blutwerte auff\u00e4llig sind.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"668\" src=\"https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Stress.jpg\" alt=\"Ersch\u00f6pfte Frau auf einer Couch liegend\" class=\"wp-image-18562\" style=\"width:700px\" srcset=\"https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Stress.jpg 1000w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Stress-300x200.jpg 300w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Stress-768x513.jpg 768w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Stress-120x80.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Foto: shutterstock\/Elena Shishkina<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Welche Ursachen haben erh\u00f6hte Thrombozytenwerte?<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Erh\u00f6hte Thrombozytenwerte <\/strong>k\u00f6nnen <strong>verschiedene Ursachen<\/strong> haben. H\u00e4ufig steckt keine Erkrankung der Blutbildung selbst dahinter, sondern eine Reaktion des K\u00f6rpers auf einen anderen Vorgang. Seltener liegt die Ursache im Knochenmark, wo die Thrombozyten gebildet werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Sekund\u00e4re (reaktive) Thrombozytose<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die <strong>meisten<\/strong> <strong>Thrombozytosen<\/strong> sind <strong>sekund\u00e4r<\/strong>. <strong>Das bedeutet:<\/strong> Die <strong>Thrombozytenzahl steigt nicht an<\/strong>, weil die Blutbildung selbst gest\u00f6rt ist, sondern als Reaktion auf einen anderen Vorgang im K\u00f6rper.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>H\u00e4ufig<\/strong> ist diese <strong>Erh\u00f6hung<\/strong> der Werte <strong>vor\u00fcbergehend<\/strong>. Sie kann zum Beispiel bei akuten Infekten, nach Blutungen, nach Operationen, bei Eisenmangel oder in der <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/schwangerschaft\/\">Schwangerschaft<\/a> auftreten. Auch bestimmte Medikamente, etwa Glukokortikoide oder Erythropoetin, k\u00f6nnen die Thrombozytenzahl beeinflussen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine <strong>sekund\u00e4re Thrombozytose <\/strong>kann aber auch <strong>l\u00e4nger bestehen<\/strong>, wenn eine <strong>chronische Erkrankung<\/strong> dahintersteckt. Dazu z\u00e4hlen chronisch-entz\u00fcndliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, chronisch-entz\u00fcndliche Darmerkrankungen, Sarkoidose, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/tuberkulose-entstehung-formen-symptome-behandlung\/\">Tuberkulose<\/a> oder bestimmte Vaskulitiden. Auch Tumorerkrankungen, eine entfernte Milz oder eine eingeschr\u00e4nkte Milzfunktion k\u00f6nnen mit erh\u00f6hten Thrombozytenwerten einhergehen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Prim\u00e4re (essentielle) Thrombozytose&nbsp;<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Seltener<\/strong> liegt die <strong>Ursache<\/strong> erh\u00f6hter <strong>Thrombozyten<\/strong> <strong>direkt<\/strong> im <strong>Knochenmark<\/strong>. Dann bildet der K\u00f6rper dauerhaft zu viele Blutpl\u00e4ttchen, ohne dass eine reaktive Ursache wie ein Infekt, Eisenmangel, Blutverlust oder eine Entz\u00fcndung vorliegt. In diesem Fall spricht man von einer <strong>prim\u00e4ren Thrombozytose.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine <strong>wichtige Form<\/strong> ist die <strong>essentielle Thrombozyth\u00e4mie<\/strong>. Sie geh\u00f6rt zu den sogenannten myeloproliferativen Neoplasien. Das sind Erkrankungen, bei denen das Knochenmark bestimmte Blutzellen vermehrt bildet. Bei der essentiellen Thrombozyth\u00e4mie betrifft das vor allem die Thrombozyten. Die Zahl der Blutpl\u00e4ttchen steigt dabei unkontrolliert. <\/p>\n\n\n\n<p>Sind zu <strong>viele Blutpl\u00e4ttchen<\/strong> vorhanden, <strong>steigt das Risiko f\u00fcr Blutgerinnsel.<\/strong> Es ist aber auch m\u00f6glich, dass Betroffene trotz erh\u00f6hter Thrombozytenzahl zu Blutungen neigen, vor allem wenn die Blutpl\u00e4ttchen sehr stark erh\u00f6ht sind oder ihre Funktion gest\u00f6rt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob eine <strong>prim\u00e4re Thrombozytose vorliegt<\/strong>, l\u00e4sst sich aus dem <strong>Blutbild allein nicht sicher erkennen.<\/strong> Wichtig ist zun\u00e4chst, reaktive Ursachen auszuschlie\u00dfen. Bleibt der Wert dauerhaft deutlich erh\u00f6ht oder findet sich keine naheliegende Erkl\u00e4rung, kann eine weiterf\u00fchrende Abkl\u00e4rung bei <a href=\"\/suche\/haematologe-onkologe\">Fach\u00e4rzt:innen f\u00fcr H\u00e4matologie<\/a> sinnvoll sein. Dabei k\u00f6nnen je nach Situation zus\u00e4tzliche Blutuntersuchungen, genetische Tests oder eine Untersuchung des Knochenmarks notwendig werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Behandlung richtet sich nach dem individuellen Risiko. Dabei spielen unter anderem Alter, Beschwerden, fr\u00fchere <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/thrombose\/\">Thrombosen<\/a>, Blutungsneigung und die H\u00f6he der Thrombozytenzahl eine Rolle. Manche Patient:innen brauchen zun\u00e4chst nur regelm\u00e4\u00dfige Kontrollen, andere ben\u00f6tigen Medikamente, die das Risiko f\u00fcr Blutgerinnsel senken oder die Bildung der Thrombozyten bremsen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zu hohe Thrombozytenwerte durch Eisenmangel<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Eisenmangel<\/strong> kann ein Grund daf\u00fcr sein, dass die <strong>Thrombozytenzahl<\/strong> im <strong>Blut<\/strong> <strong>ansteigt<\/strong>. Dann handelt es sich meist um eine <strong>sekund\u00e4re Thrombozytose.\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum Eisenmangel <\/strong>zu <strong>erh\u00f6hten Thrombozyten<\/strong> f\u00fchren kann, ist noch <strong>nicht in allen Details gekl\u00e4rt<\/strong>. Forschungen an der Medizinischen Universit\u00e4t Wien zeigen aber, dass Eisenmangel die Bildung von Blutpl\u00e4ttchen anregen und mit einer ver\u00e4nderten Gerinnungsneigung zusammenh\u00e4ngen kann. Besonders untersucht wurde dieser Zusammenhang unter anderem bei Menschen mit chronisch-entz\u00fcndlichen Darmerkrankungen, bei denen Blut- und Eisenverlust eine Rolle spielen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>H\u00e4ufig<\/strong> zeigen sich im <strong>Blutbild<\/strong> dann nicht nur <strong>erh\u00f6hte Thrombozytenwerte<\/strong>, sondern auch Hinweise auf einen <strong>Eisenmangel<\/strong> oder eine <strong>Eisenmangelan\u00e4mie<\/strong>, etwa ein <strong>niedriger Ferritinwert<\/strong> oder ver\u00e4nderte rote Blutwerte. Wichtig ist deshalb, nicht nur den Thrombozytenwert zu betrachten, sondern auch den Eisenstatus.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die <strong>Ursache des Eisenmangels<\/strong> sollte <strong>gekl\u00e4rt<\/strong> werden. M\u00f6glich sind zum Beispiel <strong>starke <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/menstruation-die-wichtigsten-informationen-zur-periode\/\">Regelblutungen<\/a><\/strong>, <strong>Blutverluste<\/strong> im <strong>Magen-Darm-Trakt,<\/strong> eine <strong>eisenarme Ern\u00e4hrung<\/strong> oder ein <strong>erh\u00f6hter Eisenbedarf<\/strong>. Eisenpr\u00e4parate sollten nicht einfach auf Verdacht eingenommen werden. Sinnvoll ist eine \u00e4rztliche Abkl\u00e4rung auf Basis von Laborwerten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn der Eisenmangel behandelt wird, kann sich auch die Thrombozytenzahl wieder normalisieren. Bleiben die Werte trotz ausgeglichenem Eisenhaushalt erh\u00f6ht, sollte weiter abgekl\u00e4rt werden, ob eine andere Ursache dahintersteckt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Eisenmangel-1-3-1024x683.jpg\" alt=\"Eisenmangel: m\u00fcde Frau auf dem Sofa\" class=\"wp-image-18043\" style=\"width:700px\" srcset=\"https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Eisenmangel-1-3-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Eisenmangel-1-3-300x200.jpg 300w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Eisenmangel-1-3-768x512.jpg 768w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Eisenmangel-1-3-120x80.jpg 120w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Eisenmangel-1-3.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Foto: MAYA LAB\/shutterstock<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Muss man bei erh\u00f6hten Thrombozytenwerten Angst vor Thrombose haben?<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Nicht jede Thrombozytose<\/strong> <strong>erh\u00f6ht<\/strong> automatisch das\u00a0<strong>Thromboserisiko<\/strong>. H\u00e4ufig sind die Thrombozyten nur vor\u00fcbergehend erh\u00f6ht, zum Beispiel bei Infekten, Entz\u00fcndungen, Eisenmangel, nach Blutverlust oder nach Operationen. In solchen F\u00e4llen spricht man von einer reaktiven oder sekund\u00e4ren Thrombozytose.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer <strong>reaktiven Thrombozytose <\/strong>ist das <strong>Risiko f\u00fcr Blutgerinnsel<\/strong> meist deutlich <strong>geringer<\/strong> <strong>als bei prim\u00e4ren Formen<\/strong>. Entscheidend ist aber das Gesamtbild: Wie hoch ist der Wert? Bleibt er \u00fcber l\u00e4ngere Zeit erh\u00f6ht? Gibt es weitere Risikofaktoren wie Rauchen, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/bluthochdruck\/\">Bluthochdruck<\/a>, eine Gef\u00e4\u00dferkrankung, fr\u00fchere Thrombosen oder eine chronische Entz\u00fcndung?<\/p>\n\n\n\n<p>Anders ist die Situation bei einer <strong>prim\u00e4ren Thrombozytose<\/strong>, zum Beispiel bei der <strong>essentiellen Thrombozyth\u00e4mie<\/strong>. Dabei bildet das <strong>Knochenmark<\/strong> dauerhaft zu <strong>viele Blutpl\u00e4ttchen<\/strong>. Hier kann das Risiko f\u00fcr Thrombosen erh\u00f6ht sein, je nach Alter, Vorerkrankungen, fr\u00fcheren Gef\u00e4\u00dfereignissen und weiteren Blutwerten. <strong>Thrombosen geh\u00f6ren zu den h\u00e4ufigsten Komplikationen<\/strong> der prim\u00e4ren Thrombozytose.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#b3e0fb\"><strong>Wichtig ist deshalb:<\/strong> Ein erh\u00f6hter <strong>Thrombozytenwert<\/strong> <strong>allein<\/strong> ist noch <strong>keine Diagnose<\/strong> und <strong>kein Grund zur Panik<\/strong>. Er sollte aber <strong>\u00e4rztlich eingeordnet<\/strong> werden, wenn er deutlich erh\u00f6ht ist, bei Kontrollen bestehen bleibt oder Beschwerden dazukommen. Rasche Hilfe ist wichtig bei m\u00f6glichen Thrombosezeichen wie einseitiger Beinschwellung, Brustschmerzen, Atemnot, pl\u00f6tzlichen Sehst\u00f6rungen, Sprachst\u00f6rungen oder L\u00e4hmungserscheinungen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie wird eine Thrombozytose abgekl\u00e4rt?<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn <strong>Thrombozytenwerte erh\u00f6ht sind<\/strong>, wird der <strong>Wert zun\u00e4chst im Zusammenhang <\/strong>mit dem <strong>gesamten Blutbild<\/strong> beurteilt. Eine einmalig erh\u00f6hte Thrombozytenzahl sollte in der Regel durch eine weitere Blutabnahme kontrolliert werden. So l\u00e4sst sich pr\u00fcfen, ob der Wert bestehen bleibt oder nur vor\u00fcbergehend erh\u00f6ht war.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur <strong>Basisdiagnostik<\/strong> geh\u00f6ren meist ein <strong>gro\u00dfes Blutbild<\/strong> mit <strong>Differentialblutbild<\/strong> sowie <strong>Entz\u00fcndungswerte<\/strong> wie <strong><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/crp-wert\/\">CRP<\/a><\/strong>. Dabei werden nicht nur die Thrombozyten betrachtet, sondern auch rote und wei\u00dfe Blutk\u00f6rperchen, H\u00e4moglobin und weitere Blutbildparameter. So l\u00e4sst sich besser erkennen, ob nur die Thrombozyten erh\u00f6ht sind oder ob weitere Auff\u00e4lligkeiten bestehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders wichtig ist die Suche nach <strong>reaktiven Ursachen<\/strong>. Dazu z\u00e4hlen zum Beispiel Infekte, Entz\u00fcndungen, Eisenmangel, Blutverlust, Operationen, Verletzungen, eine eingeschr\u00e4nkte Milzfunktion oder Tumorerkrankungen. Auch der Eisenstatus sollte gepr\u00fcft werden, weil Eisenmangel eine h\u00e4ufige Ursache erh\u00f6hter Thrombozyten sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Bleibt der <strong>Thrombozytenwert<\/strong> <strong>dauerhaft erh\u00f6ht<\/strong> oder findet sich keine naheliegende reaktive Ursache, ist eine w<strong>eiterf\u00fchrende Abkl\u00e4rung sinnvoll<\/strong>. Dann kann gepr\u00fcft werden, ob eine prim\u00e4re Thrombozytose vorliegt, wie etwa eine essentielle Thrombozyth\u00e4mie.<\/p>\n\n\n\n<p>Die weitere Diagnostik erfolgt h\u00e4ufig bei Fach\u00e4rzt:innen f\u00fcr H\u00e4matologie und Onkologie. Je nach Situation k\u00f6nnen zus\u00e4tzliche Laboruntersuchungen, genetische Tests, zytogenetische Untersuchungen oder eine Untersuchung des Knochenmarks notwendig werden. Welche Schritte sinnvoll sind, h\u00e4ngt vom Gesamtbild ab.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"667\" src=\"https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Blutabnahme.jpg\" alt=\"Mann bei der Blutabnahme\" class=\"wp-image-18993\" style=\"width:700px\" srcset=\"https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Blutabnahme.jpg 1000w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Blutabnahme-300x200.jpg 300w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Blutabnahme-768x512.jpg 768w, https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.at\/uploads\/Blutabnahme-120x80.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Foto: SeventyFour\/shutterstock<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie wird eine Thrombozytose behandelt?<\/h2>\n\n\n\n<p>Wie eine <strong>Thrombozytose behandelt <\/strong>wird, h\u00e4ngt vor allem von der <strong>Ursache<\/strong> ab. Behandelt wird also nicht der erh\u00f6hte Wert im Blutbild, sondern die Erkrankung oder Situation, die dahintersteckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer <strong>reaktiven oder sekund\u00e4ren Thrombozytose<\/strong> steht die ausl\u00f6sende Ursache im Vordergrund. Wenn zum Beispiel ein Infekt, eine Entz\u00fcndung, Blutverlust oder Eisenmangel verantwortlich ist, richtet sich die Behandlung danach. H\u00e4ufig normalisiert sich die Thrombozytenzahl wieder, sobald die Ursache abklingt oder gezielt behandelt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer <strong>prim\u00e4ren Thrombozytose<\/strong>, etwa einer <strong>essentiellen Thrombozyth\u00e4mie<\/strong>, richtet sich die Behandlung <strong>nach dem individuellen Risiko und der Schwere der Erkrankung.<\/strong> Dabei spielen unter anderem Alter, Beschwerden, fr\u00fchere Thrombosen, Blutungszeichen und die H\u00f6he der Thrombozytenzahl eine Rolle. Manche Betroffene ben\u00f6tigen zun\u00e4chst nur regelm\u00e4\u00dfige Kontrollen und keine weitere Behandlung. In anderen F\u00e4llen k\u00f6nnen niedrig dosierte Blutverd\u00fcnner eingesetzt werden, die das Risiko f\u00fcr Blutgerinnsel senken.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#b3e0fb\"><strong>Wichtig ist:<\/strong> <strong>Medikamente wie ASS (Acetylsalicyls\u00e4ure) <\/strong>oder andere gerinnungshemmende Mittel sollten nicht eigenst\u00e4ndig eingenommen werden, nur weil die Thrombozytenwerte erh\u00f6ht sind. Ob eine Behandlung n\u00f6tig ist und welche Therapie sinnvoll ist, sollte immer \u00e4rztlich entschieden werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Thrombozytose: Welche Komplikationen k\u00f6nnen auftreten?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Eine <strong>Thrombozytose<\/strong> verursacht <strong>nicht immer Komplikationen<\/strong>. Vor allem bei einer reaktiven oder sekund\u00e4ren Thrombozytose ist das Risiko f\u00fcr Blutgerinnsel oder Blutungen meist geringer als bei prim\u00e4ren Formen. H\u00e4ufig normalisiert sich der Wert wieder, wenn die ausl\u00f6sende Ursache behandelt ist oder abklingt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bei dauerhaft stark erh\u00f6hten Thrombozytenwerten kann das Risiko f\u00fcr Durchblutungsst\u00f6rungen oder Blutgerinnsel steigen.\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>M\u00f6gliche Folgen sind zum Beispiel:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Thrombosen<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/schlaganfall\/\">Schlaganf\u00e4lle<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/herzinfarkt\/\">Herzinfarkte<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Das Risiko h\u00e4ngt aber nicht nur von der Thrombozytenzahl ab, sondern auch von der Ursache, dem Alter, Vorerkrankungen, fr\u00fcheren Thrombosen und weiteren Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck oder Gef\u00e4\u00dferkrankungen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kann man erh\u00f6hten Thrombozytenwerten vorbeugen?<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Erh\u00f6hten Thrombozytenwerten l\u00e4sst sich nur begrenzt vorbeugen.<\/strong> H\u00e4ufig entsteht eine Thrombozytose als Reaktion auf andere Vorg\u00e4nge im K\u00f6rper, zum Beispiel auf einen Infekt, eine Entz\u00fcndung, Blutverlust, Eisenmangel oder eine Operation. In solchen F\u00e4llen steht nicht die Thrombozytenzahl selbst im Vordergrund, sondern die ausl\u00f6sende Ursache.<\/p>\n\n\n\n<p>Sinnvoll ist vor allem, <strong>bekannte Grunderkrankungen<\/strong> <strong>gut behandeln<\/strong> zu lassen und auff\u00e4llige Blutwerte kontrollieren zu lassen. Dazu geh\u00f6rt auch, einen m\u00f6glichen Eisenmangel \u00e4rztlich abkl\u00e4ren und gezielt behandeln zu lassen. Eisenpr\u00e4parate sollten nur dann eingenommen werden, wenn tats\u00e4chlich ein Mangel besteht.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine <strong>gesunde Lebensweise<\/strong> kann die <strong>Gef\u00e4\u00dfgesundheit<\/strong> <strong>unterst\u00fctzen<\/strong>, verhindert eine <strong>Thrombozytose<\/strong> aber nicht sicher. Dazu z\u00e4hlen regelm\u00e4\u00dfige Bewegung, Rauchverzicht, eine ausgewogene Ern\u00e4hrung und die Behandlung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder erh\u00f6hten Blutfetten. Wenn Thrombozytenwerte deutlich erh\u00f6ht sind oder der Wert bei Kontrollen bestehen bleibt, sollte das \u00e4rztlich eingeordnet werden.<\/p>\n","protected":false},"author":16,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2417,2422,2448],"tags":[108,1935,1490,1336,710,2303,601,1338],"class_list":["post-19224","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-haematologie","category-immunologie","category-innere-medizin","tag-allgemeinmedizin","tag-blutbild","tag-blutgerinnung","tag-blutplattchen","tag-haematologie","tag-labor","tag-thrombose","tag-thrombozyten"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/19224","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/19224\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19235,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/19224\/revisions\/19235"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/19232"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19224"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19224"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19224"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}