{"id":1724,"date":"2019-03-30T12:12:28","date_gmt":"2019-03-30T12:12:28","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/meningitis-hirnhautentzuendung-ursache-formen-und-behandlung\/"},"modified":"2024-04-02T09:46:29","modified_gmt":"2024-04-02T07:46:29","slug":"meningitis-hirnhautentzuendung-ursache-formen-und-behandlung","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/meningitis-hirnhautentzuendung-ursache-formen-und-behandlung\/","title":{"rendered":"Meningitis (Hirnhautentz\u00fcndung) &#8211; Ursache, Formen und Behandlung"},"content":{"rendered":"<h2>Was ist Meningitis?<\/h2>\n<p>Bei einer Meningitis sind die Meningen entz\u00fcndet. Hierbei handelt es sich um bindegewebige H\u00fcllen (Bindegewebsschichten), die das Hirn und R\u00fcckenmark umgeben (Hirn- und R\u00fcckenmarksh\u00e4ute). Durch unterschiedliche Erreger k\u00f6nnen sich diese entz\u00fcnden, in so einem Fall ist von einer Meningitis bzw. Hirnhautentz\u00fcndung\/Gehirnhautentz\u00fcndung die Rede. Eine Hirnhautentz\u00fcndung ist nicht zu verwechseln mit einer Gehirnentz\u00fcndung (Enzephalitis). Treten beide Entz\u00fcndungen gleichzeitig auf, dann ist von einer Meningoenzephalitis die Rede.<\/p>\n<h2>Meningitis &#8211; Ursachen und Formen<\/h2>\n<p>Je nach Ursache werden verschiedene Formen der Meningitis unterschieden. Die bakterielle Meningitis wird, wie die Bezeichnung bereits verr\u00e4t, durch Bakterien ausgel\u00f6st. Erreger der bakteriellen Meningitis sind u. a. Pneumokokken, Meningokokken (Meningokokken-Meningitis), Staphylokokken, Listerien und Haemophilus influenzae. Vor allem eine durch Meningokokken verursachte Meningitis ist sehr gef\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>Die Art der Ansteckung h\u00e4ngt vom Erreger ab. H\u00e4ufig handelt es sich um eine Tr\u00f6pfcheninfektion, was bedeutet, dass sich die Erreger durch winzige Sekrettr\u00f6pfchen \u00fcbertragen, die beim Sprechen, Husten und Niesen ausgesto\u00dfen und verteilt und von anderen Menschen bei der Atmung aus der Luft aufgenommen werden. Eine bakterielle Meningitis kann aber auch im Rahmen einer anderen infekti\u00f6sen Erkrankung wie z. B. Tuberkulose oder Syphilis entstehen. Neben Bakterien k\u00f6nnen auch Viren und Pilze eine Meningitis verursachen (abakterielle Meningitis). M\u00f6gliche Erreger einer viralen Meningitis sind Coxsackie-Virus A und B, Herpes-simplex-Virus Typ 1 und 2, FSME (Fr\u00fchsommer-Meningoenzephalitis)-Virus, Varizella-Zoster-Virus, Mumps- und Masern-Virus u. a. Die Art der Ansteckung h\u00e4ngt auch hier vom jeweiligen Erreger ab. So sind z. B. Coxsackie-Viren per Tr\u00f6pfcheninfektion \u00fcbertragbar, w\u00e4hrend die allgemein bekannteste virale Meningoenzephalitis, die Fr\u00fchsommer-Meningoenzephalitis, zumeist durch Zeckenstiche \u00fcbertragen wird. Dar\u00fcber hinaus kann eine Hirnhautentz\u00fcndung auch im Rahmen von bestimmten anderen Erkrankungen entstehen, darunter z. B. Krebserkrankungen, Sarkoidose und systemischer Lupus erythematodes. In so einem Fall ist die Meningitis nicht ansteckend.<\/p>\n<h2>Symptome<\/h2>\n<p>Zu Beginn einer Meningitis zeigen sich in der Regel grippe\u00e4hnliche Symptome, darunter allgemeines Krankheitsgef\u00fchl, M\u00fcdigkeit und Abgeschlagenheit, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Au\u00dferdem kommt es zu schmerzhafter Nackensteifigkeit, welche sich dadurch \u00e4u\u00dfert, dass unterschiedliche Kopfbewegungen als sehr schmerzhaft empfunden werden bzw. kaum ausf\u00fchrbar sind. Weitere m\u00f6gliche Symptome sind erh\u00f6hte Lichtempfindlichkeit, erh\u00f6hte Ger\u00e4uschempfindlichkeit, R\u00fcckenschmerzen, \u00dcbelkeit und Erbrechen. Im weiteren Verlauf sind auch Bewusstseinsst\u00f6rungen, neurologische Defizite\/Ausfallerscheinungen, Kr\u00e4mpfe und epileptische Anf\u00e4lle m\u00f6glich, auch kann es zu tiefer Bewusstlosigkeit kommen.<\/p>\n<p>Der Zeitpunkt des Auftretens der ersten Symptome, das genaue Beschwerdebild, die Auspr\u00e4gung der Symptome und der Verlauf sind individuell verschieden und h\u00e4ngen u. a. von der Ursache der Erkrankung bzw. dem Erreger ab.<br \/>\nVor allem die bakterielle Meningitis \u00e4u\u00dfert sich durch stark ausgepr\u00e4gte Symptome, die sich binnen kurzer Zeit deutlich verschlimmern k\u00f6nnen. Im Wesentlichen ist die bakterielle Meningitis durch drei Schritte gekennzeichnet, darunter die Invasion der Bakterien ins Gehirn, die Sch\u00e4digung der Gehirnzellen durch bakterielle Toxine und die Entz\u00fcndungsreaktion. Es handelt sich um einen Notfall, der eine umgehende \u00e4rztliche Konsultation erfordert.<br \/>\nBesonders gef\u00e4hrlich ist die Meningokokken-Meningitis, bei welcher es neben anderen Symptomen zu kleinen punktf\u00f6rmigen Blutungen in der Haut kommen kann. Diese sogenannten Petechien k\u00f6nnen ein Zeichen f\u00fcr eine m\u00f6gliche Blutvergiftung (Sepsis) sein, eine m\u00f6gliche Komplikation einer Meningokokken-Meningitis, bei welcher sich die Bakterien in der Blutbahn ausbreiten und welche umgehend behandelt werden muss. In Folge einer durch Meningokokken verursachten Sepsis kann es zum sogenannten Waterhouse-Friderichsen-Syndrom kommen, welches zusammengefasst zu einem Schockzustand und Koma f\u00fchren kann.<\/p>\n<p>Die Auflistung der hier angef\u00fchrten Symptome dient dem \u00dcberblick und kann unvollst\u00e4ndig sein, zudem kann ein Symptom ein Anzeichen f\u00fcr eine andere Erkrankung sein. Auch muss nicht jedes hier angef\u00fchrte Symptom bei Meningitis auftreten. Im Zweifelsfall oder bei Verdacht auf eine Erkrankung sollte stets das \u00e4rztliche Gespr\u00e4ch gesucht werden, insbesondere bei Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit. Meningitis ist als Notfall zu sehen, bei vagem Krankheitsverdacht ist es wichtig, sich rasch an einen Arzt zu wenden.<\/p>\n<p>Bei einem S\u00e4ugling oder Kind k\u00f6nnen sich unspezifische Krankheitszeichen zeigen. M\u00f6gliche erste Anzeichen sind z. B. Fieber, ausgepr\u00e4gte M\u00fcdigkeit, Teilnahmslosigkeit, fehlender Appetit und Bauchschmerzen, sp\u00e4ter kann es u. a. auch zu Krampfanf\u00e4llen kommen. Die schmerzhafte Nackensteifigkeit, welche bei Erwachsenen oftmals ein typisches Krankheitszeichen ist, kann bei einem S\u00e4ugling oder kleinen Kind fehlen. Prinzipiell k\u00f6nnen die Symptome bei einem Kind zun\u00e4chst geringer ausgepr\u00e4gt sein, was die Diagnose in fr\u00fchen Krankheitsstadien erschweren kann. Die Symptome k\u00f6nnen sich jedoch auch bei kleinen Kindern schnell entwickeln und es kann zu Komplikationen kommen, weswegen die rasche Konsultation eines Arztes bei vagem Verdacht auf eine m\u00f6gliche Erkrankung wichtig ist.<\/p>\n<h2>Diagnose<\/h2>\n<p>F\u00fcr die Behandlung ist es besonders wichtig zu kl\u00e4ren, ob es sich um eine virale oder bakterielle Meningitis handelt. Nach der Anamnese und k\u00f6rperlichen Untersuchung wird bei Verdacht auf eine Meningitis eine Lumbalpunktion durchgef\u00fchrt. Hierbei wird etwas Nervenwasser aus dem R\u00fcckenmarkskanal entnommen, um dieses auf Infektionszeichen und Krankheitserreger zu untersuchen. Unter bestimmten Umst\u00e4nden kann eine Lumbalpunktion kontrainduziert sein. Au\u00dferdem wird eine Blutuntersuchung veranlasst. Ferner k\u00f6nnen bildgebende Untersuchungen wie eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) und andere Untersuchungen durchgef\u00fchrt werden. Der Ablauf der Abkl\u00e4rung kann individuell verschieden sein und richtet sich nach den jeweiligen Umst\u00e4nden (Alter des Patienten, Krankheitszeichen und Schweregrad der Symptome etc.).<\/p>\n<h2>Behandlung<\/h2>\n<p>Die Behandlung richtet sich nach der Ursache\/dem Erreger. Sie sollte im Krankenhaus erfolgen, da der Krankheitsverlauf vor allem anfangs schwierig vorherzusehen ist. Patienten mit bakterieller Meningitis sind grunds\u00e4tzlich \u00fcberwachungspflichtig. Eine bakterielle Meningitis wird mit Antibiotika therapiert. Wichtig ist eine m\u00f6glichst fr\u00fche Antibiotikagabe, um zu verhindern, dass sich die Prognose dramatisch verschlechtert. Gegebenenfalls erhalten auch Kontaktpersonen des Patienten vorbeugend Antibiotika.<br \/>\nBei einer viralen Meningitis k\u00f6nnen antivirale Therapien zum Einsatz kommen. Auch hier haben eine m\u00f6glichst rasche Diagnosestellung und die Einleitung entsprechender spezifischer antiviraler und erg\u00e4nzender Therapiema\u00dfnahmen einen gro\u00dfen Einfluss auf den weiteren Verlauf und das Ausma\u00df m\u00f6glicher Folgesch\u00e4den. Allerdings gibt es nicht gegen alle Viren spezielle Medikamente. Die Symptome k\u00f6nnen sich mit Hilfe von schmerzlindernden und fiebersenkenden Medikamenten und Bettruhe lindern lassen.<\/p>\n<p>Bei einer Meningitis handelt sich prinzipiell um eine gef\u00e4hrliche bzw. lebensbedrohliche Erkrankung; die Prognose h\u00e4ngt von der Ursache\/dem Erreger ab, davon wie schnell eine entsprechende Therapie eingeleitet wird, vom Alter und allgemeinen Gesundheitszustand (beispielsweise kann der Verlauf bei einem Kind oder bei \u00e4lteren Patienten aufgrund des weniger leistungsf\u00e4higen Immunsystems allgemein schwerer sein) und anderen Faktoren. Eine bakterielle Meningitis endet ohne Behandlung h\u00e4ufig t\u00f6dlich. Bei guten allgemeinen Voraussetzungen und rechtzeitigem Beginn einer fachgerechten Behandlung bestehen prinzipiell gute Genesungsaussichten. Eine M\u00f6glichkeit um Meningitis vorzubeugen ist die Impfung gegen bestimmte Erreger.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2449,2457,2408],"tags":[2657,2053,2054,3193],"class_list":["post-1724","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-intensivmedizin","category-krankheit","category-neurologie","tag-gehirnhautentzundung","tag-hirnhautentzundung","tag-meningitis","tag-meningokokken"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1724","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1724\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5428,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1724\/revisions\/5428"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1725"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1724"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1724"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1724"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}