{"id":1695,"date":"2019-03-30T12:12:08","date_gmt":"2019-03-30T12:12:08","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/schilddruesenueberfunktion-definition-moegliche-folgen-ernaehrung\/"},"modified":"2026-02-10T10:03:22","modified_gmt":"2026-02-10T09:03:22","slug":"schilddruesenueberfunktion-definition-moegliche-folgen-ernaehrung","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/schilddruesenueberfunktion-definition-moegliche-folgen-ernaehrung\/","title":{"rendered":"Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion &#8211; Definition, m\u00f6gliche Folgen, Ern\u00e4hrung"},"content":{"rendered":"<h2>Was ist eine Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion?<\/h2>\n<p>Bei einer Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion (Hyperthyreose) handelt es sich, wie die Bezeichnung bereits verr\u00e4t, um eine \u00dcberfunktion der Schilddr\u00fcse &#8211; in Folge dieser \u00dcberfunktion sind zu viele Schilddr\u00fcsenhormone im Blut, was dazu f\u00fchrt, dass viele Stoffwechselprozesse im K\u00f6rper schneller ablaufen. Der Stoffwechsel arbeitet sozusagen auf &#8220;Hochtouren&#8221;. Das Gegenteil der Hyperthyreose ist die Hypothyreose, die Schilddr\u00fcsenunterfunktion.<\/p>\n<h2>Schilddr\u00fcse und Schilddr\u00fcsenhormone<\/h2>\n<p>Die Schilddr\u00fcse befindet sich im Hals knapp unterhalb vom Kehlkopf und besteht aus zwei Lappen, die durch einen schmalen Gewebestreifen miteinander verbunden sind. Hinsichtlich ihrer Form \u00e4hnelt sie dem Gro\u00dfbuchstaben &#8220;H&#8221; oder einem Schmetterling.<\/p>\n<p>Klein, aber oho. Trotz ihrer geringen Gr\u00f6\u00dfe hat die Schilddr\u00fcse einen enorm wichtigen Einfluss auf den Stoffwechsel und viele K\u00f6rperfunktionen. Es handelt sich um die wichtigste Hormondr\u00fcse des K\u00f6rpers. Funktionsst\u00f6rungen der Schilddr\u00fcse k\u00f6nnen die Gesundheit und das Wohlbefinden in vielerlei Hinsicht beeinflussen.<\/p>\n<p>Zu den wichtigsten Funktionen der Schilddr\u00fcse z\u00e4hlen die Speicherung von Jod und die Produktion der Schilddr\u00fcsenhormone. Zu diesen z\u00e4hlen u. a. das Schilddr\u00fcsenhormon Trijodthyronin (T3) und das Schilddr\u00fcsenhormon Thyroxin (T4). Diese beiden Hormone wirken in fast allen K\u00f6rperzellen. Sie beeinflussen das Herz und den Kreislauf und k\u00f6nnen zu einer Erh\u00f6hung der Herzfrequenz und des Blutdrucks f\u00fchren, ebenso zu einer Erweiterung von Gef\u00e4\u00dfen. Sie beeinflussen den Fett-, Zucker- und Bindegewebsstoffwechsel, die Aktivit\u00e4t der Talg- und Schwei\u00dfdr\u00fcsen und jene der Darmt\u00e4tigkeit, au\u00dferdem k\u00f6nnen sie zu einer erh\u00f6hten Erregung von Nervenzellen f\u00fchren. Sie haben eine Wirkung auf den Grundumsatz, den Energiestoffwechsel und die K\u00f6rpertemperatur, ebenso auf das Wachstum und die Entwicklung von Zellen. Zusammengefasst sind die Schilddr\u00fcsenhormone von gro\u00dfer Bedeutung f\u00fcr die Funktionsf\u00e4higkeit vieler Organe, f\u00fcr Stoffwechsel- und zahlreiche andere Vorg\u00e4nge im K\u00f6rper.<\/p>\n<h2>Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion &#8211; Ursachen<\/h2>\n<p>F\u00fcr eine \u00dcberfunktion der Schilddr\u00fcse gibt es verschiedene Ursachen. Eine m\u00f6gliche Ursache ist Morbus Basedow, eine Schilddr\u00fcsenerkrankung, die durch eine Fehlregulation der spezifischen Immunabwehr verursacht wird. Das Immunsystem produziert irrt\u00fcmlich Antik\u00f6rper, welche die Aussch\u00fcttung von Schilddr\u00fcsenhormonen stimulieren, was zu einem \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Anstieg der Hormonkonzentration f\u00fchrt. Frauen sind \u00f6fter von Morbus Basedow betroffen als M\u00e4nner. Eine weitere m\u00f6gliche Ursache einer Hyperthyreose ist eine Schilddr\u00fcsenautonomie. Es bilden sich Gewebever\u00e4nderungen, sogenannte &#8220;hei\u00dfe Knoten&#8221;, die unkontrolliert Hormone bilden und aussch\u00fctten. Die hei\u00dfen Knoten produzieren also unabh\u00e4ngig vom Regelkreis zu viele Schilddr\u00fcsenhormone, was zum Hormon\u00fcberfluss f\u00fchrt. Auch eine Entz\u00fcndung der Schilddr\u00fcse kann zu einer (vor\u00fcbergehenden) \u00dcberfunktion f\u00fchren, weitere m\u00f6gliche Ursachen sind die \u00dcberdosierung von Schilddr\u00fcsenhormontabletten, hormonbildende Tumoren und andere seltene Erkrankungen.<\/p>\n<h2>Symptome<\/h2>\n<p>Die Schilddr\u00fcsenhormone steuern und beeinflussen zahlreiche Vorg\u00e4nge im K\u00f6rper und sind f\u00fcr den Stoffwechsel, das Wachstum und die Funktionsf\u00e4higkeit vieler Organe von gro\u00dfer Bedeutung, weswegen St\u00f6rungen und Fehlfunktionen der Schilddr\u00fcse Ausgangspunkt von vielen verschiedenen Beschwerden sein k\u00f6nnen. Bei einer Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion entsteht im K\u00f6rper ein \u00dcberangebot an Schilddr\u00fcsenhormonen. Dies f\u00fchrt zu einem erh\u00f6hten Grundumsatz und vermehrtem Energieverbrauch &#8211; der Stoffwechsel l\u00e4uft also alles in einem schneller ab.<br \/>\nPrinzipiell ist zu sagen, dass die genauen Auswirkungen einer Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein k\u00f6nnen. Der Bogen an m\u00f6glichen Symptomen spannt sich von Unruhe, Hyperaktivit\u00e4t, Nervosit\u00e4t, emotionalen Schwankungen, Reizbarkeit, Schlafst\u00f6rungen, erh\u00f6hter Empfindlichkeit gegen\u00fcber Hitze, erh\u00f6hter Schwei\u00dfneigung\/Schwitzen und Gewichtsverlust (trotz gro\u00dfem Appetit) \u00fcber Angstzust\u00e4nde, Herzrasen, erh\u00f6hten Puls, erh\u00f6hte Stuhlfrequenz, Durchfall, Menstruationsst\u00f6rungen, Potenzprobleme und herabgesetzte Fruchtbarkeit bis hin zu Muskelschw\u00e4che, Muskelschmerzen, Zittern, Haarverlust u. a.<\/p>\n<p>Die Auflistung der hier angef\u00fchrten Symptome dient dem \u00dcberblick und kann unvollst\u00e4ndig sein, zudem kann ein Symptom bei Auftreten harmlos oder Anzeichen f\u00fcr eine andere Krankheit sein. Auch muss nicht jedes hier angef\u00fchrte Symptom bei einer Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion auftreten. Im Zweifelsfall oder bei Verdacht auf eine Schilddr\u00fcsenerkrankung sollte stets das \u00e4rztliche Gespr\u00e4ch gesucht werden.<\/p>\n<h2>Diagnose<\/h2>\n<p>Ansprechpartner f\u00fcr Schilddr\u00fcsenst\u00f6rungen\/-erkrankungen sind u. a. der <a href=\"\/suche\/praktischer-arzt\">praktische Arzt<\/a>, der <a href=\"\/suche\/endokrinologe-diabetologe\">Facharzt f\u00fcr Innere Medizin und Endokrinologie<\/a> und der <a href=\"\/suche\/nuklearmediziner\">Facharzt f\u00fcr Nuklearmedizin<\/a>.<br \/>\nEine Schilderung der Krankengeschichte und der Symptome liefert die ersten Hinweise auf eine m\u00f6gliche Hyperthyreose. Neben der Anamnese und der allgemeinen k\u00f6rperlichen Untersuchung ist im Rahmen der Abkl\u00e4rung eine Blutuntersuchung unerl\u00e4sslich. Wichtige Parameter sind hier der TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon)-Spiegel, die Schilddr\u00fcsenhormone und Schilddr\u00fcsen-Antik\u00f6rper. Das TSH reguliert die Aussch\u00fcttung der Schilddr\u00fcsenhormone ins Blut. Im Fall einer Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion ist der TSH-Wert vermindert, die Schilddr\u00fcsenhormone sind hingegen erh\u00f6ht. Bestimmte Antik\u00f6rper im Blut k\u00f6nnen ein Hinweis auf Morbus Basedow sein. Je nach individueller Situation und Bedarf k\u00f6nnen noch andere Werte untersucht werden. Weitere diagnostische Schritte sind die Ultraschalluntersuchung der Schilddr\u00fcse, welche es erm\u00f6glicht, deren Gr\u00f6\u00dfe und Struktur zu beurteilen und m\u00f6gliche Knoten zu erkennen, und die Szintigrafie (nuklearmedizinische Untersuchung), mittels welcher der regionale Stoffwechsel der Schilddr\u00fcse dargestellt werden kann. Unter anderem lassen sich mit Hilfe der Untersuchung Bereiche mit gesteigerter Hormonproduktion von anderen Bereichen unterscheiden. Im Fall einer \u00dcberfunktion ist es mittels Szintigrafie m\u00f6glich, die Ursache f\u00fcr diese festzustellen. Der genaue Ablauf der Abkl\u00e4rung richtet sich nach der individuellen Situation des Patienten.<\/p>\n<h2>Behandlung<\/h2>\n<p>Wichtig sind eine genaue Diagnose und das Kennen der Ursache f\u00fcr die \u00dcberfunktion, da die jeweiligen Ursachen teils sehr unterschiedliche Therapien zur Folge haben k\u00f6nnen. Zu den m\u00f6glichen Therapiema\u00dfnahmen bei einer Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion z\u00e4hlen die medikament\u00f6se Behandlung, die Radiojodtherapie und die Operation. In manchen F\u00e4llen kann es reichen, zun\u00e4chst abzuwarten und die Schilddr\u00fcse regelm\u00e4\u00dfig zu kontrollieren. Im Rahmen der medikament\u00f6sen Behandlung kommen sogenannte Thyreostatika zum Einsatz, welche die Schilddr\u00fcsenhormonproduktion verringern und den erh\u00f6hten Hormonspiegel senken. Betablocker k\u00f6nnen eingesetzt werden, um bestimmte Symptome wie Herzrasen zu behandeln. Bei der Radiojodtherapie, bei welcher radioaktives Jod verabreicht wird (meistens als Kapsel zum Schlucken) und die alternativ zur Operation sinnvoll sein kann, werden jene Zellen zerst\u00f6rt, die zu viele Schilddr\u00fcsenhormone produzieren. Im Rahmen einer operativen Therapie wird die Schilddr\u00fcse oder ein Teil dieser entfernt, danach ist meistens die lebenslange Einnahme von Schilddr\u00fcsenhormonen notwendig.<\/p>\n<h2>Ern\u00e4hrung bei Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion<\/h2>\n<p>Im Fall einer Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion gilt zu viel Jod als kontraproduktiv. Betroffene sollten darauf achten, nicht zu viel Jod zu sich zu nehmen, da eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Jodzufuhr die \u00fcberm\u00e4\u00dfige Hormonproduktion verst\u00e4rken kann. Reich an Jod sind u. a. bestimmte Seefische, Meeresfr\u00fcchte, Meeresalgen und jodreiche Mineralwasser. Auf eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Jodzufuhr zu achten bedeutet nicht, dass kein Jod mehr zugef\u00fchrt werden sollte. Prinzipiell gilt, dass die normale t\u00e4gliche Dosis nicht \u00fcberschritten werden sollte. Angaben bez\u00fcglich der Jodzufuhr bei einer Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion variieren in der Literatur, bei Fragen ist stets das \u00e4rztliche Gespr\u00e4ch oder eine professionelle Ern\u00e4hrungsberatung ratsam.<\/p>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2416,2448,2457],"tags":[108,2650,2668,274,2530,2667],"class_list":["post-1695","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-hals-nasen-ohrenheilkunde","category-innere-medizin","category-krankheit","tag-allgemeinmedizin","tag-hormone","tag-hyperthyreose","tag-nuklearmedizin","tag-schilddruse","tag-schilddrusenuberfunktion"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1695","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1695\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5440,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1695\/revisions\/5440"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1696"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1695"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1695"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1695"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}