{"id":1665,"date":"2019-01-10T09:26:54","date_gmt":"2019-01-10T09:26:54","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/feigwarzen\/"},"modified":"2024-10-23T10:47:17","modified_gmt":"2024-10-23T08:47:17","slug":"feigwarzen","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/feigwarzen\/","title":{"rendered":"Feigwarzen (Genitalwarzen) &#8211; Definition, Ursache, Symptome, Vorsorge"},"content":{"rendered":"<h2>Was sind Feigwarzen?<\/h2>\n<p>Bei Feigwarzen (anogenitale Warzen, Condylomata acuminata) handelt es sich um gutartige Hautwucherungen im Intimbereich. Feigwarzen z\u00e4hlen zu den h\u00e4ufigsten Geschlechtskrankheiten. Ein gro\u00dfer Teil aller Erwachsenen leidet mindestens einmal im Leben unter Condylomata acuminata, Frauen und M\u00e4nner sind etwa gleich h\u00e4ufig betroffen. Der Altersgipfel liegt bei etwa 20 bis 24 Jahren, wobei anogenitale Warzen auch in h\u00f6herem Lebensalter nichts Ungew\u00f6hnliches sind. Feigwarzen k\u00f6nnen spontan ausheilen, sich aber ebenso weiter ausbreiten und Monate bis Jahre bestehen bleiben.<\/p>\n<p>Bei Frauen k\u00f6nnen Feigwarzen u. a. im Bereich der Vulva, der hinteren Kommissur (hinterer Bereich der Schamlippen vor dem Damm)\/Schamlippen, in der Vagina und im Bereich des Geb\u00e4rmutterhalses auftreten, bei M\u00e4nnern am Penis, bevorzugt im Bereich der Eichel, der Penisfurche (ringf\u00f6rmige Vertiefung hinter der Eichel), des Vorhautb\u00e4ndchens, der Vorhaut und des Penisstamms. Bei beiden Geschlechtern k\u00f6nnen sich Condylomata acuminata auch im Bereich rund um den Anus und des Rektums bilden, auch ein Befall der Harnr\u00f6hre ist m\u00f6glich. Selten bilden sich Feigwarzen an K\u00f6rperstellen abseits des Genital- und Analbereichs. Die warzigen Gebilde sind weich und begrenzt; sie k\u00f6nnen unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfe sein, einzeln oder geh\u00e4uft auftreten, sich beetf\u00f6rmig ausdehnen und zu plattenartigen Gebilden entwickeln.<\/p>\n<h2>Ursache<\/h2>\n<p>Ursache f\u00fcr Feigwarzen ist eine Infektion mit humanen Papillomviren (HP-Viren, HPV). Es sind viele verschiedene Typen des Virus bekannt, die verschiedene Erkrankungen verursachen k\u00f6nnen. Entsprechend ihres Potenzials bestimmte Erkrankungen zu verursachen, werden HP-Viren in Niedrigrisiko- und Hochrisiko-Typen unterteilt. Viren des Hochrisiko-Typs k\u00f6nnen bei Frauen und M\u00e4nnern zur Entwicklung von verschiedenen Krebsformen f\u00fchren, darunter Geb\u00e4rmutterhals-, Scheiden-, Vulva-, Anal- und Peniskrebs sowie Krebsformen im Mund- und Rachenraum. Lesen Sie hier mehr zum Thema <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/gebaermutterhalskrebs\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Geb\u00e4rmutterhalskrebs<\/a>, <a href=\"\/ratgeber\/hpv-diagnose-der-besuch-beim-gynaekologen-4080\">Diagnose von HPV<\/a> und <a href=\"\/ratgeber\/hpv-bei-maennern-4073\">HPV bei M\u00e4nnern<\/a>.<br \/>\nViren des Niedrigrisiko-Typs gelten nicht als potenziell lebensgef\u00e4hrliche Erreger; einige von ihnen k\u00f6nnen beim Menschen allerdings die Haut und Schleimhaut im Anogenitalbereich infizieren und unangenehme Feigwarzen verursachen. Hierzu z\u00e4hlen u. a. HPV 6, 11, 40, 42, 43 und 44, wobei die \u00fcberwiegende Mehrheit der anogenitalen Warzen vor allem durch die HPV-Typen 6 und 11 verursacht wird.<\/p>\n<p>Die Ansteckung mit HPV erfolgt vor allem durch sexuelle Kontakte (direkter Haut- bzw. Schleimhautkontakt) &#8211; die Infektion z\u00e4hlt zu den h\u00e4ufigsten STDs (Sexually Transmitted Disease, sexuell \u00fcbertragbare Krankheiten). Kondome k\u00f6nnen das Risiko einer Infektion beim Geschlechtsverkehr reduzieren, aber nicht zu 100 Prozent, da sie nicht alle m\u00f6glicherweise befallenen Hautstellen bedecken.<\/p>\n<p>Das Infektionsrisiko steigt mit der Anzahl der Sexualpartner. Weitere Risikofaktoren sind u. a. Abwehrschw\u00e4che\/geschw\u00e4chtes Immunsystem, die Einnahme von Immunsuppressiva, Drogenkonsum und das gleichzeitige Bestehen von bestimmten anderen (Geschlechts-)Krankheiten wie HIV, Herpes genitalis oder Chlamydien. Ferner k\u00f6nnen die Ausl\u00f6ser der Feigwarzen auch w\u00e4hrend der Geburt auf das Kind \u00fcbertragen werden, ebenso m\u00f6glich ist eine Schmierinfektion nach Kontakt mit kontaminierten Oberfl\u00e4chen\/Gegenst\u00e4nden (z. B. Sexspielzeug, gemeinsam benutzte Handt\u00fccher und Schw\u00e4mme).<\/p>\n<p>HP-Viren sind weit verbreitet, etwa vier von f\u00fcnf Personen* stecken sich im Laufe des Lebens an, meistens ohne es zu merken. Jedoch entwickelt l\u00e4ngst nicht jede von einer Infektion betroffene Person sichtbare Feigwarzen. H\u00e4ufig kommt es bei Personen, die mit HPV 6 und\/oder 11 (HPV 6 und 11 k\u00f6nnen in etwa 90 Prozent der F\u00e4lle von Genitalwarzen nachgewiesen werden) oder mit anderen Feigwarzen verursachenden HPV-Typen infiziert sind nicht zur Entwicklung von Warzen, was jedoch nicht bedeutet, dass von diesen Personen keine Ansteckungsgefahr ausgeht. Auch wenn sich keine Genitalwarze zeigt ist es m\u00f6glich, das Virus zu \u00fcbertragen &#8211; zu einer \u00dcbertragung von HPV kann es also sowohl bei Vorliegen von Warzen kommen wie auch dann, wenn keine Warze sichtbar ist. Die Inkubationszeit (Zeitraum zwischen dem Eindringen eines Krankheitserregers in den K\u00f6rper und dem Auftreten der ersten Symptome\/Ausbruch der Krankheit) nach einer Infektion mit HPV betr\u00e4gt ca. vier Wochen bis mehrere Monate.<\/p>\n<h2>Symptome<\/h2>\n<p>Feigwarzen k\u00f6nnen stecknadelkopf- bis mehrere Zentimeter gro\u00df sein. Die warzigen Gebilde k\u00f6nnen unterschiedlich gef\u00e4rbt sein (hautfarben, r\u00f6tlich, br\u00e4unlich) und sind weich und in der Regel nicht druckschmerzhaft. Unter Umst\u00e4nden, besonders bei ausgepr\u00e4gterem Befall, k\u00f6nnen sie mit Juckreiz, Brennen und\/oder Schmerzen einhergehen. Sie treten oftmals geh\u00e4uft auf und k\u00f6nnen sich beetartig ausbreiten und zu hahnenkammartigen Strukturen und blumenkohlartigen Tumoren anwachsen. In seltenen F\u00e4llen k\u00f6nnen sich aus lange bestehenden Genitalwarzen Karzinome entwickeln (Buschke-L\u00f6wenstein-Tumor). Neben dem hier beschriebenen &#8220;klassischen&#8221; Feigwarzen-Typ gibt es auch Sonderformen wie z. B. Feigwarzen mit flacher Erscheinungsform (Condylomata plana).<\/p>\n<p>Feigwarzen verursachen zumeist keine allgemeinen Beschwerden. Abh\u00e4ngig von ihrer Lokalisation, Ausbreitung und Gr\u00f6\u00dfe k\u00f6nnen sie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Beschwerden beim Wasserlassen verursachen, durch Kontakt und Reibung k\u00f6nnen Feigwarzen unter Umst\u00e4nden aufrei\u00dfen und bluten. Manche Frauen berichten auch von vermehrtem Ausfluss. Feigwarzen k\u00f6nnen psychisch teils sehr belastend sein &#8211; Betroffene leiden oftmals unter Schamgef\u00fchlen oder haben Angst ihren Partner anzustecken.<\/p>\n<p>Die Auflistung der hier angef\u00fchrten Anzeichen und Symptome kann unvollst\u00e4ndig sein, zudem kann ein Symptom bei Auftreten harmlos oder Anzeichen f\u00fcr eine andere Erkrankung sein. Auch muss nicht jedes hier angef\u00fchrte Anzeichen\/Symptom bei Feigwarzen auftreten. Im Zweifelsfall oder bei Verdacht auf eine Erkrankung sollte das \u00e4rztliche Gespr\u00e4ch gesucht werden. Betroffene oder jene, die vermuten Feigwarzen oder andere sexuell \u00fcbertragbare Krankheiten zu haben sollten sich nicht scheuen einen Arzt aufzusuchen und diesem von ihren Beobachtungen, Beschwerden und Sorgen zu berichten.<\/p>\n<h2>Diagnose<\/h2>\n<p>Ansprechpartner bei (Verdacht auf) Feigwarzen sind Gyn\u00e4kologen, Urologen und Fach\u00e4rzte f\u00fcr Haut- und Geschlechtskrankheiten. Der Arzt kann eine Genitalwarze zumeist mit blo\u00dfem Auge erkennen. Um Feigwarzen genauer abzukl\u00e4ren, alle Warzen erkennen und das Ausma\u00df des Befalls genau bestimmen zu k\u00f6nnen, erfolgen nach einer ausf\u00fchrlichen Anamnese eine genaue Untersuchung des Genitalbereichs bzw. eine gyn\u00e4kologische Untersuchung (Tastuntersuchung, Untersuchung mit dem Spekulum, PAP-Abstrich, Kolposkopie)\/urologische Untersuchung. Zur Diagnose bzw. zum Ausschluss eines intraanalen und intrarektalen Befalls und des Befalls anderer Infektionsorte k\u00f6nnen endoskopische und weitere Untersuchungen erforderlich sein. Ein Befall innerhalb der Harnr\u00f6hre kann durch eine Harnr\u00f6hrenspiegelung (Urethroskope\/Meatoskopie) abgekl\u00e4rt werden.<br \/>\nUm andere sexuell \u00fcbertragbare Krankheiten auszuschlie\u00dfen wird eine Blutuntersuchung durchgef\u00fchrt, daneben k\u00f6nnen auch Abstrich-Untersuchungen (z. B. auf Chlamydien) durchgef\u00fchrt werden. Eine kaum erkennbare bzw. nicht sichtbare Warze kann unter Umst\u00e4nden mittels Essigs\u00e4uretest nachgewiesen werden. Hierbei wird verd\u00fcnnte Essigs\u00e4ure auf die Haut getupft, wobei sich Feigwarzen wei\u00dflich verf\u00e4rben. Eventuell kann ein HPV-Nachweis mit Virustypisierung notwendig sein, unter Umst\u00e4nden im Rahmen der weiteren Abkl\u00e4rung\/Differentialdiagnostik (Abkl\u00e4rung\/Ausschluss von Erkrankungen mit \u00e4hnlicher Symptomatik) auch eine feingewebliche Untersuchung entfernter Warzen. Der genaue Ablauf der Abkl\u00e4rung richtet sich nach der Situation des Patienten. Wichtig bei Feigwarzen und anderen sexuell \u00fcbertragbaren Krankheiten und bei Verdacht auf diese ist, dass der Partner ebenfalls untersucht wird.<\/p>\n<h2>Behandlung<\/h2>\n<p>F\u00fcr die Behandlung von Feigwarzen stehen verschiedene Ma\u00dfnahmen zur Verf\u00fcgung, darunter u. a. lokal wirksame Medikamente, die in Form von Cremes, Salben oder L\u00f6sungen (Podophyllotoxin, Imiquimod, Trichloressigs\u00e4ure, Extrakt aus gr\u00fcnem Tee u. a.) im betroffenen Areal vom Arzt und\/oder Patienten (je nach Wirkstoff) aufgetragen werden, Photodynamische Therapie, Kryotherapie (Vereisung) und chirurgische Verfahren wie die Entfernung von Feigwarzen mittels Skalpell, Laser (Lasertherapie), Elektrokauter und Schere (Scherenschlagexzision). Die Therapie richtet sich nach der Lokalisation, Auspr\u00e4gung, Gr\u00f6\u00dfe und Anzahl der Warzen, der Art und dem Erfolg m\u00f6glicher vorausgegangener Behandlungen, etwaigen Grund- und Begleiterkrankungen und anderen individuellen Umst\u00e4nden (z. B. Schwangerschaft) sowie den W\u00fcnschen des Patienten. Wichtig ist, dass der Sexualpartner ebenfalls auf Feigwarzen untersucht und gegebenenfalls behandelt wird, um eine kontinuierliche gegenseitige Ansteckung zu verhindern.<\/p>\n<p>Der Verlauf kann bei Feigwarzen individuell sehr verschieden sein. Die M\u00f6glichkeit eines weiteren Befalls besteht auch nach einer erfolgreichen Behandlung, nicht selten kommt es nach einer Behandlung auch zu einem R\u00fcckfall (Rezidiv). In etwa 30 Prozent* aller F\u00e4lle bilden sich genitale Warzen auch ohne Therapie wieder zur\u00fcck. Da sie jedoch ansteckend sind, sich ebenso ausbreiten und zu belastenden Beschwerden f\u00fchren k\u00f6nnen, ist es in jedem Fall wichtig, Warzen im Anogenitalbereich abkl\u00e4ren zu lassen und gegebenenfalls mit einer entsprechenden Behandlung zu beginnen.<\/p>\n<h2>Feigwarzen vorbeugen<\/h2>\n<p>Ma\u00dfnahmen um Feigwarzen vorzubeugen sind die Verwendung von Kondomen (reduziert das Risiko einer Infektion mit HPV) und die Impfung gegen HPV. Derzeit sind drei Impfstoffe verf\u00fcgbar, darunter ein 9-fach-Impfstoff. Dieser ist wirksam gegen die HPV-Typen 6, 11, 16, 18, 31, 33, 45, 52 und 58 und damit u. a. gegen jene HPV-Typen, auf welche der Gro\u00dfteil aller F\u00e4lle von Feigwarzen zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Die Impfung mit dem 9-fach-Impfstoff sch\u00fctzt aber nicht nur vor der Entstehung von Genitalwarzen, sondern auch vor der Entwicklung von bestimmten HPV-bedingten Krebsformen, darunter Geba\u0308rmutterhalskrebs und dessen Vorstufen sowie Krebsformen im Mund- und Rachenraum. Geimpft werden k\u00f6nnen M\u00e4dchen und Buben mit vollendetem neunten Lebensjahr. Mehr \u00fcber die Impfung gegen HPV lesen Sie hier (&#8211;&gt;Text &#8220;Geb\u00e4rmutterhalskrebs Vorsorge&#8221;)<\/p>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2459,2405,2457,6,2455],"tags":[254,304,129,623,784,190,2698],"class_list":["post-1665","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-frauenheilkunde","category-haut-und-geschlechtskrankheiten","category-krankheit","category-sexualitaet","category-urologie","tag-dermatologie","tag-feigwarzen","tag-frauenheilkunde","tag-haut","tag-sexualitat","tag-urologie","tag-warzen"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1665","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1665\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15830,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1665\/revisions\/15830"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1666"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1665"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1665"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1665"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}