{"id":1648,"date":"2018-09-06T13:40:37","date_gmt":"2018-09-06T13:40:37","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/pfeiffersches-druesenfieber-definition-ursache-behandlung\/"},"modified":"2023-02-16T20:59:05","modified_gmt":"2023-02-16T19:59:05","slug":"pfeiffersches-druesenfieber-definition-ursache-behandlung","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/pfeiffersches-druesenfieber-definition-ursache-behandlung\/","title":{"rendered":"Pfeiffersches Dr\u00fcsenfieber &#8211; Definition, Ursache, Behandlung"},"content":{"rendered":"<h2>Was ist das Pfeiffersche Dr\u00fcsenfieber?<\/h2>\n<p>Ursache f\u00fcr das Pfeiffersche Dr\u00fcsenfieber, auch infekti\u00f6se Mononukleose oder &#8220;Kusskrankheit&#8221; genannt, ist eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV). Benannt ist die Infektionskrankheit nach dem deutschen Kinderarzt Emil Pfeiffer, der sie beschrieben hat. Das Pfeiffersche Dr\u00fcsenfieber ist weltweit sehr verbreitet, allerdings entwickelt l\u00e4ngst nicht jeder Infizierte auch Symptome.<\/p>\n<h2>Epstein-Barr-Virus<\/h2>\n<p>Das Epstein-Barr-Virus z\u00e4hlt zur Familie der Herpesviren. Hierbei handelt es sich um eine Gruppe von DNA-Viren, welche die Ursache f\u00fcr verschiedene Erkrankungen sein k\u00f6nnen, darunter u. a. <a href=\"\/ratgeber\/herpes-simplex-genitalis-ursache-symptome-praevention-3660\">Lippenherpes (Herpes-simplex-Virus)<\/a>, <a href=\"\/ratgeber\/windpocken-definition-symptome-behandlung-3703\">Windpocken<\/a> und <a href=\"\/ratgeber\/guertelrose-so-erkennen-sie-die-typischen-symptome-1080\">G\u00fcrtelrose<\/a> (Varizella-Zoster-Virus). Wie andere Herpesviren verbleibt das EBV nach der Infektion im K\u00f6rper. Unter bestimmten Umst\u00e4nden (z. B. unterdr\u00fccktes Immunsystem, Aids) kann es reaktiviert werden und verschiedene Krankheiten hervorrufen.<\/p>\n<h2>Pfeiffersches Dr\u00fcsenfieber &#8211; \u00dcbertragung<\/h2>\n<p>Ein Kuss ist eben nicht immer nur ein Kuss. Die \u00dcbertragung erfolgt sehr h\u00e4ufig \u00fcber den Speichel beim K\u00fcssen, weswegen die Erkrankung auch als Kusskrankheit bezeichnet wird. Entsprechend hoch ist auch die Durchseuchungsrate innerhalb der Bev\u00f6lkerung &#8211; rund um das 40. Lebensjahr sind etwa 95 Prozent* aller Menschen mit dem Erreger infiziert. Auch m\u00f6glich, allerdings selten, ist eine \u00dcbertragung \u00fcber andere K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten wie Genitalsekrete oder Blut (beim Geschlechtsverkehr, bei Bluttransfusionen oder Organspenden). Ein anderer h\u00e4ufiger Ansteckungsweg findet sich unter Kindern, beispielsweise wenn zuvor mit dem Mund in Kontakt gekommene und kontaminierte Spielsachen untereinander getauscht werden.<\/p>\n<p>Die Inkubationszeit (Zeitraum ab der Infektion mit einem Erreger bis zum Ausbruch der Krankheit) betr\u00e4gt etwa vier bis sechs Monate, wobei genaue Angaben schwierig sind, u. a. deswegen, weil viele von der Infektion Betroffene nichts davon wissen, keine Symptome entwickeln und der Erkrankungsbeginn oftmals schleichend ist. In der Zeit zwischen der Infektion und dem Krankheitsausbruch kann man andere Menschen anstecken ohne zu wissen, dass man selbst infiziert ist. Einmal infiziert bleibt man ein Leben lang Tr\u00e4ger des Virus, wobei das Immunsystem dieses unter normalen Bedingungen in der Regel gut kontrollieren und &#8220;in Schach halten&#8221; kann, sodass es nicht zu einem erneuten Krankheitsausbruch kommt. Das bedeutet jedoch nicht, dass man andere zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt nicht mehr anstecken kann &#8211; auch nach Abklingen der Symptome ist es m\u00f6glich, andere Menschen anzustecken.<\/p>\n<h2>Kann man sich vor einer Infektion sch\u00fctzen?<\/h2>\n<p>Aufgrund der hohen Durchseuchungsrate innerhalb der Bev\u00f6lkerung und den \u00dcbertragungswegen ist es praktisch nicht m\u00f6glich, sich vor dem EBV zu sch\u00fctzen. Eine Impfung befindet sich in Entwicklung und ist derzeit noch nicht verf\u00fcgbar.<\/p>\n<h2>Symptome<\/h2>\n<p>Eine Infektion bedeutet nicht, dass es zwangsl\u00e4ufig zum Auftreten von Symptomen kommt. Besonders im Kindesalter zeigt sich h\u00e4ufig ein klinisch stummer Verlauf &#8211; der K\u00f6rper bildet zwar Antik\u00f6rper gegen das Virus, das Kind zeigt allerdings keine Krankheitsanzeichen. Bei Jugendlichen und Erwachsenen ist der Verlauf in vielen F\u00e4llen ebenfalls stumm, in anderen F\u00e4llen zeigen sich die f\u00fcr die Erkrankung typischen Symptome.<\/p>\n<p>Das Krankheitsbild ist prinzipiell durch die drei Symptome Halsschmerzen, Fieber und geschwollene Lymphknoten charakterisiert, in der akuten Phase der Erkrankung kommt es bei Betroffenen zu einem ausgepr\u00e4gten Krankheitsgef\u00fchl, Abgeschlagenheit und Kraftlosigkeit. Die Halsschmerzen sind zumeist st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt, m\u00f6glich sind zudem eine intensivere R\u00f6tung im Rachenbereich, Schluckbeschwerden und st\u00e4rker geschwollene Mandeln. Das Fieber kann \u00fcber mehrere Tage anhalten. Weitere m\u00f6gliche Beschwerden sind Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, <a href=\"\/ratgeber\/mundgeruch-erfolgreich-loswerden-1724\">Mundgeruch<\/a>, Heiserkeit, Sprechst\u00f6rungen und Nachtschwei\u00df. Manche Betroffene entwickeln zudem eine Milzschwellung, au\u00dferdem k\u00f6nnen im weiteren Verlauf noch weitere Organe von der Erkrankung betroffen sein, auch teils schwere Komplikationen sind nicht ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Die Auflistung der hier angef\u00fchrten Anzeichen und Symptome kann unvollst\u00e4ndig sein, zudem kann ein Symptom bei Auftreten harmlos oder Anzeichen f\u00fcr eine andere Erkrankung sein. Auch muss nicht jedes hier angef\u00fchrte Symptom beim Pfeifferschen Dr\u00fcsenfieber auftreten. Im Zweifelsfall oder bei Verdacht auf eine Erkrankung sollte stets das \u00e4rztliche Gespr\u00e4ch gesucht werden.<\/p>\n<h2>Verlauf und m\u00f6gliche Komplikationen<\/h2>\n<p>In aller Regel zeigt sich ein komplikationsloser Verlauf, bei Erwachsenen mit milderem Verlauf kann die Erkrankung unter Umst\u00e4nden auch mit einer Grippe verwechselt werden. Zumeist erholen sich Betroffene innerhalb von zwei bis drei Wochen wieder, die verst\u00e4rkte Ersch\u00f6pfbarkeit, Mattigkeit und M\u00fcdigkeit k\u00f6nnen allerdings auch noch \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum bestehen bleiben. Unter Umst\u00e4nden kann es zu Komplikationen kommen. Hierzu z\u00e4hlen mitunter der Milzriss (aufgrund der Milzschwellung), welcher einen klinischen Notfall darstellt, und die Leberentz\u00fcndung. Weitere m\u00f6gliche Komplikationen sind u. a. Nieren- und Lungenentz\u00fcndung, ist das Immunsystem stark geschw\u00e4cht (z. B. unter immunsuppressiver Therapie, Chemotherapie, bei HIV-\/Aids-Patienten) kann es auch zu L\u00e4hmungserscheinungen, Hirnhautentz\u00fcndungen und anderen Komplikationen kommen.<\/p>\n<h2>Diagnose<\/h2>\n<p>Im Rahmen der k\u00f6rperlichen Untersuchung wird der Arzt den Rachen und die Mandeln auf R\u00f6tungen, Schwellungen und andere Auff\u00e4lligkeiten inspizieren und eine Tastuntersuchung (Lymphknoten, Bauchraum) durchf\u00fchren. Wichtig f\u00fcr die Diagnose ist die Blutuntersuchung und hier der Nachweis spezifischer Antik\u00f6rper gegen EBV. Au\u00dferdem lassen sich durch die Blutuntersuchung auch Ver\u00e4nderungen der wei\u00dfen Blutk\u00f6rperchen (Leukozyten) feststellen &#8211; die Zahl dieser ist erh\u00f6ht (Leukozytose), wobei es sich bei vielen um atypische wei\u00dfe Blutk\u00f6rperchen, sogenannte mononukle\u00e4re Zellen, handelt, was die alternative Krankheitsbezeichnung infekti\u00f6se Mononukleose erkl\u00e4rt. Im Fall einer Beteiligung der Leber zeigen sich erh\u00f6hte Leberwerte. Unter Umst\u00e4nden k\u00f6nnen noch weitere Untersuchungen erforderlich sein, der genaue Ablauf der Abkl\u00e4rung richtet sich nach der individuellen Situation.<\/p>\n<h2>Behandlung<\/h2>\n<p>Bei unkompliziertem Verlauf fokussiert sich die Behandlung auf die Milderung der Beschwerden, Behandlungsma\u00dfnahmen sind Medikamente zur Schmerzlinderung und Fiebersenkung, deren Einnahme mit dem Arzt oder Apotheker besprochen werden sollte, und Schonung\/k\u00f6rperliche Ruhe. Letztgenannte ist besonders wichtig, um dem K\u00f6rper die n\u00f6tige Zeit zur Erholung zu geben und das Risiko f\u00fcr Komplikationen zu reduzieren. Insbesondere eine intensivere k\u00f6rperliche Belastung und Sport sollten noch einige Zeit nach Abklingen der akuten Krankheitssymptome gemieden werden, gleiches gilt f\u00fcr Alkohol, welcher die Leber belastet. Au\u00dferdem ist es wichtig, dass Betroffene auf eine ausreichende Fl\u00fcssigkeitszufuhr achten und viel trinken. In der Regel heilt das Dr\u00fcsenfieber folgenlos aus, in manchen F\u00e4llen dauert es bis zur vollkommenen Genesung etwas l\u00e4nger, unter Umst\u00e4nden k\u00f6nnen bestimmte Nachuntersuchungen notwendig sein.<\/p>\n<p><em>*Angaben k\u00f6nnen in der Literatur variieren<\/em><\/p>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2416,2430,2457],"tags":[108,2030,161,176,2714,2713,2712,170],"class_list":["post-1648","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-hals-nasen-ohrenheilkunde","category-infektiologie","category-krankheit","tag-allgemeinmedizin","tag-herpes","tag-hno","tag-infektion","tag-kusskrankheit","tag-mononukleose","tag-pfeiffersches-drusenfieber","tag-viren"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1648","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1648\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10248,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1648\/revisions\/10248"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1649"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1648"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1648"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1648"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}