{"id":1644,"date":"2018-09-10T12:40:04","date_gmt":"2018-09-10T12:40:04","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/morbus-crohn\/"},"modified":"2023-09-01T11:32:29","modified_gmt":"2023-09-01T09:32:29","slug":"morbus-crohn","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/morbus-crohn\/","title":{"rendered":"Morbus Crohn &#8211; Definition, Symptome, Ern\u00e4hrung"},"content":{"rendered":"<h2>Was ist Morbus Crohn?<\/h2>\n<p>Morbus Crohn z\u00e4hlt zu den chronisch-entz\u00fcndlichen Darmerkrankungen. Bei chronisch-entz\u00fcndlichen Darmerkrankungen (CED) handelt es sich um Krankheitsbilder, die durch schubweise wiederkehrende oder kontinuierlich auftretende entz\u00fcndliche Ver\u00e4nderungen des Darms charakterisiert sind. Eine wichtige CED neben Morbus Crohn ist Colitis ulcerosa.<\/p>\n<p>Beide Krankheitsbilder zeichnen sich durch entz\u00fcndliche L\u00e4sionen im Bereich des Verdauungstrakts aus, w\u00e4hrend die entz\u00fcndlichen Ver\u00e4nderungen bei Colitis ulcerosa allerdings auf den Dickdarm beschr\u00e4nkt sind, k\u00f6nnen bei Morbus Crohn prinzipiell alle Abschnitte des Verdauungstrakts betroffen sein &#8211; bei Morbus Crohn kann es zu einer Entz\u00fcndung der Schleimhaut zwischen Mund und After kommen, wobei bevorzugt der letzte Abschnitt des D\u00fcnndarms und der erste Abschnitt des Dickdarms betroffen sind. Typisch bei Morbus Crohn ist ein diskontinuierliches und segmentales Befallsmuster der Darmschleimhaut, was bedeutet, dass erkrankte Abschnitte und solche ohne Ver\u00e4nderungen einander abwechseln.<\/p>\n<p>Die Entstehung des Morbus Crohn ist bis heute nicht vollst\u00e4ndig verstanden. Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind prinzipiell sehr unterschiedlich verlaufende Erkrankungen, die auf genetische Faktoren, Umwelteinfl\u00fcsse, ein \u00fcberschie\u00dfendes Immunsystem und wahrscheinlich auch auf die Zusammensetzung der <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/darmflora\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Darmflora<\/a> zur\u00fcckzuf\u00fchren sind.<\/p>\n<p>Von einem chronischen Verlauf ist die Rede, wenn die Beschwerden l\u00e4nger als sechs Monate durchgehend anhalten, bei einem schubweisen Verlauf kommt es zu einem Wechsel zwischen Beschwerden und beschwerdefreien Phasen in nicht vorhersehbaren Abst\u00e4nden. Zumeist verl\u00e4uft Morbus Crohn in Sch\u00fcben und zeigt einen progredienten (fortschreitenden) Verlauf. Prinzipiell k\u00f6nnen CED in jedem Lebensalter auftreten, der Erkrankungsgipfel von Morbus Crohn liegt im fr\u00fchen Erwachsenenalter und nach dem 60. Lebensjahr (seltener).<\/p>\n<h2>Symptome<\/h2>\n<p>Die Erkrankung kann von Patient zu Patient sehr unterschiedlich verlaufen. In manchen F\u00e4llen zeigt sich ein milder Krankheitsverlauf und die Erkrankung bleibt \u00fcber l\u00e4ngere Zeit unentdeckt. Meistens beginnt Morbus Crohn im jungen Erwachsenenalter mit unspezifischen Beschwerden. Bei schubweisem Verlauf k\u00f6nnen die Symptome zeitweise vollkommen verschwinden.<\/p>\n<p>M\u00f6gliche Symptome bei Morbus Crohn sind M\u00fcdigkeit, Bauchschmerzen, besonders im rechten Unterbrauch, Gewichtsverlust, <a href=\"\/ratgeber\/hilfe-bei-durchfall-992\">Durchfall<\/a>, \u00dcbelkeit, Erbrechen und Fieber. Betroffene f\u00fchlen sich m\u00fcde und ersch\u00f6pft, mit dem Fieber geht ein allgemeines Krankheitsgef\u00fchl einher. Die Durchf\u00e4lle sind in der Regel unblutig und k\u00f6nnen w\u00e4hrend eines Schubs mehrmals am Tag auftreten. Appetitmangel und die Angst vor Beschwerden k\u00f6nnen dazu f\u00fchren, dass Betroffene zu wenig essen, was Gewichtsverlust beg\u00fcnstigt. Ferner kann es zu einem N\u00e4hrstoffmangel und verschiedenen Mangelerscheinungen kommen, da die Aufnahme von Nahrungsbestandteilen im Bereich der entz\u00fcndeten Darmabschnitte nicht richtig funktioniert und durch Durchf\u00e4lle zus\u00e4tzlich N\u00e4hrstoffe verloren gehen. Au\u00dferdem kann es zu Komplikationen wie Engstellen im Darm, Abszessen, Fisteln und Analfissuren kommen. Wenn die von der Entz\u00fcndung betroffenen Darmabschnitte abheilen k\u00f6nnen sich Narben bilden, unter Umst\u00e4nden kann es zu einem Darmverschluss kommen. Auch extraintestinale (au\u00dferhalb vom Darm gelegene) Krankheitserscheinungen sind m\u00f6glich, beispielsweise im Bereich der Haut und Schleimh\u00e4ute, Gelenke, Augen, Leber und anderer Organe; Patienten mit Morbus Crohn leiden unter einer allgemein h\u00f6heren Entz\u00fcndungsneigung, nicht selten kommt es z. B. zu Gelenkentz\u00fcndungen, Augenentz\u00fcndungen und Hauterkrankungen.<\/p>\n<p>Die Auflistung der hier angef\u00fchrten Anzeichen und Symptome kann unvollst\u00e4ndig sein, zudem kann ein Symptom bei Auftreten harmlos oder Anzeichen f\u00fcr eine andere Erkrankung sein. Auch muss nicht jedes hier angef\u00fchrte Symptom bei Morbus Crohn auftreten. Im Zweifelsfall oder bei Verdacht auf eine Erkrankung sollte stets das \u00e4rztliche Gespr\u00e4ch gesucht werden.<\/p>\n<h2>Diagnose<\/h2>\n<p>Bei Verdacht auf Morbus Crohn werden nach einer umfassenden Anamnese verschiedene Untersuchungen durchgef\u00fchrt, darunter eine k\u00f6rperliche Tastuntersuchung, im Rahmen welcher der Arzt u. a. den Bauch abtastet und auf Druckschmerzen untersucht und den Mund und Analbereich auf Krankheitszeichen untersucht, eine Darmspiegelung als wichtigste Untersuchung zur Diagnose des Morbus Crohn, im Rahmen welcher Gewebeproben entnommen werden k\u00f6nnen, eine Ultraschalluntersuchung zum Aufsp\u00fcren von verdickten Darmabschnitten und anderen Krankheitszeichen, andere bildgebende Verfahren und eine Blutuntersuchung. Unter Umst\u00e4nden k\u00f6nnen noch andere Untersuchungen notwendig sein, um die Diagnose zu best\u00e4tigen und andere Erkrankungen auszuschlie\u00dfen, der genaue Ablauf der Abkl\u00e4rung richtet sich nach der individuellen Situation des Patienten.<\/p>\n<h2>Behandlung<\/h2>\n<p>Trotz gro\u00dfer Fortschritte in den letzten Jahren ist die Behandlung von Patienten mit CED nach wie vor eine Herausforderung, bislang kann Morbus Crohn nicht vollst\u00e4ndig geheilt werden. Ziele der Therapie sind in erster Linie die Behandlung von Entz\u00fcndungsprozessen, die Linderung der Symptome und die Verringerung der Anzahl von akuten Sch\u00fcben. Unterschieden wird zwischen der Behandlung eines akuten Anfalls und der Langzeittherapie. F\u00fcr die Therapie stehen verschiedene Medikamente zur Verf\u00fcgung, nicht selten ist aufgrund von Komplikationen auch ein chirurgischer Eingriff notwendig, bei welchem beispielsweise verengte Stellen und Fisteln behandelt, Abszesse entfernt oder Darmverschl\u00fcsse behoben werden.<\/p>\n<p>Grundlegend wichtig und Basis der Therapie ist ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ern\u00e4hrungsweise, <a href=\"\/ratgeber\/rauchstopp-3474\">Rauchstopp<\/a>, ausreichend Bewegung, Schlaf und Entspannung. Rauchen beg\u00fcnstigt das Risiko f\u00fcr Morbus Crohn und kann, ebenso wie <a href=\"\/ratgeber\/stress-3346\">Stress<\/a>, den Krankheitsverlauf ung\u00fcnstig beeinflussen.<\/p>\n<h2>Ern\u00e4hrung<\/h2>\n<p>Die richtige Ern\u00e4hrung kann eine nicht zu untersch\u00e4tzende Wirkung auf das Wohlbefinden haben, indem durch eine geeignete Ern\u00e4hrungsweise Symptome wie etwa <a href=\"\/ratgeber\/was-tun-bei-blaehungen-1679\">Bl\u00e4hungen<\/a> oder Durchfall reduziert werden k\u00f6nnen. Eine allgemein g\u00fcltige Ern\u00e4hrung oder spezielle CED-Di\u00e4t gibt es allerdings nicht, dennoch gibt es ein paar &#8220;Regeln&#8221; zur allgemeinen Orientierung.<\/p>\n<p>Wichtig sind eine schonende Ern\u00e4hrungsweise und das Meiden von Extremen wie zu hei\u00dfem oder kaltem oder zu saurem oder scharfem Essen, eine n\u00e4hrstoffreiche Ern\u00e4hrung, da \u00fcber den strapazierten Darm ohnehin bereits weniger N\u00e4hrstoffe aufgenommen werden und das Beachten von etwaigen Unvertr\u00e4glichkeiten.<\/p>\n<p>Sehr fettiges oder s\u00fc\u00dfes Essen, unreifes Obst und bestimmte Obst- und Gem\u00fcsesorten wie z. B. rohes Steinobst (Pflaumen, Kirschen u. a.), Weintrauben, Zitrusfr\u00fcchte, Kraut, Kohlsprossen, Zwiebeln und Pilze, allgemein bl\u00e4hende Lebensmittel, auf bestimmte Arten zubereitetes Fleisch (z. B. ger\u00e4uchert, paniert, scharf gew\u00fcrzt, scharf angebraten), ger\u00e4ucherte oder fette Wurstsorten, fetter Fisch und auf bestimmte Arten zubereiteter Fisch (z. B. paniert, ger\u00e4uchert, in \u00d6l oder Marinade eingelegt), Alkohol und andere Lebensmittel k\u00f6nnen sich negativ auf das Wohlbefinden auswirken. Gleichzeitig ist es individuell sehr verschieden, was gut bek\u00f6mmlich ist und was eher nicht gut vertragen wird. Deswegen ist es sehr wichtig, dass Betroffene im wahrsten Sinne des Wortes auf ihr Bauchgef\u00fchl h\u00f6ren, langsam ausprobieren was ihnen bekommt und was weniger gut tut und sich mit ihrer Krankheit und gesunder Ern\u00e4hrung auseinandersetzen. Die Auflistung der hier angef\u00fchrten Lebensmittel ersetzt keinesfalls das \u00e4rztliche Gespr\u00e4ch oder eine professionelle Ern\u00e4hrungsberatung, welche ratsam und sinnvoll sein kann. Unter einer ad\u00e4quaten Therapie und mit einem gesunden Lebensstil k\u00f6nnen die beschwerdefreien Intervalle deutlich verl\u00e4ngert werden.<\/p>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[78,2422,2448,2457,2440],"tags":[1960,488,1050,345,182,71,2707],"class_list":["post-1644","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-gastroenterologie","category-immunologie","category-innere-medizin","category-krankheit","category-schmerzmedizin","tag-autoimmunerkrankung","tag-bauchschmerzen","tag-darm","tag-entzundung","tag-ernahrung","tag-gastroenterologie","tag-morbus-crohn"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1644","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1644\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12539,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1644\/revisions\/12539"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1645"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1644"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1644"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1644"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}