{"id":1642,"date":"2018-09-12T09:03:20","date_gmt":"2018-09-12T09:03:20","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/hashimoto-thyreoiditis\/"},"modified":"2023-02-16T20:53:01","modified_gmt":"2023-02-16T19:53:01","slug":"hashimoto-thyreoiditis","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/hashimoto-thyreoiditis\/","title":{"rendered":"Hashimoto-Thyreoiditis"},"content":{"rendered":"<h2>Was ist die Hashimoto-Thyreoiditis?<\/h2>\n<p>Bei der Hashimoto-Thyreoiditis handelt es sich um eine Erkrankung der Schilddr\u00fcse. Benannt ist die Autoimmunerkrankung nach dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto, der sie im Jahr 1912 erstmals beschrieben hat. Weitere Bezeichnungen f\u00fcr die Hashimoto-Thyreoiditis sind (chronische) lymphozyt\u00e4re Thyreoiditis, Autoimmunthyreopathie, Autoimmunthyreoiditis, Hashimoto-Krankheit, Morbus Hashimoto oder kurz Hashimoto. Hashimoto kann in jedem Lebensalter auftreten, Frauen sind \u00f6fter betroffen als M\u00e4nner.<\/p>\n<h2>Die Schilddr\u00fcse &#8211; kleines Organ mit gro\u00dfer Funktion<\/h2>\n<p>Die Schilddr\u00fcse ist eine wichtige endokrine Dr\u00fcse (Hormondr\u00fcse) des K\u00f6rpers. Sie liegt knapp unterhalb des Kehlkopfes, ihre beiden Lappen sind durch eine schmale Gewebebr\u00fccke verbunden, liegen auf den Seitenfl\u00e4chen der Luftr\u00f6hre auf und erinnern zusammen an den Buchstaben &#8220;H&#8221; oder an einen Schmetterling, wobei die Form dieser gr\u00f6\u00dften endokrinen Dr\u00fcse des Menschen prinzipiell sehr variabel ist. Die Schilddr\u00fcse produziert das Schilddr\u00fcsenhormon Trijodthyronin T3 und das Schilddr\u00fcsenhormon Thyroxin T4, die in fast allen K\u00f6rperzellen wirken und eine Vielzahl an Stoffwechselvorg\u00e4ngen und Funktionen steuern &#8211; die Hormone erm\u00f6glichen es, dass der Stoffwechsel an den jeweiligen Bedarf angepasst werden kann, sie haben eine Wirkung auf verschiedene Organe, Gewebe und andere Dr\u00fcsen, ferner f\u00f6rdern sie das Wachstum im Kindesalter. Erkrankungen und Funktionsst\u00f6rungen der Schilddr\u00fcse k\u00f6nnen zu einer Vielzahl an Beschwerden f\u00fchren und das Wohlbefinden stark beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<h2>Hashimoto &#8211; Einteilung und Ursache<\/h2>\n<p>Je nach Schilddr\u00fcsenvolumen werden zwei Verlaufsformen der Hashimoto-Thyreoiditis unterschieden, darunter die hypertrophe (&#8220;vergr\u00f6\u00dfert&#8221;, &#8220;vermehrt entwickelt&#8221;) Form und die atrophe (&#8220;verk\u00fcmmert&#8221;, &#8220;r\u00fcckgebildet&#8221;) Form.<br \/>\nBei der hypertrophen Form vergr\u00f6\u00dfert sich die Schilddr\u00fcse und b\u00fc\u00dft an Funktion ein. Es kommt zur Entwicklung einer Struma &#8211; einer Vergr\u00f6\u00dferung der Schilddr\u00fcse \u00fcber die Obergrenze des jeweiligen geschlechts- und altersspezifischen Referenzbereichs. Hingegen nimmt das Schilddr\u00fcsenvolumen bei der atrophen Verlaufsform ab, die Hormondr\u00fcse verk\u00fcmmert.<\/p>\n<p>Die Erkrankung ist autoimmun bedingt. Unter einer Autoimmunerkrankung versteht man eine Erkrankung, bei welcher sich das Immunsystem gegen k\u00f6rpereigene Strukturen richtet &#8211; in diesem Fall richtet sich Immunsystem gegen die Schilddr\u00fcse und produziert Antik\u00f6rper gegen deren Gewebsstrukturen, was schlie\u00dflich zu einer Entz\u00fcndungsreaktion f\u00fchrt. Das chronisch entz\u00fcndete Schilddr\u00fcsengewebe kann auf Dauer gesch\u00e4digt werden, in weiterer Folge kommt es zu einer <a href=\"\/ratgeber\/schilddruesenunterfunktion-anzeichen-und-behandlung-1113\">Schilddr\u00fcsenunterfunktion<\/a> (Hypothyreose), wobei diese oft erst nach Jahren auftritt. Hashimoto ist die h\u00e4ufigste Ursache der Schilddr\u00fcsenunterfunktion. Die genaue Ursache der Hashimoto-Thyreoiditis und die genauen Ausl\u00f6semechanismen der fehlgeleiteten Immunreaktion sind bislang nicht vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt, neben genetischen Faktoren werden noch weitere Faktoren diskutiert, die eine m\u00f6gliche Rolle bei der Krankheitsentstehung spielen.<\/p>\n<h2>Symptome<\/h2>\n<p>Die Symptome k\u00f6nnen sehr unterschiedlich sein. Hashimoto verursacht keine Schmerzen und auch sonst verl\u00e4uft die Erkrankung oft asymptomatisch (ohne erkennbare Symptome) oder symptomarm, weswegen die Diagnose nicht selten erst im fortgeschrittenen Stadium gestellt wird, n\u00e4mlich dann, wenn es zu einer Schilddr\u00fcsenunterfunktion kommt.<\/p>\n<p>M\u00f6gliche Anzeichen einer Schilddr\u00fcsenunterfunktion sind M\u00fcdigkeit, Antriebslosigkeit, Abgeschlagenheit, Schw\u00e4che, Konzentrationsst\u00f6rungen, K\u00e4lte\u00fcberempfindlichkeit\/K\u00e4lteintoleranz, <a href=\"\/ratgeber\/verstopfung-ursachen-erkennen-und-loswerden-1054\">Verstopfung<\/a>, Gewichtszunahme (trotz unver\u00e4nderter Ern\u00e4hrungsgewohnheiten und gleichbleibendem Ausma\u00df an k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4t), trockene Haut, br\u00fcchige N\u00e4gel, trockenes und spr\u00f6des Haar, Haarausfall, raue Stimme, Zyklusst\u00f6rungen, Fettstoffwechselst\u00f6rungen u. a. Zu Beginn kann es kurz zu den Symptomen einer Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion (Hyperthyreose) kommen, ehe sich die Schilddr\u00fcsenfunktion zun\u00e4chst wieder stabilisiert und sp\u00e4ter verlangsamt (Hashitoxikose &#8211; vor\u00fcbergehende Hyperthyreose zu Beginn im Krankheitsverlauf der Hashimoto-Thyreoiditis). Eine behandlungsbed\u00fcrftige Schilddr\u00fcsenunterfunktion ist jedoch nicht zwingend bei jedem Menschen mit Hashimoto vorhanden.<\/p>\n<p>Die Auflistung der hier angef\u00fchrten Anzeichen und Symptome kann unvollst\u00e4ndig sein, zudem kann ein Symptom bei Auftreten harmlos oder Anzeichen f\u00fcr eine andere Erkrankung sein. Auch muss nicht jedes hier angef\u00fchrte Symptom auftreten, eine Kombination aller hier gelisteten Beschwerden tritt nur sehr selten auf. Im Zweifelsfall oder bei Verdacht auf eine Erkrankung sollte stets das \u00e4rztliche Gespr\u00e4ch gesucht werden.<\/p>\n<h2>Diagnose<\/h2>\n<p>Bei Verdacht auf eine Erkrankung und Funktionsst\u00f6rung der Schilddr\u00fcse werden nach einer Anamnese und klinischen Untersuchung verschiedene Untersuchungen durchgef\u00fchrt, um die Diagnose zu sichern und andere m\u00f6gliche Erkrankungen und Ursachen f\u00fcr die Beschwerden auszuschlie\u00dfen. Hierzu z\u00e4hlen die Blutuntersuchung, bei welcher die Konzentration von T3, T4 und TSH gemessen werden und eine Ultraschalluntersuchung der Schilddr\u00fcse, unter Umst\u00e4nden werden eine Szintigraphie, eine Feinnadelbiospie und andere Untersuchungen veranlasst. Bei der Laboruntersuchung kann die Blutprobe auch auf Antik\u00f6rper gegen Eiwei\u00dfe der Schilddr\u00fcse untersucht werden (Antik\u00f6rper gegen Thyreoperoxidase (TPO-Ak) und Thyreoglobulin (Tg-Ak)). Der genaue Ablauf der Diagnostik richtet sich nach der individuellen Situation.<\/p>\n<h2>Therapie<\/h2>\n<p>Eine urs\u00e4chliche Therapie gibt es derzeit nicht, der Hashimoto-Thyreoiditis zugrunde liegende Defekt vom Immunsystem kann nicht behandelt werden. Der Fokus der Behandlung liegt auf der Normalisierung des Schildr\u00fcsenhormonspiegels, bei Patienten mit Schilddr\u00fcsenunterfunktion k\u00f6nnen die damit einhergehenden Beschwerden durch die Gabe des fehlenden Schilddr\u00fcsenhormons behandelt werden. Betroffene erhalten zumeist Tabletten mit dem k\u00fcnstlichen Hormon Levothyroxin, um den zu niedrigen Schilddr\u00fcsenhormonspiegel auszugleichen und die Beschwerden zu mildern. Die Therapie mit den Schilddr\u00fcsenhormon-Tabletten ist h\u00e4ufig lebenslang notwendig. Da sich eine vermehrte Zufuhr von Jod unter Umst\u00e4nden negativ auf den Krankheitsverlauf auswirken kann sollten Menschen mit Hashimoto Jod in zu hohen Dosen meiden.<\/p>\n<p>Der Krankheitsverlauf einer Hashimoto-Thyreoiditis l\u00e4sst sich nicht vorhersagen, eine spontane R\u00fcckbildung bzw. Heilung ist nicht zu erwarten. Mit einer guten medikament\u00f6sen Einstellung sind Betroffene h\u00e4ufig beschwerdefrei, wichtig ist, dass die Tabletten regelm\u00e4\u00dfig und wie verordnet eingenommen und die regelm\u00e4\u00dfig erforderlichen Kontrolltermine konsequent eingehalten werden.<\/p>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2416,2448,2457],"tags":[2700,161,2391,2530,2702,2701],"class_list":["post-1642","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-hals-nasen-ohrenheilkunde","category-innere-medizin","category-krankheit","tag-hashimoto","tag-hno","tag-mudigkeit","tag-schilddruse","tag-schilddrusenunterfunktion","tag-thyreoiditis"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1642","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1642\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10258,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1642\/revisions\/10258"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1643"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1642"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1642"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1642"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}