{"id":1638,"date":"2018-09-10T14:58:41","date_gmt":"2018-09-10T14:58:41","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/adhs\/"},"modified":"2023-08-31T17:19:10","modified_gmt":"2023-08-31T15:19:10","slug":"adhs","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/adhs\/","title":{"rendered":"ADHS &#8211; Ursache, Risikofaktoren, Behandlung"},"content":{"rendered":"<h2>Was ist ADHS?<\/h2>\n<p class=\"western\" align=\"left\">ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivit\u00e4tsst\u00f6rung) ist eine der h\u00e4ufigsten psychiatrischen St\u00f6rungen bei Kindern und Jugendlichen, die bei vielen Betroffenen bis ins Erwachsenenalter weiterbesteht. Sch\u00e4tzungsweise sind weltweit etwa f\u00fcnf Prozent der 6- bis 18-J\u00e4hrigen von ADHS betroffen. Dabei tritt die St\u00f6rung bei Jungen etwa doppelt so h\u00e4ufig auf wie bei M\u00e4dchen, wobei angenommen wird, dass sie bei M\u00e4dchen h\u00e4ufiger unerkannt bleibt.<\/p>\n<h2>Ursachen und Risikofaktoren<\/h2>\n<p>Die genauen Ursachen der ADHS sind bisher nicht vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt. Es wird angenommen, dass verschiedene Faktoren eine Rolle bei ihrer Entstehung spielen k\u00f6nnen. Besonders hervorzuheben sind genetische Veranlagungen und Umwelteinfl\u00fcsse, die w\u00e4hrend der Schwangerschaft und kurz nach der Geburt auf das sich entwickelnde Gehirn einwirken.<\/p>\n<p><strong>Hier sind die Faktoren im Einzelnen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Famili\u00e4re Veranlagung:<\/strong> ADHS tritt in manchen Familien geh\u00e4uft auf, und die Vererbungswahrscheinlichkeit wird auf etwa 70 Prozent gesch\u00e4tzt.<\/li>\n<li><strong>Ver\u00e4nderungen in Gehirnregionen:<\/strong> Es wurden strukturelle und funktionelle Ver\u00e4nderungen in bestimmten Bereichen des Gehirns bei Menschen mit ADHS festgestellt.<\/li>\n<li><strong>Risikofaktoren w\u00e4hrend der Schwangerschaft:<\/strong> Rauchen, Alkohol- oder Drogenkonsum w\u00e4hrend der <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/schwangerschaft\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schwangerschaft<\/a> kann das Risiko f\u00fcr die Entwicklung von ADHS beim Kind erh\u00f6hen.<br \/>\nEs ist wichtig zu beachten, dass ADHS eine komplexe St\u00f6rung ist, bei der mehrere Faktoren in Kombination eine Rolle spielen k\u00f6nnen. Die genaue Entstehung und Interaktion dieser Faktoren wird weiterhin erforscht.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>ADHS-Typen<\/h2>\n<p>ADHS wird h\u00e4ufig in drei Haupttypen unterteilt, die auf die vorherrschenden Symptome und Verhaltensweisen hinweisen. Diese Typen sind:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>vorwiegend hyperaktiv-impulsiver Typ (\u201eZappelphilipp\u201c):<\/strong> Personen mit dieser Form von ADHS k\u00f6nnen Schwierigkeiten haben, ruhig zu sitzen, warten zu k\u00f6nnen, bevor sie handeln, und neigen dazu, impulsiv zu sein.<\/li>\n<li><strong>vorwiegend unaufmerksamer Typ:<\/strong> Menschen mit dieser Form von ADHS haben oft Schwierigkeiten, sich auf Aufgaben zu konzentrieren, organisatorische F\u00e4higkeiten zu entwickeln und Details zu beachten. Sie k\u00f6nnen leicht abgelenkt sein und Aufgaben nur schwer abschlie\u00dfen. Man spricht hier auch von ADS (Aufmerksamkeitsdefizit-St\u00f6rung).<\/li>\n<li><strong>Mischtyp:<\/strong> Bei diesem Typ sind alle Hauptmerkmale von ADHS etwa gleich stark ausgepr\u00e4gt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es ist wichtig zu beachten, dass ADHS individuell variieren kann, und nicht alle Betroffenen passen genau in eine dieser Kategorien.<\/p>\n<h2>Symptome<\/h2>\n<p>Die Symptome von ADHS k\u00f6nnen in drei Hauptkategorien unterteilt werden: Unaufmerksamkeit, Hyperaktivit\u00e4t und Impulsivit\u00e4t. Nicht jeder Mensch mit ADHS zeigt alle Symptome, und ihre Intensit\u00e4t kann variieren.<\/p>\n<p>Die Symptome von ADHS k\u00f6nnen auch im Verlauf einer normalen Entwicklung auftreten, aber bei Personen mit ADHS sind sie deutlich ausgepr\u00e4gter und treten in mindestens zwei Lebensbereichen wie Familie, Schule oder im Umgang mit Gleichaltrigen stark auf. Dar\u00fcber hinaus verursachen sie erhebliches Leiden und\/oder Beeintr\u00e4chtigungen in sozialen, schulischen oder beruflichen Bereichen. Die Symptome variieren je nach Alter und entwickeln sich im Laufe der Zeit. Das bedeutet beispielsweise, dass Vorschulkinder mit ADHS oft sehr unruhig und hyperaktiv sind, w\u00e4hrend Jugendliche eher innerlich unruhig oder nerv\u00f6s wirken.<\/p>\n<p>Bei Erwachsenen nehmen die typischen ADHS-Symptome h\u00e4ufig ab, aber bei 50 bis 80 Prozent derjenigen, die bereits in der Kindheit betroffen waren, bleiben sie in milderer Form bestehen. Bei einem Drittel dieser Gruppe zeigt sich immer noch das Vollbild der St\u00f6rung. ADHS geht oft mit anderen St\u00f6rungen einher, oder diese k\u00f6nnen die Ursache f\u00fcr Verhaltensauff\u00e4lligkeiten sein.<\/p>\n<p><strong>Dazu geh\u00f6ren:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>St\u00f6rungen des Sozialverhaltens<\/li>\n<li>Entwicklungsst\u00f6rungen (motorisch, sprachlich, visuell)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/tic-stoerungen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tic-St\u00f6rungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/depression-symptome-ursachen-selbsthilfe\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Depressive St\u00f6rungen<\/a><\/li>\n<li>Angstst\u00f6rungen<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/autismus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Autismus-Spektrum-St\u00f6rungen<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>ADHS kann das Leben der Betroffenen erheblich beeintr\u00e4chtigen, ebenso wie das ihrer sozialen Umgebung. Wenn die St\u00f6rung unbehandelt bleibt, k\u00f6nnen schwerwiegende Probleme auftreten. Dies k\u00f6nnen Schulprobleme, famili\u00e4re Konflikte und ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Suchterkrankungen sein.<\/p>\n<h2>ADHS-Symptome je nach Altersgruppe<\/h2>\n<h3>Symptome bei Babys<\/h3>\n<p>Schon als S\u00e4uglinge zeigen einige Kinder mit ADHS auff\u00e4lliges Verhalten. Sie sind oft unausgeglichen, weinen viel und k\u00f6nnen als Schreibabys gelten. <strong>Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen folgende Symptome h\u00e4ufig auftreten:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Schlafprobleme<\/li>\n<li>Probleme beim F\u00fcttern<\/li>\n<li>ausgepr\u00e4gte Unruhe<\/li>\n<li>Ablehnung von engem K\u00f6rperkontakt<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Symptome k\u00f6nnen auch aus anderen Gr\u00fcnden auftreten, aber bei rund 30 Prozent der Babys, bei denen sie beobachtbar sind, wird sp\u00e4ter ADHS diagnostiziert.<\/p>\n<h3>Symptome bei Kleinkindern<\/h3>\n<p>Auch in diesem Alter manifestiert sich haupts\u00e4chlich eine motorische Hyperaktivit\u00e4t. Die Kinder haben oft wenig Interesse am Spielen, sind \u00fcberm\u00e4\u00dfig zappelig und unruhig, was die Eingliederung in den Kindergarten h\u00e4ufig erschwert. <strong>Des Weiteren k\u00f6nnen folgende Symptome und Schwierigkeiten auftreten:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Auff\u00e4lligkeiten in der Sprachentwicklung (entweder extrem fr\u00fch oder sehr verz\u00f6gert)<\/li>\n<li>soziale Probleme: aggressives und ablehnendes Verhalten gegen\u00fcber Eltern und Gleichaltrigen, Wutanf\u00e4lle, h\u00e4ufig Au\u00dfenseiterrolle in Gemeinschaften<\/li>\n<li>Konzentrationsschw\u00e4chen: Ungeduld und Unlust beim Spielen, Probleme, sich selbst zu besch\u00e4ftigen<\/li>\n<li>ausgepr\u00e4gte Trotzphase: Sie verl\u00e4uft oft heftiger als bei anderen Kindern<\/li>\n<li>Einn\u00e4ssen: oft noch bis ins Grundschulalter<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Symptome im Schulalter<\/h3>\n<p>ADHS-Symptome im Grundschulalter k\u00f6nnen vielf\u00e4ltig sein. <strong>Hier sind einige h\u00e4ufige Symptome, die in dieser Altersgruppe auftreten k\u00f6nnen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>leichte Ablenkbarkeit<\/li>\n<li>verminderte Frustrationstoleranz<\/li>\n<li>Vergesslichkeit<\/li>\n<li>h\u00e4ufiges St\u00f6ren des Unterrichts<\/li>\n<li>Teilleistungsst\u00f6rungen wie <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/legasthenie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Legasthenie<\/a>, Lese- oder Rechenschw\u00e4che treten oft auf<\/li>\n<li>innerliche Unruhe und Fahrigkeit<\/li>\n<li>neigen zu extremen emotionalen Reaktionen, wie Wutanf\u00e4lle<\/li>\n<li>vermindertes Selbstwertgef\u00fchl<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Symptome bei Erwachsenen<\/h2>\n<p>ADHS bei Erwachsenen zeigt sich meist weniger deutlich als bei Kindern und Jugendlichen. <strong>Die Symptome sind oft abgeschw\u00e4cht, aber dennoch vorhanden:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Probleme, den Alltag oder die Arbeit zu organisieren<\/li>\n<li>Konzentrationsprobleme (vor allem wenn eine l\u00e4ngere Aufmerksamkeitsspanne erforderlich ist)<\/li>\n<li>Impulsivit\u00e4t<\/li>\n<li>innere Unruhe<\/li>\n<li>leichte Reizbarkeit<\/li>\n<li>niedrige Frustrationstoleranz<\/li>\n<li>geringes Selbstwertgef\u00fchl<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Diagnose<\/h2>\n<p>Die Diagnose ist sehr komplex und erfordert Informationen aus mehreren Quellen. Dazu geh\u00f6ren eine umfassende Anamnese, die k\u00f6rperliche Untersuchung, die psychiatrische\/psychologische Untersuchung, Interviews und Fremdbeurteilungen. Verhaltensbeobachtungen und Fremdbeurteilungen sind wichtige Bestandteile der Diagnostik und k\u00f6nnen im Rahmen von Interviews oder mit standardisierten Beurteilungsb\u00f6gen und validierten Checklisten erhoben werden.<\/p>\n<p>Es ist auch entscheidend, andere Erkrankungen und St\u00f6rungen auszuschlie\u00dfen. Dies kann zus\u00e4tzliche Untersuchungen wie eine MRT erfordern. Der genaue Ablauf der Diagnose h\u00e4ngt von der individuellen Situation des Patienten ab. Eine gr\u00fcndliche und pr\u00e4zise Diagnose ist entscheidend, um die richtige Behandlung und Unterst\u00fctzung bereitzustellen.<\/p>\n<h2>Unterschied zwischen ADS und ADHS<\/h2>\n<p>ADS und ADHS sind beide St\u00f6rungen, bei denen Betroffene Schwierigkeiten in der Konzentrations- und Aufmerksamkeitsf\u00e4higkeit aufweisen. Bei ADHS tritt zus\u00e4tzlich Hyperaktivit\u00e4t und Unruhe auf, w\u00e4hrend der Hyperaktivit\u00e4tsbereich bei ADS weniger ausgepr\u00e4gt ist. Menschen mit ADS entsprechen haupts\u00e4chlich dem vorwiegend unaufmerksamen Typ von ADHS und haben insbesondere Schwierigkeiten, ihre Aufmerksamkeit auf eine Sache zu richten. Sie lassen sich leicht ablenken und sind oft von innerer Unruhe getrieben, die \u00e4u\u00dferlich weniger offensichtlich ist. Dies ist auch ein Grund daf\u00fcr, dass ADS-Betroffene weniger h\u00e4ufig diagnostiziert werden.<\/p>\n<h2>Behandlungsm\u00f6glichkeiten<\/h2>\n<p>ADHS ist ein \u00e4u\u00dferst komplexes St\u00f6rungsbild, das ein individuell angepasstes und multimodales Behandlungskonzept erfordert. Die Therapie richtet sich nach dem Alter und dem genauem St\u00f6rungsbild des Patienten (Auspr\u00e4gung, Leidensdruck, Beeintr\u00e4chtigungen, m\u00f6gliche Begleiterkrankungen etc.). Therapiebausteine k\u00f6nnen umfassen:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Aufkl\u00e4rung und Beratung:<\/strong> Die Bereitstellung von Informationen ist von grundlegender Bedeutung f\u00fcr die Behandlung von ADHS. Dabei sollten nicht nur das betroffene Kind und dessen Eltern aufgekl\u00e4rt und beraten werden, sondern idealerweise auch die P\u00e4dagogen des Kindes. Das Ziel ist ein besseres Verst\u00e4ndnis der Probleme, die aus ADHS resultieren, sowie die Vermittlung von Strategien, die im Alltag hilfreich sein k\u00f6nnen. Dieser Prozess wird als Psychoedukation bezeichnet.<\/li>\n<li><strong>Beratung der Eltern und strukturiertes Elterntraining:<\/strong> Dies ist insbesondere bei j\u00fcngeren Kindern bis zum Vorschulalter eine \u00e4u\u00dferst wichtige Ma\u00dfnahme, die von Experten auch bei \u00e4lteren Kindern empfohlen wird.<\/li>\n<li><strong>Interventionen zur Unterst\u00fctzung im schulischen oder kindergartlichen Umfeld:<\/strong> Dies ist von gro\u00dfer Bedeutung, da die Symptomatik von ADHS oft gerade im Zusammenhang mit schulischen Anforderungen f\u00fcr viele Betroffene herausfordernd ist.<\/li>\n<li><strong>Verhaltenstherapie:<\/strong> In der Verhaltenstherapie arbeitet der Betroffene gemeinsam mit einem Therapeuten an problematischen Situationen und erarbeitet konkrete L\u00f6sungsstrategien. Die Ziele umfassen die St\u00e4rkung sozialer Kompetenzen, die Entwicklung von Probleml\u00f6sef\u00e4higkeiten sowie die Regulation von Affekten und Impulsen.<\/li>\n<li><strong>Medikamente:<\/strong> Die medikament\u00f6se Therapie kann eine Erg\u00e4nzung zu anderen Behandlungsmethoden bei ADHS sein und in manchen F\u00e4llen sogar eine Voraussetzung daf\u00fcr, dass andere Ma\u00dfnahmen effektiv eingesetzt werden k\u00f6nnen. Medikamente zur Behandlung der Symptome von ADHS k\u00f6nnen ab einem Alter von sechs Jahren in Erw\u00e4gung gezogen werden, nachdem eine umfassende Aufkl\u00e4rung stattgefunden hat. Dies ist der Fall, wenn die ADHS-Symptomatik stark ausgepr\u00e4gt ist, das Leben des Betroffenen erheblich beeintr\u00e4chtigt und wenn die Verhaltenstherapie nicht die gew\u00fcnschten Ergebnisse erzielt. Typischerweise werden sogenannte Psychostimulanzien eingesetzt, wobei Methylphenidat das bekannteste ist. Dieses Medikament wirkt positiv auf das Ungleichgewicht der Neurotransmitter im Gehirn von ADHS-Patienten und f\u00fchrt bei 70 bis 80 Prozent der betroffenen Kinder zu einer Verbesserung von Unaufmerksamkeit und Hyperaktivit\u00e4t sowie einer Steigerung der Konzentrationsf\u00e4higkeit. Die medikament\u00f6se Therapie gilt als sicher, aber sie erfordert regelm\u00e4\u00dfige \u00e4rztliche Kontrolle. Langzeitnebenwirkungen oder Abh\u00e4ngigkeiten sind nicht bekannt.<\/li>\n<li><strong>Erg\u00e4nzende Ma\u00dfnahmen:<\/strong> Ergotherapie ist eine M\u00f6glichkeit, bei der Menschen mit ADHS Handlungsfertigkeiten erlernen und lernen, sie systematisch Schritt f\u00fcr Schritt in ihren Alltag einzubauen. Soziales Kompetenztraining kann eingesetzt werden, um das zwischenmenschliche Zusammenleben zu verbessern. Einzel- und Gruppenpsychotherapie k\u00f6nnen dazu beitragen, das Selbstwertgef\u00fchl zu st\u00e4rken und Probleme mit Gleichaltrigen zu bew\u00e4ltigen. Eine weitere Methode, die Anwendung findet, ist das Neurofeedback, eine Form des Biofeedbacks, bei der K\u00f6rpersignale und Hirnaktivit\u00e4ten \u00fcber einen Bildschirm dem Patienten r\u00fcckgemeldet werden. Dies kann dazu beitragen, Aufmerksamkeitsdefizite und Konzentrationsschw\u00e4chen erfolgreich zu behandeln. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Ausdauersport bei ADHS hilfreich sein kann.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Alltag mit ADHS<\/h2>\n<p>Der Alltag mit einem Kind, das an ADHS leidet, kann oft f\u00fcr die ganze Familie zu einer Herausforderung werden. Betroffene Kinder zeigen oft auff\u00e4llige Unruhe und manchmal auch unkontrolliertes Verhalten. Dies f\u00fchrt h\u00e4ufig zu Auseinandersetzungen in der Familie und Problemen in der Schule. Folgende Strategien k\u00f6nnen im Familienalltag hilfreich sein:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Gut planen und strukturieren:<\/strong> Die Einf\u00fchrung von Routine hilft den Kindern, da sie wissen, was auf sie zukommt, und sich besser darauf einstellen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li><strong>Verhaltensregeln aufstellen:<\/strong> Es sollte klar sein, welche Verhaltensregeln gelten und welche Konsequenzen es gibt, wenn sich das Kind daran h\u00e4lt oder nicht.<\/li>\n<li><strong>Genaue Anweisungen geben:<\/strong> Aufgaben sollten konkret benannt werden, damit das Kind genau wei\u00df, was es zu tun hat.<\/li>\n<li><strong>Lob aussprechen:<\/strong> Obwohl der Alltag mit einem ADHS-Kind viele Herausforderungen mit sich bringt, ist es wichtig, das Kind immer wieder zu loben, wenn es etwas gut gemacht hat. Positive Verst\u00e4rkung ist besonders wichtig, da Kinder mit ADHS oft Schwierigkeiten haben.<\/li>\n<li><strong>Reiz\u00fcberflutungen und \u00dcberforderungen vermeiden:<\/strong> Eltern sollten darauf achten, welche Reize oder Situationen das problematische Verhalten ausl\u00f6sen k\u00f6nnen und dem Kind die M\u00f6glichkeit geben, eine Pause einzulegen oder die Situation zu verlassen. Es ist ratsam, in ruhigeren Momenten mit dem Kind dar\u00fcber zu sprechen.<\/li>\n<li><strong>Realistische Ziele setzen:<\/strong> Die Probleme im Zusammenhang mit ADHS k\u00f6nnen vielf\u00e4ltig sein und verschiedene Lebensbereiche betreffen. Daher ist es wichtig, diese Schritt f\u00fcr Schritt anzugehen und das Kind nicht zu \u00fcberfordern.<\/li>\n<li><strong>Eigene Bed\u00fcrfnisse beachten:<\/strong> Es ist entscheidend, auch auf die eigenen Bed\u00fcrfnisse zu achten und Unterst\u00fctzung anzunehmen. Angeh\u00f6rige und Freunde k\u00f6nnen helfen, und es kann sinnvoll sein, professionelle Unterst\u00fctzung bei der Erziehung in Anspruch zu nehmen.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[23,2457,2444,2413],"tags":[2371,2372,177,189,413],"class_list":["post-1638","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-kinder-und-jugendheilkunde","category-krankheit","category-psychiatrie","category-psychologie","tag-adhs","tag-aufmerksamkeitsdefizit-hyperaktivitatsstorung","tag-kinderheilkunde","tag-psychiatrie","tag-psychologie"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1638","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1638\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12532,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1638\/revisions\/12532"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1639"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1638"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1638"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1638"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}