{"id":1629,"date":"2020-09-09T08:34:39","date_gmt":"2020-09-09T08:34:39","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/copd\/"},"modified":"2026-02-10T10:13:57","modified_gmt":"2026-02-10T09:13:57","slug":"copd","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/copd\/","title":{"rendered":"COPD \u2013 Definition, Symptome, Diagnose, Behandlung"},"content":{"rendered":"<h2>Was ist COPD?<\/h2>\n<p>Die Abk\u00fcrzung COPD steht f\u00fcr &#8220;Chronic Obstructive Pulmonary Disease&#8221; (chronisch obstruktive Lungenerkrankung). Bei COPD handelt es sich um eine Sammelbezeichnung f\u00fcr chronische Erkrankungen der Atemwege, welche die Atemfunktion beeintr\u00e4chtigen. Hauptursache ist Rauchen. Das Risiko f\u00fcr die Erkrankung ist bei (Ex-)Rauchern um ein Vielfaches h\u00f6her als bei Nichtrauchern und Menschen, die nie geraucht haben. Die Zahl der Krankheits- und Todesf\u00e4lle durch COPD steigt stetig an. Hierzulande sind etwa 800.000 Menschen betroffen, viele leiden (noch) unter einer milden Form der COPD, ohne es zu wissen.<\/p>\n<h2>Wie verl\u00e4uft die Erkrankung?<\/h2>\n<p>Im Verlauf einer COPD kommt es zu chronisch entz\u00fcndeten Bronchien (chronische Bronchitis), ferner kann es zu einer Sch\u00e4digung der Lungenbl\u00e4schen (Lungenemphysem) kommen.<\/p>\n<p>Betroffen sind die unteren Atemwege (Bronchiolen und Bronchien), wo es zu einer anhaltendenden Entz\u00fcndung &#8211; einer chronischen Bronchitis &#8211; kommt. Aufgrund von Umbauprozessen verengen sich die Bronchien dauerhaft, was zu einer Beeintr\u00e4chtigung des Atemluftstroms und Atemnot f\u00fchrt, au\u00dferdem kann die Erkrankung auch die Lungenbl\u00e4schen angreifen. Bei COPD &#8220;zerfallen&#8221; die W\u00e4nde der Lungenbl\u00e4schen und die Fl\u00e4che f\u00fcr den Gasaustausch verkleinert sich (Lungenemphysem). Die Lunge ist zwar voll mit Luft, nichtsdestotrotz kommt es zu einem Sauerstoffmangel.<\/p>\n<p>Da der Atemweg Betroffener verengt ist, sind lebenswichtige Funktionen wie Atmen und Gasaustausch erschwert, was zu einer unzureichenden Sauerstoffversorgung im gesamten K\u00f6rper f\u00fchrt. Ein verengter Atemweg und Atemnot f\u00fchren schlie\u00dflich zur Einschr\u00e4nkung der k\u00f6rperlichen Bet\u00e4tigung, die k\u00f6rperliche Leistungsf\u00e4higkeit verschlechtert sich.<\/p>\n<p>Ist die Erkrankung weiter fortgeschritten und sind die Lungenfunktion und k\u00f6rperliche Leistungsf\u00e4higkeit zunehmend beeintr\u00e4chtigt, dann haben Betroffene zunehmend Schwierigkeiten normalen Alltagsaktivit\u00e4ten nachzugehen. Bei einer leichtgradigen COPD machen sich Leistungseinschr\u00e4nkungen zumeist erst bei starker Belastung bemerkbar, bei mittelschwerer COPD ist der Atemweg zumeist schon etwas st\u00e4rker verengt. Ein Patient mit schwerer COPD hat bereits bei manchen Alltagst\u00e4tigkeiten mit Atemnot zu k\u00e4mpfen, bei sehr schwerer COPD leiden Betroffene zumeist unter st\u00e4ndiger Atemnot; es kann zu akuten Verschlimmerungen, sogenannten Exazerbationen, kommen, die Verrichtung allt\u00e4glicher T\u00e4tigkeiten ist oftmals nicht mehr ohne Hilfe m\u00f6glich. Erw\u00e4hnenswert in diesem Zusammenhang ist zudem, dass die weibliche Lunge zumeist empfindlicher ist. Die Atemwege sind enger, das Lungenvolumen ist niedriger &#8211; bei gleicher Lungenfunktionseinschr\u00e4nkung ist die Leistungsf\u00e4higkeit bei Frauen mit COPD zumeist geringer und die Atemnot st\u00e4rker als bei M\u00e4nnern.<\/p>\n<h2>Symptome<\/h2>\n<p>COPD entwickelt sich nicht \u00fcber Nacht, sondern langsam \u00fcber viele Jahre hinweg. Typische Symptome sind Auswurf, chronischer Husten und Atemnot (AHA-Symptomatik). Die Atemnot macht sich zu Beginn zumeist nur bei k\u00f6rperlicher Belastung bemerkbar, sp\u00e4ter auch in Ruhe. Betroffene versp\u00fcren eine vermehrte Anstrengung beim Atmen oder haben das Gef\u00fchl st\u00e4ndig &#8220;nach Luft schnappen&#8221; zu m\u00fcssen. Auch der Husten wird im weiteren Verlauf hartn\u00e4ckiger, ebenso der Auswurf, der sich zunehmend schwieriger abhusten l\u00e4sst. Ein weiteres m\u00f6gliches Symptom sind Atemger\u00e4usche wie trockene pfeifende Ger\u00e4usche beim Ausatmen. Bei pl\u00f6tzlicher Verschlimmerung der Beschwerden ist von einer Exazerbation (akute Verschlechterung, Krankheitsschub) die Rede. Exazerbationen k\u00f6nnen das Fortschreiten einer COPD beschleunigen und nehmen zumeist im Krankheitsverlauf zu.<\/p>\n<p>Die Auflistung der hier angef\u00fchrten Anzeichen und Symptome kann unvollst\u00e4ndig sein, zudem kann ein Symptom bei Auftreten harmlos oder Anzeichen f\u00fcr eine andere Erkrankung sein. Im Zweifelsfall oder bei Verdacht auf eine Erkrankung sollte das \u00e4rztliche Gespr\u00e4ch gesucht werden; insbesondere l\u00e4nger andauernde Beschwerden wie Husten, Auswurf und\/oder Atemnot sollten stets Anlass f\u00fcr einen Arztbesuch sein.<\/p>\n<h2>Diagnose<\/h2>\n<p>Zu Beginn der Abkl\u00e4rung stehen eine ausf\u00fchrliche Anamnese und k\u00f6rperliche Untersuchung (Abh\u00f6ren von Herz und Lunge u.a.). Entscheidende Untersuchungsma\u00dfnahme bei Verdacht auf eine COPD ist die Spirometrie (Lungenfunktionstest). Weitere Untersuchungen sind Lungenr\u00f6ntgen, Blutbild, Blutgasanalyse, EKG u.a.<\/p>\n<p>Bei einem Lungenfunktionstest handelt sich um eine einfach durchzuf\u00fchrende und schmerzlose Untersuchung, die mithilfe eines sogenannten Spirometers durchgef\u00fchrt wird. F\u00fcr die Untersuchung wird die Nase mit einer Klemme verschlossen, anschlie\u00dfend nimmt der Patient das Mundst\u00fcck des Ger\u00e4ts zwischen die Z\u00e4hne und f\u00fchrt je nach Anweisung bestimmte Atemman\u00f6ver durch.<\/p>\n<p>Mittels Spirometrie werden u.a. die maximale Inspiration und Exspiration (Einatmung, Ausatmung) und die forcierte Atmung erfasst und verschiedene Lungenvolumina und ihre dynamische Ver\u00e4nderung aufgezeichnet. Daraus ableiten lassen sich Werte wie die Vitalkapazit\u00e4t (VC; Lungenvolumen zwischen maximaler Ein- und Ausatmung), die forcierte Vitalkapazit\u00e4t\/Einsekundenkapazit\u00e4t (FVC, FEV1; Lungenvolumen, das nach maximaler Einatmung mit maximaler Geschwindigkeit ausgeatmet werden kann), das inspiratorische und das exspiratorische Reservevolumen (IRV, ERV; Lungenvolumen, das nach normaler Einatmung\/Ausatmung bei forcierter Atmung noch zus\u00e4tzlich eingeatmet\/ausgeatmet werden kann).<\/p>\n<p>Mittels Spirometrie lassen sich auch andere m\u00f6gliche Erkrankungen wie z.B. Asthma ausschlie\u00dfen. Asthma und COPD gehen mit \u00e4hnlichen Symptomen einher, COPD ist jedoch nicht das gleiche wie Asthma. COPD entwickelt sich schleichend, hat nichts mit einer Allergie zu tun und im Gegensatz zu Asthma lassen sich die Verengungen der Atemwege medikament\u00f6s kaum zur\u00fcckbilden. Je nach Untersuchungsergebnissen kann COPD in vier Stadien eingeteilt werden (I &#8211; leicht\/mild, II &#8211; mittel\/moderat, III &#8211; schwer, IV &#8211; sehr schwer).<\/p>\n<p>Raucher sollten Husten nicht als &#8220;normalen&#8221; Raucherhusten abtun und sich h\u00e4ufende Beschwerden ignorieren. Bei COPD ist eine m\u00f6glichst fr\u00fche Diagnose w\u00fcnschenswert um dem fortschreitenden Lungenfunktionsverlust mithilfe einer entsprechenden Therapie rechtzeitig entgegenzuwirken.<\/p>\n<h2>Behandlung<\/h2>\n<p>Die Therapie der COPD ist eine Langzeittherapie und richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. COPD-Patienten k\u00f6nnen selbst viel tun, um sich selbst zu helfen, krankheitsbedingte Beeintr\u00e4chtigungen zu minimieren, den Krankheitsverlauf g\u00fcnstig zu beeinflussen und ihre Lebensqualit\u00e4t zu verbessern.<\/p>\n<p>Ganz oben steht das Eliminieren der Erkrankungsursache, was in den meisten F\u00e4llen das Rauchen ist. Das Aufh\u00f6ren mit dem Rauchen ist grundlegend wichtig und stellt praktisch die Voraussetzung f\u00fcr eine erfolgreiche COPD-Therapie dar. Damit gemeint ist ein konsequenter Rauchstopp, bei COPD ist es nicht ausreichend, einfach nur weniger zu rauchen als bis zur Diagnosestellung. Grunds\u00e4tzlich sollten jedoch alle lungenbelastenden Schadstoffe gemieden werden (z.B. Industrie- und Verkehrsabgase, Feinstaub, Schadstoffe am Arbeitsplatz).<\/p>\n<p>Weitere Bausteine der Behandlung sind u.a: Patientenschulungen, Schutzimpfungen (Grippe, Pneumokokken), medikament\u00f6se Therapie (bronchialerweiternde Medikamente, sogenannte Bronchodilatatoren, anfangs bei Bedarf, werden zumeist mithilfe eines Dosisaerosols inhaliert, ab Stadium II bronchialerweiternde Medikamente zur dauerhaften Einnahme, ab Stadium III zus\u00e4tzlich kortisonhaltige Medikamente u.a.), erg\u00e4nzende Ma\u00dfnahmen wie k\u00f6rperliches Training\/Bewegungstherapie, Physiotherapie\/Atemphysiotherapie, Langzeitsauerstofftherapie und operative Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>So schwer es f\u00e4llt: Wichtig ist es, dass sich Betroffene mit der Erkrankung arrangieren und die Chance ergreifen, welche die Diagnose bietet. Es ist also Eigeninitiative gefragt. Durch die konsequente Umsetzung der erforderlichen Therapiema\u00dfnahmen &#8211; Rauchstopp (!), ausgewogene Ern\u00e4hrung, Einnahme der Medikamente (wie verordnet), k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t, Physiotherapie, Atemtraining u.a. &#8211; ist es m\u00f6glich, die Symptome zu verringern, einem weiteren Verlust der Lungenfunktion entgegenzuwirken und die Lebensqualit\u00e4t l\u00e4ngerfristig zu verbessern bzw. zu erhalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[66,2457,2463],"tags":[2535,1572,3238,482,324,366],"class_list":["post-1629","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-gesundheitsnews","category-krankheit","category-pneumologie","tag-chronisch-obstruktive-lungenerkrankung","tag-copd","tag-innere-medizin-u-pneumologie","tag-lunge","tag-lungenheilkunde","tag-rauchen"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1629","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1629\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11538,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1629\/revisions\/11538"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1630"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1629"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1629"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1629"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}