{"id":1619,"date":"2018-09-06T08:49:54","date_gmt":"2018-09-06T08:49:54","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/tuberkulose-entstehung-formen-symptome-behandlung\/"},"modified":"2023-02-28T09:33:22","modified_gmt":"2023-02-28T08:33:22","slug":"tuberkulose-entstehung-formen-symptome-behandlung","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/tuberkulose-entstehung-formen-symptome-behandlung\/","title":{"rendered":"Tuberkulose &#8211; Entstehung, Formen, Symptome, Behandlung"},"content":{"rendered":"<h2>Was ist Tuberkulose?<\/h2>\n<p>Bei Tuberkulose (TBC) handelt es sich um eine weltweit verbreitete Infektionskrankheit, die durch Bakterien (Mykobakterien) verursacht wird. Sie betrifft in erster Linie die Lunge, kann sich aber auch auf andere Organe ausbreiten. Tuberkulose ist in \u00d6sterreich eine meldepflichtige Infektionskrankheit.<\/p>\n<h2>Ansteckung &#8211; wie kommt es zu einer Tuberkulose?<\/h2>\n<p>Erreger der Tuberkulose ist Mycobacterium tuberculosis. Die \u00dcbertragung erfolgt in den meisten F\u00e4llen direkt von Mensch zu Mensch mittels Tr\u00f6pfcheninfektion, was bedeutet, dass die Bakterien von Personen mit ansteckender Lungentuberkulose beim Husten, Sprechen und Niesen durch kleinste Tr\u00f6pfchen \u00fcbertragen werden. Weitere m\u00f6gliche \u00dcbertragungswege sind eine Infektion \u00fcber den Verdauungstrakt (Erreger der Rindertuberkulose, Mycobacterium bovis, kann durch Rohmilch von erkrankten K\u00fchen auf den Menschen \u00fcbertragen werden) und eine Infektion \u00fcber die Haut (Hautverletzungen, \u00fcber welche die Mykobakterien in den K\u00f6rper gelangen).<\/p>\n<h2>Was passiert in der Lunge und wie verl\u00e4uft die Krankheit?<\/h2>\n<p>In den mit Abstand meisten F\u00e4llen erfolgt die Ansteckung \u00fcber die Atemluft (Tr\u00f6pfcheninfektion). Die Bakterien wandern nach Einatmung in die Lunge und k\u00f6nnen sich von dort im gesamten K\u00f6rper ausbreiten. Wichtig in Bezug auf den Verlauf der Erkrankung ist die Unterscheidung zwischen offener und geschlossener Tuberkulose sowie zwischen latenter Tuberkulose, Prim\u00e4rtuberkulose und Postprim\u00e4rtuberkulose.<\/p>\n<h3>Latente Tuberkulose<\/h3>\n<p>Eine Ansteckung bedeutet nicht zwangsl\u00e4ufig, dass die Erkrankung ausbricht. Nur ein geringer Teil aller Infizierten erkrankt im Laufe des Lebens an TBC, denn nach erfolgter Ansteckung werden die Bakterien meistens durch die k\u00f6rpereigene Abwehr unterdr\u00fcckt. Dieser Zustand, bei welchem es nicht zum Auftreten von Symptomen kommt, wird als latente Tuberkulose (nicht ausgebrochene TBC) bezeichnet.<\/p>\n<h3>Prim\u00e4rtuberkulose<\/h3>\n<p>In manchen F\u00e4llen gelingt es der k\u00f6rpereigenen Immunabwehr nicht, die Erreger erfolgreich &#8220;in Schach zu halten&#8221;. Kommt es nach einer Erstinfektion zum Ausbruch der Krankheit, dann ist von einer Prim\u00e4rtuberkulose die Rede.<\/p>\n<h3>Postprim\u00e4rtuberkulose<\/h3>\n<p>In den meisten F\u00e4llen verbleiben die Erreger im K\u00f6rper, sie werden jedoch vom Immunsystem kontrolliert. Bei Schw\u00e4chung des Immunsystems k\u00f6nnen die Mykobakterien jedoch wieder aktiv werden, sich vermehren und zu einem Krankheitsausbruch f\u00fchren. Bei einer solchen reaktivierten Tuberkulose ist von einer Postprim\u00e4rtuberkulose die Rede. Die zeitliche Latenz kann mehrere Jahrzehnte betragen, die Erreger k\u00f6nnen also auch erst Jahre und Jahrzehnte nach der Erstinfektion wieder aktiv werden und die Krankheit ausl\u00f6sen.<\/p>\n<h3>Geschlossene und offene Tuberkulose<\/h3>\n<p>Bei Menschen mit einer guten Immunabwehr entstehen um die Entz\u00fcndungsherde kapselartige Ausbildungen. Es bilden sich kn\u00f6tchenf\u00f6rmige Strukturen (Tuberkel, Granulome), in welchen die Erreger \u00fcberleben k\u00f6nnen, allerdings richten sie keinen Schaden an. Im Auswurf (aus den Atemwegen abgehustetes Sekret) sind keine Keime nachweisbar. In so einem Fall ist von einer geschlossenen Tuberkulose die Rede. Gelingt es der k\u00f6rpereigenen Immunabwehr nicht, die Erreger &#8220;abzukapseln&#8221; und haben die Tuberkuloseherde in der Lunge einen direkten Anschluss an die Bronchien, dann spricht man von einer offenen Tuberkulose. Im Fall einer offenen Tuberkulose sind Keime im Auswurf nachweisbar, es handelt sich um einen ansteckenden Zustand.<\/p>\n<h2>Risikofaktoren<\/h2>\n<p>Zu einem Krankheitsausbruch kommt es vor allem bei Menschen mit schw\u00e4cherem\/geschw\u00e4chtem Immunsystem. Hierzu z\u00e4hlen Menschen mit einer HIV-Infektion und AIDS-Patienten, Menschen mit einer chronischen Erkrankung wie z.B. <a href=\"\/ratgeber\/diabetes-1191\" data-wplink-edit=\"true\">Diabetes mellitus<\/a> und Krebs, Autoimmunerkrankungen und einem medikament\u00f6s unterdr\u00fccktem Immunsystem (z.B. nach einer Transplantation), S\u00e4uglinge, Kleinkinder und \u00e4ltere Menschen. Erh\u00f6htes Risiko besteht weiters auch bei alkoholkranken, drogenabh\u00e4ngigen und unterern\u00e4hrten Menschen, Rauchern und Obdachlosen.<\/p>\n<h2>Symptome einer Lungentuberkulose<\/h2>\n<p>M\u00f6gliche unspezifische Symptome sind Schw\u00e4che, M\u00fcdigkeit, Ersch\u00f6pfung, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Nachtschwei\u00df und Fieber. Charakteristische Beschwerden einer Lungentuberkulose sind Husten, Atembeschwerden und atemabh\u00e4ngige Schmerzen, bei fortgeschrittener Erkrankung kann es zu blutigem Auswurf kommen (Blut beim Husten). Ferner k\u00f6nnen sich die Erreger auch auf andere Organe und Gewebe ausbreiten (z.B. Rippenfell, Darm, Harnwege, Geschlechtsorgane, Knochen, Gelenke), was zu weiteren Beschwerden und Folgeerkrankungen f\u00fchren kann.<\/p>\n<h2>Diagnose<\/h2>\n<p>Im Rahmen der Abkl\u00e4rung kommt vor allem der Anamnese eine Schl\u00fcsselrolle zu. Erh\u00e4rtet sich der Verdacht auf eine Infektion, dann stehen nach erfolgter Anamnese und k\u00f6rperlicher Untersuchung mehrere Untersuchungsm\u00f6glichkeiten und Testverfahren zur Verf\u00fcgung, um die Diagnose zu sichern, darunter der Tuberkulin-Hauttest und der Gamma-Interferon-Test (Blutuntersuchung), der direkte Erregernachweis\/bakteriologische Erregernachweis im Labor (bei Lungentuberkulose aus dem Auswurf, weiteres erregerhaltiges &#8220;Material&#8221; f\u00fcr die mikrobiologische Diagnostik: Magensaft, Urin, Lymphknoten u.a.), weitere Laboruntersuchungen, Lungenr\u00f6ntgen und andere bildgebende Verfahren. Der genaue Ablauf der weiterf\u00fchrenden Diagnostik richtet sich nach der individuellen Situation.<\/p>\n<h2>Therapie<\/h2>\n<p>Eine sensible Tuberkulose ist heute im Regelfall gut behandelbar. Sensibel bedeutet, dass die Erreger empfindlich auf die tuberkulostatische Therapie reagieren. In der Therapie der Tuberkulose zum Einsatz kommende Arzneimittel werden als Tuberkulostatika bezeichnet. Die Medikamente m\u00fcssen \u00fcber mehrere Monate hinweg eingenommen werden. Grundprinzipien der Therapie sind eine rasche Therapieeinleitung mit einer Kombination aus mehreren Medikamenten (Kombinationstherapie mit drei bis vier Tuberlostatika) und das Vermeiden von Resistenzen. Die Therapie erfolgt in lungenfach\u00e4rztlichen Abteilungen im Krankenhaus und geht im Anschluss weiter, damit es auch wirklich zu einer Heilung kommt (Erhaltungstherapie, um verbleibende Mykobakterien zu eliminieren). Die Medikamente m\u00fcssen von Betroffenen wie verordnet eingekommen werden, bei einer falsch zusammengestellten oder zu kurzen Therapie kann es zur Ausbildung von therapieresistenten Bakterienst\u00e4mmen (Resistenzen) kommen. Bei einer Resistenzentwicklung zeigen die \u00fcblicherweise verwendeten Medikamente keine ausreichende Wirkung mehr. Die Behandlung bei multiresistenter Tuberkulose (MDR- und XDR-TBC) ist aufw\u00e4ndiger und problematischer &#8211; die Therapiedauer ist l\u00e4nger, die Therapie geht zum Teil mit st\u00e4rkeren Nebenwirkungen und nicht selten mit nur m\u00e4\u00dfigem Erfolg einher.<\/p>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2430,2448,2457,2463],"tags":[370,482,324,1078],"class_list":["post-1619","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-infektiologie","category-innere-medizin","category-krankheit","category-pneumologie","tag-bakterien","tag-lunge","tag-lungenheilkunde","tag-tuberkulose"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1619","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1619\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10233,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1619\/revisions\/10233"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1620"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1619"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1619"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1619"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}