{"id":1611,"date":"2018-07-23T15:03:10","date_gmt":"2018-07-23T15:03:10","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/melanom\/"},"modified":"2023-02-16T21:00:57","modified_gmt":"2023-02-16T20:00:57","slug":"melanom","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/melanom\/","title":{"rendered":"Melanom (Schwarzer Hautkrebs) &#8211; Erkennung, Ursache, Behandlung"},"content":{"rendered":"<h2>Was ist ein Melanom?<\/h2>\n<p>Beim malignen Melanom handelt es sich um einen b\u00f6sartigen Tumor, genauer gesagt um die b\u00f6sartigste Form von Hautkrebs. Unter dem Begriff Hautkrebs werden verschiedene Krebserkrankungen der Haut zusammengefasst. Unterschieden werden wei\u00dfer Hautkrebs, darunter das <a href=\"\/ratgeber\/basaliom-3351\">Basaliom<\/a> (Basalzellkarzinom) und das Plattenepithelkarzinom, und schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom).<\/p>\n<p>Ein wesentlicher Unterschied dieser Erkrankungen besteht in Bezug auf deren biologisches Verhalten: Wei\u00dfer Hautkrebs metastasiert praktisch nie bzw. nur sehr selten und kann fast immer chirurgisch entfernt werden. Ein malignes Melanom zeigt hingegen ein anderes Verhalten und tendiert dazu bereits in fr\u00fchen Phasen Metastasen zu setzen. Da sich die Krebszellen rasch \u00fcber die Blutbahn oder das Lymphgef\u00e4\u00dfsystem im K\u00f6rper ausbreiten k\u00f6nnen und sich nicht selten zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Metastasen gebildet haben ist schwarzer Hautkrebs gef\u00e4hrlicher als wei\u00dfer Hautkrebs.<\/p>\n<h2>Risikofaktoren Sonne und Hauttyp &#8211; Wer ist gef\u00e4hrdet?<\/h2>\n<p>Hauptrisikofaktor f\u00fcr Hautkrebs ist ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung). Hauptquelle nat\u00fcrlicher UV-Strahlung ist die Sonne. Intensive Sonnenbestrahlung kann wei\u00dfen Hautkrebs wie auch ein malignes Melanom verursachen, weswegen dem gewissenhaften Umgang mit der Sonne (richtige Bekleidung und Kopfbedeckung, Sonnencreme mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor, regelm\u00e4\u00dfiges Einschmieren\/Nachschmieren, Meiden der prallen Sonne etc.) im Rahmen der Hautkrebsvorsorge eine sehr wichtige Bedeutung zukommt. Insbesondere die Haut von Kindern ist besonders empfindlich und auf intensiven Schutz angewiesen. In Solarien ist man hingegen k\u00fcnstlicher UV-Strahlung ausgesetzt, auch diese sch\u00e4digt die Haut; h\u00e4ufige Besuche im Solarium erh\u00f6hen das Risiko f\u00fcr ein Melanom.<\/p>\n<p>Sehr gut untersucht ist der Einfluss von Sonnenbr\u00e4nden auf das Hautkrebsrisiko. Die Zahl der durchgemachten Sonnenbr\u00e4nde, insbesondere auch jene in der Kindheit und Jugend, h\u00e4ngt direkt mit dem Hautkrebsrisiko zusammen. Wichtig zu wissen in diesem Zusammenhang ist, dass vor UV-Strahlung ungesch\u00fctzte Haut beim Aufenthalt in der Sonne oder im Solarium auch dann gesch\u00e4digt wird, wenn es zu keinem Sonnenbrand kommt.<\/p>\n<p>Ein weiterer Risikofaktor ist der Hauttyp. Nicht jeder Mensch ist im gleichen Ausma\u00df anf\u00e4llig f\u00fcr ein Melanom. Bei Menschen mit heller Haut und hellen Haaren kommt Hautkrebs wesentlich h\u00e4ufiger vor als bei Menschen mit dunkler Haut, wobei Sonnenbr\u00e4nde auch bei Personen mit sehr dunkler Haut nicht v\u00f6llig ausgeschlossen sind. <a href=\"\/ratgeber\/sonnenbrand-wie-schuetze-ich-meine-haut-1022\">Mehr \u00fcber Hauttypen und Sonnenschutz lesen Sie hier<\/a>. Weitere Risikogruppen sind u.a. Menschen mit vielen (nach der Geburt erworbenen) Muttermalen, Hautkrebs in der Familie und immunschwache Personen.<\/p>\n<h2>Symptome<\/h2>\n<p>Ein Melanom kann praktisch an jeder Stelle der Haut auftreten, weswegen bei der regelm\u00e4\u00dfigen Selbstuntersuchung der Haut keine K\u00f6rperstellen ausgelassen werden sollten, auch nicht jene, die nur selten der Sonne ausgesetzt oder selbst nur schwer untersuchbar sind (Fu\u00dfsohlen, Zehenzwischenbereich, behaarte Kopfhaut, Ges\u00e4\u00df, Genitalbereich etc.). Ein guter Zeitpunkt f\u00fcr die Selbstuntersuchung, die sich durch einen Ganzk\u00f6rper-\/Handspiegel und helles Licht erleichtern l\u00e4sst, ist nach dem Duschen.<\/p>\n<p>Ein malignes Melanom entwickelt sich h\u00e4ufig aus bereits bestehenden Hautver\u00e4nderungen, h\u00e4ufig sind atypische Muttermale das Anfangsstadium eines Melanoms. Ein Muttermal (N\u00e4vus, Leberfleck) kann angeboren oder erworben sein, in Bezug auf erworbene Muttermale spielen genetische Veranlagung und die Sonnenbestrahlung eine wichtige Rolle. Ein Muttermal ist an sich v\u00f6llig harmlos, in manchen F\u00e4llen kann sich aus einem Muttermal jedoch ein Melanom entwickeln. Form-, Farb- und\/oder Gr\u00f6\u00dfenver\u00e4nderungen und neue ungew\u00f6hnlich aussehende Muttermale sollten \u00e4rztlich abgekl\u00e4rt werden. Die sogenannte &#8220;ABCDE-Regel&#8221; stellt eine Orientierungshilfe dar, um haut\u00e4rztlich abzukl\u00e4rende Ver\u00e4nderungen zu identifizieren:<\/p>\n<p>A wie Asymmetrie: Ein Muttermal ist der Regel symmetrisch. Melanome wachsen verst\u00e4rkt in eine Richtung (die beiden H\u00e4lften des Muttermals sind ungleich).<br \/>\nB wie Begrenzung: Gutartige Muttermale sind in der Regel rund oder oval und regelm\u00e4\u00dfig begrenzt. Einbuchtungen, zackige Ausl\u00e4ufer, unregelm\u00e4\u00dfige Begrenzungen und unscharfe Grenzen zur umgebenden Haut k\u00f6nnen auf ein Melanom hindeuten.<br \/>\nC wie Color (Farbe): Typisch f\u00fcr ein Melanom sind eine uneinheitliche\/unregelm\u00e4\u00dfige F\u00e4rbung, das Farbspektrum reicht von hautfarben \u00fcber verschiedene br\u00e4unliche T\u00f6ne bis hin zu tiefschwarz.<br \/>\nD wie Durchmesser oder Dynamik: Muttermale bleiben gleich gro\u00df, ein Melanom nimmt an Gr\u00f6\u00dfe zu.<br \/>\nE wie Erhabenheit: Ein mehr als einen Millimeter \u00fcber das Hautniveau herausragendes Muttermal mit rauer oder schuppender Oberfl\u00e4che kann auf ein Melanom hindeuten.<\/p>\n<p>Auch Blutungen und Juckreiz sind verd\u00e4chtige Ver\u00e4nderungen. Ein malignes Melanom entwickelt sich h\u00e4ufig jedoch auch in zuvor unauff\u00e4lligen Hautbereichen\/auf gesunder Haut, weswegen jede auff\u00e4llige Ver\u00e4nderung &#8211; eines Muttermals oder sonstige im Bereich der Haut &#8211; Anlass f\u00fcr eine haut\u00e4rztliche Abkl\u00e4rung sind.<\/p>\n<h2>Diagnose<\/h2>\n<p>Im Rahmen der Abkl\u00e4rung erfolgt neben der k\u00f6rperlichen Untersuchung mit dem freien Auge eine auflichtmikroskopische Untersuchung. Die Auflichtmikroskopie ist eine schmerzlose Untersuchung, bei welcher der Hautarzt die Haut mit einem Dermatoskop (Auflichtmikroskop) inspiziert. Dieses erm\u00f6glicht es, bereits kleine Ver\u00e4nderungen an einem Muttermal zu erkennen, sehr genau zwischen harmlosen Muttermalen und verd\u00e4chtigen Ver\u00e4nderungen zu unterscheiden und auch tiefere Hautschichten zu beurteilen. Dadurch lassen sich Melanome besser und fr\u00fcher erkennen. Bei Verdacht auf das Vorliegen eines Melanoms erfolgt eine histologische Untersuchung des zuvor entfernten Muttermals bzw. der zuvor entnommenen Gewebeprobe (Biopsie), um die Diagnose zu sichern.<\/p>\n<h2>Behandlung<\/h2>\n<p>Die totale Entfernung des Tumors mit einer Sicherheitsrandzone stellt die Therapie der Wahl dar und reicht in manchen F\u00e4llen aus. H\u00e4ufig erfolgt hierbei auch eine Biopsie des sogenannten Sentinel- oder W\u00e4chterlymphknotens, um festzustellen ob der erste Lymphknoten im Lymphstrom hinter dem Melanom von Metastasen befallen ist. Ist dies nicht der Fall, dann kann mit gr\u00f6\u00dferer Sicherheit davon ausgegangen werden, dass auch keine anderen nachgeschalteten Lymphnoten befallen sind.<\/p>\n<p>In manchen F\u00e4llen ist die alleinige operative Therapie nicht ausreichend, da ab einer Melanom-Eindringtiefe von \u00fcber 1,5 Millimetern das Risiko besteht, dass es zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt zum Auftreten von Metastasen kommt (Risikomelanom). In manchen F\u00e4llen haben sich zum Zeitpunkt der Entdeckung bereits auch schon Metastasen gebildet. Aus diesen Gr\u00fcnden spielen im Rahmen der Behandlung neben der Operation auch andere Therapien eine wichtige Rolle, um die Ergebnisse der Operation und die Heilungschancen zu verbessern oder die \u00dcberlebenszeit zu verl\u00e4ngern. Wie sich die Therapie gestaltet ist von Patient zu Patient verschieden und richtet sich ganz nach der individuellen Situation. Zu den Therapiem\u00f6glichkeiten z\u00e4hlen Chemotherapie, Bestrahlung, Immuntherapie und &#8211; als relativ neue Therapiem\u00f6glichkeit &#8211; die zielgerichtete Therapie (zielgerichtete und sich gegen besondere Eigenschaften der Tumorzellen richtende Medikamente). In den vergangenen Jahren gab es sowohl im Bereich der Diagnostik als auch in der Behandlung des metastasierten Melanoms viele Neuerungen, mit der Immuntherapie und der molekular gezielten Therapie haben sich neue Therapiestandards etabliert und auch gegenw\u00e4rtig werden neue Behandlungsans\u00e4tze erforscht.<\/p>\n<p>Die Heilungschancen h\u00e4ngen von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Art des malignen Melanoms und das Stadium der Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose. Die Prognose hat sich in den letzten Jahren verbessert, im fr\u00fchen Stadium ist ein malignes Melanom in der Regel gut heilbar, was den wichtigen Stellenwert der regelm\u00e4\u00dfigen Selbstuntersuchung der Haut und Vorsorgeuntersuchung beim Hautarzt hervorhebt. Ab einer bestimmten Eindringtiefe ist die Prognose schlechter, ebenso sinken die Heilungschancen bei Metastasen in benachbarten Lymphknoten oder anderen Organen (z.B. Leber, Lunge, Gehirn). Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung l\u00e4sst sich ein Tumor h\u00e4ufig im heilbaren Stadium entdecken.<\/p>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2405,2457,2411],"tags":[254,623,2309,588,75,590],"class_list":["post-1611","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-haut-und-geschlechtskrankheiten","category-krankheit","category-onkologie","tag-dermatologie","tag-haut","tag-malignes-melanom","tag-melanom","tag-onkologie","tag-schwarzer-hautkrebs"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1611","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1611\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10231,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1611\/revisions\/10231"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1612"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1611"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1611"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1611"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}