{"id":1596,"date":"2021-03-08T12:10:20","date_gmt":"2021-03-08T12:10:20","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/abnehmen\/"},"modified":"2023-02-16T22:43:18","modified_gmt":"2023-02-16T21:43:18","slug":"abnehmen","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/abnehmen\/","title":{"rendered":"Abnehmen &#8211; Wann und wie ist es wirklich sinnvoll?"},"content":{"rendered":"<h2>\u00dcbergewicht<\/h2>\n<p>H\u00e4ufig steckt hinter dem Wunsch Gewicht zu verlieren vor allem die Motivation, dass man sich in seinem K\u00f6rper wohler f\u00fchlen, das Selbstwertgef\u00fchl st\u00e4rken und im Sommer in Badebekleidung eine bessere Figur machen m\u00f6chte. Liegt kein \u00dcbergewicht vor, dann m\u00f6chte man abnehmen, muss es jedoch nicht. Dem gegen\u00fcber stehen verschiedene medizinische Gr\u00fcnde, die eine Gewichtsreduktion aufgrund von \u00dcbergewicht und dem damit verbundenen Gesundheitsrisiko notwendig machen.<\/p>\n<p>\u00dcbergewicht l\u00e4sst sich auf verschiedene Arten definieren, weswegen die Einstufung, dass man \u00fcbergewichtig ist, nicht immer eindeutig ist. Prinzipiell bezeichnet der Begriff, dass das K\u00f6rpergewicht in Relation zur K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe zu hoch ist.<\/p>\n<p>Eine M\u00f6glichkeit, um \u00dcbergewicht zu bestimmten ist der Body Mass Index (BMI). Hierbei handelt es sich um einen Indexwert, der sich aus der K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe und dem K\u00f6rpergewicht ableitet und in der Praxis verwendet wird, um die Auspr\u00e4gung von \u00dcbergewicht und Adipositas zu erfassen. Die Berechnung erfolgt nach folgender Formel:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5066\" src=\"https:\/\/assets-ratgeber.docfinder.farm\/uploads\/Bildschirmfoto-2021-09-23-um-12.43.50.png\" alt=\"\" width=\"301\" height=\"129\"><\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt Normalgewicht vor, wenn der BMI zwischen 18,5 kg\/m\u00b2 und 24,99 kg\/m\u00b2 betr\u00e4gt, von Untergewicht ist ab einem BMI von weniger als 18,5 kg\/m2 die Rede und von \u00dcbergewicht, wenn der BMI zwischen 25 kg\/m2 und 29,9 kg\/m2 betr\u00e4gt. Ab einem BMI von 30,0 kg\/m2 ist von \u00dcbergewicht im Stadium der Adipositas Grad I die Rede, ab 35,0 kg\/m2 im Stadium der Adipositas Grad II und ab 40,0 kg\/m2 im Stadium der Adipositas Grad III.<\/p>\n<p>Zu beachten ist, dass der BMI weder Geschlecht und Alter noch die Statur und das Verh\u00e4ltnis aus Fett- und Muskelgewebe ber\u00fccksichtigt und deswegen eher als Richtwert gesehen werden sollte. So k\u00f6nnte beispielsweise ein erwachsener Mann mit viel Muskelmasse einen hohen BMI-Wert haben und der Klassifikation zufolge nicht normalgewichtig, sondern \u00fcbergewichtig sein, ohne dabei jedoch im eigentlichen Sinn \u00dcbergewicht zu haben. Weitere Methoden zur Bestimmung von \u00dcbergewicht sind z.B. die Messung der Fettverteilung (Taille-H\u00fcft-Umfang) und die bioelektrische Impendanz Analyse (BIA).<\/p>\n<h2>Gesundheitliche Aspekte von \u00dcbergewicht<\/h2>\n<p>\u00dcbergewicht ist in den Industriestaaten weit verbreitet. Aus dem \u00d6sterreichischen Ern\u00e4hrungsbericht 2017, der seinen Schwerpunkt auf Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren setzt, geht hervor, dass 41 Prozent der untersuchten erwachsenen Bev\u00f6lkerung \u00fcbergewichtig oder adip\u00f6s sind. Der Anteil an \u00fcbergewichtigen Personen hat in den letzten Jahren weltweit zugenommen; ein Trend, der sich fortsetzt und mit zahlreichen gesundheitlichen Risiken und Komplikationen einhergeht. Je l\u00e4nger das \u00dcbergewicht besteht und je gr\u00f6\u00dfer dessen Ausma\u00df, desto h\u00f6her ist das Risiko f\u00fcr m\u00f6gliche Folgeerkrankungen und Probleme, darunter:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/diabetes-1191\">Diabetes mellitus Typ 2<\/a><\/li>\n<li>Fettstoffwechselst\u00f6rungen<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/metabolisches-syndrom-5811\">Metabolisches Syndrom<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/bluthochdruck-2806\">Bluthochdruck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/arteriosklerose-was-ist-das-eigentlich-5842\">Arteriosklerose<\/a><\/li>\n<li>Kardiovaskul\u00e4re Erkrankungen<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/thrombose-3657\">Thrombose<\/a><\/li>\n<li>Nichtalkoholische Fettlebererkrankung<\/li>\n<li>Bestimmte Krebserkrankungen<\/li>\n<li>Hormonelle St\u00f6rungen<\/li>\n<li>Bestimmte Erkrankungen des Bewegungsapparats (z.B. <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/arthrose-erkennen-und-behandeln-1713\">Arthrose<\/a>, R\u00fcckenschmerzen, fr\u00fchzeitiger Verschlei\u00df im Bereich der Wirbels\u00e4ule)<\/li>\n<li><a href=\"http:\/https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/gicht-3840\">Gicht<\/a><\/li>\n<li>Atemprobleme<\/li>\n<li>Schlafapnoe<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/depression-symptome-ursachen-selbsthilfe-1209\">Depressionen<\/a><\/li>\n<li>Psychosoziale Probleme<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nicht jedes Kilo \u00fcber dem Normalgewicht macht krank. Besteht st\u00e4rkeres \u00dcbergewicht jedoch \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum, dann kann es ein Wegbereiter f\u00fcr zahlreiche Krankheiten sein &#8211; eine langfristige Gewichtsabnahme wird also notwendig, um das Gesundheitsrisiko zu reduzieren. Auch im Rahmen der Behandlung zahlreicher Erkrankungen (z.B. Diabetes mellitus, Bluthochhochdruck) sind eine Gewichtsreduktion bei bestehendem \u00dcbergewicht und eine langfristige Ern\u00e4hrungsumstellung das A &amp; O und die mitunter wichtigste Therapies\u00e4ule.<\/p>\n<h2>Abnehmen &#8211; andere Gr\u00fcnde<\/h2>\n<p>H\u00e4ufig steckt hinter einer Di\u00e4t und dem Versuch (schnell) Gewicht zu verlieren eine ganz andere Motivation als die Verbesserung und der Erhalt der Gesundheit. Viele Menschen wollen abnehmen, obwohl daf\u00fcr keine medizinische Indikation vorliegt.<\/p>\n<p>Wir leben in einer Gesellschaft, die in Bezug auf das Aussehen weitgehend durch ein bestimmtes Schlankheitsideal gepr\u00e4gt ist, in welcher d\u00fcnn bzw. schlank sein h\u00e4ufig mit &#8220;sch\u00f6n sein&#8221; und einem attraktiven \u00c4u\u00dferen gleichgesetzt wird und \u00dcbergewicht als weniger \u00e4sthetisch empfunden wird, was dazu f\u00fchren kann, dass das Selbstbewusstsein und die Selbstwahrnehmung leiden, selbst bei Idealgewicht.<\/p>\n<p>Um das Idealgewicht und damit das aus medizinischer Sicht g\u00fcnstigste K\u00f6rpergewicht zu bestimmen, wird h\u00e4ufig der BMI herangezogen, prinzipiell kann das Idealgewicht jedoch nur individuell bestimmt werden, da es von vielen Faktoren und hier insbesondere auch von der pers\u00f6nlichen Zufriedenheit abh\u00e4ngt. Viele Menschen f\u00fchlen sich trotz einiger Kilos &#8220;zu viel&#8221; wohl in ihrer Haut, auf der anderen Seite gibt es viele Frauen und M\u00e4nner, die mit ihrem K\u00f6rper trotz medizinischem Idealgewicht und einem \u00c4u\u00dferem, das dem in den Medien verbreiteten &#8220;Sch\u00f6nheitsideal&#8221; entspricht unzufrieden sind.<\/p>\n<p>In Bezug auf das Aussehen gibt es den &#8220;perfekten K\u00f6rper&#8221; nicht, Sch\u00f6nheit und \u00c4sthetik liegen immer im Auge des Betrachters. Ebenso ist niemand auf der Welt, um anderen gefallen zu m\u00fcssen und den eigenen K\u00f6rper wie ein Aush\u00e4ngeschild durch den Alltag zu tragen. Individualit\u00e4t, der eine oder andere kleine Makel, Selbstvertrauen, Gelassenheit und Authentizit\u00e4t sind etwas Wunderbares, ganz im Gegensatz zu fremdbestimmten Idealen und &#8220;Perfektion&#8221;.<\/p>\n<p>Sofern man also gesund ist und es keinen medizinischen Grund f\u00fcr eine Gewichtsreduktion gibt, k\u00f6nnte es, vor dem n\u00e4chsten Versuch schnell noch zwei oder drei Kilo bis zur n\u00e4chsten Badesaison abzunehmen, hilfreich sein, dar\u00fcber nachzudenken was man an sich selbst mag und sch\u00f6n findet, ob man m\u00f6glicherweise einem nicht oder nur m\u00fchsam zu erreichendem Ideal hinterherl\u00e4uft und Gl\u00fcck, Selbstzufriedenheit und Sch\u00f6nheit mit Schlanksein gleichsetzt.<\/p>\n<h2>Ern\u00e4hrungsberatung<\/h2>\n<p>Im Folgenden finden sich allgemeine Informationen \u00fcber Di\u00e4ten, Ern\u00e4hrungsumstellung und gesunde Ern\u00e4hrung. Zu beachten ist, dass jeder Mensch mit seinem Stoffwechsel sehr individuell auf Di\u00e4ten, \u00c4nderungen hinsichtlich der Ern\u00e4hrung und Sport reagiert &#8211; w\u00e4hrend der eine mit einem bestimmten Abnehmprogramm sehr erfolgreich Gewicht verliert, kann es sein, dass ein anderer damit nur m\u00fchsam und fast gar nicht abnimmt.<\/p>\n<p>Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen, Beschwerden (z.B. Stoffwechselerkrankungen, wiederkehrende Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden), Allergien und Nahrungsmittelunvertr\u00e4glichkeiten (z.B. <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/laktoseintoleranz-4891\">Laktose-<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/histaminintoleranz-2812\">Histaminunvertr\u00e4glichkeit<\/a>) sollten sich vor einer Di\u00e4t oder Umstellung\/Anpassung der Ern\u00e4hrung professionell beraten lassen, um sicherzustellen, dass das jeweilige Abnehmprogramm die Gesundheit nicht beeintr\u00e4chtigt und, dass der K\u00f6rper auch weiterhin mit allen ben\u00f6tigten N\u00e4hrstoffen versorgt wird.<\/p>\n<p>Eine Ern\u00e4hrungsberatung zielt prinzipiell darauf ab, dass das Ern\u00e4hrungsbewusstsein und -wissen einer Person erweitert werden, weiters k\u00f6nnen im Rahmen einer Ern\u00e4hrungsberatung individuelle Ern\u00e4hrungsstrategien erarbeitet werden, um Probleme in Bezug auf die Ern\u00e4hrung nachhaltig zu l\u00f6sen, ung\u00fcnstige Gewohnheiten zu ver\u00e4ndern und ern\u00e4hrungsabh\u00e4ngigen Krankheiten vorzubeugen.<\/p>\n<p>Wer Ern\u00e4hrungsberatung anbieten darf ist \u00fcbrigens genau geregelt. Die Ern\u00e4hrungsberatung und -therapie kranker oder krankheitsverd\u00e4chtiger Personen ist in \u00d6sterreich \u00c4rzten mit Spezialdiplom &#8220;Ern\u00e4hrungsmedizin&#8221; und Di\u00e4tologen vorbehalten, was auch bedeutet, dass Ern\u00e4hrungswissenschafter nicht f\u00fcr die medizinische Ern\u00e4hrungsberatung und -therapie an kranken oder krankheitsgef\u00e4hrdeten Personen berechtigt sind. Die allgemeine Beratung gesunder Menschen ist auch f\u00fcr Ern\u00e4hrungswissenschafter offen.<\/p>\n<h2>Jojo-Effekt und Di\u00e4t-Mythen<\/h2>\n<p>Drei Kilo in f\u00fcnf Tagen, zehn Kilo in drei Wochen &#8230; &#8211; viele (Blitz-)Di\u00e4ten versprechen schnelles Abnehmen, h\u00e4ufig auch ganz ohne M\u00fche. Di\u00e4ten mit kreativen Rezepten zum Nachkochen und Tests wie &#8220;Welcher Di\u00e4t-Typ sind Sie?&#8221; oder &#8220;Welche Di\u00e4t passt zu mir?&#8221; sind Inhalte zahlreicher Zeitschriften. Allerdings tritt das positive Erlebnis auf der Waage h\u00e4ufig nicht ganz so schnell ein oder bleibt sogar aus, nicht selten zeigt die Waage einige Zeit nach der Di\u00e4t auch mehr an als zuvor (Jojo-Effekt). Abgesehen davon sind viele Di\u00e4ten einfach nicht gesund.<\/p>\n<p>Ziel des Abnehmens ist es, Fett zu verlieren. Um ein Kilo Fett zu verlieren, muss man in etwa 7.000 Kalorien (kcal) verbrennen (Durchschnittswert). Wer also jeden Tag ca. 1.000 Kalorien einspart, der w\u00fcrde diesen Angaben zufolge in einer Woche ein Kilo Fett verlieren. Nicht gesund ist ein derartiges Vorgehen deswegen, weil der Grundbedarf durch das Einsparen von 1.000 Kalorien t\u00e4glich kaum oder nicht gedeckt wird. Ferner wird der K\u00f6rper durch Hungern oder durch das Weglassen wichtiger Nahrungsmittelgruppen nicht ausreichend mit allen wichtigen N\u00e4hrstoffen (z.B. Kohlenhydrate, Mineralstoffe, Vitamine etc.) versorgt. Zudem macht reines Kalorienz\u00e4hlen kaum Sinn &#8211; folgt man nur dem Motto &#8220;Je weniger Kalorien, desto besser&#8221;, dann k\u00f6nnte man bei einem Snack auch einfach zu einem Cookie greifen, nicht zum Apfel. Die Kalorien sind (je nach Cookie und Gr\u00f6\u00dfe des Apfels) in etwa gleich, wobei der Apfel nat\u00fcrlich wesentlich ges\u00fcnder ist.<\/p>\n<p>Hinzu kommt der Jojo-Effekt, der im Grunde eine ganz nat\u00fcrliche Reaktion des K\u00f6rpers ist. Um Energie zu sparen, f\u00e4hrt der K\u00f6rper den Stoffwechsel herunter und schaltet auf ein &#8220;Notprogramm&#8221; um. Der Stoffwechsel wird langsamer, der Grundumsatz sinkt, es wird weniger Energie verbraucht. Wird nach der Di\u00e4t wieder &#8220;normal&#8221; gegessen, dann f\u00e4hrt der K\u00f6rper den Stoffwechsel nur langsam wieder hoch. Man verbraucht nach dem Ende der Di\u00e4t weiterhin weniger Energie bzw. Kalorien als zuvor und da jetzt h\u00e4ufig wieder so gegessen wird wie vor der Di\u00e4t, wird der \u00dcberschuss sofort in Fett umgewandelt &#8211; nach dem schnellen Abnehmen folgt also h\u00e4ufig das schnelle Zunehmen.<br \/>\nDurch eine Di\u00e4t wird dem K\u00f6rper signalisiert, dass er sparen soll, erreicht werden soll jedoch, dass mehr Fett verbrannt wird und man mehr Energie hat, nicht weniger.<\/p>\n<p>Nach einer zeitlich begrenzten Di\u00e4t kehren viele Menschen zu ihren alten Ern\u00e4hrungsgewohnheiten zur\u00fcck und damit zu jenem Essverhalten, welches dazu gef\u00fchrt hat, dass man nicht gesund ist und\/oder sich nicht wohl im eigenen K\u00f6rper f\u00fchlt.<\/p>\n<p>Dass man mit einer Di\u00e4t blitzschnell abnehmen und danach f\u00fcr immer schlank bleiben kann ist ein Mythos, ebenso wie, dass Kohlenhydrate dick machen (auf die richtige Wahl kommt es an), Abendessen prinzipiell sch\u00e4dlich f\u00fcr die Figur ist (wer \u00fcber den Tag verteilt zu viel oder das Falsche isst wird mit &#8220;Dinner Cancelling&#8221; nicht erfolgreich abnehmen) und, dass sehr sportliche Menschen essen d\u00fcrfen, was sie wollen. Daneben gibt es noch viele andere Di\u00e4t-Mythen, in vielen F\u00e4llen steckt jedoch nichts Wahres dahinter.<\/p>\n<p>Um richtig, also gesund und langfristig abzunehmen, bedarf es einer langfristigen \u00c4nderung oder Anpassung der Ern\u00e4hrungs- und Lebensgewohnheiten. Anstatt unvorbereitet mit einer zeitlich begrenzten Di\u00e4t auf maximal m\u00f6glichen Gewichtsverlust zu setzen gilt es, sich seinem realistischen Ziel mit gesunder Ern\u00e4hrung und Bewegung Schritt f\u00fcr Schritt zu n\u00e4hern.<\/p>\n<h2>Gesunde Ern\u00e4hrung und Tipps zum Abnehmen<\/h2>\n<p><strong>N\u00e4hrstoffe:<\/strong> Eine gesunde Ern\u00e4hrung stellt eine optimale Versorgung mit Kohlenhydraten, Ballaststoffen, Eiwei\u00df, gesunden Fetten, Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Wasser sicher. All diese N\u00e4hrstoffe werden zur Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen und f\u00fcr viele andere Funktionen ben\u00f6tigt und sollten auch beim Abnehmen nicht fehlen.<\/p>\n<p><strong>Deckung des Energiebedarfs<\/strong> (Kohlenhydrate, Fette, Eiwei\u00df): In Bezug auf die Nahrungsenergie wird empfohlen, dass h\u00f6chstens 30 Prozent aus Fett, zehn bis 15 Prozent aus Eiwei\u00df und 50 bis 55 Prozent aus Kohlenhydraten stammen sollten. Hierbei handelt es sich um Richtlinien, da der Energieverbrauch von Geschlecht und Alter, vom Grad der k\u00f6rperlichen Aktivit\u00e4t und von anderen Faktoren abh\u00e4ngt.<\/p>\n<p><strong>Kohlenhydrate:<\/strong> Laut Deutscher Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung sollte eine vollwertige Mischkost mehr als 50 Prozent der Energiezufuhr aus Kohlenhydraten enthalten. In Bezug auf Kohlenhydrate macht es einen gro\u00dfen Unterschied, ob diese aus raffiniertem Zucker oder aus Vollkornprodukten und Gem\u00fcse stammen. Tipp: Eine zu geringe Kohlenhydrataufnahme ist keinesfalls als dauerhafte Ern\u00e4hrungsform geeignet. Um Gewicht zu verlieren kann es jedoch helfen, die Kohlenhydratzufuhr zu beschr\u00e4nken. Anzumerken in diesem Zusammenhang ist, dass es individuell verschieden ist, wie viele Gramm Kohlenhydrate t\u00e4glich aufgenommen werden sollten um sich wohlzuf\u00fchlen und abzunehmen, die optimale Menge h\u00e4ngt ab von Alter, Geschlecht, K\u00f6rperzusammensetzung, Grad der k\u00f6rperlichen Aktivit\u00e4t, der Stoffwechselsituation und anderen Faktoren. Will man abnehmen, dann sollte man ungesunde Kohlenhydratquellen (z.B. Wei\u00dfbrot, s\u00fc\u00dfe Cerealien, Fruchts\u00e4fte) weitgehend vom Speiseplan entfernen. In Bezug darauf, wie sich die &#8220;Kohlenhydratsituation&#8221; beim Abnehmen bzw. im Rahmen einer Ern\u00e4hrungsumstellung genau gestalten sollte, kann sich professionelle Beratung auf jeden Fall lohnen.<\/p>\n<p><strong>Proteine:<\/strong> In Bezug auf Proteine empfiehlt die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung 0,8 g\/kg K\u00f6rpergewicht\/Tag (Frauen und M\u00e4nner, 19 bis 65 Jahre). Proteine k\u00f6nnen tierischer oder pflanzlicher Herkunft sein, wobei pflanzliches Eiwei\u00df nicht mit tierischem Eiwei\u00df gleichzusetzen ist. Tipp: Tierische Eiwei\u00dfquellen wie Fleisch, Milch, K\u00e4se und andere Milchprodukte sind h\u00e4ufig auch sehr fetthaltig, weswegen pflanzliche Eiwei\u00dfquellen (z.B. Vollkorngetreide, H\u00fclsenfr\u00fcchte), mit welchen meist wesentlich weniger Fett aufgenommen wird, im Rahmen einer gesunden Ern\u00e4hrung und zum Abnehmen empfehlenswert sind.<\/p>\n<p><strong>Versteckte Fette meiden:<\/strong> Diese finden sich z.B. in Wurst, Geb\u00e4ck und salzigen Knabbereien, Schokolade und anderen S\u00fc\u00dfigkeiten, Fertiggerichten wie Tiefk\u00fchlpizza u.v.m.<\/p>\n<p><strong>Trinken:<\/strong> Mindestens 1,5 Liter Wasser t\u00e4glich sollten es sein. Fruchts\u00e4fte und Limonaden enthalten viel Zucker, besser zu unges\u00fc\u00dftem Tee greifen. Weiterer Tipp um abzunehmen: Alkoholkonsum einschr\u00e4nken. Alkohol enth\u00e4lt viele Kalorien und wirkt Abnehmversuchen entgegen.<\/p>\n<p><strong>Einkaufen:<\/strong> Nicht hungrig einkaufen gehen und Angeboten gegen\u00fcber achtsam sein (z.B. bei S\u00fc\u00dfigkeiten: Nimmt 2, zahl 1).<\/p>\n<p><strong>Selber kochen:<\/strong> Auch wenn Sie es bisher noch nicht getan haben, selber kochen kann Spass machen. Es muss ja nicht gleich ein ganzes Men\u00fc sein, ein einfaches&nbsp; Gem\u00fcse\/Nudelgericht tut es auch. So wissen Sie auch immer ganz genau, was sich in ihren Gerichten verbirgt und k\u00f6nnen die Energiedichte bei Bedarf anpassen.<br \/>\nWenn sie Scharfes m\u00f6gen, verwenden Sie Chillies und Pfeffer. Capsaicin in scharfen Gew\u00fcrzen kurbelt den Stoffwechsel an &#8211; der Energieverbrauch ist etwa drei Stunden lang um bis zu einen Viertel h\u00f6her, als wenn man dieselbe Mahlzeit ohne Pfeffer gegessen h\u00e4tte.<\/p>\n<p><strong>Regelm\u00e4\u00dfig essen:<\/strong> Es gibt nicht Den EINEN optimalen Rhythmus, der gut f\u00fcr die Verdauung ist und nach dem jeder Mensch sein Essen ausrichten sollte. Prinzipiell gilt: Regelm\u00e4\u00dfig essen beugt Hei\u00dfhungerattacken vor, bei Hauptmahlzeiten sollte man sich satt, jedoch nicht voll essen. Es sollte sich auch niemand zum Fr\u00fchst\u00fcck zwingen, nur weil es gesund ist. Sp\u00e4t zu essen macht auch nicht automatisch dick, es kommt auf die zugef\u00fchrte Kalorienmenge an.<\/p>\n<p><strong>Sport:<\/strong> Sport ist Teil eines gesunden Lebensstils und sollte auch beim Abnehmen nicht zu kurz kommen. Bewegung verbraucht Energie und vor allem trainierte Muskeln verbrennen Fett, selbst dann, wenn sie nicht bewegt werden. Wer Muskelmasse zulegt, der erh\u00f6ht zudem seinen Grundumsatz. Besonders wichtig: Es sollte Spa\u00df machen. Welches Intervall und welche Sportart am besten geeignet sind ist individuell verschieden, auch hier ist es empfehlenswert, sich im Zweifelsfall professionell weiterhelfen zu lassen.<\/p>\n<p><strong>Bewegung:<\/strong> Abseits von Laufen, Yoga, Schwimmen, Tennis, Krafttraining &amp; Co lohnt es sich, bewusst mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren. Nehmen Sie die Treppe statt dem Lift, steigen Sie eine Busstation fr\u00fcher aus und gehen zu Fuss nach Hause oder steigen Sie gleich ganz auf das Fahrrad um.<br \/>\nGehen Sie ins Freie, auch im Winter. W<span style=\"color: #1f1f1f;\">er friert, nimmt rascher ab: Braune Fettzellen werden aktiv. Sie verbrennen Fettdepots und machen daraus W\u00e4rme.<\/span><\/p>\n<p><strong>Keine Verbote, alles in Ma\u00dfen:<\/strong> Ob verbissener Trainingsplan oder strenge Di\u00e4t: Sich an strenge Verbote und Regeln zu halten macht keinen Spa\u00df und klappt auf Dauer zumeist nicht. Besser ist es, sich gelegentlich eine kleine Portion S\u00fc\u00dfes zu g\u00f6nnen und diese bewusst zu genie\u00dfen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #1f1f1f;\"><strong>Gehen Sie rechtzeitig zu Bett:<\/strong> Wer schlecht und zu wenig schl\u00e4ft (empfohlen werden sieben bis acht Stunden), wird eher dick. Schlafmangel und Schlafst\u00f6rungen&nbsp;<\/span><span style=\"color: #1f1f1f;\">bringen das Hormonsystem aus dem Lot. Es wird zu wenig vom S\u00e4ttigungshormon Leptin, zugleich aber zu viel Ghrelin ausgesch\u00fcttet, das hungrig macht. Auch die Fettverbrennung kommt so nicht in Gang, hingegen wird zu viel von den Stresshormonen Adrenalin und Kortisol ausgesch\u00fcttet, die zu mehr Bauchfett f\u00fchren.<\/span><\/p>\n<p><strong>Setzen Sie sich erreichbare Ziele:<\/strong>&nbsp;Wer sich zu viel vornimmt, h\u00e4lt nicht durch \u2013 und schadet vielleicht sogar seinem K\u00f6rper. Jedes Kilo weniger ist ein Erfolg.&nbsp;<span style=\"color: #1f1f1f;\">Schon ein Gewichtsverlust von zwei bis vier Kilo f\u00fchrt zu einer verminderten Insulinresistenz und einer verbesserten Stoffwechsellage, das heisst, einem geringeren Risiko f\u00fcr Diabetes und Herzinfarkt.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><strong>Kleben Sie nicht an Ihrer Waage:<\/strong>&nbsp;Es kann auch dauern, bis sich erste Erfolge zeigen. Abzunehmen ist auch kein streng lineares Ereignis, manchmal geht es l\u00e4nger nicht voran, danach vielleicht wieder schneller.<\/p>\n<p><strong>Erweitern Sie Ihr Wissen:<\/strong> Gesunde Ern\u00e4hrung ist die mitunter wichtigste Voraussetzung f\u00fcr k\u00f6rperliches und seelisches Wohlbefinden. Obwohl den meisten Menschen die Bedeutung einer gesunden Ern\u00e4hrungsweise prinzipiell bewusst ist, folgen viele &#8211; oftmals auch unbewusst, aufgrund von Unwissenheit, Stress oder anderen Gr\u00fcnden &#8211; einem weniger gesunden bzw. fehlerhaften Ern\u00e4hrungsverhalten. Die Folgen sind \u00dcbergewicht, erfolglose Di\u00e4ten und, im schlimmsten Fall, k\u00f6rperliche Beschwerden und Krankheiten. Aufgrund der Informationsflut in Zusammenhang mit gesunder Ern\u00e4hrung und Abnehmen wissen viele Menschen auch nicht mehr, was richtig und was falsch ist, was hilft und was nicht. Trotzdem: Abnehmen und gesunde Ern\u00e4hrung m\u00fcssen nicht kompliziert sein. Ob professionelle Beratung, Fachb\u00fccher und -magazine, Dokumentationen oder andere Quellen: Es gibt viele Wege, um an fundiertes und verst\u00e4ndlich aufbereitetes Wissen zu kommen. Was es braucht, sind Interesse und die Bereitschaft etwas Zeit zu investieren &#8211; in Wissen und gesunde Ern\u00e4hrung und damit in die eigene Gesundheit.<\/p>\n<p><strong>Genie\u00dfen Sie ihren Erfolg<\/strong>: Es muss ja nicht mit Essen sein.<\/p>\n<h2>Wie kann man sein Gewicht auf Dauer halten?<\/h2>\n<p>Fruchten die Massnahmen und hat man endlich ein oder mehrere Kilos verloren, m\u00f6chte man sei Zielgewicht nat\u00fcrlich \u00fcber l\u00e4ngere Zeit, im Idealfall ein Leben lang behalten. Wie das funktionieren kann, wurde wissenschaftlich mehrfach \u00fcberpr\u00fcft. Wobei sich auch hier keine magische Formel fand, sondern nur die Erkenntnis, dass sich alle Prinzipien, die zum Gewichtsverlust gef\u00fchrt haben, auch zur Gewichtserhaltung anwenden lassen. Im Prinzip also alle Ma\u00dfnahmen, die zu einer Verringerung der Energiezufuhr und einer Erh\u00f6hung des Energieverbrauches f\u00fchren. Wer nun ges\u00fcnder isst und mehr Sport betreibt, sollte dabei bleiben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2831,5,2897,66,7],"tags":[1904,580,108,182,813,437],"class_list":["post-1596","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-ernaehrung","category-familie","category-fruehling","category-gesundheitsnews","category-leben","tag-abnehmen","tag-adipositas","tag-allgemeinmedizin","tag-ernahrung","tag-leben","tag-ubergewicht"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1596","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1596\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9643,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1596\/revisions\/9643"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1598"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1596"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1596"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1596"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}