{"id":1594,"date":"2018-06-15T12:09:51","date_gmt":"2018-06-15T12:09:51","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/hepatitis-c\/"},"modified":"2026-02-09T13:18:20","modified_gmt":"2026-02-09T12:18:20","slug":"hepatitis-c","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/hepatitis-c\/","title":{"rendered":"Hepatitis C &#8211; Definition, Symptome, Diagnose, Behandlung"},"content":{"rendered":"<h2>Hepatitis C<\/h2>\n<p>Hepatitis C ist eine Entz\u00fcndung der Leber, hervorgerufen durch Hepatitis-C-Viren. Die Erkrankung verl\u00e4uft zumeist lange ohne (eindeutige) Beschwerden und kann unbehandelt nach vielen Jahren zu schwerwiegenden Lebererkrankungen f\u00fchren. Eine Impfung gegen den Erreger gibt es bislang nicht, die Behandlungsm\u00f6glichkeiten haben sich in den letzten Jahren jedoch sehr verbessert. \u00dcbertragung, Formen, Symptome, Diagnose und Behandlung &#8211; alles Wissenswerte \u00fcber Hepatitis C lesen Sie hier.<\/p>\n<h2>Was ist Hepatitis C?<\/h2>\n<p>Bei Hepatitis handelt es sich um eine Leberentz\u00fcndung. Eine Virushepatitis wird durch Hepatitis-Viren hervorgerufen, Erreger der Hepatitis C ist das Hepatitis-C-Virus (HCV). Das Hepatitis-C-Virus ist ein RNA-Virus und geh\u00f6rt zur Gruppe der sogenannten Flaviviridae (Familie von Einzelstrang-RNA-Viren). Unterschieden werden sechs verschiedene Typen des Hepatitis-C-Virus (Genotyp) mit \u00fcber 80 Subtypen. Beim Genotyp handelt es sich um das Erbbild eines Virus und damit um die genetische Ausstattung bzw. seinen individuellen Satz von Genen im Zellkern. Die Kenntnis \u00fcber den Genotyp und Subtyp ist wichtig f\u00fcr die Therapie. Eine gleichzeitige Ansteckung mit verschiedenen HCV-Typen ist m\u00f6glich. Wichtig zu wissen ist zudem, dass eine einmal durchgemachte Infektion nicht immun gegen\u00fcber Hepatitis C und anderen Virustypen macht, eine erneute Infektion ist also trotz erfolgreicher Therapie m\u00f6glich.<\/p>\n<h2>Verbreitung und \u00dcbertragung<\/h2>\n<p>Hepatitis C ist weltweit verbreitet. Es sind etwa 170 Millionen* Menschen mit HCV infiziert, wobei das Vorkommen weltweit unterschiedlich ist. In L\u00e4ndern Afrikas, in S\u00fcdostasien und im \u00f6stlichen Mittelmeerraum ist die Pr\u00e4valenz (Krankheitsh\u00e4ufigkeit) deutlich h\u00f6her als in Nordamerika und Europa. In \u00d6sterreich betr\u00e4gt die Pr\u00e4valenz etwa 0,5 Prozent*, es sind also etwa 40.000* Menschen infiziert. Seit 1993 sind alle Hepatitis-Formen in \u00d6sterreich meldepflichtig um einer unkontrollierten Verbreitung vorzubeugen.<\/p>\n<p>Die \u00dcbertragung erfolgt durch Kontakt mit infiziertem Blut. M\u00f6gliche Wege einer Infektion sind z.B. Bluttransfusionen, intraven\u00f6ser und intranasaler Drogenkonsum, Nadelstichverletzungen (z.B. im medizinischen Bereich) und die Ansteckung in nicht professionell arbeitenden Tattoo- und Piercing-Studios.<\/p>\n<p>Das Risiko einer Infektion im Rahmen von Bluttransfusionen konnte durch die routinem\u00e4\u00dfige Testung der Spender mittlerweile drastisch reduziert werden, die \u00dcbertragung von HCV auf diesem Weg ist heute sehr selten. Die \u00dcbertragung durch intraven\u00f6sen Drogenkonsum stellt den mitunter h\u00e4ufigsten \u00dcbertragungsmodus dar. Ferner besteht die Gefahr auch bei \u00fcber die Nasenschleimhaut konsumierten Drogen (intranasal), eine Ansteckung ist hier \u00fcber die gemeinsame Nutzung von Sniefr\u00f6hrchen m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die \u00dcbertragung durch Geschlechtsverkehr wird kontrovers diskutiert, ist grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich, allerdings sehr selten. Ein erh\u00f6htes Risiko besteht bei Sexualpraktiken, die mit Verletzungen einhergehen k\u00f6nnen (z.B. Analverkehr, anale Traumen). Infizierte schwangere Frauen k\u00f6nnen das Virus w\u00e4hrend der Geburt auf ihr Kind \u00fcbertragen, mit etwa drei bis f\u00fcnf Prozent* ist das Risiko allerdings gering. HCV wird nicht durch normalen K\u00f6rperkontakt \u00fcbertragen. Im Fall einer Infektion ist es ratsam, bestimmte Utensilien zur K\u00f6rperpflege, darunter Zahnb\u00fcrsten, Rasierer und Nagelscheren, nicht mit anderen zu teilen, da es beim Z\u00e4hneputzen, Rasieren oder bei der Nagelpflege zu kleinen Blutungen kommen kann.<\/p>\n<h2>Hepatitis C &#8211; Formen und Symptome<\/h2>\n<p>Die Erkrankung kann einen akuten oder chronischen Verlauf haben. Die akute Verlaufsform h\u00e4lt maximal sechs Monate an und heilt entweder von alleine aus oder nach einer erfolgreichen Behandlung. Von einer chronischen Hepatitis C ist definitionsgem\u00e4\u00df dann die Rede, wenn die Infektion l\u00e4nger als sechs Monate besteht. Bei einer chronischen Hepatitis C kommt es nicht zur spontanen Ausheilung, die Erkrankung ist nur durch eine entsprechende antivirale Therapie heilbar.<\/p>\n<p>Hepatitis C ist oftmals nur schwer zu erkennen. Bei den meisten Patienten kommt es in der akuten Phase der Erkrankung zu keinen oder nur zu geringen unspezifischen (grippe\u00e4hnlichen) Symptomen, sodass kein Arzt aufgesucht wird. Eine schwere Verlaufsform der akuten Hepatitis C, die mit Gelbsucht einhergeht und zu einer ausgepr\u00e4gten Funktionseinschr\u00e4nkung der Leber f\u00fchrt, ist sehr selten.<\/p>\n<p>In etwa vier von f\u00fcnf F\u00e4llen kommt es zu einem chronischen Verlauf. Auch bei Patienten mit einer chronischen Hepatitis C sind die Symptome meistens eher unspezifisch. Eine chronische Hepatitis C kann jedoch schwerwiegende Folgen wie Leberzirrhose oder Leberkrebs haben. Das Fortschreiten der chronischen Hepatitis C in Richtung Leberzirrhose oder Leberkrebs erfolgt zumeist langsam &#8211; das Virus kann sich also \u00fcber mehrere Jahre ohne sp\u00fcrbare Beschwerden im K\u00f6rper befinden und dabei allm\u00e4hlich die Leber sch\u00e4digen. Je fr\u00fcher die Diagnose erfolgt, desto schneller kann der weitere Krankheitsverlauf beeinflusst werden.<\/p>\n<p>M\u00f6gliche Symptome der akuten und chronischen Hepatitis C sind: Abgeschlagenheit, M\u00fcdigkeit, Appetitverlust, \u00dcbelkeit (mit m\u00f6glichem Erbrechen), Bauchschmerzen (Oberbauchschmerzen), <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/hilfe-bei-durchfall\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Durchfall<\/a>, Hellf\u00e4rbung des Stuhls, Dunkelf\u00e4rbung des Urins, Gelbsucht (Gelbf\u00e4rbung der Augen und\/oder der Haut). Bei einer chronischen Hepatitis C k\u00f6nnen manchmal auch Symptome in anderen K\u00f6rperbereichen auftreten, z.B. Muskel- und Gelenkschmerzen und Juckreiz.<\/p>\n<p>Die Auflistung der hier angef\u00fchrten Anzeichen und Symptome kann unvollst\u00e4ndig sein, zudem kann ein Symptom bei Auftreten harmlos oder Anzeichen f\u00fcr eine andere Erkrankung sein. Auch muss nicht jedes hier angef\u00fchrte Symptom bei Hepatitis C auftreten. Im Zweifelsfall sollte stets das \u00e4rztliche Gespr\u00e4ch gesucht werden.<\/p>\n<h2>Diagnose<\/h2>\n<p>Bei Personen ohne erkennbare Symptome und mit normalen Leberwerten, die kein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr eine HCV-Infektion haben wird kein routinem\u00e4\u00dfiges HCV-Screening empfohlen. Ein Arzt sollte u.a. aufgesucht werden, wenn bestimmte Symptome vorliegen oder wenn man mit dem Blut einer infizierten Person in Ber\u00fchrung gekommen ist und die Bef\u00fcrchtung besteht, dass man sich infiziert hat. Auch Menschen mit intraven\u00f6sem oder intranasalem Drogenkonsum (fr\u00fcher oder aktuell) sollten sich unabh\u00e4ngig von ihren Leberwerten auf HCV untersuchen lassen.<\/p>\n<p>Die Abkl\u00e4rung umfasst eine ausf\u00fchrliche Anamnese, eine k\u00f6rperliche Untersuchung (Untersuchung der Haut und Schleimh\u00e4ute, Tastuntersuchung des Bauches etc.) und Laboruntersuchungen.<\/p>\n<p>Die Blutuntersuchung ist ein wesentlicher Bestandteil der Hepatitis C-Diagnostik. Hierbei werden einerseits die Leberwerte ermittelt, andererseits wird nach Antik\u00f6rpern gegen Hepatitis-C-Viren gesucht. Antik\u00f6rper werden dann gebildet, wenn sich der K\u00f6rper gegen Fremdstoffe wehren muss; ein positives Testergebnis bedeutet, dass der K\u00f6rper mit dem Hepatitis-C-Virus in Kontakt gekommen ist. Im Regelfall sind Antik\u00f6rper nach sieben bis acht Wochen nachweisbar. Der Antik\u00f6rpertest gibt allerdings nicht Aufschluss dar\u00fcber, wann sich der Patient angesteckt hat und ob eine akute oder chronische Hepatitis vorliegt. Bei positivem Testergebnis erfolgt ein direkter Erregernachweis, was bedeutet, dass im Blut nach dem Erbmaterial der Hepatitis-C-Viren (HCV-RNA) gesucht wird. Ferner werden der genaue Genotyp des Erregers und die Viruslast (Konzentration der HCV-RNA) bestimmt. Bei best\u00e4tigter Infektion k\u00f6nnen unter Umst\u00e4nden noch weitere Untersuchungen erforderlich sein, um genaue Hinweise auf den Zustand der Leber zu erhalten (Ultraschalluntersuchung, Leberbiopsie, Elastographie).<\/p>\n<h2>Behandlung<\/h2>\n<p>In einigen F\u00e4llen ist es m\u00f6glich, dass die Infektion innerhalb der ersten sechs Monate von selbst ausheilt. Bei einem chronischen Verlauf kommt es praktisch nie zu einer spontanen Ausheilung, eine chronische Hepatitis C ist nur durch eine antivirale Therapie heilbar.<\/p>\n<p>Eine chronische Hepatitis C muss behandelt werden, da es ansonsten zu schwerwiegenden Folgen, darunter Leberfibrose, Leberzirrhose und Leberkrebs, kommen kann. Ausgegangen wird, dass es nach 20-j\u00e4hrigem Verlauf bei etwa 20 Prozent aller Infizierten*, die keine anderen Begleiterkrankungen haben, zu einer Leberzirrhose kommt. Adipositas, Alkohol, andere Infektionen (z.B. Hepatitis B, HIV) und andere Faktoren k\u00f6nnen die Entwicklung einer Leberzirrhose beschleunigen.<\/p>\n<p>In den vergangenen Jahren wurden im Bereich der Hepatitis-Therapie gro\u00dfe Fortschritte gemacht, wodurch sich die Heilungsraten erheblich verbessert haben. Die Erkrankung gilt als ausgeheilt, wenn das Virus drei Monate nach Ende der Therapie nicht mehr im Blut nachgewiesen werden kann (anhaltendes virologisches Ansprechen).<\/p>\n<p>\u00dcber viele Jahre war die Kombination der beiden Wirkstoffe PEG-Interferon \u03b1 (pegyliertes Interferon-alpha) und Ribavirin (RBV) die Standardtherapie. Allerdings hatte diese Therapie einige Nachteile. Einerseits waren die Heilungsraten weniger befriedigend, andererseits waren Nebenwirkungen h\u00e4ufig und es mussten viele Kontraindikationen (Gegenanzeigen) beachtet werden. Die Entwicklung direkter antiviraler Substanzen (direkt acting antivirals, DDA; Proteasehemmer, Polymerase-Hemmer, NS5A-Hemmer), die bestimmte Schritte im Replikationszyklus des Hepatitis-C-Virus hemmen und die Erreger auf unterschiedliche Weise an der Vermehrung hindern, hat die Therapie entscheidend verbessert.<\/p>\n<p>Die Behandlung erfolgt im Regelfall mit zwei oder drei verschiedenen Wirkstoffen. Durch die neuen Substanzkombinationen wird die Behandlung der chronischen Hepatitis C besser vertr\u00e4glich und effektiver. Bei den meisten Patienten ist es m\u00f6glich, die Erkrankung dauerhaft auszuheilen. Dar\u00fcber hinaus ist auch die Therapiedauer k\u00fcrzer als bei der einstigen Standardtherapie. Wie sich die Therapie genau gestaltet h\u00e4ngt vom HCV-Genotyp, vom Schweregrad der Lebersch\u00e4digung, von etwaigen Begleiterkrankungen und Gegenanzeigen und anderen Faktoren ab.<\/p>\n<p>Neben der medikament\u00f6sen Therapie ist ein gesunder Lebensstil wichtig. Gesunde Ern\u00e4hrung und ausreichend Bewegung wirken sich positiv auf den Heilungsprozess aus, auf Alkohol und Nikotin sollte verzichtet werden. Bereits der geringe bis m\u00e4\u00dfige Konsum von Alkohol kann sich negativ auf die Prognose einer chronischen Hepatitis C auswirken.<\/p>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2424,2448,2457,2481],"tags":[3231,94,1316,707,3230,292,523,428],"class_list":["post-1594","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-hepatologie","category-innere-medizin","category-krankheit","category-virologie","tag-gastroenterologie-u-hepatologie","tag-hepatitis","tag-hepatitis-c","tag-hepatologie","tag-innere-medizin-u-gastroenterologie-u-hepatologie","tag-interne-medizin","tag-leber","tag-leberentzundung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1594","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1594\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9813,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1594\/revisions\/9813"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1595"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1594"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1594"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1594"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}