{"id":15893,"date":"2024-11-20T13:50:40","date_gmt":"2024-11-20T12:50:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/?post_type=article&#038;p=15893"},"modified":"2024-11-20T14:31:30","modified_gmt":"2024-11-20T13:31:30","slug":"hueftschmerzen","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/hueftschmerzen\/","title":{"rendered":"H\u00fcftschmerzen"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-anatomie-der-hufte\"><strong>Anatomie der H\u00fcfte<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Das H\u00fcftgelenk ist ein Kugelgelenk, das sich aus Oberschenkelknochen (<strong>Femur<\/strong>) und einer kn\u00f6chernen Pfanne im Becken (<strong>Acetabulum<\/strong>) zusammensetzt. Die beiden gelenksbildenden Knochenenden sind von Gelenksknorpel \u00fcberzogen, der eine entscheidende Rolle bei der reibungslosen Bewegung des Gelenks spielt. Angrenzend an die kn\u00f6cherne Pfanne gibt es einen weiteren Knorpel bzw. Gelenkslippe, das so genannte <strong>Labrum<\/strong>, welches wichtige Funktionen beim Gelenkserhalt erf\u00fcllt. Nach au\u00dfen folgen weiter: Gelenkskapsel, B\u00e4nder und die kr\u00e4ftige H\u00fcftmuskulatur, bestehend aus H\u00fcftbeugern, &#8211; streckern, Adduktoren und Abduktoren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-ursachen-von-huftschmerzen\"><strong>Ursachen von H\u00fcftschmerzen:<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst einmal m\u00fcssen Schmerzquellen au\u00dferhalb des H\u00fcftgelenks, wie Beschwerden der Lendenwirbels\u00e4ule, des Kreuzdarmbeingelenks oder auch des Kniegelenks als Ursache f\u00fcr einen vermeintlichen H\u00fcftschmerz ausgeschlossen werden. Oft gibt schon das Alter des\/der Betroffenen Aufschluss \u00fcber eine wahrscheinliche Diagnose.<\/p>\n\n\n\n<p>Im fr\u00fchkindlichen Alter werden die Schmerzen aus dem H\u00fcftgelenk h\u00e4ufig auf das Knie projiziert. Bei Kindern und Jugendlichen kommen vor allem Entwicklungsst\u00f6rungen wie ausgepr\u00e4gte <strong>Fehlbildungen <\/strong>oder <strong>Dysplasien <\/strong>in Frage. Seit der Einf\u00fchrung des H\u00fcftultraschalls (in der ersten Lebenswoche und zwischen der 6.und 8. Lebenswoche) im Rahmen der \u00f6sterr. Mutter Kind Pass Untersuchungen in den fr\u00fchen 1990er Jahren, sind sie aber selten eine \u00dcberraschung und werden meist schon sehr fr\u00fch erkannt und ad\u00e4quat behandelt.<sup>1<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Der so genannte <strong>H\u00fcftschnupfen (Coxitis fugax<\/strong>) kann bei Kleinkindern- und Kindern des Grundschulalters nach durchgemachter Infektionserkrankung der Atemwege oder des Darms vor\u00fcbergehend Probleme machen, Bedarf aber nur in Ausnahmef\u00e4llen einer gezielten Therapie. Ernst zu nehmen sind hingegen der <strong>Morbus Perthes<\/strong>, ein Absterben des H\u00fcftkopfes in der gleichen Altersgruppe, oder etwas sp\u00e4ter die <strong>Wachstumsfugenl\u00f6sung<\/strong>, welche als ein orthop\u00e4discher Notfall gilt und in die H\u00e4nde von Spezialist:innen geh\u00f6rt.<sup>2<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Im Erwachsenenalter kommen, je nach Intensit\u00e4t der Auspr\u00e4gung und des Anspruchs der Patient:innen an das H\u00fcftgelenk fr\u00fcher oder sp\u00e4ter, weitere Fehlbildungen durch H\u00fcftschmerzen zum Vorschein. So k\u00f6nnen sowohl ein zu wenig an kn\u00f6cherner \u00dcberdachung der Pfanne (Dysplasie), wie auch ein zu viel an \u00dcberdachung (Pincer Impingement; FAI) zu vorzeitigem Knorpel und Labrumsch\u00e4den f\u00fchren. Auch auf Seite des Oberschenkelknochens kann ein zu viel an Knochen zu einem Konflikt mit der H\u00fcftpfanne in Beugung f\u00fchren (<strong>Cam<\/strong>&#8211; femoroacetabul\u00e4res Impingement, <strong>FAI<\/strong>), was wiederum zun\u00e4chst zu Knorpel- und Labrumsch\u00e4den f\u00fchrt und unbehandelt in weiterer Folge die Entstehung einer vorzeitigen H\u00fcftarthrose beg\u00fcnstigt.<sup>3<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Ebenfalls in dieser Altersgruppe leiden einige Menschen an einem H\u00fcftschnappen, welches in ein internes (<strong>Coxy saltans interna<\/strong>, <strong>Iliopsoas Impingement<\/strong>) oder ein externes Schnappen (<strong>Coxa saltans externa<\/strong>), ausgel\u00f6st durch Reiben des iliotibialen Bandes am Trochanter major, unterteilt werden kann. Wenn dieses Schnappen nicht schmerzhaft ist, muss ihm kein besonderer Krankheitswert zugeordnet werden und ist nicht weiter therapiebed\u00fcrftig.<sup>4<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferhalb der Gelenkskapsel finden sich zahlreiche Muskelans\u00e4tze und Schleimbeutel (Bursa), die in nahezu jeder Altersgruppe zu Problemen f\u00fchren k\u00f6nnen. Entz\u00fcndungen dieser Strukturen k\u00f6nnen isoliert auftreten oder in Kombination mit systemischen Gelenksproblemen (<a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/rheuma\/\">Rheuma<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Die meisten dieser Erkrankungen f\u00fchren unbehandelt zu einer beschleunigten Abnutzung des H\u00fcftgelenks und geh\u00f6ren daher m\u00f6glichst fr\u00fchzeitig vom Experten abgekl\u00e4rt und behandelt. Die <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/arthrose\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Arthrose<\/a> kann jedoch auch prim\u00e4r, also ohne erkennbare Ursache wie Fehlstellungen, Verletzungen oder entz\u00fcndlichen Gelenkerkrankungen auftreten. Ist die <strong>Arthrose <\/strong>erst einmal da, kann in der Regel nur mehr der k\u00fcnstliche Gelenksersatz (H\u00fcft-Prothese) komplette Beschwerdefreiheit schaffen. Er z\u00e4hlt zum Gl\u00fcck zu einer der erfolgreichsten orthop\u00e4dischen Eingriffe, hat aber abn\u00fctzungsbedingt nur eine begrenzte Lebensdauer und sollte daher auch nicht voreilig durchgef\u00fchrt werden.<sup>5<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Unfallbedingte H\u00fcftprobleme treten naturgem\u00e4\u00df in jedem Alter auf. Die <strong>Schenkelhalsfraktur <\/strong>z\u00e4hlt zu einer der h\u00e4ufigsten Knochenbr\u00fcche des fortgeschrittenen Erwachsenenalters. Die Versorgung erfolgt meist durch Stabilisierung mittels Verschraubung (Marknagelung) oder Einbau eines k\u00fcnstlichen H\u00fcftgelenks (Endoprothese) <sup>6<\/sup>. Eine Verrenkung des Gelenks (<strong>Luxation<\/strong>) tritt zum Gl\u00fcck nur sehr selten und nach gr\u00f6\u00dferer Gewalteinwirkung auf.<sup>7<\/sup> Weichteilverletzungen wie Sehnenausrisse k\u00f6nnen leicht \u00fcbersehen werden und zu einem langwierigen Verlauf f\u00fchren. Eine schnelle Abkl\u00e4rung und rasche Therapieeinleitung durch den Experten k\u00f6nnen hier entscheidend sein, um die Verletzung nicht zu \u201everschleppen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-diagnostik\"><strong>Diagnostik<\/strong>:<\/h2>\n\n\n\n<p>Am Anfang der Diagnosefindung steht immer erst das <strong>Anamnesegespr\u00e4ch <\/strong>\u00fcber die bestehenden Symptome, in dem Differenzialdiagnosen oft bereits deutlich eingeschr\u00e4nkt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klassischerweise werden hier folgende Fragen gestellt:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Seit wann bestehen die Beschwerden?<\/li>\n\n\n\n<li>Wodurch werden sie ausgel\u00f6st? <\/li>\n\n\n\n<li>Wo genau sitzt der Schmerz? <\/li>\n\n\n\n<li>Was macht die Symptome schlechter\/besser?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Bei der <strong>klinischen Untersuchung <\/strong>sollten angrenzende Regionen, wie Knie und Lendenwirbels\u00e4ule, immer orientierend mit begutachtet werden, sowie eine h\u00f6hergradige Beinl\u00e4ngendifferenz nicht unbeobachtet bleiben. Ein Hauptaugenmerk der Untersuchung liegt in der \u00dcberpr\u00fcfung des Bewegungsumfangs in allen Ebenen (passiv und aktiv) und m\u00f6glicher Einklemmungsph\u00e4nomene (<strong>Impingementtests<\/strong>). Spezifischere Tests einzelner H\u00fcftfunktionen (Muskelfunktion, Stabilit\u00e4t) geh\u00f6ren ebenfalls untersucht, um das Ausma\u00df der Funktionsst\u00f6rung bestm\u00f6glich bestimmen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-bildgebende-verfahren\"><strong>Bildgebende Verfahren<\/strong>:<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Standardbildgebung ist die <strong>R\u00f6ntgenuntersuchung <\/strong>in mindestens 2 Ebenen. Hier lassen sich von geschulten Untersucher:innen viele Diagnosen best\u00e4tigen oder ausschlie\u00dfen und evtl. bereits Hinweise f\u00fcr Weichteilprobleme finden, die auf dem R\u00f6ntgenbild nicht abgebildet sind. Durch die Digitalisierung der R\u00f6ntgenbilder lassen sich relevante Messungen mit nur wenigen Klicks durchf\u00fchren oder auch Operationen planen. Ob die Untersuchung im Stehen oder Liegen durchgef\u00fchrt werden soll, h\u00e4ngt von der jeweils betrachteten Struktur ab und sollte im Idealfall bei der Zuweisung angegeben werden.<sup>8<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Magnetresonanztomografie (MRT) <\/strong>wird, aufgrund des guten Weichteilkontrastes, oft als erg\u00e4nzende Bildgebungsmethode der Wahl neben dem R\u00f6ntgen eingesetzt. Die Aussagekraft kann jedoch je nach Ger\u00e4t und Einstellungen stark schwanken. Von Patient:innenseite l\u00e4sst sich durch absolutes Stillliegen w\u00e4hrend der Untersuchung ein Beitrag zu besserer Bildqualit\u00e4t leisten. In einigen F\u00e4llen ist die Injektion eines Kontrastmittels in das Gelenk notwendig, um die Aussagekraft der Bilder weiter zu steigern. Die MRT ist aber ansonsten, wenn kein ferromagnetisches Metall im K\u00f6rper implantiert wurde, ein harmloses Verfahren und im Gegensatz zu R\u00f6ntgen und Computertomografie ohne Strahlenbelastung f\u00fcr Patient:innen.<sup>9<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Computertomografie (CT) <\/strong>spielt in der H\u00fcftchirurgie meist eine untergeordnete Rolle, kann aber ebenfalls wichtige Erkenntnisse \u00fcber 3-dimensionale kn\u00f6cherne Verh\u00e4ltnisse oder zur Operationsplanung liefern. In der Unfallchirurgie wird sie gelegentlich zur Diagnosesicherung herangezogen. Besondere Protokolle und moderne Ger\u00e4te erm\u00f6glichen es die unter Umst\u00e4nden hohe Strahlenbelastung zu reduzieren. <sup>9<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem <strong>Ultraschall <\/strong>lassen sich an der H\u00fcfte nur eingeschr\u00e4nkt Aussagen \u00fcber den Gelenkszustand treffen. Eine H\u00fcftgelenksinjektion sollte immer ultraschallunterst\u00fctzt durchgef\u00fchrt werden \u2013 dies gilt als internationaler Goldstandard.<sup>10<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Die Untersuchung von K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten (Blut, Gelenksfl\u00fcssigkeit) im <strong>Labor <\/strong>wird meist zur Abkl\u00e4rung entz\u00fcndlicher Gelenksbeschwerden oder manifester Infektionen verwendet. Bei Verdacht auf das Vorliegen einer Erkrankung des rheumatischen Formenkreises kann dieser durch eine einfache Blutuntersuchung best\u00e4rkt oder entkr\u00e4ftigt werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chliche Gelenksinfektionen treten zum Gl\u00fcck nur sehr selten auf. Die typischen Symptome wie R\u00f6tung, Schwellung, Druckschmerz und Funktionsverlust sind an der H\u00fcfte nur eingeschr\u00e4nkt verwertbar. Eine R\u00f6ntgen oder Ultraschall-gezielte Absaugung von Gelenksfl\u00fcssigkeit zur Analyse im Labor kann hier Aufschluss geben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-behandlungsmoglichkeiten\"><strong>Behandlungsm\u00f6glichkeiten<\/strong>:<\/h2>\n\n\n\n<p>Die schnellste Linderung der Symptome erfolgt in der Regel medikament\u00f6s. Es k\u00f6nnen <strong>Schmerzmittel <\/strong>aus nahezu jeder Substanzklasse zum Einsatz kommen. Am h\u00e4ufigsten werden Medikamente der Gruppe \u201enicht steroidale Antirheumatika\u201c (<strong>NSAR<\/strong>), wie Ibuprofen, Diclofenac, Naproxene etc. eingesetzt, die neben der Schmerzstillung auch einen entz\u00fcndungshemmenden Effekt haben. Insbesondere nach operativen Eingriffen sollten bestimmte Schmerzmittel, neben der Symptomlinderung, auch zur Verhinderung von postentz\u00fcndlichen Verkn\u00f6cherungen (<strong>heterotope Ossifikation<\/strong>) eingenommen werden.<sup>11<\/sup> Bei neu aufgetretenen Beschwerden ohne Unfall, k\u00f6nnen sie in der Regel auch problemlos selbstst\u00e4ndig eingenommen werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Injektionen <\/strong>in und um das H\u00fcftgelenk sind meist die beste Methode um gezielt zu einer schnellen Linderung der Symptome zu kommen. Es kommen daf\u00fcr mehrere Substanzgruppen zum Einsatz. Am h\u00e4ufigsten werden <strong><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/kortison-wirkung-anwendung-und-tipps\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Cortisonpr\u00e4parate<\/a> <\/strong>gemischt mit einem <strong>\u00f6rtlichen Bet\u00e4ubungsmittel <\/strong>verwendet. Hierdurch wird der Schmerz am Ort des Geschehens ausgeschaltet und ein eventueller entz\u00fcndlicher Prozess gelindert. <strong>Hyalurons\u00e4urepr\u00e4parate <\/strong>k\u00f6nnen durch ihren entz\u00fcndungshemmenden und Gelenk schmierenden Effekt l\u00e4ngerfristige Schmerzreduktion erreichen. F\u00e4lschlicherweise werden sie oft als Knorpelaufbaukur bezeichnet, obwohl ein wirklicher Aufbau des Gelenksknorpels leider nicht m\u00f6glich ist. Die Injektion von aufbereitetem, patienteneigenen Blutplasma (platlet rich plasma <strong>PRP<\/strong>) hat ebenfalls die F\u00e4higkeit l\u00e4ngerfristige Schmerzlinderung zu verschaffen. <\/p>\n\n\n\n<p>Hierf\u00fcr wird Patientinnen Blut abgenommen, das Blutplasma isoliert aufbereitet und die im Plasma angereicherten Blutpl\u00e4ttchen (Thrombozyten) mit Wachstumsfaktoren wieder ins Gelenk gespritzt. Damit kann eine zum Teil mehrj\u00e4hrige Beschwerdereduktion erreicht werden. Weil das H\u00fcftgelenk von einem kr\u00e4ftigen Weichteilmantel gesch\u00fctzt ist, sollten H\u00fcftgelenksinfiltrationen durch bildgebende Verfahren wie R\u00f6ntgen oder Ultraschall gest\u00fctzt durchgef\u00fchrt werden, um eine zuverl\u00e4ssige Administration am gew\u00fcnschten Wirkungsort zu garantieren.<sup>12<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Sto\u00dfwellentherapie <\/strong>(ESWT) vermag bei richtiger Indikationsstellung auch beim H\u00fcftgelenk Schmerzen effektiv zu lindern und den Heilungsprozess zu f\u00f6rdern. Die ESWT regt mittels hochenergetischer akustischer Impulse k\u00f6rpereigene Stoffwechselprozesse an, die bei der Heilung von Verletzungen helfen k\u00f6nnen. Besonders erprobt ist sie beim Einsatz von Sehnenansatzerkrankungen (Entheseopathie)13.<\/p>\n\n\n\n<p>Der positive Effekt der <strong>Heilgymnastik<\/strong>\/<strong>Physiotherapie <\/strong>bei H\u00fcftbeschwerden konnte ebenfalls in Studien belegt werden, h\u00e4ngt aber von der jeweiligen Indikation ab und nimmt mit zunehmendem Gelenksverschlei\u00df ab. Ein gut trainierter Muskelmantel um das H\u00fcftgelenk herum steigert die Widerstandskraft vor sch\u00e4digenden Einfl\u00fcssen und kann manche Symptome komplett eliminieren. Nach erfolgter Operation ist die Physiotherapie unverzichtbar bei der Vorbereitung auf Alltagst\u00e4tigkeiten und sportliche Belastungen. Auch bei Schmerzen der Ges\u00e4\u00dfregion (z.B. <strong>deep gluteal pain syndrome DGPS<\/strong>) oder dem Engpasssyndrom im tiefen Ges\u00e4\u00dfbereich (<strong>Piriformis Syndrom<\/strong>) kann eine spezialisierte Krankengymnastik die Beschwerden l\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-chirurgische-behandlung\"><strong>Chirurgische Behandlung:<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Von orthop\u00e4disch chirurgischer Seite wird zwischen <strong>gelenkserhaltender <\/strong>und <strong>gelenkersetzender H\u00fcftchirurgie <\/strong>unterschieden. Wie der Name schon sagt, ist es das Ziel der gelenkserhaltenden H\u00fcftchirurgie die Lebenserwartung des k\u00f6rpereigenen Gelenks zu verl\u00e4ngern, bevor es zu einer zu starken Sch\u00e4digung gekommen ist. In Frage kommen hier vor allem Kamera-gest\u00fctzte Eingriffe (<strong>Arthroskopie<\/strong>) und eine Umstellung der kn\u00f6chernen Anatomie (<strong>Umstellungsosteotomie<\/strong>).<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der <strong>H\u00fcftarthroskopie <\/strong>kann die H\u00fcfte \u00fcber kleine Hautschnitte mit einer Kamera im Gelenk untersucht und gleichzeitig behandelt werden. Es kommen spezielle Instrumente zum Einsatz, die es erm\u00f6glichen ohne gro\u00dfe Operationswunden zu behandeln. Diese Technik kommt insbesondere bei einem H\u00fcftengpasssyndrom (femoroacetabul\u00e4res Impingement; FAI) zum Einsatz, kann aber auch genutzt werden, um freie Gelenksk\u00f6rper zu bergen, wie etwa bei der <strong>synovialen Chondromatose<\/strong>. Die rein arthroskopische Technik bringt, neben kosmetisch ansprechenderem Ergebnis, den gro\u00dfen Vorteil von sehr geringen postoperativen Beschwerden. Die Patient:innen k\u00f6nnen das Krankenhaus fast immer innerhalb der ersten 24h wieder verlassen. Um das operierte Gewebe zu sch\u00fctzen, sollten nach der Operation f\u00fcr einige Wochen St\u00fctzkr\u00fccken verwendet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn eine ausgepr\u00e4gte Entwicklungsst\u00f6rung wie eine Minder\u00fcberdachung des H\u00fcftgelenks (Dysplasie) oder Fehlstellung des Oberschenkelknochens vorliegt (z.B. Coxa vara\/valga) kann nur eine Umstellung des Knochens (Osteotomie) helfen, um einen vorzeitigen Gelenksverschlei\u00df zu verhindern. Diese Eingriffe sollten m\u00f6glichst fr\u00fch nach eintreten kn\u00f6cherner Reife und vor Eintreten von Gelenksabnutzung durchgef\u00fchrt werden, da auch sie die bereits manifeste Arthrose nicht mehr r\u00fcckg\u00e4ngig machen k\u00f6nnen. Diese Eingriffe werden nur an ausgewiesenen Zentren durchgef\u00fchrt, da ein hohes Ma\u00df an Expertise notwendig ist. Nach erfolgreicher Operation k\u00f6nnen H\u00fcftbeschwerden oft f\u00fcr Jahrzehnte wieder ausbleiben.<sup>14<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Ist das Gelenk erst einmal stark gesch\u00e4digt l\u00e4sst sich die Beweglichkeit und Lebensqualit\u00e4t meist nur durch den Einsatz einer <strong>Gelenkstotalendoprothese <\/strong>(<strong>TEP<\/strong>) wieder herstellen. Diese Operation sollte in so sp\u00e4tem Lebensalter wie m\u00f6glich erfolgen, da auch die Ersatzkomponenten einer nat\u00fcrlichen Abnutzung unterliegen. Bei der Implantation der TEP werden abgenutzte Gelenksanteile durch k\u00fcnstlich hergestellte Implantate ersetzt. <\/p>\n\n\n\n<p>Aktuelle Operationsmethoden erm\u00f6glichen mit immer kleineren Hautschnitten zu arbeiten und nur wenig Knochen zu entfernen. Ziel ist die m\u00f6glichst genaue Wiederherstellung der urspr\u00fcnglichen gesunden Gelenksverh\u00e4ltnisse und -funktionen. Bereits vor der Operation wird daher anhand von R\u00f6ntgenbildern ein genauer Plan erstellt mit welchen Implantaten dieser Zustand erreicht werden kann. So k\u00f6nnen \u00dcberraschungen w\u00e4hrend der Operation verhindert und Abl\u00e4ufe optimiert werden. Die postoperative R\u00f6ntgenkontrolle erfolgt meist noch direkt im Operationssaal zur Best\u00e4tigung des Operationserfolges. Nach der Operation sind f\u00fcr Patient:innen k\u00f6rperliche Schonung und Teilbelastung des operierten Beines einzuhalten, um ein optimales Einheilen der Implantate zu erm\u00f6glichen. Wenige Wochen nach der Operation ist bereits mit einer Normalisierung des Gangbildes zu rechnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-pravention-von-huftschmerzen\"><strong>Pr\u00e4vention von H\u00fcftschmerzen:<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ein wichtiger Schritt zur Reduktion von H\u00fcftschmerzen wurde in den fr\u00fchen 1990ern durch Integration des H\u00fcftultraschalls im Rahmen der Mutter-Kind-Pass Untersuchungen gesetzt. Hierdurch wurde ein fr\u00fchkindliches Screening eingef\u00fchrt, wodurch vielen Menschen mit wachstumslenkenden Ma\u00dfnahmen\/Bandagen anstelle von Operationen behandelt werden konnten. Fr\u00fchzeitiges Wissen um eigene Konstitution und Risikofaktoren erm\u00f6glicht zielgerichtete Pr\u00e4vention.<\/p>\n\n\n\n<p> Denn was f\u00fcr den einen gesundheitsf\u00f6rdernd sein mag, kann beim n\u00e4chsten Schmerzen ausl\u00f6sen. Jeglicher Schmerz bei der Bewegung oder in Ruhe geh\u00f6rt daher abgekl\u00e4rt und untersucht. Dies soll nicht zu Unt\u00e4tigkeit verleiten, denn selbst im arthrotischen Gelenk vermag regelm\u00e4\u00dfige Bewegung ohne gro\u00dfe Belastung mittelfristig die Schmerzen zu senken und die Mobilit\u00e4t zu erh\u00f6hen. Als besonders gelenksschonende Sportarten gelten zum Beispiel Schwimmen, Radfahren und Yoga. Weiters kann durch die Vermeidung schwerer Lasten und Optimierung des K\u00f6rpergewichtes eine Symptomreduktion erzielt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser medizinischer Experte f\u00fcr diesen Artikel ist Dr. Falko Dahm. Mehr Informationen zu Dr. Dahm finden Sie <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/orthopaede\/1190-wien\/dr-falko-dahm\">hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"author":56,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"[]"},"categories":[2446],"tags":[120,925,121],"class_list":["post-15893","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-orthopaedie","tag-hufte","tag-huftgelenk","tag-orthopadie"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/15893","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/56"}],"version-history":[{"count":23,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/15893\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15920,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/15893\/revisions\/15920"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15898"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15893"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15893"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15893"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}