{"id":1346,"date":"2024-09-20T11:16:18","date_gmt":"2024-09-20T09:16:18","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/stress-definition-ursache-stressbewaeltigung\/"},"modified":"2025-03-04T09:07:13","modified_gmt":"2025-03-04T08:07:13","slug":"stress-definition-ursache-stressbewaltigung","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/stress-definition-ursache-stressbewaltigung\/","title":{"rendered":"Stress \u2013 Symptome, Ursachen und Bew\u00e4ltigung"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-was-ist-stress\">Was ist Stress?<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Wort \u201cStress\u201d ist in unserer Gesellschaft eindeutig negativ belegt. Dabei sind Stressreaktionen eine <strong>nat\u00fcrliche und wichtige Funktion unseres K\u00f6rpers<\/strong>, die uns an vielen Stellen sogar hilft! Er sorgt daf\u00fcr, dass wir unsere F\u00e4higkeiten und Fertigkeiten weiterentwickeln, treibt uns an und sch\u00fctzt uns bei Gefahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die vermehrte Aussch\u00fcttung von Adrenalin beschleunigt sich unser Blutkreislauf, die Hirndurchblutung nimmt zu, die Bronchien weiten sich und nehmen mehr Sauerstoff auf, die Muskeln erhalten mehr N\u00e4hrstoff, und k\u00f6rperliche und geistige Kr\u00e4fte werden aktiviert. So k\u00f6nnen wir Herausforderungen und Bedrohungen besser meistern. Grunds\u00e4tzlich ist das <strong>Stresssystem unseres K\u00f6rpers also sehr n\u00fctzlich, doch es kommt auf die konkrete Situation und unseren Umgang mit Stress an!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Man unterscheidet zwischen <strong>positivem Eustress und negativem Distress<\/strong>. Ersterer entsteht zum Beispiel bei gro\u00dfer Freude, angenehmer Aufregung oder der Erwartung eines erhofften Ereignisses. Er verleiht uns zus\u00e4tzliche Energie, Motivation und f\u00fchlt sich gut an. Zudem bleibt er in der Regel nicht lange bestehen und kann uns daher kaum belasten. Ist Eustress jedoch dauerhaft, kann auch er zu einem Problem werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Distress <\/strong>hingegen ist die <strong>unerw\u00fcnschte Variante, die mit unangenehmen Emotionen einhergeht und uns sogar krankmachen kann, wenn der Abbau nicht gelingt. <\/strong>Wir erleben Distress zum Beispiel aufgrund von Sorgen, \u00c4ngsten, Termindruck und \u00dcberforderung bei der Arbeit oder im Privatleben. Solche Belastungen sind in unserer modernen Welt so h\u00e4ufig anzutreffen, dass automatisch diese Stressform gemeint ist, wenn der Begriff Stress verwendet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Grenzen zwischen beiden Varianten sind flie\u00dfend und h\u00e4ngen unter anderem von der jeweiligen Person ab: W\u00e4hrend ein Mensch auch in schwierigen Situationen gelassen bleibt und seinen F\u00e4higkeiten vertraut, verliert ein anderer vielleicht schon deutlich fr\u00fcher die Zuversicht und f\u00fchlt sich gestresst. Hierbei spielen unterschiedlichste Faktoren eine Rolle.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-verlauf-einer-stressreaktion-so-kommt-es-zu-stress-symptomen\">Verlauf einer Stressreaktion \u2013 so kommt es zu Stress-Symptomen<\/h2>\n\n\n\n<p>Bei einer<strong> Stressbelastung reagieren verschiedene Organe und Systeme<\/strong>, um den Sympathikus zu aktivieren und unseren K\u00f6rper in Alarmbereitschaft zu setzen. Es beginnt mit der Hypophyse, dem zentralen Steuerorgan unseres Nervensystems. Dieses signalisiert den Nebennieren, Adrenalin und Noradrenalin auszusch\u00fctten.<\/p>\n\n\n\n<p>Blutdruck, Puls und Muskelaktivit\u00e4t steigen, gleichzeitig sinkt die K\u00f6rpertemperatur, die Verdauung und Darmt\u00e4tigkeit verlaufen langsamer, Triebe wie Hunger oder sexuelle Lust werden gehemmt. Der K\u00f6rper konzentriert sich also auf die jetzt wichtigsten Funktionen und f\u00e4hrt andere Aufgaben herunter.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurze Zeit nach der Adrenalinaussch\u00fcttung wird das<strong> Stresshormon Cortisol<\/strong> aktiv. Es sch\u00fctzt uns vor den Folgen einer zu langen Aktivierung durch Adrenalin und sorgt gleichzeitig f\u00fcr eine erh\u00f6hte Wachsamkeit. Als Gegenspieler kommt das Hormon DHEA zum Einsatz &#8211; es reguliert das Stresssystem und verhindert eine \u00dcberreaktion. Gut zu wissen: F\u00fcr Messungen des Stressniveaus zieht man die Cortisolkonzentration im Speichel heran, da Adrenalin deutlich schwerer zu erfassen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Zuge einer nat\u00fcrlichen Stressreaktion ger\u00e4t der K\u00f6rper in einen <strong>Zustand erh\u00f6hter Aktivit\u00e4t, ist leistungsbereit und wachsam <\/strong>&#8211; eigentlich also ein positiver Prozess! Wichtig ist jedoch, dass die aufgebaute Spannung zeitnah zur\u00fcckgefahren wird. Andernfalls w\u00fcrde kontinuierlich Cortisol ausgesch\u00fcttet werden, was f\u00fcr erhebliche Komplikationen sorgen kann. <strong>Auch, wenn Stress zun\u00e4chst positiv erscheint, ein \u00dcberma\u00df kann krank machen!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-stress-symptome-rechtzeitig-erkennen\"><a><\/a> Stress-Symptome rechtzeitig erkennen<\/h2>\n\n\n\n<p>Eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Stressbelastung <strong>kann K\u00f6rper und Geist auf vielf\u00e4ltige Arten schaden. <\/strong>Umso wichtiger ist es daher, Stress-Symptome rechtzeitig zu erkennen und f\u00fcr Entlastung zu sorgen. Typische Warnsignale umfassen:<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-korperliche-symptome\"><strong>K\u00f6rperliche Symptome:<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Herzklopfen\/Herzstiche<\/li>\n\n\n\n<li>Engegef\u00fchl in der Brust und Atembeschwerden<\/li>\n\n\n\n<li>Ein- und Durchschlafst\u00f6rungen, chronische M\u00fcdigkeit<\/li>\n\n\n\n<li>Verdauungsbeschwerden und Magenschmerzen<\/li>\n\n\n\n<li>Appetitlosigkeit<\/li>\n\n\n\n<li>Sexuelle Funktionsst\u00f6rungen<\/li>\n\n\n\n<li>Muskelverspannungen<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/kopfschmerzen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kopfschmerzen<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>R\u00fcckenschmerzen<\/li>\n\n\n\n<li>Kalte H\u00e4nde\/F\u00fc\u00dfe<\/li>\n\n\n\n<li>Starkes Schwitzen<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-emotionale-und-kognitive-symptome\"><strong>Emotionale und kognitive Symptome:<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Nervosit\u00e4t\/innere Unruhe<\/li>\n\n\n\n<li>Gereiztheit, \u00c4rgergef\u00fchle, Aggression<\/li>\n\n\n\n<li>Angstgef\u00fchle, Versagens\u00e4ngste<\/li>\n\n\n\n<li>Unzufriedenheit\/Unausgeglichenheit<\/li>\n\n\n\n<li>Lustlosigkeit (auch sexuell)<\/li>\n\n\n\n<li>Verringerte Konzentrationsf\u00e4higket<\/li>\n\n\n\n<li>Vergesslichkeit<\/li>\n\n\n\n<li>Innere Leere, reduziertes Sozialleben<\/li>\n\n\n\n<li>Emotionale K\u00e4lte<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-stressfolgen\"><a><\/a> Stressfolgen<\/h2>\n\n\n\n<p>Sind wir langfristig hohen Stressmengen ausgesetzt und fehlt es an Erholungsphasen, kann es zu <strong>erheblichen Belastungen und negativen gesundheitlichen Folgen <\/strong>kommen. Vereinfacht ausgedr\u00fcckt \u00fcberfordert der Zustand st\u00e4ndiger Alarmbereitschaft unseren Organismus.<\/p>\n\n\n\n<p>Erste Stress-Symptome entwickeln sich dann zu handfesten Komplikationen, bestehende Erkrankungen k\u00f6nnen sich verschlimmern und neue Krankheiten entstehen. <strong>Die m\u00f6glichen Folgen von Dauerstress umfassen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Geschw\u00e4chtes Immunsystem<\/strong>: zeigt sich durch Symptome wie verringerte Abwehr von Infektionserkrankungen, h\u00e4ufige Infekte (z.B. <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/grippaler-infekt-erkaeltung-verkuehlung-akute-rhinopharyngitis\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Erk\u00e4ltungen<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/grippe-influenza\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Grippe<\/a>), ung\u00fcnstigen Verlauf anderer Erkrankungen und mehr<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Gehirn<\/strong>: Symptome umfassen eingeschr\u00e4nkte Leistungsf\u00e4higkeit, verringerte Ged\u00e4chtnisfunktion oder Konzentrationsst\u00f6rungen<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Herz-Kreislauf<\/strong>: <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/bluthochdruck\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bluthochdruck<\/a>, erh\u00f6htes <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/herzinfarkt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Herzinfarkt<\/a>&#8211; und <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/schlaganfall\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Schlaganfallrisiko<\/a> und mehr<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Stoffwechsel<\/strong>: Erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/diabetes\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Diabetes mellitus<\/a> oder erh\u00f6hter <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/cholesterin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Cholesterinspiegel<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Verdauungsorgane<\/strong>: <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/hilfe-bei-durchfall\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Durchfall<\/a>,<a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/verstopfung-ursachen-erkennen-und-loswerden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Verstopfung<\/a>, Magen-Darm-Geschw\u00fcre, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/reizdarmsyndrom\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Reizdarm<\/a>, Magenschleimhautentz\u00fcndung, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/morbus-crohn\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Morbus Crohn<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/colitis-ulcerosa\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Colitis Ulcerosa<\/a> \u2026<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Sinnesorgane<\/strong>: Ohrger\u00e4usche, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/tinnitus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Tinnitus<\/a>, H\u00f6rsturz und mehr<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Sexualit\u00e4t<\/strong>: Zyklusst\u00f6rungen, Impotenz oder Unfruchtbarkeit<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Psychische Erkrankungen:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/burnout-die-vielen-facetten-des-ausgebranntseins\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Burnout<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/depression-symptome-ursachen-selbsthilfe\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Depressionen<\/a> sowie die Entstehung oder Verschlimmerung einer Suchterkrankung k\u00f6nnen die Folgen sein<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Appetitverlust<\/strong>: Cortisol reduziert unser Hungergef\u00fchl und kann so Appetitverlust und Gewichtsreduktion ausl\u00f6sen<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Gewichtszunahme<\/strong>: Stress kann die Kalorienaufnahme aus der Nahrung steigern und so zur Bildung von Fettgewebe beitragen. Je nach individueller Veranlagung ist also auch eine Gewichtszunahme m\u00f6glich<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Die emotionale Erregung <strong>beeinflusst auch unseren Schlaf<\/strong>: Der Bedarf und die Qualit\u00e4t k\u00f6nnen unter langfristigem Distress leiden. Vor\u00fcbergehende Schlafst\u00f6rungen durch positiven Eustress, zum Beispiel bei Vorfreude auf eine Geburt, Verliebtheit, Hochzeit und kurzfristige Belastungen wie Angst vor einer Pr\u00fcfung oder einem Arztbesuch gelten als harmlos. Anders sieht es bei lang andauernden Ver\u00e4nderungen im Schlafrhythmus aus. Schlafschwierigkeiten, verursacht durch chronischen Stress, gehen oftmals mit weiteren Symptomen wie Gereiztheit, M\u00fcdigkeit, Lustlosigkeit und Lethargie einher.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-vorubergehende-belastung-oder-chronischer-stress\">Vor\u00fcbergehende Belastung oder chronischer Stress?<\/h2>\n\n\n\n<p>Stress ist ein nat\u00fcrlicher Bestandteil unseres Lebens und somit nicht automatisch schlecht. Jeder Mensch kommt im Alltag, bei der Arbeit oder im privaten Umfeld mit Herausforderungen in Verbindung. Unsere Stressreaktion hilft uns, sie zu \u00fcberwinden. Anschlie\u00dfend f\u00e4hrt das Stresssystem herunter und wir erholen uns von der Anstrengung.<\/p>\n\n\n\n<p>Sind die <strong>Herausforderungen jedoch so h\u00e4ufig und schwer<\/strong>, dass dieser Erholungsprozess nicht mehr stattfinden kann, oder k\u00f6nnen wir aus anderen Gr\u00fcnden <strong>nicht \u201cabschalten\u201d<\/strong>, kann es zu Belastungen kommen. H\u00e4lt dieser Zustand bereits seit Wochen, Monaten oder gar Jahren an, spricht man von<strong> chronischem Stress.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Betroffene erleben in der Regel eine <strong>Vielzahl von k\u00f6rperlichen und psychischen Symptomen. <\/strong>Dazu z\u00e4hlen etwa M\u00fcdigkeit, Schlafst\u00f6rungen, Muskelschmerzen, Nervosit\u00e4t, Depressionen, Konzentrationsschwierigkeiten oder ein Gef\u00fchl von Hilflosigkeit und \u00dcberforderung. Die dauerhafte Stressbelastung ohne n\u00f6tigen Ausgleich gilt als Hauptursache f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/burnout-die-vielen-facetten-des-ausgebranntseins\/\">Burnout<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Folge sind<strong> negative Auswirkungen auf das Privat- und Berufsleben<\/strong> der Betroffenen, eine verringerte Lebensqualit\u00e4t und h\u00f6here Risiken f\u00fcr Folgeerkrankungen.<strong> Sollten Sie sich dauerhaft gestresst und \u00fcberlastet f\u00fchlen, ist der Besuch bei einem Arzt, einer Psychologin oder einer Psychotherapeutin daher zu empfehlen!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-so-wird-stress-ausgelost\"><a><\/a> So wird Stress ausgel\u00f6st<\/h2>\n\n\n\n<p>Viele Dinge k\u00f6nnen uns stressen &#8211; Formulierungen wie \u201cdas stresst mich\u201d oder \u201cich habe gerade Stress\u201d sind nicht ohne Grund so h\u00e4ufig zu h\u00f6ren! Welche <strong>Ausl\u00f6ser<\/strong> eine Stressreaktion erzeugen und wie stark diese ausf\u00e4llt, <strong>h\u00e4ngt letztlich von der betroffenen Person ab.<\/strong> Faktoren wie die pers\u00f6nliche Einstellung, Erfahrungen und Erziehung, das Umfeld und nat\u00fcrlich die verf\u00fcgbaren \u201cGegenma\u00dfnahmen\u201d spielen eine zentrale Rolle. Man kann jedoch typische Stressoren (Stressausl\u00f6ser) anhand der Herkunft unterscheiden:<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-innere-stressoren\">Innere Stressoren<\/h3>\n\n\n\n<p>Typische Stressoren sind oft Dinge, die mit unseren <strong>Gedankenmustern, Glaubensgrunds\u00e4tzen, Lebenseinstellungen, Meinungen und mehr zu tun haben.<\/strong> Diese internen Ursachen umfassen alles, was sich im eigenen Kopf und unserem Gef\u00fchlsleben abspielt. Typische Beispiele sind etwa das Setzen zu hoher Erwartungen, die Unf\u00e4higkeit, Nein zu sagen, \u00fcbertriebene Hilfsbereitschaft, Frustration durch unerf\u00fcllte Erwartungen und W\u00fcnsche oder einfach das Ignorieren der eigenen Bed\u00fcrfnisse.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-aussere-stressoren\"><a><\/a>\u00c4u\u00dfere Stressoren<\/h3>\n\n\n\n<p>Die<strong> \u00e4u\u00dferen Ausl\u00f6ser<\/strong> stehen oft au\u00dferhalb unseres Einflusses. Dazu z\u00e4hlen zum Beispiel L\u00e4rm, Verkehrsstau, lange Wartezeiten, schlechtes Wetter, Zeit- und Termindruck (am Arbeitsplatz oder im Privatleben), \u00c4rger mit Kolleg:innen, Kritik, unfreundliche Kund:innen oder zu viel Arbeit und zu schwierige Aufgabenstellungen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-stress-bekampfen\"><a><\/a> Stress bek\u00e4mpfen<\/h2>\n\n\n\n<p>Stressreaktionen lassen sich nie v\u00f6llig vermeiden. Wir k\u00f6nnen jedoch <strong>Stressoren in unserem Alltag reduzieren und die bereits entstandenen Belastungen durch Entspannung wieder abbauen. Dazu stehen eine Reihe von Methoden zur Verf\u00fcgung:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Zeitweilig auftretende Stress-Symptome k\u00f6nnen manchmal mit rein <strong>pflanzlichen Arzneimitteln<\/strong> gut behandelt werden. Rosenwurz (Rhodiola rosea), eine Heilpflanze, die in H\u00f6hen von 4.500 m zu finden ist, kommt daf\u00fcr traditionell zum Einsatz. Es handelt sich um ein Adaptogen, das das neuroendokrine System beeinflusst. Rosenwurz kommt seit langem bei Stress-Symptomen zum Einsatz und kann Stressresistenz st\u00e4rken und f\u00fcr Gelassenheit sorgen. Nicht geeignet ist die Pflanze f\u00fcr Schwangere, Stillende und Kinder unter 18 Jahren. Auch bei Manie und starker Unruhe sollte sie nicht eingesetzt werden.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Bewegung<\/strong>: K\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t hilft uns dabei, Belastungen abzubauen. Sport ist daf\u00fcr ideal, aber auch ein Spaziergang kann bereits ausreichen. Durch die Bewegung k\u00f6nnen wir Effekte vergangener Stressmomente abbauen, uns auf neue Herausforderungen vorbereiten und einfach abschalten. Vor allem Personen, die sitzend arbeiten, profitieren von Bewegung, da sie ein willkommenes Gegengewicht zum Arbeitsalltag darstellt.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Planung und Zeitmanagement<\/strong>: Sich seine Zeit richtig einzuteilen, klappt nicht \u201ceinfach so\u201d, sondern ist eine F\u00e4higkeit, die man zum Beispiel in Kursen erlernen kann. Durch eine bessere Planung und Organisation k\u00f6nnen Sie eventuell wertvolle Zeit freimachen, die Sie wiederum zur Entspannung nutzen k\u00f6nnen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Pausen genie\u00dfen<\/strong>. Nutzen Sie Ihre Auszeiten bewusst und in einer Weise, die Ihnen am besten zusagt. Ein Umgebungswechsel, zum Beispiel durch einen Spaziergang im Freien, kann dabei helfen, das meiste aus den Ruhezeiten herauszuholen. Liegen Sie hingegen lieber auf dem Sofa und sehen fern, ist das auch v\u00f6llig okay &#8211; es gibt keine falsche Entspannung!<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Guter Schlaf<\/strong>. Passende Schlafhygiene und ausreichend Ruhezeiten helfen dabei, den Stress des Alltags abzubauen. Lassen Sie den Abend ruhig ausklingen, schalten Sie alle Bildschirme rechtzeitig ab und schlafen Sie in einem dunklen, k\u00fchlen Raum, um ideale Ergebnisse zu erzielen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Probleme finden<\/strong>. Versuchen Sie, die Stressoren in Ihrem Leben zu entdecken. Oft sto\u00dfen Sie dabei auf Faktoren, die Sie zun\u00e4chst gar nicht erwartet h\u00e4tten. Ein \u201cStresstragebuch\u201d kann Ihnen dabei helfen, die Ausl\u00f6ser festzustellen. Anschlie\u00dfend geht es darum, diese Punkte so gut wie m\u00f6glich zu minimieren oder so zu ver\u00e4ndern, dass keine Belastung mehr entsteht.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Entspannungstechniken erlernen<\/strong>. Yoga, progressive Muskelentspannung, Meditationstechniken, Mindfulness, autogenes Training \u2026 eine lange Liste von Entspannungstechniken steht zur Verf\u00fcgung. Sie k\u00f6nnen diese zum Beispiel in Kursen oder durch die Hilfe von Spezialist:innen erlernen und in Ihren Alltag integrieren.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Hobbys und Besch\u00e4ftigungen<\/strong>. Wenn Sie beruflich stark beansprucht sind, kann ein Hobby als Ausgleich helfen. Auf den ersten Blick mag eine weitere Aktivit\u00e4t in Ihrem vollen Terminkalender kontraproduktiv wirken; Tats\u00e4chlich kann aber eine T\u00e4tigkeit, die Ihnen wirklich Freude bereitet, Entlastung schaffen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Schenken Sie sich selbst ein L\u00e4cheln<\/strong>. Versuchen Sie, manche Dinge mit einer gesunden Portion Humor zu sehen. Lachen macht uns weniger anf\u00e4llig f\u00fcr Stress.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Entspannung einplanen<\/strong>. Lassen Sie bei Ihrer Terminplanung gen\u00fcgend Zeit f\u00fcr Hobbys, Aktivit\u00e4ten oder einfach mal Nichtstun. Sie m\u00fcssen nicht immer ausgebucht sein und haben sich das Faulenzen redlich verdient! Zudem bleibt so gen\u00fcgend Puffer f\u00fcr unerwartete Ereignisse oder wenn andere Termine einmal l\u00e4nger dauern.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Tief durchatmen<\/strong>. Einer der einfachsten und am h\u00e4ufigsten geh\u00f6rten Tipps wirkt mitunter am besten. In Stresssituationen flacht unsere Atmung ab und verst\u00e4rkt dadurch die Symptome. Tiefe Bauchatmung hilft uns, mehr Sauerstoff aufzunehmen und uns so zu entspannen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Treffen Sie sich mit guten Freund:innen<\/strong>. Vertraute Menschen heben die Stimmung und bringen uns nach einem anstrengenden Arbeitstag auf andere Gedanken.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Ern\u00e4hren Sie sich ausgewogen. <\/strong>Eine abwechslungsreiche Ern\u00e4hrung stellt sicher, dass unser K\u00f6rper alle wichtigen N\u00e4hrstoffe erh\u00e4lt. Das macht uns widerstandsf\u00e4higer und l\u00e4sst uns Stresssituationen besser meistern. Eine einseitige Ern\u00e4hrung hat hingegen den gegenteiligen Effekt und kann verschiedene Probleme noch verschlimmern!<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Strukturieren Sie Ihren Tag sinnvoll.<\/strong> Dazu z\u00e4hlt zum Beispiel, nicht schon am Morgen durch Termindruck und Co. in Stress zu verfallen. Lassen Sie sich stattdessen Zeit f\u00fcr ein entspanntes Fr\u00fchst\u00fcck und einen ruhigen Start in den Tag.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Aufgaben abtreten und \u201cNein\u201d sagen<\/strong>. Sie m\u00fcssen nicht alles selbst meistern! Geben Sie Aufgaben im Beruf oder Privatleben an andere ab. Ist dies nicht m\u00f6glich, ist \u201cNein\u201d das hilfreichste Wort f\u00fcr weniger Stress!<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Bitten Sie um Hilfe<\/strong>. Nehmen die Belastungen \u00fcberhand, ist es h\u00f6chste Zeit, um Hilfe zu bitten. Sie werden feststellen, dass Ihnen Ihr Umfeld gern zur Seite steht und Sie unterst\u00fctzt! K\u00f6nnen Sie trotz allem dem st\u00e4ndigen Stress nicht entkommen, kann professionelle Hilfe durch einen Therapeuten oder eine Therapeutin sinnvoll sein.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-behandlungsmoglichkeiten-bei-stress-symptomen\"><a><\/a> Behandlungsm\u00f6glichkeiten bei Stress-Symptomen<\/h2>\n\n\n\n<p>Langfristige Stressbelastung kann krankmachen. Gelingt Betroffenen der Stressabbau nicht eigenst\u00e4ndig, ist<strong> professionelle Hilfe empfehlenswert.<\/strong> Erste Anlaufstelle daf\u00fcr k\u00f6nnen <strong><a href=\"\/suche\/praktischer-arzt\">Haus\u00e4rzt:innen<\/a>, Therapeut:innen oder <a href=\"\/suche\/psychiater\">Psycholog:innen <\/a><\/strong>sein. In einem ersten Gespr\u00e4ch werden dort Ursachen und Symptome ergr\u00fcndet und die weitere Vorgehensweise abgesprochen.<\/p>\n\n\n\n<p>In einer <strong>Stresstherapie erlernen die Patient:innen Techniken, um Stressbelastungen besser auszuhalten <\/strong>(Resilienz). Dazu z\u00e4hlen unter anderem Ver\u00e4nderungen in der pers\u00f6nlichen Einstellung und dem Verhalten. Gelernte Verhaltensmuster sitzen jedoch meist tief, sodass eine Therapie einiges an Zeit erfordern kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Schwerpunkt ist das <strong>effektive Entspannen<\/strong>. Hierzu werden in der Regel verschiedene Techniken (autogenes Training, Mindfulness, kognitive Stressbew\u00e4ltigung, Thai Chi \u2026) vermittelt, deren Lehren anschlie\u00dfend in den Alltag \u00fcbernommen werden sollten. Welche Methode am besten geeignet ist, h\u00e4ngt stark von der jeweiligen Person ab. Auch ein Mix aus unterschiedlichen Formen ist denkbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Praktische Anleitungen, wie etwa Zeitmanagement oder Kurse zu gesunder Ern\u00e4hrung, k\u00f6nnen ebenfalls Teil eines Therapieansatzes sein. Je nach Bedarf werden weitere Expert:innen hinzugezogen, um zum Beispiel k\u00f6rperliche Symptome zu behandeln. Bei einer schweren Belastung oder chronischem Stress kann ein Klinikaufenthalt oder ein l\u00e4ngerer Krankenstand notwendig sein, um ein Fortschreiten der Stressbelastung zu verhindern.<\/p>\n","protected":false},"author":16,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,5,2457,7,2444,2413,3115],"tags":[108,813,146,413,239],"class_list":["post-1346","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-familie","category-krankheit","category-leben","category-psychiatrie","category-psychologie","category-reizdarmsyndrom","tag-allgemeinmedizin","tag-leben","tag-psychiatrie-und-psychotherapeutische-medizin","tag-psychologie","tag-stress"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1346","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1346\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16305,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1346\/revisions\/16305"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8818"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1346"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1346"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1346"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}