{"id":13366,"date":"2023-12-05T14:34:50","date_gmt":"2023-12-05T13:34:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/?post_type=article&#038;p=13366"},"modified":"2023-12-05T14:39:08","modified_gmt":"2023-12-05T13:39:08","slug":"generalisierte-angststoerung","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/generalisierte-angststoerung\/","title":{"rendered":"Generalisierte Angstst\u00f6rung"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-was-ist-eine-generalisierte-angststorung\">Was ist eine generalisierte Angstst\u00f6rung?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die generalisierte Angstst\u00f6rung (GAS, englisch Generalized Anxiety Disorder &#8211; GAD) ist eine h\u00e4ufige und schwerwiegende psychische Erkrankung, die zu den <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/angststoerungen-was-ist-das-welche-formen-gibt-es\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Angstst\u00f6rungen <\/a>z\u00e4hlt. Im Gegensatz zu anderen Angstst\u00f6rungen, wie beispielsweise Phobien, bei denen die Angst auf bestimmte Objekte oder Situationen begrenzt ist, steht bei der generalisierten Angst\u00f6rung nicht eine bestimmte Angst im Vordergrund. Stattdessen handelt es sich um anhaltende, \u00fcbertriebene und unrealistische Sorgen und \u00c4ngste, die sich auf viele verschiedene allt\u00e4gliche Aspekte des Lebens erstrecken \u2013 und das selbst dann, wenn es keinen offensichtlichen Grund zur Besorgnis gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Des Weiteren unterscheidet sich die generalisierte Angstst\u00f6rung von anderen Angstst\u00f6rungen wie <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/panikattacken-und-panikstoerung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Panikattacken <\/a>und Panikst\u00f6rung insofern, dass die \u00c4ngste nicht pl\u00f6tzlich auftreten und wieder verschwinden, sondern chronisch sind und h\u00f6chstens in ihrer Intensit\u00e4t schwanken. Betroffene k\u00f6nnen sich in der Regel nur kurzfristig von den \u00c4ngsten ablenken oder distanzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00c4ngste k\u00f6nnen sich auf reale Gefahren beziehen, wie die Sorge vor einem Verkehrsunfall, aber die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas passiert, wird oft stark \u00fcberbewertet, und die Vorstellungen \u00fcber die negativen Konsequenzen sind drastisch.<\/p>\n\n\n\n<p>In vielen F\u00e4llen dehnen sich diese \u00c4ngste auf verschiedene Lebensbereiche aus, sodass sie auch finanzielle, berufliche, famili\u00e4re, gesundheitliche und allgemeine zuk\u00fcnftige Aspekte betreffen. Oftmals k\u00f6nnen Betroffene nicht einmal genau benennen, wovor sie sich konkret f\u00fcrchten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres charakteristisches Merkmal der generalisierten Angstst\u00f6rung ist das Entwickeln von Vermeidungsverhalten. Das bedeutet, dass Betroffene tendieren, Aktivit\u00e4ten oder Situationen, die sie als bedrohlich empfinden, aufzuschieben oder zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Begleitet werden die \u00c4ngste von einer anhaltenden k\u00f6rperlichen Anspannung sowie weiteren typischen k\u00f6rperlichen Anzeichen der Angst.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie h\u00e4ufig ist die generalisierte Angstst\u00f6rung?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Angstst\u00f6rungen z\u00e4hlen zu den am h\u00e4ufigsten diagnostizierten psychischen Erkrankungen. Etwa vier bis sechs Prozent der Bev\u00f6lkerung leiden im Laufe ihres Lebens an einer generalisierten Angstst\u00f6rung, wobei Frauen h\u00e4ufiger betroffen sind als M\u00e4nner.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Welche Symptome treten auf?<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Leitsymptom ist eine generalisierte und anhaltende Angst, die nicht auf bestimmte Situationen beschr\u00e4nkt ist. Fachleute sprechen hier von frei flottierender Angst. Hinzu kommen in der Regel laut ICD 10 folgende Einzelsymptome:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Sorgen \u00fcber zuk\u00fcnftiges Ungl\u00fcck<\/li>\n\n\n\n<li>Nervosit\u00e4t<\/li>\n\n\n\n<li>Konzentrationsschwierigkeiten<\/li>\n\n\n\n<li>motorische Spannung<\/li>\n\n\n\n<li>k\u00f6rperliche Unruhe<\/li>\n\n\n\n<li>Spannungskopfschmerz<\/li>\n\n\n\n<li>Schwitzen<\/li>\n\n\n\n<li>Herzklopfen<\/li>\n\n\n\n<li>Magenbeschwerden im Oberbauch<\/li>\n\n\n\n<li>Schwindelgef\u00fchle<\/li>\n\n\n\n<li>Mundtrockenheit<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Es ist wichtig zu beachten, dass die meisten Patienten mit generalisierter Angstst\u00f6rung auch andere psychische Erkrankungen haben. Dazu geh\u00f6ren insbesondere weitere Angstst\u00f6rungen, affektive St\u00f6rungen, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/depression-symptome-ursachen-selbsthilfe\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Depressionen <\/a>und Substanzmissbrauch oder -abh\u00e4ngigkeit. Dar\u00fcber hinaus treten h\u00e4ufig k\u00f6rperliche Beschwerden ohne organische Ursache auf.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Welche Ursachen gibt es?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Ursachen der generalisierten Angstst\u00f6rung sind vielschichtig und oft multifaktoriell. Das bedeutet, dass sowohl genetische, biologische als auch psychosoziale Faktoren in Kombination zur Entstehung und Aufrechterhaltung der GAS beitragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt Hinweise auf eine genetische Veranlagung, jedoch wurde kein einzelnes verantwortliches Gen identifiziert, was darauf hindeutet, dass mehrere Gene beteiligt sein k\u00f6nnten. Zus\u00e4tzlich wurden Unterschiede im Neurotransmittersystem bei Betroffenen im Vergleich zu Gesunden festgestellt, wobei insbesondere der Neurotransmitter Serotonin eine wichtige Rolle zu spielen scheint. Ein eher \u00e4ngstlicher Erziehungsstil der Eltern k\u00f6nnte ebenfalls die Entstehung einer generalisierten Angstst\u00f6rung beg\u00fcnstigen. Au\u00dferdem d\u00fcrfte ein eher \u00e4ngstlicher Erziehungsstil der Eltern die Entstehung einer generalisierten Angstst\u00f6rung beg\u00fcnstigen, und auch der drohende Verlust oder die Trennung von einer nahen Bezugsperson sowie der Verlust von sozialer Anerkennung k\u00f6nnen eine Rolle spielen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wer ist der richtige Ansprechpartner?<\/h2>\n\n\n\n<p>Patienten mit einer generalisierten Angstst\u00f6rung wenden sich oft zun\u00e4chst an den <a href=\"\/suche\/praktischer-arzt\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hausarzt<\/a>, da die Erkrankung oft mit starken k\u00f6rperlichen Symptomen einhergeht, die h\u00e4ufig im Vordergrund stehen. Bei Verdacht auf eine GAS kann der praktische Arzt den Patienten an einen <a href=\"\/suche\/psychiater\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Facharzt f\u00fcr Psychiatrie<\/a> \u00fcberweisen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie wird die Diagnose gestellt?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die genaue Diagnose einer generalisierten Angstst\u00f6rung wird durch eine umfassende Untersuchung gestellt. Der Arzt f\u00fchrt ein ausf\u00fchrliches Anamnesegespr\u00e4ch durch, um die Symptome und den Verlauf der Erkrankung zu verstehen. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen verschiedene medizinische Tests und Untersuchungen durchgef\u00fchrt werden, um organische Erkrankungen auszuschlie\u00dfen. Dazu geh\u00f6ren unter anderem Blutuntersuchungen, ein Elektrokardiogramm (EKG) sowie gegebenenfalls Lungenfunktionstests, Magnetresonanztomographie (MRT), Computertomographie (CT) und Elektroenzephalogramm (EEG).<\/p>\n\n\n\n<p>Ein wichtiger Teil der Diagnose sind spezielle Frageb\u00f6gen, die dazu dienen, die generalisierte Angstst\u00f6rung zu erfassen und von anderen Angstst\u00f6rungen abzugrenzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach den ICD-10-Kriterien wird eine generalisierte Angstst\u00f6rung diagnostiziert, wenn die Betroffenen mindestens sechs Monate lang an den meisten Tagen unter anhaltender Anspannung, Sorgen und \u00c4ngsten im Zusammenhang mit allt\u00e4glichen Ereignissen leiden. Zus\u00e4tzlich m\u00fcssen mindestens vier der folgenden Symptome vorliegen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Schwitzen, Herzklopfen, Schwindel, Zittern, Mundtrockenheit<\/li>\n\n\n\n<li>Atembeschwerden, Beklemmung, Schmerzen, \u00dcbelkeit, Magen-Darm-Beschwerden<\/li>\n\n\n\n<li>Unsicherheit, Benommenheit, Angst vor Kontrollverlust, Todesangst<\/li>\n\n\n\n<li>Hitzewallungen, K\u00e4lteschauer, Gef\u00fchllosigkeit oder Kribbelgef\u00fchle<\/li>\n\n\n\n<li>Muskelverspannungen, Ruhelosigkeit, Unf\u00e4higkeit zu entspannen, Nervosit\u00e4t, Klo\u00dfgef\u00fchl oder Schluckbeschwerden<\/li>\n\n\n\n<li>erh\u00f6hte Schreckhaftigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Gedankenleere, anhaltende Reizbarkeit, Einschlafst\u00f6rungen<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie wird die generalisierte Angstst\u00f6rung behandelt?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Therapie der GAS zielt darauf ab, Angstsymptome und Vermeidungsverhalten sowie die R\u00fcckfallwahrscheinlichkeit zu reduzieren, die soziale Eingeschr\u00e4nktheit zu verbessern, die Leistungsf\u00e4higkeit wiederherstellen und die Lebensqualit\u00e4t zu bessern. Zur Erreichung dieser Ziele werden psychotherapeutische Verfahren und Medikamente eingesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Psychotherapie spielt eine wichtige Rolle, insbesondere die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT). Zur \u00dcberbr\u00fcckung oder als begleitende Ma\u00dfnahme wird auch die KVT-basierte Online-Therapie angeboten. Wenn die KVT nicht den gew\u00fcnschten Erfolg zeigt, kann die Psychodynamische Psychotherapie in Betracht gezogen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>In der medikament\u00f6sen Therapie werden vor allem Antidepressiva vom Typ SSRI oder SNRI sowie der Wirkstoff Pregabalin verschrieben. Gelegentlich k\u00f6nnen auch andere Medikamente wie Quetiapin und Ziprasidon zum Einsatz kommen. Benzodiazepine werden nur in Ausnahmef\u00e4llen und vor\u00fcbergehend verschrieben, und ihre Anwendung sollte auf wenige Wochen begrenzt und dann schrittweise abgesetzt werden, um Entzugssymptome zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie verl\u00e4uft eine generalisierte Angstst\u00f6rung?<\/h2>\n\n\n\n<p>Da die GAS oft mit weiteren psychischen Erkrankungen einhergeht, ist die Prognose nicht allzu gut, denn dann kommt es h\u00e4ufiger zu einem chronischen Verlauf. Ein zus\u00e4tzliches Problem besteht darin, dass viele Betroffene oft jahrelang keine professionelle Hilfe suchen. Allerdings birgt die Nicht-Behandlung der St\u00f6rung ein hohes Risiko, dass sie lange bestehen bleibt. Am besten sind die Verlaufsaussichten, wenn sie m\u00f6glichst fr\u00fch behandelt wird.<\/p>\n\n\n\n<p><p class=\"western\" align=\"left\" style=\"line-height: 100%; margin-bottom: 0cm\"><\/p><p class=\"western\" align=\"left\" style=\"line-height: 100%; margin-bottom: 0cm\"><font color=\"#c9211e\">.<\/font><\/p><p class=\"western\"><\/p> <\/p>\n","protected":false},"author":17,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[2457,2444,2413],"tags":[404,852,289,413],"class_list":["post-13366","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-krankheit","category-psychiatrie","category-psychologie","tag-angst","tag-angststorung","tag-psychiater","tag-psychologie"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/13366","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/13366\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13375,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/13366\/revisions\/13375"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13373"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13366"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13366"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13366"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}