{"id":1324,"date":"2024-09-27T10:26:22","date_gmt":"2024-09-27T08:26:22","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/wochenbettdepression\/"},"modified":"2025-03-04T09:09:19","modified_gmt":"2025-03-04T08:09:19","slug":"wochenbettdepression","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wochenbettdepression\/","title":{"rendered":"Wochenbettdepression &#8211; Symptome, Ursachen und  Behandlung"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"western\"><a name=\"_sdzx0d90vbqm\"><\/a>Was ist eine Wochenbettdepression?<\/h2>\n<p>Depressionen k\u00f6nnen unterschiedliche Ursachen und Krankheitsverl\u00e4ufe haben und ben\u00f6tigen jeweils spezielle Therapieans\u00e4tze. Man unterscheidet zum Beispiel die Major Depression, die <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/winterdepression\/\">Winterdepression<\/a> oder die psychotische Depression. Die <b>Wochenbettdepression<\/b> bezeichnet eine <b>Form, die im ersten Jahr nach der Geburt auftritt. <\/b><\/p>\n<p>In dieser Phase formt sich die Beziehung zwischen Mutter und Kind ma\u00dfgeblich &#8211; ein Vorgang, der von dieser Depressionsform negativ beeinflusst werden kann. Denn die betroffenen Frauen k\u00f6nnen sich nach der Geburt nicht recht \u00fcber ihr Baby freuen und nehmen die neue Mutterrolle nicht als Gl\u00fcck oder Lebensbereicherung wahr.<\/p>\n<p>Die Bezeichnung Wochenbett-, <b>postnatale oder postpartale Depression <\/b>wird angewandt, wenn die Symptome innerhalb des ersten Jahres nach der Geburt des Kindes auftreten. Etwa zehn bis 15 Prozent der M\u00fctter und eine bisher unklare Anzahl an V\u00e4tern sind betroffen.<\/p>\n<p>Eine Wochenbettdepression \u00e4u\u00dfert sich in den <b>gleichen Symptomen, die auch bei einer regul\u00e4ren Depression auftreten<\/b>: Niedergeschlagenheit, Freud- und Antriebslosigkeit und ein allgemein bedr\u00fcckter Gem\u00fctszustand. Hobbys und andere Interessen verlieren ebenso an Reiz wie das Sozialleben.<\/p>\n<p>Bei der postnatalen Variante k\u00f6nnen jedoch<b> noch negative Gef\u00fchle hinzutreten, die sich speziell auf das Kind und die neue Rolle als Mutter oder Vater beziehen<\/b>: \u00c4ngste und Schuldgef\u00fchle, Zweifel an den F\u00e4higkeiten als Elternteil, \u00fcberm\u00e4\u00dfige Angst um das Neugeborene oder Schwierigkeiten, eine positive Bindung zu ihm zu entwickeln. Im schlimmsten Fall k\u00f6nnen Suizidgedanken auftreten.<\/p>\n<p>Diese Emotionen und Gedanken sind Teil einer psychischen Erkrankung und entsprechen keinesfalls der Wahrheit! Betroffene sind keine schlechten Eltern, sondern erleben lediglich emotionale Ver\u00e4nderungen. Es handelt sich um eine<b> ernstzunehmende Krankheit, die mit professioneller Hilfe behandelt werden sollte. <\/b><\/p>\n<p>Unbehandelt kann es zu schwerwiegenden Konsequenzen f\u00fcr Mutter und Kind kommen: Die Depression kann chronisch werden oder sogar zum Suizid f\u00fchren. Beim Neugeborenen k\u00f6nnen Bindungsst\u00f6rungen, Verhaltensauff\u00e4lligkeiten und Entwicklungsst\u00f6rungen auftreten. Auch Belastungen der Mutter-Kind-Beziehung sind m\u00f6glich.<\/p>\n<h2 class=\"western\">Postnatale Depression oder \u201cBaby Blues\u201d?<\/h2>\n<p>Die <b>postnatale Depression muss vom \u201cBaby Blues\u201d unterschieden werden<\/b>. Dieses von Fachleuten als \u201cpostpartales Stimmungstief\u201d bezeichnete Ph\u00e4nomen kann in den ersten zwei Wochen nach der Geburt auftreten. Es f\u00fchrt zu Symptomen wie leichten depressiven Verstimmungen, einem Gef\u00fchl von Traurigkeit und einer labilen Stimmung mit leichter Irritierbarkeit.<\/p>\n<p>Ursache sind die hormonellen Ver\u00e4nderungen nach der Geburt. <b>Etwa ein Viertel bis die H\u00e4lfte aller M\u00fctter ist vom postpartalen Stimmungstief betroffen.<\/b> Gl\u00fccklicherweise verschwindet dieser Zustand in der Regel von selbst nach einigen Stunden oder Tagen. Der Baby Blues steht damit im Kontrast zur Wochenbettdepression, die deutlich l\u00e4nger anh\u00e4lt und schwerere Symptome zeigt.<\/p>\n<p>Ebenfalls<b> abzugrenzen ist die Wochenbettdepression von der postpartalen Psychose<\/b>. Dabei handelt es sich um eine psychische Erkrankung, die bei 0,1 bis 0,2 Prozent der M\u00fctter in den ersten vier Wochen nach der Geburt auftritt und wochen- oder auch monatelang anhalten kann.<\/p>\n<p>Die betroffenen Frauen leiden unter anderem unter Wahnvorstellungen und Halluzinationen und verhalten sich ziellos. Sogar Suizid- und Kindst\u00f6tungsgedanken k\u00f6nnen auftreten. Die postpartale Psychose ist eine schwere und unbedingt behandlungsbed\u00fcrftige psychische Erkrankung.<\/p>\n<h2><a name=\"_1fttvjvy03jn\"><\/a>Ursachen der Postpartalen Depression<\/h2>\n<p>Eine <b>Depression l\u00e4sst sich nicht auf eine einzelne, isolierte Ursache zur\u00fcckf\u00fchren<\/b> &#8211; die Wochenbettdepression ist dabei keine Ausnahme. Man nimmt an, dass die Depression im ersten Jahr nach der Geburt durch ein<b> Zusammenspiel der extremen neurochemischen und hormonellen Ver\u00e4nderungen in Kombination mit psychosozialen Faktoren <\/b>entsteht.<\/p>\n<p>\u00d6strogen und Progesteron sind w\u00e4hrend der <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/schwangerschaft\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schwangerschaft<\/a> um rund das Zehnfache erh\u00f6ht, fallen aber mit der Geburt stark ab: Bereits nach rund drei Tagen haben sie den vor der Schwangerschaft \u00fcblichen Normalwert wieder erreicht. Zu diesen intensiven Ver\u00e4nderungen kommen au\u00dfergew\u00f6hnliche soziale und pers\u00f6nliche Ver\u00e4nderungen hinzu.<\/p>\n<p>Die neue Rolle als Mutter oder Vater und damit verbundene Sorgen und \u00c4ngste, die Wirkung auf das Sozialleben und ver\u00e4nderte Beziehungen, Ver\u00e4nderungen des K\u00f6rpers, Schlafmangel, Sorgen um das Kind und um die eigene F\u00e4higkeit als Elternteil \u2026 <!-- Quellen: Docfinder und https:\/\/my.clevelandclinic.org\/health\/diseases\/9312-postpartum-depression#symptoms-and-causes --><\/p>\n<h3>Weitere m\u00f6gliche Einflussfaktoren sind:<\/h3>\n<ul>\n<li><b>Soziale Risikofaktoren<\/b>: Mangelnde soziale Unterst\u00fctzung durch den\/die Partner:in oder das pers\u00f6nliche Umfeld, belastende Lebenserfahrungen wie Gewalt, Flucht, Missbrauch oder ein Migrationshintergrund k\u00f6nnen die Gefahr, an postnataler Depression zu erkranken, erh\u00f6hen.<\/li>\n<li><b>Psychische Risikofaktoren<\/b>: M\u00fctter, die bereits unter <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/angststoerungen-was-ist-das-welche-formen-gibt-es\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Angstst\u00f6rungen<\/a>, Depressionen, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/alkoholismus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Alkohol<\/a>-, Medikamenten-, Drogenmissbrauch oder anderen psychischen Erkrankungen leiden oder litten, neigen ebenfalls h\u00e4ufiger zur Wochenbettdepression.<\/li>\n<li><b>Biologische Risikofaktoren<\/b>: Hat eine Frau bereits mehrere Geburten erlebt, scheint sich die Depressionsgefahr zu erh\u00f6hen. Auch einige spezielle Erkrankungen steigern das Risiko. Zudem sind j\u00fcngere Frauen h\u00e4ufiger betroffen als \u00e4ltere.<\/li>\n<li><b>Hormonelle Sensitivit\u00e4t<\/b>: Es gibt Hinweise darauf, dass Frauen, die grunds\u00e4tzlich sensibel auf hormonelle Ver\u00e4nderungen reagieren, ein h\u00f6heres Risiko f\u00fcr die postnatale Depression haben.<\/li>\n<li><b>Familiengeschichte<\/b>: Sind bereits Wochenbettdepressionen in der Familie vorgekommen, ist das Risiko f\u00fcr eine weitere Erkrankung ebenfalls erh\u00f6ht.<\/li>\n<\/ul>\n<h2 class=\"western\"><a name=\"_v66wurhchrrr\"><\/a>Symptome: Diese Anzeichen deuten auf Wochenbettdepression hin<\/h2>\n<p>Eine Wochenbettdepression weist zun\u00e4chst <b>\u00e4hnliche Symptome wie eine \u201cnormale\u201c Depression <\/b>auf; Es kommen jedoch noch<b> zus\u00e4tzliche Faktoren <\/b>hinzu, die sich speziell auf die Mutterschaft und das neugeborene Kind beziehen.<\/p>\n<h3>Zun\u00e4chst berichten Betroffene \u00fcber:<\/h3>\n<ul>\n<li>Gedr\u00fcckte Stimmung und\/oder Stimmungsschwankungen<\/li>\n<li>Schwierigkeiten, Freude und Gl\u00fcck zu empfinden<\/li>\n<li>Verringertes Interesse an Hobbys oder Aktivit\u00e4ten<\/li>\n<li>Sozialen R\u00fcckzug und Isolation<\/li>\n<li>M\u00fcdigkeit und Abgeschlagenheit; Antriebslosigkeit<\/li>\n<li>Schlafst\u00f6rungen oder \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Schlaf<\/li>\n<li>Verringerten oder \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Appetit, der zu Gewichtsver\u00e4nderungen f\u00fchren kann<\/li>\n<li>Gef\u00fchle der Unzul\u00e4nglichkeit und Hoffnungslosigkeit<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Hinzu kommen weitere Symptome, die oft mit der Mutterschaft zu tun haben:<\/h3>\n<ul>\n<li>\u00dcberm\u00e4\u00dfige Sorge um das Wohlbefinden des Kindes<\/li>\n<li>Starke Zweifel an den eigenen F\u00e4higkeiten als Mutter oder Vater<\/li>\n<li>Versagens\u00e4ngste, Gef\u00fchle von Scham oder Schuld<\/li>\n<li>Ausgepr\u00e4gte, emotionale Labilit\u00e4t<\/li>\n<li>Probleme, eine positive Bindung zum Kind zu entwickeln bis hin zu v\u00f6lliger Gef\u00fchllosigkeit<\/li>\n<li>Gedanken daran, eine schlechte Mutter\/ein schlechter Vater zu sein<\/li>\n<li>Probleme beim Stillen<\/li>\n<li>Zwangsgedanken (wiederkehrende Gedanken) daran, sich selbst oder dem Kind zu schaden<\/li>\n<li>Suizidgedanken<\/li>\n<li>Angst und Aufgeregtheit in der N\u00e4he des Babys<\/li>\n<li>Ablehnung des Kindes<\/li>\n<\/ul>\n<p>Eine genaue Abgrenzung vom typischen \u201cBaby Blues\u201d kann in der Praxis schwerfallen. Die <b>Symptome der Wochenbettdepression k\u00f6nnen bereits einige Tage vor der Geburt beginnen. <\/b>Sie treten typischerweise innerhalb des ersten Jahres nach der Entbindung auf; Einzelne Studien sehen den m\u00f6glichen Zeitraum jedoch bis zu drei Jahre nach der Geburt. <!-- Quellen https:\/\/www.npr.org\/2020\/10\/27\/928120949\/research-indicates-postpartum-depression-can-last-for-3-years und https:\/\/my.clevelandclinic.org\/health\/diseases\/9312-postpartum-depression#symptoms-and-causes --><\/p>\n<h2 class=\"western\"><a name=\"_fqcfg23sbm1j\"><\/a>Wie wird die Diagnose gestellt?<\/h2>\n<p>Die Diagnose \u201cPostnatale Depression\u201d kann vom behandelnden Gyn\u00e4kologen, der Haus\u00e4rztin oder Psycholog:innen gestellt werden. Leider wird die <b>Krankheit zu selten richtig erkannt und oft als \u201cv\u00f6llig normaler Baby Blues\u201d abgetan.\u00a0 <\/b><\/p>\n<p>Ein starkes<b> gesellschaftliches Stigma erschwert zudem die Diagnose und Behandlung<\/b>: M\u00fctter m\u00fcssen ihre Kinder und die Mutterrolle uneingeschr\u00e4nkt lieben. Anzeichen von Unzufriedenheit sind verp\u00f6nt. Tats\u00e4chlich bereut jedoch die Mehrzahl der Frauen einzelne Aspekte ihrer Schwangerschaft, Entbindung oder der Mutterschaft, wie Befragungen ergeben haben &#8211; sie sind dadurch jedoch keine schlechten M\u00fctter.<\/p>\n<p>Unzufriedenheit mit der Mutterrolle bleibt ein Tabuthema. Der gesellschaftliche Druck verst\u00e4rkt die Gef\u00fchle von Scham oder Schuld, wenn sich keine Hochgef\u00fchle einstellen oder die Bindung zum Kind sich nicht entwickelt. <b>Von postnataler Depression betroffene Menschen suchen aus diesen Gr\u00fcnden oft keine professionelle Hilfe.\u00a0 <\/b><\/p>\n<p><b><!-- Quelle unter anderem https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/panorama\/regretting-motherhood-mutter-frau-kind-100.html --><\/b>Erschwerend kommt hinzu, dass die Phase nach einer Geburt ohnehin bereits von extremen k\u00f6rperlichen, pers\u00f6nlichen und sozialen Ver\u00e4nderungen gekennzeichnet ist. Zwischen der nat\u00fcrlichen Ersch\u00f6pfung, Schlafmangel, organisatorischem Chaos, \u00fcberw\u00e4ltigenden Gef\u00fchlen etc. kann es schwerfallen, die Depressionssymptome richtig und rechtzeitig zu erkennen.<\/p>\n<p>Deshalb empfehlen die Fachleute auch den Einsatz einer speziellen Risikoskala, der <b>Edinburgh-Postnatal-Depression-Scale (EPDS) f\u00fcr die Diagnose einer Wochenbettdepression.<\/b> Der Selbstbeurteilungsfrageboden der EPDS umfasst zehn Fragen, die sehr effektiv dabei helfen, eine postnatale Depression oder das Risiko daf\u00fcr zu identifizieren.<\/p>\n<p>Als idealer Zeitpunkt hat sich die Nachuntersuchung zwischen zwei und sechs Wochen nach der Geburt erwiesen. Die Risikoskala wird dabei von den behandelnden niedergelassenen Gyn\u00e4kolog:innen angewandt und bringt zuverl\u00e4ssige Ergebnisse.<\/p>\n<p>Eine fr\u00fche Untersuchung, ca. zwei Wochen nach der Entbindung, hat den Vorteil, eine eventuelle Erkrankung fr\u00fchzeitig zu entdecken. Gleichzeitig kann es aber zu Verwechslungen mit dem Baby Blues kommen. Bei einem sp\u00e4teren Test, etwa nach sechs Wochen, ist die Verwechslungsgefahr gering, da Baby-Blues-Symptome bereits abgeklungen w\u00e4ren. Es ist dann jedoch bereits einige Zeit vergangen, in der Betroffene unn\u00f6tig leiden m\u00fcssten.<\/p>\n<p>Neben der EPDS sind auch andere Skalen und Hilfsmittel f\u00fcr die Diagnose denkbar. <b>Es gibt kein einzelnes, allgemeing\u00fcltiges Werkzeug,<\/b> dass postnatale Depressionserkrankungen mit hundertprozentiger Zuverl\u00e4ssigkeit entdeckt. Daher werden mehrere Anzeichen, die pers\u00f6nliche Krankengeschichte und mehr gepr\u00fcft.<\/p>\n<p>Bei Verdacht findet zudem in der Regel eine k\u00f6rperliche Untersuchung statt, um andere Ursachen auszuschlie\u00dfen. So k\u00f6nnen viele Symptome etwa auch durch eine Fehlfunktion der Schilddr\u00fcse ausgel\u00f6st werden und f\u00fcr Verwechslungen sorgen. <!-- Quelle https:\/\/my.clevelandclinic.org\/health\/diseases\/9312-postpartum-depression#symptoms-and-causes --><\/p>\n<h2 class=\"western\"><a name=\"_kgje1sfiyu0\"><\/a>Wann sollte ich einen Arzt oder eine \u00c4rztin aufsuchen?<\/h2>\n<p>Die komplexe Unterscheidung zwischen Baby Blues und Wochenbettdepression macht es <b>f\u00fcr Betroffene schwierig zu erkennen, wann eine Depressionserkrankung vorliegt <\/b>und Hilfe ben\u00f6tigt wird. Wer nach der Geburt des Kindes depressive Verstimmungen erlebt, f\u00fchlt zudem oft Scham und m\u00f6chte die negativen Gef\u00fchle nicht vor anderen Menschen gestehen.<\/p>\n<p>Sollten Sie Anzeichen einer postnatalen Depression wahrnehmen, ist es zu empfehlen, einen Termin bei Ihrem behandelnden Arzt, Ihrer Hebamme oder Ihrer <a href=\"\/suche\/frauenarzt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gyn\u00e4kologin<\/a> zu vereinbaren.<\/p>\n<p><strong>Besondere Aufmerksamkeit ist geboten, wenn die Krankheitssymptome folgende Eigenschaften aufweisen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Sie bestehen bereits seit mindestens zwei Wochen<\/li>\n<li>Sie verschlimmern sich<\/li>\n<li>Sie machen es Ihnen schwer oder unm\u00f6glich, f\u00fcr Ihr Kind zu sorgen<\/li>\n<li>Sie machen es Ihnen schwer oder unm\u00f6glich, allt\u00e4gliche Aufgaben auszuf\u00fchren<\/li>\n<li>Sie haben Suizidgedanken oder denken daran, Ihrem Baby zu schaden<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bei Gedanken, sich selbst oder dem Baby zu schaden oder anderen Anzeichen eine<b>r postpartalen Psychose<\/b> ist sofortiges Einschreiten erforderlich! Suchen Sie in diesem Fall direkt Hilfe von Ihrem Partner\/Ihrer Partnerin oder nahestehenden Personen, um die Sicherheit und Versorgung des Kindes zu gew\u00e4hrleisten. <b>Wenden Sie sich anschlie\u00dfend an Ihre \u00f6rtlichen medizinischen oder psychologischen Notdienste. <!-- Quelle https:\/\/www.mayoclinic.org\/diseases-conditions\/postpartum-depression\/symptoms-causes\/syc-20376617 --><\/b><\/p>\n<h2 class=\"western\"><a name=\"_coyek91o6zwf\"><\/a>Postnataler Depression vorbeugen<\/h2>\n<p>Eine hundertprozentig zuverl\u00e4ssige Vorbeugung der Depressionserkrankung ist nicht m\u00f6glich, da unterschiedliche Faktoren als Ausl\u00f6ser infrage kommen. Einige Ma\u00dfnahmen haben sich jedoch bew\u00e4hrt, um die Auftrittswahrscheinlichkeit zu reduzieren. <strong>Dazu geh\u00f6ren:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><b>Realistische Erwartungen setzen<\/b>: Machen Sie sich schon vor der Geburt klar, was Sie erwarten k\u00f6nnen. Mutterschaft besteht aus positiven, wunderbaren Momenten ebenso wie Herausforderungen und Krisen. Wer von Anfang an mit guten als auch schlechten Tagen rechnet, ist besser gegen Entt\u00e4uschungen und emotionale Belastungen gewappnet.<\/li>\n<li><b>Um Hilfe bitten<\/b>: Versuchen Sie nicht, alles alleine zu bew\u00e4ltigen und bitten Sie um Hilfe, wo immer Sie diese ben\u00f6tigen.<\/li>\n<li><b>K\u00f6rperlich aktiv bleiben<\/b>: Machen Sie nach M\u00f6glichkeit Bewegung, idealerweise au\u00dfer Haus &#8211; Sie profitieren vom \u201cTapetenwechsel\u201d und sind zus\u00e4tzlich an der frischen Luft.<\/li>\n<li><b>Ausreichend schlafen<\/b>: Versuchen Sie zu schlafen, wenn auch Ihr Kind schl\u00e4ft, um Ihre Erholungszeiten zu maximieren.<\/li>\n<li><b>Soziale Kontakte pflegen<\/b>: Bleiben Sie mit Familie und Freund:innen in Kontakt, um Isolation zu vermeiden.<\/li>\n<li>Gleichzeitig sollten Sie aber, vor allem in den ersten Tagen nach der Geburt, die <b>Anzahl an Besucher:innen limitieren<\/b>.<\/li>\n<\/ul>\n<h2 class=\"western\"><a name=\"_eilylfbyppdt\"><\/a>Wochenbettdepression &#8211; was tun? Behandlung und Prognose<\/h2>\n<p>Eine <b>Depression nach der Geburt l\u00e4sst sich generell gut behandeln<\/b> &#8211; sofern sie rechtzeitig und korrekt erkannt wird. Der Therapieansatz ist idealerweise multimodal, das hei\u00dft: Er umfasst psychologische und soziotherapeutische Ma\u00dfnahmen sowie bei Bedarf auch eine medikament\u00f6se Behandlung.<\/p>\n<p>Der <b>Einsatz von Antidepressiva <\/b>bei stillenden M\u00fcttern ist sorgf\u00e4ltig abzuw\u00e4gen, um eine unerw\u00fcnschte Einwirkung auf das Kind zu verhindern. Es gibt jedoch mehrere Optionen, die f\u00fcr stillende Frauen infrage kommen, ohne das Baby zu gef\u00e4hrden. M\u00f6gliche Pr\u00e4parate umfassen zum Beispiel:<\/p>\n<ul>\n<li>Selektive Serotonin Wiederaufnahmehemmer (SSRI)<\/li>\n<li>Serotonin und Noradrenalin Wiederaufnahmehemmer (SNRI)<\/li>\n<li>Bupropion<\/li>\n<li>Trizyklische Antidepressiva (TCA)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die meisten Medikamente ben\u00f6tigen zwischen zwei und vier Wochen, um ihre Wirkung zu entfalten. Vor einem Absetzen sollte der behandelnde Arzt\/<span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"de-DE\">die<\/span><\/span><\/span> behandelnde \u00c4rztin hinzugezogen werden, da ein zu fr\u00fcher oder zu abrupter Stopp f\u00fcr eine R\u00fcckkehr der Symptome sorgen kann. In der Regel ist eine Reduktion der Menge besser. <!-- Quellen Docfinder und https:\/\/my.clevelandclinic.org\/health\/diseases\/9312-postpartum-depression#symptoms-and-causes --><\/p>\n<p>Psychotherapie hat sich als hilfreiche Behandlungsform etabliert. Dabei bieten sich vor allem die kognitive Verhaltenstherapie und die interpersonelle Psychotherapie an. Auch Selbsthilfegruppen k\u00f6nnen einen wichtigen Beitrag leisten. Eine station\u00e4re Behandlung ist m\u00f6glich. Vor allem bei einer schweren postnatalen Psychose bildet sie eine wichtige Behandlungsm\u00f6glichkeit.<\/p>\n","protected":false},"author":16,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[5,2459,2457,2444,2413],"tags":[575,275,133,146,179],"class_list":["post-1324","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-familie","category-frauenheilkunde","category-krankheit","category-psychiatrie","category-psychologie","tag-depression","tag-frauenarzt","tag-frauenheilkunde-und-geburtshilfe","tag-psychiatrie-und-psychotherapeutische-medizin","tag-schwangerschaft"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1324","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16"}],"version-history":[{"count":23,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1324\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16306,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1324\/revisions\/16306"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15650"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1324"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1324"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1324"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}