{"id":1322,"date":"2024-09-24T14:18:00","date_gmt":"2024-09-24T12:18:00","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/winterdepression\/"},"modified":"2024-10-09T08:39:40","modified_gmt":"2024-10-09T06:39:40","slug":"winterdepression","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/winterdepression\/","title":{"rendered":"Winterdepression &#8211; Definition, Symptome, Behandlung"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-was-ist-eine-winterdepression\">Was ist eine Winterdepression?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/depression-symptome-ursachen-selbsthilfe\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Depression<\/a> ist eine weit verbreitete psychische Erkrankung: weltweit leiden, nach Sch\u00e4tzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), \u00fcber 350 Millionen Menschen an ihr. Die wichtigsten Symptome sind eine gedr\u00fcckte <strong>Stimmung und Antriebslosigkeit. <\/strong>Es f\u00e4llt Betroffenen schwer, sich f\u00fcr etwas zu interessieren oder Freude zu empfinden. <\/p>\n\n\n\n<p>Phasen der Traurigkeit, Niedergeschlagenheit oder inneren Ersch\u00f6pfung kennt wohl jeder Mensch. Etwa nach Entt\u00e4uschungen, Verlusten, Belastungen, einer Trennung, intensiven Stresssituationen oder \u00c4hnlichem. Es handelt sich um v\u00f6llig normale Reaktionen, die nach kurzer Zeit von selbst wieder verschwinden sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch was passiert, wenn sich die Stimmung nicht wieder aufhellt und die negativen Gef\u00fchle zu intensiv werden? Eine solche <strong>Depression ist eine behandlungsbed\u00fcrftige Erkrankung,<\/strong> die in unterschiedlichen Formen daherkommt. Man unterscheidet zum Beispiel die \u201cMajor Depression\u201d, die \u201c<a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wochenbettdepression\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Wochenbettdepression<\/a>\u201d oder die \u201cpsychotische Depression\u201d. <\/p>\n\n\n\n<p>Besonders h\u00e4ufig ist die <strong>Winterdepression<\/strong>. Wie der Name bereits vermuten l\u00e4sst, tritt sie <strong>in den Wintermonaten auf und verschwindet in der Regel mit dem eintreffenden Fr\u00fchling. <\/strong>Aufgrund ihres saisonalen Charakters ist auch die englische Bezeichnung \u201c<strong>Seasonal Affective Disorder<\/strong>\u201d gel\u00e4ufig. Allerdings ist nicht jede Depression, die sich im Winter zeigt, eine Winterdepression, denn auch die \u201enormale\u201c wiederkehrende depressive St\u00f6rung kann in der dunklen, kalten Jahreszeit in Erscheinung treten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Erkrankung<strong> h\u00e4ngt stark mit dem Sonnenlicht, oder genauer gesagt, mit dessen Mangel in den Herbst- und Wintermonaten zusammen.<\/strong> Regionen, die aufgrund ihrer Lage l\u00e4ngere Winter mit weniger Licht erleben, weisen eine h\u00f6here Anzahl an Betroffenen auf. Personen, die n\u00e4her am \u00c4quator leben und dadurch mildere Winter mit mehr Sonnenlicht genie\u00dfen, leiden deutlich seltener unter der Erkrankung. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie fast alle Formen von depressiven Verstimmungen betrifft auch die Winterdepression <strong>Frauen h\u00e4ufiger als M\u00e4nner. <\/strong>Die genauen Symptome k\u00f6nnen sich von Person zu Person unterscheiden. Sie umfassen, neben den typischen Depressionssymptomen, oft auch einen <strong>starken Hunger nach S\u00fc\u00dfem<\/strong>, der in Gewichtszunahme resultiert, sowie ein \u00dcberma\u00df an Schlaf. Aber auch Schlafst\u00f6rungen, verminderter Appetit und Konzentrationsschwierigkeiten sind m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-so-kommt-es-zur-winterdepression\"><a><\/a> So kommt es zur Winterdepression<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Ursachen der saisonal auftretenden Depressionsform sind multifaktoriell, und man geht davonn aus, dass sie vor allem durch einen <strong>Mangel an nat\u00fcrlichem Tageslicht<\/strong> und verminderter Lichtintensit\u00e4t entsteht. Auch die abfallenden Temperaturen und k\u00fcrzeren Tage tragen zur gedr\u00fcckten Stimmung bei.<\/p>\n\n\n\n<p>Man nimmt weiters an, dass der Neurotransmitter Serotonin und die Zirbeldr\u00fcse an der Winterdepression beteiligt sind. Denn die Dr\u00fcse <strong>wandelt das Gl\u00fcckshormon Serotonin in das Schlafhormon Melatonin um<\/strong>, welches den Tag-Nacht-Rhythmus\/Schlafrhythmus steuert. <\/p>\n\n\n\n<p>Wenn nur wenig Licht die Netzhaut erreicht, wird ein Signal an die Zirbeldr\u00fcse gesendet: \u201cEs wird dunkel, Zeit zum Schlafen, beginne mit der Produktion des Schlafhormons Melatonin!\u201d. Im Herbst und Winter ist dieser Lichtmangel auch tags\u00fcber \u00fcblich und unsere <strong>Dr\u00fcse verbraucht kontinuierlich Serotonin, um Melatonin zu produzieren.<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>In der Folge tr\u00fcbt sich unsere Laune. Gleichzeitig sorgt der \u00dcberschuss an Melatonin daf\u00fcr, dass unsere innere Uhr aus der Balance ger\u00e4t. Wer an Winterdepression leidet, schl\u00e4ft daher oft deutlich mehr als \u00fcblich. Zudem k\u00f6nnen ein <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/vitamin-d-mangel\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Vitamin D-Mangel<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/stress-definition-ursache-stressbewaltigung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Stress<\/a> oder eine genetische Vorbelastung bei der Entstehung der Winterdepression eine Rolle spielen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-symptome-der-winterdepression\"><a><\/a> Symptome der Winterdepression<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Winterdepression kommt zun\u00e4chst mit den typischen Symptomen einer depressiven Verstimmung daher. <strong>Diese umfassen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Gedr\u00fcckte Stimmung<\/li>\n\n\n\n<li>Gef\u00fchle von Hilflosigkeit und fehlendem Selbstwert<\/li>\n\n\n\n<li>Verringertes Interesse an sozialen Kontakten<\/li>\n\n\n\n<li>Verringertes Interesse an Hobbys und Aktivit\u00e4ten<\/li>\n\n\n\n<li>Schwierigkeiten, Freude zu empfinden<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Zus\u00e4tzlich treten fast immer weitere Anzeichen hinzu, die speziell der Seasonal Affective Disorder zugeordnet werden und bei anderen Depressionserkrankungen eher selten auftreten:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Starke M\u00fcdigkeit und Abgeschlagenheit, besonders am Morgen<\/li>\n\n\n\n<li>Hoher Schlafbedarf<\/li>\n\n\n\n<li>Schwierigkeiten aufzuwachen und aus dem Bett zu kommen<\/li>\n\n\n\n<li>Konzentrationsschwierigkeiten und Ged\u00e4chtnisprobleme<\/li>\n\n\n\n<li>Abgeschlagenheit am Nachmittag oder Abend, aber \u201cneue Energie\u201d vor dem Schlafengehen<\/li>\n\n\n\n<li>Starker Hunger auf Zucker oder andere Kohlenhydrate<\/li>\n\n\n\n<li>Gewichtszunahme aufgrund des Hungergef\u00fchls<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Die st\u00e4ndige Umwandlung von Serotonin in Melatonin<strong> leert unseren Vorrat am Gl\u00fcckshormon.<\/strong> Durch Kohlenhydrate, allen voran Zucker, l\u00e4sst sich die Serotoninproduktion ankurbeln. Unser K\u00f6rper entwickelt daher ein <strong>starkes Verlangen nach S\u00fc\u00dfigkeiten,<\/strong> den sogenannten Kohlenhydrathei\u00dfhunger. Geben wir diesem Verlangen nach, kann es aufgrund der zus\u00e4tzlichen Kalorien zu <strong>Gewichtszunahme<\/strong> kommen. <\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig ger\u00e4t unser nat\u00fcrlicher, circadianer Rhythmus aus dem Gleichgewicht: Unser Organismus hat <strong>Schwierigkeiten, Schlaf- und Wachzeiten zu trennen.<\/strong> Der Wechsel wird im Alltag durch den Einfall von Tageslicht auf unsere Netzhaut gesteuert. Durch den Mangel an Sonnenlicht in den Wintermonaten \u00fcberwiegt dabei das Signal \u201cSchlafenszeit!\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Betroffenen f\u00fchlen sich <strong>vor allem in den Morgenstunden sehr m\u00fcde und abgeschlagen.<\/strong> Es fehlt das nat\u00fcrliche Tageslicht, das unser Aufwachen veranlasst. Auch tags\u00fcber verbessert sich die M\u00fcdigkeit oft nur wenig und erreicht am Nachmittag oder Abend einen weiteren Tiefpunkt. Nachts hingegen kann es zu einem \u00fcberraschenden Energieanstieg kommen, sodass die Winterdepression f\u00fcr Schlaflosigkeit in der Nacht sorgen kann.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-diagnose-der-winterdepression\"><a><\/a> Diagnose der Winterdepression<\/h2>\n\n\n\n<p>Eine <strong>Winterdepression ist eine ernstzunehmende Erkrankung<\/strong>, die die Lebensqualit\u00e4t der Betroffenen stark einschr\u00e4nken kann. Die Diagnose k\u00f6nnen nur \u00c4rzt:innen, Psycholog:innen und Therapeut:innen stellen. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Abgrenzung zu anderen Depressionserkrankungen, wie etwa der Major Depression, gelingt anhand der Saisonalit\u00e4t: Die depressive Stimmungslage beginnt mit den Herbst- und Wintermonaten und klingt im Fr\u00fchling weitgehend von selbst wieder ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die starke M\u00fcdigkeit und gesteigerter Appetit, vor allem auf Zucker und andere Kohlenhydrate, sind typisch. Betroffene schlafen viel und nehmen aufgrund des Hei\u00dfhungers oft zu. Dies steht ebenfalls im Gegensatz zu anderen Depressionsformen, bei denen eher Schlafst\u00f6rungen, Appetit- und Gewichtsverlust auftreten. <\/p>\n\n\n\n<p>Um die Definition des DSM (diagnostischer Leitfaden f\u00fcr psychische St\u00f6rungen) zu erf\u00fcllen, m\u00fcssen zum Zeitpunkt der Diagnose <strong>zus\u00e4tzliche Faktoren erf\u00fcllt sein:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Anzahl der depressiven Episoden muss in den Herbst- und Wintermonaten deutlich h\u00f6her liegen als die Anzahl in den restlichen Monaten des Jahres<\/li>\n\n\n\n<li>Die Patient:innen m\u00fcssen mindestens in den vergangenen beiden Wintern eine Depression erlebt haben<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Die meisten Menschen nehmen auch ganz ohne Winterdepression einen <strong>deutlichen Unterschied zwischen den Jahreszeiten <\/strong>wahr: In Befragungen zeigen sich verringertes psychisches und k\u00f6rperliches Wohlbefinden im Winter. Auch Schlafbedarf, Hungergef\u00fchl und Gewichtszunahme nehmen bei in der Bev\u00f6lkerung in den kalten Monaten zu. <\/p>\n\n\n\n<p>Der gro\u00dfe Unterschied ist jedoch, dass diese <strong>Schwankungen unter gesunden Personen deutlich milder ausgepr\u00e4gt sind!<\/strong> Ein wichtiger Teil der Diagnose ist daher die Frage, was ein normaler, saisonaler Winterblues ist, und was eine ernstzunehmende Winterdepression.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei tr\u00fcber Stimmungslage ist es daher ratsam, einen<a href=\"\/suche\/psychiater\"> <strong>Facharzt oder eine Fach\u00e4rztin f\u00fcr Psychiatrie<\/strong><\/a><strong>\/<a href=\"\/suche\/neurologe\">Neurologie<\/a> und psychotherapeutische Medizin aufzusuchen.<\/strong> Er oder sie kann den Winterblues von einer echten Depression unterscheiden und andere m\u00f6gliche Ursachen f\u00fcr die Beschwerden ausschlie\u00dfen. <\/p>\n\n\n\n<p>Dazu wird ein ausf\u00fchrliches Gespr\u00e4ch mit dem Patienten gef\u00fchrt. <strong>Eine k\u00f6rperliche Untersuchung <\/strong>(Blutuntersuchung, Ultraschall u.a.) hilft, <strong>andere m\u00f6gliche Ursachen f\u00fcr die Beschwerden auszuschlie\u00dfen.<\/strong> So k\u00f6nnten beispielsweise ein N\u00e4hrstoffmangel oder eine Schilddr\u00fcsenfehlfunktion zu \u00e4hnlichen Symptomen f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine <strong>fr\u00fche Diagnose ist bei der weiteren Behandlung hilfreich.<\/strong> Sollten Sie Anzeichen einer sich verschlimmernden Winterdepression bemerken, ist die Abkl\u00e4rung mit einem\/einer Spezialist:in zu empfehlen. Rechtzeitig erkannt ist es deutlich einfacher, die Erkrankung zu stoppen. Unbehandelt kann sich die depressive Stimmungslage im Verlauf des Winters verschlimmern und zu schlechter emotionaler Befindlichkeit, verringerter Leistungsf\u00e4higkeit und reduzierter Lebensqualit\u00e4t f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-behandlung-der-winterdepression\">Behandlung der Winterdepression<\/h2>\n\n\n\n<p>Bei getr\u00fcbter Stimmungslage, Antriebslosigkeit und weiteren Symptomen wie M\u00fcdigkeit und Hunger auf S\u00fc\u00dfes ist es <strong>ratsam, einen Arzt\/eine \u00c4rztin aufzusuchen. <\/strong>Sollte die Diagnose Winterdepression vorliegen, stehen <strong>verschiedene Behandlungsmethoden<\/strong> zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-lichttherapie\"><a><\/a>Lichttherapie<\/h3>\n\n\n\n<p>Erste Anlaufstelle ist oft die sogenannte<strong> <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/lichttherapie-behandlung-wirkung-und-vorteile\/\">Lichttherapie<\/a>.<\/strong> Betroffene <strong>\u201cbaden\u201d dabei in UV-Licht, welches die kr\u00e4ftigen Strahlen der Sonne in den Sommermonaten imitiert. <\/strong>Entscheidend ist dabei die Kennzahl Lux des Lichts: Sonnenlicht verf\u00fcgt \u00fcber Werte von 50.000 Lux und mehr. F\u00fcr die Behandlung der Seasonal Affective Disorder sind bereits Werte von 2.500 Lux \u00fcber einen Zeitraum von maximal einer Stunde ausreichend.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei 10.000 Lux hingegen gen\u00fcgen bereits 30 Minuten der Lichtdusche, um Symptome zu mildern. Durch das Auftreffen des Lichts auf K\u00f6rper und Netzhaut wird der Tag k\u00fcnstlich verl\u00e4ngert, unsere biologische Uhr neu ausgerichtet und die \u00fcberm\u00e4\u00dfige Umwandlung von Serotonin in Melatonin gestoppt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcblich ist die Anwendung der Lichttherapie nach Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang. Der Einsatz direkt nach dem Aufwachen ist besonders empfehlenswert. Mit passenden Ger\u00e4ten ist die Lichtdusche <strong>ohne gro\u00dfen Aufwand oder \u00fcberm\u00e4\u00dfige Kosten zu Hause m\u00f6glich.<\/strong> Studien zeigen, dass gr\u00f6\u00dfere Lichtelemente ein besseres Ergebnis liefern. Oft zeigt sich schon nach wenigen Tagen eine Verbesserung der Symptome.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gut zu wissen:<\/strong> Sie sollten vor der Tageslichtlampe sitzen, jedoch nicht direkt in die Lichtquelle blicken! Aktivit\u00e4ten wie Lesen, Meditieren oder Fr\u00fchst\u00fccken lassen sich gut mit dem Lichtbad verbinden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-melatonin\"><a><\/a> Melatonin<\/h3>\n\n\n\n<p>Einige Betroffene k\u00f6nnen von einer geringen Dosis Melatonin profitieren, da dadurch der gest\u00f6rte Schlaf-Wach-Rhythmus wieder normalisiert und die tags\u00fcber auftretende M\u00fcdigkeit reduziert werden k\u00f6nnen. \u00dcblicherweise kombiniert man die Melatonin-Anwendung mit anderen Therapieformen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-antidepressiva\"><a><\/a> Antidepressiva<\/h3>\n\n\n\n<p>Seasonal Affective Disorder kann <strong>mit <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/alles-wissenswerte-ueber-antidepressiva\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Antidepressiva<\/a> behandelt werden.<\/strong> Denkbar ist der Einsatz von Selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI) oder Serotonin-Noradrenalin Wiederaufnahme-Hemmern (SNRIs). Entsprechende Medikamente werden im Rahmen einer Behandlung durch den oder die zust\u00e4ndige\/n Arzt\/\u00c4rztin oder Psychiater:in verschrieben und an die pers\u00f6nlichen Bed\u00fcrfnisse der Betroffenen angepasst.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-therapie\"><a><\/a> Therapie<\/h3>\n\n\n\n<p>Auch die klassische <strong>Psychotherapie ist ein n\u00fctzliches Mittel bei Winterdepression.<\/strong> Das Vermitteln von \u201cWerkzeugen\u201d, mit denen Betroffene Symptome der Erkrankung rechtzeitig erkennen und gegensteuern k\u00f6nnen, ist ein wichtiger Teil der Behandlung. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch Methoden wie das \u201cStimmungs-Tagebuch\u201d k\u00f6nnen helfen, Ausl\u00f6ser und depressive Stimmungen zu identifizieren. Anschlie\u00dfend ist das Ziel, die <strong>negativen Gedanken durch positive zu ersetzen.<\/strong> F\u00fcr Patient:innen, die bereits regelm\u00e4\u00dfig Gespr\u00e4chstherapie oder andere Formen nutzen, kann es sinnvoll sein, in den dunklen Monaten die Frequenz der Sitzungen zu erh\u00f6hen oder zus\u00e4tzliche Angebote wahrzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-winterblues-was-tun-selbsthilfe-und-vorbeugen-einer-winterdepression\">Winterblues &#8211; was tun? Selbsthilfe und Vorbeugen einer Winterdepression<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Winterdepression ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die \u00e4rztlicher Behandlung bedarf. Bei ersten Anzeichen oder einem typischen Winterblues k\u00f6nnen aber auch einige <strong>einfache Ma\u00dfnahmen Abhilfe schaffen und Symptome lindern. Wir haben die wichtigsten Tipps f\u00fcr Sie zusammengestellt:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Anzeichen ernst nehmen: <\/strong>Spielen Sie getr\u00fcbte Stimmung, Antriebslosigkeit, Traurigkeit und andere Gef\u00fchle nicht herunter! Nehmen Sie die Symptome ernst, suchen Sie Hilfe von Ihren Liebsten oder wenden Sie sich bei Bedarf an Ihren Arzt oder Ihre \u00c4rztin, um professionelle Hilfe zu erhalten.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Bewegung<\/strong>: K\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t im Freien ist ideal, um dem Winterblues entgegenzuwirken. Ihr K\u00f6rper erh\u00e4lt dort das ben\u00f6tigte Sonnenlicht, frische Luft und Bewegung. Das wirkt sich positiv auf den Stoffwechsel und die Psyche aus.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Starten Sie rechtzeitig<\/strong>: Falls Sie unter Winterdepression leiden, kann es sinnvoll sein, Gegenma\u00dfnahmen fr\u00fch zu starten. Sie k\u00f6nnen zum Beispiel die Lichttherapie bereits im Herbst beginnen, auch wenn das nat\u00fcrliche Tageslicht noch auszureichen scheint. Auch Gespr\u00e4chstherapie, Melatonin und andere Hilfen k\u00f6nnen besser wirken, wenn sie rechtzeitig begonnen werden. Sprechen Sie dazu am besten fr\u00fchzeitig mit ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer behandelnden \u00c4rztin.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Ern\u00e4hrung<\/strong>: Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ern\u00e4hrung stellt sicher, dass Ihr K\u00f6rper alle ben\u00f6tigten N\u00e4hrstoffe erh\u00e4lt. Damit unterst\u00fctzen Sie Ihr Immunsystem, das gesamte Wohlbefinden und die Stimmung.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Pflanzliche Hilfsmittel<\/strong>: Heilpflanzen wie Johanniskraut k\u00f6nnen positiv bei leichten bis mittelschweren depressiven Verstimmungen wirken. Zudem steigert Johanniskraut die Lichtempfindlichkeit und l\u00e4sst sich so ideal mit Bewegung im Freien oder einer Lichtdusche kombinieren. Obwohl es sich um ein nat\u00fcrliches Heilmittel handelt, ist vor der Anwendung ein Gespr\u00e4ch mit Ihrem Arzt oder Ihrer \u00c4rztin ratsam.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Vitamin-D-Spiegel pr\u00fcfen<\/strong>: Ein zu niedriger Vitamin-D-Spiegel steht mit depressiven Verstimmungen in Verbindung. Ausgel\u00f6st durch \u00e4hnliche Ursachen &#8211; Mangel an Sonnenlicht in den Herbst- und Wintermonaten &#8211; kann der Vitaminmangel eine Winterdepression verst\u00e4rken. Die Feststellung erfolgt \u00fcber einen Bluttest. Ein Mangel ist in Zentraleuropa aufgrund des Einfallswinkels der Sonne keine Seltenheit. Die Behandlung ist zum Beispiel durch Nahrungserg\u00e4nzungsmittel problemlos m\u00f6glich.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Negative Einfl\u00fcsse vermeiden<\/strong>: Unsere moderne Welt macht es uns einfach, sich schlecht zu f\u00fchlen. Nachrichten, Social Media oder Filme, Serien, B\u00fccher und Co. mit negativen und deprimierenden Inhalten sind heute jederzeit verf\u00fcgbar. Versuchen Sie zu vermeiden, was Ihre Stimmung tr\u00fcbt und konsumieren Sie stattdessen positive Inhalte.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Stress reduzieren<\/strong>: Stress ist ein unvermeidbarer Bestandteil unseres Lebens, kann jedoch bei zu hoher Intensit\u00e4t oder Dauerbelastung krank machen! Auch depressive Verstimmungen k\u00f6nnen durch Stress weiter verst\u00e4rkt werden. Einen Gang zur\u00fcckschalten, Belastungen reduzieren und Stress durch Erholung ausgleichen sind daher wichtige Schritte, um eine Winterdepression zu bek\u00e4mpfen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Sozialleben<\/strong>: Depressionen sind oft von einem R\u00fcckzug aus dem Sozialleben gekennzeichnet. Betroffenen fehlt die Energie und das Interesse, um mit Freund:innen, Partner:innen oder Familienmitgliedern Zeit zu verbringen. Sp\u00fcren Sie eine verringerte Lust auf soziale Kontakte, kann dies ein Warnzeichen f\u00fcr eine Winterdepression sein. Versuchen Sie, dem Drang zum R\u00fcckzug zu widerstehen und planen Sie bewusst Aktivit\u00e4ten mit Ihrem Umfeld. Sie werden feststellen, dass sich Ihre Stimmung verbessert, wenn Sie Zeit mit Ihren Liebsten verbringen!<\/li>\n\n\n\n<li><strong>S\u00fc\u00dfigkeiten vermeiden<\/strong>: Der Hei\u00dfhunger auf zuckerhaltige Speisen ist ein wichtiges Symptom der Winterdepression, aber problematisch: Der Energieschub aus S\u00fc\u00dfigkeiten und Co. ist kurzzeitig und Gewichtszunahme eine h\u00e4ufige Folge. Komplexe Kohlenhydrate, wie wir sie in Vollkornprodukten und st\u00e4rkehaltigen Gem\u00fcsen finden, sind hier deutlich sinnvoller.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"author":16,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2457,2444,2413],"tags":[575,1933,189,413,1662,2734],"class_list":["post-1322","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-krankheit","category-psychiatrie","category-psychologie","tag-depression","tag-psyche","tag-psychiatrie","tag-psychologie","tag-winter","tag-winterdepression"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1322","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1322\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15798,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1322\/revisions\/15798"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15636"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1322"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1322"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1322"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}