{"id":1320,"date":"2018-03-28T08:36:45","date_gmt":"2018-03-28T08:36:45","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/basaliom\/"},"modified":"2023-02-27T14:16:31","modified_gmt":"2023-02-27T13:16:31","slug":"basaliom","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/basaliom\/","title":{"rendered":"Basaliom (Wei\u00dfer Hautkrebs) &#8211; Definition, Entstehung, Behandlung"},"content":{"rendered":"<h2>Was ist ein Basaliom?<\/h2>\n<p>Unter dem Begriff &#8220;Hautkrebs&#8221; werden verschiedene Krebserkrankungen der Haut zusammengefasst. Umgangssprachlich ist in diesem Zusammenhang h\u00e4ufig von wei\u00dfem Hautkrebs und schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom) die Rede. Zum wei\u00dfen Hautkrebs z\u00e4hlen das Basaliom (Basalzellkarzinom) und das Plattenepithelkarzinom.<\/p>\n<p>Das Basalzellkarzinom ist weltweit die am h\u00e4ufigsten auftretende Form von Hautkrebs. Unter allen F\u00e4llen von wei\u00dfem Hautkrebs entfallen etwa 80 Prozent auf das Basaliom und etwa 20 Prozent auf das Plattenepithelkarzinom und dessen Fr\u00fchform. Die H\u00e4ufigkeit von wei\u00dfem Hautkrebs steigt an, die Inzidenz (H\u00e4ufigkeit von Neuerkrankungen) des Basalioms betr\u00e4gt in unseren Breitengraden etwa 50 &#8211; 100 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr. M\u00e4nner und Frauen sind gleich h\u00e4ufig betroffen.<\/p>\n<h2>Entstehung und Risikofaktoren<\/h2>\n<p>Basaliome entwickeln sich aus den basalen Schichten der Epidermis (oberste, verhornende Epithelschicht der Haut) und der Haarfollikel. Basalzellkarzinome der Haut zeichnen sich durch ein langsames Wachstum aus; sie entwickeln sich zumeist \u00fcber Monate bis Jahre. Als wichtigste Ursache f\u00fcr die Entstehung von Hautkrebs gilt die Sonne bzw. UV-Exposition. Ein Basalzellkarzinom kann prinzipiell am ganzen K\u00f6rper entstehen. Etwa 80 Prozent entstehen im Kopf-Hals-Bereich und damit in einem Bereich, der besonders h\u00e4ufig der Sonne ausgesetzt ist.<\/p>\n<p>Risikofaktoren sind u.a. helle Haut (Hauttyp I\/II), Sonnenbr\u00e4nde, durch Sonnenexposition belastete bzw. gesch\u00e4digte Haut und ionisierende Strahlen (R\u00f6ntgenbestrahlung der Haut). Menschen, die von Albinismus, vom Gorlin-Goltz-Syndrom oder Xeroderma pigmentosum betroffen sind erkranken h\u00e4ufiger und auch chronische Wunden und Narben sind beg\u00fcnstigende Faktoren. Diese Risikofaktoren gelten auch f\u00fcr das Plattenepithelkarzinom und \u00fcberwiegend auch f\u00fcr das Melanom (schwarzer Hautkrebs). Zusammengefasst ist das Basaliom Folge einer genetischen Veranlagung in Kombination mit \u00e4u\u00dferlichen Faktoren, allen voran UV-Belastung der Haut durch \u00fcberm\u00e4\u00dfige Sonnenexposition.<\/p>\n<h2>Woran l\u00e4sst sich ein Basaliom erkennen?<\/h2>\n<p>Basaliome zeichnen sich durch eine gro\u00dfe klinische Formenvielfalt aus und k\u00f6nnen unterschiedlich aussehen. Wichtige charakteristische Zeichen, die auf ein Basaliom hindeuten sind gl\u00e4nzende Kn\u00f6tchen (h\u00e4ufig hellrot oder rot mit erweiterten kleinen Blutgef\u00e4\u00dfen an der Oberfl\u00e4che), glatte Gew\u00e4chse mit Randwall und Eindellung (k\u00f6nnen sp\u00e4ter geschw\u00fcrig werden und kleine Blutgef\u00e4\u00dfe an der Oberfl\u00e4che aufweisen), ein r\u00f6tlicher Fleck, der verkrustet sein, schuppen, jucken und\/oder schmerzen kann, eine \u00fcber mehrere Wochen nicht heilende Wunde, die bluten, n\u00e4ssen und\/oder verkrustet sein kann und narbenartige Ver\u00e4nderungen, die wachsartig aussehen und eine fehlende Pigmentierung haben k\u00f6nnen und sich schlecht zur Umgebung abgrenzen lassen.<\/p>\n<h2>Schwarzer Hautkrebs, wei\u00dfer Hautkrebs &#8211; Unterschied<\/h2>\n<p>Ein wesentlicher Unterschied zwischen schwarzem und wei\u00dfem Hautkrebs zeigt sich in Hinblick auf das biologische Verhalten. Schwarzer Hautkrebs neigt dazu bereits in fr\u00fchen Phasen zu metastasieren, worin auch die Gef\u00e4hrlichkeit von dieser Art von Tumor liegt. Hingegen metastasiert das Basaliom im Regelfall nicht, was jedoch nicht bedeutet, dass ein Basaliom prinzipiell nicht gef\u00e4hrlich ist. Ohne Behandlung kann es sich ausbreiten und seitlich und in die Tiefe wachsen. Durch das Fortwachsen kann ein Basaliom auch weit unter der Haut liegende Organe und Strukturen zerst\u00f6ren. Eine fr\u00fche Diagnose und Behandlung sind somit, wie bei anderen Arten von Krebs, sehr wichtig.<\/p>\n<h2>Diagnose<\/h2>\n<p>Die Diagnose erfolgt durch einen Hautarzt. Erfahrene Haut\u00e4rzte k\u00f6nnen das Basalzellkarzinom h\u00e4ufig mit blo\u00dfem Auge erkennen, mithilfe eines Auflichtmikroskops l\u00e4sst sich das Basaliom zus\u00e4tzlich besser erkennen und von einem m\u00f6glichen anderen Tumor der Haut abgrenzen. Die Diagnose wird durch eine Gewebeentnahme (Biopsie) mit anschlie\u00dfender feingeweblicher Untersuchung gesichert. Unter Umst\u00e4nden k\u00f6nnen noch weitere Untersuchungen notwendig sein.<\/p>\n<h2>Behandlung<\/h2>\n<p>F\u00fcr die Behandlung von wei\u00dfem Hautkrebs stehen verschiedene Therapiem\u00f6glichkeiten zur Verf\u00fcgung. Der genaue Behandlungsablauf kann von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein, die Therapie richtet sich prinzipiell nach der Ausdehnung, nach der Tiefe und nach der Lokalisation der L\u00e4sion, weiters spielen der Allgemeinzustand, m\u00f6gliche Begleiterkrankungen, das kosmetische Ergebnis der unterschiedlichen Methoden und andere Faktoren eine Rolle bei der Therapiewahl.<\/p>\n<h3>Chirurgische Entfernung<\/h3>\n<p>Standardmethode der Basaliomtherapie ist die chirurgische Entfernung mit histologischer Schnittrandkontrolle\/tumoradaptiertem Sicherheitsabstand, was bedeutet, dass beim Entfernen eine Sicherheitsrandzone eingehalten wird, die wichtig ist, um das \u00f6rtliche Wiederauftreten des Tumors m\u00f6glichst zu verhindern. Die Gr\u00f6\u00dfe der Sicherheitsrandzone richtet sich nach der Art des Tumors. Auch beim schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) ist die operative Entfernung die Therapie der Wahl.<\/p>\n<p>Der Tumor wird im Rahmen des Eingriffs zur G\u00e4nze entfernt, h\u00e4ufig ist hierf\u00fcr nur eine lokale Bet\u00e4ubung erforderlich. Bei einem Basaliom mit ung\u00fcnstiger Lage (z.B. Tumor in der N\u00e4he des Auges) oder gr\u00f6\u00dferen Tumoren wird die Operation in mehreren Schritten durchgef\u00fchrt. Die Wunde l\u00e4sst sich in vielen F\u00e4llen mit einer sp\u00e4ter kaum sichtbaren Naht verschlie\u00dfen, bei gr\u00f6\u00dferen Tumoren k\u00f6nnen f\u00fcr ein kosmetisch g\u00fcnstiges Ergebnis bestimmte Operationstechniken notwendig sein (z.B. Hauttransplantation, Lappenplastik), mithilfe welcher der Defekt, der in Folge der Entfernung des Tumors entstanden ist, gedeckt wird.<\/p>\n<h3>K\u00fcrettage, Kryotherapie, Elektrodesikkation<\/h3>\n<p>Bei einem oberfl\u00e4chlichen Basalzellkarzinom kommen als Behandlung unter bestimmten Umst\u00e4nden auch eine K\u00fcrettage (Entfernung durch Ausschabung\/Auskratzung), eine Kryotherapie (Zerst\u00f6rung des Tumorgewebes durch schnelles Einfrieren mit fl\u00fcssigem Stickstoff) und eine Elektrodesikkation (Erhitzung des Tumorgewebes, thermische Zerst\u00f6rung) infrage.<\/p>\n<h3>Photodynamische Therapie<\/h3>\n<p>Die photodynamische Therapie basiert auf dem Anreichern von lichtsensibilisierenden Substanzen im Tumor &#8211; im Rahmen der Therapie wird eine Substanz, ein sogenannter Photosensibilator, aufgetragen, anschlie\u00dfend erfolgt eine Lichtbestrahlung, wodurch das Tumorgewebe gezielt gesch\u00e4digt wird.<\/p>\n<h3>Laserbehandlung<\/h3>\n<p>Bei der Lasertherapie wird unterschieden zwischen der Laserbehandlung im Sinne eines Laserskalpells zum Herausschneiden des Tumors und der Lasertherapie zur Zerst\u00f6rung der Tumorzellen durch Hitzeverdampfung.<\/p>\n<h3>Strahlentherapie<\/h3>\n<p>Die Strahlentherapie ist vor allem bei Patienten mit ung\u00fcnstig gelegenen oder fortgeschrittenen Basalzellkarzinomen geeignet. Es stehen verschiedene Formen der Strahlentherapie zur Verf\u00fcgung, f\u00fcr die vollst\u00e4ndige Tumorzerst\u00f6rung ist meistens eine l\u00e4ngere Behandlung in mehreren Sitzungen erforderlich.<\/p>\n<h3>Therapie mit Cremen\/Salbenbehandlung<\/h3>\n<p>Oberfl\u00e4chliche Basaliome k\u00f6nnen unter bestimmten Voraussetzungen lokal mit einer Creme behandelt werden. Die Behandlungsdauer betr\u00e4gt mehrere Wochen. Heilt der behandelte Tumor nicht vollst\u00e4ndig ab, sollte eine andere Therapie angewendet werden.<\/p>\n<p>Regelm\u00e4\u00dfige Kontrolluntersuchungen nach einer Basaliomtherapie sind sehr wichtig. Das Risiko f\u00fcr ein Wiederauftreten ist von Patient zu Patient verschieden und von unterschiedlichen Faktoren abh\u00e4ngig, am h\u00f6chsten ist es in den ersten zwei Jahren nach der Behandlung. Bei einer operativen Entfernung mit mikroskopischer Untersuchung ist das Risiko f\u00fcr ein Wiederauftreten im Vergleich zu anderen Behandlungsmethoden mitunter am geringsten.<\/p>\n<h2>Wei\u00dfem Hautkrebs vorbeugen<\/h2>\n<p>Die wichtigsten Ma\u00dfnahmen, um Hautkrebs vorzubeugen stellen eine vern\u00fcnftige Sonnenexposition und ein hauttypgerechter Sonnenschutz dar. Eine l\u00e4nger andauernde Sonnenbestrahlung der Haut, insbesondere in der Mittagszeit und in den fr\u00fchen Nachmittagsstunden, sollte vermieden werden. Menschen mit hellem Hauttyp sollten sich besonders sch\u00fctzen. Beim Sonnenschutz mit Sonnenschutzcremes und Textilien sollte auch sehr auf exponierte Stellen (Kopf-Hals-Bereich, Gesicht) geachtet werden. Mehr zum Thema Sonnenschutz lesen Sie hier. Weiters stellen die Selbstuntersuchung der Haut und die regelm\u00e4\u00dfige Untersuchung beim Hautarzt wichtige vorbeugende Ma\u00dfnahmen dar.<\/p>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2405,2457],"tags":[63,254,623,253,191,215,75,64],"class_list":["post-1320","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-haut-und-geschlechtskrankheiten","category-krankheit","tag-basaliom","tag-dermatologie","tag-haut","tag-hautarzt","tag-hautkrankheiten","tag-hautkrebs","tag-onkologie","tag-weiser-hautkrebs"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1320","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1320\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10210,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1320\/revisions\/10210"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1321"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1320"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1320"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1320"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}