{"id":13023,"date":"2022-05-13T11:51:00","date_gmt":"2022-05-13T09:51:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/?post_type=article&#038;p=13023"},"modified":"2026-02-09T14:08:27","modified_gmt":"2026-02-09T13:08:27","slug":"der-diabetische-fuss","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/der-diabetische-fuss\/","title":{"rendered":"Der diabetische Fu\u00df"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Der diabetische Fu\u00df, Interview am Wiener Diabetestag 2022 mit <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/internist\/1140-wien\/dr-alexander-braeuer\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">D<\/a><\/em>r.<em> Alexander Br\u00e4uer, Klinik Ottakring.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-muss-sich-jeder-diabetes-betroffene-vor-der-entwicklung-eines-diabetischen-fusses-furchten\">Muss sich jeder Diabetes-Betroffene vor der Entwicklung eines diabetischen Fu\u00dfes f\u00fcrchten?<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Alexander Br\u00e4uer:<\/strong>\u00a0Prinzipiell ist die Furcht vor einem diabetischen Fu\u00dfsyndrom berechtigt. Wenn es weit fortgeschritten ist, bleibt eigentlich meist nur die Amputation. Circa ein Viertel aller Diabetiker entwickeln ein diabetisches Fu\u00dfsyndrom. Das hei\u00dft, wenn man annimmt, dass circa 10 Prozent der \u00f6sterreichischen Bev\u00f6lkerung Diabetiker sind, sind\u00a0 das 800.000 und davon ein Viertel, also ungef\u00e4hr 200.000 Menschen in \u00d6sterreich, sind davon betroffen in den unterschiedlichsten Stadien.<\/p>\n\n\n\n<p>Das geht von einfachen Druckstellen, wo sich dann Ulcara darunter bilden, bis eben zu nekrotischen Zehen. Die Behandlung ist sehr langwierig und dauert auch viele Jahre, bis da eventuell wieder eine Heilung geschehen ist.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-was-verursacht-dieses-problem\">Was verursacht dieses Problem?<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Alexander Br\u00e4uer:<\/strong>&nbsp;Die h\u00e4ufigste Ursache ist eine Kombination aus einer Polyneuropathie, der Nervensch\u00e4digung und einer PAVK, die zu einer Unterversorgung der Extremit\u00e4t f\u00fchrt. Bei der Polyneuropathie ist klassischerweise, dass die Patienten das Bein nicht sp\u00fcren. Zus\u00e4tzlich kommt die Autonome Neuropathie, wo es zu einer St\u00f6rung der Haut kommt, weil die Schwei\u00dfdr\u00fcsen nicht mehr richtig angesteuert werden, die Temperaturregulation ist gest\u00f6rt und wenn eben auch die sensorische Neuropathie dabei ist, wo die Patienten Druckstellen oder offene Stellen nicht sp\u00fcren, dann wird der Fu\u00df falsch belastet, und unter diesen Hornhautschwielen, k\u00f6nnen sich dann eben diese Ulcera bilden, die dann oft viel, viel zu sp\u00e4t bemerkt werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-woran-erkennt-man-erste-anzeichen\">Woran erkennt man erste Anzeichen?<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Alexander Br\u00e4uer:<\/strong> Die typischen Fr\u00fchsymptome sind eingeschlafene F\u00fc\u00dfe, ein Kribbeln in den Beinen und Ameisenlaufen wird oft geschildert. Als Arzt kann man es auch testen. Es gibt verschiedene Testmethoden, die allerdings nicht immer gemacht werden. Die simpelste Methode ist, einfach nachzufragen und sich auch die Beine anzuschauen oder einen simplen Ber\u00fchrungsstatus an den Beinen zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Patienten merken es eben, wie gesagt, an den Polyneuropathie Symptomen. Also eigentlich die Schmerzen sind das, was die Patienten am meisten berichten. Alles was davor ist, wenn es irgendwie gef\u00fchllos ist, wird eigentlich kaum bemerkt, weil es nicht auff\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies kann behandelt werden mit Neuroleptika, &nbsp;also mit Gabapentin zum Beispiel und die Blutzucker Optimierung ist nat\u00fcrlich das Allerwichtigste. Einen Patienten den ich hatte, das ist f\u00fcr mich so das Beispiel, dass ich allen mitgebe, ist &#8211; der hat er den HAB1c von 8,2 \u00fcbergewichtig und hat dann eine dreifach Therapie bekommen, hat er dann auf einmal den HAB1c von 6,9 und hat davor berichtet, er hatte vor allem am Abend immer dieses Brennen, diese Schmerzen, er konnte kaum schlafen, er hat dann ein Neuroleptika zus\u00e4tzlich bekommen, und nachdem der Blutzucker HAB1c dann auf 6, 9, dann auf 7,0 war, hat er dann gesagt, die neue Neuropathie ist wie weggeblasen ist. Die Nervensch\u00e4digung kann sich auch wieder zur\u00fcckbilden. Das ist die Hoffnung, die man den Patienten auch immer geben kann. Das ist keine One Way Street, geht auch wieder zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-warum-ist-es-wichtig-auf-gutes-schuhwerk-zu-achten\">Warum ist es wichtig, auf gutes Schuhwerk zu achten?<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Alexander Br\u00e4uer:<\/strong> Schuhe tragen wir jeden Tag, und wenn die Schuhe dr\u00fccken, und man sp\u00fcrt nicht, dass die Schuhe dr\u00fccken und wir alle haben irgendwann mal das Kind einen Wandertag gemacht, wo wir nachher Blasen hatten und wissen, wie furchtbar weh das tut und wenn wir aber nicht mehr merken, dass die Schuhe dr\u00fccken, dann ist es nat\u00fcrlich der erste Weg zu irgendeinem Druckgeschw\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<p>Prinzipiell sollten Schuhe bequem sein, sollten weit genug sein, sollten jetzt nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig gro\u00df sein. Was oft Patienten mitbringen, wenn man ihnen schon sagt, oder wenn sie schon einen Verbandsschuh bekommen, einen s\u00fcndhaft teuren orthop\u00e4dischen Verbandsschuh, kommen sie am n\u00e4chsten Tag mit irgendwelchen neuen Plastikschlapfen, weil die so super toll sind und super bequem, die aber genau wieder an dieselbe Stelle dr\u00fccken. Es k\u00f6nnen dann auch Fu\u00dffehlstellungen sein, wie z.B. Krallenzehen, wo dann einfach Stellen belastet werden, die Prinzipien nicht belastet werden sollen. Der Innenriss ist normalerweise nicht belastet und wenn es da zu einer Belastung kommt, dann entsteht da halt viel Hornhaut und auch leichte ein Ulcus.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-was-sollte-man-bei-der-fusspflege-beachten\">Was sollte man bei der Fu\u00dfpflege beachten?<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Alexander Br\u00e4uer:<\/strong> Man soll als Diabetiker zumindest zweimal am Tag auf seine F\u00fc\u00dfe schauen. Die F\u00fc\u00dfe sind extrem wichtig, habe ich schon gesagt. Zweimal am Tag, am besten beim Socken anziehen und beim Socken ausziehen oder beim Schuhe anziehen und beim Schuhe ausziehen, einfach die F\u00fc\u00dfe kurz kontrollieren und schauen, ob irgendwo Risse entstanden sind. Vielleicht wenn Hornhaut ist, dann versuchen mit einem Bimsstein die Hornhaut, also die F\u00fc\u00dfe unter der Dusche aufwecken zu lassen oder in einem nicht so langem Fu\u00dfbad die F\u00fc\u00dfe ein bisschen aufwecken zu lassen und dann die Hornhaut mit einem Bimsstein abzutragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was auf keinen Fall genommen werden soll, sind Hornhauthobel, das ist quasi der erste Schritt zum Ulcus, da k\u00f6nnen Sie sich gleich den Termin beim Chirurgen ausmachen. Keine Zangen oder sonst irgendwelche schweren Ger\u00e4te an die Zehen lassen, sonst, wenn die Haut sehr trocken ist, am besten mit irgendwelchen r\u00fcckfettenden Salben, nicht zwischen den Zehen, weil das beg\u00fcnstigt eher einen Fu\u00dfpilz.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Salben gibt\u2019s auch im Drogeriemarkt. Die sind auch sehr gut um Hornhaut aufzuweichen. Worauf man auch achten soll, ist, dass wenn irgendwo Risse entstanden sind in der Hornhaut, gerade an der Ferse, dass das nicht anf\u00e4ngt zu bluten.<\/p>\n","protected":false},"author":16,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[2447,2953,2490,2807],"tags":[897,2959,3233,2748],"class_list":["post-13023","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-angiologie","category-themenspecialdiabetes","category-endokrinologie-und-diabetologie","category-experten-sprechstunde","tag-diabetes-mellitus","tag-diabetestag","tag-innere-medizin-u-endokrinologie-u-diabetologie","tag-zuckerkrankheit"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/13023","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/13023\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13031,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/13023\/revisions\/13031"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7615"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13023"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13023"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13023"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}