{"id":1302,"date":"2024-09-17T10:28:18","date_gmt":"2024-09-17T08:28:18","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/burnout-die-vielen-facetten-des-ausgebranntseins\/"},"modified":"2024-09-17T10:42:29","modified_gmt":"2024-09-17T08:42:29","slug":"burnout-die-vielen-facetten-des-ausgebranntseins","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/burnout-die-vielen-facetten-des-ausgebranntseins\/","title":{"rendered":"Was tun bei Burnout: Ursachen, Symptome und Behandlung"},"content":{"rendered":"<h2>Was ist Burnout?<\/h2>\n<p>Jeder Mensch f\u00fchlt sich mal gestresst oder ersch\u00f6pft. Doch wenn dieser Zustand besonders intensiv ist, lang anh\u00e4lt und mit Gef\u00fchlen wie<b> \u00dcberforderung, Unzul\u00e4nglichkeit, Angst oder Hoffnungslosigkeit<\/b> einhergeht, liegt ein Problem vor: <b>Burnout!<\/b><\/p>\n<p>Der Begriff f\u00fcr das \u201cAusgebrannt sein\u201d, den Shakespeare bereits im 16. Jahrhundert pr\u00e4gte, ist heute in aller Munde. Denn die Anforderungen im Beruf sind in unserer modernen Welt oft besonders hoch und k\u00f6nnen uns schnell \u00fcberfordern.<\/p>\n<p>Speziell Menschen in pflegenden und sozialen Berufen sind anf\u00e4llig. In diesem Bereich wurde Burnout von Psychoanalytiker Herbert J. Freudenberger erstmals im medizinischen Kontext beschrieben. Aber auch alle anderen Berufsgruppen k\u00f6nnen das Ausbrennen erleben. Denn <b>entscheidend ist das subjektive Empfinden der \u00dcberforderung<\/b>: W\u00e4hrend einige Menschen bereits mit m\u00e4\u00dfiger Belastung \u00fcberfordert sind, k\u00f6nnen andere auch schwierige Situationen meistern. <!-- Quelle: https:\/\/www.netdoktor.de\/krankheiten\/burnout\/ --> <!-- Quelle: https:\/\/www.aok.de\/pk\/magazin\/koerper-psyche\/psychologie\/burnout-so-merken-sie-ob-sie-betroffen-sind\/ -->Im Gegensatz zu einer kurzfristigen Stress-Phase l\u00e4sst sich Burnout aber nicht einfach durch einen Urlaub oder l\u00e4ngere Entspannung heilen! <!-- Quelle: https:\/\/www.netdoktor.de\/krankheiten\/burnout\/ --><\/p>\n<p>Die Betroffenen haben <b>Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und ihre Arbeit, ihr Privatleben und sonstige Aufgaben zu bew\u00e4ltigen. <\/b>Die Belastung kann sich sogar in Panikattacken, Aggressivit\u00e4t oder Suizidgedanken \u00e4u\u00dfern. Auch k\u00f6rperliche Symptome wie <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/kopfschmerzen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kopfschmerzen<\/a>, M\u00fcdigkeit, R\u00fcckenschmerzen oder ein geschw\u00e4chtes Immunsystem sind m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Streng genommen handelt es sich nicht um eine \u201cechte\u201d Erkrankung laut dem internationalen Katalog f\u00fcr die Klassifikation von Diagnosen.<!-- Quelle: https:\/\/www.netdoktor.de\/krankheiten\/burnout\/ --> Stattdessen ist es ein <b>Sammelbegriff f\u00fcr eine chronische \u00dcberlastung und <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/stress-definition-ursache-stressbewaltigung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stress<\/a><\/b>, die dann wiederum k\u00f6rperliche und psychische Erkrankungen sowie andere Symptome ausl\u00f6sen oder verst\u00e4rken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dementsprechend gibt es auch<b> keine klar umrissenen Diagnosekriterien.<!-- Quelle: https:\/\/www.aok.de\/pk\/magazin\/koerper-psyche\/psychologie\/burnout-so-merken-sie-ob-sie-betroffen-sind\/ --><\/b> Burnout hat viele Symptome und Ursachen mit <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/depression-symptome-ursachen-selbsthilfe\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Depressionen<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/angststoerungen-was-ist-das-welche-formen-gibt-es\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Angstst\u00f6rungen<\/a> und chronischem Ersch\u00f6pfungssyndrom gemeinsam, sodass die exakte Diagnose schwerfallen kann. Ein Selbsttest kann erste Hinweise geben, aber der <b>Besuch bei einem Arzt \/ einer \u00c4rztin oder einem Psychologen \/ einer Psychologin ist f\u00fcr die Feststellung und Therapie unerl\u00e4sslich. <\/b><\/p>\n<h2><a name=\"_e653xvyx19d\"><\/a>So kommt es zum \u201cAusbrennen\u201d<\/h2>\n<p>Burnout entsteht nicht durch eine einzelne Ursache. Vielmehr sind <b>viele verschiedene Faktoren beteiligt. <\/b>Man verbindet die Symptome vor allem mit \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Belastung im Beruf, aber auch hier gibt es Ausnahmen. So ist die Erkrankung zum Beispiel bei gestressten Eltern oder Hausfrauen und -m\u00e4nnern anzutreffen, obwohl diese oft formal keiner Arbeit nachgehen.<!-- Quelle Netdoktor --><\/p>\n<p>Weiterhin spielt die <b>Pers\u00f6nlichkeit eine wichtige Rolle<\/b> bei der Entstehung. Burnout ist h\u00e4ufig Folge von chronischer \u00dcberbelastung, hohen Erwartungen und Zielen, fehlendem Feedback und unzureichender Anerkennung f\u00fcr das pers\u00f6nliche Engagement. Unter Betroffenen finden sich dementsprechend <b>h\u00e4ufig Menschen, die sehr motiviert, ehrgeizig, zielstrebig und erfolgsorientiert<\/b> sind, ihre Aufgaben gerne m\u00f6glichst perfekt erledigen wollen und Schwierigkeiten haben, Arbeit abzugeben. Sie wollen am liebsten alles selbst erledigen.<\/p>\n<p>Hinzu kommen unter Umst\u00e4nden noch \u201cUmgebungsfaktoren\u201d, auf die Betroffene kaum Einfluss haben: fehlende Gestaltungs- und Selbstverwirklichungsm\u00f6glichkeiten, mangelnde soziale Unterst\u00fctzung, Zeitdruck, Leistungsdruck, Angst vor einer K\u00fcndigung, Mobbing und Konflikte mit Kolleg:innen oder Vorgesetzten. <!-- Diese beiden Symptome sind von der Grafik auf Netdoktor entnommen, der Rest ist von Docfinder --><\/p>\n<p>Obwohl die genauen Ursachen von Person zu Person abweichen k\u00f6nnen, gibt es meist einen<b> gemeinsamen Nenner: Stress! <\/b>Vor allem, wenn er dauerhaft auftritt und nicht durch Mechanismen zur Verarbeitung aufgefangen wird, kommt es zu Problemen. Denn wir alle haben bewusste und unterbewusste <b>Methoden, mit denen wir solche Belastungen bew\u00e4ltigen.<\/b> Reichen sie nicht aus, steigt die Gefahr f\u00fcr Burnout.\u00a0<!-- Bildquelle &quot;BLACKDAY&quot;, ohne Quellenangabe und Attribution nutzbar --><\/p>\n<h2 class=\"western\"><a name=\"_6dqvavugfg58\"><\/a>Burnout Symptome: Darauf sollten Sie achten!<\/h2>\n<p>Ein Burnout <b>entwickelt sich schleichend <\/b>und ist gerade zu Beginn nur schwer wahrzunehmen, da zun\u00e4chst Motivation und Ehrgeiz, also eigentlich eher positive Emotionen, \u00fcberwiegen. Die Symptome sind \u00fcberwiegend diffus und lassen sich kaum genau zuordnen. Zu den deutlichen Anzeichen k\u00f6nnen zum Beispiel <b>M\u00fcdigkeit und Ersch\u00f6pfung <\/b>z\u00e4hlen &#8211; ein Zustand, der aber auch durch zahlreiche andere Ursachen ausgel\u00f6st werden kann!<\/p>\n<p>Wer ausgebrannt ist, kann sich zudem <b>nur noch schwer oder gar nicht mehr erholen, <\/b>versp\u00fcrt aber gleichzeitig ein gro\u00dfes Ruhebed\u00fcrfnis. Schlafst\u00f6rungen sind h\u00e4ufig und verst\u00e4rken dieses Problem weiter. Zudem f\u00fchlen sich Betroffene oft vom Alltag \u00fcberfordert.<\/p>\n<p>Die M\u00fcdigkeit wird schnell \u00fcberw\u00e4ltigend und beeinflusst auch andere Lebensbereiche: Die <b>Konzentration leidet, u<\/b>nd selbst bei einfachen Aufgaben kommt es immer h\u00e4ufiger zu Fehlern. Die <b>Motivation, soziale Kontakte zu pflegen, sinkt ebenfalls ab.<\/b><\/p>\n<p>Es kommt zu einem R\u00fcckzug aus dem Privatleben. In vielen F\u00e4llen bemerken Partner:innen oder Freund:innen die Ver\u00e4nderungen zuerst. Hobbys, Sport und andere Aktivit\u00e4ten werden ebenfalls reduziert. <!-- Quelle: https:\/\/www.mediclin.de\/ratgeber-gesundheit\/psyche-koerper\/burnout-ausgebrannt-und-erschoepft\/ --><\/p>\n<p>Auch <b>k\u00f6rperliche Beschwerden sind m\u00f6glich.<\/b> <strong>Dazu z\u00e4hlen unter anderem:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Kopfschmerzen,<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/tinnitus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tinnitus<\/a>,<\/li>\n<li>R\u00fcckenschmerzen,<\/li>\n<li>Verdauungsst\u00f6rungen,<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/chronisches-erschoepfungssyndrom-chronisches-fatigue-syndrom\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">chronische M\u00fcdigkeit<\/a>,<\/li>\n<li>h\u00e4ufige <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/behandlung-einer-erkaeltung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Erk\u00e4ltungen<\/a>,<\/li>\n<li>Schlafst\u00f6rungen und Schw\u00e4chegef\u00fchl.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Andere Belastungen sind ebenfalls denkbar, w\u00e4hrend einige Betroffene auch v\u00f6llig ohne k\u00f6rperliche Symptome bleiben. Eine Diagnose erfolgt daher in erster Linie anhand psychischer Merkmale, w\u00e4hrend physische Probleme lediglich zur Best\u00e4tigung dienen.<\/p>\n<h2 class=\"western\"><a name=\"_cgaqc7gwr1n9\"><\/a>Die Phasen des Burnouts<\/h2>\n<p>Es gibt verschiedene Modelle, die zur Diagnose herangezogen werden. Sie alle beschreiben einen ungef\u00e4hr gleichen Verlauf und unterscheiden sich haupts\u00e4chlich in der Anzahl der Stufen, in die sie den Schweregrad einteilen.<\/p>\n<p><strong>Freudenberger, einer der Pioniere der Burnout-Forschung, beschreibt etwa die folgenden zw\u00f6lf Entwicklungsstadien:<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><b>Phase 1 \u2013 der Zwang, sich zu beweisen. <\/b>Diese Phase ist von hohen Erwartungen an sich selbst gekennzeichnet. Betroffene brennen f\u00fcr ihre Arbeit und haben viel Energie. Sie \u00fcbersehen dadurch jedoch die eigenen Grenzen und Bed\u00fcrfnisse.<\/li>\n<li><b>Phase 2 \u2013 verst\u00e4rkter Einsatz. <\/b>Gekennzeichnet durch ein Gef\u00fchl der Unentbehrlichkeit und die besondere Bereitschaft, neue Aufgaben zu \u00fcbernehmen. Betroffenen f\u00e4llt es schwer, Arbeit abzugeben, sie versuchen alles selbst zu machen, allerdings fehlen hierf\u00fcr zumeist die Ressourcen.<\/li>\n<li><b>Phase 3 \u2013 Vernachl\u00e4ssigung der eigenen Bed\u00fcrfnisse. <\/b>Soziale Kontakte und Entspannung fallen zunehmend schwer. Betroffene haben das Gef\u00fchl, dass nicht gen\u00fcgend Zeit daf\u00fcr sei. In dieser Phase kommt es h\u00e4ufig zu vermehrtem Kaffeekonsum oder der Verwendung von Aufputschmitteln.<\/li>\n<li><b>Phase 4 &#8211; Verdr\u00e4ngung von Konflikten und Bed\u00fcrfnissen. <\/b>Es kommt zu Ausfallerscheinungen, Leichtsinnsfehlern, und erste Aufgaben bleiben unerledigt. Konflikte im beruflichen und privaten Umfeld h\u00e4ufen sich. Chronische M\u00fcdigkeit, Energiemangel und Schw\u00e4che k\u00f6nnen hinzutreten.<\/li>\n<li><b>Phase 5 \u2013 Umdeutung von Werten.<\/b> Es kommt zu St\u00f6rungen der Konzentration und Aufmerksamkeit. Soziale Kontakte reduzieren sich, und die Betroffenen stumpfen ab. Was ihnen zuvor sehr wichtig war (z.B. private Beziehungen) findet vor dem Hintergrund der Arbeit immer weniger Platz im Leben.<\/li>\n<li><b>Phase 6 \u2013 Verst\u00e4rkte Verleugnung auftretender Probleme. <\/b>Die vom Burnout Betroffenen schotten sich zunehmend von der Umwelt ab. Zynismus, Aggressionen, das Gef\u00fchl von mangelnder Anerkennung, Desillusionierung herrschen vor. Es kann zu Widerstand gegen\u00fcber der Arbeit, h\u00e4ufigeren Fehlzeiten und \u00c4hnlichem kommen.<\/li>\n<li><b>Phase 7 \u2013 R\u00fcckzug<\/b>. Betroffene sind orientierungs- und hoffnungslos, versp\u00fcren eine innere Leere und greifen auf Ersatzbefriedigungen wie Essen, Alkohol, Drogen oder Einkaufen zur\u00fcck. Die kognitive Leistungs- und Entscheidungsf\u00e4higkeit sind beeintr\u00e4chtigt, k\u00f6rperliche Beschwerden und psychosomatische Reaktionen treten verst\u00e4rkt auf.<\/li>\n<li><b>Phase 8 \u2013 Verhaltens\u00e4nderung<\/b>. Selbstmitleid, Einsamkeit, Gef\u00fchle von Sinnlosigkeit und \u00c4rger treten verst\u00e4rkt auf, w\u00e4hrend Eigeninitiative und Leistungsf\u00e4higkeit abnehmen. Das soziale Leben reduziert sich zusehends.<\/li>\n<li><b>Phase 9 \u2013 Verlust des Gef\u00fchls f\u00fcr die eigene Pers\u00f6nlichkeit<\/b>. Es kommt zu Entfremdung, zunehmender innerer Leere und einem \u201cautomatischen Funktionieren\u201d.<\/li>\n<li><b>Phase 10 \u2013 innere Leere<\/b>. Die Einstellung zum Leben ist negativ, Betroffene f\u00fchlen sich mutlos und leiden unter Angstst\u00f6rungen, Panikattacken oder beidem.<\/li>\n<li><b>Phase 11 \u2013 Depression<\/b>. Ersch\u00f6pfung, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit herrschen vor. Es kann zu Suizidgedanken kommen.<\/li>\n<li><b>Phase 12 \u2013 v\u00f6llige Burnout-Ersch\u00f6pfung<\/b>. Emotionaler, k\u00f6rperlicher und geistiger Zusammenbruch. Suizidgedanken sind h\u00e4ufig. K\u00f6rperliche Burnout-Symptome wie geschw\u00e4chtes Immunsystem, Magen-Darm-Erkrankungen oder Herz-Kreislauf-Probleme treten h\u00e4ufig auf.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Im Gegensatz dazu finden sich im Modell von Prof. Matthias Burisch nur sieben Phasen:<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Anfangsphase mit \u00fcberbordendem Ehrgeiz und Engagement<\/li>\n<li>Reduziertes Engagement<\/li>\n<li>Emotionale Reaktionen wie Depression oder Aggression<\/li>\n<li>Abbau der Leistungsf\u00e4higkeit<\/li>\n<li>Verflachung, Desinteresse, Gleichg\u00fcltigkeit<\/li>\n<li>Psychosomatische, k\u00f6rperliche Reaktionen<\/li>\n<li>Burnout und Verzweiflung<\/li>\n<\/ol>\n<h2><a name=\"_jwbnfq52hbrq\"><\/a>Burnout bek\u00e4mpfen: Vorbeugung und Behandlung<\/h2>\n<p><b>Stress ist ein Teil unseres Lebens und l\u00e4sst sich nie v\u00f6llig vermeiden.<\/b> Im Normalfall gleichen wir stressige Lebensphasen durch Entspannung, Hobbys, unser soziales Umfeld und andere Mechanismen wieder aus. F\u00fcr Burnout-Betroffene ist dieser Ausgleich jedoch nicht mehr m\u00f6glich oder nicht mehr ausreichend.<\/p>\n<p>Um Burnout vorzubeugen, gibt es daher zwei zentrale Ans\u00e4tze: Sie k\u00f6nnen entweder Ihre <b>Belastung reduzieren oder den Stress durch zus\u00e4tzliche Entspannung ausgleichen<\/b>. In der Praxis lassen sich beide Wege durch zahlreiche konkrete Ma\u00dfnahmen erreichen.<\/p>\n<h3>Guter Schlaf<\/h3>\n<p>Unser K\u00f6rper regeneriert sich im Schlaf und baut dabei auch Stress und Stressfolgen ab. Ausreichend Ruhezeit und eine gute Schlafhygiene sind daher exzellente Hilfsmittel, um Burnout zu vermeiden. Leider z\u00e4hlen Schlafschwierigkeiten und mangelnde Schlafqualit\u00e4t oft zu den ersten Symptomen von Burnout, sodass dies nicht immer m\u00f6glich ist.<\/p>\n<h3>Aktive Entspannung<\/h3>\n<p>Es gibt zahlreiche Techniken, die Ihnen dabei helfen k\u00f6nnen, Stress abzubauen. Dazu z\u00e4hlen zum Beispiel Yoga, verschiedene Meditationsformen oder progressive Muskelentspannung. Idealerweise sollten Sie diese M\u00f6glichkeiten nutzen, bevor echte Burnout-Symptome entstehen!<\/p>\n<h3>Stressoren dokumentieren<\/h3>\n<p>Viele Menschen erleben im Alltag immer wieder kleine, stresserzeugende Momente, ohne diese als solche wahrzunehmen. Ein \u201cStresstagebuch\u201d kann Ihnen dabei helfen, Stressoren zu erkennen und zuk\u00fcnftig zu vermeiden.<\/p>\n<h3>Selbstbild kritisch pr\u00fcfen<\/h3>\n<p>Besonders h\u00e4ufig von Burnout betroffen sind Menschen, deren Selbstbild stark von ihrer T\u00e4tigkeit abh\u00e4ngt &#8211; dabei kann es sich sowohl um die berufliche Karriere als auch um eine Elternrolle oder andere Aktivit\u00e4ten handeln. Arbeiten Sie an Ihrer Selbstakzeptanz, um zu verinnerlichen, dass Ihr Selbstbewusstsein nicht von Erfolgen im gew\u00e4hlten Bereich abh\u00e4ngig sein sollte!<\/p>\n<h3>Innere Ursachen finden<\/h3>\n<p>Burnout-Gef\u00e4hrdete oder Betroffene sind h\u00e4ufig von Perfektionismus oder dem Wunsch, \u201ces allen recht zu machen\u201d, getrieben. Diese inneren Treiber zu identifizieren, kann dabei helfen, sich von ihrem Druck zu befreien.<\/p>\n<h3>Soziales Netzwerk<\/h3>\n<p>Der Mensch ist ein soziales Wesen! Kontakt zu Menschen, die Ihnen nahestehen, ist als Gegenmittel zu Stress ideal. Verbringen Sie ausreichend Zeit mit Freund:innen und Familie, um berufliche oder anderweitige Belastungen auszugleichen.<\/p>\n<h3>Ziele und W\u00fcnsche identifizieren<\/h3>\n<p>Burnout entsteht h\u00e4ufig aus einem Gef\u00fchl der Frustration im Beruf, wenn die jeweiligen Aufgaben nicht zu Ihren Interessen und F\u00e4higkeiten passen. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Ihre Karrierewahl durch Ihr Umfeld, sozialen Druck etc. beeinflusst wurde. Treten Sie einen Schritt zur\u00fcck und pr\u00fcfen Sie kritisch, ob die aktuelle T\u00e4tigkeit auch wirklich Ihre pers\u00f6nlichen Bed\u00fcrfnisse befriedigt.<\/p>\n<h3>Hilfe suchen<\/h3>\n<p>Sie m\u00fcssen nicht die gesamte Last alleine schultern! Sowohl im Beruf als auch privat k\u00f6nnen Sie Arbeit abtreten und Hilfe suchen. Unterst\u00fctzung bieten auch Therapeut:innen, <a href=\"\/suche\/psychiater\">Psychiater:innen<\/a> und \u00c4rzt:innen, die Ihnen bei der Stressbew\u00e4ltigung helfen k\u00f6nnen. Nutzen Sie diese Angebote, wenn die Belastung zu viel wird! <!-- Quelle Netdoktor und mediclin --><\/p>\n<h3 class=\"western\"><a name=\"_me2or2y79zg8\"><\/a>Gesunde Lebensweise als Burnout Pr\u00e4vention<\/h3>\n<p>Unsere k\u00f6rperliche Gesundheit beeinflusst unser emotionales Befinden und unsere F\u00e4higkeit, mit Stress und Belastungen umzugehen. Eine<b> gesunde Lebensweise hilft uns deshalb, Burnout zu vermeiden. <\/b><\/p>\n<p>Dazu z\u00e4hlt zun\u00e4chst eine<b> ausgewogene Ern\u00e4hrung,<\/b> die unseren K\u00f6rper mit allen wichtigen N\u00e4hrstoffen versorgt. Genussmittel wie<b> Zucker oder Alkohol sollten Sie hingegen nach M\u00f6glichkeit meiden. <\/b>Auch <b>aufputschende Stoffe wie Koffein oder Nikotin sind nicht zu empfehlen. <\/b><\/p>\n<p>Besonders wichtig ist zudem <b>Bewegung<\/b>: Unser K\u00f6rper baut Stress auch durch k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t ab! Sport ist daf\u00fcr ideal, aber auch ein Spaziergang, Schwimmen oder andere Formen von Bewegung leisten einen wichtigen Beitrag. Mannschaftssportarten k\u00f6nnen sinnvoll sein, da sie Sport mit sozialer Interaktion verbinden. <!-- Quelle AOK --><\/p>\n<h2 class=\"western\"><a name=\"_8cyiwvn2vdsg\"><\/a>Burnout Diagnose und Behandlung<\/h2>\n<p>Um <b>Burnout zu diagnostizieren<\/b> und anschlie\u00dfend die passende Behandlung auszuw\u00e4hlen, ist ein <b>Gespr\u00e4ch mit einem Arzt und\/oder einer Therapeutin notwendig<\/b>. Burnout-Selbsttests, wie man sie reihenweise im Internet findet, k\u00f6nnen zwar einen ersten Eindruck verschaffen, ersetzen aber keinesfalls die professionelle Diagnose.<\/p>\n<p>Zur Feststellung von Burnout betrachtet man die verschiedenen Symptome und den bisherigen Verlauf (unterschiedliche Phasen) sowie das berufliche und private Umfeld, mit Fokus auf eventuelle Belastungen. K\u00f6rperliche Symptome wie M\u00fcdigkeit oder Schlafst\u00f6rungen sind oft erste Anzeichen und bringen Betroffene dazu, den Hausarzt aufzusuchen. In einem Anamnesegespr\u00e4ch stellt dieser dann den Verdacht auf Burnout fest.<\/p>\n<p>Eine <b>k\u00f6rperliche Untersuchung ist unabh\u00e4ngig von physischen Symptomen n\u00f6tig, um andere Ursachen f\u00fcr das Gef\u00fchl des Ausgebranntseins auszuschlie\u00dfen. <\/b>Zudem wird gepr\u00fcft, ob andere psychische Leiden wie Depression, Angstst\u00f6rung, Suchterkrankungen etc. der Ausl\u00f6ser sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Erh\u00e4rtet sich der Burnoutverdacht, erfolgt die <b>\u00dcberweisung an Therapeut:innen, Psychiater:innen oder sonstige Burnout-Spezialist:innen.<\/b> Dort wird durch spezielle Tests wie das Maslach Burnout Inventory (MBI) oder das Tedium\/Burnout Measure der Zustand genauer untersucht. <!-- Quellen Docfinder und Mediclin --><\/p>\n<h2 class=\"western\"><a name=\"_wxvd00z3wfgw\"><\/a>Behandlung, Prognose und durchschnittliche Ausfallzeit<\/h2>\n<p>Die <b>therapeutische Behandlung unterst\u00fctzt Betroffene auf der Suche nach L\u00f6sungsans\u00e4tzen und Ver\u00e4nderungsm\u00f6glichkeiten<\/b>. Ziel ist, die eigene Situation und verinnerlichte Verhaltensmuster zu erkennen und zu lernen, sich selbst zu helfen. Auch richtiges Zeitmanagement leistet einen wichtigen Beitrag.<\/p>\n<p>Ein weiterer Schwerpunkt sind<b> Entspannungstechniken<\/b>, die dabei helfen, den unumg\u00e4nglichen Stress abzubauen. Autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder Meditation sind daf\u00fcr zum Beispiel geeignet. Auch k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t und Sport sind wichtige Hilfsmittel.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Behandlung der k\u00f6rperlichen Symptome werden entsprechende Fach\u00e4rzt:innen hinzugezogen. Eine <b>m\u00f6glichst fr\u00fche Diagnose und Behandlung<\/b>, idealerweise noch im Anfangsstadium des Burnouts, <b>verbessert die Heilungschancen und -dauer<\/b>. Die durchschnittliche Ausfallzeit h\u00e4ngt stark davon ab, wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist und wie gut die Betroffenen in der Lage sind, notwendige Ver\u00e4nderungen durchzuf\u00fchren. Ist das Burnout bereits weit fortgeschritten, kann eine station\u00e4re Behandlung erforderlich sein.<\/p>\n<p>Das anschlie\u00dfende Reintegrieren in die Arbeitswelt kann zur Herausforderung werden, da auf ein ausgewogenes Verh\u00e4ltnis zwischen Belastung und Entspannung zu achten ist. Eine verringerte Stundenzahl, alternative Arbeitszeitmodelle oder sogar ein Jobwechsel k\u00f6nnen den Prozess unterst\u00fctzen.<\/p>\n","protected":false},"author":16,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[2457,7,2444,2413],"tags":[2264,575,289,413,290,239],"class_list":["post-1302","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-krankheit","category-leben","category-psychiatrie","category-psychologie","tag-burnout","tag-depression","tag-psychiater","tag-psychologie","tag-psychotherapeut","tag-stress"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1302","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1302\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15622,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1302\/revisions\/15622"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15621"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1302"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1302"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1302"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}