{"id":1275,"date":"2018-05-14T11:00:58","date_gmt":"2018-05-14T11:00:58","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/multiple-sklerose\/"},"modified":"2023-02-27T13:54:48","modified_gmt":"2023-02-27T12:54:48","slug":"multiple-sklerose","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/multiple-sklerose\/","title":{"rendered":"Multiple Sklerose (MS) &#8211; Definition, Symptome, Diagnose, Behandlung"},"content":{"rendered":"<h2>Was ist Multiple Sklerose?<\/h2>\n<p>Bei MS handelt es sich um eine chronisch-entz\u00fcndliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Die Mehrheit der Betroffenen erkrankt im jungen Erwachsenenalter (zwischen 20 und 40). Frauen sind etwa doppelt so oft betroffen wie M\u00e4nner.<\/p>\n<h2>Ursachen &#8211; was passiert bei Multipler Sklerose?<\/h2>\n<p><strong>Zentrales Nervensystem:<\/strong> Als zentrales Nervensystem (ZNS) werden die im Gehirn und R\u00fcckenmark gelegenen Nervenstrukturen bezeichnet, die f\u00fcr die zentrale Reizverarbeitung zust\u00e4ndig sind. Au\u00dferdem ist das ZNS Sitz der Ausl\u00f6sung der willk\u00fcrlichen Motorik und der Ort des Denkens. Die einzelnen Signale werden \u00fcber Nervenfasern \u00fcbertragen, die, \u00e4hnlich wie ein elektrisches Kabel, von einer H\u00fclle umgeben sind (Myelin oder Nerven- oder Myelinscheide), die f\u00fcr eine rasche Weiterleitung der elektrischen Signale sorgt.<\/p>\n<p><strong>Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung:<\/strong> Bei MS greifen k\u00f6rpereigene Zellen infolge einer Fehlfunktion des Immunsystems die Myelinscheiden und\/oder die Nervenzellen an. Es kommt zur Bildung von entz\u00fcndlichen L\u00e4sionen (Plaques), die vernarben. Da sich bei MS das Immunsystem gegen k\u00f6rpereigene Strukturen richtet, wird die Krankheit zu den Autoimmunerkrankungen gez\u00e4hlt. Die Narben beeintr\u00e4chtigen die Signal\u00fcbermittlung der Nervenfasern &#8211; Befehle k\u00f6nnen in weiterer Folge nur teilweise oder gar nicht ausgef\u00fchrt werden, was sich, abh\u00e4ngig davon welcher Teil des ZNS betroffen ist, in unterschiedlichen Symptomen \u00e4u\u00dfert. Au\u00dferdem ist Gehirnschwund (Hirnatrophie) h\u00e4ufig ein Mitverursacher verschiedener Symptome. Der Abbau von Hirngewebe ist an sich ein normaler Alterungsprozess, wird durch Multiple Sklerose jedoch verst\u00e4rkt und f\u00fchrt zu kognitiven St\u00f6rungen, die u.a. die Informationsverarbeitung, das Ged\u00e4chtnis, die komplexe Aufmerksamkeit und die Planungs- und Handlungsf\u00e4higkeit betreffen. Mit modernen Therapien kann dem entgegengewirkt werden.<\/p>\n<h2>Symptome und Formen<\/h2>\n<p>Im Verlauf der Erkrankung kann es zu verschiedenen Symptomen kommen. Erste m\u00f6gliche Anzeichen sind u.a. Gef\u00fchlsst\u00f6rungen (z.B. Taubheitsgef\u00fchl oder Kribbeln in den Armen und Beinen), Sehst\u00f6rungen, starke M\u00fcdigkeit, Unsicherheiten beim Stehen und Gehen und Gangst\u00f6rungen.<\/p>\n<p>An dieser Stelle muss nochmals betont werden, dass die Krankheit bei jedem anders verl\u00e4uft. Nicht jeder Patient ist von jedem Symptom betroffen. Die verschiedenen Symptome treten meistens sowohl im Schub als auch dauerhaft in unterschiedlichen Kombinationen auf. Auch bilden sich Symptome bei vielen Patienten nach einem Schub teilweise oder vollst\u00e4ndig zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Bei einem Schub handelt es sich um neuauftretende St\u00f6rungen, die l\u00e4nger als 24 Stunden anhalten. Bei den St\u00f6rungen kann es sich um neue Symptome handeln oder um eine Verschlimmerung bereits bestehender Symptome. Bis zur R\u00fcckbildung der Symptome kann es einige Zeit dauern, es kann allerdings auch zu bleibenden Sch\u00e4den kommen.<\/p>\n<p>Das Ausma\u00df der Sch\u00fcbe und die Geschwindigkeit, mit der die Krankheit fortschreitet sind individuell verschieden. Grunds\u00e4tzlich werden bei MS drei Verlaufsformen unterschieden:<\/p>\n<ul>\n<li>Multiple Sklerose mit schubf\u00f6rmigem Verlauf (schubf\u00f6rmig remittierende Multiple Sklerose, RRMS)<\/li>\n<li>Sekund\u00e4r progrediente (SPMS)<\/li>\n<li>Prim\u00e4r progrediente Multiple Sklerose (PPMS).<\/li>\n<\/ul>\n<p>RRMS ist die h\u00e4ufigste Verlaufsform &#8211; bei etwa 80 Prozent aller Patienten beginnt die Krankheit mit dieser Form. Der Verlauf ist durch das Auftreten von Sch\u00fcben in unregelm\u00e4\u00dfigen Zeitabst\u00e4nden charakterisiert. Bei vielen Erkrankten geht die RRMS sp\u00e4ter in eine SPMS \u00fcber.<\/p>\n<h2>Diagnose<\/h2>\n<p>Die Diagnose erfordert nach dem Erfassen der Krankengeschichte verschiedene Untersuchungen, darunter die gr\u00fcndliche k\u00f6rperliche neurologische Untersuchung, bei welcher u.a. die Sensibilit\u00e4t der Haut, die Reaktion auf Temperaturen, Reflexe, die Muskelbeweglichkeit, der Gleichgewichtssinn und die Koordination untersucht werden. Erh\u00e4rtet sich der Verdacht auf Multiple Sklerose, erfolgen weitere Untersuchungen, darunter eine Magnetresonanztomographie (MRT), eine Untersuchung des Nervenwassers und die Bestimmung der Leitf\u00e4higkeit der Nervenbahnen.<\/p>\n<h2>Therapie<\/h2>\n<p><strong>Schubtherapie:<\/strong> Um eine akute Entz\u00fcndung zu unterdr\u00fccken, werden Kortisonpr\u00e4parate als Infusion gegeben.<\/p>\n<p><strong>Basistherapie- und Eskalationstherapie:<\/strong> Die Langzeittherapie zielt darauf ab den Verlauf der Krankheit zu verlangsamen und neue Sch\u00fcbe zu verhindern. Die Therapie kann eskaliert werden, wenn sie nicht den gew\u00fcnschten Behandlungserfolg zeigt (Eskalationstherapie). F\u00fcr die Langzeittherapie stehen verschiedene Substanzen zur Verf\u00fcgung, die entweder durch Infusionen in die Vene, als Injektion unter die Haut oder in den Muskel verabreicht werden. Dar\u00fcber hinaus gibt es seit einiger Zeit auch Therapeutika, die oral eingenommen werden.<\/p>\n<p><strong>Symptomatische Therapie:<\/strong> Weiters gibt es verschiedene nicht-medikament\u00f6se Ma\u00dfnahmen, darunter z.B. Ergo-, Physio- und Sporttherapie, Logop\u00e4die und bestimmte Entspannungsverfahren, um einzelne Symptome zu behandeln und die Lebensqualit\u00e4t zu erhalten bzw. zu verbessern. Psychotherapie kann helfen besser mit der Diagnose und den damit einhergehenden Ver\u00e4nderungen zurechtzukommen. Zus\u00e4tzlich kommen zur Behandlung von Symptomen auch Medikamente zum Einsatz.<\/p>\n<p>Die Therapie des akuten Schubs, die langfristige und die symptomatische Therapie kommen im Regelfall kombiniert zur Anwendung. Die Therapie wird individuell erstellt und (laufend neu) an die Situation des Patienten angepasst. Sie richtet sich nach Krankheitsstadium und -verlauf, vorherherrschenden Symptomen, Alter, Geschlecht, Begleiterkrankungen und anderen Faktoren wie z.B. einem m\u00f6glichen Kinderwunsch.<\/p>\n<p>Zwar ist Multiple Sklerose nach dem heutigen Erkenntnisstand nicht heilbar, die Diagnose bedeutet jedoch keinesfalls ein Ende der Lebensqualit\u00e4t. Mit einer richtigen und konsequenten Therapie k\u00f6nnen Betroffene ein weitgehend normales Leben f\u00fchren, einer Ausbildung und einem Beruf nachgehen und eine Familie gr\u00fcnden.<\/p>\n<h2><\/h2>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2422,2448,2457,2408],"tags":[108,2892,1723,474,475,2728,188],"class_list":["post-1275","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-immunologie","category-innere-medizin","category-krankheit","category-neurologie","tag-allgemeinmedizin","tag-chronische-erkrankung","tag-ms","tag-multiple-sklerose","tag-nerven","tag-nervensystem","tag-neurologie"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1275","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1275\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10221,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1275\/revisions\/10221"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1276"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1275"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1275"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1275"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}