{"id":1273,"date":"2017-08-14T15:55:14","date_gmt":"2017-08-14T15:55:14","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/cholesterin\/"},"modified":"2026-02-10T11:12:19","modified_gmt":"2026-02-10T10:12:19","slug":"cholesterin","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/cholesterin\/","title":{"rendered":"Cholesterin &#8211; Definition, Werte, Behandlung bei erh\u00f6htem Spiegel"},"content":{"rendered":"<h2>Was ist Cholesterin und wof\u00fcr wird es ben\u00f6tigt?<\/h2>\n<p>Cholesterin ist eine fett\u00e4hnliche Substanz, die sehr wichtig f\u00fcr die Funktion unserer K\u00f6rperzellen und f\u00fcr zahlreiche Stoffwechselvorg\u00e4nge ist. Unter anderem wird es vom K\u00f6rper zur Herstellung von Gallens\u00e4uren, Vitamin D und Sexualhormonen ben\u00f6tigt.<\/p>\n<h2>Wo kommt Cholesterin im K\u00f6rper vor?<\/h2>\n<p>Cholesterin kommt nahezu \u00fcberall im K\u00f6rper vor. Um sicherzustellen, dass wir stets ausreichend Cholesterin zur Verf\u00fcgung haben, stellt der K\u00f6rper Cholesterin selbst her, \u00fcberwiegend in der Leber. Von dort aus wird es \u00fcber das Blut in unterschiedliche Gewebe transportiert. Au\u00dferdem nehmen wir Cholesterin mit der Nahrung auf.<\/p>\n<p>Cholesterin ist in Wasser nicht l\u00f6slich, weswegen es auf Lipoproteine angewiesen ist, um \u00fcber das Blut in das Gewebe gelangen zu k\u00f6nnen. Es werden verschiedene Lipoproteine unterschieden, darunter &#8220;low density lipoproteins&#8221; (<strong>LDL<\/strong>) und &#8220;high density lipoproteins&#8221; (<strong>HDL<\/strong>).<\/p>\n<p>HDL verf\u00fcgt \u00fcber eine hohe Dichte und wird auch als &#8220;gutes Cholesterin&#8221; bezeichnet, da es hilft, Cholesterin aus dem Blut zur Leber zu transportieren, wo es abgebaut wird. LDL hat eine niedrige Dichte, transportiert Cholesterin zu den Zellen und wird auch &#8220;schlechtes Cholesterin&#8221; genannt &#8211; denn ist ein \u00dcberangebot davon vorhanden, dann lagert es sich in den Arterien ab. W\u00e4hrend also hohe Konzentrationen an LDL-Cholesterin zu Gef\u00e4\u00dfverkalkung (Arteriosklerose) f\u00fchren k\u00f6nnen, haben hohe Konzentrationen an HDL-Cholesterin eine sch\u00fctzende Wirkung auf die Gef\u00e4\u00dfe. Spricht jemand also davon, dass er einen zu hohen Cholesterinspiegel hat, dann ist von LDL-Cholesterin die Rede, nicht von HDL-Cholesterin.<\/p>\n<h2>Wann und wie werden die Cholesterinwerte bestimmt?<\/h2>\n<p>Arteriosklerose erh\u00f6ht das Risiko f\u00fcr Herzinfarkt, Schlaganfall, Niereninsuffizienz und andere Erkrankungen. Da ein erh\u00f6hter Cholesterinspiegel die Entstehung von Arteriosklerose f\u00f6rdert, wird es routinem\u00e4\u00dfig bei einer Blutuntersuchung bestimmt, z.B. bei einer normalen Vorsorgeuntersuchung. Bei Personen mit Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/diabetes-1191\">Diabetes mellitus<\/a>, Adipositas und anderen Erkrankungen werden die Cholesterinwerte regelm\u00e4\u00dfig erhoben.<\/p>\n<p>Der Cholesterinspiegel wird aus dem Blut bestimmt und in Milligramm pro Deziliter (mg\/dl) angegeben.<\/p>\n<h2>Welche Cholesterinwerte sind normal?<\/h2>\n<p>Die anzustrebenden Cholesterinwerte h\u00e4ngen vom Geschlecht, Alter und von anderen Faktoren ab. Allgemein sollten gesunde Menschen einen <strong>Gesamtcholesterinwert<\/strong> von <strong>maximal 200 mg\/dl<\/strong> (ca. 5,2 mmol\/l) anstreben. Das <strong>LDL-Cholesterin<\/strong> sollte als Teil des Gesamtcholesterinwertes <strong>unter 160 mg\/dl<\/strong> (ca. 4,1 mmol\/l) liegen. Weiters wird ein <strong>HDL-Cholesterinwert<\/strong> von <strong>\u00fcber 40 mg\/dl<\/strong> (ca. 1 mmol\/l) empfohlen.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine zuverl\u00e4ssige Aussage \u00fcber das individuelle Risiko f\u00fcr Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Folgeerkrankungen ist u.a. das Verh\u00e4ltnis aller Blutfette, darunter Cholesterin und Triglyceride, zueinander wichtig.<\/p>\n<h2>Wann sind die Cholesterinwerte zu niedrig, wann erh\u00f6ht?<\/h2>\n<p>M\u00f6gliche Ursachen f\u00fcr einen zu niedrigen Cholesterinspiegel sind u.a.<\/p>\n<ul>\n<li>Unterern\u00e4hrung<\/li>\n<li>Leberzirrhose<\/li>\n<li>Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion<\/li>\n<li>Bestimmte Fettstoffwechselkrankheiten<\/li>\n<\/ul>\n<p>Da die Ursache auch eine andere sein kann, sollten von der Norm abweichende Laborwerte immer mit dem Arzt besprochen werden.<\/p>\n<p>Ein erh\u00f6hter Cholesterinspiegel wird auch als Hypercholesterin\u00e4mie bezeichnet. Es wird zwischen prim\u00e4rer und sekund\u00e4rer Hypercholesterin\u00e4mie unterschieden.<\/p>\n<p><strong>Prim\u00e4re Hypercholesterin\u00e4mie<\/strong>&nbsp;ist auf genetische Veranlagung (famili\u00e4re Hypercholesterin\u00e4mie) zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Sekund\u00e4re Hypercholesterin\u00e4mie<\/strong> ist h\u00e4ufiger und tritt infolge anderer Erkrankungen oder eines ungesunden Lebensstils auf. Die Diagnose Hypercholesterin\u00e4mie kann sich auf das Gesamtcholesterin oder auf das LDL-Cholesterin beziehen.<\/p>\n<p>M\u00f6gliche Ursachen f\u00fcr einen erh\u00f6hten Cholesterinspiegel im Sinne einer sekund\u00e4ren Hypercholesterin\u00e4mie sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Grundkrankheiten wie chronische Erkrankungen der Nieren<\/li>\n<li>Leber und Gallenwege<\/li>\n<li>Nephrotisches Syndrom<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/schilddruesenunterfunktion-anzeichen-und-behandlung-1113\">Schilddr\u00fcsenunterfunktion<\/a><\/li>\n<li>(schlecht eingestellter) Diabetes mellitus<\/li>\n<li>Adipositas<\/li>\n<li>Genetische Veranlagung<\/li>\n<li>Ungesunder Lebensstil mit zu wenig Bewegung und unausgewogener Ern\u00e4hrung<\/li>\n<li>Bestimmte Medikamente (z.B. Kortisonpr\u00e4parate, Diuretika)<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Cholesterinspiegel ohne Medikamente senken<\/h2>\n<p>Eine Ausgewogene Ern\u00e4hrung mit wenig ges\u00e4ttigten und reichlich unges\u00e4ttigten Fetts\u00e4uren, viel Bewegung, das Einhalten eines gesunden K\u00f6rpergewichts, Nikotinverzicht und eingeschr\u00e4nkter Alkoholkonsum sind der Schl\u00fcssel, um den Cholesterinspiegel ohne Medikamente zu senken, weswegen die Behandlung einer Hypercholesterin\u00e4mie prim\u00e4r auf einer Lebensstil\u00e4nderung basiert.<\/p>\n<p>Mehrfach unges\u00e4ttigte Fetts\u00e4uren (<strong>Omega-3- und -6-Fetts\u00e4uren<\/strong>) k\u00f6nnen vom K\u00f6rper nicht selbst hergestellt werden und m\u00fcssen in ausreichender Menge mit der Nahrung zugef\u00fchrt werden, da sie u.a. f\u00fcr die Regulation des Fettstoffwechsels und den Aufbau verschiedener Zellstrukturen wichtig sind. Eine ausreichende Zufuhr von mehrfach unges\u00e4ttigten Fetts\u00e4uren tr\u00e4gt zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels bei. Ganz anders sieht die Sache bei ges\u00e4ttigten Fetten und Transfetts\u00e4uren aus. Eine \u00fcberh\u00f6hte Aufnahme dieser erh\u00f6ht die LDL-Cholesterinwerte und das Gesamtcholesterin.<\/p>\n<h2>Erh\u00f6hter Cholesterinspiegel &#8211; Was sollte man essen, was nicht?<\/h2>\n<p>Ges\u00e4ttigte Fetts\u00e4uren sind in tierischen Lebensmitteln zu finden. Prinzipiell und besonders wenn der Cholesterinspiegel erh\u00f6ht ist empfiehlt sich ein eingeschr\u00e4nkter Verzehr von fettreichen Milchprodukten, fettreichen Fleisch- und Wurstwaren, frittierten Speisen, verarbeiteten Lebensmitteln (z.B. Backwaren) und Fertigprodukten. Eine cholesterinarme Ern\u00e4hrung besteht aus Obst, Gem\u00fcse, vollwertigen Getreideprodukten, magerem Fleisch und Fisch und ist reich an unges\u00e4ttigten Fetts\u00e4uren. Diese kommen u.a. in verschiedenen Speise\u00f6len sowie in bestimmten Fischen und N\u00fcssen vor. Bereits kleine konsequent durchgef\u00fchrte \u00c4nderungen in der Ern\u00e4hrung k\u00f6nnen sich sehr positiv auf den Cholesterinspiegel und die Gesundheit auswirken.<\/p>\n<h2>Erh\u00f6hter Cholesterinspiegel &#8211; Medikament\u00f6se Therapie<\/h2>\n<p>Gelingt es nicht, den Cholesterinspiegel trotz dieser Ma\u00dfnahmen zu senken, ist erg\u00e4nzend eine medikament\u00f6se Behandlung notwendig. Die Therapiebed\u00fcrftigkeit orientiert sich nicht nur an den allgemeinen Grenzwerten, sondern auch an der individuellen Risikosituation, also daran, wie hoch das Risiko f\u00fcr Arteriosklerose und deren Folgeerkrankungen ist.<\/p>\n<p>Zum Einsatz kommen u.a. Cholesterin-Synthese-Enzym-Hemmer (CSE-Hemmer; Statine), die zu einer Reduktion des LDL-Cholesterins f\u00fchren, indem sie dessen Neubildung in der Leber hemmen. Ist ein Medikament alleine nicht ausreichend wirksam, k\u00f6nnen Kombinationen notwendig sein, z.B. mit einem selektiven Cholesterinresorptionshemmer. Seit einiger Zeit steht mit den sogenannten PCSK9-Hemmern (Alirocumab, Evolocumab) eine neue wirksame Wirkstoffklasse zur Behandlung der Hypercholesterin\u00e4mie zur Verf\u00fcgung. Die Wirkung von PCSK9-Hemmern basiert auf der Hemmung des Enzyms PCSK9, welches am Cholesterinstoffwechsel beteiligt ist. Sie werden bei Patienten mit einer erblich bedingten Fettstoffwechselst\u00f6rung und mit einer Hypercholesterin\u00e4mie, bei welchen andere Therapiema\u00dfnahmen keinen ausreichenden Erfolg gebracht haben, eingesetzt, um das LDL-Cholesterin zu senken.<\/p>\n<p>Welches Medikament bzw. welche Kombinationstherapie letztendlich eingesetzt wird, ist von vielen Faktoren abh\u00e4ngig und wird f\u00fcr jeden Patienten, ausgehend davon, welcher Zielwert aufgrund des individuellen Risikos ma\u00dfgeblich ist, individuell bestimmt.<\/p>\n<hr>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,66,2417,2424,2448,2409,2429],"tags":[108,281,185,2672],"class_list":["post-1273","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-gesundheitsnews","category-haematologie","category-hepatologie","category-innere-medizin","category-kardiologie","category-nephrologie","tag-allgemeinmedizin","tag-hypercholesterinamie","tag-innere-medizin","tag-triglyceride"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1273","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1273\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9527,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1273\/revisions\/9527"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1274"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1273"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1273"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1273"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}