{"id":1271,"date":"2021-08-22T16:12:00","date_gmt":"2021-08-22T14:12:00","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/schwangerschaft\/"},"modified":"2023-09-01T15:18:43","modified_gmt":"2023-09-01T13:18:43","slug":"schwangerschaft","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/schwangerschaft\/","title":{"rendered":"Schwangerschaft"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Schwangerschaftstest<\/strong><\/h2>\n<p>Bei Schwangerschaftstests wird zwischen Blut- und Urintests unterschieden. W\u00e4hrend Bluttests nur von einem Arzt durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, erm\u00f6glichen Urintests die Feststellung einer Schwangerschaft im Selbsttest. Beide Schwangerschaftstests beruhen auf einem Nachweis des Schwangerschaftshormons Humanes Choriongonadotropin (hCG). Hierbei handelt es sich um ein Hormon, welches nach der Befruchtung aus den fr\u00fchen Zellen der Plazenta, welche sp\u00e4ter f\u00fcr die Versorgung des Babys mit Sauerstoff und N\u00e4hrstoffen aus dem Stoffwechsel der Mutter verantwortlich ist, gebildet wird. hCG beginnt am f\u00fcnften Tag nach der Befruchtung bis zur 12. Schwangerschaftswoche exponentiell anzusteigen. Es stimuliert die Bildung von Progesteron und ist f\u00fcr die Erhaltung der Schwangerschaft wichtig. Progesteron ist ein Gelbk\u00f6rperhormon, welches in der zweiten Zyklush\u00e4lfte bei der Einnistung des Embryos eine wichtige Rolle spielt.<\/p>\n<p>In Apotheken, Drogeriem\u00e4rkten und im Internet sind verschiedene Urintests von unterschiedlichen Herstellern rezeptfrei erh\u00e4ltlich, die alle nach einem \u00e4hnlichen Prinzip funktionieren. Im Falle einer Schwangerschaft reagiert der Teststreifen mit dem Urin &#8211; je nach Produkt wird das positive Ergebnis durch ein Pluszeichen, durch mehrere Streifen oder mit der Bezeichnung &#8220;schwanger&#8221; angezeigt. Urintests k\u00f6nnen eine Schwangerschaft fr\u00fchestens 12 Tage nach der Befruchtung mit einer Genauigkeit von bis zu 99 Prozent anzeigen. Einige Tests geben zudem auch an, seit wann man bereits schwanger ist. Der Zeitpunkt der Empf\u00e4ngnis wird mit einer Zuverl\u00e4ssigkeit von \u00fcber 90 Prozent angezeigt. Mit einem Bluttest l\u00e4sst sich hCG etwas fr\u00fcher, n\u00e4mlich neun Tage nach der Befruchtung, im Blut nachweisen.<\/p>\n<p>Vor Durchf\u00fchrung eines Schwangerschaftstests sollte die Gebrauchsanweisung genau gelesen werden, um Fehler in der Durchf\u00fchrung und damit ein m\u00f6gliches falsch-positives bzw. falsch-negatives Ergebnis zu vermeiden.<\/p>\n<h2><strong>Schwangerschaftsverlauf<\/strong><\/h2>\n<p>Die Dauer der Schwangerschaft wird ab dem ersten Tag der letzten Menstruation gerechnet. Gem\u00e4\u00df dieser Rechenweise erfolgt die Befruchtung in der zweiten Schwangerschaftswoche. Eine ab dem ersten Tag der letzten Menstruation gerechnete Schwangerschaft dauert 40 Wochen, traditionell wird von neun Monaten gesprochen. Nur wenige Kinder werden exakt am berechneten Geburtstermin geboren, die meisten Kinder kommen innerhalb von drei Wochen um den errechneten Geburtstermin zur Welt.<\/p>\n<p>Der Schwangerschaftsverlauf wird in drei Abschnitte, sogenannte Trimester, eingeteilt (1. Trimester: Schwangerschaftswochen 1 bis 12; 2. Trimester: Schwangerschaftswochen 13 bis 27; 3. Trimester: Schwangerschaftswochen 28 bis 40).<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang werden h\u00e4ufig auch die Begriffe &#8220;Embryogenese&#8221; (Embryonalentwicklung) und &#8220;Fetogenese&#8221; (Fetalentwicklung) genannt. Die Embryogenese bezeichnet jenen biologischen Prozess, der zur Bildung des Embryos f\u00fchrt. Die Embryogenese beginnt mit der Befruchtung und dauert acht Wochen, anschlie\u00dfend beginnt die Fetogenese und damit der Prozess der Entwicklung des Fetus. Die Fetogenese endet mit der Geburt. Der folgende Abschnitt gibt einen \u00dcberblick \u00fcber einige Entwicklungsprozesse w\u00e4hrend der Embryo- und der Fetogenese. Die Angaben zur Gr\u00f6\u00dfen- und Gewichtsentwicklung des Kindes k\u00f6nnen in der Literatur variieren, weswegen es bei Fragen und Zweifeln immer sinnvoll ist, einen Arzt zurate zu ziehen.<\/p>\n<p><strong>Schwangerschaftswochen 3-4:<\/strong> Etwa f\u00fcnf bis sechs Tage nach der Befruchtung beginnt sich die befruchtete Eizelle (Blastozyste) in der Geb\u00e4rmutter einzunisten. Am f\u00fcnften Tag nach der Befruchtung beginnt das Hormon hCG, welches im Rahmen eines Schwangerschaftstests zuerst im Blut und sp\u00e4ter auch im Urin nachgewiesen werden kann, anzusteigen.<\/p>\n<p><strong>Schwangerschaftswochen 5-8:<\/strong> Rund um die f\u00fcnfte Woche beginnt sich die Anlage des R\u00fcckenmarks zum Neuralrohr zu verschlie\u00dfen, aus welchem sp\u00e4ter das Gehirn und das R\u00fcckenmark entstehen. Es hat sich ein rohrf\u00f6rmiges Herz gebildet und auch andere Organe wie der Darm, die Lunge, die Leber, die Bauchspeicheldr\u00fcse und die Schilddr\u00fcse entwickeln sich allm\u00e4hlich, ebenso bilden sich die Anlagen f\u00fcr die Arme und Beine. In der siebten Woche ist der Embryo zwischen f\u00fcnf und acht Millimeter gro\u00df. Die Handgelenke und die Finger entwickeln sich, das Gesicht beginnt Formen anzunehmen, die Nase teilt sich und die Augenanlagen werden sichtbar. In der achten Woche ist der Embryo zwischen neun und 15 Millimeter gro\u00df. Der Dottersack, der den Embryo bis jetzt versorgt hat, schrumpft langsam und die Plazenta beginnt allm\u00e4hlich die Versorgung des Embryos zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p><strong>Schwangerschaftswochen 9-12:<\/strong> In diesen Wochen erfolgt die weitere Ausdifferenzierung &#8211; die Augenlider entstehen und die Netzhaut pigmentiert sich, die Kiefer sind entwickelt, Mundh\u00f6hle und Nase vereinen sich, die Ohren zeichnen sich ab und Bauch und R\u00fccken sind erkennbar. Mit Ende der zehnten Schwangerschaftswoche sind alle Organanlagen vorhanden, Finger und Zehen sind deutlich voneinander zu unterscheiden und der Kopf nimmt eine rundlichere Form an. Mit dem dritten Schwangerschaftsmonat beginnt auch die Fetalentwicklung.<\/p>\n<p><strong>Schwangerschaftswochen 13-16:<\/strong> Das zweite Trimester der Schwangerschaft beginnt. Im vierten Monat bilden sich die Organe weiter aus und ein schnelles Wachstum des Fetus setzt ein. Die Nase und das Kinn sind erkennbar, der Mund kann ge\u00f6ffnet und geschlossen werden. Einige Organe, darunter der Magen, der Darm und die Nieren, arbeiten bereits. Gegen Ende des vierten Monats entwickeln sich die Genitalien, sodass das Geschlecht bei g\u00fcnstiger Lage des Fetus im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung festgestellt werden kann. Der Kopf und die Gliedma\u00dfen k\u00f6nnen spontan bewegt werden und das H\u00f6ren setzt ein. Die Gr\u00f6\u00dfe des Fetus betr\u00e4gt nun etwa zehn bis 12 Zentimeter, das Gewicht etwa 100 Gramm.<\/p>\n<p><strong>Schwangerschaftswochen 17-20:<\/strong> Die ersten Bewegungen des Kindes werden sp\u00fcrbar. In der 20. Schwangerschaftswoche ist der Fetus etwa 24 Zentimeter gro\u00df, das Gewicht betr\u00e4gt zwischen 250 und 300 Gramm.<\/p>\n<p><strong>Schwangerschaftswochen 21-24:<\/strong> In dieser Zeit beginnt das Kind auf \u00e4u\u00dfere Reize zu reagieren (z.B. Stimmen, Schall). Die Gesichtsz\u00fcge sind mittlerweile fein entwickelt, Ans\u00e4tze von Wimpern und Augenbrauen werden sichtbar und die Haut des Babys wird zunehmend dicker. In der 24. Woche misst das Kind etwa 30 Zentimeter, das Gewicht betr\u00e4gt etwa 550 Gramm.<\/p>\n<p><strong>Schwangerschaftswochen 25-28:<\/strong> Die Augen k\u00f6nnen mittlerweile ge\u00f6ffnet und geschlossen werden. Die Geschlechtsorgane sind beinahe vollst\u00e4ndig entwickelt. In der 28. Schwangerschaftswoche ist das Kind etwa 38 Zentimeter gro\u00df. W\u00fcrde es nun geboren werden, h\u00e4tte es unter intensivmedizinischem Aufwand \u00dcberlebenschancen.<\/p>\n<p><strong>Schwangerschaftswochen 29-32:<\/strong> In der 32. Schwangerschaftswoche sind mit Ausnahme der Lunge alle Organe fast vollst\u00e4ndig entwickelt. Am Ende des Monats ist das Kind etwa 40 bis 42 Zentimeter gro\u00df und wiegt etwa 1.700 bis 1.900 Gramm.<\/p>\n<p><strong>Schwangerschaftswochen 33-36:<\/strong> Die Entwicklung der Lunge ist ab der 35. Schwangerschaftswoche abgeschlossen. Ab dem achten Monat kann es zu schmerzlosen Kontraktionen der Geb\u00e4rmutter kommen, erste Vorwehen k\u00f6nnen auftreten. Die meisten Kinder liegen nun auch schon in der richtigen Geburtslage in der Geb\u00e4rmutter (Kopf nach unten).<\/p>\n<p><strong>Schwangerschaftswochen 37-40:<\/strong> Eine Entbindung nach Abschluss der 37. Schwangerschaftswoche gilt nicht mehr als Fr\u00fchgeburt. In den letzten Wochen vor der Geburt nimmt das Baby vor allem an Gewicht zu. Die durchschnittliche Gr\u00f6\u00dfe des Kindes betr\u00e4gt bei der Geburt zwischen 50 und 52 Zentimeter, das Gewicht 3.300 bis 3.500 Gramm.<\/p>\n<h2><strong>\u00dcbelkeit und Gewichtszunahme<\/strong><\/h2>\n<p>Etwa zu Beginn des zweiten Monats beginnt sich der K\u00f6rper einer Schwangeren intensiver auf die Schwangerschaft einzustellen. F\u00fcr die Schwangerschaft typische Beschwerden wie \u00dcbelkeit, Erbrechen und Appetitver\u00e4nderungen treten vor allem im ersten Trimester auf und legen sich im zweiten Schwangerschaftsabschnitt im Regelfall allm\u00e4hlich wieder. Bis zur 12. Schwangerschaftswoche sollte sich auch das Gewicht nicht wesentlich ver\u00e4ndert haben, bei den meisten Frauen kommt es ab der 13. Schwangerschaftswoche zu einer Gewichtszunahme von etwa 200 bis 250 Gramm pro Woche. In der 16. Schwangerschaftswoche haben Schwangere durchschnittlich 800 bis 1.000 Gramm zugenommen. Bis zur Geburt nehmen normalgewichtige Frauen durchschnittlich zwischen zehn und 16 Kilo zu, wobei die Gewichtsentwicklung von vielen Faktoren abh\u00e4ngig ist, darunter vom Gewicht vor der Schwangerschaft, und Frau zu Frau sehr unterschiedlich sein kann. Die Gewichtsentwicklung sollte regelm\u00e4\u00dfig kontrolliert werden, sodass bei st\u00e4rkeren Normabweichungen rechtzeitig R\u00fcckschl\u00fcsse auf m\u00f6gliche Komplikationen gezogen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2><strong>Mutter-Kind-Pass Untersuchungen<\/strong><\/h2>\n<p>Der Mutter-Kind-Pass wird bei Feststellung einer Schwangerschaft ausgestellt und stellt in \u00d6sterreich eine wichtige Gesundheitsvorsorgema\u00dfnahme f\u00fcr Schwangere und Kinder bis zum f\u00fcnften Lebensjahr dar. Der Mutter-Kind-Pass ist nicht verpflichtend, die Durchf\u00fchrung der im Mutter-Kind-Pass vorgesehenen Untersuchungen ist allerdings eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr den Bezug von Sozialleistungen. Bei Inanspruchnahme von Vertrags\u00e4rzten der Krankenversicherungstr\u00e4ger ist die Durchf\u00fchrung der Untersuchungen kostenlos.<\/p>\n<p><strong>W\u00e4hrend der Schwangerschaft sind insgesamt f\u00fcnf Untersuchungen vorgesehen:<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Untersuchung:<\/strong> Die erste Untersuchung sollte bis zum Ende der 16. Schwangerschaftswoche durchgef\u00fchrt werden. Die Untersuchung beinhaltet eine ausf\u00fchrliche Anamnese, eine gyn\u00e4kologische Untersuchung, das Erheben von m\u00fctterlichen und kindlichen Risikofaktoren und eine Blutuntersuchung (Test auf Vorliegen einer Lues- und HIV-Infektion, Toxoplasmose-Test, Bestimmung der Blutgruppe, des Rhesusfaktors, des H\u00e4moglobinwerts, des H\u00e4matokrits und anderer Faktoren). Die erste Ultraschalluntersuchung wird zwischen der achten und der 12. Schwangerschaftswoche empfohlen.<\/p>\n<p><strong>2. Untersuchung:<\/strong> Die zweite Untersuchung sollte zwischen der 17. und 20. Schwangerschaftswoche erfolgen. Im Rahmen der Untersuchung werden eine interne und eine gyn\u00e4kologische Untersuchung durchgef\u00fchrt, es werden m\u00fctterliche und kindliche Risikofaktoren erhoben und die Notwendigkeit f\u00fcr weitere Untersuchungen wird beurteilt. Zwischen der 18. und der 22. Schwangerschaftswoche wird die Durchf\u00fchrung der zweiten Ultraschalluntersuchung empfohlen, weiters k\u00f6nnen sich Schwangere in diesem Zeitraum von einer Hebamme zu unterschiedlichen Themen beraten lassen.<\/p>\n<p><strong>3. Untersuchung: <\/strong>Die dritte Untersuchung ist zwischen der 25. und 28. Schwangerschaftswoche vorgesehen. Der Arzt f\u00fchrt eine gyn\u00e4kologische Untersuchung durch, erhebt m\u00fctterliche und kindliche Risikofaktoren und beurteilt den Bedarf nach weiteren Untersuchungen. Weiters werden eine Blutuntersuchung (Bestimmung des H\u00e4moglobinwerts, des H\u00e4matokrits, Hepatitis-B-Untersuchung) und ein oraler Glucosetoleranztest durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p><strong>4. Untersuchung:<\/strong> Die vierte Untersuchung findet zwischen der 30. und der 34. Schwangerschaftswoche statt. Hierbei wird im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung unter anderem die Lage des Kindes beurteilt.<\/p>\n<p><strong>5. Untersuchung:<\/strong> Die f\u00fcnfte Untersuchung findet zwischen der 35. und der 38. Schwangerschaftswoche statt. Der Arzt f\u00fchrt erneut eine gyn\u00e4kologische Untersuchung durch, erhebt m\u00fctterliche und kindliche Risikofaktoren und beurteilt den Bedarf nach weiteren Untersuchungen.<\/p>\n<p>Ab dem 1. J\u00e4nner 2017 k\u00f6nnen Frauen nach der Geburt Ihres Babys t\u00e4glich bis zum f\u00fcnften Tag nach der Geburt den Hausbesuch einer Hebamme in Anspruch nehmen. Die Leistung wird von den Krankenversicherungstr\u00e4gern \u00fcbernommen.<\/p>\n<h2><strong>Pr\u00e4nataldiagnostik<\/strong><\/h2>\n<p>Im Regelfall werden werdende M\u00fctter w\u00e4hrend der Schwangerschaft von ihrem Frauenarzt nach den Richtlinien des Mutter-Kind-Passes betreut. Mit den im Mutter-Kind-Pass vorgesehenen Untersuchungen w\u00e4hrend der Schwangerschaft ist eine gute \u00dcberwachung der Gesundheit der werdenden Mutter und der Entwicklung des Kindes sichergestellt. Pr\u00e4nataldiagnostische Untersuchungen sind w\u00e4hrend dieser Routinebetreuung nicht vorgesehen, k\u00f6nnen jedoch erg\u00e4nzend durchgef\u00fchrt werden. Die Kosten f\u00fcr diese erweiterten Untersuchungen werden von der Sozialversicherung nicht \u00fcbernommen. Jede Schwangere kann selbst entscheiden, ob sie Pr\u00e4nataldiagnostik in Anspruch nehmen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4nataldiagnostik umfasst bestimmte Untersuchungen w\u00e4hrend der Schwangerschaft, mit deren Hilfe das Wachstum des Kindes beurteilt und bestimmte Auff\u00e4lligkeiten erkannt werden k\u00f6nnen, die m\u00f6glicherweise auf eine Erkrankung oder Behinderung hindeuten (Trisomie 21 (Down-Syndrom), Turner-Syndrom, Klinefelter-Syndrom, Neuralrohrdefekte wie Spina bifida und andere). Nicht jede Krankheit ist durch pr\u00e4nataldiagnostische Untersuchungen erkennbar, andere Erkrankungen k\u00f6nnen wiederum in manchen F\u00e4llen bereits w\u00e4hrend der Schwangerschaft behandelt bzw. positiv beeinflusst werden.<\/p>\n<p>Bei den Untersuchungen wird zwischen nicht-invasiven und invasiven Untersuchungen unterschieden. Nicht-invasive Untersuchungen sind solche, die au\u00dferhalb des K\u00f6pers vorgenommen werden. Dazu z\u00e4hlen die Nackendichtemessung, der Doppler-Ultraschall und das Organscreening (Ultraschalluntersuchungen) sowie der Combined Test und der Triple Test (mittels Blutuntersuchung). Zu den invasiven Untersuchungen z\u00e4hlen die sogenannte Chorionzottenbiopsie, eine Untersuchung f\u00fcr welche Bestandteile aus der Plazenta entnommen werden, die Fruchtwasser- und die Nabelschnurpunktion. Pr\u00e4nataldiagnostik wird beispielsweise verh\u00e4uft von Frauen in Betracht gezogen, die zum Zeitpunkt der Schwangerschaft \u00fcber 35. Jahre alt sind oder von Paaren, bei welchen es in der Familie Erbkrankheiten gibt.<\/p>\n<p>Die Entscheidung f\u00fcr bzw. gegen die Untersuchungen sollte sehr gut \u00fcberlegt sein, da die Untersuchungsergebnisse Paare unter Umst\u00e4nden verunsichern und vor belastende Entscheidungen stellen k\u00f6nnen, weswegen Pr\u00e4nataldiagnostik erst nach ausf\u00fchrlicher Beratung und Information in Anspruch genommen werden sollte.<\/p>\n<h2><strong>Ern\u00e4hrung w\u00e4hrend der Schwangerschaft<\/strong><\/h2>\n<p>Eine ausgewogene Ern\u00e4hrung ist der Schl\u00fcssel f\u00fcr eine unbeschwerte Schwangerschaft. Die richtige Ern\u00e4hrung w\u00e4hrend der Schwangerschaft ist einerseits f\u00fcr die werdende Mutter besonders wichtig, andererseits f\u00fcr das Baby, da dieses von der Mutter w\u00e4hrend der Schwangerschaft \u00fcber die Plazenta mitversorgt wird. Eine ung\u00fcnstige Ern\u00e4hrungsweise w\u00e4hrend der Schwangerschaft kann Auswirkungen bis in das Erwachsenenalter des Kindes haben.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Wachstum des Babys und dessen gesunde Entwicklung werden w\u00e4hrend der Schwangerschaft zus\u00e4tzliche Energie und N\u00e4hrstoffe ben\u00f6tigt, die im Rahmen einer ausgewogenen Kost zugef\u00fchrt werden sollten, jedoch nicht einfach nach dem Motto, dass &#8220;ab jetzt f\u00fcr zwei gegessen wird&#8221;. Denn die doppelte Menge an Nahrung und die damit oft einhergehende schnelle Gewichtszunahme kann f\u00fcr Mutter und Kind mit gesundheitlichen Risiken einhergehen &#8211; anstatt &#8220;doppelt so viel&#8221; gilt viel mehr &#8220;doppelt so gut&#8221;.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Schwangerschaft ben\u00f6tigen werdende M\u00fctter t\u00e4glich durchschnittlich zwischen 250 und 300 Kilokalorien zus\u00e4tzlich, f\u00fcr die Gesamtdauer einer Schwangerschaft wurde errechnet, dass Schwangere etwa 71.000 Kilokalorien mehr ben\u00f6tigen.<\/p>\n<p><strong>Eiwei\u00df und N\u00e4hrstoffe<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Schwangerschaft erh\u00f6hen sich unter anderem der Bedarf an Eiwei\u00df und mehrfach unges\u00e4ttigten Fetts\u00e4uren und nat\u00fcrlich auch der Bedarf an Mikron\u00e4hrstoffen, darunter (jedoch nicht ausschlie\u00dflich) B-Vitamine, Fols\u00e4ure, Eisen, Jod, Kalzium und Magnesium. Die Referenzwerte f\u00fcr die Zufuhr Kohlenhydraten w\u00e4hrend der Schwangerschaft entsprechen in etwa jenen von Frauen, die nicht schwanger sind, wobei langkettige Kohlenhydrate, die den Blutzucker im Vergleich zu kurzkettigen Kohlenhydraten langsam und kontinuierlich ansteigen lassen, als ideal gelten (enthalten u.a. in Vollkornprodukten und Kartoffeln).<\/p>\n<p>Der t\u00e4gliche durchschnittliche Mehrbedarf an Proteinen w\u00e4hrend der Schwangerschaft betr\u00e4gt zwischen 20 und 60 Gramm, die biologische Wertigkeit wird durch die Kombination aus pflanzlichen und tierischen Proteinen erh\u00f6ht (z.B. Mahlzeiten-Kombinationen wie Eier und Kartoffeln, Milch und Getreide).<\/p>\n<p>Der Bedarf an B-Vitaminen steigt ab dem vierten Monat der Schwangerschaft. Zu den B-Vitaminen z\u00e4hlen unter anderem Thiamin (u.a. verst\u00e4rkt in Vollkornprodukten enthalten), Riboflavin (u.a. verst\u00e4rkt in Vollkornprodukten, H\u00fchnereiern und diversen Fischsorten enthalten), Pyridoxin (u.a. verst\u00e4rkt in Milchprodukten und H\u00fclsenfr\u00fcchten enthalten) und Cobalamin (u.a. verst\u00e4rkt in Fleisch und Milchprodukten enthalten).<\/p>\n<p>Die Fols\u00e4urespeicher des K\u00f6rpers sollten bereits einige Monate vor der Schwangerschaft aufgef\u00fcllt werden, weiters wird eine fols\u00e4urenreiche Ern\u00e4hrung w\u00e4hrend der gesamten Schwangerschaft empfohlen, da ein Mangel an Fols\u00e4ure f\u00fcr das Kind schwere gesundheitliche Folgen haben kann. Da die Aufnahme von Fols\u00e4ure durch den Verzehr einer gesunden und abwechslungsreichen Mischkost bei etwa 50 Prozent der als optimal angesehenen Zufuhrmenge liegt und die in der Schwangerschaft erh\u00f6hte Zufuhrempfehlung f\u00fcr Fols\u00e4ure \u00fcber die Ern\u00e4hrung nur schwer zu erreichen ist, wird w\u00e4hrend der Schwangerschaft die Einnahme von Erg\u00e4nzungsmitteln empfohlen. <em>Schwangere werden vom Arzt \u00fcber die Einnahme von entsprechenden Pr\u00e4paraten informiert.<\/em><\/p>\n<p>Auch Eisen ist ein besonders wichtiger N\u00e4hrstoff w\u00e4hrend der Schwangerschaft. Die empfohlene Menge liegt bei 30 Milligramm pro Tag. Ein Eisenmangel der werdenden Mutter kann zu St\u00f6rungen der Entwicklung des Kindes f\u00fchren. Die Eisenaufnahme aus tierischen Lebensmitteln gilt prinzipiell als weitaus effizienter als jene aus pflanzlichen Lebensmitteln.<\/p>\n<p>Vor allem regelm\u00e4\u00dfige Mahlzeiten sind wichtig, um eine gleichm\u00e4\u00dfige Versorgung mit Energie und N\u00e4hrstoffen sicherzustellen, den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren und so auch Hei\u00dfhungerattacken weitgehend zu vermeiden.<\/p>\n<p>Ausreichend Wissen \u00fcber die Zusammensetzung von Lebensmitteln und die Zubereitung von Speisen ist f\u00fcr Schwangere besonders wichtig, weswegen sich Schwangere rechtzeitig \u00fcber richtige Ern\u00e4hrung w\u00e4hrend der Schwangerschaft informieren sollten. Dies gilt insbesondere auch f\u00fcr Frauen, die speziellen Ern\u00e4hrungskonzepten folgen (z.B. Vegetarierinnen, Veganerinnen).<\/p>\n<p><strong><em>Um Infektionen zu vermeiden, die durch Lebensmittel verursacht werden k\u00f6nnen, sollten folgende Lebensmittel w\u00e4hrend der Schwangerschaft vermieden werden:<\/em><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Roher Fisch (z.B. Lachs, Austern, Kaviar) und ger\u00e4ucherter, fermentierter und gebeizter Fisch<\/li>\n<li>Beef Tatar, Rohschinken und Rohwurst (z.B. Salami), Roastbeef, Carpaccio, Steak medium, Selchwurst<\/li>\n<li>Tiramisu, diverse Tortencremes, Mousse au Chocolat und andere Gerichte mit rohen oder halbrohen Eiern, Minutenei\/weiches Fr\u00fchst\u00fccksei<\/li>\n<li>Frischmilch direkt vom Bauernhof<\/li>\n<li>Produkte aus Rohmilch (z.B. K\u00e4se aus Rohmilch)<\/li>\n<li>Ungewaschenes Obst und Gem\u00fcse<\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>Weitere Don\u00b4ts w\u00e4hrend der Schwangerschaft<\/strong><\/h2>\n<ul>\n<li><strong>Alkohol:<\/strong> Regelm\u00e4\u00dfiger Alkoholkonsum w\u00e4hrend der Schwangerschaft erh\u00f6ht das Risiko f\u00fcr angeborene Anomalien. Auch geringe Mengen Alkohol k\u00f6nnen sich sch\u00e4digend auf das ungeborene Kind auswirken, weswegen von Alkoholkonsum w\u00e4hrend der Schwangerschaft dringend abgeraten wird. Gleiches gilt f\u00fcr:<\/li>\n<li><strong>Drogen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Rauchen:<\/strong> Rauchen (auch Passivrauchen) wirkt sich in vielerlei Hinsicht sch\u00e4dlich auf das ungeborene Kind aus (verlangsamtes Wachstum, geringeres Geburtsgewicht, erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr bestimmte Fehlbildungen etc.). Rauchen erh\u00f6ht das Risiko f\u00fcr Fr\u00fch- und Fehlgeburten, dar\u00fcber hinaus haben Kinder rauchender Schwangerer&nbsp; sp\u00e4ter ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Asthma, Allergien, Lungenfunktionsst\u00f6rungen, bestimmte Infektionskrankheiten, \u00dcbergewicht, Diabetes mellitus Typ 2 und viele andere St\u00f6rungen und Erkrankungen.<\/li>\n<li><strong>Koffein:<\/strong> Koffein sollte nur in Ma\u00dfen konsumiert werden, die Menge von zwei bis drei Tassen Kaffee oder Schwarz- und Gr\u00fcntee t\u00e4glich sollte nicht \u00fcberschritten werden; Softdrinks wie Cola und Energydrinks enthalten ebenfalls Koffein.<\/li>\n<li><strong>Hartes Ausdauer- und Krafttraining sowie Sportarten<\/strong> mit erh\u00f6hter Gefahr f\u00fcr St\u00fcrze und Zusammenst\u00f6\u00dfe<\/li>\n<li><strong>Stress:<\/strong> Stress wirkt sich sowohl auf die werdende Mutter als auch auf das Baby negativ aus. Bewusste Entspannung und ausreichend Schlaf sorgen f\u00fcr mehr Wohlbefinden w\u00e4hrend der Schwangerschaft.<\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>Sport w\u00e4hrend der Schwangerschaft<\/strong><\/h2>\n<p>F\u00fcr Schwangere mit normal verlaufender Schwangerschaft gilt: Regelm\u00e4\u00dfige Bewegung und sanfte Sportarten sind w\u00e4hrend der Schwangerschaft empfehlenswert. Bewegung verbessert die Toleranz gegen\u00fcber Schwangerschaftsbeschwerden und wirkt sich positiv auf das allgemeine Wohlbefinden, den Kreislauf und die Kondition aus. Zudem hilft regelm\u00e4\u00dfige Bewegung dabei eine zu schnelle und \u00fcberdurchschnittlich hohe Gewichtszunahme zu vermeiden.<\/p>\n<p>Ideal sind Spazierg\u00e4nge an der frischen Luft, Walken, leichtes Joggen, Yoga (Vorsicht vor \u00dcberdehnungen), Radfahren, Schwimmen, schonende Gymnastik (Schwangerschaftsgymnastik) und leichtes Krafttraining, wobei hier bestimmte K\u00f6rperhaltungen zu vermeiden sind und das Trainingspensum entsprechend dem Schwangerschaftsverlauf angepasst werden sollte. Beim Schwimmen ist Vorsicht in Schwimmb\u00e4dern geboten, da das Wasser bestimmte Infektionen beg\u00fcnstigen kann.<\/p>\n<p>Harte Trainingseinheiten (hartes Ausdauer- und Krafttraining) und Sportarten mit erh\u00f6hter Sturz- und Zusammensto\u00dfgefahr sollten gemieden werden, weiters sollte das Training bei aufkommendem Unbehagen, Schwindelgef\u00fchlen, Schmerzen und anderen Beschwerden sofort beendet werden. Um das Herz, welches w\u00e4hrend einer Schwangerschaft mehr Blut pumpen muss, nicht zu \u00fcberlasten, sollte der Trainingspuls nicht \u00fcber 140 pro Minute liegen, wobei in diesem Zusammenhang auch das Alter der werdenden Mutter und andere Faktoren eine Rolle spielen.<\/p>\n<p><strong><em>Prinzipiell ist es in jeder Hinsicht empfehlenswert<\/em><\/strong>, wenn sich Schwangere bzw. Paare vorab bei ihrem Arzt informieren, und das nicht nur bei Zweifeln und Unsicherheiten &#8211; professionelle Beratung und Information in Hinblick auf Sport, Ern\u00e4hrung und andere wichtige Themen (z.B. Einnahme von nicht rezeptpflichtigen Medikamenten w\u00e4hrend der Schwangerschaft, m\u00f6gliche Komplikationen w\u00e4hrend der Schwangerschaft, Stressmanagement, Reisen, Haustiere) sind bei wichtigen Entscheidungsfragen hilfreich und tragen viel zur Beseitigung m\u00f6glicher \u00c4ngste und Unsicherheiten und damit zu einem unbeschwerten Schwangerschaftsverlauf bei.<\/p>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[2490,5,2459,7,1895],"tags":[108,129,277,134,249,179],"class_list":["post-1271","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-endokrinologie-und-diabetologie","category-familie","category-frauenheilkunde","category-leben","category-radiologie","tag-allgemeinmedizin","tag-frauenheilkunde","tag-geburtshilfe","tag-gynakologie","tag-radiologie","tag-schwangerschaft"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1271","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1271\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12541,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1271\/revisions\/12541"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9456"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1271"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1271"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1271"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}