{"id":1269,"date":"2017-11-10T12:56:44","date_gmt":"2017-11-10T12:56:44","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/metastasierter-brustkrebs\/"},"modified":"2023-02-16T20:43:59","modified_gmt":"2023-02-16T19:43:59","slug":"metastasierter-brustkrebs","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/metastasierter-brustkrebs\/","title":{"rendered":"Metastasierter Brustkrebs"},"content":{"rendered":"<h2>Brustkrebs &#8211; \u00dcberblick<\/h2>\n<p>Sowohl in \u00d6sterreich als auch in den westlichen Industriel\u00e4ndern ist Brustkrebs (Mammakarzinom) die h\u00e4ufigste Krebserkrankung bei Frauen. Im Jahr 2014 wurden \u00fcber 5.000 Frauen mit der Diagnose konfrontiert. W\u00e4hrend die Inzidenzrate (H\u00e4ufigkeit an Neuerkrankungen innerhalb eines definierten Zeitraums) im letzten Jahrzehnt relativ stabil geblieben ist, ist die altersstandardisierte Sterberate deutlich gesunken &#8211; immer mehr Frauen, die an Brustkrebs erkranken, sterben nicht daran.<\/p>\n<p>Dank innovativer Ans\u00e4tze in Diagnostik und Therapie haben sich die \u00dcberlebenschancen von betroffenen Frauen in den letzten Jahren stetig verbessert, weiters ist dank heutiger zur Verf\u00fcgung stehender Therapiema\u00dfnahmen auch die Lebensqualit\u00e4t von Brustkrebspatientinnen deutlich besser als noch vor einigen Jahren. Entscheidend f\u00fcr die Prognose ist unter anderem, in welchem Stadium die Tumorerkrankung erkannt wird, also wie gro\u00df der Tumor bei der Diagnose ist und ob bzw. wie weit sich dieser bereits ausgebreitet hat &#8211; im Fr\u00fchstadium ist es in vielen F\u00e4llen m\u00f6glich, die Erkrankung gut zu behandeln und zu heilen. Anders gestaltet sich die Situation, wenn bereits Lymphknoten befallen (regionalisiertes Stadium) oder Metastasen vorhanden sind (disseminiertes Stadium) &#8211; in diesem Stadien sind die \u00dcberlebensraten geringer. Aus diesem Grund kommt beim Thema Brustkrebs der Vorsorge und Fr\u00fcherkennung eine besondere Bedeutung zu. <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/brustkrebs-2552\">Weitere allgemeine Informationen zum Thema Brustkrebs finden Sie hier<\/a>.<\/p>\n<h2>Metastasierter Brustkrebs &#8211; Was bedeutet das?<\/h2>\n<p>Metastasierter Brustkrebs bedeutet, dass sich die Erkrankung ausgebreitet hat und weiter fortgeschritten ist &#8211; der Krebs ist in diesem Stadium nicht mehr auf die Brust beschr\u00e4nkt, sondern betrifft nun auch andere Gewebe oder Organe. Allein die Diagnose Brustkrebs ist f\u00fcr Betroffene ein Schock, kommt hinzu, dass bereits Metastasen vorhanden ist, ist die Situation umso belastender. Allerdings gibt es auch in diesem Stadium zahlreiche Behandlungsm\u00f6glichkeiten, mithilfe welcher es in vielen F\u00e4llen u.a. m\u00f6glich ist, die Erkrankung l\u00e4ngerfristig zu kontrollieren bzw. bei guter Lebensqualit\u00e4t \u00fcber mehrere Jahre zu stabilisieren.<\/p>\n<p>Bei Metastasen handelt es sich um Tochtergeschw\u00fclste, also um Tumorabsiedelungen, die den Prim\u00e4rtumor (eigentlicher Tumor) verlassen und \u00fcber das Blut oder die Lymphbahnen in andere Gewebe oder Organe gelangen. Was genau dazu f\u00fchrt, dass Tumorzellen weiterwachsen und zu Metastasen f\u00fchren, ist noch nicht vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt. Wie hoch das Risiko f\u00fcr Metastasen ist, orientiert sich u.a. am Krankheitsstadium zum Zeitpunkt des Behandlungsbeginns und an den biologischen Eigenschaften der Erkrankung.<\/p>\n<p>Bei einem \u00f6rtlich begrenzten Tumor stellt die Operation im Regelfall die Standardbehandlung dar. Im Rahmen der Operation wird versucht, das Tumorgewebe m\u00f6glichst vollst\u00e4ndig aus der Brust zu entfernen. Allerdings besteht die M\u00f6glichkeit, dass sich bereits vor dem Eingriff Krebszellen abgel\u00f6st und \u00fcber das Blut oder die Lymphbahnen im K\u00f6rper verteilt haben, dar\u00fcber hinaus kann es sein, dass nach der Operation nicht sichtbare Tumorzellen im K\u00f6rper zur\u00fcckbleiben. Bleiben Tumorzellen im K\u00f6rper zur\u00fcck, kann von diesen auch noch nach Jahren ein \u00f6rtlicher R\u00fcckfall in der Brust oder in anderen Organen ausgehen. Um einem derartigen R\u00fcckfall und der sp\u00e4teren Bildung von Metastasen vorzubeugen wird h\u00e4ufig erg\u00e4nzend zur Operation eine sogenannte &#8220;adjuvante Therapie&#8221; durchgef\u00fchrt &#8211; Ziel der Bestrahlung und medikament\u00f6sen Therapie ist es, diese nicht direkt sichtbaren Krebszellen, die sich nach einer Operation noch im K\u00f6rper befinden k\u00f6nnen, fr\u00fchzeitig zu vernichten. <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/brustkrebs-2552#adjuvante-therapie\">Mehr zum Thema &#8220;adjuvante Therapie&#8221; lesen Sie hier<\/a>.<\/p>\n<p>Nichtsdestotrotz bleibt ein Risiko, dass es auch nach einer Operation und einer adjuvanten Therapie zur Metastasenbildung (Metastasierung) kommt. Bei einem, wenn auch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig geringen, Teil aller Patientinnen, wird der Krebs erst im metastasierten Stadium diagnostiziert und damit in einem Stadium, in welchem Heilung durch eine Operation nicht m\u00f6glich ist.<\/p>\n<h2>Wo entstehen Metastasen bei Brustkrebs?<\/h2>\n<p>Als Fernmetastasen wird bei einem Mammakarzinom jedes Tumorgewebe bezeichnet, welches sich nicht im Bereich der betroffenen Brust befindet. So gelten befallene Lymphknoten im Bereich der Brust, der Achsel, ober- und unterhalb des Schl\u00fcsselbeins und am kn\u00f6chernen Brustbein nicht als Metastasen im engeren Sinn, Lymphknoten, die sich nicht in der n\u00e4heren Umgebung der betroffenen Brust befinden hingegen schon. Auch ein neuer Tumor in der anderen Brust wird nicht als Metastase, sondern als neue Erkrankung gewertet.<\/p>\n<p>Bei Brustkrebs kommt es h\u00e4ufig zu Metastasen in den Knochen, in der Leber und in der Lunge, seltener sind Hirn- und Hautmetastasen. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen auch noch andere Organe von der Metastasierung betroffen sein.<\/p>\n<p>\u00d6fter als Lunge, Leber und andere Organe ist jedoch vor allem das Knochengewebe bei fortgeschrittenem Brustkrebs von Metastasen betroffen. Sie entstehen, wenn sich unkontrolliert wachsende Krebszellen aus dem Prim\u00e4rtumor in der Brust l\u00f6sen, in das Knochengewebe einwandern und sich dort ansiedeln. M\u00f6gliche Anzeichen f\u00fcr Knochenmetastasen sind u.a. Schmerzen und Br\u00fcche, die sich nicht auf einen Unfall zur\u00fcckf\u00fchren lassen. Zur Behandlung von Knochenschmerzen und zur Vorbeugung von Knochenbr\u00fcchen stehen verschiedene Medikamente zur Wahl, darunter Medikamente aus der Gruppe der sogenannten Bisphosphonate und der Wirkstoff Denosumab. Mithilfe der Medikamente kann erreicht werden, dass weniger Strahlenbehandlungen und Operationen notwendig sind.<\/p>\n<p>Bisphosphonate werden als Tablette oder Infusion verabreicht und wirken dem Knochenabbau entgegen, indem sie sich am Knochen anlagern und den Abbau des Knochens durch Knochenabbauzellen (Osteoklasten) verringern. Einige Medikamente verringern weiters die Bildung von minderwertigem Knochengewebe. Bei Denosumab handelt es sich um einen in den Knochenstoffwechsel eingreifenden Antik\u00f6rper, der unter die Haut injiziiert wird und ebenfalls den durch Metastasen bedingten Knochenabbau verringert. Unter Umst\u00e4nden k\u00f6nnen noch weitere Behandlungen wie z.B. eine Strahlenbehandlung notwendig sein.<\/p>\n<h2>Behandlungsplanung<\/h2>\n<p>Die Therapie ist bei einem metastasierten Mammakarzinom sehr individuell und wird genau an die spezifische Situation der Frau angepasst. Die Behandlungsplanung orientiert sich an vielen verschiedenen Faktoren, darunter an den biologischen Eigenschaften der Tumorzellen, an der genauen Lokalisation der Tumorabsiedelungen, an der Anzahl der Metastasen, am Allgemeinzustand und am genauen Beschwerdebild der Patientin. Dar\u00fcber hinaus spielen die Verbesserung und der Erhalt der Lebensqualit\u00e4t sowie die pers\u00f6nlichen W\u00fcnsche und Vorstellungen der Patientin eine entscheidende Rolle.<\/p>\n<p>Individuelle Befunde bilden die Grundlage f\u00fcr die genaue Bestimmung des Krankheitsstadiums (Staging) und f\u00fcr die Planung der Behandlung.<\/p>\n<p>Zu den m\u00f6glichen bildgebenden Untersuchungen, die bei Anzeichen auf eine Metastasierung durchgef\u00fchrt werden z\u00e4hlen u.a. die Ultraschall- und R\u00f6ntgenuntersuchung, die Computertomographie (CT), die Magnetresonanztomographie (MRT) und das Szintigramm (bei Verdacht auf Knochenmetastasen). Mithilfe einer Blutuntersuchung k\u00f6nnen auff\u00e4llige Tumormarker und andere krankheitsbedingte Ver\u00e4nderungen bestimmt werden, weiters k\u00f6nnen bei M\u00f6glichkeit eine Biopsie und eine Untersuchung der Zellen unter dem Mikroskop und mit molekularbiologischen Methoden (molekularbiologische Diagnostik) durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<h2>Systemische und lokale Therapien<\/h2>\n<p>Sogenannte systemische Therapien stellen in den meisten F\u00e4llen die wichtigste Therapie dar. Bei systemischen Therapien handelt es sich um Behandlungen, die sich nicht nur gegen den Prim\u00e4rtumor oder bereits diagnostizierte Metastasen richten, sondern die im ganzen K\u00f6rper wirken und so weitere Krebszellen zerst\u00f6ren, die m\u00f6glicherweise woanders im K\u00f6rper verstreut sind. F\u00fcr die systemische Therapie stehen unterschiedliche Medikamente zur Verf\u00fcgung. Erg\u00e4nzend zur systemischen Therapie kann eine lokale Therapie erfolgen. Hierbei handelt es sich um Behandlungsverfahren, die lokal und damit gezielt auf bestimmte Metastasen wirken, beispielsweise gezielte Bestrahlungen oder Operationen.<\/p>\n<h2>Systemische Therapie &#8211; Welche Therapien kommen in Frage?<\/h2>\n<p>Eine systemische Therapie verfolgt das Ziel, die Krebsausbreitung und das Krebswachstum im ganzen K\u00f6rper zu bremsen. M\u00f6gliche Therapien im Rahmen einer systemischen Therapie sind die antihormonelle Therapie, die Chemotherapie und die zielgerichtete Therapie. Unter Umst\u00e4nden k\u00f6nnen auch noch weitere Medikamente eingesetzt werden.<\/p>\n<h2>Antihormonelle Therapie<\/h2>\n<p>Eine antihormonelle Therapie stellt eine Behandlungsm\u00f6glichkeit dar, wenn die Tumorzellen abh\u00e4ngig von Hormonen wachsen. Es stehen unterschiedliche Medikamente zur Verf\u00fcgung, welchen gemein ist, dass sie in die Produktion der k\u00f6rpereigenen Hormone eingreifen. Entscheidend f\u00fcr die Wahl eines Medikaments ist unter anderem, ob die Behandlung vor oder nach den Wechseljahren erfolgt. Ist ein Medikament nicht mehr (ausreichend) wirksam, kann auf ein anderes gewechselt werden. Wachsen die Metastasen trotz antihormoneller Therapie schnell, beispielsweise weil die Zellen nicht mehr auf die Therapie ansprechen, dann stellt eine Chemotherapie wom\u00f6glich eine sinnvollere Behandlungsalternative dar.<\/p>\n<h2>Chemotherapie<\/h2>\n<p>Bei einer Chemotherapie handelt es sich um eine Therapie, durch welche die Tumorzellen in ihrem Wachstum gest\u00f6rt bzw. so gesch\u00e4digt werden, dass sie sich nicht mehr teilen k\u00f6nnen und absterben. Die im Rahmen einer Chemotherapie eingesetzten Medikamente werden als Zytostatika bezeichnet &#8211; es stehen verschiedene Substanzgruppen (z.B. Alkylantien, zytostatisch wirkende Antibiotika, Antimetaboliten, Mitosehemmer) und zahlreiche Zytostatika zur Verf\u00fcgung, die Brustkrebspatientinnen zumeist als Infusion \u00fcber einen Tropf oder als Tablette verabreicht werden.<\/p>\n<p><strong>Die Chemotherapie kann im Rahmen der Brustkrebsbehandlung in unterschiedlichen Stadien eingesetzt werden, darunter<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>in fr\u00fchen Krankheitsstadien vor einer Operation (&#8220;neoadjuvante Therapie&#8221;), um das R\u00fcckfallrisiko zu senken oder einen gro\u00dfen Tumor so zu verkleinern, sodass eine (brusterhaltende) Operation m\u00f6glich wird,<\/li>\n<li>nach einer operativen Entfernung des Tumors (&#8220;adjuvante Therapie&#8221;) bei Patientinnen, bei welchen Risikofaktoren f\u00fcr einen R\u00fcckfall vorliegen und<\/li>\n<li>bei metastasiertem Brustkrebs (&#8220;palliative Therapie&#8221;). Ziel der palliativen Therapie ist es einerseits, die Tumorausbreitung und das Tumorwachstum zu bremsen, andererseits Beschwerden zu lindern und die Lebenszeit bei guter Lebensqualit\u00e4t zu verl\u00e4ngern. Wie lange die Behandlung dauert und wie oft sie wiederholt wird, ist von der individuellen Situation abh\u00e4ngig.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Medikamente werden in bestimmten Abst\u00e4nden verabreicht und bei metastasiertem Brustkrebs so lange gegeben, wie das Fortschreiten der Erkrankung gebremst werden kann. Da eine l\u00e4ngere Therapie auch gleichzeitig bedeutet, dass Patientinnen l\u00e4nger mit den Nebenwirkungen der Behandlung leben m\u00fcssen, sollte der Nutzen einer palliativen Chemotherapie vor Behandlungsbeginn genau gegen die Nebenwirkungen abgewogen werden.<\/p>\n<h3>Nebenwirkungen<\/h3>\n<p>Eine Chemotherapie wirkt insbesondere auf Zellen, die einer h\u00e4ufigen Zellteilung unterliegen. Neben Tumorzellen k\u00f6nnen dies auch Zellen von gesundem Gewebe sein, beispielsweise die Zellen der Magen- und Darmschleimhaut, die blutbildenden Zellen im Knochenmark oder die Zellen der Haarwurzeln.<\/p>\n<p>Dies erkl\u00e4rt auch, wieso vielen Frauen w\u00e4hrend einer Chemotherapie die Haare ausfallen. Weitere m\u00f6gliche Nebenwirkungen von Zytostatika sind u.a. \u00dcbelkeit und Erbrechen, Schleimhautentz\u00fcndungen im Bereich des Verdauungstrakts, erh\u00f6hte Infektionsneigung, Abgeschlagenheit und M\u00fcdigkeit. Welche Beschwerden auftreten und wie belastend die Chemotherapie insgesamt ist, ist von Frau zu Frau verschieden und h\u00e4ngt u.a. damit zusammen welche Zytostatika in welcher Dosierung verabreicht werden. W\u00e4hrend viele Patientinnen die Therapie gut vertragen und allgemein gut mit den Begleiterscheinungen zurechtkommen, leiden andere Frauen deutlich mehr unter den gleichen Medikamenten. Einigen Nebenwirkungen kann heute gut vorgebeugt werden und im Regelfall verschwinden beinahe alle Nebenwirken nach der Behandlung.<\/p>\n<h2>Zielgerichtete Therapie<\/h2>\n<p>Im Rahmen einer zielgerichteten Therapie werden Substanzen eingesetzt, die gezielt jene Vorg\u00e4nge in Tumorzellen blockieren, die f\u00fcr das Wachstum von Tumorgewebe wichtig sind. Diese relativ neuen Wirkstoffe, die in den Stoffwechsel der Krebszellen eingreifen, sind allerdings nur dann effektiv, wenn die Zielstrukturen, gegen welche sich die Medikamente richten im Tumorgewebe nachgewiesen werden k\u00f6nnen. Aus diesem Grund n\u00fctzen zielgerichtete Therapien nicht allen Brustkrebspatientinnen. Die Behandlung wird h\u00e4ufig mit einer anderen Therapie kombiniert, beispielsweise mit einer Hormon- oder Chemotherapie.<\/p>\n<p>Als Beispiel f\u00fcr eine zielgerichtete Therapie l\u00e4sst sich die Klasse der CDK4\/6 Hemmer nennen. Diese relativ neuen Substanzen werden mit einer antihormonellen Therapie kombiniert. Durch die Kombination der beiden Substanzen kann das Wachstum der Krebszellen effektiver verlangsamt werden, wodurch das Fortschreiten der Erkrankung verz\u00f6gert wird.<\/p>\n<p>Zusammengefasst l\u00e4sst sich sagen, dass heute sehr viele verschiedene Therapien und Medikamente zur Verf\u00fcgung stehen, die bei der Behandlung von Brustkrebs eingesetzt werden k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus werden viele neue Wirkstoffe in Rahmen klinischer Studien erforscht. Welche Therapien und Medikamente im Einzelfall in Frage kommen, wie diese wirken und mit welchen Besonderheiten und Nebenwirkungen sie einhergehen, k\u00f6nnen immer am besten die behandelnden \u00c4rzte erkl\u00e4ren.<\/p>\n<h2>Schmerztherapie<\/h2>\n<p>F\u00fcr die Tumorschmerztherapie mit Medikamenten stehen verschiedene Substanzgruppen und Schmerzmedikamente zur Verf\u00fcgung, die in unterschiedlichen Formen verabreicht werden k\u00f6nnen (z.B. Tabletten, Infusionen, Injektionen, Schmerzpumpen etc.). Wenn die Erkrankung weiter fortgeschritten ist bzw. nicht mehr dauerhaft aufgehalten werden kann, helfen die Medikamente dabei, dass Patientinnen aufgrund von Schmerzen nicht zus\u00e4tzlich an Lebensqualit\u00e4t verlieren.<\/p>\n<p>Allgemein wird unterschieden zwischen Opioiden und Nicht-Opioiden. Letztgenannte umfassen nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie z.B. die Wirkstoffe Ibuprofen und Acetylsalicyls\u00e4ure sowie Paracetamol und Metamizol. Einige dieser Schmerzmittel haben neben einer schmerzlindernden auch eine entz\u00fcndungshemmende oder krampfl\u00f6sende Wirkung.<\/p>\n<p>Zu den Opioiden z\u00e4hlen hingegen Wirkstoffe, die einerseits die Weiterleitung und Verarbeitung von Schmerzreizen beeinflussen, andererseits auch direkt im Gewebe wirken. Es wird zwischen schwach wirksamen Opioiden (z.B. Codein, Tramadol) und stark wirksamen Opioiden (z.B. Morphin) unterschieden. Dar\u00fcber hinaus stehen noch weitere Medikamente, sogenannte Koanalgetika, zur Schmerzlinderung bei Tumorschmerzen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<h3>WHO-Stufenschema zur medikament\u00f6sen Krebsschmerztherapie<\/h3>\n<p>Eine internationale Grundlage f\u00fcr eine individuell angepasste Schmerztherapie bei erwachsenen Krebspatienten stellt das Stufenschema der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dar (&#8220;Cancer Pain Ladder for Adults&#8221;). Hierbei handelt es sich um einen Drei-Stufen-Plan: Stufe 1 sieht bei schwachen bis moderaten Schmerzen die Gabe von Nicht-Opioiden vor; Stufe 2 sieht vor, dass bei mittelstarken Schmerzen schwache bis mittelstarke Opioide verabreicht werden, gegebenenfalls kombiniert mit Medikamenten aus Stufe 1; Stufe 3 sieht vor, dass Patienten mit starken Schmerzen verschreibungspflichte Opioide erhalten, welche bei Bedarf mit Medikamenten aus Stufe 1 kombiniert werden.<\/p>\n<p>Das WHO-Stufenschema ist eine Empfehlung, welche aufzeigt, welche Medikamente in Abh\u00e4ngigkeit von der St\u00e4rke der Schmerzen verwendet werden sollten und welche Medikamente sich gut bzw. nicht miteinander kombinieren lassen. Es handelt sich allerdings nicht um eine Anordnung, die von Anfang bis Ende befolgt werden muss. Welche Medikamente eingesetzt werden ist von Patient zu Patient verschieden &#8211; die Schmerztherapie wird, ebenso wie die Brustkrebsbehandlung, stets individuell auf die jeweilige Situation zugeschnitten und vorab ausf\u00fchrlich mit dem behandelten Arzt gekl\u00e4rt. Erg\u00e4nzend zur medikament\u00f6sen Schmerztherapie k\u00f6nnen noch andere Therapien (nicht-medikament\u00f6se Therapien) eingesetzt werden, welche die Tumorschmerztherapie unterst\u00fctzen und dabei helfen, Schmerzen und andere Beschwerden zu lindern.<\/p>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2459,2457,1895],"tags":[132,187,480,133,134,216,940,75,249],"class_list":["post-1269","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-frauenheilkunde","category-krankheit","category-radiologie","tag-brustkrebs","tag-chirurgie","tag-diagnostik","tag-frauenheilkunde-und-geburtshilfe","tag-gynakologie","tag-krebs","tag-mammakarzinom","tag-onkologie","tag-radiologie"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1269","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1269\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10206,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1269\/revisions\/10206"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1270"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1269"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1269"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1269"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}