{"id":1267,"date":"2017-04-19T12:56:53","date_gmt":"2017-04-19T12:56:53","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/brustkrebs\/"},"modified":"2023-02-16T10:20:56","modified_gmt":"2023-02-16T09:20:56","slug":"brustkrebs","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/brustkrebs\/","title":{"rendered":"Brustkrebs &#8211; Definition, Diagnose und Behandlung"},"content":{"rendered":"<h2>Was ist Brustkrebs?<\/h2>\n<p>Als Brustkrebs (Mammakarzinom) wird ein b\u00f6sartiger (maligner) Tumor in der Brust bezeichnet. Das Mammakarzinom z\u00e4hlt zu den sogenannten &#8220;soliden Tumoren&#8221; &#8211; hierbei handelt es sich um einen Tumor, bei welchem sich aus einzelnen Tumorzellen Geschw\u00fclste entwickeln, die zumindest in fr\u00fchen Stadien der Erkrankung auf eine K\u00f6rperregion oder auf ein Organ begrenzt sind. Im Gegensatz zu einem gutartigen (benignen) Tumor vermehrt sich ein b\u00f6sartiger Tumor im Regelfall ungebremst und unkontrolliert. Ein b\u00f6sartiger Tumor kann in umliegendes Gewebe eindringen &#8211; im Fall von Brustkrebs bedeutet das, dass die Brustkrebszellen in umliegendes Brustgewebe, in die darunter liegende Muskulatur oder in die Haut der Brust eindringen und das Gewebe zerst\u00f6ren k\u00f6nnen, weiters k\u00f6nnen sich einzelne Tumorzellen l\u00f6sen und \u00fcber das Blut und die Lymphbahnen in andere Regionen des K\u00f6rpers gelangen, wo sich in weiterer Folge Tochtergeschw\u00fclste (Metastasen) bilden. <a title=\"Metastasierter Brustkrebs\" href=\"\/ratgeber\/metastasierter-brustkrebs-2553\">Mehr zum Thema metastasierter Brustkrebs lesen Sie hier.<\/a><\/p>\n<p>Der Entstehung von Krebs bzw. Brustkrebs gehen diverse Ver\u00e4nderungen in der Erbinformation voraus, welche genau ist noch nicht vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt, allerdings wei\u00df man heute, dass manche dieser Ver\u00e4nderungen vererbt werden k\u00f6nnen. Zwei vererbbare Anlagen, die das Risiko f\u00fcr eine Brustkrebserkrankung erh\u00f6hen sind die Brustkrebsgene BRCA1 und BRCA2. Diese vererbbaren Anlagen finden sich jedoch nur bei einem geringen Teil Betroffener. Bei einem Gro\u00dfteil aller Frauen entwickeln sich die b\u00f6sartigen Ver\u00e4nderungen mit zunehmendem Alter, anfangs nur in einer Zelle, welche sich, sofern sie den k\u00f6rpereigenen Kontrollmechanismen entgeht, weiterteilt und ihre genetischen Ver\u00e4nderungen so an ihre Tochterzellen weitergibt. Diese teilen und vervielf\u00e4ltigen sich wiederum selbst, was schlie\u00dflich zur Entstehung von Krebs f\u00fchrt.<\/p>\n<h2>Risikofaktoren<\/h2>\n<p>Hinsichtlich der Ausl\u00f6ser von Brustkrebs bzw. der Frage, was das Risiko f\u00fcr ein Mammakarzinom erh\u00f6ht, sind viele Fragen noch ungekl\u00e4rt. An der Krankheitsentstehung d\u00fcrfte prinzipiell eine Vielzahl an Faktoren beteiligt sein. Studien zeigen, dass das Lebensalter, die hormonelle Situation, der Lebensstil und, bei manchen Frauen, vererbte Risikogene eine Rolle spielen und das Erkrankungsrisiko beeinflussen. Statistisch gesehen ist das Risiko an Brustkrebs zu erkranken umso h\u00f6her, je mehr Risikofaktoren vorhanden sind.<\/p>\n<h2>Alter und Hormone<\/h2>\n<p>Das Risiko an Brustkrebs zu erkranken ist nicht in jedem Alter gleich hoch. Die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr ein Mammakarzinom steigt mit zunehmendem Alter an, Frauen unter 40 erkranken seltener. Das mittlere Erkrankungsalter liegt jenseits des 60. Lebensjahres. Neben dem Alter spielen insbesondere die weiblichen Hormone eine bedeutende Rolle als Risikofaktor. Wie der Hormonspiegel aussieht, kann eine Frau nur in einem gewissen Ausma\u00df beeinflussen, beispielsweise durch ein gesundes K\u00f6rpergewicht, die Anzahl an Schwangerschaften und durch die Entscheidung, ihre Kinder zu <a title=\"Warum Stillen das Beste f\u00fcr Ihr Baby ist\" href=\"\/ratgeber\/stillen-106\">stillen<\/a>. Eine <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/schwangerschaft-2602\">Schwangerschaft<\/a> und die Stillperiode gelten als risikosenkend &#8211; je mehr Kinder eine Frau ausgetragen hat und je l\u00e4nger sie stillt, desto geringer ist ihr Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Erh\u00f6ht wird das Risiko hingegen durch ein l\u00e4ngeres Einwirken bestimmter weiblicher Hormone. Je l\u00e4nger eine Frau mit den zyklischen Ver\u00e4nderungen des Hormonspiegels lebt, desto gr\u00f6\u00dfer ist die Erkrankungswahrscheinlichkeit &#8211; folglich gelten eine fr\u00fche erste Regelblutung und ein sp\u00e4ter Beginn der Wechseljahre als risikosteigernd. Auch eine l\u00e4ngere Hormonersatztherapie bei Beschwerden w\u00e4hrend den Wechseljahren wird mit einem erh\u00f6hten Brustkrebsrisiko in Verbindung gebracht.<\/p>\n<h2>Lebensstil<\/h2>\n<p>W\u00e4hrend einige Risikofaktoren nicht oder nur zum Teil beeinflussbar sind, gibt es auch eine Reihe beeinflussbarer Risikofaktoren, allen voran solche, welche in t\u00e4glichen Lebensgewohnheiten verankert sind. Welche das sind und was jede Frau selbst tun kann, um das Erkrankungsrisiko zu reduzieren, lesen Sie unter <a href=\"#vorbeugendema\u00dfnahmen\">vorbeugende Ma\u00dfnahmen<\/a>.<\/p>\n<h2>H\u00e4ufigkeit<\/h2>\n<p>Sowohl in \u00d6sterreich als auch in den westlichen Industrienationen ist Brustkrebs die h\u00e4ufigste Krebserkrankung bei Frauen. H\u00e4ufig wird in diesem Zusammenhang erw\u00e4hnt, dass etwa jede neunte Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs erkrankt. Diese Angabe bezieht sich auf das Gesamtrisiko von der Geburt bis zu einem Alter von \u00fcber 80 Jahren, was bedeutet, dass eine von neun Frauen Brustkrebs bek\u00e4me, wenn alle Frauen \u00fcber 80 Jahre alt werden w\u00fcrden. Diese Angabe gibt allerdings nicht an, wie hoch das Erkrankungsrisiko in einem bestimmten Alter ist. Das Risiko an Brustkrebs zu erkranken steigt &#8211; wie bei vielen anderen Krebsarten &#8211; mit zunehmendem Alter an, das Risiko einer 30- oder 40-J\u00e4hrigen ist folglich deutlich geringer als jenes einer 70-j\u00e4hrigen Frau.<\/p>\n<p>Im Jahr 2011 wurden bei insgesamt 18.780 Frauen Krebsneuerkrankungen dokumentiert, bei 5.444 handelte es sich um Brustkrebs. Auch in den Jahren 2012, 2013 und 2014 war Brustkrebs mit 5.545, 5.371 und 5.390 F\u00e4llen und damit mit einem Anteil von etwa 30 Prozent an allen Tumoren die mit Abstand h\u00e4ufigste Krebserkrankung der Frau. In seltenen F\u00e4llen sind auch M\u00e4nner von Brustkrebs betroffen, im Jahr 2014 waren es \u00f6sterreichweit 64 Neuerkrankungen.<\/p>\n<h2>Wichtigkeit der Fr\u00fcherkennung und Fr\u00fcherkennungsprogramm<\/h2>\n<p>Dank innovativer Ans\u00e4tze in der Diagnostik und Therapie von Brustkrebs konnten die \u00dcberlebenschancen von Frauen mit Brustkrebs in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert werden.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Inzidenzrate (H\u00e4ufigkeit von Neuerkrankungen an einer Krankheit innerhalb eines definierten Zeitraums) von Brustkrebs im vergangenen Jahrzehnt relativ stabil geblieben ist, ist die altersstandardisierte Sterberate deutlich gesunken. Dieser R\u00fcckgang der Sterblichkeit ist u.a. darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass die Erkrankung durch gezielte Fr\u00fcherkennungsprogramme in einem immer fr\u00fcheren Stadium diagnostiziert wird.<\/p>\n<p>Insbesondere wenn die Erkrankung in einem lokalisierten Stadium erkannt wird, sind die Heilungschancen dank heutiger moderner medizinischer Behandlungen gut. In \u00d6sterreich wurde im Jahr 2014, wie zuvor in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, ein organisiertes qualit\u00e4tsgesichertes Brustkrebs-Fr\u00fcherkennungsprogramm gestartet, welches mit Mammographie-Fr\u00fcherkennungsuntersuchungen darauf abzielt, Brustkrebs fr\u00fchzeitig und in einem gut behandelbaren Stadium zu diagnostizieren. Das Fr\u00fcherkennungsprogramm weist Qualit\u00e4tsstandards und eine Qualit\u00e4tssicherung nach EU-Kriterien auf (z.B. doppelte Befundung der Mammographien durch unterschiedliche \u00c4rzte (4-Augen-Prinzip), Einsatz von ausschlie\u00dflich strahlungsarmen, digitalen Ger\u00e4ten, strenge technische Pr\u00fcfung der eingesetzten Ger\u00e4te, spezielle Schulungen des medizinischen Personals, transparente Dokumentation zur begleitenden Qualit\u00e4tspr\u00fcfung etc.).<\/p>\n<p>Im Rahmen des qualit\u00e4tsgesicherten Mammographie-Screening-Programms werden gezielt Frauen bestimmter Altersgruppen zur Untersuchung eingeladen. Konkret bedeutet das, dass die e-card von Frauen in der Kernzielgruppe (45-69 Jahre) automatisch alle zwei Jahre f\u00fcr eine kostenlose Fr\u00fcherkennungsuntersuchung freigeschaltet wird. Bei Frauen aus den erweiterten Zielgruppen (Frauen zwischen 40 und 44 sowie Frauen ab 70) wird die e-card nach einer einmaligen Anmeldung f\u00fcr das Fr\u00fcherkennungsprogramm aktiviert &#8211; Frauen aus diesen Zielgruppen k\u00f6nnen sich also auf eigenen Wunsch regelm\u00e4\u00dfig zur Brustkrebs-Fr\u00fcherkennungsuntersuchung einladen lassen. Mit einem Einladungsbrief werden Frauen an die Durchf\u00fchrung der Untersuchung erinnert. Der Entschluss f\u00fcr ein zweij\u00e4hriges Untersuchungsintervall basiert auf den Empfehlungen, die aus internationalen Untersuchungen hervorgegangen sind.<\/p>\n<p>Bei der Mammographie handelt es sich um ein Brustr\u00f6ntgen und um die Standarduntersuchung der bildgebenden Verfahren zur Brustkrebsdiagnose. Bei der Untersuchung wird die Brust zwischen zwei Kunststoffplatten zusammengedr\u00fcckt, um anschlie\u00dfend mithilfe von R\u00f6ntgenstrahlen ein Bild zu erstellen. Von jeder Brust werden zwei bis drei Aufnahmen in verschiedenen Winkeln und Ebenen angefertigt, die Untersuchung selbst dauert im Regelfall nur wenige Minuten. Anschlie\u00dfend werden die R\u00f6ntgenaufnahmen von Radiologen ausgewertet und beurteilt.<\/p>\n<p>Die Einstufung und Beurteilung des Mammographie-Befundes erfolgt nach dem sogenannten BIRADS-System (Breast Imaging Reporting and Data System):<\/p>\n<ul>\n<li>BIRADS I: Unauff\u00e4lliger Befund<\/li>\n<li>BIRADS II: Es liegt eine gutartige Ver\u00e4nderung vor, ein Krebsverdacht besteht nicht<\/li>\n<li>BIRADS II: Unklarer, aber wahrscheinlich gutartiger Befund<\/li>\n<li>BIRADS IV: Unklarer und verd\u00e4chtiger Befund, welcher Anlass f\u00fcr die Entnahme und Untersuchung einer Gewebeprobe gibt<\/li>\n<li>BIRADS V: Befund, welcher mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Brustkrebs hindeutet; die Diagnose muss noch durch die Entnahme und Untersuchung einer Gewebeprobe best\u00e4tigt werden<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zus\u00e4tzlich wird in \u00d6sterreich bei medizinischer Notwendigkeit auch Ultraschall als erg\u00e4nzende Untersuchungsmethode eingesetzt. Die Ultraschalluntersuchung der Brust (Mammasonographie) ist beispielsweise dann als erg\u00e4nzende Ma\u00dfnahme sinnvoll, wenn das Brustgewebe sehr dicht ist. Wird keine Ultraschalluntersuchung veranlasst, dann bedeutet das, dass der Befund auch ohne zus\u00e4tzliche Untersuchung eindeutig ist.<\/p>\n<h2>Diagnose<\/h2>\n<p>Die Diagnostik (Gesamtheit aller Ma\u00dfnahmen, welche zur Diagnose einer Erkrankung f\u00fchren) von Brustkrebs basiert auf klinischen, bildgebenden und invasiven Verfahren.<\/p>\n<p>Im Rahmen einer \u00e4rztlichen Untersuchung wird, nach Erhebung der Krankengeschichte, zun\u00e4chst eine klinische Untersuchung (Inspektion und Tastuntersuchung der Brust) durchgef\u00fchrt, bei welcher der Arzt die Brust genau auf Auff\u00e4lligkeiten, wie etwa Verh\u00e4rtungen und knotige Ver\u00e4nderungen im Gewebe, untersucht. Dar\u00fcber hinaus werden auch die Achselh\u00f6hlen abgetastet, um etwaige Vergr\u00f6\u00dferungen der Lymphknoten feststellen zu k\u00f6nnen. M\u00f6gliche Verh\u00e4rtungen werden vom Arzt auf ihre Form und Gr\u00f6\u00dfe sowie auf ihre Konsistenz, Schmerzempfindlichkeit und andere Faktoren gepr\u00fcft und sind unter Umst\u00e4nden Anlass f\u00fcr die Durchf\u00fchrung bildgebender Verfahren.<\/p>\n<p>Zu den bildgebenden Verfahren, welche eingesetzt werden, um Ver\u00e4nderungen der Brust genauer abkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen, z\u00e4hlen vor allem die Mammographie und die Mammasonographie, weiters kann auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgef\u00fchrt werden um einen Verdacht genauer abzukl\u00e4ren. Der aus den bildgebenden Untersuchungen hervorgehende Wahrscheinlichkeitsbefund gibt Aufschluss dar\u00fcber, ob eine weitere Abkl\u00e4rung in Form einer histologischen Untersuchung einer Gewebeprobe notwendig ist oder nicht &#8211; wird also im Zuge der Untersuchungen ein Krebsverdacht festgestellt (Mammographie BIRADS 4 und 5), wird eine Gewebsentnahme (Biopsie) veranlasst, um die Zellen der verd\u00e4chtigen L\u00e4sion histologisch zu untersuchen, wodurch festgestellt werden kann, ob es sich bei den entnommenen Gewebeproben um Krebszellen handelt oder nicht. Mithilfe molekularbiologischer Verfahren k\u00f6nnen etwaige Abweichungen gegen\u00fcber normalem Gewebe beurteilt werden. Best\u00e4tigt sich der Verdacht auf Brustkrebs, sind die Ergebnisse der Biopsie und der molekularbiologischen Untersuchung richtungsweisend f\u00fcr die sp\u00e4tere Therapieentscheidung. Liegen alle Befunde vor, erfolgt die individuelle Behandlungsplanung, im Rahmen welcher die Patientin Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die Behandlung erh\u00e4lt. Hierbei orientieren sich \u00c4rzte an vielen verschiedenen Faktoren, darunter an der Gr\u00f6\u00dfe des Tumors und seinen feingeweblichen und biologischen Merkmalen sowie daran, ob und wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat.<\/p>\n<h2>Behandlung<\/h2>\n<p>Weder gibt es den einen Brustkrebs, noch die eine Therapie. Die Behandlung wird stets individuell auf eine Patientin abgestimmt, wobei der Rahmen f\u00fcr die Behandlung in sogenannten Guidelines festgehalten ist. Hierbei handelt es sich um Leitlinien, in welchen Empfehlungen und aktuelle Daten zur bestm\u00f6glichen Therapie zusammengefasst sind und welche f\u00fcr \u00c4rzte und Patientinnen hilfreich sein k\u00f6nnen, um die bestm\u00f6gliche Therapie zu finden. Im Folgenden wird auf die Behandlungsm\u00f6glichkeiten bei \u00f6rtlich begrenztem Brustkrebs eingegangen, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/metastasierter-brustkrebs-2553\">Informationen zur Behandlung bei fortgeschrittenem Brustkrebs finden Sie hier<\/a>.<\/p>\n<h3>Operation<\/h3>\n<p>Bei Patientinnen mit \u00f6rtlich begrenztem Brustkrebs wird im Regelfall eine Operation durchgef\u00fchrt, deren Ziel es ist, das Tumorgewebe m\u00f6glichst vollst\u00e4ndig zu entfernen. Abh\u00e4ngig von der individuellen Ausgangssituation stehen unterschiedliche Operationsverfahren zur Verf\u00fcgung. In vielen F\u00e4llen ist eine brusterhaltende Operation m\u00f6glich, bei welcher der Krebs mit einem ausreichenden Randsaum von gesundem Gewebe entfernt wird. Ist der Tumor bereits zu gro\u00df, kann es notwendig sein, das ganze Brustgewebe zu entfernen (Mastektomie). Nach einer Mastektomie kann die Brust operativ wieder aufgebaut werden.<\/p>\n<h3>Neoadjuvante Therapie<\/h3>\n<p>Chemotherapien oder antihormonelle Therapien vor einer Operation werden als neoadjuvante Therapie bezeichnet und verfolgen u.a. das Ziel, einen zu gro\u00dfen Tumor so zu verkleinern, dass eine (brusterhaltende) Operation m\u00f6glich wird.<\/p>\n<h3>Strahlentherapie<\/h3>\n<p>Die Strahlentherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung und erfolgt im Regelfall nach einer brusterhaltenden Operation. Durch die Bestrahlung sollen m\u00f6gliche noch vorhandene Tumorzellen beseitigt werden, was die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr einen R\u00fcckfall reduziert.<\/p>\n<h3><span id=\"adjuvante-therapie\">Adjuvante Therapie<\/span><\/h3>\n<p>Eine adjuvante Therapie zielt darauf ab, einem \u00f6rtlichen R\u00fcckfall oder einer sp\u00e4teren Bildung von Metastasen vorzubeugen. Es besteht die M\u00f6glichkeit, dass nach einer Operation Tumorzellen im K\u00f6rper zur\u00fcckbleiben &#8211; im Rahmen der adjuvanten Therapie sollen diese Zellen zerst\u00f6rt werden. Wie sich die adjuvante Therapie gestaltet, ist von Frau zu Frau verschieden und h\u00e4ngt u.a. von den biologischen Eigenschaften des Tumors und der Krankheitssituation (Gr\u00f6\u00dfe des Tumors, Situation der Lymphknoten etc.), der operativen Vorgehensweise, der hormonellen Situation, m\u00f6glichen Begleiterkrankungen und anderen Faktoren ab. Zu den Therapiem\u00f6glichkeiten z\u00e4hlen vor allem die antihormonelle Therapie, die Chemotherapie und die zielgerichtete Therapie.<\/p>\n<h2>Vorbeugende Ma\u00dfnahmen<\/h2>\n<p>Der Lebensstil spielt eine entscheidende Rolle bei der Krebsentstehung. Bewegungsmangel und \u00dcbergewicht haben einen eindeutig ung\u00fcnstigen Einfluss und erh\u00f6hen das Risiko f\u00fcr Brustkrebs &#8211; aus vielen Studien geht hervor, dass Bewegung einen sch\u00fctzenden Effekt hat und das Brustkrebsrisiko reduziert. Auch Alkohol hat einen Einfluss auf das Erkrankungsrisiko &#8211; je mehr Alkohol konsumiert wird, desto h\u00f6her ist die Wahrscheinlichkeit an Brustkrebs zu erkranken.<\/p>\n<p>Weitere wichtige vorbeugende Ma\u00dfnahmen sind die Selbstuntersuchung der Brust sowie die regelm\u00e4\u00dfige gyn\u00e4kologische Untersuchung, im Rahmen welcher eine Tastuntersuchung der Brust erfolgt. Als bester Zeitpunkt f\u00fcr die Selbstuntersuchung der Brust gilt die Woche nach Beginn der Regelblutung, da das Brustgewebe zu dieser Zeit weich ist und gut abgetastet werden kann. Nach der Menopause sollte die Selbstuntersuchung am besten immer am gleichen Tag im Monat erfolgen. Eine Anleitung zur Durchf\u00fchrung der Selbstuntersuchung erhalten Frauen beim Gyn\u00e4kologen. Die Selbstuntersuchung ersetzt keinesfalls die regelm\u00e4\u00dfige \u00e4rztliche Untersuchung oder die Mammographie.<\/p>\n<p>Folgende Ver\u00e4nderungen und Symptome sollten \u00e4rztlich abgekl\u00e4rt werden, wenn sie bei der Selbstuntersuchung oder zu einem sonstigen Zeitpunkt bemerkt werden: Einziehungen der Haut oder der Brustwarze, Ver\u00e4nderungen einer Brustwarze und Absonderungen aus dieser, Knoten und Verh\u00e4rtungen in der Brust, Knoten im Bereich der Achselh\u00f6hle, neu aufgetretener Gr\u00f6\u00dfenunterschied der Brust, Bluterguss oder auff\u00e4llige Hautr\u00f6tungen im Bereich der Brust.<\/p>\n<p>F\u00fcr weitere Faktoren wie Umweltfaktoren oder Stress ist wissenschaftlich nicht eindeutig erwiesen, ob diese das Risiko f\u00fcr Brustkrebs erh\u00f6hen. Zwar hat das Vermeiden dieser und anderer Faktoren ohne Zweifel einen positiven Einfluss auf die Gesundheit, es ist jedoch nicht belegt, dass diese Faktoren eine bedeutende Rolle als Risikofaktor spielen.<\/p>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[2459,2457,2411,1895],"tags":[132,947,129,216,75,249],"class_list":["post-1267","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-frauenheilkunde","category-krankheit","category-onkologie","category-radiologie","tag-brustkrebs","tag-frauen","tag-frauenheilkunde","tag-krebs","tag-onkologie","tag-radiologie"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1267","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1267\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5636,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1267\/revisions\/5636"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1268"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1267"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1267"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1267"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}