{"id":1265,"date":"2025-09-02T10:56:16","date_gmt":"2025-09-02T08:56:16","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/kinderwunsch\/"},"modified":"2025-09-02T11:00:25","modified_gmt":"2025-09-02T09:00:25","slug":"unerfuellter-kinderwunsch","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/unerfuellter-kinderwunsch\/","title":{"rendered":"Unerf\u00fcllter Kinderwunsch: Ursachen, Behandlung und Tipps"},"content":{"rendered":"<h2>Wie h\u00e4ufig ist unerf\u00fcllter Kinderwunsch?<\/h2>\n<p>Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von unerf\u00fclltem Kinderwunsch, wenn bei<strong> regelm\u00e4\u00dfigem, ungesch\u00fctztem Geschlechtsverkehr<\/strong> \u00fcber mindestens <strong>ein Jahr keine Schwangerschaft<\/strong> eintritt. In <strong>\u00d6sterreich<\/strong> sind <strong>10 bis 15 Prozent<\/strong> aller Paare davon <strong>betroffen<\/strong>.<\/p>\n<p>Vor allem in <strong>westlichen Industriel\u00e4ndern<\/strong> wird <strong>unerf\u00fcllter Kinderwunsch<\/strong> ein immer <strong>gr\u00f6\u00dferes Problem<\/strong>. Eine Studie der WHO aus dem Jahr 2023 zeigte, dass weltweit jede sechste Person im Laufe des Lebens Unfruchtbarkeit erlebt.<\/p>\n<p>Die <strong>Gr\u00fcnde<\/strong> f\u00fcr den unerf\u00fcllten Kinderwunsch<strong> k\u00f6nnen bei der Frau, beim Mann<\/strong> oder bei <strong>beiden Partnern<\/strong> liegen. Laut Angaben der ESHRE (Europ\u00e4ische Gesellschaft f\u00fcr Humane Reproduktionsmedizin) verteilen sich die Ursachen zur Erkl\u00e4rung des unerf\u00fcllten Kinderwunsches wie folgt:<\/p>\n<ul>\n<li>In 20 bis 30 Prozent der F\u00e4lle liegt die Ursache beim Mann<\/li>\n<li>in 20 bis 30 Prozent der F\u00e4lle bei der Frau<\/li>\n<li>in etwa 25 bis 40 Prozent bei beiden Partnern<br \/>\nBei etwa 10 bis 20 Prozent kann selbst mit modernen diagnostischen Ma\u00dfnahmen keine Ursache f\u00fcr den unerf\u00fcllten Kinderwunsch gefunden werden.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Was sind die Ursachen f\u00fcr unerf\u00fcllten Kinderwunsch?<\/h2>\n<p>Ein unerf\u00fcllter Kinderwunsch kann viele Ursachen haben \u2013 sowohl bei Frauen als auch bei M\u00e4nnern. Im <strong>medizinischen Sinn<\/strong> spricht man von <strong>Unfruchtbarkeit<\/strong>, wenn die k<strong>\u00f6rperlichen Voraussetzungen<\/strong> f\u00fcr eine <strong>Zeugung<\/strong> oder f\u00fcr eine <strong>Schwangerschaft<\/strong> <strong>nicht gegeben<\/strong> <strong>sind<\/strong>.<\/p>\n<h2>Ursachen bei der Frau<\/h2>\n<p><strong>Zu den m\u00f6glichen Gr\u00fcnden f\u00fcr Fruchtbarkeitsst\u00f6rungen bei Frauen z\u00e4hlen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>St\u00f6rungen der Eireifung oder der Gelbk\u00f6rperphase<\/li>\n<li>St\u00f6rungen des Eitransportes im Eileiter<\/li>\n<li>St\u00f6rungen der Geb\u00e4rmutterfunktion<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Neben dem Alter spielt auch das K\u00f6rpergewicht eine wichtige Rolle:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Starkes \u00dcbergewicht<\/strong> ist nach dem <strong>Alter<\/strong> der zweitwichtigste Faktor f\u00fcr die Beeintr\u00e4chtigung der Fruchtbarkeit bei Frauen. Ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 29 nimmt die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr eine Schwangerschaft bei geb\u00e4rf\u00e4higen Frauen mit dem Alter linear ab.<\/li>\n<li>Auch <strong>starkes Untergewicht<\/strong> reduziert die Chancen auf eine Schwangerschaft.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Ursachen beim Mann<\/h2>\n<p>Bei M\u00e4nnern k\u00f6nnen folgende Faktoren zu Fruchtbarkeitsst\u00f6rungen f\u00fchren:<\/p>\n<ul>\n<li>St\u00f6rungen der <strong>Samenzellbildung<\/strong><\/li>\n<li>Probleme beim <strong>Spermientransport<\/strong><\/li>\n<li><strong>Ejakulationsst\u00f6rungen<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<h2>Weitere Ursachen<\/h2>\n<p>Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen bei beiden Partnern bestimmte <strong>Infektionen, St\u00f6rungen des Immunsystems<\/strong> sowie <strong>Stress<\/strong> und <strong>psychische Probleme<\/strong> eine Schwangerschaft verhindern. Deshalb sollten immer beide Partner \u00e4rztlichen Rat einholen, wenn eine Schwangerschaft ausbleibt.<\/p>\n<h2>Wie wird die Fruchtbarkeit bei Frauen untersucht?<\/h2>\n<p>Um die Fruchtbarkeit der Frau zu bestimmen, sind <strong>mehrere Untersuchungen<\/strong> notwendig. Ziel ist es herauszufinden, ob <strong>St\u00f6rungen der Fruchtbarkeit<\/strong> vorliegen, wie <strong>zum Beispiel<\/strong>:<\/p>\n<ul>\n<li>undurchl\u00e4ssige Eileiter oder gest\u00f6rte Eileiterfunktion<\/li>\n<li>St\u00f6rungen oder Fehlbildungen der Eierst\u00f6cke<\/li>\n<li>Erkrankungen oder Fehlbildungen der Geb\u00e4rmutter<\/li>\n<li>Ver\u00e4nderungen des Geb\u00e4rmutterhalsschleims<\/li>\n<li>Erkrankungen wie das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCO-Syndrom)<\/li>\n<li>Hormonst\u00f6rungen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auch andere Gr\u00fcnde k\u00f6nnen eine Schwangerschaft verhindern. In manchen F\u00e4llen liegt eine immunologische Infertilit\u00e4t vor. Das Immunsystem der Frau erkennt die Samenzellen des Mannes als Fremdk\u00f6rper und bildet in weiterer Folge Antik\u00f6rper gegen diese. Obwohl diese Form der Unfruchtbarkeit selten ist, wird dennoch darauf getestet.<\/p>\n<h2>Wie l\u00e4uft die Untersuchung ab?<\/h2>\n<p>Die Untersuchung der Fruchtbarkeit beginnt mit einer <strong>ausf\u00fchrlichen Anamnese<\/strong>, (\u00e4rztliches Gespr\u00e4ch), gefolgt von einer <strong>k\u00f6rperlichen Untersuchung.<\/strong><\/p>\n<h3>1. Anamnese<\/h3>\n<p>In einem <strong>ausf\u00fchrlichen Gespr\u00e4ch<\/strong> stellt der Arzt oder die \u00c4rztin Fragen zu <strong>unterschiedlichen Themen<\/strong>:<\/p>\n<ul>\n<li>Krankengeschichte<\/li>\n<li>Erkrankungen innerhalb der Familie<\/li>\n<li>vorangegangene Operationen<\/li>\n<li>eingenommene Medikamente<\/li>\n<li>Lebensstil<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/zyste\/\">Zyklus<\/a><\/li>\n<li>andere Themen, die Einfluss auf die Gesundheit und die Fruchtbarkeit haben k\u00f6nnen<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Au\u00dferdem erkundigt sich der Arzt oder die \u00c4rztin:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Wie lange der Kinderwunsch bereits besteht.<\/li>\n<li>Ob das Paar eine eigene Vermutungen hat, warum es zu keiner Schwangerschaft kommt.<\/li>\n<li>Ob einer der beiden Partner bereits zuvor wegen unerf\u00fclltem Kinderwunsch in \u00e4rztlicher Behandlung gewesen ist.<\/li>\n<li>Ob sich bestimmte Bereiche des Lebens aufgrund des unerf\u00fcllten Kinderwunsches ver\u00e4ndert haben.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>2. K\u00f6rperliche Untersuchung<\/h3>\n<p>Anschlie\u00dfend folgt eine<strong> gyn\u00e4kologische Untersuchung<\/strong>, bei der unter anderem die <strong>inneren Geschlechtsorgane<\/strong> (u.a. Eierst\u00f6cke und Geb\u00e4rmutter) auf Ver\u00e4nderungen und Auff\u00e4lligkeiten untersucht werden. Dies passiert meist durch eine <strong>Ultraschalluntersuchung<\/strong>. Au\u00dferdem werden <strong>Abstriche<\/strong> entnommen, um m\u00f6gliche <strong>Infektionen<\/strong> wie beispielsweise Chlamydien nachzuweisen oder auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<h2>Weitere Untersuchungen<\/h2>\n<p>Anschlie\u00dfend k\u00f6nnen je nach individueller Ausgangssituation <strong>weitere Untersuchungen<\/strong> und <strong>Tests<\/strong> durchgef\u00fchrt werden:<\/p>\n<h3>Ovulationstest<\/h3>\n<p>Die fruchtbaren Tage im Zyklus sind auf wenige Tage begrenzt. Sie liegen etwa <strong>zwei bis drei Tage vor und einen Tag nach dem Eisprung<\/strong>. Dieses Zeitfenster ist recht klein und kann somit leicht verpasst werden. Kennt die Frau ihre fruchtbaren Tage, kann die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr die Befruchtung der Eizelle erh\u00f6ht werden.<\/p>\n<p>Bei einem <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/ovulationstest-anwendung-richtiger-zeitpunkt-und-auswertung\/\">Ovulationstest<\/a> wird der Wert des l<strong>uteinisierenden Hormons (LH)<\/strong> im Urin gemessen. Das Hormon wird im K\u00f6rper ben\u00f6tigt, um den Eisprung auszul\u00f6sen. <strong>24 bis 36 Stunden<\/strong> vor dem Eisprung steigt der LH-Wert im K\u00f6rper stark an. Mit einem Ovulationstest kann dieser sprunghafte Anstieg sehr zuverl\u00e4ssig ermittelt und die fruchtbaren Tage bestimmt werden.<\/p>\n<h3>Zyklusmonitoring<\/h3>\n<p>Beim <strong>Zyklusmonitoring<\/strong> wird der nat\u00fcrliche Zyklus der Frau durch<strong> Ultraschall- und Hormonuntersuchungen<\/strong> sowie <strong>Bluttests<\/strong> <strong>analysiert<\/strong>. Das Monitoring beginnt bereits einige Tage vor dem erwarteten Eisprung.<\/p>\n<ul>\n<li>Durch <strong>Ultraschall<\/strong> wird die Gr\u00f6\u00dfe des im <strong>Eierstock reifenden Eibl\u00e4schens<\/strong> bestimmt.<\/li>\n<li>Im Rahmen der <strong>Hormonuntersuchung<\/strong> wird der Spiegel bestimmter Hormone (z.B. \u00d6stradiol und LH) gemessen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Durch die <strong>Kombination dieser Untersuchungen<\/strong> l\u00e4sst sich der Eisprung teilweise bis <strong>auf die Stunde genau vorhersagen.<\/strong><\/p>\n<h3>Antrale Follikelz\u00e4hlung (Antral Follicle Count, AFC)<\/h3>\n<p>Im Gegensatz zu Spermazellen werden Eizellen nicht \u00fcber das gesamte Leben einer Frau hinweg nachproduziert. Jede <strong>Frau<\/strong> wird mit einer<strong> gewissen Anzahl an Eizellen geboren<\/strong>, die sie im Laufe des Lebens langsam verbraucht. Die Anzahl an Eizellen l\u00e4sst sich unter anderem durch die Bestimmung des <strong>Anti-M\u00fcller-Hormons (AMH)<\/strong> und des <strong>Follikel-stimulierenden Hormons (FSH)<\/strong> ermitteln.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich kann eine sogenannte<strong>\u00a0antrale Follikelz\u00e4hlung<\/strong> durchgef\u00fchrt werden. Dabei werden mit einem <strong>hochaufl\u00f6senden Ultraschallger\u00e4t<\/strong> die heranreifenden Eizellen zu Beginn des Zyklus gez\u00e4hlt. So kann eine Aussage \u00fcber die <strong>ovarielle Reserve<\/strong> der Frau getroffen werden, also \u00fcber die Anzahl der Eizellen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in ihren Eierst\u00f6cken vorhanden sind. Bei der Untersuchung werden \u00fcber die Ultraschallsonde alle Follikel mit einer Gr\u00f6\u00dfe zwischen zwei und zehn Millimetern in beiden Eierst\u00f6cken gez\u00e4hlt.<\/p>\n<h3>\u00dcberpr\u00fcfung der Eileiterdurchg\u00e4ngigkeit<\/h3>\n<p>In einigen F\u00e4llen ist ein <strong>Verschluss von einem oder beiden Eileitern<\/strong> der Grund f\u00fcr den unerf\u00fcllten Kinderwunsch. Nur wenn die Eileiter durchg\u00e4ngig sind, kann die befruchtete Eizelle in die Geb\u00e4rmutter wandern und sich dort einnisten. Um die Eileiterdurchg\u00e4ngigkeit zu \u00fcberpr\u00fcfen, kann eine spezielle Ultraschalluntersuchung durchgef\u00fchrt werden: die sogenannte <strong>Hysterosalpingo-Kontrastsonographie (HyCoSy)<\/strong>. Mithilfe von Ultraschall und einer kontrastgebenden Fl\u00fcssigkeit wird untersucht, ob der Eileiter blockiert ist.<\/p>\n<h3>Hormonuntersuchung<\/h3>\n<p>H\u00e4ufig sind <strong>hormonelle St\u00f6rungen<\/strong> die Ursache f\u00fcr das Ausbleiben einer Schwangerschaft. Deshalb wird im Rahmen des <strong>Fruchtbarkeitschecks<\/strong> auch eine <strong>Hormonuntersuchung<\/strong> gemacht. Dabei werden <strong>bestimmte Hormonwerte<\/strong> aus dem Blut bestimmt. <strong>Zu diesen Hormonen z\u00e4hlen unter anderem:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Anti-M\u00fcller-Hormon (AMH)<\/li>\n<li>Androstendion (ASD)<\/li>\n<li>Dehydroepiandrosteron (DHEA)<\/li>\n<li>Estradiol (E2)<\/li>\n<li>Follikel-stimulierendes Hormon (FSH)<\/li>\n<li>Luteinisierendes Hormon (LH)<\/li>\n<li>Prolaktin (PRL)<\/li>\n<li>Progesteron<\/li>\n<li>Testosteron<\/li>\n<li>Schilddr\u00fcsenhormone<\/li>\n<\/ul>\n<p>Je nach<strong> individueller Situation<\/strong> k\u00f6nnen noch weitere Untersuchungen notwendig sein. Der genaue Ablauf des Fruchtbarkeitschecks bei der Frau h\u00e4ngt von vielen verschiedenen Faktoren wie dem Alter, der <strong>Krankengeschichte<\/strong> und dem Zyklusverlauf ab und sollte vorab ausf\u00fchrlich \u00e4rztlich abgekl\u00e4rt werden.<\/p>\n<h2>Wie wird die Fruchtbarkeit beim Mann untersucht?<\/h2>\n<p><strong>H\u00e4ufige Ursachen f\u00fcr Unfruchtbarkeit bei M\u00e4nnern sind unter anderem:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>verminderte Samenqualit\u00e4t: z.B. Oligo-Astheno-Teratozoospermie (OAT-Syndrom)<\/li>\n<li>angeborene Fehlbildungen der Hoden<\/li>\n<li>Hodenhochstand im fr\u00fchen Kindesalter<\/li>\n<li>Krampfadern im Hoden und Durchblutungsst\u00f6rungen der Hoden<\/li>\n<li>Infektionen im Bereich der Hoden (Orchitis)<\/li>\n<li>Verletzungen der Hoden<\/li>\n<li>Entz\u00fcndungen der Prostata<\/li>\n<li>Entz\u00fcndungen der Harnr\u00f6hre<\/li>\n<li>Erektionsst\u00f6rungen<\/li>\n<li>Hormonst\u00f6rungen: z.B. Testosteron-Mangel<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auch andere Erkrankungen wie Hoden- oder Prostatakrebs k\u00f6nnen die Zeugungsf\u00e4higkeit beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<h2>Wie l\u00e4uft die Untersuchung ab?<\/h2>\n<p>Nach einem <strong>\u00e4rztlichen Gespr\u00e4ch (Anamnese)<\/strong> wird eine<strong> umfassende k\u00f6rperliche Untersuchung<\/strong> durchgef\u00fchrt. Dabei untersucht der Arzt oder die \u00c4rztin die m\u00e4nnlichen Geschlechtsorgane auf Auff\u00e4lligkeiten und Ver\u00e4nderungen. Nach der <strong>Tastuntersuchung<\/strong> der Hoden, der Nebenhoden und der Prostata wird h\u00e4ufig eine <strong>Ultraschalluntersuchung<\/strong> der Hoden und der Prostata durchgef\u00fchrt. Au\u00dferdem werden Abstriche zur Abkl\u00e4rung von Infektionskrankheiten gemacht.<\/p>\n<p>Die wichtigste Untersuchung zur Abkl\u00e4rung der Zeugungsf\u00e4higkeit ist die <strong>Kontrolle der Samenfl\u00fcssigkeit (Spermiogramm).<\/strong><\/p>\n<h3>Spermiogramm<\/h3>\n<p>Im Rahmen eines <strong>Spermiogramms<\/strong> wird untersucht, <strong>ob das Sperma des Mannes zeugungsf\u00e4hig ist<\/strong>. Das Spermiogramm gibt Aufschluss dar\u00fcber, ob eine Schwangerschaft auf nat\u00fcrlichem Weg \u00fcberhaupt m\u00f6glich ist. Es handelt sich um eine einfache, nicht-invasive Untersuchung. Sie sollte m\u00f6glichst zu<strong> Beginn der Kinderwunschabkl\u00e4rung<\/strong> erfolgen, auf jeden Fall noch bevor die Frau aufw\u00e4ndigere Untersuchungen durchf\u00fchren l\u00e4sst.<\/p>\n<p><strong>Folgende Eigenschaften der Samenprobe werden beurteilt:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Anzahl, Beweglichkeit und Form der Spermien<\/li>\n<li>Volumen des Ejakulats<\/li>\n<li>pH-Wert, Konsistenz und weitere Eigenschaften der Samenfl\u00fcssigkeit<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die <strong>Samenprobe<\/strong> wird durch <strong>Masturbation<\/strong> gewonnen. F\u00fcr ein besonders <strong>aussagekr\u00e4ftiges<\/strong> <strong>Ergebnis<\/strong> sollte der Mann<strong> 2-5 Tage<\/strong> vor der <strong>Untersuchung keinen Samenerguss<\/strong> haben. Da die Werte von Probe zu Probe variieren k\u00f6nnen, sollte die Untersuchung nach einiger Zeit, vor allem aber bei einem <strong>auff\u00e4lligen Ergebnis<\/strong>, wiederholt werden.<\/p>\n<h3>Hormonuntersuchung beim Mann<\/h3>\n<p>Erg\u00e4nzend zum Spermiogramm wird h\u00e4ufig eine <strong>Hormonuntersuchung<\/strong> durchgef\u00fchrt. Zeigt das Spermiogramm wiederholt eine <strong>geringe Menge an Spermien<\/strong>, muss auf jeden Fall eine Untersuchung des Hormonspiegels erfolgen, denn die Hormone spielen bei der <strong>Produktion der Samenzellen<\/strong> eine entscheidende Rolle. <strong>St\u00f6rungen in der Bildung und Aussch\u00fcttung<\/strong> bestimmter Hormone k\u00f6nnen die<strong> hormonelle Steuerung der Hodenfunktion\/die Produktion von Samenzellen<\/strong> beeintr\u00e4chtigen. Der Hormonstatus wird mithilfe einer Blutprobe ermittelt. Bestimmt werden unter anderem:<\/p>\n<ul>\n<li>Follikel-stimulierendes Hormon (FSH)<\/li>\n<li>Luteinisierendes Hormon (LH)<\/li>\n<li>Prolaktin (PRL)<\/li>\n<li>Testosteron<\/li>\n<\/ul>\n<p>Abh\u00e4ngig von der <strong>Ausgangssituation<\/strong> und den vorliegenden Befunden k\u00f6nnen noch <strong>weitere Untersuchungen<\/strong> zur Abkl\u00e4rung der Fruchtbarkeit notwendig sein.<\/p>\n<h2>Welche Behandlungen k\u00f6nnen gegen unerf\u00fcllten Kinderwunsch helfen?<\/h2>\n<p>Die <strong>Wahl der Behandlung<\/strong> richtet sich immer nach der <strong>Ursache<\/strong> der ungewollten Kinderlosigkeit. Je nach Befund kommen bei Frau und Mann unterschiedliche Therapieans\u00e4tze infrage.<\/p>\n<p>In vielen F\u00e4llen kann bereits das Wissen \u00fcber den <strong>Zeitpunkt des Eisprungs<\/strong> die Chancen auf eine Schwangerschaft erh\u00f6hen. <strong>Paare k\u00f6nnen so den richtigen Zeitpunkt f\u00fcr die Befruchtung nutzen.<\/strong><\/p>\n<h3>Behandlungsm\u00f6glichkeiten bei der Frau<\/h3>\n<p>Bei Frauen mit diagnostiziertem PCO-Syndrom (Polyzystisches Ovarialsyndrom), eine der h\u00e4ufigsten weiblichen Hormonst\u00f6rungen, stehen mehrere Therapiem\u00f6glichkeiten zur Verf\u00fcgung:<\/p>\n<ul>\n<li>Medikament\u00f6se Behandlung zur Regulation des Hormonhaushalts<\/li>\n<li>Lebensstil\u00e4nderungen, z.\u202fB. Gewichtsreduktion, Ern\u00e4hrung, Bewegung<\/li>\n<li>Hormonelle Stimulation der Eierst\u00f6cke zur Ausl\u00f6sung des Eisprungs<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/insemination-ablauf-erfolgschancen-und-wann-sie-sinnvoll-ist\/\">Insemination<\/a> (k\u00fcnstliche Befruchtung), wenn bestimmte Voraussetzungen erf\u00fcllt sind<\/li>\n<\/ul>\n<p>Liegt eine <strong>Erkrankung der Eierst\u00f6cke<\/strong>, der <strong>Geb\u00e4rmutter<\/strong> oder eine andere <strong>k\u00f6rperliche St\u00f6rung<\/strong> vor, stehen verschiedene Behandlungsoptionen zur Verf\u00fcgung. Je nach Ursache kann eine konservative (z.\u202fB. medikament\u00f6se) oder <strong>operative Therapie<\/strong> in Frage kommen. Ziel ist es, die vorliegende Erkrankung bzw. St\u00f6rung zu behandeln, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<h3>Behandlungsm\u00f6glichkeiten beim Mann<\/h3>\n<p>Auch bei M\u00e4nnern k\u00f6nnen <strong>Hormonbehandlungen<\/strong> die Fruchtbarkeit verbessern. Liegt ein Mangel an bestimmten Hormonen wie FSH (follikelstimulierendes Hormon) oder LH (luteinisierendes Hormon) vor, kann das jeweils fehlende Hormon gezielt verabreicht werden.<\/p>\n<h2>Was ist In-vitro-Fertilisation?<\/h2>\n<p>K\u00fcnstliche Befruchtung in Form einer <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/in-vitro-fertilisation-ivf-ablauf-chancen-und-risiken\/\"><strong>In-vitro-Fertilisation (IVF)<\/strong><\/a> ist f\u00fcr viele Paare die letzte M\u00f6glichkeit auf eine Schwangerschaft. F\u00fcr die Durchf\u00fchrung einer IVF m\u00fcssen bestimmte <strong>gesetzliche und k\u00f6rperliche Voraussetzungen<\/strong> erf\u00fcllt sein.<\/p>\n<p>Die IVF-Behandlung setzt sich aus mehreren Schritten zusammen:<\/p>\n<p><strong>Hormonstimulation:<\/strong> Ziel der Hormonstimulation zu Beginn ist es, mehrere Eibl\u00e4schen in den Eierst\u00f6cken heranwachsen zu lassen. Mithilfe von <strong>Ultraschalluntersuchungen<\/strong> werden der Durchmesser und die Anzahl der <strong>Follikel<\/strong> sowie der <strong>Aufbau der Geb\u00e4rmutterschleimhaut kontrolliert.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ausl\u00f6sung des Eisprungs und Eizellentnahme:<\/strong> Nachdem die Eizellen reif sind, wird der <strong>Eisprung<\/strong> gezielt ausgel\u00f6st. Nach 32 bis 36 Stunden werden die Eizellen durch einen kurzen Eingriff unter Vollnarkose von den Eierst\u00f6cken abgesaugt (Eizellgewinnung, Punktion).<\/p>\n<p><strong>Samenprobe und Befruchtung:<\/strong> Zeitgleich gibt der Mann eine Samenprobe ab. Anschlie\u00dfend werden Ei- und Samenzellen mit einem speziellen Verfahren vereinigt \u2013 entweder durch klassische IVF oder durch ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion).<\/p>\n<p><strong>Embryonentransfer:<\/strong> Sobald die Eizellen befruchtet sind, beginnen sich <strong>Embryonen<\/strong> zu entwickeln. Nach maximal f\u00fcnf Tagen \u2013 wenn das sogenannte Blastozystenstadium erreicht ist \u2013, werden ein oder zwei Embryonen mit einem d\u00fcnnen Katheter \u00fcber die Scheide in die Geb\u00e4rmutter eingesetzt (Embryonentransfer). Das <strong>Einnisten<\/strong> der befruchteten Eizelle kann durch die Gabe von Hormonen unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n<p>Es d\u00fcrfen <strong>maximal drei Embryonen<\/strong> eingesetzt werden. Diese Anzahl ist gesetzlich geregelt, um risikoreiche Mehrlingsschwangerschaften zu vermeiden. Wie viele Embryonen tats\u00e4chlich eingesetzt werden, h\u00e4ngt von verschiedenen Faktoren ab und wird individuell entschieden.<\/p>\n<p><strong>Kryokonservierung:<\/strong> <strong>Embryonen<\/strong>, die bei der k\u00fcnstlichen Befruchtung <strong>nicht eingesetzt<\/strong> wurden, k\u00f6nnen in fl\u00fcssigem <strong>Stickstoff<\/strong> <strong>eingefroren<\/strong> (kryokonserviert) werden. Falls der erste Versuch der In-vitro-Fertilisation nicht erfolgreich war, k\u00f6nnen diese Embryonen zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt verwendet werden. Das erspart der Frau eine erneute hormonelle Stimulation und weitere Eizellenentnahmen.<\/p>\n<p><strong>Ergebnis der Behandlung:<\/strong> Etwa zwei Wochen nach dem Embryonentransfer zeigt ein <strong>Blut- oder Urintest<\/strong>, ob die IVF erfolgreich war. Gemessen wird dabei das <strong>Schwangerschaftshormon<\/strong> <strong>Beta-hCG<\/strong> (\u00dfHCG).<\/p>\n<p>K\u00fcnstliche Befruchtung ist eine aufw\u00e4ndige Behandlung ohne Erfolgsgarantie. Deshalb sollten beide Partner umfassend beraten werden und alle Vor- und Nachteile gr\u00fcndlich abw\u00e4gen, ehe sie sich f\u00fcr eine IVF-Behandlung entscheiden. <strong>Mehr zu IVF-Behandlung lesen Sie <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/alles-wissenswerte-zur-kuenstlichen-befruchtung\/\">hier<\/a>.<\/strong><\/p>\n<h2>Beeinflusst Feinstaub die Fruchtbarkeit?<\/h2>\n<p>Eine US-amerikanische Studie konnte 2024 zeigen, dass sich <strong>Feinstaubbelastung negativ<\/strong> auf den <strong>Erfolg von In-vitro-Fertilisationen<\/strong> auswirkt. Sind Frau oder Mann zur Zeit der Eizell- und Samenzellenreifung vermehrt organischem Kohlenstoff und Feinstaub ausgesetzt, ist der Erfolg der In-vitro-Befruchtung geringer als bei besserer Luftqualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Selbst die <strong>Luftzusammensetzung<\/strong> <strong>innerhalb der Klinik<\/strong> scheint einen Einfluss zu haben, vor allem dann, wenn eingefrorene Eizellen aufgetaut werden. Besonders in St\u00e4dten mit starker Feinstaubbelastung kann dieses Wissen genutzt werden, um entsprechende Vorkehrungen zu treffen und so den Erfolg der k\u00fcnstlichen Befruchtung zu steigern.<\/p>\n<h2>Wie kann man die eigene Fruchtbarkeit f\u00f6rdern?<\/h2>\n<p>Bestimmte <strong>vorsorgende Ma\u00dfnahmen<\/strong> k\u00f6nnen die Fruchtbarkeit positiv beeinflussen. <strong>Dazu geh\u00f6ren:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Fruchtbarkeitstest:\u00a0<\/strong>Die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden sinkt bei einer Frau mit <strong>zunehmendem Alter<\/strong> und besonders schnell nach dem 30. Lebensjahr. Au\u00dferdem steigt das <strong>Risiko f\u00fcr Fehlgeburten<\/strong>. Aufgrund von Ausbildung und Karriere m\u00f6chten viele Frauen jedoch erst sp\u00e4ter ein Kind. Aus diesem Grund wird Frauen mit Kinderwunsch ab einem bestimmten Alter die <strong>Bestimmung der\u00a0Eizellreserve<\/strong> empfohlen. Diese kann heutzutage mit einfachen Untersuchungen zuverl\u00e4ssig eingesch\u00e4tzt werden. Das Ergebnis kann bei der langfristigen Familien- und Karriereplanung helfen und eine wertvolle Entscheidungshilfe darstellen.<\/li>\n<li><strong>Fr\u00fchzeitige Beratung:<\/strong>\u00a0Je j\u00fcnger die Frau, desto effektiver sind die medizinischen Fruchtbarkeitsbehandlungen. Wenn sich der Kinderwunsch \u00fcber mehrere Monate und Zyklen hinweg nicht erf\u00fcllt, sollte ein Facharzt\/eine Fach\u00e4rztin f\u00fcr Gyn\u00e4kologie oder Urologie mit Spezialisierung auf Fruchtbarkeitsst\u00f6rungen aufgesucht werden. Das<strong> beratende Gespr\u00e4ch<\/strong> mit <strong>Spezialist:innen<\/strong> kann <strong>Klarheit schaffen<\/strong>, das gegenseitige Vertrauen st\u00e4rken und dabei helfen, Stress und emotionalen Druck zu reduzieren.<\/li>\n<li><strong>Pr\u00e4vention und Vorsorge:<\/strong> Durch regelm\u00e4\u00dfige <strong>Vorsorgeuntersuchungen<\/strong> k\u00f6nnen m\u00f6gliche Infektionen und andere <strong>Erkrankungen<\/strong>, die das <strong>Risiko f\u00fcr Fruchtbarkeitsst\u00f6rungen<\/strong> bei beiden Partnern erh\u00f6hen, fr\u00fchzeitig erkannt werden. Es kann rechtzeitig mit einer entsprechenden Behandlung begonnen werden.<\/li>\n<li><strong>Gesunder Lebensstil:<\/strong> Stress, zu wenig Schlaf, ungesunde Ern\u00e4hrung, \u00dcbergewicht, Rauchen, Alkohol und Drogen k\u00f6nnen die Fruchtbarkeit beider Partner beeintr\u00e4chtigen. Ein <strong>gesunder Lebenssti<\/strong>l kann die <strong>Voraussetzungen<\/strong> <strong>f\u00fcr eine Schwangerschaft<\/strong> drastisch verbessern.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Noch mehr Tipps zur F\u00f6rderung der Fruchtbarkeit lesen Sie <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/fruchtbarkeit-steigern-die-besten-tipps-um-schwanger-zu-werden\/\">hier<\/a>.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2459,7,1895,2455],"tags":[129,134,2749,18,2611],"class_list":["post-1265","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-frauenheilkunde","category-leben","category-radiologie","category-urologie","tag-frauenheilkunde","tag-gynakologie","tag-infertilitat","tag-kinderwunsch","tag-unfruchtbarkeit"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1265","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":21,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1265\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17627,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1265\/revisions\/17627"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17622"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1265"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1265"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1265"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}