{"id":12397,"date":"2023-07-31T09:01:10","date_gmt":"2023-07-31T07:01:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/?post_type=article&#038;p=12397"},"modified":"2023-08-31T11:01:17","modified_gmt":"2023-08-31T09:01:17","slug":"panikattacken-und-panikstoerung","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/panikattacken-und-panikstoerung\/","title":{"rendered":"Panikattacken und Panikst\u00f6rung"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-was-sind-panikattacken\">Was sind Panikattacken?<\/h2>\n\n\n\n<p>Panikattacken sind pl\u00f6tzliche und extrem intensive \u00c4ngste, die ohne sichtbaren Anlass auftreten. Innerhalb weniger Minuten steigert sich die Angst zu einem H\u00f6hepunkt. Typischerweise gehen Panikattacken mit starken k\u00f6rperlichen Symptomen einher. Betroffene k\u00f6nnen Herzrasen, Hitzewallungen, Zittern, Schwitzen, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/dyspnoe-luftnot\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Atemnot<\/a> oder das Gef\u00fchl von <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/synkope\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ohnmacht<\/a> versp\u00fcren. Gleichzeitig besteht die Angst, zu sterben, verr\u00fcckt zu werden oder die Kontrolle zu verlieren, obwohl medizinische Untersuchungen keine k\u00f6rperliche Ursache zeigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Vordergrund des subjektiven Erlebens steht oft die Herzsymptomatik. Dies bedeutet, dass Betroffene pl\u00f6tzlich einen Anstieg des Blutdrucks, Schwei\u00dfausbr\u00fcche, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/schwindel-vertigo\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Schwindel<\/a> und ein Engegef\u00fchl in der Brust erleben, ohne dass der Arzt eine kardiale Notsituation festgestellen kann. Dennoch wird in dieser Situation vielfach der Notarzt gerufen bzw. beginnt oft eine \u00c4rzteodyssee, weil die Patienten davon \u00fcberzeugt sind, an einer schweren k\u00f6rperlichen Krankheit zu leiden. Die Dauer einer Panikattacke betr\u00e4gt in der Regel 10 bis 30 Minuten, kann aber auch nur 2 Minuten oder einige Stunden andauern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was ist eine Panikst\u00f6rung?<\/h2>\n\n\n\n<p>Panikattacken k\u00f6nnen vereinzelt oder wiederholt auftreten. Wenn sie regelm\u00e4\u00dfig auftreten, spricht man von einer Panikst\u00f6rung. Menschen, die von einer Panikst\u00f6rung betroffen sind, entwickeln oft schon nach der ersten oder einer weiteren Attacke eine starke Erwartungsangst (auch als Angst vor der Angst bekannt &#8211; Phobophobie).<\/p>\n\n\n\n<p>Dies f\u00fchrt h\u00e4ufig dazu, dass sie Orte oder Situationen meiden, an denen sie bereits eine Panikattacke erlebt haben. Dieses Vermeidungsverhalten kann zu sozialem R\u00fcckzug f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Panikst\u00f6rung und Agoraphobie<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Panikst\u00f6rung tritt oft in Verbindung mit der Agoraphobie auf. Bei der Agoraphobie handelt es sich um eine Angsterkrankung, bei der Betroffene in bestimmten Situationen oder an bestimmten Orten Angst haben. Sie f\u00fcrchten, dass sie diese Orte nicht schnell genug verlassen k\u00f6nnen oder dass sie Aufmerksamkeit erregen k\u00f6nnten, wenn sie eine Panikattacke erleben.<\/p>\n\n\n\n<p>Solche Situationen k\u00f6nnen zum Beispiel Menschenmengen, \u00f6ffentliche Pl\u00e4tze, enge oder geschlossene R\u00e4ume, das Anstehen in einer Warteschlange oder das Reisen alleine sein. Wenn Panikattacken in diesem Zusammenhang auftreten, spricht man von einer Panikst\u00f6rung mit Agoraphobie.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">H\u00e4ufigkeit von Panikattacken und Panikst\u00f6rung<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Panikst\u00f6rung, bei der wiederholt Panikattacken auftreten, betrifft etwa zwei bis f\u00fcnf Prozent der Bev\u00f6lkerung. Isolierte Panikattacken sind jedoch wesentlich verbreiteter: Ungef\u00e4hr elf Prozent der Frauen und sieben Prozent der M\u00e4nner erleben im Laufe ihres Lebens irgendwann eine Panikattacke.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Symptome einer Panikattacke<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Symptome einer Panikattacke sind individuell unterschiedlich ausgepr\u00e4gt. Am h\u00e4ufigsten kommt es zu folgenden Symptomen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Herzrasen<\/li>\n\n\n\n<li>Hitzewallungen<\/li>\n\n\n\n<li>Beklemmungsgef\u00fchle<\/li>\n\n\n\n<li>Zittern<\/li>\n\n\n\n<li>Benommenheit<\/li>\n\n\n\n<li>Schwitzen<\/li>\n\n\n\n<li>Schmerzen in der Brust<\/li>\n\n\n\n<li>Atemnot<\/li>\n\n\n\n<li>Angst zu sterben<\/li>\n\n\n\n<li>Angst vor Kontrollverlust<\/li>\n\n\n\n<li>Magen-, Darmbeschwerden<\/li>\n\n\n\n<li>Ohnmachtsgef\u00fchle<\/li>\n\n\n\n<li>Taubheitsgef\u00fchle oder Kribbeln<\/li>\n\n\n\n<li>Depersonalisation (Angst machendes Fremdheitsgef\u00fchl sich selbst gegen\u00fcber)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Die Symptome werden als \u00e4u\u00dferst unangenehm und nicht beherrschbar empfunden. Dennoch sind sie aus medizinischer Sicht ungef\u00e4hrlich.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ursachen von Panikattacken und Panikst\u00f6rung<\/h2>\n\n\n\n<p>Panikattacken haben in der Regel keinen offensichtlichen Ausl\u00f6ser. Ebenso gibt es keine typische einzelne Ursache f\u00fcr Panikst\u00f6rungen. Heute geht man jedoch davon aus, dass genetische und biologische Faktoren eine Rolle spielen, wie beispielsweise eine famili\u00e4re Veranlagung zu Angsterkrankungen oder <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/depression-symptome-ursachen-selbsthilfe\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">depressiven St\u00f6rungen<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Zus\u00e4tzlich k\u00f6nnen psychosoziale Faktoren wie belastende Lebenserfahrungen, der Verlust von nahestehenden Personen oder anhaltender <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/stress-definition-ursache-stressbewaltigung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Stress<\/a> eine Rolle bei der Entstehung von Panikst\u00f6rungen spielen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Diagnose<\/h2>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst muss unterschieden werden, ob es sich um normale Angst handelt oder ob eine krankhafte Angst vorliegt. Dabei spielen insbesondere die Schwere der Angstsymptome, die fehlende klare psychologische Ursache und die Auswirkungen auf das soziale Leben eine Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus ist es wichtig, organische St\u00f6rungen auszuschlie\u00dfen, da Symptome wie Herzrasen, Schwitzen und Schwindel, die h\u00e4ufig bei Angsterkrankungen auftreten, auch auf bestimmte k\u00f6rperliche Erkrankungen hindeuten k\u00f6nnen. Dazu geh\u00f6ren beispielsweise Herzerkrankungen, Asthma bronchiale, Epilepsie oder eine Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion. Einige Medikamente, wie bestimmte Kreislaufmedikamente oder das pl\u00f6tzliche Absetzen von Beruhigungsmitteln, k\u00f6nnen \u00e4hnliche k\u00f6rperliche Beschwerden wie eine Panikattacke verursachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zus\u00e4tzlich sollte auch untersucht werden, ob der Betroffene an einer Depression oder einer anderen psychischen St\u00f6rung leidet, da Angsterkrankungen h\u00e4ufig mit anderen psychischen Erkrankungen einhergehen k\u00f6nnen. In solchen F\u00e4llen muss in der Regel die Grunderkrankung behandelt werden, um auch die Angsterkrankung effektiv zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wenn das gekl\u00e4rt ist, wird eine Panikst\u00f6rung diagnostiziert, wenn folgende Symptome vorhanden sind:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Es kommt zu wiederholten Panikattacken ohne spezifischen Ausl\u00f6ser.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Panikattacken treten spontan auf und sind nicht mit besonderen Anstrengungen, gef\u00e4hrlichen oder lebensbedrohlichen Situationen verbunden.<\/li>\n\n\n\n<li>Mindestens eines der folgenden Kriterien trifft \u00fcber mindestens einen Monat zu:\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>St\u00e4ndige Angst vor weiteren Panikattacken oder vor den Folgen einer Attacke.<\/li>\n\n\n\n<li>Verhaltens\u00e4nderungen aufgrund der Panikattacken, wie beispielsweise Vermeidungsverhalten.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Zur Diagnose einer Panikst\u00f6rung werden h\u00e4ufig auch testpsychologische Verfahren eingesetzt, bei denen Selbstbeurteilungs- und Fremdbeurteilungsfrageb\u00f6gen verwendet werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Behandlung von Panikattacken und Panikst\u00f6rung<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein Hauptziel der Therapie ist es, dass der Patient seine Beschwerden als Ausdruck von Angst erkennt und akzeptiert. Die Behandlung kombiniert h\u00e4ufig pharmakologische und nicht-pharmakologische Strategien, wobei pharmakologische Ans\u00e4tze im Vordergrund stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>In akuten Situationen werden oft vor\u00fcbergehend angstl\u00f6sende Medikamente (Benzodiazepine) eingesetzt. Diese wirken schnell und effektiv, aber sie bergen ein hohes Abh\u00e4ngigkeitsrisiko und sollten daher nur kurzfristig verwendet werden. F\u00fcr die langfristige Therapie der Panikst\u00f6rung haben sich Antidepressiva vom Typ SSRI oder SNRI als besonders wirksam erwiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch auch nicht-pharmakologische Therapieans\u00e4tze k\u00f6nnen bei Panikst\u00f6rungen effektiv sein. Insbesondere kognitiv-verhaltenstherapeutische Verfahren haben sich als hilfreich erwiesen. Dabei geht es darum, den Patienten \u00fcber die komplexen Zusammenh\u00e4nge der Angstentstehung und den Auswirkungen der Angst zu informieren.<\/p>\n\n\n\n<p>In weiterer Folge wird versucht, fehlerhafte und eingefahrene kognitive Muster zu korrigieren, indem den Patienten vermittelt wird, welche spezifischen Denkabl\u00e4ufe die Angst aufrechterhalten bzw. zu einer Ausweitung der Angst beitragen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hilfreich in der Akutsituation einer Panikattacke sind au\u00dferdem:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Sich bewusst machen, dass man gerade eine Panikattacke erlebt und dass dies an sich ungef\u00e4hrlich und relativ schnell vor\u00fcbergeht.<\/li>\n\n\n\n<li>Sich auf die Atmung konzentrieren: Durch die Nase einatmen, bis vier z\u00e4hlen, die Luft anhalten und bis sieben z\u00e4hlen, durch den Mund ausatmen und bis acht z\u00e4hlen.<\/li>\n\n\n\n<li>Sich auf die Umgebung konzentrieren: Die Aufmerksamkeit auf das &#8220;Au\u00dfen&#8221; statt auf das &#8220;Innen&#8221; richten.<\/li>\n\n\n\n<li>Entspannungsverfahren anwenden, wie zum Beispiel die Progressive Muskelentspannung (z.B. F\u00e4uste ballen und langsam wieder entspannen).<\/li>\n\n\n\n<li>Bewegung machen, um Stresshormone abzubauen und wieder zu Entspannung zu finden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Welche \u00c4rzte sind bei Angstst\u00f6rungen zust\u00e4ndig?<\/h2>\n\n\n\n<p>Es ist verst\u00e4ndlich, dass es oft schwierig sein kann, Hilfe bei starken \u00c4ngsten zu suchen. Die erste Anlaufstelle ist oft der Hausarzt oder die Haus\u00e4rztin. Weitere Anlaufstellen sind:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Niedergelassene Fach\u00e4rztinnen und Fach\u00e4rzte f\u00fcr Psychiatrie<\/li>\n\n\n\n<li>Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten<\/li>\n\n\n\n<li>\u00c4rztinnen und \u00c4rzte mit Weiterbildung in psychotherapeutischer Medizin<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"author":17,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[],"tags":[1253,852,575,1409,413],"class_list":["post-12397","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","tag-angstsituationen","tag-angststorung","tag-depression","tag-psychische-erkrankungen","tag-psychologie"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/12397","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/12397\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12492,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/12397\/revisions\/12492"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12404"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12397"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12397"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12397"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}