{"id":12121,"date":"2023-06-05T15:16:54","date_gmt":"2023-06-05T13:16:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/?post_type=article&#038;p=12121"},"modified":"2024-10-07T13:39:00","modified_gmt":"2024-10-07T11:39:00","slug":"hausstaubmilbenallergie","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/hausstaubmilbenallergie\/","title":{"rendered":"Hausstaubmilbenallergie\u00a0"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-was-ist-eine-hausstaubmilbenallergie\"><strong>Was ist eine Hausstaubmilbenallergie?&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn man eine Hausstaubmilbenallergie (umgangssprachlich Hausstauballergie) hat, so ist man nicht direkt auf die Milben selbst, sondern vorwiegend auf bestimmte Stoffe in ihrem Kot allergisch. Zu der Allergie kann es kommen, wenn man diese einatmet. Experten sprechen daher auch von einer <strong>inhalativen Allergie<\/strong>.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Die Milben leben im Hausstaub und es gibt sie in jedem Haushalt. Sie geh\u00f6ren zu den Spinnentieren, sind winzig klein und mit freiem Auge nicht zu erkennen. Sie stechen und bei\u00dfen nicht und k\u00f6nnen auch keine Krankheiten \u00fcbertragen, aber sehr wohl eine Allergie ausl\u00f6sen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Eine ihrer Hauptnahrungsquellen sind abgestorbene menschliche Hautschuppen. Deshalb finden sie sich besonders gern dort, wo Menschen schlafen und sich aufhalten. Matratzen, Polster, Decken, Teppiche und Polsterm\u00f6bel sind Orte, an denen Milben ihre idealen dunkelfeuchten Bedingungen vorfinden. Was die klimatischen Verh\u00e4ltnisse betrifft, so sind sie f\u00fcr Milben ab 25 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 65 bis 80 Prozent, also zwischen Mai und Oktober optimal. In dieser Zeit vermehren sie sich rasant und im Winter, wenn geheizt wird, sterben die meisten von ihnen ab \u2013 nicht ohne angeh\u00e4uften Kot zu hinterlassen. Dieser wird dann durch die Heizungsluft weiter aufgewirbelt. Deshalb ist auch der Winter eine besonders sensible Zeit f\u00fcr Hausstaubmilben-Allergiker, aber grunds\u00e4tzlich treten die allergischen Symptome ganzj\u00e4hrig auf.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie h\u00e4ufig ist eine Hausstaubmilbenallergie?&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Hausstaubmilbenallergie z\u00e4hlt zu den h\u00e4ufigsten Formen der allergischen Reaktion. In Europa sind etwa zw\u00f6lf von 100 Menschen betroffen. Vier von zehn Allergikern reagieren auf Hausstaubmilben allergisch.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Welche Ursache hat die Hausstaubmilbenallergie?&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Hausstaubmilbenallergiker reagieren auf den Kot und die Bestandteile aus dem K\u00f6rperinneren der Milben. Diese Teilchen trocknen aus, zerfallen und vermischen sich mit dem Hausstaub. Dieser wiederum wird zum Beispiel bei Bewegungen von Menschen und Textilien wie Bettdecken oder Matratzen aufgewirbelt. Wenn der allergenhaltige Staub eingeatmet wird und die Allergene auf die Schleimhaut der Nase oder die Bindehaut der Augen gelangen, so kommt es bei Allergikern zu einer \u00fcberschie\u00dfenden Reaktion des Immunsystems, die die typischen Allergie-Symptome ausl\u00f6st. Risikofaktoren, die dies weiter antreiben, sind zum Beispiel eine genetische Veranlagung, Luftschadstoffe oder Tabakrauch.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kreuzallergie<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Da die allergenen Milbeneiwei\u00dfe den Eiwei\u00dfen in Krebstieren \u00e4hnlich sind, reagieren manche Hausstaubmilbenallergiker auch auf Speisekrebstiere allergisch. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von einer Kreuzallergie.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Welche Symptome treten auf?&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Zu den h\u00e4ufigen Beschwerden z\u00e4hlen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>ger\u00f6tete, tr\u00e4nende und juckende Augen<\/li>\n\n\n\n<li>Niesreiz<\/li>\n\n\n\n<li>verstopfte Nase<\/li>\n\n\n\n<li>Flie\u00dfschnupfen<\/li>\n\n\n\n<li>anschwellende Nasenschleimh\u00e4ute<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/husten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Husten<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/kopfschmerzen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kopfschmerzen<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Schlafst\u00f6rungen<\/li>\n\n\n\n<li>Tagesm\u00fcdigkeit<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Achtung:<\/strong> Da die Symptome einer Erk\u00e4ltungskrankheit \u00e4hneln, sind viele Betroffene versucht, ihre eigentlich allergische Reaktion als nicht nennenswerte Verk\u00fchlung anzusehen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie wird die Hausstaubmilbenallergie diagnostiziert?&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wie bei jeder <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/allergien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Allergie<\/a>, ist auch hier die m\u00f6glichst fr\u00fchzeitige Diagnose wichtig, um zu verhindern, dass sich die Symptome verst\u00e4rken, chronisch werden, oder dass es ein Etagenwechsel zu einer weiteren Allergie stattfindet.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Am besten wendet man sich an einen <a href=\"\/suche\/Allergologe\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Allergologen<\/a> oder ein Allergie Ambulatorium. Eine Liste der Allergiezentren in \u00d6sterreich finden Sie unter<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.allergenvermeidung.org\/anlaufstellen\/allergiezentren\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.allergenvermeidung.org\/anlaufstellen\/allergiezentren<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Dort wird ein ausf\u00fchrliches Anamnesegespr\u00e4ch gef\u00fchrt, bei dem es wichtig ist, mitzuteilen, wann und wo die Symptome auftreten und ob Verwandte ersten Grades ebenfalls von einer Allergie betroffen sind. In weiterer Folge werden Allergietests sowie gegebenenfalls eine Blutuntersuchung durchgef\u00fchrt. Genaue Informationen zur Diagnostik von Allergien finden Sie unter Allergie (verlinken).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was kann man selbst gegen die Hausstaubmilbenallergie tun?&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Gerade bei dieser Form der Allergie ist Allergen-Karenz eine der wichtigsten und hilfreichsten Ma\u00dfnahmen, die man treffen kann. Das hei\u00dft, dass es darum geht, die Milbenbelastung in den Wohnr\u00e4umen zu reduzieren. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Folgende Ma\u00dfnahmen helfen dabei:\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>L\u00fcften Sie alle Zimmer immer gut und halten Sie sie trocken<\/li>\n\n\n\n<li>\u00dcberziehen Sie alle Matratzen mit einem allergendichten Matratzen\u00fcberzug<\/li>\n\n\n\n<li>Saugen Sie alle Teppichb\u00f6den oft und regelm\u00e4\u00dfig und achten Sie bei Staubsaugern darauf, dass sie mit speziellen Feinstaubfiltern ausgestattet sind. Tauschen Sie diese Filter mindestens einmal j\u00e4hrlich aus.<\/li>\n\n\n\n<li>Wischen Sie glatte B\u00f6den regelm\u00e4\u00dfig feucht.<\/li>\n\n\n\n<li>Verzichten Sie auf \u201eStaubf\u00e4nger\u201c wie Polsterm\u00f6bel, Kissen, oder auch offene B\u00fccherregale.<\/li>\n\n\n\n<li>Befreien Sie die Kuscheltiere Ihrer Kinder von Milben, indem Sie sie in 48 Stunden in den Tiefk\u00fchler legen und sie danach bei milder Temperatur waschen.<\/li>\n\n\n\n<li>Verwenden Sie Raumluftreiniger.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Diese einfachen Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnen dazu beitragen, das Allergeniveau im Haus zu senken und die Symptome zu minimieren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Behandlungsm\u00f6glichkeiten bei einer Hausstaubmilbenallergie<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1. Medikamente:<\/h3>\n\n\n\n<p>Um gegen die Symptome einer Hausstaubmilbenallergie anzugehen gibt es verschiedene Medikamente, von denen manche auch rezeptfrei erh\u00e4ltlich sind. Dennoch ist es ratsam, sich dar\u00fcber mit einem Arzt zu besprechen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Folgende Medikamente, durch die sich vor allem die prominenten Symptome des allergischen Schnupfens mindern lassen, stehen zur Verf\u00fcgung:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Antihistaminika:<\/strong> Sie bessern allgemeine Allergie-Symptome\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Glukokortikoide (Kortison):<\/strong> Sie werden bei st\u00e4rkeren Symptomen eingesetzt, zum Beispiel zur lokaler Anwendung in der Nase<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Betamimetika:<\/strong> Das sind bronchienerweiternde Medikamente, die oft bei bereits bestehendem allergischem Asthma in Kombination mit Glukokortikoiden in Form von Inhalationen eingesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zu beachten:<\/strong> All diese Medikamente wirken nicht urs\u00e4chlich, sondern lindern nur Symptome.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Therapie, die das Immunsystem darauf trainiert, die an sich harmlosen Stoffe nicht mehr als gef\u00e4hrlich einzustufen und zu bek\u00e4mpfen, ist die Spezifische Immuntherapie (SIT).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2. <strong>Spezifische Immuntherapie<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Sie kommt zum Einsatz, wenn die Diagnose gesichert ist, die Symptome der Hausstaubmilbenallergie schon l\u00e4nger bestehen und die weiter oben beschriebenen Verhaltensma\u00dfnahmen nicht ausreichend erfolgreich waren. Dabei wird eine langsam steigende Dosis aus Milbenallergenen entweder direkt unter die Haut gespritzt (subkutane Immuntherapie \u2013 SCIT) oder in Form von Tropfen oder Tabletten gegeben (sublinguale Immuntherapie \u2013 SLIT).&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":17,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,4,2422,2457],"tags":[3195,107,3194,1206,2992,1155,265,217],"class_list":["post-12121","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-fachbereich","category-immunologie","category-krankheit","tag-allergene","tag-allergie","tag-allergietest","tag-allergologie","tag-graeserpollenallergie","tag-hausstaubmilben","tag-pollenallergie","tag-sonnenallergie"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/12121","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/12121\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15705,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/12121\/revisions\/15705"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12125"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12121"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12121"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12121"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}