{"id":10385,"date":"2023-03-22T10:15:51","date_gmt":"2023-03-22T09:15:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/?post_type=article&#038;p=10385"},"modified":"2023-06-20T09:47:58","modified_gmt":"2023-06-20T07:47:58","slug":"periimplantitis-zahnfleischentzuendung-um-das-implantat","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/periimplantitis-zahnfleischentzuendung-um-das-implantat\/","title":{"rendered":"Periimplantitis &#8211; Zahnfleischentz\u00fcndung um das Implantat"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-was-ist-periimplantitis\"><strong>Was ist Periimplantitis?&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Unter Periimplantitis versteht man eine Entz\u00fcndung rund um ein Zahnimplantat herum (periimplant\u00e4r). Sie gilt als Komplikation, die bei <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/zahnimplantate-implantologie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zahnimplantaten<\/a> auftreten kann.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Erkrankung weist deutliche Parallelen zu parodontalen Erkrankungen (<a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/parodontose\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Parodontitis<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/zahnfleischentzuendung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Gingivitis<\/a>) auf, bei denen eine bakterielle Entz\u00fcndung des Zahnbetts mit tiefen Zahnfleischtaschen und zunehmendem Knochenabbau zum Verlust des Zahns f\u00fchrt. \u00c4hnlich entwickelt sich auch die Periimplantitis: Ihre Vorstufe ist die periimplant\u00e4re Mukositis. Dabei ist nur das Zahnfleisch entz\u00fcndet und die Erkrankung l\u00e4sst sich noch relativ leicht in den Griff bekommen. Ist aber auch die Knochensubstanz, welche das Zahnimplantat tr\u00e4gt, von der Entz\u00fcndung betroffen, bilden sich Schleimhaut und Knochen zur\u00fcck und das Implantat hat keinen festen Halt mehr. Es droht verloren zu gehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wesentliche Gr\u00fcnde f\u00fcr die Entstehung einer Periimplantitis sind eine unzureichende <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/mundhygiene\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Mundhygiene<\/a>, Rauchen, Stress, hormonelle Ver\u00e4nderungen und Erkrankungen wie<a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/diabetes-mellitus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> Diabetes mellitus<\/a>, Immunerkrankungen oder <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/osteoporose\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Osteoporose<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie \u00e4u\u00dfert sich eine Periimplantitis?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Was die Symptome einer Periimplantitis betrifft, so unterscheiden sie sich je nach Stadium der Erkrankung. Zu Beginn zeigen sich nur erste Anzeichen einer Entz\u00fcndung wie etwa leichte Ber\u00fchrungsschmerzen am Implantatrand. Sp\u00e4ter kommt es zu Knochenschmerzen in der Kieferregion und am Ende steht, wenn die Periimplantitis nicht behandelt wird, der Verlust des Implantats.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Symptome im \u00dcberblick&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Fr\u00fchstadium:&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>leichte Schmerzen beim Ber\u00fchren des Zahnfleischs am Implantatrand<\/li>\n\n\n\n<li>Implantatschmerzen<\/li>\n\n\n\n<li>r\u00f6tliche Verf\u00e4rbungen des Zahnfleischs<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Mittleres und sp\u00e4tes Stadium:&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Knochenschmerzen in der Kieferregion<\/li>\n\n\n\n<li>Zur\u00fcckweichen des Zahnfleischs am Zahnimplantat<\/li>\n\n\n\n<li>Lockerung des Zahnimplantats<\/li>\n\n\n\n<li>Verlust des Zahnimplantats<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Weitere Symptome:&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>s\u00fc\u00dflicher Mundgeruch<\/li>\n\n\n\n<li>Schmerzen beim Z\u00e4hneputzen<\/li>\n\n\n\n<li>Zahnfleischbluten<\/li>\n\n\n\n<li>Knochenr\u00fcckgang<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was sind die Ursachen und Risikofaktoren einer Periimplantitis<\/strong>?<\/h2>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich ist die Periimplantitis eine leider nicht seltene Komplikation bei Zahnimplantaten. Wenn sich Bakterien in Form von Plaque und Biofilmen auf den Oberfl\u00e4chen der Implantate absetzen und zu lange dortbleiben, k\u00f6nnen sie die gef\u00fcrchtete Entz\u00fcndung verursachen. Und: Wenn sich die Periimplantitis unmittelbar nach der Implantation entwickelt, kommt es oft zu keiner Einheilung und das Zahnimplantat geht verloren. T\u00fcckisch ist auch, dass eine Implantatentz\u00fcndung, die sich im Laufe der Zeit entwickelt, oft lange nicht bemerkt wird, da sie nicht immer Beschwerden verursacht. Deshalb ist es sehr wichtig, nach einer Implantation regelm\u00e4\u00dfige Kontrollbesuche beim Zahnarzt wahrzunehmen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Ursachen und Risikofaktoren im Einzelnen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>bakterieller Infekt<\/li>\n\n\n\n<li>aktive Parodontitis &nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>ungen\u00fcgende Mundhygiene<\/li>\n\n\n\n<li>nicht hygienef\u00e4higer Zahnersatz<\/li>\n\n\n\n<li>schmaler, schlecht durchbluteter Knochen<\/li>\n\n\n\n<li>umfangreiche Knochenaufbauma\u00dfnahmen<\/li>\n\n\n\n<li>Rauchen<\/li>\n\n\n\n<li>Immunschw\u00e4che durch Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus<\/li>\n\n\n\n<li>Einnahme bestimmter Immunsuppressiva und Bisphosphonate &nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Bestrahlung (z.B. wegen einer Tumorerkrankung)<\/li>\n\n\n\n<li>bestimmte Implantatsysteme (vor allem zweiteilige)&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie wird die Periiplantitis diagnostiziert?<\/strong>&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Diagnose der Periimplantitis untersucht der Zahnarzt in erster Linie das Zahnfleisch, das bei dieser Erkrankung meist ger\u00f6tet und geschwollen ist und bei Ber\u00fchrung schmerzt und Sekret abgibt. Beim Anpusten mit dem Luftp\u00fcster flattert es und beginnt meist zu bluten. (Achtung: Letzteres ist vor allem bei Rauchern nicht unbedingt der Fall.) Zudem muss der Zahnarzt auch vorsichtig mit einer Parodontalsonde entlang des Implantats sondieren, um das Ausma\u00df der Entz\u00fcndung und die Tiefe des Knochenabbaus anhand von Taschentiefen, Blutungen oder Eiterbildung feststellen zu k\u00f6nnen. Weiters kann der Knochenabbau durch ein R\u00f6ntgenbild gut beurteilt werden. (Es empfiehlt sich ein 3D R\u00f6ntgen, mit dem der Knochenabbau auch vor und hinter dem Implantat diagnostiziert werden kann.) Manchmal kommen auch Laboruntersuchungen zum Einsatz, um die Ursache der Periimplantitis und m\u00f6gliche therapeutische Ma\u00dfnahmen zu bestimmen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie wird Periimplantitis behandelt?&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Bei der Therapie der Periimplanttitis geht es zun\u00e4chst darum, die Ursache der Entz\u00fcndung, also meist Bakterien, zu beseitigen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn die Erkrankung noch nicht fortgeschritten ist, kann das der Zahnarzt mit speziellen Sp\u00fcll\u00f6sungen und einer professionellen Reinigung des Zahnimplantats sowie manchmal auch zus\u00e4tzlich der Gabe von Antibiotika tun. Eine andere M\u00f6glichkeit ist eine spezielle Lasertherapie, bei der die Bakterien abget\u00f6tet und der weitere Gewebeabbau gestoppt werden. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn die Periimplantitis aber schon fortgeschritten und es bereits zum Knochenabbau gekommen ist, muss zus\u00e4tzlich ein chirurgischer Eingriff durchgef\u00fchrt werden. Dabei wird die entstandene Knochentasche mit Knochenersatzmaterial gef\u00fcllt und das Zahnimplantat wieder fest mit dem Kieferknochen verankert. Hier ist meist auch eine antibiotische Begleittherapie notwendig.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Entfernung eines Zahnimplantats<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn alle Therapiema\u00dfnahmen scheitern, muss man das Zahnimplantat chirurgisch entfernen. Experten sprechen hier von einer Explantation, also der Herausnahme des Implantats aus dem Kieferknochen. Dazu stehen verschiedene Verfahren zur Verf\u00fcgung:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Extraktion:<\/strong> Wenn das Implantat bereits locker ist, kann man es durch Herausdrehen mit einer speziellen Zange oder einem Drehmomentschl\u00fcssel entfernen. &nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Auffr\u00e4sen:<\/strong> Um ein in den Knochen integriertes Implantat zu entfernen, wird oft eine spezielle Fr\u00e4se verwendet. Dabei kann es allerdings zu mehr oder weniger umfangreichem Knochenverlust kommen und angrenzende Bereiche k\u00f6nnen in Mitleidenschaft gezogen werden.&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Trepanfr\u00e4se: <\/strong>Das ist ein zylinderf\u00f6rmiger Bohrer, der innen hohl und an der Frontseite mit scharfen Zacken ausgestattet ist. Die Trepanfr\u00e4se kann sich an den Durchmesser des Implantats anpassen und darum herum bohren. Hier ist meist nur geringer Knochenverlust zu verzeichnen.&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Laser-Explantation: <\/strong>Das ist eine minimal-invasive Technik mit einem speziellen Laser.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Piezochirurgische Explantation:<\/strong> Dabei wird der Knochen mithilfe von Schwingungen so bearbeitet, dass das Implantat abgetragen werden kann.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Bei einer Explantation kommt entweder eine lokale Bet\u00e4ubung oder eine Narkose zum Einsatz.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Eingriff kann es zu Schmerzen kommen, da bei der Explantation Weichteile aufgeschnitten und wieder vern\u00e4ht werden m\u00fcssen. Au\u00dferdem muss ein gr\u00f6\u00dferes Kieferst\u00fcck entfernt werden. Schmerzmittel k\u00f6nnen hier lindernd eingenommen werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich kann auch nach einer Explantation eines Zahnimplantats ein neues Implantat gesetzt werden \u2013 manchmal unmittelbar danach, manchmal erst nach einem vorherigen Knochenaufbau.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":17,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[2442],"tags":[2905,2858,1794,65,1480],"class_list":["post-10385","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-zahn-mund-und-kieferheilkunde","tag-aesthetische-zahnheilkunde","tag-implantologie","tag-zahngesundheit","tag-zahnimplantate","tag-zahnmedizin"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/10385","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/10385\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12176,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/10385\/revisions\/12176"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10390"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10385"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10385"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10385"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}