{"id":1003,"date":"2016-08-01T13:11:39","date_gmt":"2016-08-01T13:11:39","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/diagnose-und-behandlung-der-herzinsuffizienz\/"},"modified":"2023-02-28T09:05:33","modified_gmt":"2023-02-28T08:05:33","slug":"diagnose-und-behandlung-der-herzinsuffizienz","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/diagnose-und-behandlung-der-herzinsuffizienz\/","title":{"rendered":"Herzinsuffizienz &#8211; Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung"},"content":{"rendered":"<h2>H\u00e4ufigkeit der Herzinsuffizienz<\/h2>\n<p>Bei Herzinsuffizienz handelt es sich um eine schwere und h\u00e4ufig auftretende Erkrankung des Herzens, die dazu f\u00fchrt, dass das Herz nicht mehr imstande ist ausreichend Blut in den K\u00f6rperkreislauf zu pumpen.<\/p>\n<p>In Europa leiden mehr als 14 Millionen Menschen unter Herzschw\u00e4che, in \u00d6sterreich sind etwa 300.000 Menschen betroffen, wobei die Anzahl der Krankheitsf\u00e4lle zunehmend steigt. Die Wahrscheinlichkeit an Herzinsuffizienz zu erkranken steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. F\u00e4lle von Herzinsuffizienz bei Personen unter 65 Jahren sind eher selten, bei den \u00fcber 70-J\u00e4hrigen sind hingegen mehr als 10 Prozent betroffen.<\/p>\n<h2>Aufbau des Herzens<\/h2>\n<p>Das Herz ist ein muskul\u00e4res Hohlorgan, das Blut durch den K\u00f6rper pumpt und auf diese Weise die Versorgung mit Sauerstoff und wichtigen N\u00e4hrstoffen aller Organe sicherstellt. Das Herz selbst wird durch die Herzkranzgef\u00e4\u00dfe (Koronararterien) mit Blut versorgt.<\/p>\n<p>Das etwa faustgro\u00dfe Organ wird in eine rechte und in eine linke H\u00e4lfte unterteilt. Jede Herzh\u00e4lfte besteht aus einem Vorhof (Atrium) und aus einer Herzkammer (Ventrikel). Vier Herzklappen im Herzen sorgen daf\u00fcr, dass das Blut immer in die richtige Richtung flie\u00dft: Die Herzklappen befinden sich in jeder H\u00e4lfte des Herzens zwischen dem Vorhof und der Herzkammer sowie zwischen der Herzkammer und der abf\u00fchrenden Arterie und der zuf\u00fchrenden Vene und dem Vorhof.&nbsp; Die Klappen verhindern, dass das Blut aus den Herzkammern in die Vorh\u00f6fe sowie aus der Hauptschlagader (Aorta) und der Lungenschlagader (Arteria pulmonalis) in die Herzkammern zur\u00fcckflie\u00dfen kann.<\/p>\n<h2>Funktion des Herzens<\/h2>\n<p>Angetrieben wird das Herz durch den Sinusknoten. Dieser befindet sich im rechten Vorhof und erzeugt elektrische Impulse, durch welche sich das Herz etwa 60 bis 80 mal pro Minute zusammenzieht. Ist der Herzmuskel entspannt, kann das Blut in den Herzmuskel flie\u00dfen. Diese Phase wird als Erschlaffungs- und F\u00fcllungsphase bezeichnet (Diastole). Zieht sich der Herzmuskel zusammen, wird das Blut aus dem Herzen gepumpt. Diese Phase wird als Anspannungs- und Austreibungsphase bezeichnet (Systole).<\/p>\n<h3>Auswurffraktion<\/h3>\n<p>Bei einem gesunden Herzen werden zwischen 60 und 70 Prozent des Blutvolumens wieder ausgeworfen. Der Prozentsatz des Blutvolumens, der w\u00e4hrend einer Herzaktion von der Herzkammer ausgeworfen wird in Bezug auf das Gesamtvolumen der Herzkammer wird als Ejaktions- oder Auswurffraktion bezeichnet. Die Herzkammer entleert sich also nicht vollst\u00e4ndig &#8211; etwa 30 bis 40 Prozent des Blutvolumens verbleiben in der Herzkammer. Als normal gilt eine Auswurffraktion von \u00fcber 55 Prozent.<\/p>\n<h3>Lungen- und K\u00f6rperkreislauf<\/h3>\n<p>Das sauerstoffarme Blut flie\u00dft zun\u00e4chst in den rechten Vorhof und gelangt \u00fcber die sogenannte Trikuspidalklappe in die rechte Herzkammer. Dank der rhythmischen Bewegung des Herzens gelangt das Blut \u00fcber die Pulmonalklappe in die Lungenarterie. In der Lunge findet der Gasaustausch statt &#8211; das Blut wird mit Sauerstoff angereichert und Kohlendioxid wird an die Atemluft abgegeben. Anschlie\u00dfend gelangt das nun sauerstoffreiche Blut in den linken Vorhof und von dort \u00fcber die Mitralklappe in die linke Herzkammer, welche das Blut beim Zusammenziehen \u00fcber die Aortenklappe in die Aorta pumpt. Von dort aus gelangt das sauerstoffreiche Blut schlie\u00dflich in alle K\u00f6rpergewebe.<\/p>\n<h2>Unterteilung der Herzinsuffizienz<\/h2>\n<p>Je nach Schweregrad, Lokalisation, Krankheitsverlauf und dem zugrunde liegenden pathologischen Mechanismus werden mehrere Formen der Herzinsuffizienz unterschieden. Ihnen allen ist gemein, dass sie dazu f\u00fchren, dass der Herzmuskel geschw\u00e4cht ist und die Organe des K\u00f6rpers nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Akute Herzinsuffizienz: <\/strong>Eine akute Herzschw\u00e4che entwickelt sich innerhalb weniger Stunden oder Tage, beispielsweise infolge einer Herzrhythmusst\u00f6rung oder eines Herzinfarkts.<\/li>\n<li><strong>Chronische Herzinsuffizienz: <\/strong>Eine chronische Herzinsuffizienz entwickelt sich \u00fcber mehrere Wochen und Monate hinweg.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Herzinsuffizienz mit reduzierter oder erhaltener Auswurffraktion: <\/strong>Von einer Herzinsuffizienz mit reduzierter Auswurffraktion ist die Rede, wenn die Auswurffraktion des Herzens unter 40 Prozent liegt. Liegt die Auswurffraktion zwischen 40 und 50 bzw. 55 Prozent, spricht man von einer Herzinsuffizienz mit erhaltener Auswurffraktion.<\/li>\n<li><strong>Systolische Herzinsuffizienz: <\/strong>Da die Herzinsuffizienz mit reduzierter Auswurffraktion in vielen F\u00e4llen mit einem Problem w\u00e4hrend der Systole einhergeht, wird in diesen F\u00e4llen auch von einer systolischen Herzinsuffizienz gesprochen.<\/li>\n<li><strong>Diastolische Herzinsuffizienz: <\/strong>Kann sich der Herzmuskel w\u00e4hrend der Diastole nicht ausreichend mit Blut f\u00fcllen und liegt eine Herzinsuffizienz mit erhaltener Auswurffraktion vor, ist von einer diastolischen Herzinsuffizienz die Rede.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Linksherzinsuffizienz: <\/strong>Im Fall einer Linksherzinsuffizienz ist die linke Herzkammer betroffen &#8211; die linke Herzh\u00e4lfte verliert die F\u00e4higkeit ausreichend sauerstoffreiches Blut in den K\u00f6rper zu pumpen.<\/li>\n<li><strong>Rechtsherzinsuffizienz: <\/strong>Eine Rechtsherzinsuffizienz liegt vor, wenn die rechte Herzkammer betroffen ist &#8211; als Folge der Rechtsherzinsuffizienz wird das sauerstoffarme Blut von der rechten Herzkammer nicht mehr ausreichend in die Lunge gepumpt.<\/li>\n<li><strong>Globale Herzinsuffizienz: <\/strong>Bei einer globalen Herzinsuffizienz sind beide Herzh\u00e4lften betroffen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Des Weiteren erfolgt eine Unterteilung in kompensierte und dekompensierte Herzinsuffizienz. Erstgenannte verursacht &#8220;nur&#8221; unter Belastung Beschwerden, w\u00e4hrend Patienten mit einer dekompensierten Herzinsuffizienz auch unter Ruhebeschwerden leiden.<\/p>\n<h2>Schweregrade der Herzinsuffizienz<\/h2>\n<p>Die Bestimmung des Schweregrads einer Herzinsuffizienz erfolgt anhand der sogenannten NYHA-Klassifikation. Diese unterscheidet zwischen vier Stadien (NYHA-Klasse I-IV), wobei f\u00fcr jedes Stadium klar definierte Abgrenzungskriterien vorliegen.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>NYHA-Klasse I: <\/strong>Bei Patienten der NYHA-Klasse I liegt eine diagnostizierte Herzinsuffizienz vor, es zeigen sich jedoch weder Symptome unter Belastung noch eine eingeschr\u00e4nkte Belastbarkeit.<\/li>\n<li><strong>NYHA-Klasse II: <\/strong>In diesem Stadium nehmen Patienten keine Beschwerden in Ruhe oder unter leichter Belastung wahr, bei st\u00e4rkerer Belastung kommt es allerdings zu Beschwerden, weiters sind Patienten in ihrer Belastbarkeit leicht eingeschr\u00e4nkt.<\/li>\n<li><strong>NYHA-Klasse III:<\/strong> Bei Patienten der NYHA-Klasse III treten Symptome bereits unter leichter Belastung auf, zudem sind Patienten in ihrer Belastbarkeit stark eingeschr\u00e4nkt. In Ruhe zeigen sich keine Beschwerden.<\/li>\n<li><strong>NYHA-Klasse IV:<\/strong> In diesem Stadium leiden Patienten sowohl unter Belastung als auch in Ruhe unter Beschwerden, darunter Atemnot, M\u00fcdigkeit, allgemeine Schw\u00e4che und \u00d6deme.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Ursachen der Herzinsuffizienz und Risikofaktoren<\/h2>\n<p>In einer Vielzahl der F\u00e4lle tritt die Herzinsuffizienz als Folge einer anderen Herzerkrankung auf. H\u00e4ufige Ursachen einer Herzinsuffizienz sind Koronare Herzkrankheit (Herzinfarkt, Isch\u00e4mie), Bluthochdruck und Vorhofflimmern. Andere m\u00f6gliche Ursachen f\u00fcr die Herzschw\u00e4che sind angeborene oder erworbene Herzklappenfehler, Erkrankungen der Herzmuskulatur, Lungenembolie und An\u00e4mie. Bei einigen Patienten bleibt die Ursache f\u00fcr die Herzinsuffizienz unbekannt.<\/p>\n<p>Weitere krankheitsbeg\u00fcnstigende Risikofaktoren und Grunderkrankungen sind Diabetes mellitus, Adipositas, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/cholesterin-2644\">erh\u00f6hter Cholesterinspiegel<\/a>, periphere arterielle Verschlusskrankheit, chronische Niereninsuffizienz, Alkoholmissbrauch, Rauchen und die Einnahme bestimmter Medikamente.<\/p>\n<h2>Symptome<\/h2>\n<p>Die Symptome einer Herzinsuffizienz sind vielf\u00e4ltig und h\u00e4ngen damit zusammen, welcher Teil des Herzens betroffen ist und welche Form der Erkrankung vorliegt. Auch andere Grunderkrankungen k\u00f6nnen das individuelle Beschwerdebild beeinflussen.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich treten Beschwerden zu Beginn der Erkrankung nur unter Belastung, sp\u00e4ter dann auch in Ruhe auf.<\/p>\n<p>Da bei allen Formen der Herzinsuffizienz der Herzmuskel in seiner Funktion beeintr\u00e4chtigt ist und weniger Blut in den K\u00f6rper gelangt, werden die Organe und Gewebe des K\u00f6rpers schlechter durchblutet und unzureichend mit Sauerstoff und wichtigen N\u00e4hrstoffen versorgt. In weiterer Folge sind Betroffene weniger belastbar und erm\u00fcden schneller. Auch k\u00f6rperliche Schw\u00e4che, Lethargie, Atemnot und Brustschmerzen z\u00e4hlen zu den typischen Beschwerden einer Herzinsuffizienz.<\/p>\n<p>Weitere m\u00f6gliche Symptome sind &#8211; je nach vorliegender Form und zugrundeliegender Ursache &#8211; \u00d6deme (Bein- oder Bauchschwellungen), Nykturie (mehrmaliges Wasserlassen w\u00e4hrend der Nacht), Schwindel, trockener<a title=\"Husten\" href=\"\/ratgeber\/husten-21\"> Husten<\/a>, \u00dcbelkeit, Verstopfung, V\u00f6llegef\u00fchl, Appetitlosigkeit, Gewichtszunahme (aufgrund von Wassereinlagerungen), Schlafst\u00f6rungen, Ged\u00e4chtnisst\u00f6rungen und Verwirrtheitszust\u00e4nde.<\/p>\n<h2>Diagnose einer Herzinsuffizienz beim Arzt<\/h2>\n<p>Besteht aufgrund der Symptome des Patienten der Verdacht auf eine Herzinsuffizienz, werden nach dem Anamnesegespr\u00e4ch zun\u00e4chst allgemeine Untersuchungen durchgef\u00fchrt (Puls- und Blutdruckmessung, Untersuchung von Lunge, Beinen und anderen K\u00f6rperteilen auf Fl\u00fcssigkeitsansammlungen, Abh\u00f6ren von Herz und Lunge auf auff\u00e4llige Ger\u00e4usche). Besteht nach der k\u00f6rperlichen Untersuchung nach wie vor der Verdacht auf eine Herzinsuffizienz erfolgen zus\u00e4tzliche Untersuchungen und Tests, darunter:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Elektrokardiogramm (EKG): <\/strong>Ein EKG misst die elektrischen Impulse des Herzens. Mithilfe der schmerzlosen Untersuchung wird die elektrische Aktivit\u00e4t des Herzens abgeleitet und inform von Kurven dargestellt. Das EKG gibt u.a. Aufschluss \u00fcber Herzrhythmus und Herzfrequenz sowie \u00fcber St\u00f6rungen bei der Erregungsbildung, Erregungsausbreitung und Erregungsr\u00fcckbildung. Ein EKG ist zur eindeutigen Diagnose einer Herzinsuffizienz alleine nicht ausreichend.<\/li>\n<li><strong>Echokardiogramm (Ultraschalluntersuchung des Herzens): <\/strong>Die Echokardiographie ist eine schmerzlose Routineuntersuchung zur Diagnose von Herzerkrankungen und liefert eine bildliche Darstellung der Pumpleistung sowie der Funktion der Herzklappen. Mithilfe des Herzultraschalls lassen sich die Struktur und die Bewegungsabl\u00e4ufe der Herzw\u00e4nde und der Herzklappen, die Wanddicke der Herzkammern und der Vorh\u00f6fe, die Herzgr\u00f6\u00dfe und die Auswurfleistung des Herzens beurteilen.<\/li>\n<li><strong>R\u00f6ntgenuntersuchung: <\/strong>Eine R\u00f6ntgenuntersuchung von Herz und Brustraum l\u00e4sst ein vergr\u00f6\u00dfertes Herz und eine durch die Herzinsuffizienz verursachte Lungenstauung erkennen.<\/li>\n<li><strong>Blutuntersuchung: <\/strong>Mithilfe einer Blutuntersuchung, genauer gesagt der Bestimmung eines sogenannten natriuretischen Peptides (z.B. BNP, NT-proBNP), l\u00e4sst sich das aktuelle Herzrisiko des Patienten absch\u00e4tzen. Weiters zeigt die Blutuntersuchung, ob bestimmte Risikofaktoren vorhanden sind, die das Auftreten der Herzinsuffizienz beg\u00fcnstigen oder wom\u00f6glich die Ursache f\u00fcr diese sind (z.B. Diabetes mellitus, erh\u00f6hter Cholesterinspiegel, Niereninsuffizienz).<\/li>\n<\/ul>\n<p>In einigen F\u00e4llen sind weiterf\u00fchrende Untersuchungen wie etwa eine Herzkatheteruntersuchung erforderlich. Ist die Diagnose aufgrund der Untersuchungsergebnisse abgesichert, wird &#8211; je nach vorliegender Form und Schweregrad der Erkrankung &#8211; eine geeignete Therapie eingeleitet.<\/p>\n<h2>Behandlung der Herzinsuffizienz<\/h2>\n<p>F\u00fcr die Behandlung der Herzinsuffizienz stehen unterschiedliche M\u00f6glichkeiten zur Verf\u00fcgung. Sofern m\u00f6glich wird zun\u00e4chst versucht die Ursache der Erkrankung zu behandeln bzw. (weitgehend) zu beseitigen (z.B. Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Alkoholmissbrauch).<\/p>\n<p><strong>Allgemeinma\u00dfnahmen<\/strong><\/p>\n<p>Ein gesunder Lebensstil ist f\u00fcr Patienten mit Herzinsuffizienz unumg\u00e4nglich und tr\u00e4gt ma\u00dfgeblich zum Therapieerfolg bei. Umgekehrt kann ein ungesunder Lebensstil das Fortschreiten der Erkrankung beg\u00fcnstigen. Wichtige Allgemeinma\u00dfnahmen im Rahmen einer Therapie sind k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t (nach Absprache mit einem Arzt), eine gesunde und ausgewogene Ern\u00e4hrung, reduzierter Salzkonsum, Reduktion des K\u00f6rpergewichts\/das Erhalten eines normalen K\u00f6rpergewichts, Rauchstopp, Reduktion\/Einstellen des Alkoholkonsums und die Reduktion von Stress.<\/p>\n<p><strong>Medikament\u00f6se Therapie<\/strong><\/p>\n<p>Neben der Umsetzung von Allgemeinma\u00dfnahmen erfolgt die Behandlung in erster Linie medikament\u00f6s.<\/p>\n<p>Hierf\u00fcr stehen &#8211; je nach Form, Schweregrad, Symptomatik, etwaigen Komplikationen und Ursachen &#8211; mehrere Substanzgruppen zur oralen Einnahme zur Verf\u00fcgung. Einige davon haben eine blutdrucksenkende und arterienerweiternde Wirkung, andere wirken direkt auf das Herz (z.B. indem sie das Herz entlasten, die Funktion des Herzmuskels verbessern, den Herzrhythmus beeinflussen usw.) oder mildern gezielt Beschwerden (z.B. Schwellungen im Bereich der Beine oder Kn\u00f6chel). Medikamente zur oralen Einnahme zur Therapie der Herzinsuffizient sind u.a.:<\/p>\n<ul>\n<li>ACE-Hemmer (Hemmer des Angiotensin-konvertierenden Enzyms)<\/li>\n<li>AT1-Blocker (Angiotensinrezeptorblocker)<\/li>\n<li>Betablocker<\/li>\n<li>Aldosteronblocker<\/li>\n<li>Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten<\/li>\n<li>ARNI (Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitor)<\/li>\n<li>If-Kanalblocker<\/li>\n<li>Diuretika<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr Patienten mit akut dekompensierter Herzinsuffizienz stehen mehrere Medikamente zur intraven\u00f6sen Verabreichung zur Verf\u00fcgung (z.B. intraven\u00f6se Diuretika, Vasodilatatoren, Kalziumsensitizer).<\/p>\n<p>Die Einf\u00fchrung neuer Substanzgruppen wie etwa ARNI tr\u00e4gt dazu bei, dass die Symptomatik und Lebensqualit\u00e4t von Patienten mit Herzinsuffizienz stetig verbessert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Therapietreue<\/strong><\/p>\n<p>Die Mitarbeit des Patienten ist f\u00fcr den langfristigen Erfolg einer Therapie ausschlaggebend. Dies bezieht sich einerseits auf die ordnungsgem\u00e4\u00dfe Einnahme der Medikamente und auf das Einhalten der vereinbarten Kontrolltermine beim Arzt, andererseits auf die konsequente Umsetzung von Allgemeinma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p><strong>Nicht-medikament\u00f6se Therapien<\/strong><\/p>\n<p>Neben Allgemeinma\u00dfnahmen und einer medikament\u00f6sen Therapie k\u00f6nnen bei bestimmten Patienten auch nicht-medikament\u00f6se Ma\u00dfnahmen zum Einsatz kommen.<\/p>\n<p>Bei Patienten mit Herzinsuffizienz und schweren (vergangenen) Herzrhythmusst\u00f6rungen kann ein unter der Haut eingesetzter und mit dem Herzen verbundener Defibrillator (implantierter Defibrillator) Herzrhythmusst\u00f6rungen erkennen und mithilfe eines Stromimpulses unterbrechen.<\/p>\n<p>Eine Unterst\u00fctzungspumpe bzw. ein mechanisches Unterst\u00fctzungssystem kann bei Patienten mit Herzinsuffizienz mit stark reduzierter Pumpfunktion des Herzens eingesetzt werden. Dieses Kunstherz h\u00e4lt den Blutfluss des Patienten aufrecht, indem es die Pumpfunktion der betroffenen Herzkammer (oder beider Herzkammern) \u00fcbernimmt.<\/p>\n<p>Bei Patienten mit Herzinsuffizienz und Asynchronie des Herzens, die trotz anderer Therapiema\u00dfnahmen eine reduzierte Auswurffraktion haben, kann ein biventrikul\u00e4rer Schrittmacher die Herzaktion mithilfe elektrischer Impulse wieder synchronisieren (kardiale Synchronisationstherapie). Der neuartige Schrittmacher stimuliert sowohl die linke als auch die rechte Herzkammer, verbessert die Koordination des Kontraktionsablaufs und erh\u00f6ht die Pumpleistung.<\/p>\n<p>Ist die Erkrankung weit fortgeschritten und sind alle Behandlungsm\u00f6glichkeiten ausgesch\u00f6pft, bleibt die Herztransplantation als letzte Therapieoption.<\/p>\n<h2>Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen<\/h2>\n<p>Ein gesunder Lebensstil unterst\u00fctzt das Herz in seiner Funktion und wirkt zahlreichen Krankheiten entgegen, die u.a. urs\u00e4chlich f\u00fcr Herzinsuffizienz sind, darunter Koronare Herzkrankheit und Bluthochdruck. Die wichtigsten Ma\u00dfnahmen im Rahmen einer gesunden Lebensweise sind Reduktion des K\u00f6rpergewichts und Erhalt eines gesunden K\u00f6rpergewichts, ausgewogene Ern\u00e4hrung und Senkung des Cholesterinspiegels, ausreichend k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t\/Sport, Rauchstopp, Verringerung des Alkoholkonsums und Stressreduktion.<\/p>\n","protected":false},"author":48,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2448,2449,2409,2457],"tags":[363,776,1135,1492,292,268],"class_list":["post-1003","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-innere-medizin","category-intensivmedizin","category-kardiologie","category-krankheit","tag-bluthochdruck","tag-herz","tag-herzinsuffizienz","tag-herzklappen","tag-interne-medizin","tag-kardiologie"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1003","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1003\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9966,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1003\/revisions\/9966"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1004"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1003"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1003"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1003"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}