{"id":1001,"date":"2022-07-14T08:54:15","date_gmt":"2022-07-14T06:54:15","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/ratgeber\/article\/inkontinenz-diagnose-und-behandlung\/"},"modified":"2026-02-09T11:24:35","modified_gmt":"2026-02-09T10:24:35","slug":"inkontinenz-diagnose-und-behandlung","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/inkontinenz-diagnose-und-behandlung\/","title":{"rendered":"Inkontinenz: Diagnose und Behandlung"},"content":{"rendered":"<h2>Was genau ist Inkontinenz?<\/h2>\n<p>Als Inkontinenz wird der ungewollte Abgang von Urin zwischen den Toiletteng\u00e4ngen bezeichnet und damit der Verlust der F\u00e4higkeit, den Ort und den Zeitpunkt der Blasenentleerung selbst zu bestimmen. Sch\u00e4tzungen zufolge bel\u00e4uft sich die Zahl Betroffener in \u00d6sterreich auf etwa eine Million, in der Mehrheit Frauen. Der unwillk\u00fcrliche Harnabgang kann prinzipiell jeden betreffen, doch steigt die Zahl an Neuerkrankungen mit zunehmendem Alter an. Bei den \u00fcber 70-J\u00e4hrigen ist jede dritte Frau und jeder sechste Mann von einer Blasenschw\u00e4che betroffen.<\/p>\n<h2>Wieso sind Frauen viel \u00f6fter von Inkontinenz betroffen?<\/h2>\n<p>Jede dritte bis vierte Frau leidet irgendwann in ihrem Leben an Harninkontinenz &#8211; zumindest vor\u00fcbergehend. Von den 20- bis 30-j\u00e4hrigen sind etwa 10 Prozent davon betroffen, bei den 40- bis 50-j\u00e4hrigen 25 Prozent und bei \u00fcber 80-j\u00e4hrigen liegt der Anteil harninkontinenter Frauen bei \u00fcber 40 Prozent.<\/p>\n<p>Es gibt unterschiedliche Gr\u00fcnde daf\u00fcr, weswegen Frauen \u00f6fter von Inkontinenz betroffen sind als M\u00e4nner, allen voran die Anatomie des weiblichen Beckens. Dieses ist bei Frauen gr\u00f6\u00dfer, wobei aber die Muskelschichten des Beckenbodens d\u00fcnner sind als bei M\u00e4nnern. Durch eine Geburt werden das Bindegewebe und die Muskulatur im Bereich des Beckens zus\u00e4tzlich belastet, weswegen es bei Frauen auch h\u00e4ufiger zu einem Absenken des Beckenbodens kommt. Auch durch \u00dcbergewicht und <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/adipositas-fettleibigkeit\/\">Adipositas<\/a> wird das Beckengewebe zus\u00e4tzlich strapaziert, zudem kann eine Beckenbodenschw\u00e4che auch angeboren sein.<\/p>\n<p>Weitere Gr\u00fcnde f\u00fcr die gr\u00f6\u00dfere Inzidenz bei Frauen sind wiederkehrende <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/was-verursacht-wiederholte-harnwegsinfektionen\/\">Harnwegsinfekte<\/a>, \u00d6strogenmangel, eine \u00dcberaktivit\u00e4t der Blasenmuskulatur und eine \u00fcberaktive Blase. Letztere betrifft auch viele M\u00e4nner.<\/p>\n<h2>Formen und Ursachen der Inkontinenz<\/h2>\n<p>Bei der Inkontinenz werden mehrere Formen unterschieden, denen unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen:<\/p>\n<p><strong>Dranginkontinenz:<\/strong><br \/>\nDie Dranginkontinenz (auch als \u00fcberaktive Blase oder Urge-Inkontinenz bezeichnet) ist bei M\u00e4nnern aller Altersgruppen die h\u00e4ufigste Form der Blasenschw\u00e4che, bei Frauen wird die Dranginkontinenz mit zunehmendem Alter vorherrschend. Hier kommt es aufgrund einer \u00fcberaktiven oder sehr empfindlichen Blase bei Betroffenen immer wieder zu einem pl\u00f6tzlich auftretenden und nicht beherrschbaren Harndrang und folglich zu unwillk\u00fcrlichem Harnverlust.<\/p>\n<p>Ursachen der Dranginkontinenz sind Erkrankungen der Harnblase (z.B. <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/was-tun-bei-einer-blasenentzuendung\/\">Blasenentz\u00fcndungen<\/a> und Blasensteine), <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/schwangerschaft\/\">Schwangerschaft<\/a> und Geburt, altersbedingte Ver\u00e4nderungen der Harnblase, Blasensenkung, Prostatavergr\u00f6\u00dferung, \u00d6strogenmangel (<a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wechseljahre\/\">Wechseljahre<\/a>), \u00dcbergewicht, Tumore, andere Erkrankungen wie Adipositas, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/diabetes-1191\">Diabetes mellitus<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/multiple-sklerose\/\">Multiple Sklerose<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/parkinson\/\">Parkinson<\/a>&#8211; und <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/alzheimer\/\">Alzheimer<\/a>-Krankheit sowie psychosomatische Faktoren (h\u00e4ufiger bei j\u00fcngeren Personen).<\/p>\n<p><strong>Belastungs- oder Stressinkontinenz:<br \/>\n<\/strong>Die Belastungsinkontinenz, auch als Stressinkontinenz bezeichnet, tritt bei Frauen wesentlich h\u00e4ufiger auf als bei M\u00e4nnern. Bei einer Belastungsinkontinenz wird der ungewollte Harnabgang durch einen erh\u00f6hten Innendruck im Bauch ausgel\u00f6st, welcher wiederum durch unterschiedliche Faktoren wie <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/husten-21\">Husten<\/a>, Niesen, Lachen, bestimmte abrupte K\u00f6rperbewegungen wie Aufstehen, Setzen, Stufensteigen und das Heben und Tragen von schweren Lasten, Bl\u00e4hungen oder aber durch unangestrengte Bewegungen wie Liegen und Sitzen verursacht wird. Hauptursache f\u00fcr die Belastungsinkontinenz ist eine Beckenbodenschw\u00e4che bzw. eine Schw\u00e4che des Schlie\u00dfmuskels der Blase. Bei M\u00e4nnern kann die Belastungsinkontinenz nach Prostataoperationen auftreten &#8211; durch die Entfernung der Prostata kann es beispielsweise zu einem Absenken des sonst intakten Schlie\u00dfmuskels der Blase kommen. Weitere Faktoren f\u00fcr eine \u00dcberlastung stellen \u00dcbergewicht, schwere k\u00f6rperliche Arbeit oder eine chronische Bronchitis bei Rauchern dar.<\/p>\n<p><strong>Mischinkontinenz:<br \/>\n<\/strong>Die Mischinkontinenz ist eine Kombination aus Dranginkontinenz und Belastungsinkontinenz. Liegt bei Frauen zuerst eine Belastungsinkontinenz vor, geht diese mit zunehmendem Alter h\u00e4ufig in eine Mischinkontinenz \u00fcber.<\/p>\n<p><strong>\u00dcberlaufinkontinenz:<br \/>\n<\/strong>Betroffene mit \u00dcberlaufinkontinenz leiden aufgrund von Abflussst\u00f6rungen an einer \u00fcbervollen Blase. Dabei \u00fcbersteigt der Druck im Inneren der Blase den obstruktiven Verschlussdruck, so dass die Blase &#8220;\u00fcberl\u00e4uft&#8221; und es zu einem&nbsp; unkontrolliertem Harnabgang bzw. st\u00e4ndigem Harntr\u00e4ufeln kommt. Bei der \u00dcberlaufinkontinenz bleibt auch immer ein Rest an Urin in der Blase (Restharn) zur\u00fcck.<br \/>\nDiese Form der Inkontinenz betrifft vor allem \u00e4ltere Frauen und M\u00e4nner sowie M\u00e4nner mit gutartiger Prostatavergr\u00f6\u00dferung und Menschen, bei welchen eine Verengung der Harnr\u00f6hre vorliegt.<\/p>\n<p><strong>Reflexinkontinenz:<br \/>\n<\/strong>Die Reflexinkontinenz tritt als Folge einer anormalen Reflexaktivit\u00e4t auf. Der Reflexinkontinenz liegt eine St\u00f6rung bei der \u00dcbertragung von Nervenimpulsen aus dem Gehirn oder R\u00fcckenmark zur Harnblasenmuskulatur zugrunde, sodass sich die Blasenmuskulatur ungehemmt kontrahiert, was wiederum zu ungewolltem Harnabgang f\u00fchrt.<br \/>\nDiese Form der Inkontinenz betrifft vor allem Menschen mit Querschnittsl\u00e4hmung oder neurologischen Erkrankungen wie Parkinson- und Alzheimer-Krankheit, Multipler Sklerose und <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/schlaganfall\/\">Schlaganfall.&nbsp;<\/a><\/p>\n<p><strong>Extraurethrale Inkontinenz:<\/strong><br \/>\nDiese entsteht aus einer angeborenen oder erworbenen Fehlbildung heraus, so dass der Urinabgang nicht mehr \u00fcber die Harnr\u00f6hre durchgef\u00fchrt wird, sondern unkontrolliert \u00fcber die Scheide oder den After erfolgt.<\/p>\n<h2><strong>Welche Auswirkungen hat eine Harninkontinenz?<\/strong><\/h2>\n<p>Das Leiden ist Betroffenen meistens sehr peinlich und stellt f\u00fcr viele Menschen eine gro\u00dfe psychische Belastung dar. Der unkontrollierte Harnverlust kann Auswirkungen auf das Berufsleben, das Familienleben, die Freizeitgestaltung, das Sexualleben und folglich auf das gesamte Wohlbefinden haben und dazu f\u00fchren, dass sich Betroffene immer mehr zur\u00fcckziehen und aus Angst vor unkontrolliertem Harnabgang kaum noch das Haus verlassen.<\/p>\n<p>Da Inkontinenz &#8211; ebenso wie viele andere Erkrankungen und Beschwerdebilder &#8220;unterhalb der G\u00fcrtellinie&#8221; wie etwa beispielsweise <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/ratgeber\/was-tun-bei-blaehungen-1679\">Bl\u00e4hungen<\/a> &#8211; noch immer ein Tabuthema sind bzw. als solches gesehen wird, \u00fcber das man einfach nicht spricht, finden sich viele Betroffene mit den Beschwerden ab und nehmen etwaige Beeintr\u00e4chtigungen der Lebensqualit\u00e4t hin, ohne eine Therapie zu suchen. Trotz des hohen Leidensdrucks wenden sich viele Menschen aus falscher Scham nicht an ihren Arzt. Dabei ist Harninkontinenz ein medizinisches Problem wie jedes andere. Und was viele nicht wissen: F\u00fcr fast jede Form der Inkontinenz gibt es effektive Therapiem\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<h2>Wie wird die Harninkontinenz diagnostiziert?<\/h2>\n<p><strong>Anamnese<br \/>\n<\/strong>Am Beginn der Basisdiagnostik steht eine ausf\u00fchrliche Anamnese. Dabei holt sich der Arzt wichtige Informationen \u00fcber das vorliegende Inkontinenzproblem ein, darunter Informationen dar\u00fcber seit wann das Problem besteht, in welchen Situationen es zum ungewollten Harnverlust kommt und ob bzw. welche Therapien bereits durchgef\u00fchrt wurden sowie Informationen zum sozialen Umfeld, der beruflichen T\u00e4tigkeit, der Krankengeschichte, vorangegangenen Operationen, eingenommenen Medikamenten und Geburten.<\/p>\n<p><strong>Blasen-Tagebuch<br \/>\n<\/strong>Weiters wird der Patient gebeten \u00fcber mehrere Tage ein sogenanntes Miktionstagebuch zu f\u00fchren: Dabei handelt es sich um ein &#8220;Blasen-Tagebuch&#8221; in welchem der Patient u.a. dokumentieren soll wie h\u00e4ufig er auf die Toilette geht, wie gro\u00df das Harnvolumen ist, ob er zum Zeitpunkt des Gangs auf die Toilette noch trocken oder bereits nass war und wie viel Fl\u00fcssigkeit \u00fcber den Tag verteilt getrunken wurde. Mithilfe eines Lebensqualit\u00e4tsfragebogens kann der Patient zudem seinen individuellen Leidensdruck aufgrund der Harninkontinenz beurteilen.<\/p>\n<p><strong>Untersuchungen<br \/>\n<\/strong>Anschlie\u00dfend wird eine k\u00f6rperliche Untersuchung durchgef\u00fchrt. Diese umfasst eine Untersuchung des Unterbauchs und des \u00e4u\u00dferen Genitalbereichs, bei Frauen kann weiters eine gyn\u00e4kologische Untersuchung (Spekulumeinstellung) erforderlich sein. Zudem wird ein sogenannter Hustentest durchgef\u00fchrt. Dabei wird der Patient gebeten mit gef\u00fcllter Harnblase mehrmals im Stehen und im Liegen zu Husten. Kommt es synchron mit dem Husten zu einem Harnaustritt, liegt eine Belastungsinkontinenz vor. Eine \u00dcberpr\u00fcfung der Nervenfunktion gibt Aufschluss \u00fcber m\u00f6gliche neurologische Ursachen f\u00fcr die Inkontinenz. Weiters wird im Zuge der Basisdiagnostik eine Harnprobe im Labor untersucht.<\/p>\n<p>Weitere m\u00f6gliche Untersuchungen sind die sogenannte Urodynamik und die Ultraschalluntersuchung der Blase, mithilfe welcher die Dynamik des Beckenbodens dargestellt wird und durch welche der Arzt beurteilen kann, ob die Blase restlos entleert wird oder nicht. Die Urodynamik (Uroflowmetrie, Zystometrie, Druck-Fluss-Messung) liefert genaue Informationen zur Funktion der Blase und des Schlie\u00dfmuskels sowie zur m\u00f6glichen Ursache der Inkontinenz.<\/p>\n<p>Bei Patienten mit Belastungsinkontinenz und zus\u00e4tzlichen Drangsymptomen, wiederkehrenden Harnwegsinfekten und Entleerungsst\u00f6rungen kann eine Endoskopie zu weiteren Abkl\u00e4rung erforderlich sein, um Harnsteine oder Verengungen im Bereich der Harnr\u00f6hre als Ursache f\u00fcr die Harninkontinenz auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<h2>Therapiem\u00f6glichkeiten bei Inkontinenz<\/h2>\n<p>F\u00fcr die Behandlung der Inkontinenz stehen mehrere M\u00f6glichkeiten zur Verf\u00fcgung, die Wahl der jeweiligen Therapie orientiert sich an der vorliegenden Inkontinenz-Form, dem Leidensdruck des Patienten und anderen individuellen Faktoren.<\/p>\n<p>Prinzipiell stehen konservative und operative Behandlungsm\u00f6glichkeiten zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<h2>Konservative Behandlung<\/h2>\n<p>Die konservative Behandlung der Inkontinenz umfasst vor allem Beckenbodentraining und Verhaltenstherapie. Helfen k\u00f6nnen auch eine <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/abnehmen\/\">Gewichtsreduktion<\/a>, die Reduzierung von Harninkontinenz beg\u00fcnstigenden Umst\u00e4nden oder eine \u00d6strogentherapie. Reichen diese nicht aus, k\u00f6nnen Methoden wie das Einf\u00fchren von speziellen Tampons oder Scheidenpessare bei Frauen sowie eine Elektrostimulation zur Anwendung kommen.<\/p>\n<p><strong>Beckenbodentraining:<\/strong><br \/>\nMithilfe des Beckenbodentrainings sollen Betroffene lernen, die Muskulatur des Beckenbodens gezielt einzusetzen und zu kontrollieren, weiters wird durch das Beckenbodentraining die Beckenbodenmuskulatur wieder aufgebaut bzw. gest\u00e4rkt. Der Patient lernt u.a. wie er die Belastung des Beckenbodens im Alltag reduzieren und falsche Anspannungsmuster ablegen kann. Das Beckenbodentraining sollte vor allem zu Beginn mit spezialisierten Physiotherapeuten durchgef\u00fchrt werden und ist nur dann erfolgreich, wenn die \u00dcbungen auch zu Hause konsequent und richtig ausgef\u00fchrt werden. Bei vielen Patienten l\u00e4sst sich mithilfe des Beckenbodentrainings eine deutliche Besserung der Lebensqualit\u00e4t erzielen. Das Beckenbodentraining kann gegebenfalls mit einer Biofeedback-Therapie kombiniert werden. Ein Erfolg stellt im Normalfall nach drei bis sechs Monaten ein.<\/p>\n<p><strong>Gewichtsreduktion:<\/strong><br \/>\nEin Gewichtsverlust kann sich positiv auf den Harndrang auswirken und damit den Abgang von Urin vermindern.<\/p>\n<p><strong>Verhaltenstherapie:<br \/>\n<\/strong>M\u00f6gliche Ma\u00dfnahmen im Rahmen der Verhaltenstherapie sind auch eine Stuhlgangregelung, <a href=\"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/rauchstopp\/\">Rauchstopp<\/a> sowie ein spezielles Miktions- und Toilettentraining. Bei einem Miktionstraining lernen Patienten u.a. zu kurze oder zu lange Miktionsintervalle aktiv zu verl\u00e4ngern oder zu verk\u00fcrzen. Ziel eines Toilettentraining ist es wiederum die Blase auf Anordnung entleeren zu k\u00f6nnen noch ehe starker Harndrang eintritt.<\/p>\n<p>Auch richtiges Trinkverhalten (richtige Menge an Fl\u00fcssigkeit zur richtigen Zeit), das bewusste Meiden von Reizstoffen wie z.B. Koffein sowie das Erlernen von Techniken zur Drangunterdr\u00fcckung (bewusster Umgang mit aufkommendem Panikgef\u00fchl, Atemtechniken\/ruhiges Atmen etc.) k\u00f6nnen im Umgang mit der Blasenschw\u00e4che hilfreich sein.<\/p>\n<p><strong>Medikament\u00f6se Therapie:<br \/>\n<\/strong>Erg\u00e4nzend zu verhaltenstherapeutischen Ma\u00dfnahmen kann eine medikament\u00f6se Therapie erfolgen. Sogenannte Anticholinergika haben eine krampfl\u00f6sende Wirkung und bewirken zudem, dass der starke Harndrang nachl\u00e4sst. Bei einer durch eine bakterielle Infektion ausgel\u00f6sten Drang-Inkontinenz (Harnwegsinfekt) helfen Antibiotika.<\/p>\n<p><strong>Lokale \u00d6strogentherapie:<br \/>\n<\/strong>Die lokale \u00d6strogentherapie kann bei postmenopausalen Frauen helfen den starken Harndrang zu mildern.<\/p>\n<p><strong>Elektrostimulation:<\/strong><br \/>\nHierbei werden Nerven, die f\u00fcr die Steuerung der Harnblase und des Verschlusses zust\u00e4ndig sind, durch elektrische Impulse stimuliert, so dass die Nerven wieder dazu angeregt werden, ihre urspr\u00fcngliche Leistung wieder aufzunehmen.<\/p>\n<p>Bei Patienten mit \u00dcberlaufkontinenz wird die \u00fcbervolle Blase meistens zun\u00e4chst mithilfe eines Katheters entleert. Auch bei manchen Patienten mit Reflexinkontinenz muss die Blase regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber einen Katheter entleert werden.<\/p>\n<h2>Operative Behandlung<\/h2>\n<p>Operative Eingriffe werden erst dann in Betracht gezogen, wenn alle konservativen Behandlungsm\u00f6glichkeiten ausgesch\u00f6pft sind.<\/p>\n<p>Sind konservative Therapiema\u00dfnahmen wie Beckenbodentraining, Verhaltenstherapien und medikament\u00f6se Therapien nicht ausreichend, kann ein operativer Eingriff in Betracht gezogen werden, bei welchem z.B. die Harnr\u00f6hre der Frau mit einem spannungsfreien Band umschlossen und stabilisiert wird (TVT, Tension free Vaginal Tape).<\/p>\n<p>In einigen F\u00e4llen m\u00fcssen an die Grunderkrankung angepasste spezielle Operation durchgef\u00fchrt werden, um die Inkontinenz zu beseitigen (z.B. bei gutartiger Prostatavergr\u00f6\u00dferung, Verletzungen des Schlie\u00dfmuskels etc.). Wenn bei Frauen neben einer Dranginkontinenz eine Senkung oder gar ein Vorfall der Organe von Geb\u00e4rmutter, Blase und Darm vorliegt, erfolgt h\u00e4ufig eine sogenannte Senkungsoperation (Scheiden-, Blasensenkung).<br \/>\nAn spezialisierten Zentren erfolgen auch Eingriffe wie eine Unterspritzung der Harnr\u00f6hre zu deren Einengung (Bulking Agents) oder auch Eigengewebeanwendungen (Fasziez\u00fcgelplastik).<\/p>\n<p><strong>Weitere Ma\u00dfnahmen<\/strong><\/p>\n<p>Erg\u00e4nzend k\u00f6nnen &#8211; je nach Ursache &#8211; auch andere Ans\u00e4tze wie Akupunktur, Hom\u00f6opathie, Autogenes-Training oder eine sogenannte Magnetstuhltherapie (Magnetfeldtherapie) helfen das Leiden in den Griff zu bekommen. Inkontinenz-Hilfsmittel, darunter fl\u00fcssigkeitsaufnehmende Einweg-Produkte wie Schutzhosen und Vorlagen sowie intravaginale Hilfsmittel wie Urethrapressare helfen Betroffenen im Alltag besser mit der Inkontinenz umzugehen.<\/p>\n","protected":false},"author":41,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26,2457,2455],"tags":[108,2486,3050,134,2735,190,3226],"class_list":["post-1001","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeinmedizin","category-krankheit","category-urologie","tag-allgemeinmedizin","tag-blase","tag-blasenschwaeche","tag-gynakologie","tag-inkontinenz","tag-urologie","tag-urologie-und-andrologie"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1001","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/41"}],"version-history":[{"count":18,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1001\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10247,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/article\/1001\/revisions\/10247"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8265"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1001"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1001"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.docfinder.at\/wissensmagazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1001"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}