Hüftoperation nach der AMIS-Methode – Sprechstunde

Hüftoperation nach der AMIS-Methode – Sprechstunde

Stand: Juni 2014



Dr. Alexander Zembsch
, Facharzt für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie in 1130 Wien, beantwortet in dieser Video-Sprechstunde Fragen rund um das Thema Hüftoperation nach der AMIS-Methode.

Wann muss ein Patient eine Hüftgelenksoperation machen?

Dr. Alexander Zembsch: Eine Hüftgelenksoperation ist dann bei einem Patienten notwendig, wenn die Hüftgelenksabnutzung, die sogenannte Arthrose, ein gewisses Ausmaß erreicht hat. Das heißt, eine Gelenkszerstörung hat bereits stattgefunden, mit welcher Schmerzen, Bewegungseinschränkung und eine deutliche Verminderung der Lebensqualität einhergeht. Leider ist es so, dass mit einer Hüftgelenksarthrose, der Abnützung des Hüftgelenkes, keine Heilung möglich ist. Aus diesem Grund ist es sinnvoll die Notwendigkeit einer Hüftgelenksoperation relativ früh zu erkennen und durchführen zu lassen.

Welche Methoden gibt es bei einer Hüftoperation?

Dr. Alexander Zembsch: Bei der Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes gibt es verschiedene Methoden/Zugangswege, wie man ein solches Gelenk einsetzen kann. Zum einen gibt es den klassischen seitlichen Zugang – hier wird ein Durchgang direkt durch den Muskel gelegt, das heißt der Muskel wird eingeschnitten. Beim vorderen-seitlichen Zugang kann der Eingriff bereits weniger invasiv durchgeführt werden. Eine besonderes fortschrittliche Methode ist die sogenannte “AMIS-Methode”, der direkte vordere Zugang.

Welche Vorteile weist die AMIS Methode auf?

Dr. Alexander Zembsch: Die Vorteile der AMIS-Methode, des direkten vorderen Zuganges, sind in erster Linie, dass man über eine Muskellücke zum Hüftgelenk eingehen kann ohne Muskulatur und Sehnen zu verletzten oder zu durchtrennen. Der große Vorteil ist, dass keine Narbe am Muskel entsteht. Dadurch kann der Patient sofort aufstehen, gehen, und darf die Hüfte belasten. Die Gefahr des Herausspringens des Gelenkes ist relativ gering. Der Verlauf der Rehabilitation ist schneller und sicherer möglich.

Woraus besteht ein künstliches Hüftgelenk und wie lange ist es haltbar?

Dr. Alexander Zembsch: Ein modernes, künstliches Hüftgelenk besteht heutzutage aus Metall- und Keramikkomponenten. Eine Pfanne und ein Schaft werden eingesetzt, wobei es sich hier meist um eine Metalllegierung mit Titan handelt. Danach werden Pfanne und Schaft mit Keramikteilen besetzt. Betreffend der Haltbarkeit eines künstlichen Hüftgelenks: Die Metallteile, welche in den Knochen einwachsen, sind unbegrenzt haltbar. Die Keramikteile bewegen sich und werden daher im Laufe der Zeit abgenützt. Diese Teile des künstlichen Hüftgelenks haben heutzutage eine Lebensdauer zwischen 25 und 30 Jahren.

Kann die AMIS Methode auch für Revisions-Operationen eingesetzt werden?

Dr. Alexander Zembsch: Ein weiterer Vorteil der AMIS Methode ist, zum Beispiel, wenn einem Patienten bereits vor geraumer Zeit, vor 15-20 Jahren, ein Hüftgelenk eingesetzt wurde, es keinen Unterschied macht über welche Methode/Zugang eine Austauschoperation durchgeführt wird.

Weitere Informationen zu Dr. Alexander Zembsch und dem Gelenk-Zentrum Hietzing finden Sie hier.

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