Wie entsteht und wie erkennt man Gebärmutterhalskrebs?

Wie entsteht und wie erkennt man Gebärmutterhalskrebs?

Stand: Januar 2019 Entgeltlicher Content

Prim. Univ.-Doz. Dr. Lukas Hefler, MBA, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in 4020 Linz beantwortet in dieser Video-Sprechstunde Fragen zum Thema Behandlung von Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen.

Prim. Univ.-Doz. Dr. Lukas Hefler, MBA, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
in 4020 Linz beantwortet in dieser Video-Sprechstunde Fragen zum Thema Behandlung von Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen.

Wie entsteht Gebärmutterhalskrebs?

Gebärmutterhalskrebs hat wie die meisten Krebsarten viele Risikofaktoren, wobei eindeutig eine persistierende Infektion mit einem Hochrisiko-Typ der humanen Papillomaviren als wichtigster Auslöser für die Krebsentstehung gilt. Man kann sagen, dass ca. 80-90% aller Personen zu mindestens einmal im Leben mit HPV infiziert sind. In den meisten Fällen verschwindet jedoch die HPV Infektion von selber wieder. Nur diejenigen Frauen haben ein erhöhtes Gebärmutterhalskrebsrisiko zu entwickeln bei denen die HPV Infektion nicht von selber ausheilt. Zusätzliche Risikofaktoren sind z.B., sowie für viele Krebserkrankungen, das Rauchen.

Wie kann man Gebärmutterhalskrebs erkennen?

Gebärmutterhalskrebs kann man im Rahmen der jährlichen gynäkologischen Kontrolluntersuchung frühzeitig diagnostizieren. Oft wird fälschlicherweise der Begriff Vorsorgeuntersuchung verwendet, was eigentlich nicht stimmt. Die ärztliche Untersuchung ist eine Früherkennungsuntersuchung, bei der der Arzt den Muttermund entweder mit freiem Auge oder mit einer Lupe betrachtet. Zusätzlich wird noch der sogenannte Krebsabstrich, der PAP-Abstrich abgenommen, der dann in einem Labor analysiert wird. Bei einem auffälligen Befund des PAP-Abstrichs sollte eine weitere Abklärung mittels Kolposkopie und eventuell Biopsie-Entnahme erfolgen. So kann in sehr vielen Fällen ein Gebärmutterhalskrebs entdeckt werden, bevor er noch bösartig wird.

Was kann man zur Vorsorge beitragen?

Zur eigentlichen Vorsorge des Gebärmutterhalskrebses dient lediglich die HPV Impfung. Dies ist eine Impfung, die im optimalen Fall in der 4.Klasse Volkschule verabreicht wird und im Rahmen der Schulimpfung in Österreich kostenlos erhältlich ist. Menschen, die mit dieser HPV-Impfung geimpft wurden, haben den Rest des Lebens nur ein sehr geringes Risiko jemals Gebärmutterhalskrebs oder die Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs zu entwickeln. Es macht aber auch Sinn im späteren Lebensalter noch zu impfen. Das obere Alterslimit im österreichischen Impfplan ist das sechzigste Lebensjahr. Zusätzlich machen natürlich regelmäßige Untersuchungen beim Frauenarzt Sinn, um hier Gebärmutterhalskrebs frühzeitig zu diagnostizieren.

Was macht man bei Gebärmutterhalskrebs?

Die Therapie des Gebärmutterhalskrebses richtet sich stark nach der Tumorgröße und somit dem Ausbreitungsgrad des Tumors. Bei sehr frühen, d.h. kleinen Formen des Gebärmutterhalskrebses reicht oftmals eine ambulante Operation, im Sinne einer sogenannten Konisation aus, wo nur ein kleines Stück des äußeren Muttermundes entfernt wird. Bei weiter fortgestrittenen Tumoren kann es notwendig sein, eine sogenannte radikale Gebärmutterentfernung mit einer Lymphknotenentfernung durchzuführen. Weiter fortgeschrittene Tumore können, wenn sie inoperabel sind, auch mit einer Strahlen-Chemotherapie behandelt werden.

Spielt HPV noch bei anderen Krebsarten neben dem Gebärmutterhalskrebs eine Rolle?

Mittlerweile ist bekannt, dass die humanen Papillomaviren, abgekürzt HPV, nicht nur eine Rolle in der Entstehung des Gebärmutterhalskrebses spielen, sondern auch im Bereich anderer gynäkologischer Tumore, wie z.B. dem Schamlippen- oder Scheidenkrebs. In den letzten Jahren ist die Rolle des HPVs aber auch bei Tumoren im HNO, sogenannten Hals, Nasen, Ohren – Bereich wichtig geworden. So weiß man z.B., dass mittlerweile ein Teil aller bösartigen Tumore im Bereich des Zungengrundes oder der Mandeln durch HPV bedingt werden. Auch hier kann eine HPV Impfung helfen, diesen Tumoren vorzubeugen.

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