Behandlung einer Rachenentzündung

Behandlung einer Rachenentzündung

Stand: Juni 2014

Welche Hausmittel helfen bei einer akuten Pharyngitis und beugt eine gesunde Lebensweise einer chronischen Rachenentzündung vor?

Akute Rachenentzündung

Bei einer akuten viralen Rachenentzündung beschränkt sich die Behandlung in aller Regel darauf, die Symptome zu lindern. Das hat zwei Gründe: Zum einen ist es schwierig bis unmöglich, die auslösenden Viren mit Medikamenten zu vernichten. Zum anderen ist das gar nicht notwendig, da die Erkrankung auch ohne Therapie nach einigen Tagen wieder abheilt.

Um die Schmerzen zu lindern, können in leichten Fällen Lutschtabletten oder Gurgellösungen mit desinfizierender und lokal betäubender Wirkung genügen, wenngleich dies nicht empfohlen wird. Bei besonders starken Schmerzen kann der Arzt ein Schmerzmittel in Tablettenform empfehlen. Die dabei eingesetzten nicht-steroidalen Antirheumatika – bekannteste Vertreter sind Paracetamol und Acetylsalicylsäure – wirken zudem fiebersenkend.

Sind Bakterien an der Erkrankung beteiligt, kann evtl. eine Behandlung mit Antibiotika notwendig sein. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Streptokokken handelt. Denn diese Keime können das sogenannte rheumatische Fieber auslösen, mit schweren Schädigungen an Herz, Nieren oder Gelenken. Diese Komplikation ist jedoch heute sehr selten geworden. Zu bedenken ist, dass Antibiotika Nebenwirkungen haben, z.B. Verdauungsprobleme und Scheidenpilzinfektion; bei ihrem Einsatz sollte daher der Nutzen gegenüber einem möglichen Schaden abgewogen werden.

Eine Antibiotika-Therapie dauert sieben bis zehn Tage. Obwohl die Beschwerden sich meist schon früher bessern, sollten die Medikamente bis zum Ende der vom Arzt verordneten Behandlungsdauer eingenommen werden.

Hausmittel

Zu den Hausmitteln, die bei Halsschmerzen aufgrund einer Rachenentzündung angewendet werden können, zählen:

  • Halswickel mit kaltem Topfen, gekochten (ausgekühlten), zerstampften Kartoffeln oder mit nassen, kühlen Tüchern; wichtig: ein trockenes Handtuch sollte die äußerste Schicht bilden!
  • Salbteitee, Kamillentee: trinken und/oder gurgeln
  • Gurgellösung mit Leinsamen: 1 Teelöffel Leinsamen mit etwa einem Viertelliter kaltem Wasser übergießen, zwanzig Minuten lang stehen gelassen
  • frisch gepresster Ananassaft: soll ein Abfließen der Lymphflüssigkeit und somit ein schnelleres Abschwellen bewirken

Grundsätzlich ist es empfehlenswert, den Hals warm zu halten. Der Genesung ist auch in jedem Fall zuträglich, sich zu schonen und die Krankheit wirklich auszukurieren.

Chronische Rachenentzündung

Die wichtigste Therapiemaßnahme bei einer chronischen Pharyngitis besteht darin, den Auslöser zu identifizieren und diesen dann so weit wie möglich zu vermeiden. Das kann beispielsweise bedeuten, aufs Rauchen oder auf Alkohol zu verzichten. Wenn es gelingt, die Ursache zu beseitigen, heilt die Erkrankung in der Regel innerhalb weniger Wochen ohne weiteres Zutun ab. Bis es soweit ist, sind Maßnahmen hilfreich, die den Rachenraum feucht halten – wie zum Beispiel Lutschtabletten, Inhalationen mit salzhaltigen Lösungen oder auch Luftbefeuchter gegen allzu trockene Luft in Innenräumen.

Prognose – Wie verläuft eine Rachenentzündung?

Eine akute virale Pharyngitis heilt in aller Regel auch ohne Behandlung nach ein paar Tagen folgenlos aus. Sind Bakterien beteiligt, lässt sich die Krankheit mit Antibiotika ähnlich schnell therapieren. Auch die chronische Rachenentzündung hat eine gute Prognose – wenn es gelingt, den Auslöser zu beseitigen.

Vorbeugung – Das können Sie selbst tun

Eine akute Rachenentzündung tritt am häufigsten im Herbst und im Winter auf, also in der klassischen Erkältungsperiode. Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, die körpereigenen Abwehrkräfte zu stärken – durch eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung und viel Bewegung, am besten an der frischen Luft. Eine gesunde Lebensweise ohne Rauchen und mit wenig Alkohol verringert auch das Risiko, an einer chronischen Pharyngitis zu erkranken.

Eine weitere Schutzmaßnahme vor Rachenentzündungen ist, dafür zu sorgen, dass die Raumluft eine ausreichend hohe Feuchtigkeit besitzt. Regelmäßiges Lüften und Luftbefeuchter helfen dabei. Um die Schleimhäute feucht zu halten, sollte man außerdem genügend trinken.

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Autor:
Quellen:
Tim Kenealy: Sore Throat. Clinical Evidence; 13. Januar 2011

AWMF online: Halsschmerzen - DEGAM Leitlinie Nr.14. Stand Oktober 2009

Wächtler, H. und Chenot, J.: Die neue DEGAM-Leitlinie Halsschmerzen. Zeitschrift für Allgemeinmedizin, 2010, 86(2) S.65-69

Boenninghaus, HG und Lenarz, T.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer Verlag, 14. Auflage 2012
ICD-10: J02, J02.0, J02.8, J02.9