Basaliom (weißer Hautkrebs) – Sprechstunde mit Priv.-Doz. Dr. Hugo Benito Kitzinger und Dr. Julia Roka-Palkovits

Basaliom (weißer Hautkrebs) – Sprechstunde mit Priv.-Doz. Dr. Hugo Benito Kitzinger und Dr. Julia Roka-Palkovits

Stand: Juli 2021 Entgeltlicher Content

Priv.-Doz. Dr. Hugo Benito Kitzinger, Facharzt für Plastische, Ästhetische u. Rekonstruktive Chirurgie, und Dr. Julia Roka-Palkovits, Fachärztin für Plastische, Ästhetische u. Rekonstruktive Chirurgie, in 1080 Wien, beantworten in dieser Video-Sprechstunde Fragen zum Thema Basaliom (weißer Hautkrebs)

Was ist ein Basaliom?

Priv.-Doz. Dr. Hugo Benito Kitzinger: Das Basalzellkarzinom, kurz auch Basaliom genannt, gehört zusammen mit dem Plattenepithelkarzinom zum weißen Hautkrebs. Mit einem Anteil von zirka 80 % ist das Basaliom nicht nur der häufigste weiße Hautkrebs, sondern auch die häufigste Krebserkrankung des Menschen überhaupt. Ein weißer Hautkrebs entwickelt sich in aller Regel in Folge einer übermäßigen UV-Lichteinstrahlung, an den sonnenexponierten Stellen des Körpers und hier natürlich ganz besonders häufig im Gesicht. Jährlich erkranken rund 20-30tausend Österreicherinnen und Österreicher an einem weißen Hautkrebs, wobei die Zahlen in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben. Wir sehen eine Verdoppelung der Erkrankungsfälle innerhalb der letzten 10 Jahre.

Von seinem Erscheinungsbild zeigt das Basaliom im Wesentlichen zwei Varianten: Zum einen gibt es die knotige Form, die in aller Regel erhaben ist, über der Hautoberfläche und in ihrem zentralen Anteil häufig auch eine Kruste bildet und andererseits sehen wir die flächenhafte Form, die in aller Regel innerhalb des Hautniveaus oder manchmal auch etwas unterhalb des Hautniveaus liegt und wo die Abgrenzung zur gesunden Haut häufig schwer fällt.

Die Diagnose eines weißen Hautkrebses wird durch eine Fachärztin oder einen Facharzt für Dermatologie gestellt und die chirurgische Entfernung ist nach wie vor die Behandlungsmethode der ersten Wahl und führt in aller Regel auch zu einer vollständigen Heilung.

Welche Behandlung bietet das Chirurgische Hautkrebs Zentrum Wien an?

Priv.-Doz. Dr. Hugo Benito Kitzinger: Erhält man von seinem Dermatologen die Diagnose an einem weißen Hautkrebs erkrankt zu sein, ist das im ersten Moment natürlich ein großer Schreck. In dieser Phase stehen für die Betroffenen zwei Sorgen beziehungsweise zwei Wünsche ganz klar im Vordergrund. Einerseits der Wunsch möglichst schnell und vollständig von der Krebserkrankung geheilt zu werden und andererseits, der Wunsch, dass das kosmetische Ergebnis nach der Operation möglichst unauffällig ist. Um diese beiden Wünsche bestmöglich erfüllen zu können, steht den Betroffenen im Chirurgischen Hautkrebs Zentrum Wien ein spezialisiertes und interdisziplinäres Ärzteteam zur Verfügung. Das Team setzt sich zusammen aus Fachärzten für plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie, für Anästhesie und für Pathologie. Alle plastischen Chirurgen waren langjährige Oberärzte an der medizinischen Universität Wien und sind daher auch besonders erfahren in der Behandlung von Hautkrebserkrankungen.

Von der baulichen Ausstattung bietet das Zentrum zwei modern ausgestattete Eingriffsräume an und als ganz besonderes Qualitätsmerkmal die Möglichkeit der intraoperativen Schnellschnitt-Untersuchung. Das bedeutet, dass noch während der laufenden Operation unter dem Mikroskop kontrolliert wird, ob der Hauttumor auch vollständig entfernt wurde. Fachärzte für Anästhesie bieten die Möglichkeit eines Dämmerschlafes während der Operationen an, sodass die Behandlung in aller Regel in einer sehr ruhigen und auch entspannten Atmosphäre durchgeführt werden kann. Da bei der Behandlung einer Krebserkrankung auch die persönliche Betreuung des Patienten eine besondere Rolle einnimmt, werden die Patienten über ihre gesamte Behandlung hinweg, das bedeutet, vom Erstgespräch, über die Operation, bis hin zur Nachsorge durch den gleichen Arzt betreut.

Wie gehen Sie bei der operativen Behandlung von weißem Hautkrebs vor?

Dr. Julia Roka-Palkovits: Das tumortragende Hautstück wird mit Sicherheitsabstand ausgeschnitten und gleich mit einer Fadenmarkierung dem Pathologen übergeben, damit er die Schnellschnitt-Diagnostik durchführen kann. Und das läuft so ab, indem er dieses Präparat schockgefriert und es dann in hauchdünne Lamellen schneidet, sodass er diese dann unter dem Mikroskop durchuntersuchen kann. Noch während der Operation bekommen wir als Operateure die Rückmeldung, ob hier an den Schnitträndern noch Tumorzellen vorhanden sind oder nicht. Und die Operation wird auch nicht beendet bevor nicht der Pathologe die Rückmeldung gibt, dass hier keine Tumorzellen mehr vorhanden sind.

Findet er allerdings noch Tumorzellen an den Schnitträndern, so wird genau an dieser Stelle noch einmal nachgeschnitten, noch einmal etwas dem Pathologen gegeben, sodass er diesen Vorgang wieder fortsetzen kann. Erst wenn wir während der Operation dann definitiv wissen, es sind im Präparat keine Tumorzellen mehr zu finden gewesen, wird die Operation beendet und das gewährleistet eben, dass man den bösartigen Tumor restlos entfernen kann und das unter maximal möglicher Schonung des umgebenden und gesunden Gewebes.

Wie kann man größere Defekte im Gesicht verschließen?

Dr. Julia Roka-Palkovits: Der zweite Schritt der Operation ist die Defektdeckung. Sobald wir vom Pathologen die Rückmeldung bekommen, dass keine Tumorzellen mehr im Präparat und an den Schnitträndern zu finden waren, steht der endgültige Defekt fest, also die Lücke, die sozusagen übriggeblieben ist und an den Stellen des Gesichtes, an denen üblicherweise der weiße Hautkrebs wächst, wie zum Beispiel an der Nasenspitze. An diesen Stellen hat man nicht die überschüssige vorhandene Haut, um diesen Defekt direkt zu verschließen beziehungsweise würde es dort auch zu sehr auffälligen Hautverwerfung führen, oder Hautfalten führen und daher muss man hier eine lokale Lappenplastik anwenden.

Was ist das? – Das ist eine Gewebeverschiebung. Das heißt mit einer raffinierten Schnittführung gelingt es uns hier aus der unmittelbaren Defekt-Umgebung das Gewebe einzuschwenken in den Defekt, sodass der Defekt dort möglichst unauffällig verschlossen werden kann und gerade im Gesicht stehen hier eigentlich sehr sehr viele Möglichkeiten zur Verfügung an lokalen Lappenplastiken und deswegen gibt es eigentlich für jeden Defekt ein Rezept um ihn zu verschließen und um zu gewährleisten, dass hier sehr unauffällige Narben und möglicherweise sogar unsichtbare Narben hinter bleiben.

Wie kann man sich den Ablauf der OP an Ihrem Zentrum und die Nachsorge vorstellen?

Dr. Julia Roka-Palkovits: Wenn Sie die Diagnose eines weißen Hautkrebses bekommen haben und die Entfernung wünschen, dann werden wir Sie zunächst einmal zu einem Beratungsgespräch zu uns einladen und da werden wir Sie über die Operation und die Nachsorge im Detail informieren. Wenn Sie die Operation zusätzlich zur lokalen Betäubung auch in einem Dämmerschlaf in Anspruch nehmen wollen, dann werden Sie auch von einem Anästhesisten darüber hinaus aufgeklärt.

Am Tag der Operation kommen Sie je nachdem nüchtern oder nicht nüchtern zu uns und wir werden dann diesen Eingriff in entspannter, ruhiger und professioneller Atmosphäre durchführen. Der Eingriff dauert je nach Tumor und je nach operativem Aufwand zwischen ein und zwei Stunden und im besten Fall schlafen Sie während der gesamten Zeit.

Sofort nach der letzten Hautnaht, nach dem Verband, wachen Sie auf und dürfen auch essen und trinken. Wir empfehlen Ihnen, dass Sie sich von uns abholen lassen und nach Hause begleiten lassen. Nach 7 Tagen werden die Nähte gezogen, nach etwa 9 Tagen brauchen Sie in der Regel keinen Verband mehr und wir werden sie auch in der nächsten Zeit sehr gerne beraten, wenn es um die optimale Narbenpflege geht, damit hier auch ein möglichst schönes, ästhetisches Ergebnis erzielt wird.

 

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