Basedow

Basedow - Dr. Siegfried Bachmayr - Nuklearmediziner Wien 1130
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Bei Morbus Basedow handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei welcher es zu einer Produktion von Antikörpern gegen den TSH (Thyrotropin)-Rezeptor kommt.

TSH ist ein Hormon, welches von der Hirnanhangdrüse ausgeschüttet wird und die Schilddrüse zur Bildung der Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) anregt. Zur Herstellung der Hormone benötigt die Schilddrüse Jod. Bei Patienten mit Morbus Basedow ist die Aufnahme von Jod in die Schilddrüse gesteigert, was zu einer vermehrten Produktion von Schilddrüsenhormonen und in weiterer Folge zu einer Schilddrüsenüberfunktion führt. In vielen Fällen geht Morbus Basedow auch mit einem Kropf und mit einer Beteiligung der Augen (endokrine Orbitopathie) einher.

Die Symptome und das genaue Beschwerdebild hängen vom Ausmaß der Krankheit ab. Die Erkrankung kann sich prinzipiell durch unterschiedliche Symptome an verschiedenen Organsystemen bemerkbar machen.

Sind die Augen mitbetroffen, treten neben den Beschwerden, die mit einer Schilddrüsenüberfunktion einhergehen, unangenehme Augenbeschwerden auf: Im Fall einer endokrinen Orbitopathie kommt es durch die irrtümlich produzierten Antikörper zu Veränderungen im Gewebe hinter den Augen; die Autoimmunprozesse und die immunologische Entzündung führen in den Augenhöhlen zum Anschwellen des Gewebes und zu einer Verbreiterung des Abstands zwischen der Wand der Augenhöhle und dem Augapfel, was sich u.a. durch ein Hervortreten der Augen (Exophthalmus) und hochgezogene Augenlider bemerkbar macht. Weitere mögliche Beschwerden sind geschwollene Augenlider, Fremdkörper- und Druckgefühl in den Augen und Sehstörungen wie Doppelbilder.

Therapie

Bei vielen Patienten lässt sich die Erkrankung mit Medikamenten gut behandeln. Zum Einsatz kommen Medikamente, die den erhöhten Spiegel der Schilddrüsenhormone im Blut absenken (Thyreostatika). Während der Behandlung müssen regelmäßige Kontrollen durchgeführt werden, um die Dosierung der Medikamente regelmäßig entsprechend anpassen zu können. Bei vielen Patienten mit Morbus Basedow kommt es auch zu einer spontanen vorübergehenden oder dauerhaften Abschwächung der Symptome. In einigen Fällen können jedoch weiterführende Maßnahmen wie eine Operation, bei welcher das Schilddrüsengewebe entfernt wird, oder eine Radiojodtherapie notwendig sein.

Im Rahmen von Diagnostik und Therapie ist es besonders wichtig, sich nicht nur auf einzelne Symptome und Beschwerden zu konzentrieren, sondern stets das Gesamtbild in den Vordergrund zu stellen. Die Krankengeschichte, das Alter des Patienten und andere individuelle Faktoren sind für die Therapieentscheidung ebenso wichtig wie das genaue Beschwerdebild, aktuelle Befunde, mögliche Begleiterkrankungen und - medikation. Darüber hinaus spielen die individuellen Bedürfnisse und Vorstellungen des Patienten eine entscheidende Rolle bei der Therapieplanung.

Welche Behandlung am besten geeignet ist, muss bei jedem Patienten nach Vorliegen aller Untersuchungsergebnisse und ausführlicher Beratung individuell entschieden werden - mögliche Therapien, deren Nebenwirkungen und andere wichtige Aspekte werden in der Ordination genau besprochen, sodass wir anschließend gemeinsam eine gut informierte Therapieentscheidung treffen und alle weiteren Schritte gemeinsam planen können.

In einigen Fällen ist im Rahmen einer Therapie die Zusammenarbeit mit Ärzten anderer medizinischer Fachrichtungen notwendig, um eine ganzheitliche bedürfnisorientierte Behandlung zu gewährleisten. Bei Patienten mit endokriner Orbitopathie werden beispielsweise spezialisierte Fachärzte für Augenheilkunde eng in den Therapieplan eingebunden.
Sollte eine Operation notwendig sein, weise ich Patienten an vertraute Spezialisten zu, sodass eine optimale Betreuung über die Ordinationsräumlichkeiten hinaus sichergestellt ist.

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