Priv.-Doz. Dr. Hugo Benito Kitzinger - Schwerpunkt: Handchirurgie Wien 1080

Priv.-Doz. Dr. Hugo Benito Kitzinger

Laudongasse 25/11, 1080 Wien

Karpaltunnelsyndrom (CTS)

Karpaltunnelsyndrom (CTS) - Priv.-Doz. Dr. Hugo Benito Kitzinger - Schwerpunkt: Handchirurgie Wien 1080
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Das Karpaltunnelsyndrom, abgekürzt KTS oder CTS (Carpaltunnelsyndrom), kommt bei knapp 15% der Bevölkerung vor und ist damit das häufigste Nervenengpass-Syndrom an der oberen Extremität. Frauen sind dreimal häufiger betroffen als Männer. Von einem Nervenengpass-Syndrom spricht man, wenn es durch eine lokale Einengung zu einem Druckschaden an einem Nerven kommt. Dies kann sich akut entwickeln, entsteht meistens jedoch allmählich über einen längeren Zeitraum.

Bei einem Karpaltunnelsyndrom handelt es sich um eine Einengung des Mittelarmnervens (Nervus medianus) im Bereich des beugeseitigen Handgelenks. An dieser Stelle verläuft der Nerv gemeinsam mit den oberflächlichen und tiefen Fingerbeugesehnen sowie der langen Daumenbeugesehne durch einen Tunnel (Karpaltunnel), welcher von den Handwurzelknochen begrenzt und einem sehr straffen Band (Retinaculum flexorum) überdacht wird.

Symptome

Der Nervus medianus versorgt sowohl den Daumen als auch den Zeige-, Mittel- und die dem Mittelfinger zugewandte Hälfte des Ringfingers mit Gefühl. Die typischen Symptome eines Karpaltunnelsyndroms sind Missempfindungen an diesen Fingern, die allerdings unterschiedlich auftreten können: möglich sind Taubheits- oder Kribbelgefühle aber auch brennende Schmerzen. Häufig können diese Missempfindungen durch eine bestimmte Position des Handgelenks ausgelöst werden, wie z. B. beim Halten des Lenkrads, beim Telefonieren oder beim Föhnen. In der Nacht kommen Schmerzen hinzu, welche durch ein Ausschütteln der Hände wieder verschwinden. Bei Fortbestehen der Erkrankung sind die betroffenen Finger dauerhaft "eingeschlafen". Damit einher geht häufig auch eine Verschmächtigung (Atrophie) der Daumenballenmuskulatur, welches zu einer Bewegungseinschränkung des Daumens führt. Viele PatientInnen berichten über einen Verlust der Feinmotorik. Die genannten Funktionseinschränkungen müssen nicht gemeinsam auftreten sondern können auch einzeln bestehen.

Wie wird die Diagnose gestellt?
Die Beschwerden durch das Karpaltunnelsnydrom sind sehr typisch, so dass rasch eine Verdachtsdiagnose gestellt werden kann. Um die Diagnose zu bestätigen, kann sowohl eine Nervenleitgeschwindigkeitsmessung als auch ein hochauflösender Nervenultraschall durchgeführt werden. In unserer Ordination bieten wir den hochauflösenden Nervenultraschall an, welcher im Rahmen der Erstvorstellung sofort durchgeführt wird und zwei Vorteile bietet: die Untersuchung ist für den Patienten völlig schmerzfrei und gleichzeitig kann die Stelle der lokalen Nerveneinengung genau festgestellt werden.

Therapie

KONSERVATIV:
In Abhängigkeit vom Ausprägungsgrad und der Dauer der Beschwerden kommen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten in Betracht. Bei noch kurzer Beschwerdezeit können zunächst zwei nicht-operative (konservative) Maßnahmen versucht werden, für die es auch eine gesicherte wissenschaftliche Grundlage gibt: Einerseits kann die einmalige und ultraschallgezielte Injektion von Kortison in den Karpalkanal zu einem Abschwellen der Beugesehnenscheiden und dadurch zu einer Verbesserung des Platzangebots führen. Meistens hält dieser positive Effekt aber nicht dauerhaft an. Andererseits verhindert eine nächtliche Ruhigstellung auf einer Lagerungsschiene eine Beugung des Handgelenkes und somit die zusätzliche Druckerhöhung im Karpaltunnel.


OPERATIV:

In ausgeprägten Fällen oder bei lang andauernden Beschwerden hilft nur die Operation. Hierfür setze ich eine moderne, minimalinvasive Technik ein, so dass die Operationszeit nur ca. 10 Minuten beträgt. Bei der operativen Behandlung wird der Mediannerv aus seiner Einengung befreit, indem man das straffe Dach des Karpaltunnels, das sogenannte Retinaculum flexorum, vollständig durchtrennt. Hierdurch wird der enge Karpaltunnel geweitet und der mechanische Druck augenblicklich vom Nerven genommen. Die Operation kann entweder ambulant im Eingriffsraum der Ordination oder tagesklinisch im Privatspital Rudolfinerhaus Wien durchgeführt werden. Aufgrund des nur ca. 1cm langen Hautschnittes und der kurzen Operationszeit sind in der Regel keine Voruntersuchungen (interne Freigabe) notwendig. Die Operation wird schonend und schmerzfrei in einer speziellen örtlichen Betäubung (Wide Awake Verfahren) durchgeführt, durch die man auch auf die häufig unangenehme Blutsperre am Oberarm verzichten kann. Sollte der Eingriff im Spital durchgeführt werden, besteht zusätzlich die Möglichkeit eines Dämmerschlafs. Am Ende der Operation legen wir einen dünnen Schutzverband an. Die Hand darf nach der Operation sofort wieder für Alltagstätigkeiten eingesetzt werden.

Wide Awake Verfahren

Die Operation wird von mir nach dem Wide Awake Verfahren durchgeführt, einer besonderen Form der örtlichen Betäubung. Vor Anwendung des Wide Awake Verfahrens erfolgte die Operation unter Anlage einer Druckmanschette am Oberarm. Diese stellte sicher, dass blutungsfrei operiert werden kann, gleichzeitig bedeutete diese Blutsperre für Patienten jedoch einen schmerzhaften Druck im Bereich des Arms.

Wide Awake bedeutet, dass dem örtlichen Betäubungsmittel ein Medikament zugesetzt wird, wodurch die Blutgefäße vorübergehend (für einige Stunden) verengt werden. Auf diese Weise habe ich als Handchirurg während des Eingriffs uneingeschränkte Sicht auf alle wichtigen Strukturen, gleichzeitig verspüren Patienten keinen unangenehmen Druck im Bereich des Arms und können die Operation schmerzfrei und entspannt erleben.
Der Eingriff wird dadurch schonender und körperlich weniger belastend. Wird die Operation in einem Privatspital durchgeführt, kann zusätzlich ein Dämmerschlaf angeboten werden.


Maximale Sicherheit

Um die höchstmögliche Sicherheit zu gewährleisten, wird im Rahmen der Erstuntersuchung der Nervus Medianus in meiner Ordination mit einem hochauflösenden Ultraschall untersucht. Dadurch können Auffälligkeiten im Verlauf des Nervens schon vor der Operation festgestellt werden und somit die Gefahr für eine Verletzung des Nervens während der Operation minimiert werden.

Bei Fragen zur Behandlung des Karpaltunnelsyndroms bin ich gerne für Sie da.

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